


Ihr Stadtrat für Erfurt




Um den Jahreswechsel 2013/2014 hat die CDU-Fraktion in diesem Zusammenhang das mangelnde Engagement für studentische Belange des Oberbürgermeisters kritisiert. Die CDU-Fraktion will die Kostensteigerungen beim Semesterticket versuchen zurück zu nehmen und die Möglichkeit einer Übernahme des Verlustausgleiches der EVAG durch den städtischen Haushalt für das Semesterticket prüfen. Die berechtigten Interessen der Studierenden müssen dabei jedoch genauso beachtet werden wie die wirtschaftlichen Gesichtspunkte der EVAG.
2) Seit 2011 gibt es den kommunalen Hochschul- und Studierendenbeirat in der Stadt Erfurt. Wie haben Sie die Arbeit des kommunalen Hochschul- und Studierendenbeirates in den vergangenen Jahren wahrgenommen und welche Möglichkeiten sehen Sie, die studentischen Vertreter*innen in die sie betreffenden kommunalen Entscheidungsprozesse mit einzubinden?
Die CDU-Fraktion ist enttäuscht über die mangelnde Einbindung des kommunalen Hochschul- und Studierendenbeirates in stadtpolitische Themen. Anfang des Jahres hat deswegen die CDU-Fraktion in einer Anfrage den Oberbürgermeister gebeten, darzulegen, warum er Vorlagen des Stadtrates nicht satzungsgemäß zur Beratung in den kommunalen Hochschul- und Studierendenbeirat einbringt. Die Antwort des Oberbürgermeisters hat uns nicht zufrieden gestellt.
Wir sehen hier erheblichen Nachholbedarf. (vgl. Stadtrats-Drucksache Nr. 0093/14) Wir wollen, dass zukünftig alle Themen, welche Studierende augenscheinlich tangieren, durch den kommunalen Hochschul- und Studierendenbeirat beraten lassen und ihn damit die Möglichkeit zur Stellungnahme geben. Dies betrifft unter anderem auch Vorlage zur Nahverkehrs- oder Radwegeplanung oder zu Fragen des sozialen Wohnungsbaus. Die Belange des Hochschulstandortes Erfurt müssen im Rathaus als Chefsache verstanden werden.
3) Viele Studierende sind ehrenamtlich in soziokulturellen Projekten aktiv. Welche Perspektiven sehen Sie in diesem Bereich, um solche Projekte weiter zu fördern und die soziokulturelle Szene in Erfurt ausbauen zu können?
Die CDU-Fraktion freut sich über das ehrenamtliche Engagement der Studierenden und unterstützt dies – unabhängig davon, ob es sich um ein kulturelles, sportliches oder soziales Engagement handelt. Wir wollen so beispielsweise die Kostenlast für gemeinnützige Vereine senken und niedrig halten. Wir beabsichtigen bei der Nutzung öffentlicher Räume, eine spürbare Entlastung durchzusetzen und sind dabei bereits einen erfolgreichen ersten Schritt gegangen.
Soziokulturelle Projekte sollen sich im Rahmen fester Regeln in Erfurt frei entwickeln können. Die CDU-Fraktion will auch studentische Projekte, welche sich gegen politisch und religiös motivierten Extremismus richten, sowie Projekte zur Integration ausländischer Studierender („Fremde werden Freunde“, „Tandem“) stärker und gemeinsam mit der Stadt Erfurt unterstützen.
4) Wie schätzen Sie die Wohnungssituation am Hochschulstandort Erfurt ein und welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um Wohnungsmangel entgegenzuwirken und günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen? Wie stehen Sie zur Zweitwohnungssteuer?
Erfurt hat nach der Wohnungsbedarfsanalyse der Stadtverwaltung eine bereinigte Leerstandsquote von ca. 5 %. Darin sind auch Wohnungen enthalten, welche aufgrund von Renovierungen oder normaler Fluktuation kurzfristig leer stehen. Wir sehen es daher als notwendig an, leer stehende Gebäude zu renovieren und den sozialen Wohnungsbau zu stärken, um den Mietmarkt zu entlasten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dazu sollen auch private Investoren geworben werden.
Im Bereich des studentischen Wohnens streben wir einen Ausbau der Wohnheimkapazitäten in Campusnähe an. Dies soll in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk Thüringen, der kommunalen Wohnungsgesellschaft und privaten Investoren ermöglicht werden. Das jetzige „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ ermöglicht kaum die Ausweisung neuer Wohngebiete. Dieses muss daher dementsprechend novelliert werden. Außerdem soll die Aufwertung und Sanierung der Plattenbaugebiete konsequent fortgesetzt werden. Dies ermöglicht es, auch zukünftig die Stadtteilzentren lebensfähig zu halten. Ein lebenswertes Umfeld wirkt sich auch unmittelbar positiv auf die Sozialstruktur aus.
5) Welche politischen Ziele und Projekte wollen Sie hinsichtlich der Hochschul- und Studierendenpolitik in der Stadt Erfurt auf kommunaler Ebene angehen?
Um die Verbindung zwischen Universitätscampus und Innenstadt zu verbessern, setzen wir uns für die Errichtung eines Radwegs zwischen diesen Orten ein. Außerdem wünschen wir uns einen stetigen Dialog zwischen Rathaus und den Erfurter Hochschulen. Uns ist es wichtig, profilierte Wissenschaftler für die Fachhochschule und die Universität zu gewinnen. Die Stadt muss dafür sorgen, dass die Lebensbedingungen für junge Familien Verbessert werden und die lokale Wirtschaft gestärkt wird, um Absolventen auch im Berufsleben in Erfurt halten zu können. Thüringen verfügt über eine reiche Tradition von nachhaltiger Reformpädagogik.
Der CDU-Fraktion ist die Entwicklung von personaler Bindungsfähigkeit und frühkindlicher Bildung wichtig. Wir setzen uns daher dafür ein, am Hochschulstandort Erfurt ein Fröbel-Institut zu etablieren. Hier sollte frühkindliche Bildung erforscht, gelehrt und mit Familienwissenschaften verknüpft werden. Darüber hinaus versprechen wir uns davon die qualitative Weiterentwicklung in Kindergärten und Schulen. Das Institut sollte auch die Fort- und Weiterbildung der entsprechenden pädagogischen Berufe anbieten. 
Als weiteres wurde heute darüber diskutiert, wie die 285 Maßnahmepunkte der UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt werden können. Inklusion ist dabei ein thema, welches uns in Thüringen insbesondere im Bildungsbereich stark beschäftigt. Barrierefreiheit ist ein anderes wichtiges Thema. Über einzelne Beispiele, bei denen Barrierefreiheit selbst bei Neubauten nicht berüchsichtigt wurde, haben wir diskutiert. Das Erfurter Rathaus wurde als Negativbeispiel ebenso benannt, wie das neue Pflaster auf dem Fischmarkt.
Der “Klassiker Bahnhof Vieselbach” kam auch zur Sprache. Millionenschwere Investitionen zum Bahnhofumbau hat die DB dort getätigt, für einen Lift hat das Geld nicht gereicht. Die ist ein fortwährendes Ärgerniss für die Vieselbacher. Am Abend waren wir mit der CDU-Stadtratsfraktion in Vieselbach und haben uns unter anderem mit dem Ortsteilbürgermeister auch den Bahnhof angesehen. Weder Kinderwagen, noch Rollis oder Rollatoren kommen auf den Bahnsteig und die Bahn will erst handeln, wenn mehr als 1.000 Fahrgäste täglich gezählt werden.
Am Rande der heutigen Bündnistagung wurde der Sprecher des Bündnisses Jürgen Pfeffer von der Ehrenamtsstiftung für sein Engagement geehrt. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Kraft, als unruhiger Geist und Interessenvertreter der behinderten Menschen in Thüringen!
Egal in welcher Funktion, werde ich gerne auch in Zukunft mitwirken. Zum heutigen Protesttag habe ich darauf hingewiesen, dass auch bei der Teilhabe von Menschen mit Behinderung am politischen Geschehen Verbesserungsbedarf besteht. 




Auf Einladung des Katholischen Arbeitskreises der CDU war heute die Autorin Birgit Kelle in Erfurt zu Gast. Im INSA-Haus hielt sie vor rund 50 Gästen ein engaiertes Pladoyer unter dem Titel „Genderwahn und Bildungsideologie. Ist Werteorientierung ein Auslaufmodell?“.
Anknüpfend an ihr Buch „Dann mach doch die Bluse zu“, referierte sie zur Familienpolitik. Zu ihren Kritikpunkten gehört, dass die Erwerbstätigkeit von Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fälschlicherweise zur Familienpolitik und nicht zur Wirtschaftspolitik gerechnet werden. Die Betroffenen, also die Familien, werden selten gefragt, was sie sich wünschen.
Zum Betreuungsgeld wurde beispielsweise zwar viel gefragt, aber nicht die Familien. Stattdessen wurde das Betreuungsgeld diskriditiert – Herd- und Verdummungsprämie war Sprachgebrauch von SPD und Linken. Thüringen ist mit der Tradition von Fröbel das Land des Kindergartens. Aber es war auch schon lange zuvor das Land der Dichter und Denker – jahrhunderte bevor wir eine Diskussion über frühkindliche Bildung begonnen haben.
In der Prognosstudie zur Effektivität der 158 familienpolitischen Leistungen in Deutschland wurde die Effektivität daran gemessen, ob die Geburtenzahl und die Zahl der erwerbstätigen Frauen gestiegen seien. Es wurde festgestellt, dass es zuwenig Anreize gäbe, dass Frauen auf den Arbeitsmarkt wechseln. Deutlich wird damit nach den Worten von Birgit Kelle, dass es lediglich um Lobbyarbeit für die Wirtschaft ging und nicht um die Situation von Familien.
Auf Unterschiede zu Frankreich wies Kelle hin. Die Frauenerwerbstätigkeitsquote liegt in Deutschland mit 76 Prozent höher, als in Frankreich. In Deutschland gibt es mehr Krippenplätze und in Frankreich dafür mehr Tagesmütter. Vernachlässigt werden in Deutschland Mehrkindfamilien. Ab dem 3. Kind steigt das Armutsrisiko in Deutschland beträchtlich. In Frankreich sind Familien ab dem 3. Kind steuerfrei.
Birgit Kelle verwies auch auf die wichtige Bindung von Kleinstkindern zu ihren Müttern. Im Kleinstkindalter ist die Kommunikation mit der Mutter das Wichtigste. Bis zu 500 Blickkontakte mit der Mutter gibt es pro Tag. Eine Kindergartenpflicht hält Kelle vor dem Hintergrund für absurd, auch weil das Grundgesetz die Erziehung und Betreuung im Artikel 6 zuvörderst den Eltern zuspricht. Um diese Forderung der Linken umsetzen zu können, müssten Kitas zu Bildungseinrichtungen erklärt und damit gebührenfrei werden.
Ich bin der Meinung Eltern wissen an Besten was gut für ihre Kinder ist und sie brauchen Ermutigung, Wertschätzung und Förderung. Das Betreuungsgeld gehört wie das Elterngeld dazu und beides gehört ausgebaut und nicht in Frage gestellt. Im Jahr 2006 bei der Familienoffensive habe ich ebenso für das Betreuungsgeld geworben, wie beim Bundesparteitag 2008 in Hannover.
Im zweiten Teil ihres Vortrags widmete sich Birgit Kelle der Genderpolitk. 125 Lehrstühle gibt es für Genderpolitik in Deutschland. Allerdings bleibt die Akzeptanz in breiten Teilen der Bevölkerung umstritten. Birgit Kelle macht masiv Front dagegen und wurde deshalb auch schon einmal von Alice Schwartzer in einer Talkshow gefragt, ob sie von Männern bezahlt würde. Heute Abend erhielt sie viel Applaus von Männern und von Frauen. Der Cicero-Artikel, den ich diese Woche gelesen habe, hatte nicht zuviel versprochen.
Die Bilder vom Abend

Mehrere hundert Biker aus allen Teilen Thüringens waren auf Einladung der Fahrschule Hauser zum Domplatz zum 15. Bikertreffen gekommen. Bei der Bikerandacht gab es den ökumenischen Segen und danach erinnerte sich der Oberbürgermeister daran, dass er in den letzten Jahren mehrfach versprochen hat im nächsten Jahr mitzufahren. Zwar müsse er noch an seiner Bikerkleiderordnung arbeiten (Turnschuhe und Jeans waren nicht passend bei dem Wetter), aber nach einem dreistündigen Auffrischungskurs in der Fahrschule Hauser letzte Woche, stieg er dieses Mal selbst aufs Bike. Nachfolgenden Terminen geschuldet musste er aber schon in Egstedt wieder in seinen Dienstwagen umsteigen.
Zum fünften Mal bin ich in diesem Jahr mitgefahren. Leider zum ersten Mal ohne meinen Sohn Jonas, der sonst immer mit dabei war. Der Regen hat ihn in diesem Jahr abgehalten. Ich bin mir aber sicher im nächsten Jahr ist er wiede mit dabei und dann wäre auch einmal wieder Sonne dran 🙂
Fotos der Bikertour 2014

