Blogeinträge

Kita-Diskussion fortgesetzt

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde
Seit einigen Monaten ist die Kita-Situation in Thüringen wieder intensiv in der Diskussion. Auf der einen Seite gibt es Befürchtungen, dass insbesondere die guten personellen Standarts abgesenkt werden könnten und auf der anderen Seite gibt es Forderungen zu einer perspektivischen Gebührenfreiheit für die Eltern. Nach mehreren Diskussionsrunden zu den Kita-Standarts (u.a. bei der Tagung der Landeselternvertretung in der Fachhochschule) sollte es heute Abend bei der Diskussion der Thüringer Landeselternvertretung Kindertagesstätten und der Elterninitiative „Gegen Kitagebühren“ mit den Vertretern der Landtagsfraktionen, kommunalen Spitzenpolitikern und dem Ministerium um die Gebührenfreiheit gehen. Im Bundestagswahlkampf wurde die Forderung nach Gebührenfreiheit von SPD-Vertretern vollmundig vorgetragen. Allerdings sollte der Bund dies bezahlen. Nach der Bundestagswahl war von der Forderung nichts mehr zu hören. Bei der Aushandlung des Koalitionsvertrages war dies kein Thema mehr. Insofern war der Versuch von Staatssekretär Prof. Merten, diese Forderung zu erneuern wenig dienlich. Vom Bund ist in der Frage Mitfinanzierung der Kita-Kosten nichts zu erwarten, da es gesetzlich dafür keine Grundlage gibt. Wer die Erwartungshaltung der Eltern trotzdem darauf lenkt, will sie letzlich nur hinhalten und vertrösten. Zielführender, und darauf habe ich hingewiesen, wäre es die Frage der Gebühren dort zu diskutieren, wo über die Höhe der Gebühren entschieden wird und dies ist in den Kommunen. Weit über 500 Millionen gibt der Freistaat Thüringen jährlich den Kommunen für die Kitas. Da die Kommunen aber finanziell unterschiedlich ausgestattet sind und sich auch unterschiedlich zu ihren Kitas positionieren gibt es bei den Gebühren in Thüringen erhebliche Unterschiede. In Weimar gibt es bereits ein gebührenfreies erstes Kita-Jahr in anderen Kommunen relativ niedrige Gebühren um die 70 Euro, aber in Erfurt derzeit auch Kita-Gebühren bis zu 280 Euro und 560 Euro pro Krippenplatz (zumindest die Krippengebühren sollen aber morgen gesenkt werden). Mehr Geld für die Kommunen vom Land (wie gefordert) würde also nicht zwangsläufig zu einer Gebührenfreiheit führen. In Erfurt wäre es zudem erst einmal dringend angesagt, den Investitionsstau von rund 30 Millionen Euro abzubauen und die maroden Kitas zu sanieren. Am Ende der Diskussion waren sich zwar alle einig in der Zielstellung, aber nicht auf welchem Weg dieses Ziel erreicht werden werden kann. Klar war für alle Gesprächsteilnehmer, dass es keine Absenkung der Personalstandarts geben darf und wird. Klar war auch, dass die Elterngebühren perspektivisch sinken sollen. Konzepte bzw. Fraktionsmodelle dazu gibt es derzeit leider nicht. Ich werde die Diskussion weiter intensiv begleiten und bin den Elternvertretern dankbar, dass sie am Thema dran bleiben, auch wenn es das sprichwörtliche „Bohren dicker Bretter“ ist.

Engagement gegen Rechtsextremismus

Innenmister Jörg Geibert bei der Eröffnung
Die heutige Veranstaltung des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz war praktisch ausgebucht. Alle Plätze im großen Versammlungssaal des Erfurter Augustinerklosters waren zum 12. Symposium des TLfV “Rechtsextremismus – Herausforderung für Gesellschaft, Politik und Behörden” waren belegt. Dies belegt zum Einen das große Interesse am Thema, war aber zum Anderen sicher auch den Referenten geschuldet. Neben dem Thüringer Innnenmister Jörg Geibert und den Vertretern des TLfV waren auch Dr. Ehrhart Körting, Innensenator a.D., und Wolfgang Wieland, Justitzsenator a.D., der Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski und Sebastian Jende vom Thüringer Beratungsdienst Drudel 11 im Podium. Obwohl seit nunmehr zwei Jahren eine verstärkte, auch öffentliche Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus stattfindet, gibt es derzeit keinen Rückgang bei Mitgliederzahlen und Aktivitäten der NPD oder bei den sogenannten Freien Kameradschaften. In Wahlumfragen spielt die NPD, wie auch zuletzt bei der Bundestagswahl keine große Rolle mehr. Völlig falsch wäre es aber deshalb Entwarnung zu geben. Gerade vor dem Hintergrund der aufgedeckten Taten der NSU und dem Ende letzten jahres eigereichten NPD-Verbotsantrag ist Aufmerksamkeit gefragt. Der ehemalige Berliner Innensenator Körting verwies auf den breiten “Instrumentenkasten” den die Gesellschaft dabei zur Verfügung hat. Neben dem Verbotsantrag ist dies vor allem die politische Auseinandersetzung. Wahlergebnisse von bis zu 12 Prozent bei Landtagswahlen (Sachsen-Anhalt 1998 für die DVU) haben sich oft genug bei der nächsten Wahl stark relativiert, wenn eine breite inhaltliche Auseinandersetzung mit den gefährlichen rechtsextremen Positionen begonnen hat. Aufklärung durch alle staatlichen Institutionen ist zudem gefragt, dabei darf und muss es auch Werturteile gegenüber Demokratiefeinden geben. Auch bei der Wahlwerbung kann staatlich zwar nicht alles Verhindert werden, aber es kann und muss Einschränkungen bei Wahlwerbung mit rassistischen und völkerverhetzendem Inhalt geben. Diskussionen über Einschränkungen der Versammlungsfreiheit werden meist auf kommunaler Ebene geführt und die Kommunen sind zusehens mehr darauf vorbereitet.  Viele der gesellschaftlichen Verantwortungsträger und Politiker konnten heute wichtige Impulse mitnehmen. Als Ansprechpartner der Landesregierung zu Antidiskriminierungsfragen war ich im vergangenen Jahr beim 11. Syposium (da ging es um Salafismus) zu Gast, ich war heute wieder dabei und werde auch in Zukunft Möglichkeiten der persönlichen “Zurüstung” in der Auseinandersetzung mit dem rechtsextremismus suchen.

Sektstimmung beim Volleyball

Prost auf den Sieg und den Frauentag
Langsam geht es in Richtung Saisonfinale und da gewinnt jedes Spiel an Bedeutung. Am Samstag haben unsere Mädels vom SWE Volley-Team ihr Spiel gegen die jungen Damen aus Stuttgart klar mit 3:1 gewonnen. Die Bundesliga-Reserve aus dem Schwabenland hielt nur im zweite Satz mit, den sie auch gewonnen haben. Mit dem Sieg haben unsere Mädels den dritten Tabellenplatz in der zweiten Bundesliga gefestigt. Derzeit haben wir nur drei Punkte Rückstand auf Straubing, allerdings auch noch ein Spiel weniger. Fünf Spiele stehen noch aus und kommendes Wochenende folgen gleich zwei. Das vorentscheidende Spiel um die Medaillenränge steigt am Samstag in Chemnitz. Wenn wir dort gewinnen und auch das Heimspiel am Sonntag gegen Dresden, ist noch alles drin. Allerdings müssen wir auch noch am 22. März nach Lohhof und am 12.4. zum Finale nach Sonthofen… Grund zum Feiern hatten wir gestern gleich doppelt und deshalb gab es vor und nach dem Spiel Sekt. Vor dem Spiel habe ich gemeinsam mit meinem Vizepräsidenten Jens Greskamp jeder Besucherin ein Glas Sekt überreicht. Auch wenn wir ein Damenvolleyballverein sind und überwiegend männliche Fans haben, waren erstaunlich viele Besucherinnen da. Zum Internationalen Frauentag gab es da den Anlass um einmal Dankeschön für die Treue zu sagen – 150 Gläser haben wir verteilt. Nach dem Spiel gab es dann auch Sekt für die Spielerinnen und dies sowohl für unsere Mädels, als auch für die Gäste aus Stuttgart. Der Rest des Wochenendes ging an die Familie, bzw. an die beiden Jungs. Samstag Vormittag waren wir bei der Thüringenausstellung. Die 24. Thüringenausstellung, als größte Mitteldeutsche Verbrauchermesse, wurde von Christine Lieberknecht eröffnet. 650 Aussteller in vier Hallen waren neuer Rekord. Bis kommende Woche geht die Messe und am kommenden Wochenende bin ich wieder dort, dann zur Gesundheitsmesse. Heute war dann der erste richtige Sonnentag und da ging es mit den Jungs raus in den Frühling. Das Espach-Cafe auf dem Gelände des ehemaligen Freibades wird nun in diesem Sommer wohl zum Ausflugsmagnet in der Innenstadt. Spielplatz, viel Grün und Wasser und jetzt auch noch die Gelegenheit zum Kaffee-Trinken – passt 🙂   Bilder vom Spiel      

Ohne Frauen ist kein Staat zu machen…

Dr. Sirin Özfirat vom Deutschen Juristinnenbund
Unter diesem Motto luden der Landesfrauenrat Thüringen und die Friedrich-Ebert-Stiftung heute zur Frauentagsveranstaltung ein. Im Cafe Nerly diskutierten engagierte Politikerinnen darüber, wie erreicht werden kann, dass mehr Frauen in die Politik kommen. Ganze 19,5 Prozent Frauenanteil gibt es derzeit in den Thüringer Kommunalparlamenten im Landtag ist die Quote zwar besser, aber auch weit von einer gleichberechtigten Verteilung entfernt.  In den vergangenen Wochen befragte der Landesrat Kommunal- und Landespolitiker, ob es daher eines Parité-Gesetzes wie in Frankreich bedarf. Dort ist gesetzlich eine Quote von 50 Prozent auf den Wahllisten der Parteien vorgegeben, sonst drohen empfindliche Strafen bei der staatlichen Parteienfinanzierung.  Als Fraktionsvorsitzender im Erfurter Stadtrat war ich einer der neun Interviewten. Heute wurde der gut halbstündige Film uraufgeführt. Auch in meiner Funktion als Ansprechpartner der Landesregierung für Antidiskriminierungsfragen habe ich zu dem Thema Position bezogen. Vor 15 Jahren war ich als JU-Vertreter noch gegen jegliche verbindliche Quotierungen. Inzwischen gehöre ich aber zu den Befürwortern. Allerdings ist zu konstatieren, dass eine Quote alleine noch keine Lösung bedeutet. Häufig genug sind es die Bedingungen in der Kommunalpolitik und endlose Diskussionen in Gremien, die Frauen vom kommunalpolitischen Engagement abhält. Ich möchte, dass sich dies ändert. Die heutige Veranstaltung bot dafür wichtige Impulse. Fotos aus dem Cafe Nerly  

Heringsessen in Erfurt

Lecker!
Zum Aschermittwoch ist es Tradition geworden, dass die politischen Parteien zum Karnevalsabschluss und Beginn der Fastenzeit noch einmal kräftig zulangen. Die Thüringer CDU hält da stets mehrer Optionen bereit. Seit vielen Jahren trifft sich der größte Stammtisch Thüringens in Bad Sulza. Politprominenz, Heringe, Bier und kräftige Worte – auf Einladung von Fraktionsvorsitzenden Mike Mohring treffen sich 500 Freunde der CDU dazu. Ministerpräsident Bernhard Vogel ist immer dabei, auch seine Nachfolger im Amt und dazu die ganze CDU-Spitze. In diesem Jahr war ich aber wieder bei der “kleineren Schwester-Veranstaltung” in Erfurt zum Politischen Aschermittwoch. Seit genau 20 jahren lädt bei uns der CDU-Ortsverband “Am Steiger” unter Führung des Ortsverbandsvorsitzenden Jörg Kallenbach zum Heringsessen und zum politischen Aschermittwoch ein. Früher warne wir regelmäßig im Hopfenberg, jetzt seit einigen Jahren im Schnitzelheinz. Immerhin treffen sich dazu 80 Handwerksmeister und Freunde der CDU. Auch in diesem Jahr gab es wieder ausreichend Hering und Reden vom Thüringer Handwerksmeister-Präsident Stefan Lobenstein und der CDU Kreisvorsitzenden Marion Walsmann.  Es hat Spaß gemacht und dies obwohl ich auf das Bier zum Hering konsequent verzichtet habe. Seit etlichen Jahren ist die 40tägige Fastenzeit immer Anlass auf Alkohol komplett zu verzichten. Kombiniert mit sportlichen Aktivitäten tut das dem Körper gut – das werde ich auch dieses Jahr so halten 🙂 Bilder vom Heringsessen  

Frauen brauchen bessere Rahmenbedingungen für politisches Engagement

Übernahme der französischen Parité-Regelung bei der Aufstellung von Wahllisten würde Frauen stärken Der Ansprechpartner der Thüringer Landesregierung für Antidiskriminierung, Michael Panse, hat heute in Erfurt anlässlich des Internationalen Frauentages bessere Rahmenbedingungen für politisches Engagement von Frauen gefordert. Michael Panse sagte: “Die Übernahme der französischen Parité-Regelung bei der Aufstellung von Wahllisten würde Frauen stärken. Ich stehe hinter dieser Forderung. Aber auch sie kann allein nicht ausreichend dafür sorgen, dass Frauen in gleichem Umfang politische Ämter wahrnehmen, wie dies Männer tun. Das Beispiel Frankreichs wie auch das alltägliche politische Geschäft in anderen Ländern, insbesondere in vielen Kommunalparlamenten, zeigt, dass Frauen sich bessere Rahmenbedingungen für politisches Engagement wünschen. Dazu gehören beispielsweise familienfreundliche Tagungszeiten von politischen Gremien, die auch Männern in unserer sich verändernden Gesellschaft entgegen kämen. In allen Parteien sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Auch die Formen politischer Arbeit in den Parteien und Gremien müssen sich verändern. Dann würde sich auch der Anteil von Frauen in der Mitgliedschaft von politischen Parteien erhöhen und so auch das Argument der Unverhältnismäßigkeit einer fünfzigprozentigen Quotierung entkräften.” Hintergrund: Im Rahmen des internationalen Frauentages am 8. März veranstaltet der Landesfrauenrat Thüringen gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung ein Diskussionsforum zum Parité-Gesetz. Frauenräte und -verbände in Deutschland fordern in Deutschland rechtliche Regelungen nach dem Vorbild des französischen Parité-Gesetzes. Es schreibt vor, dass der Frauenanteil auf Wahllisten 50 Prozent zu betragen habe. Unter anderem beklagt auch der Deutsche Juristinnenbund (djb), dass die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler, also die Frauen, seit Jahren nicht angemessen im Deutschen Bundestag repräsentiert seien. Damit leide die “repräsentative Demokratie” in Deutschland an einem demokratischen Defizit. Quotenregelungen würden nicht gegen die Parteienfreiheit verstoßen.

„Stell Dir vor, es ist Wahl und alle gehen hin!“

Natalie Holzhaus mit Prof. Dr. Däubler-Gmelin
Seit Montag dieser Woche macht die Schülerin Natalie Holzhaus ein Praktikum bei uns in der Fraktion. Ich habe Natalie bei der Beratung zur Schulnetzplanung als engagierte Schülersprecherin (damals noch an ihrer Schule in Urbich) kennengelernt und ihr angeboten bei uns in der Stadtratsfraktion ein Praktikum zu machen. Inzwischen ist sie Schülerin am Gutenberg-Gymnasium und immer noch hoch engagiert und politisch interessiert. Am Dienstagnachmittag waren wir gemeinsam bei einer Veranstaltung des Bündnisses für Mehr Demokratie in Thüringen im Landtag. Den nachfolgenden Bericht über die Veranstaltung hat Natalie geschrieben und ich veröffentliche ihn gerne: Im Rahmen meines einwöchigen Schülerpraktikums in der CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat hatte ich die Möglichkeit einen Einblick in den Landtag zu bekommen. Die Veranstaltung Soziale Inklusion “Stell dir vor, es ist Wahl und alle gehen hin” beschäftigte sich mit der Thematik Wahlpflicht und ob diese eingeführt werden sollte. Den ersten Beitrag an diesem Nachmittag hielt Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin. Sie war mir bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt, erlangte aber durch ihre Rede ein großes Interesse und Respekt meinerseits vor ihrer Person. Sie stellte umfassend ihre Auffassung von Demokratie dar und hinterfragte die Tatsache, warum immer weniger Wahlbeteiligung in Deutschland nachzuvollziehen wäre. Für mich war es interessant als “Normal-Bürger” zu erfahren, wie eine Person, die im politischen Leben manifestiert ist, die Gründe der sinkenden Wahlbeteiligung sieht. Sie griff Argumente auf, die man sonst auf der Straße oft von sozial schwächeren Menschen hört. Beispielsweise: “Politiker kümmern sich eh nicht”, “Parteien wollen alle das Gleiche” oder “Was hat der Bundestag denn noch zu entscheiden?”. Bei der letzten Frage kam sie zu dem Entschluss, dass es wichtig sei, dass Politik Marktunabhängig sein muss. Das Hauptproblem scheint, so Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesjustizministerin von 1998 bis 2002 und Bundestagsabgeordnete von 1972 bis 2009), dass die Exekutive Gewalt und somit die Definition der Demokratie heut zu Tage verschoben werde. Somit sollte man sich um die sinkende Wahlbeteiligung weniger Sorgen machen, sondern sich das Ziel setzen die Demokratie zu stärken. Auch auf die Rolle der “jungen Leute” in der heutigen Politik ging sie ein. Junge Menschen scheinen sich in der Politik nicht stark genug zu engagieren. Ihr Interesse geht zurück und oftmals fehlt das Wissen.
Das Politikerpodium
Als junger Mensch, ein wenig angesprochen, fügte ich dem hinzu, dass das Desinteresse der jungen Menschen an Politik teilweise nicht verwunderlich ist. Denn “Politikersprache” schreckt nicht nur ab, die Informationen welche übermittelt werden sollen, werden inhaltlich gar nicht verstanden. Außerdem sollten junge Menschen nicht erst mit sechzehn, siebzehn oder achtzehn Jahren erstmalig mit Politik und dessen Bedeutung konfrontiert werden. Meiner Meinung nach sollte diese Art von Aufklärung und Motivation im ersten Wendepunkt der Entwicklung (beispielsweise in der Pubertät im Alter ab zwölf, dreizehn Jahren) geschehen. Die beste Art und Weise der Informationsvermittlung ist die mündliche Art. Auch wenn Flyer eine beliebte Informationsbroschüre sind und viel Geld in deren Herstellung investiert wird, denke ich, dass sie nicht immer sehr sinnvoll sind. Denn wer liest sich das immer alles durch? Die Wirkung ist daher nicht zweckmäßig. Ein Umdenken in der Schulung der Politik für Kinder und Jugendliche halte ich für dringend notwenig. Politik sollte nämlich, besonders für die junge Generation, ein immer aktuelles und spannendes Thema sein. Sie gestaltet das heute und dessen Auswirkungen auf die Zukunft. Wir, als junge Menschen sollten an beiden besonderes Interesse haben. Wie man vielleicht aus den letzten Sätzen heraus lesen kann, hat mich der Beitrag von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin sehr beschäftigt und auch zum Nachdenken inspiriert. Um sich weiterentwickeln zu können, braucht man neue, gute Denkansätze. Diese verlangen wiederum stichhaltige Quellen, Erfahrungen oder, wie es in diesem Fall war, eine gute Rede. Die anderen Beiträge waren ebenfalls interessant und ich möchte sie mit meiner nicht ausführlichen Darlegung keinesfalls abwerten. Es war allerdings amüsant für mich, selbst festzustellen, dass ich einigen Beiträgen aufgrund der Fachsprache nur schwer folgen konnte. Auch zum Thema Wahlrecht ab 16 äußerte ich mich. Die meisten scheint meine Meinung überrascht zu haben, denn ich halte nicht unbedingt viel davon, das Wahlalter auf 16 abzusenken. Es gibt U18-Wahlen und auch andere Möglichkeiten, sich politisch als Minderjähriger zu partizipieren. Selbst diese sind recht unbekannt. Wenn der Stellenwert dieser U18-Wahlen im Bundestag und die Popularität dieser Wahlen steigt, denke ich, ist ein Großteil der Jugend damit ausreichend zufrieden. Zumindest sollte das der erste Schritt sein, bevor man weiter denkt. Bei den Einzelbeiträgen wurden ebenfalls Volkabstimmungen thematisiert. Diese können, wie Beispiele in der Schweiz oder in Hamburg zeigten, nicht immer die gewünschte Wirkung erzielen. Bei einer solchen Abstimmung ist das Risiko einer Verfälschung groß und wird deshalb von vielen Politikern nicht immer als positiv bewertet. Nach den Einzelbeiträgen folgte eine Podiumsdiskussion der anwesenden Fraktionsabgeordneten aus den Parteien Linke,  Grüne, CDU, SPD und FDP, zum Thema “Brauchen wir eine Wahlpflicht?”. Wenn ich ehrlich sein soll, war es nur teilweise interessant. Manche Kommentare waren weniger professionell und manche Aussagen erinnerten mehr an Wahlkampf als an eine sachlich-politische Diskussion. Der letzte Akt dieser Veranstaltung waren die sieben mal 7 Minuten Reden. Diese sieben Themen waren:
  1. Wahlrecht für Ausländer einführen!
  2. Wahlalter absenken!
  3. Barrierefreies Wählen ermöglichen!
  4. Reform des Thüringer Landtagswahlrechts angehen!
  5. Verständliche Sprache wählen!
  6. Mit Abstimmungsbroschüren informiert entscheiden!
  7. Aufsuchende Beteiligung verstärken! Beispiel: Olympische Spiele London
Besonders positiv fand ich die Rede über “Barrierefreies Wählen ermöglichen”. Zusammenfassend möchte ich erwähnen, dass die Ansichten welche hier beschrieben sind, meine eigene Meinung darstellen. Die Berichterstattung ist außerdem aus meinem Gedächtnis heraus geschehen. Abschließend möchte ich sagen, dass ich mir wünschen würde, dass diese Art von Veranstaltungen mehr Anklang und Interesse in der Bevölkerung finden würde. Abgesehen von der Länge der Veranstaltung, war es eine gelungene und interessante Zeit im Landtag.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei…

Den letzten Orden der Saison habe ich von meinem Sohn bekommen 🙂
Die diesjährige Karnevalssaison ging lang. Das hatte den Vorteil, dass die Prunksitzungen nicht ganz so dicht gedrängt hintereinander waren. Am Montagabend war ich noch einmal beim AKC im Kaisersaal zum Rosenmontagsball – am Ende waren es damit aber drei Veranstaltungen weniger, als letztes Jahr. Den Landtagskarneval gibt es seit einigen Jahren nicht mehr, den Medienfasching ebenso, beim MDR “Herrliches, närrisches Thüringer” konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht und bei der BePo passte der Termin nicht.  Bei der Volkssolidarität im Bortaltreff fand allerdings noch der Seniorenkarneval statt. Bei letzterer Veranstaltung war ich sehr gerne zu Gast, weil es sich auch mit meiner beruflichen Tätigkeit verbindet. Seit zwei Jahren betreibt die Volkssolidarität dort im Gebäude der WBG den regelmäßigen Seniorentreff. Im Umfeld wohnen besonders viele Senioren und die WBG sah die Verantwortung, ihnen eine Anlaufstelle einzurichten. Beim Karneval und bei vielen anderen Veranstaltungen treffen dort auch die Generationen aufeinander. Die Tanzgruppen von Corona Dance  vom Verein Opus Cultum e.V. trainieren dort jeden Dienstag und so bedanke sich die Gruppe mit einem bunten Tanzprogramm für die Gastfreundschaft. Beachtlich ist, was die Kleinen auf die Bretter legten. Von den ganz Kleinen, die gerade einmal fünf Jahre alt sind, bis zur Drittplatzierten der Thüringer Meisterschaften reicht das Spektrum.
Die Tanzgruppe von Corona Dance
Lediglich das Trainer/Betreuerpaar tanzte aus Platzgründen dieses Mal nicht mit. Besonders gefreut habe ich mich, dass ich vom Moderator des Nachmittags den letzten und fünften Orden der Saison bekommen habe. Davon hatte mir mein Sohn vorher nichts verraten und so war die Überraschung umso größer. Seit einigen Jahren organisiert mein Sohn Maximilian mit seiner Freundin den Verein Corona Dance und sie haben beide auch zusammen bei den Thüringer Meisterschaften mitgetanzt. In den kommenden Wochen sind sie schon wieder bei zwei Turnieren. Das Tanztalent hat Max zweifellos nicht von seinem Papa, ebenso wie mein mittlerer Sohn sein Talent für das Fagott auch nicht von mir haben kann. Aber gerade deshalb bin ich stolz auf meine Jungs – und auch der ganz Kleine wird bestimmt irgendwann seinen Brüdern nacheifern.

Herzlich Willkommen im Team!

Stefan Schröder – neu im Mitarbeiterteam
“Zuwachs“ und Unterstützung in der Fraktionsgeschäftsstelle Mit neuem Schwung startet unsere CDU-Fraktionsgeschäftsstelle in den Frühling. Ab dem heutigen Rosenmontag erhält die Geschäftsstelle der CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat Unterstützung von Stefan Schröder als Fraktionsmitarbeiter. Der 30-jährige Historiker und Staatswissenschaftler arbeitete bereits im Jahr 2012 temporär für die Fraktion und gehört nun erneut zum Geschäftsstellenteam. Stefan Schröder ist verheiratet, hat zwei Kinder und engagiert sich ehrenamtlich als CDU-Ortsverbandsvorsitzender in Erfurt-Marbach. 
Zum Praktikum bei der Stadtratsfraktion – Natalie Holzhaus
Seit gestern absolviert zudem die 17-jährige Natalie Holzhaus ein Praktikum bei der CDU Stadtratsfraktion. Sie ist Schülerin am Gutenberg-Gymnasium und im Bereich der Jugendarbeit ehrenamtlich engagiert. Zudem vertrat sie in den vergangenen Jahren im Rahmen der Schulnetzplanung als Schulsprecherin die Positionen der Schüler – damals noch für den Ortsteil Urbich. Ich freue mich sehr über ihr Interesse an der Kommunalpolitik der CDU und insbesondere der Arbeit unserer CDU Stadtratsfraktion. Homepage der CDU Stadtratsfraktion  

Karnevalsumzug 2014

Der MKC 2014
Seit nun elf Jahren bin ich in jedem Jahr beim Erfurter Karnevalsumzug auf dem Festwagen des MKC aus Marbach dabei. Nur einmal nicht – da sind wir alle gelaufen, als der Umzug von der Stadt abgesagt wurde. In diesem Jahr waren wir relativ weit hinten – mit der Wagennummer 40 waren die fünf Wagen des MKC unterwegs. Dafür konnten wir aber die zweite Streckenhälfte in der Sonne fahren, weil das Wetter im Laufe des Nachmittags imme besser wurde. Die Stimmung war sowieso wie in jedem Jahr durchgängig gut. Blumen, Kamellen und Schokolade wanderten in Mengen vom Wagen ins Publikum. Dank einiger neuer “Auflagen” der Stadt war dieses Jahr Konfetti verboten und erstmal war es auch verboten Taschenrutscher, also Alkohol vom Wagen zu reichen/werfen. Auch die Musik wird inzwischen stark reglementiert – und vor 12 Uhr sowieso nicht erlaubt. Allerdings haben wir uns an die meisten der kommunalen Spielregeln nicht gehalten 🙂 Helau und Heijo! Bilder vom Umzug 2014