Stadtratssitzung mit den Themen „Masterplan gegen Hochwasser“ und „Neubau der Südeinfahrt“

Der Peterbach/Linderbach und die “Staumauer”
Bei der Oktoberstadtratssitzung gab es eigentlich nur drei streitbehaftete Themen – die drei führten aber dazu, dass sich die Sitzung bis 24 Uhr hinzog. Zu illegalen Graffitis hatten wir eine Große Anfrage gestellt, deren Beantwortung diskutiert wurde. Erwartungsgemäß ist das Unrechtsbewusstsein zu diesem Thema weder bei der SPD noch bei den grünen und schon gar nicht bei den Linken besonders ausgeprägt. Als weiteres großes Thema stand die Hochwasserdiskussion an. Auf Grund der dramatischen Hochwassersituation in einigen Erfurter Ortsteilen wie Kerspleben, Büßleben, Rhoda am Haarberg, Urbich, Linderbach und Azmannsdorf in der Nacht vom 19. September, hatte die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat einen dringlichen Antrag zur Stadtratssitzung eingereicht, während die Linke meinte eine Aktuelle Stunde wäre ausreichend. Am Ende fand sich beides auf der Tagesordnung und ich war froh, dass über das Thema nicht nur geredet, sondern auch etwas beschlossen wurde. In diesem Fall war es der Antrag der CDU-Stadtratsfraktion. In dem Antrag wird der Oberbürgermeister beauftragt, einen Masterplan für verstärkte Wartung und Pflege aller Gewässer und Entwässerungsgräben, sowie die Ausweisung von Flutwiesen zu erarbeiten. Diesen soll der Oberbürgermeister dem Stadtrat, zusammen mit dem Entwurf des Haushaltes 2015, vorlegen. Ziel ist es, den entstandenen Pflegerückstand bis zum Jahr 2019 auszugleichen. Ich konnte mir zuvor direkt vor Ort ein Bild machen und habe dabei von Anwohnern erklärt bekommen, wo die Probleme sind. Wie in Linderbach gibt es etliche Engpässe, durch die das Wasser nicht abfließen konnte. Diese Engpässe (in Linderbach durch eine zu klein dimensionierte Brücke, statt der bis dahin vorhandenen Furt) hat die Stadt selber erst produziert. Hier gilt es schnellst möglich Abhilfe zu schaffen. Die CDU-Fraktion ist zufrieden, dass unser Antrag fraktionsübergreifend Zuspruch fand. In einem wichtigen Punkt folgte Rot-Rot-Grün jedoch nicht dem Antrag: die Bereitstellung von Mitteln für das Hochwasserkonzept Linderbach in den Haushaltsjahren 2016-2019. Aber auch hierfür wird sich die Fraktion weiter einsetzen. Unser ordnungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Andreas Horn erklärt: “Nach der großartigen Leistung der Helferinnen und Helfer, ist es nun Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass sich so etwas nicht noch einmal wiederholt.” Auch andere, vom Hochwasser bedrohte Ortsteile wie z. B. Möbisburg, Frienstedt oder Molsdorf müssen für den Ernstfall vorbereitet werden. Drei von vier Punkten unseres Antrages wurden in Einzelabstimmung beschlossen: 1. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, einen Masterplan zur verstärkten Wartung und Pflege aller Gewässer zweiter Ordnung und Entwässerungsgräben, die sich in der Verantwortung der Stadt Erfurt befinden, zu erstellen. Er legt diesen dem Stadtrat mit dem Entwurf des Haushaltes 2015 vor. Ziel ist es, den entstandenen Pflegerückstand bis zum Jahr 2019 auszugleichen. Der finanzielle Mehraufwand ist auszuweisen. 2. Für einen verstärkten Hochwasserschutz in allen Ortsteilen insbesondere der zuletzt massiv betroffenen Ortsteile Kerspleben, Büßleben, Rohda, Urbich, Linderbach und Azmannsdorf ist ein Konzept zu erarbeiten. Bei diesen ist vor allem auf den Verlauf des Linderbachs, des Peterbachs und des Pfingstbachs zu achten. 4. Die Stadtverwaltung bezieht die betroffenen Ortsteilräte bei der Erstellung des Masterplans mit ein. Der Punkt 3 wurde von Rot-Rot-Grün abgelehnt – darin hatten wir eine verbindliche Einordnung in die Haushaltsplanung gefordert.
Ist-Stand der MAN-Straße
Zur südlichen Stadteinfahrt wurden die Vertreter des Einwohnerantrags gehört. Nachdem sie immer wieder vertröstet wurden ergriffen sie die Initiative und legten über 600 Unterschriften zu einem Einwohnerantrag vor. Die Notwendigkeit des Umbaus der südlichen Stadteinfahrt existiert bereits lange. Dies betonte Stadtrat Jörg Kallenbach in seiner Rede. Dabei sind nicht nur die Anwohner von Verkehrslärm betroffen, der durch den maroden Zustand der Martin-Andersen-Nexö-Straße verstärkt wird, sondern die Südeinfahrt ist derzeit auch kein Willkommensschild für Besucher der Landeshauptstadt. Auf der Tagesordnung der Sitzung stand neben dem Antrag der Bürgerinitiative zum Ausbau der Südeinfahrt auch ein Antrag der Stadtverwaltung für die weitere Planung. Letzterer war schon längst überfällig. Die CDU fordert, ebenso wie die Vertreter der Bürgerinitiative, dass die Planungen zügig beginnen sollen. Die ersten beiden Punkte des Bürgerantrages wurden in diesem Sinne mehrheitlich angenommen: Der Planungsbeginn und die Einbindung der Bürgerinitiative in die Planung. Die Einordnung in die mittelfristige Finanzplanung wurde jedoch von Rot-Rot-Grün, im Sinne von „Wir machen gerne halbe Sachen“ abgelehnt. Jörg Kallenbach verwies in seiner Rede außerdem auf die Fehlplanungen im Antrag der Stadtverwaltung, der im gleichen Zusammenhang diskutiert wurde. Der Verkehrsfluss würde nach dem Entwurf der Verwaltung schlechter laufen als vorher. Laut diesem Entwurf würde eine Nadelöhrsituation entstehen, die man mit einem vierspurigen Ausbau vermeiden könnte. Sonst wäre dies wohl kaum förderfähig. Die CDU brachte dazu einen Änderungsantrag ein, der von Rot-Rot-Grün mehrheitlich abgelehnt wurde. Ich habe auf die bestehenden Stadtratsbeschlüsse im Zusammenhang mit der Multifunktionsarena hingewiesen. Der Ausbau der südlichen Stadteinfahrt wurde mit dem Beschluss zur Multifunktionsarena vom Stadtrat gefordert. Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld der Arena sollen demnach im gleichen Atemzug mit erledigt werden. Geschehen ist bisher noch nichts. Der Stadtratsbeschluss vom 6. Juli 2011 lautet im Punkt 7 von insgesamt neun Beschlusspunkten: „Die im Zusammenhang notwendig werdenden Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere der Ausbau der Südeinfahrt, die Schaffung von Parkflächen, der Abriss der Schalenhalle die Umgestaltung des Stadionumfeldes und der Schutz der Wohngebiete im Umfeld des Stadions sind in das Gesamtprojekt zu integrieren, bezüglich der Planungs- und Erstellungskosten zu beziffern und umzusetzen.“ Meine Frage an Bürgermeisterin Thierbach: „Wann glauben Sie, wird das Projekt Südeinfahrt realisiert werden?“ wurde erwartungsgemäß schwammig beantwortet. Bezüglich Punkt 1 des Bürgerantrages, der den unmittelbaren Planungsbeginn fordert, wollte ich vom Baubeigeordneten wissen: „Wenn der Punkt 1 beschlossen wird, wird der Planungsauftrag unmittelbar ausgelöst?“ Der Baubeigeordnete Spangenberg antwortete nach langen Ausführungen und erneutem Nachhaken mit einem zurückhaltenden „Ja“. Seiner Meinung nach, gibt es wichtigere Projekte als die Südeinfahrt.
…und der Arndtstraße
Daraufhin kritisierte mein Fraktionsvize Thomas Pfistner, dass offenbar genug Gelder vorhanden seien, um ein teures und höchst umstrittenes Projekt, wie den Umbau der Nordhäuser Straße voranzubringen. Hier liegen die geplanten Kosten bei circa 10 Mio. Euro, die geschätzten Kosten jedoch bei mindestens 15 Mio. Euro für lediglich etwa einen Straßenkilometer. Die Südliche Stadteinfahrt sei kein Gnadengeschenk, äußerte sich Herr Grove von der Bürgerinitiative, die sich schon seit Jahren für die Neugestaltung einsetzt. Es ist nun abzuwarten, ob die Planungen tatsächlich unmittelbar beginnen, so wie es mit dem Bürgerantrag beschlossen wurde. Allerdings konnten sich die Vertreter von Rot-Rot-Grün nur dazu „erweichen“ die ersten beiden Punkte des Bürgerantrags zu beschließen. Die Unverbindlichkeit des Baustarts bleibt also bestehen.

Mobil bis 99 und darüber hinaus

Im Gespräch mit Joseph Hinke
Der Alltag von hochaltrigen Menschen vor dem Hintergrund von Teilhabegefährdungen und -chancen stand im Mittelpunkt der heutigen Fachtagung der Landeseniorenvertretung und des Landesseniorenrates. Über 50 Seniorenvertreterinnen, Seniorenbeauftragte, Mitarbeiterinnen in der Seniorenarbeit, Pflege und Betreuung nahmen an der Tagung teil. Als Generationenbeauftragter und Ansprechpartner der Landesregierung für Antidiskriminierungsfragen habe ich bei der Tagung einen Vortrag zum Thema “Autonomieverlust und Teilhabegefährdungen – Diskriminierungsgefahren im Alltag von hochaltrigen Menschen” gehalten. Die Rede habe ich auch mit Blick auf den morgigen Tag der älteren Menschen gehalten. Leider habe ich den ersten Teil der Fachtagung am Vormittag versäumt, weil ich bei dem Treffen der Thüringer Mehrgenerationenhäuser war. Ich war aber rechtzeitig in der Landesversicherungsanstalt, um meinem Vorredner noch zuhören zu können. Seine Geschichte und sein Engagement hat mich sehr beeindruckt. Joseph Hinke ist immerhin schon 99 Jahre alt und hat einen Vortrag über seine Lebensgeschichte gehalten, der ausgesprochen motivierend war, zuversichtlich altern zu können.
Bei der Tagung der Mehrgenerationenhäuser
Herr Hinke stellte getreu seines Lebensmottos “Lebe froh und bewusst dein Leben, es ist dir nur einmal gegeben” seine Rezepte für das aktive Altern vor. Gesund leben und sich bewusst ernähren, in Bewegung bleiben, eine intakte Partnerschaft und soziale Kontakte pflegen und vor allem sich eine positive Lebenseinstellung bewahren, sind seine vier Rezepte. Mit 99 Jahren lebt Herr Hinke in einer betreuten Wohnform in Saalfeld hält Kontakt zum Projekt Herbstzeitlose und ermutig regelmäßig viel jüngere Seniorinnen. Über die Bewohner des benachbarten Pflegeheimes sagte er, dass er noch nicht zu den “alten Leuten im Pflegeheim gehört”. In meiner Rede habe ich spaßhaft gesagt, dass es in Deutschland für alles einen offiziellen Jahrestag gibt. Der inoffizielle Tag für das aktive Altern war bis jetzt der 5. Dezember – der Jopie-Heesters-Tag. An diesem Tag ist Heesters im Jahr 2011 genau 108 Jahre alt geworden, kurz bevor er am 24.12.2011 verstorben ist. Künftig sollte der inoffizielle Thüringer Tag für das aktive Altern der 25. Februar sein – an diesem Tag wird Joseph Hinke 100 Jahre alt. Vortrag bei der Seniorentagung    

Zeit für Antworten…

Im Sportpark Johannesplatz
Antworten, wie es in Thüringen weiter geht, wird es in dieser Woche wohl wieder (noch) nicht geben. Morgen stehen erneut Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD an und Donnerstag zwischen Rot-Rot-Grün. Letzteres Sondierungsbündnis ist sich bei vielen Punkten einig. Ein Punkt entwickelt sich aber zur Nagelprobe. Die Frage, ob die DDR ein Unrechtsstaat war, hat Bodo Ramelow getrieben von seiner Sehnsucht nach dem Ministerpräsidentenamt beantwortet. Der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz würde zur Zeit Kreide ohne Ende fressen. Seine Genossen mit SED/PDS/Linker-Sozialisation folgen da nur zögernd. Bei der Basiskonferenz der Linken in Sömmerda am Samstag, gab es Kritik an seinem Kotau. Viele, die der DDR-Nomenklatur angehörten, halten sich heute für ministrabel und sehen sich möglicherweise an den Rand gedrängt. Deshalb lehnen sie die “Unrechtsdefinition” von Ramelow ab. Die Landtagsabgeordnete Ina Leukefeld sprach dies als einzige Funktionsträgerin aus Thüringen öffentlich aus und Ramelow beeilte sich zu versichern, er sehe das ganze als “notwendige Protokollnotiz”. Dies rief wiederum die Grünen auf den Plan, die eilig versicherten, sie bestehen auf die Präambel zu einem möglichen Koalitionsvertrag. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt. “Zeit für Antworten” war es für mich dann heute Abend im Sportpark am Johannesplatz. Nach der Landtagswahl bleibt nun wieder mehr Zeit für Sport und Familie – beides kam in den letzten Monaten zu kurz. In dieser Woche ist aber auch noch Kommunalpolitik dran. Morgen Fraktionsvorstand und Fraktionssitzung und Mittwoch Stadtratssitzung.  

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge…

Danke für euer Engagement beim SWE Volley-Team!
Gestern Abend begann die neue Bundesligasaison 2014/2015 nun endlich auch mit einem Heimspiel in Erfurt. Nach der Niederlage in Straubing, wollten unsere Mädels zu Hause gegen MTV Stuttgart II unbedingt einen Sieg. Dieser gelang auch recht souverän gegen die jungen Damen aus Stuttgart. Mit 3:1 (25:11, 25:19, 27:29 und 25:15) gewannen unsere Mädels. Lediglich nach der 10-Minuten-Pause wurde der 3. Satz etwas zu locker angegangen. Verabschieden musste ich aber leider in der 10-Minuten-Pause gleich fünf Spielerinnen. Annika Müller, Manja Noack, Juliane Flessa, Maria Völker und Ekaterina Soloninkina waren noch einmal bei uns in der Halle und erlebten zum ersten Mal ein Spiel von der Tribüne. Ich wünsche ihnen allen alles Gute für den weiteren Weg. Und wie da im Volleyball so ist, vielleicht sieht man sich ja auf dem Feld wieder. Juliane Flessa spielt künftig in Nürnberg und Ekatarina in unserer 2. Mannschaft. Sportlich war das ganze Wochenende durchaus erfolgreich. Die Black Dragons gewannen Freitag ihr Pokalspiel und Samstag Nachmittag konnte ich mich mit meinem Sohn Jonas einmal wieder im Steigerwaldstadion über einen Sieg von RWE freuen. 1:0 gewannen die Rot-Weißen gegen Mainz 05 II.

13. Alzheimer Tag Thüringen

Mit Margot Arendt und Doreen Seidler von der Alzheimer Gesellschaft Thüringen
Am 21. September ist der internationale Alzheimer-Tag. An diesem Tag wird der Blickpunkt auf die heimtückische Krankheit gerichtet, von der immer mehr Menschen betroffen sind. Alzheimer ist eine Krankheit, bei der das Erkrankungsrisiko steigt, je älter die Menschen werden. 1950 gab es in der Bundesrepublik rund 7.000 Menschen, die älter als 90 Jahre waren. Heute sind es rund 700.000. Das Hauptrisiko an Demenz oder Alzheimer zu erkranken ist das Alter. Bewegung, kein Tabak und mediterrane Ernährung, aber auch Kaffee dienen der Prävention. Rund dreiviertel der Betroffenen werden von ihren Angehörigen (meist der Partner, die Tochter oder die Schwiegertochter) zu Hause betreut. Aber jeder 5. über 60 ist heute Single und in 20 Jahren wird es jeder zweite sein. Wie vor diesem Hintergrund die Pflege und Betreuung organisiert werden kann, ist eines der wichtigen Themen, denen sich die Alzheimergesellschaft widmet. Dazu hat die Alzheimer Gesellschaft den 13. Alzheimer Tag Thüringen am Samstag im Mon Ami in Weimar organisiert. Seit vielen Jahren arbeite ich eng mit der Alzheimer Gesellschaft zusammen und bin drei bis vier Mal im Jahr bei Veranstaltungen zu Gast. Über 100 interessierte Gäste nutzten das Programm des Alzheimer Tages um sich zu informieren und zu diskutieren. Ich habe für das Sozialministerium ein Grußwort gehalten, bei dem ich neben den vielen Erfolgen der letzten Jahre auch auf die anstehenden Aufgaben verwiesen habe.  

Zwei in einem Boot

Die drei ausgezeichneten Projekte
Auch wenn es so klingt – “Zwei in einem Boot” ist nicht das Wunschmotto für die gegenwärtigen Sondierungsgespräche und danach folgenden Koalitionsverhandlungen. Zumal es dabei ja auch momentan eher nach drei Partnern in einem Boot (Rot-Rot-Grün) statt Schwarz-Rot aussieht. Zwei in einem Boot ist in jedem Jahr das Motto des AWO-Balls im Erfurter Kaisersaal. Am Freitagabend wurden dabei zum 17. Mal die Ehrenamtlichen der AWO gewürdigt. Die Emma Sachse Ehrung. die dabei unter anderem vergeben wird, ist die höchste Auszeichnung des AWO-Landesverbandes. Rund 400 Gäste, unter anderem auch die Sozialministerin Heike Taubert, waren Freitagabend beim AWO-Ball 2014 dabei. Die Festrede hielt in diesem Jahr der AWO Bundesvorsitzende. Ich habe mich sehr gefreut als Generationenbeauftragter auch in diesem Jahr eine Einladung erhalten zu habe und war gerne zum nunmehr 9. Mal beim AWO-Ball dabei. 2006 als ich zum ersten Mal dabei war, war die Stimmung durchaus etwas schwieriger (damals war gerade der Höhepunkt der Kita-Diskussion). Heute freue ich mich sehr, dass ich bei der AWO viele gute Bekannte treffe und viele der ausgezeichneten Projekte kenne. In diesem Jahr wurde als eines von drei Projekten das Projekt Herbstzeitlose aus Saalfeld-Rudolstadt ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch allen Geehrten und ein Dankeschön an die AWO für das Engagement.

Tafeln für die Hartz IV-Gesellschaft

Das Podium im Augustinerkloster
Unter diesem Titel wurde gestern Abend sehr intensiv über Pro und Contra zu den Tafeln diskutiert. Die Evangelische Akademie Thüringen und die Landeszentrale für politische Bildung hatten gemeinsam zu einer Podiumsdiskussion in das Erfurter Augustinerkloster geladen und über 50 Gäste waren gekommen. Seit über 20 Jahren gibt es die Tafeln in Deutschland. Inzwischen werden von ihnen bis zu 1,5 Millionen Menschen versorgt und rund 60.000 Ehrenamtliche unterstützen die Arbeit der Tafeln. Beate weber-Kehr vom Bundesverband Deutsche Tafel e.V. hat 1997 die erste Tafel in Thüringen in Blankenhain mit begründet. Auch in Erfurt gibt es eine Tafel, so wie in nahezu jeder Großstadt. Sie verwies auf das Anliegen der Tafeln Menschen nach einer Bedürftigkeitsprüfung mit Lebensmitteln zu versorgen und dabei Lebensmittel die sonst weggeworfen würden einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Allerdings könne damit keine Armutbekämpfung erfolgen, sondern lediglich eine Armutslinderung. An dieser Stelle setzte Prof. Stefan Selke (Autor von “Kritik der Tafeln in Deutschland”) mit seiner Kritik an. Er sieht in den Tafeln unter anderem eine Rechtfertigung der Wegwerfgesellschaft und einen Akt der Barmherzigkeit, der allerdings eine Hartz IV Ökonomie befördert. Dr. Klaus Scholtissek von der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein erläuterte das Prinzip der Tafel Plus. Dabei hat die Diakoniestiftung neben der Lebensmittelversorgung auch eine Holz- und Fahrradwerkstatt, eine Kleiderkammer und eine Spielzeuggarage. Unter den Tafelbesuchern sind 30 Prozent Kinder und in letzter Zeit auch zunehmend Studenten und Asylbewerber. Selke betonte, dass nachhaltige Armutsbekämpfung mit den Tafeln nicht gelingen könne. “Man muss den Menschen das Notwendige geben – und man muss die Not wenden” erklärte er, ohne allerdings zu sagen wie konkret die Armutsbekämpfung gehen solle. Die im Podium und im Publikum erhobene Forderung die Hartz IV-Regelsätze zu erhöhen sind keine Lösung, weil es nach meiner Auffassung darum gehen muss Menschen Aufgaben und Perspektiven zu geben und sie nicht durch finanzielle Transferleistungen lediglich zu versorgen. Der Staat muss Arbeitsplätze schaffen ist die zweite häufig erhobene Forderung – allerdings kann dies der Staat (zumindest in unserer Gesellschaftsordnung nicht). Der Staat kann und muss die Rahmenbedingungen schaffen, dass Arbeitsplätze entstehen. Dies geschieht auch. Mir ging die Diskussion gestern Abend leider zu einseitig in die Richtung, dass mit den Tafeln finanzielle Freiräume für die Tafelbesucher geschaffen werden. Wie wir eine Aktivierungsgesellschaft schaffen können, in der die Menschen die Tafeln als eine vorübergehende und zeitlich befristete Hilfemöglichkeit verstehen, wurde nur am Rande diskutiert. Nach der Veranstaltung haben wir daher noch intensiv weiter diskutiert.

“Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern.”

Das Programm der Interkulturellen Woche 2014
Unter diesem Titel findet derzeit die Interkulturelle Woche 2014 in der Landeshauptstadt Erfurt statt. Mit der Nacht der interkulturellen Freundschaft wurde der Auftaktpunkt am Samstag gesetzt und seit dem folgen viele Veranstaltungsangebote. Heute Abend war ich als Ansprechpartner der Landesregierung fürn Antidiskriminierung zu Gast bei einer Podiusmsdiskussion “Khedira, Özil, Müller – Wir sind Deutschland”. Die Schriftstellerin Lena Gorelik, der Journalist Dr. Mark Terkessidis und die Studentin Medine Yilmaz diskutierten mit dem Beigeordneten Udo Götze über alltägliche Hemmnisse, die uns auf dem weg zu einer vorurteilsfreien Gesellschaft behindern. Neben vielen Einzelbeispielen drehte sich in der anschließenden Diskussion vieles um den schulischen Bereich. Fragen, wie Integration gelingen kann, machen sich da sehr häufig an den Sprachbarrieren für Kinder fest. Ich bin fest davon überzeugt, dass unser aktuelles Schulgesetz darauf nicht die richtigen Antworten gibt. Bereits nach drei Monaten müssen die zu uns gekommenen Kinder und Jugendlichen die Schule besuchen, ohne Rücksicht darauf, wie zu diesem Zeitpunkt ihr Sprachstand ist. Lehrer berichten immer wieder, dass fehlende Sprachkentnisse die Ursache sind, dass Kinder den Anschluss und damit die Lernmotivation verlieren. Selbst begleitender Deutschunterricht kann dies nicht immer verhindern. Ich plädiere dafür, diese Regelung im Schulgesetz zu ändern. Wenn mehr Zeit bleibt, individuell die deutsche Sprache zu erlernen bevor die Schulpflicht greift, wäre den Schülerinnen und Schülern mehr geholfen. Sie haben dann zwar möglicherweise ein Jahr verloren, finden aber den Anschluss wieder. Darüber hinaus findet für mit Integration, oder auch Inklusion, vor allem da statt, wo Menschen ganz selbstverständlich einbezogen sind. Dies sind ganz oft Sportvereine, Kulturvereine, aber auch Kirchgemeinden und andere Bereiche, wo Menschen zusammen kommen und sich austauschen. Die Gesprächsrunde heute Abend im Cafe Nerly warf bei vielen der 50 Gäste viele neue Fragen auf. Ich habe mich gefreut, dass die Veranstaltung so großes Interesse fand. Bedauerlich ist dabei nur, dass man häufig die gleichen Engagierten trifft und eine mediale Wahrnehmung dieses wichtigen Themas kaum stattfindet.

Abschluss der “Wahlnachlese”

Der KIA vom Autohaus Möller war eine große Wahlkampfhilfe
Der organisatorische Teil des Landtagswahlkampfes ist für mich nun heute, eine Woche nach der Wahl, abgeschlossen. Die inhaltliche Nacharbeit beginnt nun gerade für die Parteien mit den Sondierungsgesprächen. Angesichts der Wahlergebnisse ist dies für die Führungsteams keine beneidenswerte, aber eine notwendige Aufgabe. Nach dem heutigen Sondierungsgespräch mit der SPD war von den Genossen zu hören, dass sich alleine die Sondierungen bis Mitte Oktober hinziehen könnten. Also dürfte es wohl bis Ende des Jahres dauern, bis eine Regierung steht. Als Bonus gibt es noch viele kluge Ratschläge von den Medien und Politikinteressierten hinzu. Ich habe heute das zweite Wahlkampfmobil zurück nach Eisenach gebracht. Den KIA hatte ich jetzt fast drei Monate im Wahlkampfeinsatz. Plakatieren, Infostände transportieren und die Frühstarteraktion – dies alles wäre ohne den KIA nicht gegangen. Ein herzliches Dankeschön an das KIA-Autohaus Möller in Eisenach und auch an das Autohaus Gitter für den Caddy. Ohne Autos ist ein Wahlkampf nur für die Grünen zu bewältigen 🙂 Vor dem Autorücktransport wurden mit dem KIA noch die letzten Plakatträger entsorgt. Knapp 1,5 Tonnen Plakatträger wurden von meinem Team in der letzte Woche eingesammelt und entsorgt – dafür ein herzliches Dankeschön. Jetzt folgt noch die Dankeschön-Party und dann sind erst in drei Jahren wieder Wahlen. Wobei ich heute in Eisenach auch die Option auf einen KIA in einem halben Jahr offen gelassen habe. Man weiß ja nicht wie die Sondierungen enden und dann könnte es ja zu Neuwahlen kommen…

Viel Erfolg für die neue Saison!

Unsere Mädels machen immer eine gute Figur!
Morgen Abend geht es nun wieder richtig los. Mit einem Auswärtsspiel bei NawaRo Straubing starten unsere Damen vom SWE Volley-Team in die neue Saison. Leider kann ich beim ersten Spiel der Saison nicht mit vor Ort sein, weil ich zur Schuleinführung meines jüngsten Sohnes in Heidelberg bin, aber ich werde aus der Ferne die Daumen drücken. Mit dem Spiel bei den Meisterinnen der letzten Saison wartet auf unsere Mädels ein dicker (langer) Brocken. Über die Sommerpause hat sich Straubing noch einmal verstärkt und allein acht Spielerinnen im elfer Kader, die größer als 1,80 m sind. Wir haben hingegen derzeit nur acht Mädels im Team. Allerdings haben die den Vorteil aufeinander eingestellt zu sein, weil wir im Sommer nur zwei Neuverpflichtungen hatten. Herzlich Willkommen noch einmal Nadine Hones und Larissa Claaßen bei uns im Team!
…und sie sind kampfeslustig!
Beim SWE-Cup haben unsere Mädels ebenso wie die Damen aus Straubing nur gegen den Erstligisten Köpenick verloren. Ich bin gespannt wie es morgen im direkten Vergleich läuft. In dieser Saison werde ich hoffentlich auch häufiger bei Auswärtsspielen dabei sein können. Während der Saisonvorbereitung haben mich meine Vorstandskollegen und unser Cheftrainer sehr entlastet, weil der Wahlkampf doch seine Zeitopfer forderte. Ein herzliches Dankeschön meinem Vorstand und nun viel erfolg für unser SWE Volley-Team in der neuen Saison! Anbei der Spielplan 2014/2015