Mit Thomas Pfistner beim PressegesprächPressegespräch zum HSK:Im Finanzausschuss am 2. November wurde vor allem eines sehr deutlich: Das Erfurter Haushaltsdrama setzt sich fort. Über das Konzept zur Haushaltssicherung wurde nämlich nicht abschließend beraten. Es wurde vertagt, so wie es bereits auch in den anderen Fachausschüssen geschehen war.
Dabei scheint sich die rot-rot-grüne Kooperation des Oberbürgermeisters über etliche Punkte des 91 Maßnahmen umfassenden Konzepts nicht einig zu sein, sonst wäre es kaum zu den Vertagungen gekommen. Diese Verschleppung offenbart nach unserer Überzeugung den internen Streit der Kooperationsgemeinschaft.
Wozu dient ein Haushaltssicherungskonzept (HSK)?
Die Thüringern Kommunalordnung (§ 53a) sieht ein solches Konzept u.a. dann vor, wenn Fehlbeträge in vergangenen Haushalten nicht gedeckt werden können oder abzusehen ist, dass künftig eine vollständige Deckung zu erwarten ist. Dies trifft auf den Erfurter Haushalt nicht zu. In den letzten Jahren wies die Erfurter Finanzbeigeordnete in ihren Vorberichten zum Haushalt mehrfach auf solche Diskrepanzen und auf die fehlende Rechtskonformität hin. Die Konsequenz ist nun das HSK, das bis 2022 drastische Sparmaßnahmen in Höhe von 136 Mio. Euro vorsieht, um in Erfurt wieder zu einem ausgeglichenen Haushalt zu gelangen. Die Schuld sieht die CDU-Fraktion beim Oberbürgermeister, seiner Verwaltung und bei Rot-Rot-Grün insgesamt, die den Erfurter Haushalt mit einer schlechten Finanz- und Wirtschaftspolitik dorthin gebracht haben, wo er heute steht. Die Einschnitte werden voraussichtlich tief und schmerzlich sein.
Welche schwerwiegenden haushälterischen Folgen hat die Vertagung des HSK?
Es ist vor allem eines klar: Solange kein beschlossenes und kein von der Aufsichtsbehörde bestätigtes HSK vorliegt, kann auch kein neuer Haushaltsentwurf für 2017 beschlossen werden. Durch die Vertagungen in den Ausschüssen durch Rot-Rot-Grün kommt es zu erheblichen Verzögerungen. Als federführender Ausschuss obliegt es dem Finanzausschuss abschließend über das HSK zu beraten, bevor der Stadtrat endgültig darüber abstimmen kann. Vorher jedoch muss das Konzept in allen Fachausschüssen abgestimmt werden. Durch die Beratungsfolge in den nächsten Monaten ist damit eine Abstimmung im Finanzausschuss erst am 18. Januar 2017 möglich und die Beratung im Stadtrat am 01. Februar 2017. Sollte das HSK vom Stadtrat beschlossen werden, muss es außerdem vom Landesverwaltungsamt Weimar als zuständige Aufsichtsbehörde bestätigt werden.
Diese Vorgänge brauchen viel Zeit und haben unmittelbare Auswirkungen auf die Erstellung des Haushaltes 2017. Nachdem die letzten Haushalte deutlich zu spät kamen und die vorläufige Haushaltsführung der Erfurter Sozial- und Kulturlandschaft sukzessive den Gar ausmachte, versprach der Oberbürgermeister, den Haushalt 2017 noch im Jahr 2016 einzubringen. Dass dies eine Lüge war, wird nun offensichtlich. Der Haushalt 2016 wird vermutlich erst Ende des Jahres rechtskräftig und auch im Jahr 2017 müssen die Erfurter Vereine, Verbände und Ortsteile etc. damit rechnen, erneut unter einer vorläufigen Haushaltsführung zu leiden. Denn erst wenn das HSK in Weimar gemäß der Thüringer Kommunalordnung bestätigt ist, kann der Oberbürgermeister die Schritte für den Haushalt 2017 in die Wege leiten. Außer Ankündigungsrhetorik bleibt da nicht viel. Wenn man grob rechnet, wird es einen bestätigten Haushalt für 2017 frühestens Mitte 2017 geben.
Aspekte und Perspektiven des HSK
Vor den Folgen und Konsequenzen der bisherigen Haushaltspolitik des Oberbürgermeisters hatte die CDU-Fraktion immer wieder gewarnt. Das HSK eine traurige, aber notwendige Konsequenz aus den Jahren des defizitären Haushalten von Rot-Rot-Grün. Zu den bestehenden Einschnitten werden weitere kommen. Der Oberbürgermeister hatte zwar Anfang 2016 davon gesprochen, er wolle den Dialog mit allen Fraktionen suchen, dies hat jedoch nicht stattgefunden. „Er scheut offenbar das Gespräch. Besonders bei kritischen Themen zieht er sich scheinbar zurück“, bemängelt CDU-Fraktionschef Michael Panse.
Die CDU-Fraktion sieht die Zusammenstellung der 91 Einzelmaßnahmen grundsätzlich kritisch. Damit wird die Notwendigkeit des HSK nicht infrage gestellt. Verschiedene der Maßnahmen erachtet auch die CDU-Fraktion als notwendig und damit als zustimmungsfähig. Ein zentraler Streitpunkt bleibt aus CDU-Sicht vor allem die Personalentwicklung. Es ist geplant, in dem Bereich 60 Mio. Euro in den sechs Jahren einzusparen. Allerdings liegt das seit 2010 eingeforderte Personalentwicklungskonzept immer noch nicht vor. Ein klassisches Beispiel ist die Wiederbesetzung von Stellen. So geht der Bürgerbeauftragte Erfurts Ende 2016 in den Ruhestand. Sowohl diese Stelle, als auch die Stelle eines Ausländerbeauftragten könnten zusammengelegt werden. Stattdessen will sie der Oberbürgermeister beide neu besetzen. Ein Sparwille ist dabei nicht erkennbar. Wie soll das Pensum des HSK also geschafft werden?
Der HSK-Entwurf besteht außerdem, ähnlich wie die vergangenen Haushalte, aus Luftbuchungen. CDU-Finanzpolitiker Thomas Pfister spricht von circa 17 Mio. Euro, die nicht wirklich untersetzt sind. Dabei sind folgende Beispiele zu nennen: Der Oberbürgermeister plant eine Erhöhung der laufenden Ausschüttungen der Stadtwerke an die Stadt. Ob dies für das Unternehmen Stadtwerke zuträglich und gewollt ist, bleibt offen. Im Zweifel könnte das Folgen für Stadtwerkekunden haben. Auch die Sparkasse dürfte nicht erfreut sein. Denn auch hier plant der Oberbürgermeister mit höheren Ausschüttungen über die nächsten Jahre. Dies wäre für die Sparkasse fatal, wenn man die aktuelle Lage auf dem Finanzmarkt und den Zinssätzen bedenkt. Eine Zustimmung des Verwaltungsrates bleibt ungewiss. Die gleiche Problematik besteht für die KoWo. Eine weitere Erhöhung der Ausschüttung steht im Gegensatz zu einer Investitionswelle, die in den nächsten Jahren für Sanierungen und Instandhaltung auf das Unternehmen zukommt. Ob der gemeinnützige Auftrag der KoWo dann noch erfüllt werden kann, ist fraglich. Als letztes Beispiel ist das Sozialticket zu nennen. Es ist das ewige Streitthema bei Rot-Rot-Grün. Nun ist geplant, es auf den Verkehrsverbund Mittelthüringen abzuwälzen. Dieser lehnt ein solches Ticket ab. Im HSK taucht es als Luftbuchung trotzdem auf.
Für die weitere Beratung wird die CDU-Fraktion selbst Vorschläge und Änderungen für das HSK einbringen. Grundsätzlich steht aber zunächst auch die allgemeine Verfahrensweise zum HSK mit samt ihren Verzögerungen in der Kritik. Das Verfahren bisher ist äußerst schlecht gelaufen. Die CDU hatte vorab vor Verzögerungen gewarnt. Diese könnten aber auch so gewollt sein. Bei einigen Punkten des HSK wäre außerdem zu hinterfragen, ob der Stadtrat überhaupt Entscheidungsbefugnis hat. Selbst spricht der Oberbürgermeister bei verschiedenen Themen dem Stadtrat ab, er könne mitentscheiden. Die Finanzen werden ihm jedoch nun zur Last. Da ist es ihm offenbar lieber, die Verantwortung an den Stadtrat abzugeben.
Es liegt nun beim Oberbürgermeister, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und Gespräche mit den Fraktionen zu suchen. Offenbar scheint es ihm derzeit zu entgleiten. Auf seine eigene Kooperation aus SPD, Linken und Grünen ist offensichtlich kein Verlass mehr, obwohl man sich vorgenommen hatte bis 2019 alle Haushalte gemeinsam zu beschließen. Der jetzige finanzielle Gesamtrahmen der Stadt dürfte eine erhebliche Belastung für diese Kooperation sein. Es kann aber auch noch nicht schlimm genug sein, sonst wäre der Oberbürgermeister bereits auf die übrigen Fraktionen zugegangen.
(Quelle: Alex Hein, Referent CDU-Stadtratsfraktion)
Pfarrer Knoll und Polizeidirektor Loyen bei der Begrüßung
Bekannte Filmmusiken von Evita, über Winnetou, Fluch der Karibik, Das Boot, Lawrence von Arabien, Die glorreichen Sieben und Robin Hood erklangen heute Abend in der Erfurter Thomaskirche.
Möglich machte dies das Thüringer Polizeimusikkorps mit einem Benefizkonzert “Abend der Filmmusik”. Mit meinen beiden jüngeren Söhnen war ich dabei und wir waren begeistert von der Klangfülle in der gut gefüllten Thomaskirche.
Nur der Älteste konnte leider nicht mitkommen, obwohl er als Polizist eine besondere Affinität zum Thema hat. Aber er musste seinen Job machen und auf die Kanzlerin beim 42. Bundestag des DFB im Theater aufpassen.
Das Polizeimusikkorps spielte eine Auswahl von 28 Filmmusiken. Zehn Stücke davon konnten sich die Besucher wünschen, die einen Spendenbeitrag von 50 – 100 Euro zu der Benefizaktion für drei Erfurter Projekte leisteten. Das Albert-Schweitzer-Kinderdorf, die Diakonische Notfallkasse der Thomasgemeinde und die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt wurden darüber hinaus mit Spenden der Konzertbesucher unterstützt.
Den Schlusspunkt unter das Konzert setzte der Wunsch der Erfurter Polizeiinspektion – die Polizisten hatten sich James Bond Highlights gewünscht. Über zwei Stunden ging das Konzert. Pfarrer Knoll von der Thomaskirche kündigte an, dass das Konzert im kommenden Jahr eine Fortsetzung erfahren soll. Wir werden sicher wieder mit dabei sein!
Herzlich Willkommen Cindy Vetter!
Seit dem 1. November haben wir in unserer Geschäftsstelle der CDU Stadtratsfraktion eine neue Mitarbeiterin. Unsere neue Referentin ist Cindy Vetter. Damit unterstützt sie künftig unsere Geschäftsführerin Simone Bergmann sowie die beiden Referenten Alexander Hein und Theresa Monaghan. Unter anderem wird sie die Arbeitskreise der Fraktion fachlich begleiten.
Die 25-jährige Staatswissenschaftlerin arbeitete bereits in anderen politischen und behördlichen Bereichen. Dazu zählen beispielsweise die Landesgeschäftsstelle der CDU sowie das Bauministerium. Sie ist außerdem ehrenamtlich in der Jungen Union engagiert. Die Einarbeitungszeit wird sicherlich schnell gehen – und schnell gehen müssen.
Derzeit beraten wir das Haushaltssicherungskonzept und auch wenn diese Beratung durch Rot-Rot-Grün derzeit verschleppt wird, ist es neben der Haushaltsberatung der wichtigste und aufwendigste Teil der kommunalpolitischen Arbeit. Leider sind wir damit aber auch heute bei der Finanzausschusssitzung nicht weiter gekommen.
Das HSK ist zwischen den Linken, den ganz Linken, den Grünen und dem Oberbürgermeister ein heftigter Streitpunkt. Eine Beratung, wie ursprünglich geplant, in der nächsten Stadtratssitzung ist inzwischen sehr unwahrscheinlich geworden. Aber das ist schon wieder ein Thema für den morgigen kommunalpolitischen Tag.
Perfekte Kombination
Zweifellos hat es viele Nachteile, wenn man auf die Schulferientermine in verschiedenen Bundesländern angewiesen ist. Mein Kurzer hat derzeit Herbstferien (Baden-Württemberg) und die Thüringer Herbstferien seines großen Bruders (Thüringen) sind schon wieder vorbei. Dies trifft auch viele andere Ferien – lediglich bei Weihnachten, Ostern und für 10 Tage in den Sommerferien sind sich alle Bundesländer einmal einig.
Glücklicherweise gibt es noch einige Feiertage, wie jetzt den Reformationstag der in Thüringen und in anderen (nicht allen) Bundesländern Feiertag ist 😉
Avenida-Therme
Vorteile hat das Ganze nur an einer Stelle – viele der von Ferienkindern belagerten Freizeitorte sind ausgesprochen leer. Heute hatten wir doppelt Glück. Das Wetter ermöglichte noch einmal eine Motorradtour. An meinem Bike gab es zum Glück noch nie in den letzten 20 Jahren ein Saisonkennzeichen und so wird gefahren, solange es wettertechnisch geht. Wer rastet der rostet – oder ein gutes Rennpferd will bewegt werden und nicht stehen!
Zudem waren wir heute einmal wieder in der Avenidatherme- und Saunenlandschaft. Dort war es leer und schön – wie immer. Mal sehen ob das in den nächsten Tagen auch so gut klappt. Eislaufen, Schwimmbad und Kletterpark auf dem Possen stehen noch auf dem Ferienprogramm.
Herbststimmung auf der EGA
Viel wird derzeit auf der EGA gebaut. Bis zur Buga 2021 ist es zwar noch fünf Jahre hin, aber die Vorbereitungen und Planungen laufen. Der Spielplatz – Hauptanziehungspunkt für die Kleinen wurde saniert und auch sonst ist dieses Jahr viel passiert – unter anderem das Besucherzentrum steht vor der Fertigstellung.
Grund genug also für mich, als Aufsichtsratsvorsitzenden der EGA, noch einmal den größten Garten Thüringens zu besuchen, bevor es morgen in die Winterpause geht. Die letzten Wochen gab es auf der EGA noch einmal die sportliche Kürbisausstellung zu sehen. Zahlreiche Skulpturen waren mit Kürbissen ummantelt und heute war große “Kürbisernte”. Auch diese Veranstaltung hat dazu beigetragen, dass die Besucherzahl, der wichtigste Indikator, stimmt. Es war für die EGA ein erfolgreiches Jahr.
Bilder von der EGA
Kampf auf dem Eis
Auch am heutigen Sonntag ist es nichts geworden. Die Black Dragons verloren ihr Heimspiel gegen die Wedemark Scorpions mit 4:6 – ärgerlich, weil ein Sieg durchaus drin war.
Am Nachmittag war ich aber zunächst mit meinem Kurzen auf dem Reit- und Therapiehof Kinderleicht e.V. in Stotternheim zu Gast. Vor zwei Jahren bezog der Verein sein neues Domizil, nachdem der Kampf um die alte Halle verloren wurde. Trotz unterstützender Stadtratsbeschlüsse hatte die Stadtverwaltung den Reitverein mit dubiosen Argumenten vertrieben. Zusagen zu einer Unterstützung wurden nicht eingehalten. Umso erfreulicher ist, dass der Verein jetzt erfolgreich arbeitet. Beim traditionellen Umzug von der Koppel ins Depot waren viele Gäste dabei und vor allem die Kinder nutzten die Gelegenheit einmal selbst auf dem Rücken der Pferde zu sitzen.
Weniger freundlich ging es dann beim Eishockey zu. Wedemark war schon beim letzten Mal unangenehm aufgefallen, als der Trainer die Zuschauer beschimpfte. Das war dieses Mal nicht besser. Das erste Drittel war ausgeglichen, wenngleich die Wedemarker mit permanenten Provokationen praktisch pausenlos in Unterzahl waren stand es 1:1. Im 2. Drittel verschwand der Trainer von Wedemark nach einer Strafzeit mit seinem Termin für fünf Minuten in der Kabine. Ob diese grobe Unsportlichkeit noch weitere Folgen hat, ist fraglich. Aber im Spiel der Drachen war ein Bruch und in Folge kassierten sie drei Treffer und nach einer heftigen Rauferei, wie die Wedemarker auch, Strafzeiten.
Im dritten Drittel kämpften sich die Drachen zurück und kurz vor Spielende stand es 4:5. Leider gab es dann das entscheidende Tor ins leere Drachengehäuse. Viel Gesprächsstoff bot das Spiel auf alle Fälle.
Erste Auszeit
Schade, es hat nicht sollen sein. Statt der erhofften drei Punkte ist es nur einer geworden. Dabei fing alles gut an; gute Stimmung bei den rund 800 Fans, zwei gut gewonnene Sätze und im dritten Satz zwei Matchbälle für die Damen vom Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam gegen VCO Berlin.
Aber auch im Volleyball ist das Spiel erst vorbei, wenn der letzte Punkt gemacht ist. Ich habe in den vielen Jahren noch kein Spiel unserer Damen gesehen, was sich so drehte. Denn mit den zwei misslungenen Matchbällen kippte das Spiel – mit 25:27 ging der dritte Satz weg und der vierte gar mit 15:25. Im entscheidenden Tiebreak gewann VCO mit 15:17.
Jetzt heißt es den gebrauchten Abend schnell vergessen und die Vorbereitung auf das Spiel in Suhl kommende Woche konzentrieren. In bin stolz auf das was wir gemeinsam für das Projekt 1. Bundesliga geleistet haben und ich vertraue darauf, dass uns unser Team und der Trainer Manuel Müller noch viele schöne und erfolgreiche Volleyball-Abende schenken werden.
Ein großer Dank geht an Heiko Herzberg und Kjell Eberhardt und alle ehren- und hauptamtlichen Helfer die die Rahmenbedingungen schaffen.
Bilder vom SpielUnterstützung der Cheerleader der Erfurt Indigos
MFA-Idylle trügt
Eigentlich hätte es doch noch so schön sein können! Am Mittwoch strahlte der Oberbürgermeister umlagert von Pressefotografen in der neuen Multifunktionsarena stapfte mit Überziehern über die Fliesen in den Duschkabinen und relativierte die Nachfragen, ob der Abwesenheit seiner Beigeordneten und Projektverantwortlichen.
Am gestrigen Donnerstag und heutigen Freitag sollte die Abnahme und Übergabe erfolgen und Irgendein Verwaltungsvertreter hätte sich schon gefunden, der das Abnahmeprotokoll unterschreibt und verantwortet. Derweilen ist die Verantwortliche für das 40 Millionenprojekt im Urlaub in sicherer Entfernung in Japan und wegen ihr wurde vorsorglich schon einmal die feierliche Schlüsselübergabe auf das nächste Wochenende verschoben. Daraus wird wohl nun nichts werden denn in Erfurt passieren um die MFS immer wieder Dinge die “kannste dir nicht ausdenken, die musst du erleben”. Beim Ortstermin der Feuerwehr gestern Abend wurde festgestellt, dass die Brandmeldeanlage nicht funktioniert, bzw. noch gar nicht auf die Feuerwehr geschaltet ist – Übergabe geplatzt – wieder einmal!
Ich bin heute einmal wieder zur MFA gefahren, um mir einen Eindruck vor Ort zu verschaffen. Dabei sind mir die Bauaktivitäten schon ins Auge gestochen. Die Selbstgefälligkeit mit der am Mittwoch vom Oberbürgermeister erklärt wurde, die Arena sei übergabefertig, während die zuständige projektverantwortliche Beigeordnete das Ganze aus sicherer Entfernung in Japan verfolgt, ist vor diesem Hintergrund unerträglich. Die nicht funktionierende Brandmeldeanlage ist nur ein Mosaikstein in der Kette der nicht fertiggestellten Arbeiten an der Multifunktionsarena. Dies ist beim Besuch an der Multifunktionsarena selbst für Laien erkennbar. Am heutigen Freitagmittag waren dort etliche Gewerke tätig, provisorische Bauzäune verstellen den Zugang zum Stadioninnenraum als Ersatz für das Rolltor. Kassen- und Catering bereiche bestehen aus Provisorien, Toiletten sind in Teilen der MFA nicht nutzbar und vieles mehr. Das Ende der Mehrbelastungen für Rot-Weiß Erfurt aber auch für die Betreibergesellschaft, die Arena GmbH, ist definitiv noch nicht in Sicht.
Heute Nachmittag ist Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke. Dabei wird auch das neuerliche Arena-Desaster ein Thema sein. Ich erwarte verbindliche Erklärungen, wer die entstehenden Mehrkosten trägt und wer sie verschuldet hat. Dies aufzuarbeiten wird der Beigeordneten mangels Anwesenheit nicht möglich sein. Deshalb ist der Oberbürgermeister in der Pflicht, der die Arena einst zur Chefsache erklärt hatte.
Kritik an der Regelung zur Zweitwohnungssteuer in Erfurt äußert CDU-Fraktionschef Michael Panse. Die zusätzliche Steuer liegt derzeit vergleichsweise hoch bei 16 Prozent der Kaltmiete. Es gibt vor allem Probleme für Studenten und Auszubildende, die ihren Hauptwohnsitz zwar nicht in Erfurt haben, jedoch in der Ausbildungsphase Teil des Erfurter Elternhaushaltes sind und somit, förmlich betrachtet, noch eine Zweitwohnung in Erfurt unterhalten. Ungeachtet der Tatsache, dass die Einkommen Auszubildender und Studierender eher gering oder gar nicht vorhanden sind, will die Stadt kassieren, ohne den ursprünglichen Lenkungszweck erreichen zu können. Dieses Problem besteht im Übrigen auch, wenn familiär bedingt in der Stadt Erfurt zwei Wohnsitze angemeldet sind.
Panse erklärt: „Die Zweitwohnungssteuer ist grundsätzlich für jeden Betroffenen eine zusätzliche Belastung. Nicht nur beruflich bedingt, ist eine Zweitwohnung für viele Betroffene oft zwingend und erzeugt per se schon Mehrkosten wegen zweier Haushalte und Pendlerkosten. Wir fordern deshalb für Studenten und Auszubildende eine Neuregelung.“
Betroffene Familien äußerten in jüngster Zeit wiederholt ihren Unmut, da eine entsprechende Regelung für Studenten und Auszubildende in Erfurt bisher nicht vorgesehen ist. In der Stuttgarter Zweitwohnungssatzung beispielsweise ist eine solche Sonderregelung enthalten. Die CDU-Fraktion ist generell gegen eine übertriebene Belastung durch zusätzliche Steuern und Abgaben und fordert daher eine Überarbeitung der bestehenden Zweitwohnungssatzung. Es steht einer Kommune zwar frei, ob sie die Zweitwohnungssteuer führt, dennoch besteht in Erfurt offenbar Klärungsbedarf. Für die nächste Stadtratssitzung reicht die CDU-Fraktion eine Anfrage ein und möchte von der Verwaltung wissen, wie viele Widersprüche und Rechtsstreitigkeiten es diesbezüglich bisher bereits gab und ob eine Neuregelung der Satzung seitens der Stadtverwaltung im beschriebenen Sinne vorgesehen ist.
Hintergründe:
Einer der Gründe, warum in Erfurt die Zweitwohnungssteuer eingeführt wurde, war im Sinne eines Lenkungszweckes das Erreichen der Einwohnerzahl von 200.000 wegen entsprechender finanzieller Bezüge zu erreichen, indem man die in Erfurt Gemeldeten auf diesem Wege zum Hauptwohnsitz in Erfurt motivierte. Die Zahl 200.000 ist inzwischen erreicht und wird laut demografischer Prognosen tendenziell in den nächsten Jahren auch nicht unterschritten. Zweitwohnungssatzung in Stuttgart https://www.stuttgart.de/zweitwohnungssteuer, Punkt 8
„Steuerbefreit sind weiter Zweitwohnungen, die Studierende oder noch in Ausbildung befindliche Personen bei den Eltern oder einem Elternteil innehaben, soweit sich die Hauptwohnung am Studien- oder Ausbildungsort befindet.“
Bei der Lesung in der Erfurter Synagoge
Zahlreiche Veranstaltungen finden in diesen Tagen anlässlich der 24. Thüringer Tage der jüdisch-isralischen Kultur statt. Heute Abend gab es eine Lesung “Das Kind von Noah” von Eric-Emmanuel Schmitt in der Synagoge in Erfurt. Sabine Schramm vom Puppentheater Gera gestaltete gemeinsam mit den Musikern vom Freiraum Syndikat ein beeindruckendes Programm.
Rund 70 Besucher waren der Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung in das jüdische Gotteshaus gefolgt. Unser Verein “Förderverein für jüdisch-israelische Kultur e.V.” hat in den letzten Jahren in der KAS und den anderen politischen Stiftungen verlässliche Partner gefunden, die die Kulturtage mit Veranstaltungen bereichern.
Veranstaltungspartner der Kulturtage
Gerne habe ich heute Abend daher für unseren Verein ein Grußwort gehalten und der KAS gedankt. Großer Dank gebührt auch dem Rabbiner Benjamin Kochan, der uns die Synagoge zur Verfügung stellte und im Anschluss in einer Gesprächsrunde über das aktuelle jüdische Leben in Erfurt berichtete.
Bei der Lesung ging es um den kleinen Jungen Joseph, der über seine Religion, das Judentum wenig wusste. In einem Waisenhaus versteckt erfuhr er von Pater Bims viel über seine Religion und sammelte und versteckte mit ihm Zeugnisse des Judentums, um sie vor Gewalt und Zerstörung zu bewahren. Wie in der Geschichte ein Christ und ein Jude über die Unterschiedlichkeit und Gemeinsamkeit ihrer Religionen zueinanderfinden ist beeindruckend und heute hochaktuell.
Vielen Dank allen Akteuren für den guten Beitrag zu den Kulturtagen.
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