Gedenken an Yitzak Rabin und Besuch von Yad Vashem

Israel 15.10. (22)
Felsendom auf dem Tempelberg

Jerusalem beherbergt für viele Religionen die größten Heiligtümer. Nicht immer ist dabei der tolerante Umgang miteinander in vollem Umfang ausgeprägt. Bei unserem Besuch wollten wir aber auch neben dem Besuch der heiligen Stätten der Christen und Juden auch die Stätten der Moslems besuchen. Auf dem Tempelberg sind sowohl der Felsendom als auch die Al-Aqsa-Moschee. Am frühen Morgen gingen wir über eine Holzbrücke auf den Tempelberg. Ein Besichtigung von Felsendom um Moschee ist seit vielen Jahren für Touristen nicht mehr möglich.

Israel 15.10. (51)
Gedenkstätte Rabin

Mit dem Bus ging es danach nach Tal Aviv. Am Ort an dem Yitzak Rabin erschossen wurde legten wir für die CDU Thüringen einen Kranz nieder und gedachten des Einsatzes für den Frieden im Nahen Osten. Für die Stadtrundfahrt in Tel Aviv blieb zum einen zu wenig Zeit und war zu anderen der Verkehr zu stark. So beschränkten wir uns auf die Bauhaushäuser und die Templerhäuser und fuhren gleich nach Jaffa. Da ich Jaffa aber schon recht gut kenne lies ich mich gemeinsam mit einigen anderen aus der Gruppe vom Sandstrand locken und wir gingen ins Mittelmeer baden. Die Mittagspause in einem arabischen Restaurant war so üppig, dass wir nun bald die Kalorienreißleine ziehen müssen. Der Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem machte uns alle sehr betroffen. Yad Vashem wurde 1953 als Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust gegründet. Anlehnend an Jessaja 56.5. will man den Opfern „Denkmal und Name“ sein. Ein Denkmal unbestritten, aber auch den Opfer Gesichter und Namen zurück zu geben. Die Nationalhymne von Israel, die Hatikva (Hoffnung), wurde zu Begin der Ausstellung von Kindern gesungen. Kindern wird in der Kindergedenkstätte besonders gedacht. 5 Kerzen spiegeln sich und erwecken den Eindruck von Millionen Lichtern. Dazu werden die Namen von 3.000 ermordeten Kindern in verschiednen Sprachen mit ihrem Alter aufgerufen. Zum vorletzten Mal gingen wir am Abend in die Altstadt und unter andrem auf das Dach des Österreichschichen Hospizes mit einem tollen Blick über Jerusalem. Den Abend gestalteten die Mitglieder der Reisegruppe schließlich individuell mit mehr oder weniger Schlaf.

Hektische Betriebsamkeit an den heiligen Stätten

Israel 14.10. (3)
Menorah vor der Knesset
So wie bei unserer gesamten Reise, war auch heute die Aufteilung des Tages. Den Vormittag gestalteten wir hoch politisch, den Nachmittag mit dem Besuch der heiligen Stätten und am Abend wieder ein politisches Gespräch. Vor dem Besuch der Knesset, dem israelischen Parlament, versammelten wir uns an der Menorah. Der tonnenschwere siebenarmige Leuchter wurde Israel von Großbritannien geschenkt und ist eines der beliebtesten Fotomotive. Fotografieren ging in der Knesset hingegen gar nicht. Fotoapparate, Handys und sämtliche Taschen wurden aus Sicherheitsgründen eingesammelt. Der rote Teppich war auch nicht für uns ausgerollt, sondern für den Präsidenten Namibias. Dafür konnten wir uns aber mit zwei Parlamentsabgeordneten zum Gedankenaustausch treffen. Der Vorsitzende der israelisch-deutschen Parlamentariergruppe Jacob Edery bat uns um Unterstützung und Lobbyarbeit in Deutschland. Insbesondere das Atomprogramm des Iran sieht er mit zunehmender Sorge.  
Israel 14.10. (34)
In der Geburtskirche
Direkt von der Knesset ging es nach Bethlehem, durch die Mauer hindurch. Überrascht hat mich, dass in Bethlehem hektische Betriebsamkeit herrschte. Dies war in den letzten Jahren eher nicht so. Dies wirkte sich auch in der Geburtskirche aus. Gelegenheit dort etwas besinnlich zur Ruhe zu kommen gibt es eigentlich nur noch in der katholischen Kirche. Das gleiche Bild, noch etwas heftiger bot sich uns in der Grabeskirche in Jerusalem am späten Nachmittag. So viele Pilger und pausenloses Blitzlichtgewitter habe ich dort noch nicht erlebt. Vor dem Eingang zum Grab sorgte ein Mönch in der hitzigen Atmosphäre sogar handgreiflich für Ordnung und schob die Pilger durch die Gegend. Natürlich wollen alle Besucher Jerusalems zu allen heiligen Stätten und es ist gut, dass inzwischen wieder ungezählte Gruppen in der Stadt sind, aber viel Stimmung und religiöse Besinnung wird damit gestört.
Israel 14.10. (52)
Vor der Geburtskirche in Bethlehem
Für den Rückweg zum Hotel wählten wir die Via Dolorosa und konnten in der Abenddämmerung noch den Blick von der Dachterrasse des österreichischen Hospizes genießen. Ins Hotel kam zu uns am Abend der ehemalige Botschafter Israels in Wien, Dan Ashbel. Sein Vortrag über die aktuellen politischen Rahmenbedingungen rückte wieder vieles gerade, was wir in den letzten Tagen anders herum gehört haben. Er zitierte berechtigt einen israelischen Außenminister der einmal gesagt hat: „Die Palästinenser haben nie eine Gelegenheit versäumt, eine Gelegenheit zu versäumen.“. Seit heute Abend weis ich nun, dass ich in einem Palästinenserstaat wohl nicht leben könnte. In Gaza wird gerade gesetzlich geregelt, dass Männer nicht mit Frauen als Sozia Motorrad fahren dürfen. Das geht doch wohl gar nicht…

Gegensätzliches bei den Palästinensern

Israel 13.10 (8)
Schmidts Girls College
Am vierten Tag in Israel beginnt nun die Phase in der wir immer mehr Fragen, als Antworten finden. Die Gegensätze in den politischen Positionen werden greifbar und echte Lösungsvorschläge gibt es nicht und dennoch bleibt die Hoffnung. Die Hoffnung hat heute einen konkreten Namen und der lautet „Schmidts Girls College“. Mit unserer Gruppe besuchten wir die katholische deutsche Schule für Palästinensermädchen am Damaskustor und ihren Schulleiter Nikolaus Kircher heute Vormittag. Bereits vor vier Jahren habe ich Herrn Kircher kennen gelernt und freue mich, was er aus der Schule gemacht hat. Wir erlebten im Unterricht hochmotivierte und fröhliche Schülerinnen. 90 – 100 Prozent von ihnen werden nach dem Abitur studieren, viele im Ausland und hoffentlich danach ihr Land mit gestalten. Gleichzeitig erlernen und erfahren sie einen toleranten Umgang mit anderen Religionen. Vom Dach des benachbarten Pilgerhauses hatten wir einen wundervollen Blick auf die Altstadt und das Damaskustor – ein runder und gelungener Besuch.
Israel 13.10 (43)
Check Point
Nachdenklich haben uns auf der Fahrt nach Ramallah die Mauer und die Checkpoints gemacht. Auch wenn diese Mauer eine ganz andere Funktion hat, weckt sie unangenehme Assoziationen. Ich habe ein ähnliches System von Checkpoints bis jetzt nur zwischen Mexiko und den USA erlebt. Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung hatten wir im Restaurant Darna in Ramallah mehrere Gespräche mit führenden Palästinensern.   Ein halbes Dutzend Parlamentsabgeordnete, der Leiter des Politischen Ausschusses Abdullah Abdullah und der Kommissar für Auswärtige Angelegenheiten des Fatah Zentralkomitees Dr. Nabil Sha´ath waren unsere Gesprächspartner. Beide betonten die Position der Palästinenser auf ein Land in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt, finanzielle Entschädigung und Rückbau der Siedlungen sowie die Lösung des Flüchtlingsproblems. Die Forderungen sind nicht neu, aber einen realisierbaren Umsetzungsplan hat niemand.
Israel 13.10 (105)
Chefunterhändler Dr. Saeb Erekat
Auch nicht der palästinensische Chefunterhändler für die Israelisch-Palästinensischen Verhandlung  Dr. Saeb Erekat. Dr. Erekat war bereits Leiter der Madrider Friedenskonferenz und bereitete Camp David mit vor. Seine jetzige Verhandlungsaufgabe beschrieb er als „schwierigsten Job seit der Vermittlung zwischen Adam und Eva“. Er sei dabei ein Unterhändler ohne Land, Wirtschaft, Armee und Marine. Der Bau der Siedlungen hat Fakten geschaffen, die nur schwer zu verändern sind. Auf der Fahrt nach Ramallah sind wir an Siedlungen vorbeigekommen, die auf israelischer Seite der Mauer sind und bis zu 50.000 Einwohner haben. Sie befinden sich innerhalb der 1967 bestehenden Grenzen und reduzieren den 22 Prozentanteil an Land auf palästinensischer Seite weiter. Eine Lösung dieser Frage ist weit entfernt und wird unmöglich wenn beide Seiten auf ihrem Status Quo beharren. Ungeteilte Zustimmung erhielt Dr. Erekat für seine Position zur Bekämpfung von islamischen Fundamentalismus und Extremismus. Er sagte dazu müsse es Frieden zwischen Israel und Palästina geben und eine Demokratisierung der arabischen Welt müsse stattfinden.   Irritiert hat uns beim Besuch in Ramallah die Grabstätte von Arafat auf der Mukata. Diese Art der „Heldenverehrung“ für einen Mann der für viele Verbrechen die Verantwortung getragen hat stößt unangenehm auf. Ich hoffe der weiße Marmorbau mit daneben stehender Moschee wurde nicht auch noch mit EU-Mitteln bezahlt. Ein großes Dankeschön an die Konrad-Adenauer-Stiftung und deren Landesbeauftragten Felix Dane mit seinem Team und an Konstanze von Gehlen für die Organisation dieses Tages. Wir haben im besten Restaurant Ramallahs wunderbar gegessen, so wie vor uns schon Kofi Annan, Richard Gere und Joschka Fischer, wie die Bilder an der Wand belegten. Besonders lecker (und kalorienreich) Knefe aus Schafs- und Ziegenkäse, gegrillt mit viel süßen Zutaten. Die offenen Fragen und eine gewisse Ratlosigkeit was den Friedensprozess angeht liegen uns aber wahrscheinlich auch noch eine Weile schwer im Magen.
Israel 13.10 (124)
Goldstar - das israelische Bier!
Den Abend beschloss heute ein Besuch an der Klagemauer und danach eine Bummel durch die Neustadt und die Ben Jehuda. In einem kleinen Kellergewölbe lauschten wir den Klängen moderner jüdischer Musik und kamen mit jungen Juden ins Gespräch – so soll es sein!

Hoffnung in Israel pflanzen

Israel 12.10. (53)
Baumpflanzung in Israel
Die heiligen Stätten standen heute auf unserem Reiseprogramm und zugleich wollten wir den Bogen hin zur Zukunft in Israel schlagen. Auf der Fahrt nach Nazareth über das inzwischen recht gut ausgebaute Autobahnnetz kamen wir am Berg der Verklärung Jesu (Matthäus 17.1) vorbei. Auch sonst gab es rechts und links der Straße viel zu entdecken, vor allem dann auch das pulsierende Nazareth, welches zu Jesus-Zeiten eher ein verschlafenes Nest war. Vor der Verkündigungsbasilika lasen wir aus dem Neuen Testament Lukas 1.26. Die Kirche in modernem Baustil beeindruckte vor allem durch ihre Internationalität. Die Fester, Türen und Deckenfenster stammen aus Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern. Um und in der Kirche sind Mosaiken mit der Darstellung von Maria und Jesu verteilt. Zahlreiche Länder stifteten Ende der 80iger Jahre diese Bilder und setzten ihre eigenen Akzente.
Israel 12.10. (27)
Unterbrochene Mauer als Zeichen der Hoffnung
Auf dem deutschen Mosaik sind neben Maria ein junger Mann und eine junge Frau abgebildet, die sich unter der Mauer die Hand reichen. Lange vor dem Mauerfall drückte dies vor allem Hoffnung aus. Hoffnung wollten wir auch in Israel pflanzen und so fuhren wir nach Nazareth zu einem Projekt des jüdischen Nationalfonds KKL. Seit 1912 wurden 200 Millionen Bäume in Israel gepflanzt. Ziel ist es die Wüste (über 60 Prozent des Landesgebietes) zu begrünen. Aus aller Welt kommen Menschen nach Israel und viele pflanzten so wie wir Bäume. 25 Zypressen, Kiefern und Pinien pflanzten wir und hoffen, dass sie in den nächsten 20 Jahren heranwachsen werden. Dazu brauchen sie vor allem Wasser. Am See Genezareth konnten wir sehen wie viel davon dem Land fehlt. Der See ist 24 km lang und bis zu 50 m tief. Derzeit fehlen aber davon 6 Meter und so mussten wir beim traditionellen Bad im See diesmal einige Meter weiter in den See hineingehen, um schwimmen zu können.
Israel 12.10. (118)
Abendsonne über dem See Genezareth
In Kafernaum war es heute relativ leer und so konnten wir am authentischen Ort auch wieder aus der Bibel Lukas 4.31 lesen – Jesus in der Synagoge. Tabgha, die Kapelle der Brotvermehrung (Johannes 6), und der Berg der Seligpreisung (Matthäus 5-7) bildeten den Abschluss unseres Besuchs der heiligen Stätten. In der Abenddämmerung liefen wir den Weg vom Berg zum See und gelangten zweieinhalb Stunden später wieder nach Jerusalem. Ein Abendspaziergang an die Klagemauer und eine nette Runde beim „Granatapfelmann“ am Damaskustor rundeten den Tag ab.

Von der Himmelfahrtskirche zum Treffen mit den Jeckes

Israel 11.10. (39)
Blick vom Ölberg auf Jerusalem
Mit einem Gottesdienst starteten wir in den Sonntagmorgen und mit der Himmelfahrtskirche hoch über Jerusalem konnten wir keinen besseren Ort finden. Pfarrer Michael Wohlrab gestaltete den Abendmahl-Gottesdienst der von der Orgel aus Frankfurt an der Oder begleitet wurde. Darüber hinaus gibt es in der Himmelfahrtskirche einen echten Thüringer Bezug. Seit 100 Jahren läuten dort vier Apoldaer Glocken. 1898 besuchte Kaiser Wilhelm II Jerusalem und lies neben anderen Gebäuden auch die Himmelfahrtskirche in Jerusalem bauen. Pfarrer Wohlrab gab uns die richtige Einstimmung auf die nächsten Tage im heiligen Land. Zu Beginn des dichten Programm tat Besinnung und Einkehr gut. Zugleich erfuhren wir aber auch von der Situation der Christen in der heiligen Stadt. Überrascht hat uns dabei, dass es heute in Jerusalem nur noch 6.000 bis 10.000, also 1,2 Prozent, Christen, gibt. Demgegenüber gibt es in Jerusalem 65 christliche Kirchen. Pfarrer Wohlrab setzt auf die Christen als Brückenbauer zwischen Juden und Palästinensern. Die Liedzeile „Vertraut den neuen Wegen“ begeleitete uns durch den Tag und sollte das Motto bleiben.   Einen wundervollen Blick hatten wir vom Ölberg auf die Stadt. Der Mount of Olives hat heute nur noch wenig Olivenbäume zu bieten, die meisten noch im Garten der Kapelle von Dominus Flevit und im Garten Gethsemane, unsere beiden nächsten Besuchspunkte. Dazu begleiten uns die Bibelworte nach Lukas 19.37 „Jesus kommt nach Jerusalem“ und Lukas 19.41 „Jesus weint über Jerusalem“. Die Mittagspause verbrachten wir in einem Kibutz mit Blick auf Bethlehem und danach machten wir noch einen Fotostopp an der Hass-Promenade. Gar nicht so einfach 63 Leute auf ein Bild zu bringen!
Israel 11.10. (106)
Thüringer in Jerusalem
Im Konferenzzentrum der Konrad-Adenauer-Stiftung „Mischkenot Shananim“ erhielten wir einen guten Überblick über die aktuelle politische Situation in Israel. Ari Rath, bis Anfang der 90er Jahre Herausgeber der Jerusalem Post schilderte mit den Worten „wir leben bis heute von einem Krieg zum nächsten“, die ständige Sorge um die Bedrohung durch die arabischen Nachbarn. Gleichzeitig erscheint die Lösung der Siedlungsfragen und des Status von Ostjerusalem nahezu unmöglich. Ob seine Erwartung an die heutigen Gespräche zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Nethanyahu und US-Vermittler David Miller sich erfüllen und neue Verhandlungen in Gang bringen, werden wir morgen erfahren. Die Thüringerin Avital Ben Chorin schilderte in bewegenden Worten ihren Weg von Thüringen nach Jerusalem, der für den Weg vieler Jeckes steht, die am Nachmittag mit uns gemeinsam bei der KAS zu Gast waren. Die Jeckes wollten von uns aber auch wissen, wie es heute in Thüringen und Deutschland ist und welche politischen Entwicklungen sich nach der Bundestagswahl abzeichen. Mein Vortrag über die politische Situation nach den Wahlen im Superwahljahr und das jüdische Leben in Thüringen griffen die Jeckes in der anschließenden Gesprächsrunden auf. Mit dem zweiten Chefankläger beim Eichmann-Prozeß Gabriel Bach diskutierte ich wie wichtig die umfassende Aufarbeitung der NS-Verbrechen war und immer noch ist. Ich freue mich darüber, dass einige der Jeckes regelmäßig wieder nach Deutschland kommen und insbesondere mit Schülern sprechen. Der KAS gebührt dieser Dank ebenso, weil sie dies mit zahlreichen Veranstaltungen beleitet. In Jerusalem hat KAS-Chef Dr. Lars Hänsel für uns sehr gute Programmpunkte ausgewählt, der heutige war einer davon.

Erfurt – München – Tel Aviv

Israel 10.10. (20)
Jerusalem
Am Ende eines langen Reisetages standen wir bewegt und beeindruckt an der Promenade am Mt. Scopus und blickten auf die heilige Stadt Jerusalem, die Altstadt und den Tempelberg. Auszüge aus der Bibel beschrieben dazu den Einzug nach Jerusalem.   Für die Israel-Pilger-Gruppe der CDU Thüringen hatte der Tag bereits in der Nacht um zwei Uhr in Erfurt begonnen. Bei 11 Grad Celsius versammelten sich zwei Drittel der Reisegruppe am Thüringer Landtag in Erfurt und starteten mit dem Bus nach München. Bereits drei Stunden vor dem Abflug mussten wir in der Halle F am Terminal 2 auf dem Flughafen München sein. Der Rest der Reisegruppe hatte die direkte Anreise nach München gewählt. Für diejenigen, die zum ersten Mal nach Israel flogen, war die umfängliche Sicherheitskontrolle ungewohnt. Befragungen von jedem der 63 Gruppenteilnehmer und intensive Gepäckkontrollen zogen sich hin, gaben aber das Gefühl im Flugzeug sicher zu sein. Die Boing 767 der Chartergesellschaft Al Sun D´Or war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Am Sabbat fliegt die nationale Fluggesellschaft El Al nicht, lediglich ihre Chartertochter kann Touristen ins Land bringen.   Bei der Ankunft in Tel Aviv nach dreieinhalb Stunden Flugzeit wehte uns ein warmer Sommerwind mit 29 Grad Celsius entgegen. Die Jacken verschwanden in den Koffern und werden dort wohl die nächste Woche bleiben. Die Aufteilung unserer großen Gruppe auf die beiden Busse dauerte eine Weile. Obwohl ich 1992, 1994 und 1997 auch schon sehr große Gruppen der Jungen Union mit jeweils über 40 Teilnehmern auf Israel-Tour leiten durfte, ist eine Gruppe mit mehr als 60 Teilnehmern deutlich schwieriger zu koordinieren. Meine ehemalige Landtagskollegin Annette Lehmann wird daher den zweiten Bus betreuen. Unsere beiden Reiseleiter Nora Pugatsch und Ralf Lewinson werden uns in den nächsten Tagen ihre Heimat näher bringen und unzählige Fragen beantworten.
Israel 10.10. (30)
Klagemauer in Jerusalem
Heute Abend führte ein kurzer Stadtrundgang die meisten der Thüringer noch an die Klagemauer, wo zu Ende des Sabbat getanzt, gesungen und gefeiert wurde. Vom Olive-Tree-Hotel ist die Altstadt über das Damaskustor innerhalb weniger Minuten zu erreichen und so werden wir wohl häufiger den Abend bei einem guten alten Bekannten am Damaskustor beschließen. Ein armenischer Christ betreibt dort ein kleines Kaffee und ist zu recht stolz auf den besten frischgepressten Granatapfelsaft von Jerusalem. Bei Wiedersehen mit ihm gab es ein großes Hallo und wir konnten nur mühsam verhindern, dass gleich am ersten Abend eine große Wasserpfeife auf unserem Tisch landete.

Thüringer Union pilgert nach Israel

israel
Deutsch-Israelische Partnerschaft

Die Thüringer Union unternimmt vom 10. bis zum 17. Oktober 2009 mit ihren Mitgliedern und Sympathisanten eine Pilgerreise nach Israel. Unter den 63 Teilnehmern sind die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann, der ehemalige Europaabgeordnete Rolf Berend und weitere aktuelle und ehemalige Landtagsabgeordnete und Bürgermeister. Der CDU-Politiker Michael Panse leitet die Reise ins Heilige Land.

Auf ihrer Pilgerreise wird die Thüringer Union u.a. den  Chefunterhändler für die israelisch- palästinensischen Verhandlungen, Dr. Sael Erekat, in Ramallah treffen. In der Knesset sprechen die Thüringer mit dem Kadima-Abgeordneten Jacob Edery. Er ist ehemaliger Minister und jetziger Vorsitzender der israelisch-deutschen Parlamentarier-Gruppe. Außerdem besuchen die Pilgerreisenden u.a. die Universität Bethlehem und legen einen Kranz an der Gedenkstätte Rabin in Tel Aviv nieder.

„Unsere Identität in Thüringen ist ganz vielfältig mit der jüdischen Kultur verbunden. In Erfurt wurde eine der ältesten erhaltenen Synagogen Mitteldeutschlands und fast gleichzeitig ein Goldschatz gefunden, der zeigt, wie stark das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Erfurt vom jüdischen Leben geprägt war. Auf unserer Pilgerreise begeben wir uns auf die Spuren unserer Geschichte und wollen die Partnerschaft zwischen Thüringen und Israel bereichern“, sagte Michael Panse. Der CDU-Politiker erinnerte an die zahlreichen Schulpartnerschaften und Jugendbegegnungen, an den Austausch von Wissenschaftlern und Wirtschaftsexperten zwischen Thüringen und Israel sowie an die Zeitzeugengespräche.

„Dennoch haben wir noch Nachholbedarf. Denn die Anfänge unserer Beziehungen liegen erst knapp zwei Jahrzehnte zurück. Es gab in der DDR weder diplomatische Beziehungen noch offizielle Partnerschaften und Kooperationen mit Israel. Insbesondere die jungen Menschen sollten die Chance der Begegnung nutzen. Dazu möchten die CDU Thüringen weiterhin ihren Beitrag leisten“, so Panse. Für die Thüringer Union hat der Austausch mit Israel einen wichtigen Stellenwert. Michael Panse organisiert bereits seit 1992 Delegationsreisen dorthin.

Die Reise nach Israel knüpft an die erfolgreichen  Pilgerreisen 2006 nach Rom und 2008 nach Paris an. Der damalige CDU-Generalsekretär und heutige Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Mike Mohring, hatte die Pilgerreisen im Rahmen der Erarbeitung des Grundsatzprogrammes „Was uns verbindet.“ der CDU Thüringen ins Leben gerufen.

 

100 Jahre Tel Aviv – Masel tov!

Strandansicht Tel Aviv
Strandansicht Tel Aviv
Der israelische Journalist Igal Avidan war gestern Abend in der Erfurter Kunsthalle zu Gast und hielt vor über 60 interessierten Zuhörern einen Vortrag zum 100. Geburtstag von Tel Aviv.   Die Deutsch-Israelische Gesellschaft hatte den 1962 in Tel Aviv geborenen Politikwissenschaftler und Buchautor eingeladen. Mit historischen Fotos begleitet war seine Zeitreise durch die letzten 100 Jahre  für mich eine gute Eisntimmung auf unsere Israel-Reise ab kommenden Samstag. Wir bei allen Fahrten zuvor werden wir nicht nur in Tel Aviv mit dem Flugzeug ankommen, sondern uns auch Zeit für Jaffa, die Stadt und den Strand nehmen.   Auf viele der noch vorhandenen kleinen Häuser und die Straßenzüge im Bauhausstil werde ich dieses Mal mit einem andreren Blickwinkel schauen. Als Geburtsstunde von Tel Aviv gilt der 11. April 1909. Als Gründer benannte Avidan den in Weissrußland geborenen Akiva Arie Weiss, der am Tag des Pessachfestes mit rund 100 Menschen am Strand die erste Verlosung von den erworbenen Grundstücken organisierte. Durch die zahlreichen Neueinwanderer wuchs die Stadt schnell und wurde zum kulturellen und politischen Zentrum lange schon bevor 1948 in Tel Aviv der Staat Israel proklamiert wurde. Zum Jubiläum wünsche ich Tel Aviv “Masel tov” und freue mich darauf nächste Woche Mittwoch wieder entlang des Strandes zu spazieren und Alt-Jaffa zu erleben.

Neues von der roten Traurigkeit?

Mit der Entscheidung der Thüringer SPD-Führung Koalitionsverhandlungen mit der CDU aufzunehmen geht zwangsläufig das Interesse der Medien und der Öffentlichkeit an den linken ganz Linken zurück. Während sich Bodo Ramelow in den letzten Wochen noch regelmäßig über das Interesse von diversen Fernsehsendern freuen konnte, muss er nun die Meldungen wieder selbst produzieren. Am Wochenende hat er es in einem Interview mit der Welt schon einmal versucht.  
Bodo Ramelow - der Lack ist ab!
Rote Traurigkeit
 Im Wahlkampf plakatierte die Linke flächendeckend “Bundeswehr raus aus Afghanistan” und proklamierte sich zur einzigen Friedenspartei. Selbst im Kommunal- und Landtagswahlkampf warb die Linke so.  Nun wenige Tage nach der Wahl erklärte nun Ramelow “Uns geht es nicht um einen sofortigen Abzug. Das wäre wie eine Flucht damals aus Vietnam.”. Diese Positionsbeschreibung soll sicher dazu dienen sich bei der SPD im Bund akzeptabler zu machen, war aber wohl nicht mit der Führungsriege der Linken abgesprochen. Jedenfalls erklärte Lafontaine postwendend: “Die Position der Linke ist klar: Wir sind für einen sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.”. Die Wähler der Linken dürften zu Recht verwirrt sein.   Also, mal wieder alles unklar. Im Kampf um mediale Beachtung lässt Bodo Ramelow mal hin und wieder einen Ballon steigen, den dann seine Parteiführung zum platzen bringt. Dies war bei den Sondierungsgesprächen und seinen Verzicht auf das Ministerpräsidentenamt nicht anders, wie es jetzt läuft. Ich bin mir sicher: er wird uns weiter mit Meldungen versorgen…

Tag der Deuschen Einheit

Wir sind ein Volk
Aufkleber: Wir sind ein Volk!
Heute ist ein Feiertag – unser Feiertag! Vor 20 Jahren sind die Menschen im Osten Deutschlands auf die Straßen und Plätze gegangen, um für Freiheit zu demonstrieren. Ein Jahr später am 3. Oktober 1990 war die Wiedervereinigung Wirklichkeit. Heute 19 Jahre danach ist es gut immer wieder an die Werte der Freiheit zu erinnern. Die Erfurter CDU tut dies traditionell mit einer konzertanten Andacht in der Michaeliskirche. In diesem Jahr wurde die Andacht vom Hochheimer Männerchor umrahmt und Pfarrer Lindner sprach die geistlichen Worte. Auch am gestrigen Abend wurde ich sehr an die Tage vor 20 Jahren erinnert. Bei der Verleihung des Erfurter Kulturpreises an den Verein “Herbstlese” (Herzlichen Glückwunsch!) sprach Friedrich Schorlemmer die Laudatio. Vor 20 Jahren stand Schorlemmer als Bürgerrechtler in der ersten Reihe und war Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs. Auch heute lebt Demokratie vom Mitmachen. Der Tag der Deutschen Einheit ist Grund zum Feiern. Dazwischen bleibt aber auch Zeit für der Deutschen liebstes Hobby. Am Nachmittag bin ich im Stadion beim Spiel RWE-Bayern II (wer hätte daran vor 20 Jahren geglaubt?).