Tanz auf dem Eis und auf dem Parket

Black Dragons - Duisburg
Black Dragons – Duisburg
Beide Wochenendtermine setzten einen festen Stand voraus sowie die richtigen Bewegungen und Drehungen. Und in beiden Fällen war ich nur Zuschauer 😉 Heute war es der obligatorische Sonntagsnachmittagstermin beim Eishockey. Wobei heute aber schon vorher klar war, dass die Black Dragons gegen Duisburg einen schweren Stand haben würden. Ähnlich wie beim Auswärtsspiel unserer Damen vom Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam gestern Abend in Potsdam (leider mit 3:1 verloren), war auch bei den Black Dragons die Favoritenrolle auf der anderen Seite. Leider hat sich in beiden Fällen auch der Favorit durchgesetzt 🙁
Abschlussball 2016
Abschlussball 2016
Das Team aus Duisburg wird als Aufstiegskandidat gehandelt und ist durchgängig mit Profis besetzt. Durch die Kooperation mit den Kölner Haien stehen ihnen viele Jugendspieler von dort zur Verfügung. Lediglich im ersten und im dritten Drittel konnten die Drachen das Spiel ausgeglichen gestalten. Das 0:1 im ersten Drittel und das 1:1 im letzten Drittel verdeckten das 0:5 im zweiten Drittel. In der Summe war es ein 1:7. Leider war auch das Zuschauerinteresse heute deutlich geringer, als sonst. Ich denke das wird bei den nächsten Spielen wieder besser – kommenden Sonntag gegen FASS Berlin und sowieso wenn es Weihnachten gegen Leipzig und Anfang des Jahres gegen Halle geht.
...und Abschlussball 1982
…und Abschlussball 1982
Bei Tanz auf dem Parket war das gestern Abend anders. Da gab es ein riesiges Zuschauerinteresse. Rund 100 Tanzschüler hatten ihren Abschlussball in der Tanzschule Traut – wo auch sonst in Erfurt! Seit 70 Jahren, also seit 1946 wird die Tanzschule nun in der dritten Generation von der Familie Traut geführt und praktisch jeder Erfurter hat dort das Tanzen gelernt. Vor fast genau der Hälfte der 70 Jahre, also 1981/1982 hatte ich dort meine Tanzstunden (gleich zwei Mal Grundkurs und ein Mal Fortschritt). Die Abschlussbälle in der EGA-Glashalle waren legendär. Vor sieben Jahren hatte mein ältester Sohn seinen Abschlussball bei Traut und gestern Abend mein mittlerer Sohn. Der große Saal war restlos gefüllt mit interessierten Eltern, die ihre Kinder beim Tanzen bewunderten und bei etliche Elternrunden selbst aktiv sein konnten. Es hat viel Spaß gemacht und ich bin mächtig stolz auf unseren Sohn – er macht das richtig Klasse auf dem Parket!

Aus Jungen werden Leute…

Maximilian mit dem Thüringer Innenminister und einer glücklichen Familie
Maximilian mit dem Thüringer Innenminister und einer glücklichen Familie
Zwei meiner drei Söhne sind schon größer als ich und es macht mich stolz, allen drei Jungs beim wachsen zuzusehen. Alle drei machen erfolgreich ihr Ding. Sie sind bzw. werden erwachsen. Heute ist mein ältester Sohn vom Thüringer Innenminister Holger Poppenhäger für sein Engagement mit der Rettungsmedaille am Bande geehrt worden. Vor gut 20 Monaten ist er auf der Heimfahrt von der Polizeischule Meiningen hinter dem Rennsteigtunnel zu einem Unfall gekommen und hat beherzt gehandelt. Glückwunsch Maximilian zu der heutigen Ehrung! Nachfolgend die heutige Pressemitteilung des Thüringer Innenministeriums dazu:   Ein angehender Polizeikommissar als couragierter und umsichtiger Lebensretter Innenminister Dr. Holger Poppenhäger verleiht Rettungsmedaille „Mit Ihrem beherzten Eingreifen haben Sie das Leben eines Menschen und das Glück einer Familie gerettet. Das ist alles andere als selbstverständlich.“ So würdigte Thüringens Innenminister Dr. Holger Poppenhäger heute (2. Dezember 2016) eine Rettungstat des Polizeikommissars Maximilian Panse, als er ihm im Ministerium in Erfurt die Rettungsmedaille am Bande überreichte. Gemeinsam mit dem Lkw-Fahrer Marcel Schulz aus Arendsee, der seine Rettungsmedaille aus terminlichen Gründen heute leider nicht persönlich entgegennehmen konnte, wurde Maximilian Panse als Ersthelfer nach einem Unfall auf der A 71 zum Lebensretter. Herr Panse befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade in der Endphase seines Studiums am Fachbereich Polizei der Verwaltungsfachhochschule und hatte in Meiningen Details seiner Bachelorarbeit besprochen. Kurz hinter dem Ausgang des Rennsteigtunnels Richtung Erfurt bemerkte er, dass sich offensichtlich vor ihm ein folgenschwerer Verkehrsunfall ereignet hatte. Der Fernmeldetechniker Andreas Schill aus Neudietendorf hatte die Kontrolle über seinen Pkw verloren, das Fahrzeug war mehrfach gegen die Leitplanken geprallt. Im Nachgang stellte sich heraus, dass Herr Schill während der Autofahrt einen Herzinfarkt erlitten hatte. Unmittelbar hinter dem Unfallwagen hatte Marcel Schulz am schnellsten reagiert. Er stoppte seinen Lastzug direkt hinter dem verunglückten Pkw auf der linken Fahrspur und befreite den bewusstlosen Andreas Schill aus dem verriegelten Unfallfahrzeug, indem er geistesgegenwärtig mit einem Hammer die Scheiben des Wagens einschlug. Maximilian Panse überlegte nicht lange. Wie zuvor schon Herr Schulz brachte er angesichts des noch immer fließenden Autobahnverkehrs sein eigenes Leben in Gefahr, um dem Verunglückten zu helfen. Gemeinsam begannen die beiden Männer sofort mit den lebensrettenden Maßnahmen. Sie taten alles Notwendige bis zum Eintreffen der Rettungskräfte, die Andreas Schill schließlich per Rettungshubschrauber ins Klinikum Suhl überführten. Das couragierte und umsichtige Handeln von Marcel Schulz und Maximilian Panse rettete Andreas Schill letztlich das Leben. Herr Schill schilderte dem Minister bei der Übergabe der Auszeichnung an seinen mittlerweile zum Polizeikommissar ernannten Retter mit bewegenden Worten, wie er erst nach zehn Tagen aus dem Koma erwachte und zunächst gar nicht realisierte, was mit ihm geschehen war. Er und seine Familie, die es sich nicht nehmen ließ, an der Ehrung teilzunehmen, sind den Lebensrettern zutiefst dankbar. Ehefrau Marion sowie Tochter Ramona mit Lebenspartner Julien Borg und Baby waren mit zum Termin ins Ministerium gekommen.

Stiftungsempfang der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland

Mit Landtagspräsident Christian Carius, Lilli Fischer und unserer Bundestagsabgeordneten Antje Tillmann
Mit Landtagspräsident Christian Carius, Lilli Fischer und Antje Tillmann, MdB
Über die Einladung zum diesjährigen Stiftungsempfang habe ich mich sehr gefreut und gerne die CDU Stadtratsfraktion vertreten. In der Aula des Evangelischen Ratsgymnasiums waren heute Abend viele Mitarbeiter und Freunde der Evangelischen Schulstiftung zu Gast. Mit inzwischen 21 Schulen in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit 5.000 Schüler ist die Evangelische Schulstiftung größter Träger freier Schulen in Mitteldeutschland. Hinzu kommen noch drei Kindertageseinrichtungen. Im letzten Jahr sind allein 50 neue Lehrkräfte hinzu gekommen. Landtagspräsident Christian Carius würdigte das Engagement der Schulstiftung und hielt in Grußwort. Ausgezeichnet wurden heute Abend vier Vertreterinnen der Schulstiftung – Schule, Schulförderverein und Mitarbeiter standen für drei der vier tragenden Säulen. Für die vierte Säule wurde die Schulsprecherin des Erfurter Ratsgymnasiums Lilli Fischer für ihr Engagement geehrt. Von einer interessanten Aktion der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland habe ich heute Abend das erste Mal gehört und teile sie gerne. Weihnachten fängt Heiligabend an – aber wie lange feiern wir und was eigentlich? Darauf gibt Täglich vom 27. Dezember bis zum 6. Januar an eine virtuelle Antwort. Weihnachten geht weiter! Bilder vom Stiftungsempfang  

Thüringer Kita-Finanzierung oder wenn´s ums Geld geht…

Merkwürdige Logik der Landesregierung - ohne Gebietsreform droht eine Verschlechterung der Betreuung? Oder nur mit einer Gebietsreform könnte der jetzige Level gehalten werden?
Merkwürdige Logik der Landesregierung – ohne Gebietsreform droht eine Verschlechterung der Betreuung? Oder nur mit einer Gebietsreform könnte der jetzige Level gehalten werden?
Eigentlich wollen alle nur das Beste für die frühkindliche Bildung und für die Förderung von Kindern in Kitas und Horten, aber wenn´s ums Geld geht ist der breite Konsens schnell dahin. Dann beginnt meist die Suche nach Ausreden und Schuldzuweisungen. Vor der letzten Landtagswahl war die Forderung nach einem beitragsfreien Kita-Jahr eine der zentralen Wahlbotschaften der SPD. Dies war nicht ganz neu, schließlich hatte der Erfurter Oberbürgermeister dies schon Jahre zuvor angekündigt (aber nie umgesetzt). Neu war hingegen, dass nach der Wahl die SPD das Thema tatsächlich weiter verfolgen musste. Es wurde schließlich in den rot-rot-grünen Koalitionsvertrag geschrieben und mit der Abschaffung des Landeserziehungsgeldes verknüpft. Das Landeserziehungsgeld wurde tatsächlich als eine der vordringlichsten Maßnahmen der neuen Koalition abgeschafft und das Geld dafür den Eltern entzogen und dem Landeshaushalt zugeführt. Das gebührenfreie Kita-Jahr sollten dann später kommen – 2018 oder so. In regelmäßigen Abständen melden sich die Grünen dazu zu Wort und stellen das gebührenfreie Jahr wieder in Frage und genauso regelmäßig erklären SPD und Linke, dass es aber dabei bleibt. Anfang 2017 sollte eigentlich die Novellierung des KitaG kommen und je näher dieser Termin kommt, desto konfuser wird die Diskussion. Der Streit ging seit einiger Zeit um die Frage, ob das erste oder das letzte Jahr in der Kita kostenfrei gemacht werden soll. Pädagogisch würde zwar nur das erste Jahr Sinn machen – es soll ja schließlich eine Lenkungsfunktion in die Kita unterstützt werden. Dies wäre aber teurer, weil die Betreuungskosten in den ersten Kita-Jahren höher sind, als im letzten Jahr (erklärt das Ministerium). Also präferiert die Landesregierung das letzte Jahr. Nach meiner Meinung wäre die beste Lösung den Eltern einen Gutschein über eine 12monatige kostenfreie Betreuung zu geben und diesen können sie einlösen, wann es für die Familie am sinnvollsten ist. Diese Gutscheine können der Kita-Träger oder die Kommune mit dem Land abrechnen. Gestritten wird zudem seit Wochen heftig, wie viel das kostet und woher das Geld kommen soll (das mit dem Landeserziehungsgeld als Kompensation ist längst verdrängt, weil das Geld sowieso schon in den Haushalt eingesackt wurde). Das Bildungsministerium behauptet, die Freistellung würde 29 Millionen Euro kosten, weil schließlich ja auch den Kommunen die Kosten für die Kita-Gebühren der sozial bedürftigen Eltern erstattet werden müssten – momentan bezahlen diese Eltern gar nichts und die Kommune übernimmt die Kosten. Die sozial bedürftigen Eltern haben somit von der geplanten Gebührenbefreiung gar nichts – lediglich die kommunalen Kassen würden entlastet. Insgesamt geht es in dieser Altersgruppe um 97 Prozent der Kinder die bereits eine Kita besuchen und es ist höchstunwahrscheinlich, dass diese Quote durch eine Kostenbefreiung steigen würde. Dies haben auch die Wohlfahrtsverbände und der Landeselternverband erkannt und fordern deshalb einen Verzicht auf das kostenfreie Jahr und stattdessen eine Qualitätsverbesserung durch eine bessere Betreuungsquote (fordern die Wohlfahrtsverbände) bzw. lieber das gebührenfreie erste Jahr und eine Qualitätsverbesserung (fordert der TLEVK).
Heute in der TLZ
Heute in der TLZ
Ob diese Wünsche noch erhört werden, kann bezweifelt werden. Die SPD-Finanzministerin scheint nicht bereit mehr Geld „rauszurücken“ und bei der Festlegung auf das gebührenfreie Jahr sind die Koalitionäre Gefangene ihrer eigenen Versprechungen. Es sei denn, sie machen es wie der SPD Landesvorsitzende und Erfurter Oberbürgermeister. Seine Forderung nach Gebührenfreiheit für ein Jahr garnierte er in Erfurt im August mit einem Antrag, die Gebühren insgesamt für die Eltern um jährlich zwei Millionen Euro in der Landeshauptstadt zu erhöhen. Heute erklärte er witzigerweise „ein Entlastung der arbeitenden Mitte ist längst überfällig“ und die jetzigen Pläne seien „eine der größten familienpolitischen Maßnahmen im Freistaat seit der deutschen Einheit“. Die Erfurter Eltern, die seit Jahren landesweit Kita-Höchstgebühren zahlen, werden sicher heute vor Lachen kaum in den Schlaf kommen.

Chaos ums Bauamt gerade noch verhindert

Erleichtert zeigten sich CDU-Fraktionschef Michael Panse und der CDU-Finanzpolitiker Thomas Pfistner, dass für das Bauamt in der Löberstraße ein Kompromiss mit dem Eigentümer gefunden wurde. Der Mietvertrag für das Bauamt wurde zunächst verlängert, sodass ein Umzug mittelfristig genau abgewogen und geplant werden kann. Damit wurden erhebliche finanzielle Schäden für die Stadt bei ohnehin maroder Haushaltslage abgewendet. Die CDU-Fraktion fordert nun zunächst eine Überprüfung der Strukturen und eine Klärung, wie es zu dem dramatischen Fehler überhaupt kommen konnte. Thomas Pfistner betont dabei: „Es ist wichtig, dass es geordnet weiter geht. Der Umzug des Bauamtes in die Warsbergstraße so kurz vor Weihnachten hätte erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb des Amtes und damit auch auf den Bürgerservice gehabt. Es muss nun abgewogen werden, wo überhaupt die Prioritäten liegen. Bei zahlreichen Schulen und Kitas steht eine Sanierung immer noch aus. Es wäre schwer nachzuvollziehen, warum sich die Verwaltung ausgerechnet bei dieser Finanzlage ein technisches Rathaus leistet. Es ist unumstritten, dass wir eine Ämterkonzentration brauchen, um längerfristig Kosten zu sparen. Die Frage wäre, ob dafür jetzt der richtige Zeitpunkt ist, mehrere Millionen in ein technisches Rathaus zu stecken, obwohl deutlich größerer Bedarf beim Neubau und bei Sanierungen insbesondere von Schulen besteht.“ Die CDU-Fraktion hält den Gebäudekomplex in der Warsbergstraße aus städtebaulicher Sicht für schwierig. Zunächst müsste besonders vor dem Hintergrund der Haushaltssituation der Stadt geklärt werden, wie ein Umzug des Bauamtes mittelfristig sinnvoll gestaltet werden kann. Insofern müssten dem Finanzausschuss und dem Stadtrat zunächst entsprechende Zahlen vorgelegt werden. Fraktionschef Michael Panse bekräftigt abschließend: „Wir warnen hinsichtlich der Warsbergstraße vor einem Schnellschuss, der möglicherweise kostenintensive Folgen oder die Zementierung eines städtebaulichen Missstandes hätte. Wir fordern deshalb eine angemessene Beratungszeit in den Ausschüssen. Solche schwerwiegenden Fehler, wie das Vergessen eines Mietvertrages, dürfen einfach nicht geschehen. Es muss eine Aufarbeitung stattfinden, wie es zustande gekommen ist, eine solch dringende Formalie unter den Tisch fallen zu lassen. Der Stadtrat soll deshalb darüber in Kenntnis gesetzt werden, wer wie und wann innerhalb des zuständigen Dezernats und der Verwaltung insgesamt einschließlich der Chefetage im Zusammenhang des Vertragsmanagements informiert wurde.“

Stunde der Wahrheit

Der Schein trügt - harmonisch ist im Rathaus nur die Weihnachtsdeko
Der Schein trügt – harmonisch ist im Rathaus nur die Weihnachtsdeko
Wegducken geht nicht mehr, ab heute Abend müssen die Fraktionen bei den Abstimmungen in den Fachausschüssen Farbe bekennen. Während sich der Ausschuss für Finanzen, Liegenschaften, Rechnungsprüfung und Vergaben mit dem kostenintensiven Fauxpas der Verwaltungsspitze zur Immobilie des Bauamtes rumärgern darf, beraten die ersten beiden Ausschüsse bereits über die Maßnahmen zum Haushaltssicherungskonzept. Spannend ist dabei weniger das Abstimmungsverhalten der Opposition. Wir werden nur einzelnen Punkten des HSK zustimmen, uns bei anderen enthalten oder dagegen stimmen. Viele Maßnahmen sind Luftbuchungen und nicht umsetzbar und andere unbestimmt. Nun ist es auch nicht unsere Aufgabe, als Opposition nach Mehrheiten für halbseidene Vorschläge zu suchen. Anders ist dies für das links-link-grüne Bündnis. Schließlich haben die Genossen mit den Grünen vertraglich vereinbart, dass sie bis 2019 Personalentscheidungen nur gemeinsam treffen wollen und die Haushalte gemeinsam beschließen. Bis jetzt hat dies leidlich geklappt, weil die Linken am Ende immer mit einigen Zugeständnissen gesichtswahrend aus der Nummer raus gekommen sind und schlussendlich den Haushalten doch noch zugestimmt haben. Nun geht es aber beim HSK darum, mit deutlichen Einschnitten die Voraussetzungen zu schaffen, um für 2017 überhaupt einen Haushalt aufstellen zu können. Beim Geld ausgeben in “Friedenszeiten” waren sich die links-link-grünen Koalitionäre immer einig. Deutliche Einschnitte sind aber so gar nicht nach dem Geschmack der linken Basis. Vor zwei Wochen probten sie bei ihrem “lebhaften” Parteitag schon einmal Absetzbewegungen von ihrer Stadtratsfraktion. Mit einem Antrag zum Haushaltssicherungskonzept sollte die Stadtratsfraktion verpflichtet werden, dass HSK als unsozial zu brandmarken und abzulehnen. Zur weiteren Beratung wurde das Papier an den linken Kreisvorstand verwiesen und dieser tagte dann im Stil einer “Teppichhändlerrunde” mit den Fraktionsvertretern am Montagabend. Im Ergebnis steht nun nicht mehr die Ablehnung des HSK, sondern “nur noch” die Ablehnung nahezu aller wesentlicher Punkte. Welche dies nun im Detail sind, offenbart sich bei den Abstimmungen in den Fachausschüssen. Im gestrigen Hauptausschuss wurde auch schon einmal abgestimmt – aber mangels Anwesenheit mussten da noch keine linken Vertreter Farbe bekennen. Interessant wird nun, wie die beiden anderen Koalitionspartner mit den renitenten Kollegen umgehen. Möglich wäre, dass sie einknicken und das HSK als weniger wesentlich einstufen. Im Sinne der Stadt wäre es aber, dass sie den linken Genossen bildlich den Stuhl vor sie Tür stellen. Wir werden es mit wachsendem Interesse beobachten 😉  

Die Umzugskisten schon gepackt

Das Objekt der Begierde
Das Objekt der Begierde
Möglicherweise ist es ein Entlastungsangriff der Stadtverwaltung auf die Nerven der Erfurterinnen und Erfurter. Schließlich wird die dauernde Diskussion um die Multifunktionsarena und das Haushaltschaos irgendwann eintönig. Wahrscheinlicher ist es aber die verabsäumte Verlängerung des Mietvertrages für das Bauamt einfach nur Schlampigkeit der Verwaltungsspitze und bedingt durch Fehler in der Verwaltungsstruktur. Bei unserer heutigen Fraktionssitzung hatten wir mit dem Haushaltssicherungskonzept und der vorläufigen Haushaltsführung für das Jahr 2017 eigentlich schon genug Themen zu diskutieren. Ende vergangener Woche flatterte den Finanzausschussmitgliedern die Einladung zu einer dringlichen nicht öffentlichen Sitzung des Ausschusses Finanzen, Liegenschaften, Rechnungsprüfung und Vergaben für Mittwoch dieser Woche auf dem Tisch. Die einzigen beiden Tagesordnungspunkte sind die Beendigung des Mietverhältnisses am Kaffeetrichter und der Umzug in die Warsbergstraße sowie der Ankauf der Immobilie. Da der zuständige Beigeordnete das Thema heute bereits in der Presse umfänglich erläuterte, können wir auch darüber sprechen. Bei den Umzugsplänen geht es dieses Mal nicht um die Beendigung eines Mietverhältnisses mit Mietern der Stadt, von denen mehr Geld reingeholt werden sollte (Stadtgarten, E-Burg, Werbesatzung, Wenigemarkt etc.). Dieses Mal ist die Stadt auf der anderen Seite des Vertragstisches. Oder eben auch nicht. Im Trubel der zahlreichen Änderungen der Zuständigkeiten hat die Verwaltung nicht mitbekommen, dass zum Jahresende der Mietvertrag für die Bauverwaltung ausläuft. Als Anfang dieses Jahres die Zuständigkeit für die Liegenschaften von der Finanzbeigeordneten in den Bereich des Baubeigeordneten wechselte, wurde offensichtlich versäumt, klare Verantwortlichkeiten für die Mietverträge festzulegen. Neu ist das Thema allerdings nicht. Bereits vor zweieinhalb Jahren war das Thema im Stadtrat. Damals ging es um die Frage, ob die Stadt das Gebäude am Kaffeetrichter kauft oder doch lieber die Arnstädter Straße 28. Die CDU hat damals darauf gedrängt, stattdessen die ehemalige Zahnklinik zu ertüchtigen und umzubauen. Nachdem alle diese Optionen von Verwaltung und Stadtrat verworfen wurden, plante die Stadt (angeblich) 2018 in das leerstehende ehemalige Funkwerk-Gebäude in der Warsbergstraße zu ziehen. Nun muss dies schon zum 1.1.2017 passieren – mit ganz erheblichen Kosten. Da diese Kosten nicht vorgesehen waren, werden wir unter anderem im Finanzausschuss danach fragen, wo das Geld herkommen soll. Rücklagen gibt es in Erfurt seit 2012 nicht mehr – das könnte sich jetzt bitter rächen. Das Haushaltssicherungskonzept tritt damit in den Hintergrund und die vorläufige Haushaltsführung 2017 wird dies zweifellos zu spüren bekommen. Ich habe das Gefühl, es wird sich zu diesem Thema noch eine längere Diskussion entwickeln.

Kaffeetrichter-Drama offenbart erneut Versagen der Verwaltungsspitze

Ein weiteres Versagen der Verwaltungsspitze sieht CDU-Fraktionschef Michael Panse beim Gebäude der Bauverwaltung am Kaffeetrichter: „Es ist die Folge einer völlig strukturlosen Verwaltung, dass solch ein maßgebliches Detail wie die rechtzeitige Verlängerung eines Mietvertrages übersehen werden kann.“ Die Verantwortung sieht Panse nicht etwa bei irgendeinem Mitarbeiter, der für dieses Versagen wahrscheinlich den Sündenbock spielen muss, sondern bei der Verwaltungsspitze selbst. Die äußerst mangelhafte Verwaltungs- und Personalstruktur der Stadt Erfurt kritisierte die CDU-Fraktion in den letzten Jahren mehrfach. „Besonders Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche sind nicht immer erkennbar. Bestes Beispiel war bisher das Desaster um die Multifunktionsarena. Nun kommt auch noch das Gebäude am Kaffeetrichter dazu. Es ist jeweils nicht zu erkennen, wer welche Verantwortung trägt und offenbar weiß der eine nicht, was der andere tut“, kommentiert Panse. Als Hintergrund sieht Panse Verschiebungen und innere Rangeleien um die Verantwortungen innerhalb der Verwaltungsspitze. So wurde der Finanzbeigeordneten Frau Pablich Anfang 2016 der Liegenschaftsbereich entzogen. Eine der fünf Dezernentenstellen ist nunmehr seit zwei Jahren unbesetzt und die vom Oberbürgermeister versprochene Neustrukturierung lässt auf sich warten. Diese Unklarheit über die Zuständigkeiten und das ständige Hin und Her dürften nun auch einer der selbstverschuldeten Gründe sein, warum der Verwaltungsspitze die Angelegenheit um den Kaffeetrichter sprichwörtlich vertrieft hat. Letztlich ist es auch das Versagen des Oberbürgermeisters, wenn er die Defizite eines Amts nicht erkennt und behebt. Für die Stadt wird dieser Fauxpas erhebliche finanzielle Auswirkungen zur Folge haben. Die CDU-Fraktion fordert deshalb eine klare Auflistung der finanziellen Folgen und wie diese Ausgaben gedeckt werden. Der laufende Haushalt dürfte das Geld für einen Umzug und die Ertüchtigung des Ausweichgebäudes in der Warsbergstraße kaum enthalten. Ohne die genaue Angabe der Höhe dieser Kosten ist die entsprechende Vorlage der Verwaltung nicht zustimmungsfähig. Des Weiteren muss in dem Zusammenhang die rechtliche Verantwortung für dieses erneute Desaster geklärt werden. Panse betont abschließend: „So einen Vorgang kann man den Erfurtern nur schwer erklären. Bei der Kündigung bzw. bei der Nicht-Verlängerung von auslaufenden Verträgen ist die Stadt immer ganz schnell dabei, beispielsweise beim Stadtgarten, der E-Burg, den Werbeverträgen, dem bisherigen Weihnachtsmarkt auf dem Wenigemarkt oder in der Kultur insgesamt. Bei eigenen Angelegenheiten wird jedoch ganz offensichtlich geschlampt. Es ist naiv, zu glauben, man könne einem Vermieter einen Brief mit Bedingungen vorlegen und alles sei damit geregelt. Hier wurde schlichtweg versäumt, noch mal rechtzeitig nachzuhaken.“

Heimspielwochenende

Die MVP-Medaille redlich verdient
Die MVP-Medaille redlich verdient
Sportlich gesehen bot das 1. Adventswochenende ein volles Programm. Der Spielansetzungsplan packte gleich vier Heimspiele in drei Mannschaftssportarten in der Landeshauptstadt auf ein Wochenende. Die Ergebnisbilanz fällt aber durchwachsen aus. Am Samstag ging es vom CDU-Kreisparteitag direkt ins unterkühlte Steigerwaldstadion. Mit meinem mittleren Sohn sah ich ein Spiel indem RWE zwar das Spiel dominierte, aber Chemnitz aus zwei Chancen zwei Tore machte. Mit 1:2 verloren die Rot-Weißen und unter den 8.200 Zuschauern jubelten am Ende nur die zahlreichen Chemnitzer. Zwischendurch sorgten die Ultras von RWE mit ihrer “Geburtstagsfeier” für trübe Sicht. Die gleich zwei Mal veranstaltete Pyro-Party wird wohl noch eine Strafe des DFB nach sich ziehen. Beim Volleyball geht es da beschaulicher zu – und auch wärmer. Direkt aus dem Steigerwaldstadion ging es in die benachbarte Halle am Sportgymnasium, wo die Mannschaft vom SWE Volleyteam II in der Regionalliga gegen Leipzig spielten und mit 3:1 gewannen.
Verdienter Sieg für die Drachen
Verdienter Sieg für die Drachen
Im heutigen Bundesligaspiel unserer ersten Mannschaft in der Volleyballbundesliga waren die Vorzeichen ganz andere. Am sechsten Spieltag erwarteten wir nach vier Auswärtsspielen endlich einmal wieder ein Heimspiel. Als Gast hatten wir den Ligaprimus und ungeschlagenen Tabellenführer Schweriner SC bei uns. Der 10fache Deutscher Meister und 5fache Pokalsieger ist in diesem Jahr wieder heiß auf Titel und hat dazu kräftig aufgerüstet – so sehr, dass sogar auf der Bank noch Nationalspielerinnen sitzen. Hochgewachsene Spielerinnen – fünf über 1,90m davon die längste mit 1,97m sorgen in Schwerin für die Lufthoheit über dem Volleyballnetz. Vor einer tollen Zuschauerkulisse von 720 Fans spielten unsere Mädels aber nicht nur mit, sondern forderten die Schwerinerinnen. In allen drei Sätzen lagen unsere Mädels zeitweise vorne, im dritten Satz sogar 6:1. Allerdings drehten die Schwerinerinnen jeweils alle Sätze und gewannen mit 0:3 (19:25, 22:25 und 19:25). Dennoch waren die Zuschauer begeistert. Vom Volleyball ging es mit meinem ältesten Sohn gleich weiter zum Eishockey. Dort war das erste Drittel schon vorbei und es stand 1:2 gegen unsere Black Dragons. Die Preussen Berlin hatten den besseren Start erwischt und das mittlere Drittel endete 2:3. Nach 57 Minuten stand es immer noch so, aber dann wurden die Drachen und ihre Fans belohnt. Innerhalb von 15 Sekunden stand es 4:3 und da die Preussen anschließend ihr hohes Strafenkonto noch einmal um eine 5Minutenstrafe erhöhten, blieb es auch dabei. Bilder vom Volleyball  

Erinnerung an Peter Hintze

Peter Hintze, verstorben am 26.11.2016
Peter Hintze, verstorben am 26.11.2016
Heute Vormittag lief die Meldung durch die sozialen Netzwerke, dass Peter Hintze gestorben ist. Ich habe Peter Hintze immer sehr geschätzt. Er hatte immer eine klare Position und hat sie mit Überzeugung vertreten, bei Bundestagsdebatten ebenso wie innerhalb der CDU bei Bundesparteitagen. Bis zu seiner Wahl als CDU-Generalsekretär1992 war er Staatssekretär bei Angela Merkel im Bundesministerium für Frauen und Jugend und EAK-Vorsitzender. 1995 vor über 20 Jahren habe ich Peter Hintze persönlich kennengelernt und erinnere mich noch heute an dieses erste Treffen. Im Januar 1995 war ich gerade erst einige Wochen Bundesgeschäftsführer der Jungen Union und war zum Antrittsbesuch beim CDU-Generalsekretär ins Konrad-Adenauer-Haus eingeladen.
Die Asterix-Krawatte von 1995
Die Asterix-Krawatte von 1995
Meine Kolleginnen in der Bundesgeschäftsstelle hatten mir geraten, dabei eine Krawatte umzubinden. Also habe ich erst einmal schnell eine gekauft – aber es sollte ja auch nicht ganz so konservativ sein. Mit dieser Krawatte begann das Gespräch. Peter Hintze wollte mir die Asterix-Krawatte abkaufen, weil er sich ausmalte, wie bei einer Bundestagsdebatte die Kameras darauf zoomen könnten. Über was wir sonst noch diskutierten, weiß ich heute nicht mehr, wahrscheinlich aber über Wahlkampf (es war die Zeit der “Rote-Socken-Kampagne”) oder die Frauenquote (für die Peter Hintze stritt). Danach gab es immer einmal wieder Begegnungen bei Veranstaltungen und Parteitagen und mich hat die offene, aber auch konsequente Haltung von Peter Hintze immer beeindruckt. Die Krawatte habe ich heute immer noch, weil ich sie damals Peter Hintze nicht verkaufte. Allerdings lagert sie heute nur noch im Schrank.