Verärgert hat der Erfurter Stadtratsvorsitzende Michael Panse (CDU) auf Aussagen der Stadtverwaltung zur bevorstehenden Stadtratssitzung reagiert. Die Stadtverwaltung erklärte, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Stadtratssitzung entweder geimpft oder genesen sein müssen oder einen zertifizierten Test von einem Testzentrum vorweisen müssen. Mehrere Fraktionen hatten daraufhin gefordert, Testmöglichkeiten in der Thüringenhalle zu organisieren, um die Sicherheit der Stadträtinnen und Stadträte, aber auch die der Verwaltungsmitarbeiter zu gewährleisten. Michael Panse erklärt dazu:
„Als Stadtratsvorsitzender appelliere ich an die Verwaltungsspitze, dieses Problem bis zum kommenden Mittwoch zu klären und für ausreichenden Schutz zu sorgen. Angesichts der extrem hohen Inzidenz hat der Oberbürgermeister angekündigt, den Katastrophenfall in Erfurt ausrufen zu wollen und dazu eine Allgemeinverfügung zu erstellen. Dies erscheint richtig und notwendig, um zu verhindern, dass zahlreiche Erfurterinnen und Erfurter Weihnachten in Quarantäne verbringen müssen. Ich erwarte, dass das gleiche Verantwortungsgefühl auch im Umgang mit den ehrenamtlichen Stadträtinnen und Stadträten sowie den sonstigen Teilnehmern der Stadtratssitzung zum Tragen kommt.
Im Frühsommer war es problemlos möglich, vor den Sitzungen Testmöglichkeiten in der Thüringenhalle anzubieten. Zahlreiche Veranstalter können und tun dies derzeit auch. Ehrenamtliche Stadträtinnen und Stadträte haben in der Regel mehrmals wöchentlich Ausschusssitzungen und monatlich ein bis zwei Stadtratssitzungen – alles in der Regel in den Abendstunden und mit einer Teilnahmeverpflichtung. Ich möchte ein hohes Maß an Sicherheit für alle Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen haben. Dazu ist ein obligatorischer Test vor der Stadtratssitzung für alle, also auch für Geimpfte und Genesene, eine Grundvoraussetzung. Ich sehe hier den Oberbürgermeister in der Pflicht, für ein Testangebot zu sorgen. Unabhängig davon appelliere ich an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich vor der Sitzung selbst zu testen.“
Sieht schon gut aus an der Bahn
Übernächstes Wochenende soll in Oberhof der 5. Junioren-Weltcup im Rennrodeln stattfinden. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Gestern war ich dazu in meinem neuen Amt als Vizepräsident des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes an der Rennschlittenbahn im winterlichen Oberhof. Die ehrenamtlichen Helfer und Mitarbeiter des Organisationskomitees haben sich zur Vorbereitung getroffen. Ihnen allen gebührt ein riesengroßes Dankeschön. In dieser Woche war der Tag des Ehrenamtes und ich bin immer wieder erfreut darüber, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren. Gerade in Corona-Zeiten ist dies nicht selbstverständlich.
Heute und morgen wird es an der Bahn die letzten Abnahmen geben. Da sich die Bahn in der Endphase der Umbauarbeiten befindet, zugleich aber bereits der Trainings- und ab dem Juniorenweltcup auch der Wettkampfbetrieb läuft, bin ich gespannt auf die “Generalprobe”. Ich werde während des Weltcupwochenendes an allen Tagen mit vor Ort in Oberhof sein und in den Marketingbereich mit reinschnuppern und mich um das Hygienekonzept zu Corona kümmern. Im Januar wird der Wintersportfahrplan dann richtig eng – zwei Weltcupwochenenden in Winterberg stehen für mich dann im Kalender und natürlich unser Heimweltcup in Oberhof.
Demokratiezufriedenheit und die Einstellung der Thüringerinnen und Thüringer zu extremen Thesen stehen von Anbeginn im Mittelpunkt der Untersuchungen des Thüringen-Monitors. Seit dem Jahr 2020 gibt es diese jährliche Langzeitstudie schon und sie liefert viele Daten als Empfehlungen an die Politik.
Heute wurde der Thüringen-Monitor 2021 vorgestellt. dazu wurden im Juni und Juli 2021 1.100 wahlberechtigte Thüringerinnen und Thüringer befragt. Die Befunde sind somit nicht tagesaktuell, aber trotzdem bemerkenswert. “Demokratie in der Corona-Pandemie” ist der Titel und das Kurzfazit: immerhin jeder dritte Thüringer mutmaßt geheime Verschwörungen bei der Corona-Pandemie. Die Mehrheit hingegen ist trotz der Corona-Maßnahmen mit der Demokratie zufrieden. Erschreckend finde ich einen weiteren Befund. Antisemitismus ist in Thüringen nach wie vor verbreitet und nimmt getarnt als Kritik am Staat Israel zu.
Der Thüringen-Monitor wird in der kommenden Woche im Thüringer Landtag Gegenstand einer Regierungserklärung sein und sicher auch intensiv diskutiert werden. Ich erinnere mich an die vielen Monitore, die wir im Landtag in der Vergangenheit debattiert haben. Ich würde mir wünschen, dass mehr in politische (schulische und außerschulische) Bildung investiert wird. Insbesondere bei der politischen Bildung in der Schule hängt Thüringen weit zurück. Wir werden mit der Landeszentrale für politische Bildung den Thüringen-Monitor im Februar kommenden Jahres vorstellen – vielleicht gibt es bis dahin ja auch Handlungsempfehlungen. Immerhin wird ja in der Zwischenzeit der Landeshaushalt diskutiert…
Thüringen-Monitor 2021
Der MDR hat mal wieder nachgefragt…
Inzwischen ist die Buga 2021 schon wieder zwei Monate vorbei, aber eines der Buga-Projekte ist auf dem weg zur “Unvollendeten”. Der Bastionskronenpfad war lange umstritten und es gab rechtliche Auseinandersetzungen um den Verlauf. Allerdings hat sich der Stadtrat klar zum Bau bekannt und die Stadt hat schließlich auch in einem erheblichen Umfang Fördermittel erhalten und verbaut.
Dennoch wollten die Grünen bei der Beschlussfassung zum Haushalt 2021 das Projekt noch stoppen. Da dies zu großen Rückzahlungsverpflichtungen der Stadt und zum Rückbau des begonnenen Projektes geführt hätte, votierte der Stadtrat gegen den grünen Vorschlag und verband dies mit der Hoffnung, dass das Projekt zeitnah nach der Buga fertig wird. Seit dem ist nicht mehr viel passiert und der Bau ruht seit vielen Wochen. Zugleich ist die Lauentorstraße weiter gesperrt.
Die drohende Bauruine
Auf Nachfragen reagiert die Stadt schmallippig und will erst im Januar den Stadtrat informieren, welche Konsequenzen der momentane Bauverzug hat. Ich denke, dass die als Ursache benannten Material- und Statikproblem nur ein Teil der Wahrheit sind. Mindestens ebenso problematisch dürfte die Entwicklung der Kosten sein. Kommende Woche werden wir im Stadtrat die erste Lesung des Haushalts 2022/2023 haben. Spätestens dann muss die Verwaltung die “Hosen runter lassen”.
1992 und 2009
Angela Merkel hat zum Abschied noch einmal überrascht. Zum großen Zapfenstreich der Bundeswehr zu ihrer Verabschiedung aus dem Amt als Bundeskanzlerin hat sie sich mit “Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael” von Nina Hagen ein Stück gewünscht, zu dem sich nicht nur das Bundeswehrorchester erst die Noten besorgen musste. Auch vielen Westdeutschen dürfte der gefeierte Ost-Hit aus den 70ger Jahren unbekannt gewesen sein.
Mit diesem Liederwunsch hat sie noch einmal den Fokus auf den Osten der Republik gelenkt, wie sie es während ihrer politischen Karriere immer wieder gemacht hat. Ich gehörte und gehöre zu den Fans von Angela Merkel. Mich hat diese Frau immer wieder beeindruckt. Dank, Respekt und Anerkennung gebührt ihr für ihre Lebensleistung!
Ich kenne Angela Merkel seit 1990. Damals war sie Pressesprecherin des Demokratischen Aufbruchs. 1992, als das obere Foto entstand, war sie Bundesministerin für Frauen und Jugend. 2009, als das zweite Foto entstand, war sie Bundeskanzlerin.
Immer wieder konnte ich Angela Merkel treffen – in kleinen Gesprächsrunden mit Gründungsmitgliedern des DA, als sie Generalsekretärin der CDU war, bei vielen Parteitagen und Deutschlandtagen und bei ungezählten Wahlveranstaltungen. Angela Merkel hat 16 Jahre unser Land gut geführt. Wir werden uns nach ihr zurück sehnen – auch ihre Kritiker. In meiner Fotosammlung bei Flickr gibt es viele Bilder, die mich an gute Veranstaltungen mit Angela Merkel erinnern. Zum Glück hatte ich immer den Farbfilm dabei
Im Erfurter Sportgymnasium
Leider waren weder unsere Nachwuchstalente im Volleyball noch die Black Dragons im Eishockey an diesem Wochenende erfolgreich. Noch ist der Besuch der Spiele mit 2G+ möglich – für mich also geboostert und getestet. Da ich mit meinem jüngsten Sohn am Wochenende zudem auch noch Tennis spielen war, hat sich der mehrfache Testaufwand gelohnt.
Während beim Regionalligaspiel unserer Nachwuchstalente, den Volley Juniors Thüringen, gegen VCO Dresden II noch der feste Stamm an Zuschauern da war (mit Maske und ausreichend Abstand), waren es beim Eishockey nur noch rund 380 Zuschauer und damit der harte Kern der Fans. Die Sportarten bekommen inzwischen alle deutlich die Einschränkungen und auch die steigende Vorsicht der Zuschauer zu spüren und ich befürchte es wird nur noch wenige Tage dauern und es dürfen gar keine Zuschauer mehr zu den Wettkämpfen.
Verpasst haben die abwesenden Zuschauer zwei spannende Spiele – allerdings auch beide mit dem aus Erfurter Sicht unglücklichen Ausgang einer Niederlage. Unsere Regionalliga-Mädels legten in der Halle am Sportgymnasium gut los und führten schnell 2:0 gegen Dresden. Damit war zumindest der erste Punkt der Saison gesichert. Leider blieb es auch dabei, denn die folgenden drei Sätze gewann Dresden.
Beim Eishockey lag Erfurt (mit nur zwei Reihen angetreten) schnell 0:2 zurück und brauchte bis Mitte des 2. Drittels, um sich davon zu erholen und heran zu kommen. Im letzten Drittel meinte es allerdings der Schiedsrichter nicht gut mit den Drachen. Ein reguläres Tor zum 3:3 wurde erst gegeben und danach wieder aberkannt. Schließlich nutzte Rostock das leere Tor und stellte den 2:4 Endstand her. Danach wurde es noch einmal ruppig auf dem Eis, aber das Ergebnis änderte sich nicht mehr. Für das am Freitag anstehende Spiel brauchen die Drachen wieder dringend eine größere Kapelle, um zu bestehen. wenn es geht, werde ich wieder dabei sein.
Bilder aus der RegionalligaBilder vom Eishockey
Erledigt!
Selbstverständlich habe ich mich boostern lassen – genauso selbstverständlich. wie ich vor fünf Monaten meine zweite Impfung und sechs Wochen zuvor die erste bekommen habe. Ich bin fest überzeugt davon, dass ich damit mich und die Menschen die mir wichtig sind schützen kann.
Es gibt keinen absoluten Schutz. Ich kenne viele Menschen in meinem Umfeld, die trotz vollständiger Impfung infiziert wurden. Aber bei ihnen sind die Erkrankungen relativ mild abgelaufen. Erfreulicherweise gibt es jetzt eine große Nachfrage nach Impfterminen, allerdings steigen die Infektionszahlen immer weiter. Deshalb habe ich auch Verständnis für die in den nächsten Tagen und Wochen notwendigen Einschränkungen. Es stehen unangenehme Tage bevor und ich glaube auch, dass wir weder um einen Lockdown noch um eine allgemeine Impfverpflichtung herum kommen werden. Vor einer Woche hatten wir eine Diskussionsrunde mit dem ärztlichen Direktor des Helios-Klinikums und auch da war die Entwicklung bereits absehbar.
Es war ärgerlich, dass wir die Woche in Erfurt damit verbracht haben, über den Weihnachtsmarkt zu diskutieren. Ich hätte mir gewünscht, dass wir mehr über die Ausweitung von Test- und Impfmöglichkeiten diskutiert hätten.
Bei der Regierungs-Pressekonferenz
Gestern hat die Landesregierung die Inhalte der neuen Corona-Verordnung vorgestellt. Ja, es sind erhebliche Einschränkungen. Aber ich glaube, dass sie notwendig sind. Was seit dem Anfang der Pandemie gilt ist auch heute aktuell – Abstand halten, regelmäßig testen und impfen seitdem die Impfstoffe zugelassen sind. Wer diese drei Punkte in Abrede stellt, hat nicht verstanden, was gerade passiert.
Für unseren Oberbürgermeister habe ich an dieser Stelle kein Verständnis. Er ist mit der Diskussion um den Weihnachtsmarkt ein schlechtes Vorbild. Vor einem Jahr haben wir in einem breiten Konsens Maßnahmen getroffen – Maskenpflicht in der Innenstadt, Kontaktbeschränkungen und die Schließung der Geschäfte. Heute steigen die Inzidenzzahlen täglich auf neue Rekordwerte – aktuell auf 630. Die Intensivstationen sind voll und erste Patienten müssen verlegt werden. Ein Weihnachtsmarkt mit Glühweinständen passt da nicht in die Zeit.
Alkohol und Nähe begünstigen die Ausbreitung des Virus. Der OB hat bei der gestrigen Eröffnung des Weihnachtsmarktes an die Besucher appelliert, Abstand zu halten. Er selbst halt sich nicht daran – Bilder des Oberbürgermeisters mit Glühwein in der Hand, ohne Maske und im angeregten Gespräch mit Bürgern machen mir Sorgen.
Heute berät ab 11 Uhr der Thüringer Landtag in einer Sondersitzung. Ich hoffe der Landtag wird sich klar positionieren und den wirren Ideen der Eisenacher Oberbürgermeisterin (Linke), des Erfurter Oberbürgermeisters (SPD) und des Weimarer Oberbürgermeisters (Parteilos) eine klare Absage erteilen.
Wochenendprogramm
Ausgesprochen sportlastig war bei mir das Wochenende und dies sowohl aktiv, als auch passiv. Die obligatorische Squash-Runde und mehrmals die Fitnessrunde im Sportpark Johannesplatz gab es und ich bin froh, dass dies dieses Jahr (noch) geht. Letztes Jahr war um die Zeit schon alles zu und ich befürchte, das kommt dieses Jahr auch noch.
Im Sportpark konnte ich nebenbei auch die Wettkämpfe am Weltcupwochenende in China (Rennschlitten) und Innsbruck (Bob) verfolgen. Unsere Thüringer Starterinnen und Starter machen Mut für die Olympiasaison. Ich freue mich jetzt schon auf die Weltcups in Oberhof und Winterberg. Zuschauer war ich am Wochenende auch mehrmals – Freitag beim Volleyball Münster gegen Potsdam und danach beim Eishockey in der Kartoffelhalle.
Die Black Dragons boten ein Wahnsinnspiel. Seit 22 Jahren gehe ich regelmäßig zu den Black Dragons, aber so ein Spiel habe ich noch nicht erlebt. Gegen die Vorjahresmeister Hannover Scorpions haben die Black Dragons bereist letzte Woche gewonnen, insofern waren sie gewarnt. Allerdings offensichtlich nicht genug, denn im ersten Drittel klingelte es gleich sensationelle sechs Mal im Kasten der Scorpions. Im zweiten Drittel ging das weiter zum 8:0 bevor die Drachen den Scorpions zwei Gegentore im Schlussdrittel erlaubten.
Diese Überraschung war unseren Damen am Samstagabend nicht vergönnt. Wie in den letzten Jahren auch, war ich beim Auswärtsspiel in Dresden dabei und unsere Damen von Schwarz-Weiß Erfurt reisten als krasser Außenseiter zum Deutschen Meister. Allerdings spielten sie vor 800 Zuschauern (mehr waren coronabedingt nicht erlaubt und ab Montag gibt es in Sachsen nur noch Geisterspiele) unbeschwert auf. Der erste Satz ging mit 25:20 klar an uns. Allerdings die nächsten zwei ganz klar an Dresden (17:25 und 12:25). Im letzten Satz machten es unsere Mädels doch noch spannend und mussten sich mit 26:28 nach zwei vergebenen Satzbällen knapp geschlagen geben.
Den Schlusspunkt unter das sportliche Wochenende haben in der Nacht zum Montag die Kansas City Chiefs gesetzt. Das Spiel gegen die Cowboys (Lieblingsteam meines Sohnes) wurde live im TV übertragen und dadurch wurde es eine lange Nacht – 1:45 Uhr hatten die Chiefs mit 9:19 gewonnen 😉
In der Margon-Arena
Wieder einmal eine gute Leistung abgeliefert, aber wieder ganz knapp am Punktgewinnvorbei. Beim Auswärtsspiel in der Margon-Arena war ich, wie in den letzten Jahren auch, dabei und habe unser Team kämpfen sehen. Auch den rund 800 Zuschauer war die Überraschung anzumerken, dass Erfurt den ersten Satz dominierte und nach zwei schlechten Sätzen im vierten Satz noch einmal stark zurück gekommen ist. Nachfolgend der Spielbericht unseres Presseprechers Stephan Siegl:
“Schwarz-Weiß Erfurt verliert das mitteldeutsche Derby beim Meister Dresdner SC mit 1:3 (25:20, 17:25, 12:25, 26:28) und lässt die Chance auf zumindest einen Punktgewinn liegen. 25:24 und 26:25 steht es in der „Overtime“ des vierten Satzes für die Thüringerinnen.
Ein erfolgreicher Ball fehlt jeweils, um den gastgebenden Dresdner SC in den Tiebreak zu zwingen. Nach erfolgreicher Abwehr der gegnerischen Angriffe ist die Chance für die SWE-Angreiferinnen da, um den einen kleinen Punkt zur halben Glückseligkeit zu machen und den Entscheidungssatz zu erzwingen – er gelingt nicht. Stattdessen nutzen die Waibl-Schützlinge ihren zweiten Matchball und nach einer langen Rallye verwandelt Dresdens Linda Bock zum 28:26.
Das Spiel mit vielen Aufs und Abs ist vorbei, der Favorit hat knapp, aber verdient drei Punkte in heimischer Halle behalten. Die vergebene Chance, gegen einen Großen im Volleyballgeschäft eher unerwartet zu punkten, erinnerte an das Heimspiel gegen den SC Palmberg Schwerin, als der Underdog die Möglichkeit auf einen 3:1-Sieg liegen ließ und schlussendlich 2:3 unterlag. „Diesmal ärgere ich mich noch mehr, weil wir mehrfach die Möglichkeit hatten, den einen noch fehlenden Punkt zu machen“, zeigte sich Konstantin Bitter am Tag danach immer noch enttäuscht. Gerade weil es seine Rückkehr an alte Wirkungsstätte war, wo er sich den letzten Schliff für die Karriere als Cheftrainer im Volleyball-Oberhaus holte.
Bevor der Sieg der Dresdnerinnen jedoch in trockenen Tüchern war, sahen die nur 800 Zuschauer in der wohl für einige Zeit letztmals gefüllten Margon-Arena einen 112-minütigen Schlagabtausch, der einer Achterbahnfahrt glich. Zunächst spielte der Gast erfolgreich auf, während der DSC nach einer kraftraubenden Trainingswoche wohl noch damit zu tun hatte, sich den Muskelkater aus den Beinen zu schütteln. Ungewöhnlich viele Angriffsfehler ermöglichten den Erfurterinnen eine komfortable 20:13-Führung, die zwar etwas zusammenschmolz, aber am Ende trotzdem zu einem sicheren 25:20-Satzerfolg reichte. Ab dem zweiten Durchgang sahen die Zuschauer dann einen aufkommenden Favoriten, der immer besser das Zepter schwang, fehlerfreier agierte und den zuvor sehr präsenten Erfurter Block ein ums andere Mal ins Leere laufen ließ. So wurde es nach der ersten technischen Auszeit (8:7) hinten heraus eine klare Sache für den Meister (25:17). Noch deutlicher wurde es im dritten Satz. Erfurt brachte fast nichts mehr zustande, die Fehler häuften sich und schnell lag Schwarz-Weiß mit mehr als zehn Zählern hinten.
Diesen Satz (12:25) durfte man aus Erfurter Sicht am besten schnell abhaken. Das taten Antonia Stautz & Co. und berappelten sich im vierten Satz wieder. Das überraschend schnelle wieder Mitwirken von Libera Michelle Petter nach ihrer Rippen-Verletzung machte sich besonders in der Feldabwehr bemerkbar. Erfurts Hintermannschaft verteidigte um Einiges besser als zuletzt gegen Suhl. Und am Netz war die spätere MVP, Jazmine White, vom gegnerischen Block kaum zu bremsen. Außerdem lieferten sich die beiden Diagonalen, Maja Storck und Rica Maase, am Netz einen Battle um die punktbeste Angreiferin – mit dem besseren Ende für die Schweizer Nationalspielerin. Während Erfurt zu Satzbeginn die Nase vorn hatte, übernahmen die Elbflorenzerinnen danach das Kommando und strebten dem Sieg entgegen (21:16). Doch Erfurt gab sich nie auf und egalisiert zum 22:22. Als die spätere Dresdner MVP, Maja Storck, ihren Aufschlag beim Matchball zum 24:24 ins Aus schlägt, naht die Chance für die Gäste. Doch der letzte (er)zwingende Angriff kam nicht mehr und die mögliche Überraschung blieb aus. Nach einem Wochenende spielfrei, geht es danach in den Dezember, dem „Monat der Wahrheit“.
Während Schwarz-Weiß die ersten Sieben der Tabelle als Kontrahenten bereits hinter sich hat, kommen nun die Plätze von acht bis zwölf in der Folge Straubing (H), Vilsbiburg (H), Münster (A) und Neuwied (H). Die letzten vier Spiele der Hinrunde, in denen es um Punktezuwachs geht. „Da spielen wir eine andere Rolle, der wir aber auch erst gerecht werden müssen. Auf jeden Fall werden wir ambitioniert und engagiert in diese Spiele gehen“, sieht Konstantin Bitter, trotz samstäglicher Enttäuschung, fokussiert den nächsten Aufgaben entgegen.” (StS)
Bilder aus Dresden
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