Senioren Union Gotha im jungen Erwachsenenalter

Josef Duchac unter den Gästen der Senioren Union Gotha
Josef Duchac war unter den Gästen der Senioren Union Gotha im Augustinerkloster
Die Senioren Union Gotha, als einer der aktivsten Kreisverbände in Thüringen, feierte gestern ihren 20. Geburtstag. Im Augustinerkloster in Gotha (älter als das Erfurter Augustinerkloster und baulich das Vorbild) waren viele Gäste und Wegbegleiter der Senioren Union versammelt. Nach der kirchlichen Andacht, die einer Vereinigung der CDU immer gut zu Gesicht steht, folgten die Festreden. Dr. Bernhard Worms, Präsident der Europäischen Senioren-Union ging dabei ebenso auf die aktuelle politische Situation in Europa ein, wie er auch Sachkenntnis in der Situation der Senioren Union der neuen Bundesländer bewies. Der Thüringer Landesverband hat gleich zwei Alleinstellungsmerkmale. Er ist mit einem Durchschnittsalter von 72 Jahren bundesweit der jüngste Verband (ab 60 kann man Mitglied werden) und er ist mit 1.200 Mitgliedern der zahlenmäßig stärkste Verband der neuen Länder (Sachsen hat nur etwa die Hälfte Mitglieder). An beiden Punkten hat der KV Gotha seine Anteil. 61 Mitglieder gibt es in Gotha, die von Helmut Bartels engagiert geführt werden. gothaAls Generationenbeauftragter habe ich in meinem Grußwort darauf hingewiesen, dass die aktiven Senioren in unserer sich verändernden Gesellschaft eine der wichtigsten Säulen sein werden. Aktiv sein bis ins hohe Alter ist eines der Geheimnisse, wie man dem Leben nicht nur Jahre, sondern erfüllte Jahre hinzufügt. Die Senioren Union ist nicht nur in Wahlkämpfen eine der wichtigsten Stützen der Union, die Generation der über 60jährigen entscheidet auch Wahlen. Die Wertschätzung der Senioren Union in Gotha wurde gestern auch an der langen Liste der Freunde und Wegbegleiter deutlich. Minister Jürgen Reinholz, Landrat Konrad Gießmann, Rolf Berend Ex-MdEP und Landesvorsitzender der SU, Landtagsabgeordneter Jörg Kellner und meine Ex-Landtagskollegin Evelin Groß waren als Gäste gekommen. Besonders viel Applaus erhielt der ehemalige Thürnger Ministerpräsident Josef Duchac, der extra mit seiner Gattin aus Berlin angereist war und seine politischen Wurzeln in Gotha hat.  20 Jahre ist noch kein Alter – auf dem Lebensweg eines Menschen bezeichnet man dieses Alter noch als das junge Erwachsenenalter, welches bis 45 Jahre geht. Insofern viel Erfolg der Senioren Union Gotha für die nächsten Jahre und Jahrzehnte!

10 Jahre Krankenkasse mhplus in Thüringen

Geburtstagsgäste Oberbürgermeister Knut Kreuch und Staatssekretär Dr. Hartmut Schubert
Geburtstagsgäste Guido Dressel, Leiter der TK, Oberbürgermeister Knut Kreuch und Staatssekretär Dr. Hartmut Schubert
Die Betriebskrankenkasse mhplus feierte heute in Gotha ihr 10 jähriges Bestehen in Thüringen und blickt optimistisch in die Zukunft. In Zeiten wo vielen Kassen das Geld ausgeht und dann infolge Fusionen anstehen, oder sie schlichtweg geschluckt werden ist dies keinesfalls die Regel. Gerne habe ich deshalb heute Geburtstagswünsche überbracht und bei meiner Rede zu Fragen der Demographischen Entwicklung Position bezogen. Die mhplus gibt es schon seit 1952 und ist enstanden als Betriebskrankenkasse der Firmengruppe Mann und Hummel. Nach der Wende gab es auch eine Außenstelle von Mann und Hummel in Sonneberg und so ging die mhplus gen Osten. In den letzten zehn Jahren ist daraus eine gesunde Struktur geworden, die von Gotha aus von den Landesgeschäftstellenleiterin Andrea Vent-Bergmann koordiniert wird. 15.000 in Thüringen, 58.000 im Strukturgebiet Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin sowie 560.000 bundesweit. Immerhin 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Versicherten. Unter den Krankenkassen rangiert die mhplus auf Platz 26. „Lass Taten sprechen“ war das Motto der heutigen Geburtstagsfeier. Und die mhplus lässt Taten sprechen. Sie engagiert sich für das Kinderhospiz Mitteldeutschland, sie kümmert sich um Kita-Kinder und Grundschüler, Sportvereine und organisiert Präventionsprojekte. Gefreut habe ich mich auch sehr über das Wiedersehen mit Peter Darmstadt, der als ehemaliger BKK-Verantwortlicher heute Sozialbeigeordneter im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist.

Mutter der Mehrgenerationenhäuser

MGH Gotha (5)
Gespräch mit Anke Merbach
Bundesweit ist zweifellos in Salzgitter die Mutter aller Mehrgenerationenhäuser zu finden. Seit fast 30 Jahren gibt es das dortige Haus und es wurde zum Vorbild vieler Häuser. In Thüringen wurde im Oktober 2006 das erste Mehrgenerationenhaus in Gotha eröffnet. Es war das erste Haus in den neuen Bundesländern und in Gotha präsentierte Ursula von der Leyen das Konzept der MGHs. Auch in Gotha geht es nun um den weiteren Bestand des Mehrgenerationenhauses und deshalb war ich heute vor Ort. Informationen über die derzeitige Arbeit vermittelte mir die Geschäftsführerin des MGH Anke Merbach. Das Mehrgenerationenhaus in Gotha hat eine Vorgeschichte. 1998 gründete sich der Verein Früchtchen e.V. als Initiative junger Familien. Seit 2003 gibt es den Mehrgenerationentreff als dreijähriges Projekt mit Unterstützung der Aktion Mensch. MGH GothaIm MGH steht das Begegnungscafe im Mittelpunkt. Zahllose Kurse insbesondere für junge Eltern sind im Angebot und das Projekt „Spätlese“ wendet sich an die ältere Generation. Mit der angestrebten Fortführung des MGHs ab Januar 2012 steht ein weiterer Entwicklungsschritt an. Auf Wunsch der Stadt Gotha soll die Arbeit im Frauenzentrum der Stadt fortgeführt werden. Bereits jetzt unterstützt die Stadt die Arbeit mit 8.000 Euro jährlich. Hinzu kommen 2.000 Euro vom Landkreis und beträchtliche selbst erwirtschaftete Mittel. Die kommunale Unterstützung steht und das Konzept ist überzeugend. Ich wünsche dem Haus und dem Träger eine gute Zukunft!

Netzwerk der Thüringer Mehrgenerationenhäuser gegründet

MGH Netzwerk (30)
Gemeinsam mit Antje Lindenberger und Gundula Bomm
In Gotha trafen sich heute die Vertreter der 30 Thüringer Mehrgenerationenhäuser, um ein gemeinsames Netzwerk zu gründen. Ziel des Netzwerks soll der Erfahrungsaustausch und die gemeinsame Lobbyarbeit sein. Bei der Tagung habe ich unter anderem die Eckpunkte zur weiteren Arbeit und zum Folgeprogramm für die Mehrgenerationenhäuser vorgestellt und mit den Mitarbeiterinnen und Trägervertretern die Perspektiven diskutiert. Erfreut war ich heute so viele bekannte Gesichter bei den Kolleginnen und Kollegen wieder zu sehen. In den letzten Wochen war ich in 16 Häusern zu Besuch und für acht weitere habe ich heute gleich feste Besuchtermine in den nächsten vier Wochen vereinbart.
MGH Netzwerk (11)
Die Mehrgenerationenhäuser gibt es flächendeckend in Thüringen
Gewählt wurde heute darüber hinaus ein fünfköpfiger Sprecherrat und die Vertreterin der Bundesagentur erläuterte die begleitende fachliche Arbeit für die Häuser. Tamara Wedel, Cornelia Bähringer-Bergner, Markus Edom, Gundula Bomm und Antje Lindenberger werden künftig die Arbeit koordinieren. Der Oberbürgermeister von Gotha Herr Kreuch und der 2. Beigeordnete des Landrats Herr Fröhlich lobten die Arbeit der MGHs im kommunalen Netzwerk. Ich bin sehr optimistisch, dass die allermeisten der Thüringer Häuser erfolgreich im Folgeprogramm ab 1.1.2012 weiter arbeiten werden. Eine Herausforderung auch für das Netzwerk ist es nun schon langfristige Fördermöglichkeiten zu finden. Als ständiger Gast der Netzwerktagungen werde ich als Landesbeauftragter für das Zusammenleben der Generationen dies nach Kräften unterstützen. Bilder der Tagung

Fachkräftesicherung in Thüringen

Fachkräftegewinnung im Sozialbereich

Personal-, Pflege- und Ausbildungssituation

 
gotha-kas-13Die Fachkräftesicherung wird in den nächsten Jahren eine der zentralen Aufgaben für die Thüringe Wirtschaft werden. 130.000 Fachkräfte werden in Thüringen in den nächsten zehn Jahren benötigt. Während in der Wirtschaft die „Selbstheilungskräfte“ und das Engagement der betroffenen Unternehmen im Mittelpunkt stehen, trägt der Staat für den Sozialbereich eine besondere Verantwortung. Gestern Abend stand das Thema der Fachkräftesicherung beim Adenauer Gespräch der Konrad-Adenauer-Stiftung in Gotha auf der Tagesordnung. Anette Morhard, Geschäftsführerin der LAG SchuleWirtschaft Thüringen sprach zu den Anforderungen im Bildungsbereich und ich sprach insbeondere zum Pflegebereich. Aktuelle Schlagzeilen dazu gibt es in Hülle und Fülle. In Thüringen fehlen 252 Hausärzte – die Zahl hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt, erklärt aktuell die Kassenärztliche Vereinigung. Thüringen will mit dem neuen Kindertagesstättengesetz über 2.000 Erzieherinnen neu einstellen – in der Realität suchen viele Träger noch händeringend noch nach den Erzieherinnen, Stellen bleiben unbesetzt, der höhere Personalschlüssel wird noch nicht umgesetzt. In Ostthüringen werden in Horten in den Grundschulen die Gruppen immer größer, Eltern protestierten energisch nachdem bis zu 80 Kinder auf dem Schulhof von einer Erzieherin beaufsichtigt wurden. Grund hierfür – Personalmangel. In Pflegeeinrichtungen wird das Personal knapp, die Heimaufsicht bewilligt weitere Plätze nur wenn der Fachkräfteschlüssel erfüllt wird. Die Geburtenentwicklung und Abwanderung tut ein Übriges. Dazu werde ich morgen einen Vortrag zum Jahresempfang bei der KAS in Wendgräben halten. Die Zahlen zu beklagen bringt wenig, die Demographiebücher der nächsten Jahre sind schon geschrieben. Rund 2,2 Millionen Thüringerinnen und Thüringer sind wir heute. Im Jahr 2030 werden es nur noch 1,8 Millionen Thüringerinnen und Thüringer sein, mit der beschriebenen Veränderung der Altersstruktur. Jetzt kommt es darauf an, mit diesen Herausforderungen umzugehen. Für den Sozialbereich hat die Politik eine besondere Verantwortung. Während in der Wirtschaft sich Vieles marktwirtschaftlich regeln muss, erfordert die soziale Daseinsfürsorge eigene politische Aktivitäten der Politik und der großen Sozialhilfeträger und letztlich erhebliche finanzielle Ressourcen. Einige Anregungen habe ich dazu gestern in die Diskussion gebracht. gotha-kas1. Wir brauchen eine landesweite Sozialnetzplanung. Die Fakten und Prognosezahlen liegen vor, ein soziales Netz, welches die Bevölkerungsentwicklung berücksichtigt verhindert zusätzliche Wanderungsbewegungen und die Vernachlässigung ganzer Regionen. 2. Für den Sozialbereich brauchen wir eine Verbesserung der Verdienst- und Arbeitsbedingungen. Tariflöhne für alle Sozialhilfeträger, Steigerungen im Lohnniveau und Entlastungen im Arbeitsumfeld müssen diese Berufe attraktiver gestalten. 3. Wir müssen einen Standortwettbewerb um die klügsten Köpfe führen. Die Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte muss einhergehen mit Aufstiegschancen. Gemeinsam mit den Fachhochschulen und privaten Bildungseinrichtungen müssen dazu Aus- und Fortbildungsmodule entwickelt werden. 4. Die Wiedereinstiegschancen insbesondere für Frauen und ältere Arbeitslose müssen deutlich verbessert werden. Familienfreundliche Arbeitsmodelle nach der Elternzeit und individuelle Arbeitszeitmodell sind dabei notwendig. 5. Neue Berufsmodelle für benachteiligte junge Menschen müssen entwickelt werden. Die Zahl der Berufe von über 700 hat sich halbiert! Die Perspektiven sollen Arge und Unternehmen gemeinsam entwickeln. Einiges ist bereits auf den Weg gebracht. Für dieses Jahr ist zum Jahresende der zweite Thüringer Demographiebericht seitens der Landesregierung angekündigt. Eine Serviceagentur „Demographischer Wandel“ soll Mitte März eingerichtet werden. Um Thüringen weiter fit zu machen brauchen wir mehr Kooperationen zwischen den Kommunen. Wir werden die Dienstleistungsversorgung auf dem Lande viele stärker mit mobilen Diensten erbringen müssen. Wir müssen uns bereits jetzt auf eine Renaissance der Innenstädte einstellen. Letztlich brauchen wir aber vor allem auch den Mut zu neuen Wegen – ein „Weiter so“ funktioniert nicht!