Blogeinträge

“Der andere Advent” in der Augustinerkirche

In der Augustinerkirche
Derzeit laufen die Planungen für die Weihnachtsgottesdienste. In Erfurt haben sich die Stadt und die Kirchen darauf verständigt, Gottesdienste nur mit eingeschränkter Besucherzahl und unter Einhaltung der Hygieneregeln zu organisieren. Entgegen ursprünglicher Planungen wird es auch am Heiligen Abend keine Open-Air-Gottesdienste im öffentlichen Raum geben. Das Erfurter Augustinerkloster bietet für eingeschränkte Besucherzahlen tägliche 20minütige Adventsandachten mit Lichtkunst von Philipp Geist an. Mit meinem jüngsten Sohn war ich gestern zum 4. Advent im Augustinerkloster. Die Andachten finden täglich bis zum 31.12.2020 um 18.00 Uhr statt (außer am 24.12.2020). Bilder aus dem Augustinerkloster

Siegeswille wird belohnt

Jubel!
Wahnsinnsspiel und erfolgreicher Ausgang und auch am Tag danach bin ich noch heiser. Nachfolgend unser Spielbericht: In einem Spiel auf Augenhöhe behielt Schwarz-Weiß Erfurt am Ende die Oberhand und holte sich nach 133 hart umkämpften Spielminuten mit 3:2 (24, -22, -23, 18, 10) gegen den USC Münster seinen zweiten Saisonsieg. Elfter gegen Zehnter, wenn man es positiv meint oder Letzter gegen Vorletzter, wenn das Glas eher halb leer erscheint: Das war die Ausgangssituation vor der Partie Schwarz-Weiß Erfurt gegen USC Münster, in der die Gäste wegen ihres qualitativ breiter und besser ausgestatteten Spielerkaders und fünf Punkten mehr auf der Habenseite – als Favorit von beiden Seiten benannt – ins so wichtige Duell zum Hinrundenabschluss gingen. Dass am Ende die bisher nur mit einem Sieg das Tabellenende zierenden Gastgeberinnen die Oberhand behielten, war sicher eine kleine Überraschung und eine ganz knappe Sache, aber am Verdienst des Triumphs gab es keinerlei Zweifel. Schade nur, dass das wenig erfolgsverwöhnte Erfurter Volleyball-Publikum diese Abwehrschlacht mit erfolgreichem Ausgang lediglich am Bildschirm verfolgen konnte. Dirk Sauermann überraschte zu Spielbeginn mit einer Umstellung auf der Diagonalposition. Erstmals in dieser Saison durfte Rica Maase von Beginn an aufs Spielfeld – ein taktischer Zug, der sich als ein nicht unerheblicher Mosaikstein im letztendlich erfolgreichen Erfurter Spiel erweisen sollte. Die 21- Jährige war von Beginn an präsent, griff mutig und gewitzt an und war erfolgreich. Mit 45 % verwandelter Angriffe und insgesamt 24 Punkten war sie eine der Sieggaranten der Schwarz-Weißen, was ihr in ihrem bisher besten Spiel für die Thüringerinnen verdient die Ehrung als MVP einbrachte. Sie kam, sah und siegte, ein altbekanntes Sprichwort, das sich die Ex-Dresdnerin an diesem Abend über ihrem Bett einrahmen durfte. Neben ihr hätte es eine weitere Erfurterin ebenso verdient gehabt, auch als MVP geehrt zu werden: Madeline Palmer. Die Außenangreiferin war die Spielerin für die wichtigen Punkte. Neben der Vielbeschäftigung in der Defensive, war sie für entscheidende Punkte zur Stelle, verbuchte drei Blockpunkte und hielt Schwarz-Weiß oft am Leben, wenn es eng wurde. Der Spielfilm an sich, hatte eine Dramaturgie, die hätte aufregender kaum sein können. Schon der erste Satz hielt zigfache Führungswechsel parat. Keines der beiden Teams konnte sich absetzen und erst, als ein Münsteraner Angriff beim zweiten Erfurter Satzball die Antenne berührte, war der Durchgang mit 26:24 beendet. Der zweite Satz stand dem vorherigen an Spannungsgehalt kaum nach. Eine 6:4-Führung der Thüringerinnen, wandelte sich danach in eine Gästeführung, welche diese behaupten konnten. Münsters erneut in Topform auflaufender Anika Brinkmann war es vergönnt, den zweiten Satzball zum 25:22 zu verwandeln. Eben jene 34-jährige war es, die den Gastgeberinnen die meistens Probleme bereitete. Clever und variantenreich punktete die Außenangreiferin immer wieder und hielt ihre Mannschaft stets im Spiel. So auch im dritten Satz, der nach langem Hin und Her die Gastgeberinnen schon kurz vor der 2:1-Satzführung sah. Doch die 22:20-Führung in der Crunchtime sollte nicht reichen. Nele Barber verwandelte den Satzball zum 25:23 mit einem humorlosen Diagonalhieb. Sollten nun die favorisierten Gäste ihrer Rolle gerecht werden oder konnte Erfurt den Entscheidungssatz erzwingen? Am Willen und an Kampfbereitschaft lag es im bisherigen Saisonverlauf nicht, dass Schwarz-Weiß nur einen Sieg einfahren konnte. Dass sie ihren Einsatz, um jeden Ball zu kämpfen und schier schon den Boden berührende Bälle kurz vor dem Aufprall noch zu kratzen steigern könnten, mochte man kaum glauben: aber sie taten es. Selbst eher, wegen ihrer Körpergröße für die Abwehr weniger prädestinierte Spielerinnen wie Sabrina Krause, hechteten nach jedem Ball. Nicht immer erfolgreich, aber mit Signalwirkung. Eine schnelle 8:4-Führung behaupteten die SWE-Damen, auch wenn es zwischendurch knapp wurde (9:8), und beendeten mit Sindy Lenz´ Angriffspunkt den vierten Satz zu ihren Gunsten (25:18). Das Duell der Tabellennachbarn musste nun in den Entscheidungssatz. Eine 3:1-Führung wandelten die Gäste in ein 3:4 um, was Dirk Sauermann eine Auszeit nehmen ließ. Fortan bestimmten die Gastgeberinnen das Geschehen. Der Erfurter Block entschärfte einige Angriffe der Gäste und kam selbst zu entscheidenden Punkten. Vom 11:9 weg waren die Sauermann-Schützlinge nicht mehr zu halten. Als Rica Maase ihren letzten Aufschlag mit Wirkung servierte und Michelle Petter den „Dankeball“ zur Zuspielerin Meghan Barthel präzise servierte, war es der im Spiel sehr effektiv agierenden Jasmine Gross vorbehalten, den letzten Ball in der gegnerischen Spielhälfte zu versenken. Der Rest war Jubel allenthalben über den zweiten, sehnlichst erwünschten Saisonerfolg. Ein Sieg des Willens, mit unbändigem Einsatz aller Spielerinnen, die zeigten, dass sie es können. Sie kamen, sie sahen, sie siegten. (StS) Bilder vom Spiel

Münster gastiert zum Hinrundenabschluss in Erfurt

Alle negativ…
Heute Abend haben wir, wie bei allen vorherigen Spielen in dieser Saison, alle unsere Spielerinnen und die Trainer mit Schnelltests getestet. Rund 200 Test haben wir seit Oktober schon auf der Basis der Hygieneregeln der Volleyball-Bundesliga mit ärztlicher Unterstützung durchgeführt. Ich bin froh, dass alle negativ waren und wir auch unser morgiges Spiel durchführen können. Inzwischen ist die Volleyball-Bundesliga ebenso wie viele andere Mannschaftssportarten von diversen Spielabsagen betroffen. Ich glaube nicht, dass dies in allen Fällen zu einem regulären Saisonende führen wird und in jedem Fall den sportlichen Wert dieser Saison beeinflusst.  Lediglich bei unserem ersten Heimspiel waren einige wenige Zuschauer erlaubt. Ich bin froh, dass unsere Fans uns die Treue halten – das ehrenamtliche Auf- und Abbauteam, aber auch die Fans, die die Spiele jedes Wochenende im Internet verfolgen. Das morgige Spiel wird für uns ein ganz wichtiges Spiel. Nachfolgend unser Vorbericht zum morgigen Spiel: Zum Abschluss der Hinrunde empfängt Schwarz-Weiß Erfurt am Samstag um 18 Uhr den USC Münster in heimischer Halle. Im Duell Letzter gegen Vorletzten geht es für beide Mannschaften um wichtige Punkte. Der Grad der Zufriedenheit in der Betrachtung der sportlichen Bilanz vor dem letzten Spiel vor Weihnachten und dem gleichfalls letzten der Hinrunde eint die beiden Kontrahenten vom Samstag. Sowohl die Erfurterinnen (ein Sieg, zwei Punkte) als auch die Münsteranerinnen (zwei Siege, sieben Punkte) können mit dem Erreichten aus jeweils neun Spielen nicht zufrieden sein. Unterschiedlich sind dagegen die Ansprüche. Zwar sind Münsters goldene Meisterzeiten schon länger Geschichte, aber ein vorletzter Platz ist auch nicht das, was man sich am Berg Fidel so vorstellt. Die Konsequenz folgte Ende Oktober, als man Trainer Teun Buijs freistellte. Co-Trainerin Lisa Thomsen übernahm bis Anfang Dezember, ehe sie in Mutterschutz ging. Bis zu ihrer Rückkehr übernimmt nun Sportdirektor Ralph Bergmann die Geschicke an der Seitenlinie bis zum Saisonende. Mit ihm beendete der USC auch die acht Spiele währende Negativserie vor anderthalb Wochen im NRW-Duell gegen Aachen (3:1). Mit einem Erfolg in Erfurt könnte sich der USC wieder an die Playoff-Platz-Konkurrenz heranschieben. Im eigenen Interesse wollen das die Gastgeberinnen natürlich verhindern. Sie brauchen ebenfalls dringend einen Sieg, um nicht schon frühzeitig von der Konkurrenz abgehängt zu werden. „Es ist das letzte Heimspiel vor Weihnachten und für uns die Chance, einen positiven Hinrundenabschluss hinzubekommen“, weiß Erfurts Trainer Dirk Sauermann um die Bedeutung der Begegnung, die Last und Chance zugleich ist. „Wir haben unser Training darauf ausgerichtet und ich hoffe, dass meine Mannschaft mit der entsprechenden Einstellung und bis unter die Haarspitzen motiviert ins Spiel geht.“ Sein Co-Trainer, Hayden Nichol, pflichtet ihm bei und blickt schon etwas über den Samstag hinaus: „Die beiden kommenden Spiele sind extrem wichtig für uns“, bezieht der Kanadier auch den Rückrundenauftakt am Tag nach dem Weihnachtsfest gegen Straubing mit in seine Vorausschau. Verzichten müssen die Schwarz-Weißen auf Zuspielerin Madelyn Cole, die im Training umknickte und nicht auflaufen kann. Da Regionalliga-Zuspielerin Bianka Werner nicht zur Verfügung steht, muss Meghan Barthel die Regieposition alleine ausfüllen. Dass die 20-Jährige in ihrem ersten Erstligajahr das schon sehr gut kann, bewies sie nicht nur beim bisher einzigen Erfurter Sieg gegen Wiesbaden. Für alle Volleyballanhänger besteht wie gewohnt die Möglichkeit, die Partie im kostenlosen Livestream auf sporttotal.tv zu verfolgen. (StS, Fotos: Sebastian Dühring)

Die Antwort ist: Nein!

Gestern im Stadtrat
Keine 24 Stunden nach der gestrigen Abstimmung zur Beigeordnetenwahl sind offensichtlich Teile der SPD von ihrer eigenen Courage erschreckt und versuchen hastig, den schwarzen Peter von sich zu schieben. Fakt ist aber, dass offensichtlich die große Mehrheit der Genossinnen und Genossen der Erfurter SPD nur Unterstützung einfordert, wenn es im links-link-grünen Lager keine Mehrheit gibt. Dies war bei den letzten beiden Haushaltsdiskussionen ebenso der Fall, wie bei zahlreichen Anträgen der Linken und der Grünen. Das Erfurter Modell gibt es nach meiner Meinung nicht (mehr). Es wird auch nicht ersetzt, durch das von der SPD nun präferierte Modell „wasch mich, aber mach den Pelz nicht nass“. Wer voller Heldenmut dem eigenen Oberbürgermeister eine reindrückt, sollte nicht nur dazu stehen, sondern auch einen Plan B in der Tasche haben. Als Finanzpolitiker meiner Fraktion möchte ich anmerken, dass die CDU ganz sicher nicht zur Verfügung stehen wird, Straßen und Parkplätze mit viel Geld zurück zu bauen und stattdessen Schulen in ihrer dringend notwenigen Sanierung zu vernachlässigen. Diese Bereiche waren und sind aber Kernaussagen des ehemals linken Fraktionsvorsitzenden und nun Beigeordneten. Wenn immerhin 29 Stadträte der Meinung sind, dass dies sich mit ihren Zielen deckt, dann werden höchstwahrscheinlich diese 29 Stadträte auch den Haushalt 2021 beschließen müssen. Der Haushalt 2021 wird – wenn er überhaupt irgendwann als Entwurf vorliegt – voraussichtlich nur einen Bruchteil der notwenigen Investitionen für Schulen, Kitas und Infrastruktur enthalten. Stattdessen wird der Verwaltungshaushalt einen übergroßen Anteil ausmachen. Ich sehe keinerlei Gestaltungsspiel und auch keinerlei Gestaltungswillen bei der Mehrheit des Erfurter Stadtrats. Seit gestern Abend dürfte klar sein, dass wir bei der Abstimmung zum Haushalt 2021 wohl auf unterschiedlichen Seiten des Tisches sitzen werden.

Rollenwechsel – Rollenspiel

Vor der Bekanntgabe des Wahlergebnisses
Zweifellos ein gebrauchter Abend war die gestrige Stadtratssitzung für den Oberbürgermeister und die CDU-Stadtratsfraktion, aber wohl auch für die Stadt Erfurt. Die letzte Stadtratssitzung des Jahres fand erneut unter Pandemiebedingungen in der Thüringenhalle statt. Alle nicht unbedingt notwendigen Tagesordnungspunkte wurden von der Verwaltung oder den Fraktionen von der Tagesordnung geräumt. Zudem wurden zahlreiche Punkte ohne Aussprache abgestimmt. Somit blieben nur rund 30 der 75 Tagesordnungspunkte übrig und auch darunter gab es keine Streitthemen. Ich hatte es bei der Sitzungsleitung damit auch leicht, den “Zeitplan” einzuhalten. Pünktlich 19:45 Uhr endete die reguläre Stadtratssitzung und 20 Uhr begann die Sonderstadtratssitzung zur Wahl des Beigeordneten für Bau, Wirtschaft und Verkehr. Aus den 8 Bewerbern gab es drei, die von ihren Fraktionen vorgeschlagen wurden. Matthias Bärwolff wurde von den Linken, Daniel Stassny von den freien Wählern und Niklas Waßmann von der CDU vorgeschlagen. Der Oberbürgermeister schlug ebenfalls Niklas Waßmann vor. Nach einer sachlichen Vorstellungs- und Fragerunde ging es an die Wahl. 50 von 51 Stadträten waren bei der Sitzung dabei. Wie allgemein erwartet gab es im ersten Wahlgang keine Entscheidung – aber eine Überraschung. Niklas Waßmann der es mit den Stimmen der CDU, des Oberbürgermeisters und der SPD auf 20 Stimmen hätte bringen können erhielt nur 15 Stimmen. Matthias Bärwolff erhielt 18 Stimmen und Daniel Stassny 17. In der Stichwahl gewann Matthias Bärwolff mit 29 zu 21 Stimmen und wird ab dem 1. Februar 2021 neuer Beigeordneter. Als Stadtratsvorsitzender habe ich ihm zu seiner Wahl gratuliert. Als CDU-Stadtrat und stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender erlaube ich mir hingegen einige Anmerkungen. Es ist festzustellen, dass es in Erfurt keine Mehrheiten für eine verlässliche und verbindliche Politik gibt. In nahezu jeder Stadtratssitzung wechseln von Tagesordnungspunkt zu Tagesordnungspunkt die Mehrheiten. In den letzten zwei Jahren hat die CDU mit  der SPD und dem Oberbürgermeister zusammengearbeitet, wenn es um schwierige Entscheidungen ging. Wir haben den Haushalt gemeinsam mit der SPD getragen und verhindert, dass Linke und AfD den Stadtrat unregierbar machen. Beide Fraktionen fielen in der Vergangenheit vor allem dadurch auf, dass sie sich unangenehmen Entscheidungen entzogen haben. Maßgeblichen Anteil an der Abkehr der Linken als ehemaliger Kooperationspartner in der rot-rot-grünen Gemeinschaft hat deren Fraktionsvorsitzender Matthias Bärwolff. Dass dieser nun, ausgestattet mit Stimmen von ganz links und mutmaßlich bis ganz rechts und darunter auch großen Teilen der SPD-Fraktion, Beigeordneter für Bau, Wirtschaft und Verkehr wird, verkompliziert die Kommunalpolitik erheblich. Die TA schrieb heute zum Thema “Teile der SPD-Fraktion ließen offenbar ihren Oberbürgermeister im Stich, indem sie gegen dessen Vorschlag votierten.”. Der bisherige Beigeordnete Alexander Hilge hat sein Amt mit unwahrscheinlichem Engagement, einer hohen Sachkompetenz und Loyalität zum Oberbürgermeister ausgeübt. Letzteres sind Attribute, die Matthias Bärwolff fehlen. Nach eigenen Aussagen fehlt ihm die Kompetenz für den Wirtschafts- und wohl auch für den Baubereich. Nach dem Abitur wurde er Landtagsabgeordneter und nach dieser Zeit begann er zu studieren. Den Abschluss seines Studiums strebt er für das Frühjahr an. Wie er vor diesem Hintergrund, einschließlich der bisherigen erheblichen Meinungsverschiedenheiten mit der Verwaltung, sein zukünftiges Dezernat führen will bleibt ungewiss. Ältere Stadtratskollegen werden sich noch daran erinnern, wie die ehemalige grüne Fraktionsvorsitzende einst Beigeordnete wurde und welchen Trümmerhaufen sie mangels fachlicher Qualifikation hinterlassen hat. Wie die CDU in den nächsten Monaten politisch agieren wird, werden im Kreisvorstand und in der Fraktion besprechen. Ich persönlich sehe die CDU seit gestern Abend wieder in einer klaren konstruktiven Oppositionsrolle. Bilder aus dem Stadtrat  

Stadtratsvorbereitung

Online-Fraktionssitzung
Immer noch ist unklar in welchem Umfang am Mittwoch der Erfurter Stadtrat tagen wird. Bei unserer heutigen Fraktionssitzung – natürlich online – haben wir uns daher auf alle Eventualitäten vorbereitet. Klar ist, dass sich die rund 75 Tagesordnungspunkte des öffentlichen und die 10 des nichtöffentlichen Teils wohl deutlich reduzieren werden. Sowohl die Verwaltung, als auch die Fraktionen haben angekündigt, zahlreiche Punkte von der Tagesordnung zu nehmen. Klar ist auch, dass die Beigeordnetenwahl stattfinden soll. Ich hoffe, dass unser Kandidat und Stadtratskollege Niklas Waßmann eine Mehrheit erhalten wird, damit die Verkehrs- und Wirtschaftspolitik der Landeshauptstadt in die richtige Richtung kommt. Angesichts der acht Bewerber, von denen aber drei bis vier im Stadtrat vorgeschlagen werden, wird das die spannende Entscheidung des Abends. Wie immer wird die Stadtratssitzung aus der Thüringenhalle live im Netz übertragen.

Erfurt verliert Thüringenderby

In der Suhler Wolfsgrube
Ausgesprochen befremdet und nachdenklich bin ich gestern von unserem Auswärtsspiel in Suhl zurück nach Erfurt gefahren. Das hatte weniger mit der deutlichen 0:3 Niederlage unseres Teams zu tun. Die Art und Weise wie dieses Spiel in Suhl vom dortigen Hallensprecher und danach von Vereinsoffiziellen auf deren Social-Media-Accounts behandelt wurde, habe ich in meinen vielen Jahren im Volleyball noch bei keinem Spiel erlebt. “Home of respect” ist der Slogan der Deutschen Volleyball Liga – ganz offensichtlich ist dies in Suhl nicht vollständig angekommen. Erfreulicherweise haben sich aber der Suhler Trainer Laszlo Hollosy und der Suhler Fanclub Dynamics davon distanziert. Nachfolgend unser Spielbericht: “Das erste Thüringenderby der Saison geht mit 3:0 verdient an den VfB 91 Suhl LOTTO Thüringen. Während der Lauf der Südthüringerinnen weiter geht, wartet man in Erfurt weiter auf ein befreiendes Erfolgserlebnis. In den vergangenen Jahren waren es gerade die Derbys, die etwas Besonderes im Saisonverlauf waren. Tolle Stimmung mit vierstelligen Zuschauerzahlen auf den Rängen, rassiger Kampf um jeden Punkt auf dem Spielfeld. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fehlte dem Derby diese Würze. Kampf wurde trotzdem geboten, mit dem besseren Ende für die Gastgeberinnen, die die bessere Qualität in der Breite aufs Spielfeld brachten.
Vor dem Spiel waren wir noch optimistisch
Allerdings hinterlässt dieses Thüringenderby auch einen faden Beigeschmack auf Erfurter Seite. Mit „Herzlich willkommen unserem Gast aus Weimar-West“ begab sich der Hallensprecher auf das Niveau von Fußballfans. Im Facebook war von offizieller Seite zu lesen, dass man „gegen desolate Erfurter“ gewonnen habe, was später auf „schwache“ korrigiert wurde. Vom „aus der Halle fegen“ war ebenso die Rede wie eine Nachricht auf die Erfurter FB-Seite „Danke für die 3 Punkte“ mit einem roten Herzchen. Hier hat man sich von offizieller Seite (!) auf ein Niveau begeben, dass unter Volleyballvereinen bisher unüblich war. Und man hat sinnbildlich nicht nur noch auf einen am Boden liegenden Gegner getreten, sondern auch gleiches mit dem Motto der VBL „Home of Respect“ getan. Bedenklich, wenn man so mit einem Kontrahenten umgeht, der sechs jungen, deutschen Spielerinnen die Möglichkeit gibt, 1. Bundesliga zu spielen. Schade, sollte das der neue Zeitgeist und Umgang unter Vereinen im Volleyballsport werden. Sportlich gab es keinen Zweifel am Verdienst des Sieges der Gastgeberinnen. Dabei war der erste Satz eine knappe Angelegenheit, in dem zunächst die Gäste führten, danach die Suhlerinnen den Spieß umdrehten. Entscheidend absetzen konnte sich keiner der Kontrahenten. Beim 21:22 roch Erfurt am Satzgewinn, doch nach einer Auszeit schlug das Momentum erneut um. Als Victoria Michel ihren dritten Aufschlag ins Netz setzte, stand das 25:23 an der Anzeigetafel. Wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, hätten die Schwarz-Weißen ihre Möglichkeiten genutzt und keine fünf Aufgaben verschlagen. Im zweiten Durchgang enteilte der VfB Suhl nach zwei verpatzten Erfurter Annahmen und einem Aufstellungsfehler mit 7:1 zu einer beruhigenden Führung. Erfurt rannte diesem Rückstand nunmehr hinterher, näher als auf drei Punkte kamen sie nicht mehr heran. Auch wenn der Zuspielerwechsel von Cole auf Barthel dem Erfurter Spiel neue Ideen einhauchte. Zu wenig Zugriff im Block und am Satzende zwei Ausbälle von Sarah Kovac verhinderten unter anderem, dass die Gäste ihrem Kontrahenten noch einmal gefährlich werden konnten. 25:17 war dann auch deutlich. Auch der dritte Satz sollte dann noch einige Spannungsmomente bereithalten. Nach einem Missverständnis in der Erfurter Verteidigung und einem Suhler Ass direkt danach, gingen die Südthüringerinnen mit 10:6 in Führung. Es sprach jedoch für die nie aufgebenden SWE-Damen, dass sie mit vier Punkten in Folge ausgleichen konnten. Die spätere MVP auf Erfurter Seite, Madeline Palmer, hatte hier entscheidenden Anteil. Kurze Zeit später gelang dies allerdings auch den Suhlerinnen, die sich jetzt entscheidend auf 16:12 absetzten. Ein letztes Aufbäumen der Gäste zum 17:15 reichte nicht mehr. Claudia Steger beendete mit einem Angriffsschlag in die Erfurter Spielfeldhälfte zum 25:20 die Partie. Suhl durfte den absolut verdienten Sieg mit eigens hergestellten „Derbysieger-T-Shirts“ feiern, während den unterlegenen Gästen die Niederlage an sich noch am wenigsten weh getan haben dürfte. (StS)

Bekenntnis zum Landesmuseum fehlt

Michael Panse: Ramelow rudert zurück Seit drei Jahren folgen dem Versprechen, auf dem Petersberg ein Landesmuseum zu errichten, keine Taten. Gerade im Hinblick auf die Neugestaltung des Petersbergs zur Bundesgartenschau, bleibt damit die Defensionskaserne das letzte Puzzlestück. Enttäuscht und befremdet ist die CDU-Stadtratsfraktion, dass Ministerpräsident Bodo Ramelow nun seine vollmundigen Ankündigungen diesbezüglich zurückzieht. „Seit dem Letter of Intent von 2017 und den erneuten Bekräftigungen im Landtagswahlkampf 2019 warten die Erfurterinnen und Erfurter auf die konkreten Pläne zum Umbau der Kaserne. Dass nun lediglich die äußere Fassade, Fenster und Türen saniert werden sollen, ist inakzeptabel. Die langfristige Nutzung muss geklärt werden, denn sonst wird nur ein Potemkinsches Dorf auf dem Petersberg gebaut.“ stellt Michael Panse als Buga-Ausschussmitglied der CDU-Fraktion klar. Ramelows Rückzieher könnte das Gezerre um den Standort des Landesmuseums neu aufleben lassen. Die CDU-Fraktion fordert ein klares Bekenntnis. „Die Einrichtung eines Landesmuseums ist der richtige Schritt, um dem Petersberg in seiner städtebaulichen und historischen Bedeutung gerecht zu werden. Wertlose Lippenbekenntnisse helfen da nicht. Ich erwarte vom Land einen klaren Beschluss und einen Umsetzungszeitplan.“ stellt Panse abschließend fest.

Chag Sameach Chanukka!

Mit Marion Walsmann an der Chanukkiah
Traditionell steht in Erfurt die Chanukkiah direkt vor dem Erfurter Rathaus – dies schon seit vielen Jahren. Seit dem kommen am ersten Tag von Chanukka viele jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch Vertreter aus Politik und Gesellschaft, um dabei zu sein, wenn die erste Kerze entzündet wird. Heute war das coronabedingt etwas anderes. Nur wenige waren dabei, als das erste Licht an der Chanukkiah vom Landesrabbiner Alexander Nachama entzündet wurde. Gemeinsam mit unserer Europaabgeordneten Marion Walsmann war ich mit Maske und entsprechendem Abstand dabei. Ich wünsche allen jüdischen Freundinnen und Freunden ein frohes Chanukka-Fest. Es ist in diesem Jahr so vieles anders, aber meine Verbundenheit zu Israel bleibt. In diesem Jahr hat es nicht geklappt nach Israel zu fahren – ich setze darauf, dass es nächstes Jahr wieder gehen wird. Bilder aus Erfurt

Ausstellung im Erinnerungsort Topf & Söhne: Die Mädchen von Zimmer 28

Teil der Ausstellung
Unter den wenigen Einrichtungen, die momentan noch geöffnet sind, ist auch der Erinnerungsort Topf & Söhne. Heute war ich dort zu einem Videodrehtermin über die Publikationen der LZT und ich habe dabei die Gelegenheit genutzt mir die dortige Ausstellung “Die Mädchen von Zimmer 28. L410, Theresienstadt” anzusehen. Die Ausstellung hat mich sehr berührt, weil ich die Geschichte um die Mädchen von Zimmer 28 gut kenne. 12-14jährige jüdische Mädchen wurden im in Theresienstadt in einem Mädchenheim betreut und nur wenige überlebten das Ghetto und die anschließenden Transporte nach Auschwitz-Birkenau. Wertvoll sind die Zeugnisse, die es aus dieser Zeit in Erzählungen und Zeichnungen gibt. In der Ausstellung sind auch Bilder, die ich wieder erkannt habe. Vor 18 Jahren konnte ich im Rahmen unseres Zeitzeugenprojektes der Konrad-Adenauer-Stiftung drei Damen aus Tschechien in Erfurt begrüßen. Wir waren am Holocaust-Gedenktag gemeinsam in Erfurter Schulen.
…und das Buch von Helga Weissova
Helga Weissova, Eva Landová-Merová und  Eva Hermanova waren drei der überlebenden Mädchen aus Theresienstadt und sie berichteten sehr eindrücklich. Das Buch mit vielen Zeichnungen und Bildern von Helga Weissova , mit dem Titel “Zeichne, was Du siehst” steht heute noch bei mir im Buchregal und einzelne der Zeichnungen habe ich sogar in der Holocaust-Gedenkstätte in Yad Vashem in Jerusalem wieder gefunden. Derzeit ist der Besuch der Ausstellung noch möglich – allerdings nur für Einzelbesucher bzw. nach Anmeldung. Bis zum 10. Januar wird die Ausstellung in Erfurt noch zu sehen sein.