Abendprogramm
Fraktionsvorstand, Fraktionssitzung und Kreisvorstand – am Tag nach Wahlen tagen traditionsgemäß die Gremien um über den voran gegangenen Wahlkampf und die Bewertung der Wahlergebnisse zu sprechen. Neben der Freude über den gewonnenen Wahlkreis von Antje Tillmann, ging es heute auch um die Erwartungen an die kommenden Wochen.
Die Flucht aus der Verantwortung war von der SPD schon länger geplant und stand wohl schon fest, als vor Wochen der Schulzzug auf alle möglichen Rammböcke fuhr. Die von Panik geprägten lautstarken Auftritte des noch amtierenden SPD-Vorsitzenden machten bereits klar, dass es mit ihm keine Gemeinsamkeiten in einer großen Koalition geben würde. Und auch die Erfurter Genossen versuchten wenigstens mit einem lauten Jubel über die Opposition ihr Gejammer vom Vorabend zu übertönen.
Jamaika lautet die noch verbliebene Koalitionsmöglichkeit und dies ist angesichts der heutigen Meinungsäußerungen von lokalen FDP-Politikern (der über Betterlebnisse philosophiert) oder links-grünen Bundestagsabgeordneten ein sicherlich schwieriges Unterfangen.
Im CDU Kreisvorstand haben wir ebenso wie in der Fraktion darüber gesprochen, wo die CDU-Reise hingehen soll. Ich bin der Meinung, dass keine Neujustierung unsere Politikinhalte oder Kurskorrekturen hin zu einem konservativerem Bild geben wird und geben kann. Wir haben ein Grundsatz- und ein Wahlprogramm – dies ist die Richtschnur von Koalitionsverhandlungen mit FDP und Grünen. Kompromisse werden dabei alle machen müssen – auch weil ansonsten Neuwahlen ins Haus stehen und dann alle Beteiligten (auch die nichtbeteiligte SPD) Verluste verzeichnen werden.
Beim Umgang mit der AfD rate ich zu einem klaren Kurs. ja wir wollen die Wähler zurückgewinnen, die aus Frust die AfD gewählt haben. genauso klar muss sein, dass wir zu AfD-Mitgliedern und Funktionären Abstand halten und uns abgrenzen werden. Der heutige Rückzug von Frauke Petry, die als Vorsitzende wissen sollte, wie es um den Landen bestellt ist, bestätigt das. Mit Extremisten, Merkel-Hassern und größenwahnsinnigen “Jägern” gibt es keine Gemeinsamkeiten – dies muss vom Stadtrat über Landtage bis zum Bundestag gelten!
Heute Abend habe ich dann versucht mir einmal das grüne Wahlprogramm reinzuziehen. Es endete damit, dass ich einen Rotwein aufgemacht habe und mir versuche, die “grüne Braut” schön zu trinken. Das wird eine schwere Aufgabe…
CDU-Wahlparty im Übersee
Dieses Mal nicht ausgelöst durch alkoholische Getränke, sondern durch das Wahlergebnis! Politiker neigen dazu, alles schön zu reden und auch ich versuche immer noch etwas positives zu finden. Nach dem gestrigen Wahlergebnis fällt mir das schwer. Gemeinsam mit unserer Bundestagsabgeordneten Antje Tillmann waren wir im Übersee und verfolgten dort die Hochrechnungen und schließlich die Auszählung.
Das Ergebnis war für mich nicht überraschend. Der Wahlkampf der letzten Tage lies ahnen, dass die AfD in Erfurt deutlich über dem Bundestrend liegen würde. Insbesondere in den Ortsteilen hat sich das bestätigt. Antje Tillmann hat ihren Wahlkreis verteidigt und liegt sowohl in Erfurt, als auch in Weimar an der Spitze. Auch die anderen sieben CDU-Direktkandidaten in Thüringen haben gewonnen. Damit ist aber der Anteil an positiven Nachrichten schon aufgebraucht.
In Berlin wird es wohl schwierige Koalitionsverhandlungen geben, an deren Ende sich die Jamaika-Koalition bilden wird. Die SPD ist raus aus der Nummer und nach dem Wahlk(r)ampf der letzten Wochen ist es auch aus CDU Sicht unmöglich mit Typen wie Schulz über Koalitionen zu verhandeln. Mit der FDP und den Grünen sowie auf der anderen Seite der CSU wird es aber auch eine schwierige Nummer. Vor 23 Jahren gab es einmal die Pizza-Conection zwischen CDU/Junge Union und jungen Grünen Politikern. Ich kann mich an die ersten zaghaften Gespräche in Bonn erinnern. Allerdings sind die meisten der damals handelnden Akteure inzwischen ergraut oder nicht mehr politisch aktiv. Es werden schwierige Wochen, aber die CDU hat den Wählerauftrag zur Regierungsbildung.
Heute Abend werden wir in der Stadtratsfraktion und im Kreisvorstand über das Ergebnis der Wahlen beraten. Nach der Wahl ist vor der Wahl! In sieben Monaten die Oberbürgermeisterwahl und in zwei Jahren Kommunal-, Europa und Landtagswahl. Also, weiter geht’s!
Fotoshooting Schwarz-Weiß Erfurt
Wenn der letzte Infostand zusammen gepackt wurde und das abwarten auf das Wahlergebnis einsetzt, ist es erfahrungsgemäß gut sich abzulenken. Am Wochenende klappte das ganz gut. Samstag Morgen der letzte Infostand auf dem Domplatz, danach war ich mit meinem Sohn bei Harley-Davidson zum Tag der offenen Tür – bzw. “open house”. Danach ging es im Sportpark Johannesplatz an den Fitnessgeräten weiter (u.a. hatte auch der Oberbürgermeister die gleiche Idee).
Am Abend hatten wir noch einmal Karten für die ausverkaufte dritte Aufführung der Celtic Night im Stadtgarten bekommen. Wie bei der Premiere waren wir auch beim zweiten Mal wieder wahnsinnig begeistert und stolz auf unseren Sohn.
Am heutigen Sonntag stand nach dem Spaziergang in das Wahllokal, das Saisonfotoshooting mit unseren Damen von Schwarz-Weiß Erfurt auf dem Programm. Gestylt und einzeln fotografiert wurden wir im Studie der Agentur Rühberg im Brühl und vor dem Erfurter Theater entstand das offizielle Saisonbild 2017/2018.
Um die letzten Stunden vor der Schließung der Wahllokale zu überbrücken war ich beim Saisonauftakt der Black Dragons. gegen Preußen Berlin lieferten sie eine kampfbetonte Partie und gewannen schließlich mit 4:3. Allerdings habe ich dabei das spannende dritte Drittel versäumt, weil ich da schon auf dem weg ins Übersee war, wo wir mit unserer Bundestagsabgeordneten das Wahlergebnis abwarteten. Das muss sich aber bei mir erst einmal setzen und ich werden erst morgen meine Gedanken dazu schriftlich formulieren.
Die Vertreter des AWO KV Saalfeld und des Landesvorstandes
Auch mitten im Wahlkampf ist der Name der AWO-Ehrenamtsauszeichnung natürlich nicht auf Koalitionen gemünzt. Vielmehr verkörpert die Skulptur, die als Emma-Sachse-Ehrung dem Ehrenamtlichen des Jahres verliehen wird, den Gedanken des Helfens.
Nachdem im letzten Jahr der AWO-Ball ausfallen musste lud in diesem Jahr die AWO heute Abend wieder ihre Ehrenamtlichen aus allen Kreisverbänden und viele Freunde aus dem Sozialbereich in den Erfurter Kaisersaal ein. Seit vielen Jahren bin ich gerne dabei und nutze den Abend vor allem für gute Gespräche mit AWO-Funktionsträgern, aber auch Gästen von der Parität bis zur Caritas.
Die Festrede des Abends hielt der Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider, der für den Wirtschaftsminister Tiefensee eingesprungen war. Ehrenamtlicher des Jahres wurde der AWO-Vorsitzende des KV Saalfeld Rudolstadt Prof. Dr. Maak. Herzlichen Glückwunsch!
Beispiel Brückensanierung offenbart Strukturschwäche
Scharfe Kritik an der Umsetzung des Haushaltes für 2017 und 2018 übte CDU-Fraktionschef Michael Panse. Die CDU-Fraktion prangerte den Doppelhaushalt bereits in seinem Entwurf als aufgebläht an und bemängelte die fehlende Struktur. Zwar lobte sich der Oberbürgermeister mit zahlreichen Investitionsplanungen, aber es war bereits abzusehen, dass dies in den wenigen Monaten des verbleibenden Haushaltsjahres 2017 nicht zu schaffen ist.
Das Beispiel der Brückensanierung, die mit einem Haushaltsantrag beschlossen wurde, belegt nun diese absehbare Problematik. Aus einer Beratung im Bauausschuss am 21. September ging hervor, dass nach wie vor zahlreiche Erfurter Straßenbrücken erheblichen Sanierungsbedarf haben. Sichtbar ist dies durch Fahrbeschränkungen und Sperrungen. Bereits 2015 wurde das Gefährdungsrisiko von circa 30 Brücken als problematisch eingeschätzt, weil Spannungsrisse erkennbar sind. Obwohl deshalb mit dem letzten Haushalt ein entsprechendes Brückensanierungskonzept durch den Stadtrat beschlossen wurde, mangelt es offenbar an der Umsetzung, bedingt durch fehlende finanzielle und personelle Kapazitäten. Mit Blick jedoch auf den Haushalt war bereits bei der Beschlussfassung offensichtlich, dass eine zügige konzeptionelle Planung, geschweige denn, eine Realisierung nicht machbar war. In einer Stellungnahme der Stadtverwaltung schiebt der Oberbürgermeister den Schwarze Peter den eigenen Genossen im Freistaat Thüringen zu. Die angedachten Sanierungsprojekte wären zwar grundsätzlich förderfähig. Allerdings seien seitens des Freistaates – anders als in anderen Bundesländern – keine zusätzlichen Fördermittel für die Kommunen angedacht, um eben solche Projekte voranzubringen. Erfurt erhalte demnach maximal circa 4 Mio. Euro, was ein Tropfen auf den heißen Stein ist.
Die CDU-Fraktion sieht den Oberbürgermeister in der Pflicht. Es fehlt ihm nicht nur das Gespür für nachhaltige Haushaltspolitik, er schafft es auf der anderen Seite auch, sich nicht ausreichend für die Belange seiner Stadt zu engagieren und sich bei der rot-rot-grünen Koalition im Freistaat durchzusetzen. Panse fordert daher: „Nachdem er durch Rot-Rot-Grün einen solch brüchigen Haushalt verabschieden lassen hat, muss sich der Oberbürgermeister dringend für Fördermöglichkeiten für Erfurts Brücken und Straßen beim Freistaat einsetzen. Anderenfalls wird auch er künftig Umwege in Erfurt in Kauf nehmen müssen, weil Brücken wegen Baufälligkeit komplett gesperrt werden müssen. Die Brücken stehen nur exemplarische für andere Bereiche. Dies wird die CDU-Fraktion kritisch beleuchten.“
Ein Teil der Akteure
Beeindruckend! Das was 100 Schülerinnen und Schüler des Königin-Luise-Gymnasiums Erfurt und des Rabanus-Maurus-Gymnasiums Mainz auf die Bühne gebracht haben begeisterte heute Abend die 450 Zuschauer im Erfurter Stadtgarten. Erneut brachten die beiden Schulen der Partnerstädte nach dem König der Löwen wieder eine tolle Show mit Solo, Chor, Orchester und Stepdance auf die Bühne
Eineinhalb Jahre arbeiteten die Verantwortlichen beider Schulen und viele Helfer an dem Projekt und konnten sich den verdienten Applaus abholen. Die Celtic Night bot irische Klänge, Stepdance, eine Trommelshow, ein Harfensolo und auch einen Dudelsack. Das Bühnenbild passte wunderbar zur Aufführung und das Erfurter Music College sorgte für perfektes Licht und Ton. Mächtig stolz war ich auf unseren Sohn, der seit vielen Jahren auf dem KLG ist und sich dem Fagott verschrieben hat. Er und alle Mitwirkende haben das toll gemacht.
Morgen und übermorgen wird es noch zwei weitere Aufführungen der Celtic Night im Stadtgarten geben – beide Shows sind schon ausverkauft und ich wünsche den Schülerinnen und Schüler noch zwei so tolle Abende mit begeisterten Zuschauern – drei mal ausverkauft mit jeweils 450 Besuchern, das muss man erst einmal schaffen!
Der GeburtstagstischPassend zum heutigen Weltkindertag feierte das SOS-Beratungs- und Familienzentrum Weimar mit einer Festveranstaltung gemeinsam mit der Thüringer Sozialministerin Heike Werner sein 25-jähriges Bestehen. Der Träger, der SOS-Kinderdorfverein hat vor nunmehr 25 Jahren mit einer Erziehungsberatungsstelle begonnen und im Jahr 2005 als weitere Einrichtung das Familienzentrum in Weimar aufgebaut. Das Familienzentrum Weimar ist eines von 15 Familienzentren in Thüringen welches von unserer Stiftung FamilienSinn gefördert wird. Ein 16. Familienzentrum – das mobile Familienzentrum Dingelstädt hat gerade seine Arbeit begonnen und im kommenden Jahr wird ein 17. Familienzentrum in Pößneck hinzu kommen. Regelmäßig bin ich in den vielen Familienzentren zur fachlichen Beratung zu Gast – heute war es einmal „nur“ um gemeinsam zu feiern. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern der Beratungsstelle und des Familienzentrums wird die Arbeit des SOS-Beratungs- und Familienzentrums Weimar von zahlreichen Ehrenamtlichen unterstützt und getragen. Mit der Gründung der Erziehungsberatungsstelle im Jahr 1992 hat der Verein SOS-Kinderdorf e.V. Neuland in den neuen Bundesländern betreten aber sich innerhalb von kurzer Zeit mit Sach- und Fachkompetenz und engagierten Mitarbeitern zu einer wichtigen Säule in der Jugendhilfelandschaft der Stadt Weimar entwickelt. Im Jahr 1997 wurde erstmals das Angebot des Trägers mit dem Jugendkriminalitätspräventionsprogramm (JKPP) ausgeweitet. Im Jahr 2001 übernahm der Träger das ehemalige Stadtteilhaus für soziale Dienste in der Lincolnstraße und etablierte dort das Familienzentrum. Schritt für Schritt wurden die dortigen Angebote ausgebaut – ein großer Spielplatz ist im Jahr 2013 hinzu gekommen. Zahlreiche längerfristige Angebote und Seminare finden im Familienzentrum statt. Themenschwerpunkte sind die Unterstützungsangebote für werdende und junge Eltern. Pekip, Babymassage, Rückbildungsgymnastik sowie Geburtsvorbereitungskurse gehören zum jährlichen festen Programm. Viele Tagesveranstaltungen und offene Angebote sowie Feste komplettieren das Programm. Darüber hinaus wird vor allem das Familiencafe intensiv genutzt. Die wichtigste Zielgruppe des Familienzentrums sind Familien und Alleinerziehende mit kleinen Kindern. Zunehmend steigt die Nachfrage aber auch nach Angeboten für ältere Kinder. Seit 2015 engagiert sich das Familienzentrum in der Arbeit mit Flüchtlingsfamilien. Das Projekt Spielraum wurde im Familienzentrum Weimar entwickelt und sehr erfolgreich umgesetzt. Ziel des Projektes war es Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern den Zugang zu bestehenden Einrichtungen der Kinderbetreuung und Familienhilfe zu erleichtern und Familienbildungsangebote mit einem niedrigschwelligem Zugang zu ermöglichen. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und viel Erfolg für die weitere Arbeit!
Das Programmheft von “Idee Kommunal”
Heute Mittag habe ich als Referent erstmals beim Internet-Forum „Idee Kommunal“ mitgewirkt. Die Idee hinter dem Konzept ist es für Bürger, Kommunen und Mandatsträger ein Informationsforum zu etablieren welches es in dieser Form bis jetzt eher im universitären oder wirtschaftlichen Bereich gibt. Mit interessanten Vorträgen zum kommunalen Themen und Interview mit Verantwortungsträger wird eine Liveplattform geschaffen, bei der Zuschauer online reagieren und Fragen stellen können. Künftig wird es regelmäßig Dienstag und Mittwoch zu festen Sendezeiten Vorträge geben.
Bei meinem heutigen einstündigen Vortrag hatte ich das Thema der demografischen Entwicklung und der Verbindung zu kommunalpolitischem Handeln gewählt. Dieses Thema habe ich gewählt, weil ich dies für eines der wichtigsten Zukunftsthemen unserer Gesellschaft halte. Seit meiner Zeit als Generationenbeauftragter der Landesregierung weiß ich, wie weitreichend der demografische Wandel in alle Lebensbereiche wirkt. Um da die richtigen Entscheidungen treffen zu können, erfordert es einiges an Hintergrundinformationen und ein Verständnis für die Erwartungshaltung der Menschen.
Viele Begriffe haben mit dem demografischen Wandel zu tun. Eine älter werdende Gesellschaft, aktives Altern, Geburtenmangel, Abwanderung, Fachkräftebedarf, soziale Sicherheit, Familienpolitik, Sicherheit der Renten und Zuwanderung – dies sind alles Begriffe, die sich mit dem Stichwort Demografie verbinden. Die Planung von Kitas, Schulen, Wohnungen, Sozialstruktur, Altenpflege, ÖPNV findet damit verbunden auf kommunaler Ebene statt. Ich habe ausgesprochen gerne das Thema heute ein wenig aufbereitet. Der Vortrag wird auch auf dem Homepage von “Idee Kommunal” im Archiv abrufbar sein.
Ich wünsche den Initiatoren von „Idee Kommunal“ viel Erfolg und interessierte Zuschauer. Gerne werden ich immer mal wieder rein schalten und bin, wenn es gewünscht ist, auch gerne noch einmal als Referent oder Interviewpartner dabei.
Erstaunt zeigt sich CDU-Fraktionschef über ein offensichtlich offizielles Profil des Erfurter Oberbürgermeisters bei Facebook unter dem Namen „Oberbürgermeister Andreas Bausewein“. Bekannt ist dies allerdings nicht erst seit den jüngsten Medienberichten, sondern scheint mit der Einstellung des neuen Pressesprechers der Stadt einherzugehen.
Dass es dieses OB-Profil nun gibt, erscheint widersprüchlich. Erst am 26. Mai 2016 wurde in der Stadtratssitzung ein CDU-Antrag zur Einrichtung eines offiziellen städtischen Facebookprofils durch den Oberbürgermeister und seine rot-rot-grüne Mehrheit abgelehnt. Der Oberbürgermeister selbst gab damals zu Protokoll: „[…] dass eine solche Seite vollumfänglich eingerichtet und betreut werden müsste und dies ist personell nicht leistbar.“ Warum also sind für das eine Profil kein Geld und Personal vorhanden und für das andere schon? Immerhin geht es ja bei beiden Profilen gleichermaßen um Repräsentanz noch außen. Dabei wäre doch der weitere Rahmen eines städtischen Profils deutlich sinnvoller. Es erscheint töricht, ein solches personalisiertes Profil so kurz vor der Wahl zu betreiben. Personalwechsel (nicht unumstritten!) im Pressebereich, neues Profil bei Facebook – das macht stutzig.
Das Impressum des besagten Profils verweist ganz klar auf das OB-Büro im Rathaus. „Ein solches offizielles Profil des Erfurter Oberbürgermeisters als offizieller Repräsentant der Stadt ist analog zu einem offiziellen Profil der Stadt Erfurt selbst zu verstehen, das aber vor etwa einem Jahr vom Stadtrat abgelehnt wurde und für das die Personalien und Gelder fehlen sollen. Seine eigenen Bedenken aus dem Vorjahr scheint der Oberbürgermeister vergessen zu haben. Mit dem neuen Pressesprecher Henry Köhlert scheint die Personalie da zu sein und die datenschutzrechtlichen Bedenken scheinen auch zu schwinden. Ein städtischer Auftritt bei Facebook wird zudem nach wie vor von der Verwaltung entschieden blockiert. Damit ist eine solche OB-Promotion aus dem Rathaus mindestens grenzwertig“, kommentiert Panse.
Einen sehr verdächtigen Beigeschmack bekommt die Angelegenheit nämlich deshalb, da die nächste Oberbürgermeisterwahl nicht mehr lange hin ist. Das OB-Profil verzeichnet wachsende Aktivität. Dabei ist nicht eindeutig erkennbar, ob es hier tatsächlich um den Oberbürgermeister Andreas Bausewein geht oder den Wahlkämpfer und Landesvorsitzenden der SPD-Thüringen. Einige der Inhalte zeigen unverkennbar eine Nähe zu parteipolitischen Zusammenhängen, obwohl im Impressum das OB-Büro im Rathaus angegeben ist. Dies wäre eine Vermengung amtlicher und parteipolitischer Angelegenheiten. Die Finanzierung letzterer durch Steuermittel ist unzulässig. Unschlüssig ist außerdem, warum das OB-Profil vom zeitlichen Aufwand her machbar sein soll und das städtische Profil eben nicht. „Vermutlich wird das OB-Profil von einem Ghost-Writer betreut“, witzelt Panse weiter. Er hält die Ausführungen Köhlerts für an den Haaren herbei gezogen.
Zur weiteren Klärung der offensichtlichen Widersprüche stellt deshalb CDU-Stadtrat Michael Hose dem Oberbürgermeister eine Anfrage für die kommende Ratssitzung. Läuft das Profil über die Erfurter Stadtverwaltung? Wenn ja, wer ist dafür verantwortlich? Wenn nicht, warum wird auf das OB-Büro verwiesen? Kann nun doch auch ein offizielles Profil der Stadt Erfurt kommen, wie es die CDU im Vorjahr beantragte? Welche Kosten fallen an? Sowohl Panse, als auch Hose fordern den Oberbürgermeister auf, zu den Zusammenhängen klar Stellung zu beziehen.
In Jena konnten wir jubelnDieses Wochenende stand beides bei mir auf dem Programm – aber das ist schon die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden Aktivitäten. Denn dass es in der Politik einen sportlich fairen Wettstreit zwischen den Bewerbern gibt, glaube ich nicht mehr.Freitagabend die Squash-Runde mit einem alten Schulfreund und heute eine Tennispartie mit meinem Sohn umrahmten das Goldene Rad auf der Erfurter Radrennbahn am Freitag, das gestrige letzte Saisonspiel der Erfurt Indigos gegen die Radebeul Suburbians Foxes (erfreulicherweise mit 40:12 gewonnen) und das erste Regionalligaspiel der neuen Saison für unseren SWE-Nachwuchs gegen Jena (mit 1:3 gewonnen). Beim Auswärtsspiel waren wir mit 20 Fans dabei und sorgten für Heimstimmung – ohne die sonst zwischen Jena und Erfurt so aufgeladene Stimmung. Dazwischen waren wir gestern noch beim Aufstiegsspiel der Tennisdamen vom ETC Rot-Weiß in die Regionalliga Ost. Souverän setzten sie sich gegen Magdeburg durch und feierten danach u.a. mit dem Deutschen Meister über 100 und 200 Meter Julian Reus. SonntagsprogrammDie vier Stunden Wahlkampf auf dem Domplatz und Anger zuvor war alles andere, als ein sportlicher Wettstreit. Es ist schon erstaunlich welch aggressive Stimmung inzwischen bei einigen Leuten herrscht. Ich habe in den letzten 27 Jahren viele Wahlkämpfe erlebt und immer gab es Auseinandersetzungen, aber nie so, wie in diesem Jahr. Störungen von Wahlveranstaltungen aller Parteien und Beschädigungen von Wahlplakaten wie im gegenwärtigen Wahlkampf habe ich noch nicht erlebt,Die Art wie die sogenannte Alternative für Deutschland sich im Thüringer Landtag und bei ihren Wahlkampfveranstaltungen benimmt, färbt inzwischen auf Teile des Wählerspektrums ab. Richtig ist, dass jeder denken und sagen kann, was er will. Für diese Meinungsfreiheit haben wir lange gestritten. Richtig ist aber auch, dass sich niemand Beleidigungen gefallen lassen muss und dies gilt sowohl in den sozialen Netzwerken, als auch am Infostand.
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