Elternchance

Fachtag Elternchance
Fachtag Elternchance
Wieder einmal in Berlin und wieder einmal bei einem Fachtag der eaf. Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie (eaf) e.V. lud heute Fachkräfte der Familienbildung sowie ausgebildete Elternbegleiterinnen nach Berlin in das Tagungshotel Grenzfall ein. Der Ort der Tagung war bewusst gewählt – weist doch der Name des Hotels auf die Lage (direkt neben dem Dokumentationszentrum Berliner Mauer) aber vor allem auf den Charakter des Hotels hin. Das Hotel Grenzfall ist das erste Integrationshotel in Berlin-Mitte. Integration war jahrelang der Begriff, wenn es darum ging, Menschen mit Beeinträchtigungen den Weg in die Mitte der Gesellschaft zu ermöglichen. Heute ist Integration besonders auch dann gefragt, wenn es um Menschen mit Migrationshintergrund geht.
Symbolträchtiger Tagungsort
Symbolträchtiger Tagungsort
Im Fokus der heutigen Tagung standen dabei Familien. 60 Prozent der rund 100.000 Flüchtlinge, die in diesem Jahr einen Erstantrag gestellt haben sind Kinder bzw. Minderjährige. Ihnen Zukunftschancen zu eröffnen ist Anliegen des Fachtages Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen. Die Rechtslage ist dabei in Deutschland klar – das Recht und die Pflicht auf den Schulbesuch sind gesetzliche geregelt, ebenso wie der Kita-Rechtsanspruch. Leider spricht die Realität eine andere Sprache. Fehlende Kita-Plätze und nicht ausreichende Personalausstattung verhindern zu oft den frühen Kita-Besuch, der zur Sprachbildung und Integration elementar wichtig ist. Inzwischen gibt es viele ausgebildete Elternbegleiter, die vor allem eine Willkommenskultur entwickeln sollen und bei allen sprachlichen und kulturellen Unterschieden den Zugang zu Kitas oder Grundschulen erleichtern. Auch wir haben dazu in Thüringen gelungene Projekte beispielsweise an den Familienzentren und in den ThEKiZ-Einrichtungen. Dabei ist es der wichtigste Schritt mit einer dialogischen Haltung den Zugang zu den Eltern zu finden. Vielfalt und Diversity sind Chancen – erfordern aber einen professionellen Umgang. Viele gute Praxisbespiele gab es heute dazu in Berlin. Allerdings habe ich auch wieder einmal erstaunt festgestellt, dass die Qualifikation Elternbegleiterin feminin geprägt ist – unter den 50 Tagungsteilnehmerinnen war ich der einzige Mann. Gelungene weiterführende Informationen bietet neben der eaf auch die Onlineplattform der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ mit dem Serviceportal „Integration“.

Integration ist mehr als nur ein Wort

Mediale Erregungskurve...
Mediale Erregungskurve…
Auf der nach oben offenen linken Empörungsskala gab es gestern wieder einmal einen heftigen Ausschlag. Die Forderung unseres CDU-Stadtratskollegen Michael Hose nach einer Höchstquote von einem Drittel Kindern mit Migrationshintergrund in Erfurter Grundschulen löste bei der inklusionspolitischen Sprecherin der Fraktion der Linken einen heftigen Beißreflex aus. Dies kann man zumindest annehmen, falls sie die dazu gehörige Pressemitteilung selbst geschrieben hat. Sie meinte, Michael Hose würde falsche Vorurteile verbreiten, er wäre diskriminierend und ein Fall für das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Für das Abschneiden in der Schule meinte sie den Berufsstatus und Bildungsstand der Eltern für maßgeblich zu erkennen. Diese Feststellung ist allerdings unvollständig und falsch – nicht der Bildungsstand oder Schulabschluss der Eltern ist entscheidend, sondern die Bildungsorientierung, also welchen Stellenwert die Eltern der Bildung ihrer Kinder beimessen. Dies gilt auch für Eltern mit Migrationshintergrund. Die Kollegin der Linken verkennt dabei zudem, dass die derzeit bestehenden Probleme in den betroffenen Grundschulen vor allem etwas mit den mangelnden Deutschkenntnissen und der noch nicht erfolgten Integration der Kinder zu tun haben. Einige Erfurter Grundschulen haben derzeit mit einem hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund eine besondere Integrationsleistung zu erbringen und kommen personell an ihre Grenzen. Die derzeitige Konzentration auf einzelne Schulen in Erfurt hat etwas mit der Mietsituation in einzelnen Stadtteilen zu tun – dies korrespondiert auch mit der sozialen Situation vieler deutscher Familien. Für eine gelingende Integration gibt es drei Möglichkeiten: 1. Zu früh wie möglich beginnen. Dies würde bedeuten frühestmöglich in eine Kita. Fakt ist aber, dass nur ein Viertel der rund 450 Kinder mit Migrationshintergrund im Kita-Alter tatsächlich einen Kita besuchen. Mangels Kita-Plätzen agiert die Stadt auch nicht wirklich intensiv und so kommen viel Kinder in die Grundschule ohne eine Kita besucht und Deutsch gelernt zu haben. Dies führt schon zu verschlechterten Startbedingungen. 2. Die Kinder müssten intensiv in der Schule mit Ganztagsangeboten unterstützt und fachlich besser begleitet werde, bis hin zu Schulsozialarbeit an den betroffenen Grundschulen. Für diese Integrationshilfestellungen wäre die Stadt zuständig – respektive die linke Beigeordnete für Soziales und Bildung. 3. Die personelle Situation bezüglich qualifizierter Lehrer müsste verbessert werden. Dafür wäre dann die linke Kultusministerin zuständig. An die jeweiligen Verantwortlichen trauen sich die linken Kommunalgenossen nicht heran, sonst müssten sich ihre Kritik und ihre Forderungen konsequenterweise an die Verantwortlichen richten. Ich habe heute für unsere Fraktion erklärt, dass wir eine gelingende Integration von Kindern und Jugendlichen wollen. Wenn die derzeitige personelle Situation dies in den betroffenen Grundschulen nur zum Teil ermöglicht ist eine ausgewogenere Verteilung auf verschiedene Grundschulen sinnvoll. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass zu dem Thema eine sachbezogene Diskussion im zuständigen Fachausschuss geführt wird – subtanzlose Unterstellungen und Diskriminierungsvorwürfe sind dafür wenig hilfreich!

Gespräche zum Thema Integration

Gespräch in der Scharnhorststraße
Schon am gestrigen Aschermittwoch und auch heute ging es mit einem halben Dutzend Terminen gleich wieder in die Vollen. Mit dem Bundestagsabgeordneten Claudio Lemme habe ich mich bei der Arbeitsloseninitiative Thüringen getroffen und wir haben die Situation im Bundesfreiwilligendienst besprochen. Thüringen hat nach wie vor einen hohen Anteil an den 39.000 BFDlern – gemeinsam wollen wir dafür kämpfen, dass es auch so bleibt. Von der Arbeitsloseninitiative ging es gestern direkt in die Gemeinschaftsunterkunft in der Scharnhorstraße. Seit zwei Wochen sind in der ehemaligen Schule 51 Flüchtlinge bzw. Asylbewerber untergebracht. Als Ansprechpartner der Landesregierung und als Stadtratsfraktionsvorsitzender war ich sozusagen in Doppelfunktion gemeinsam mit meinem Stadtratskollegen Andreas Horn zu einem Informationsgespräch. Wir konnten mit Vertretern der Flüchtlinge und den betreuenden Sozialarbeitern sprechen. Der Verein Mitmenschen macht gemeinsam mit vielen Partnern eine sehr gute Arbeit. Wichtig ist es aber auch, dass wir über längerfristige Perspektiven sprechen und nachhaltige Hilfe organisieren. Derzeit sind rund 900 Asylbewerber in Erfurt. In der kommenden Woche wird die CDU-Stadtratsfraktion zu einem Fachgespräch mit Experten zum Thema Asyl und Flüchtlinge zusammen kommen und wir werden Vorschläge für die Kommunalpolitik erarbeiten. Am Abend war ich gestern zu Gast beim politischen Aschermittwoch – allerdings nicht beim „großen“ politischen Aschermittwoch der CDU Thüringen in Apolda (dort waren immerhin rund 700), sondern in Erfurt beim CDU-Ortsverband „Am Steiger“. Seit 20 lädt der Ortsverband auf Initiative von Jörg Kallenbach zum Heringsessen und politischen Gesprächen. Gestern Abend sprach Staatssekretär a.D. Dr. Jürgen Aretz vor 60 Gästen über die Situation nach der Landtagswahl und über die Gründe, die zum Verlust der Gestaltungsmehrheit der CDU geführt haben. Heute gab es hingegen zwei Termine, die durchaus sehr gegensätzlich waren. Am Vormittag war ich im Islamischen Kulturzentrum zu einem Gedankenaustausch und am Nachmittag im Erfurter Rathaus. Die Liga der Wohlfahrtspflege Thüringen hatte Partner, Verbände und Wegbegleiter zum Jahresempfang eingeladen. Ministerpräsident Ramelow, zwei Landesminister, Bundestagsabgeordnete und zahlreiche Landtagsabgeordnete waren gekommen. Caritasdirektor Bruno Heller übergab den Staffelstab und den Vorsitz der Liga turnusgemäß nach zwei Jahren an Reinhard Müller von der Parität und blickte auf die Projekte der letzten Jahre zurück.  

Arbeitsgespräch mit der Migrations- und Integrationsbeauftragten Anuschka Abutalebi

Für eine verbesserte Willkommenskultur in Erfurt Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist ein zunehmend an Bedeutung gewinnendes Thema für die Stadt Erfurt. Aus diesem Grund hat sich die CDU-Fraktion am Montagabend zu einer Arbeitsbesprechung mit der Migrations- und Integrationsbeauftragten der Landeshauptstadt Erfurt Anuschka Abutalebi getroffen. Im laufe des Gesprächs zeigten sich viele gemeinsame Ideen zur besseren Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Die CDU-Stadtratsfraktion sieht vor allem im Bereich der Bildung großen Verbesserungs- und Nachholbedarf. Gerade erwachsene Migranten haben Probleme für sich Angebote zum Erlernen der Sprache und berufliche Aus- bzw. Weiterbildung zu finden. Zu einer gelungenen Integration gehört aber nicht nur die Versorgung von Migranten mit Wohnraum und Geld, sondern die Einbindung in das Berufsleben und das soziale Umfeld, um mehr Eigenständigkeit zu erreichen. „Für erwachsene Migranten sollte man sich am Beispiel von Hanau orientieren, wo multikulturelle Joblotsen die Ausländer bereits in den Deutschkursen besuchen und ihre beruflichen Qualifikationen prüfen, um sie nach der Weiterbildung schnellst möglich in einen Beruf vermitteln zu können. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels könnten so neue Fachkräfte gewonnen werden. Die Stadt soll sich in diesem Bereich stärker engagieren und den Migranten entsprechende Hilfen bereitstellen“, fordert der Fraktionsvorsitzende Michael Panse. Die Menschen bräuchten eine feste Anlaufstelle, in der sie eine Beratung und Unterstützung erhalten. Darüber hinaus fordert die CDU-Stadtratsfraktion, dass die sprachliche Förderung von Migranten schon im frühesten Kindesalter beginnen sollte. Die CDU drängt darauf, dass Eltern bei der Suche nach einem Kitaplatz durch das Jugendamt intensiv unterstützt und begleitet werden. Für den schulischen Bereich sieht die CDU-Stadtratsfraktion mit Sorge, dass sich derzeit Schwerpunktschulen aufgrund der Wohnortsituation der Eltern bilden. In diesen Schulen werden viele ausländische Kinder zugleich beschult ohne dass dafür zusätzliche Sprachförderung oder schulpädagogische Unterstützung bereitgestellt wird. „Die Stadt Erfurt soll zusammen mit den Schulen Angebote erstellen, um Eltern und Schülern eine Grundlage für einen guten Bildungsweg zu schaffen. Dazu gehört für uns die Etablierung von Schulsozialarbeit, um auch Eltern Hilfe und Unterstützung aufzeigen zu können“, konstatierte Panse. Diese Angebote müssen insbesondere für schulische Quereinsteiger mit Förderbedarf geschaffen werden. Mit Zustimmung registriert die CDU-Stadtratsfraktion, dass es einzelne Projekte für eine gute Willkommenskultur gibt. Beispielsweise können das „Zentrum für Integration und Migration“, das Projekt „Quantum“ des MitMenschen e.V., aber auch das im letzten Jahr vom Land Thüringen gegründete „Wellcome-Center“ benannt werden Seitens der Fraktion wird Anuschka Abutalebi in ihrem Engagement eine verbesserte Willkommenskultur zu gestalten, vollste Unterstützung finden. Abschließend erklärte der Fraktionsvorsitzende Michael Panse, dass die CDU-Fraktion, gemeinsam mit Frau Abutalebi, auf eine Analyse des Ist-Zustandes der Lebensverhältnisse von Migranten drängt, damit sich daraus weitere Initiativen entwickeln können.

100. Treffen des Netzwerkes für Integration für Spätaussiedler und Migranten in Erfurt

Zum 100. Mal haben sich heute die Akteure des Netzwerkes für Integration für Spätaussiedler und Migranten in der Landeshauptstadt Erfurt getroffen. 57 Vereine, Verbände und Institutionen sind Mitglieder in dem Netzwerk und sie vertreten gemeinsam die Interessen von derzeit 7.734 Ausländern in Erfurt und darüber hinaus auch der Spätaussiedler. Beate Tröster, die die Geschäftsstelle des Netzwerkes leitet, bringt regelmäßig die Netzwerkpartner zusammen und stellt neue Projekte vor. Der Schwerpunkt der Integrationsbemühungen liegt im Bildungsbereich und in der Beratung der Hilfesuchenden. Bei der heutigen Jubiläumssitzung musste sogar noch zusätzlich Stühle in den Saal getragen werden, weil es erfreulicherweise immer mehr Partner werden. Viele der Akteure kenne ich aus der kommunalpolitischen Arbeit.  Als Generationenbeauftragter des Freistaates Thüringen und als Ansprechpartner für das Thema Antidiskriminierung habe ich mich über die Einladung zu der heutigen Sitzung gefreut und gerne die Chance genutzt über mein Aufgabenfeld zu berichten. In Erfurt stellt sich die Situation etwas anders dar, als in den anderen Regionen Thüringens. Während überall die Einwohnerzahlen sinken, steigen sie in Erfurt. Neben gestiegenen Geburtenzahlen, gibt es auch Zuwanderung, aus Thüringen, aus anderen Bundesländern, aber auch aus dem Ausland. Allein im letzten Jahr sind 963 Ausländer neu hinzu gekommen. Die Willkommensstruktur in der Stadt Erfurt darf sich aber nicht nur auf Hilfe bei der Wohnungssuche und am Arbeitsmarkt beschränken, es geht um echte Integration! Viele Themenvorschläge wurden heute für die weitere Arbeit des Netzwerkes diskutiert. Die Information über gesetzliche Regelungen, die psychologische Versorgung, Dolmetscher, Kita-Plätze, Anerkennung von Abschlüssen und Hilfe bei der Erlernung der deutschen Sprache. Als Generationenbeauftragter bin ich Ansprechpartner für Alt und Jung. Die Fragen des aktiven Alterns betreffen uns alle. Es geht um Beteiligung und Mitmachmöglichkeiten. Älteren Ausländern fällt die durch Sprachbarrieren noch ungleich schwerer und so droht auch ihnen Alterseinsamkeit. Gerne möchte ich in diesem Bereich Hilfeprojekte mit Partnern entwickeln. Das Themenfeld Antidiskriminierung ist insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund ein wichtiges Feld. 21,04 Prozent der Diskriminierungsfälle, die der Bundesantidiskriminierungsstelle seit 2006 gemeldet wurden betreffen Fälle wegen der ethnischen Herkunft. Damit liegt die Prozentzahl knapp hinter Diskriminierung wegen Behinderungen (25,15 Prozent), Geschlecht (21,79 Prozent) und Alter (21,18 Prozent). Informationen zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), aber auch Fortbildung für Multiplikatoren und Sensibilisierung für das Thema werden wir in den nächsten Monaten gemeinsam angehen. Im Erfurter Netzwerk für Integration für Spätaussiedler und Migranten sehe ich da einen wichtigen Partner.  Danke für das bisherige Engagement und viel Erfolg bei der weiteren Arbeit! „Zusammenkunft ist ein Anfang. Zusammenhalt ist ein Fortschritt. Zusammenarbeit ist der Erfolg.“ – dieses Zitat von Henry Ford hatte Beate Tröster als Motto für ihre Dankeskarte an die Netzwerkakteure ausgewählt. Genau so kann man das Ziel der Netzwerkarbeit beschreiben!      

Verpasste Chance zur Werbung für den Bundesfreiwilligendienst

Stuttgart 21 (6)
Vortrag zur Integration im Sport
Schade! Bei dem zweitägigen Kongress zu Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit in Stuttgart wurde eine gute Gelegenheit verpasst, für den Bundesfreiwilligendienst zu werben. Gleich drei Landesministerien, federführend das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren und das Bundesministerium, veranstalteten den Kongress. Thematisch ging es um Partizipation und Integration in Europa und zu beiden Themen gab es durchaus gute Fachreferate. Heute Vormittag drehte sich beispielsweise vieles um Integration durch und im Sport. Günes Turan, Sportwissenschaftlerin der Uni Augsburg, führte in das Thema ein. Die Rede der Integrationsministerin von Baden-Württemberg Bilkay Öney entfiel, sie war mit dem Besuch des türkischen Staatspräsidenten beschäftigt. Da auch ein zweites Referat am Nachmittag entfallen musste hatte ich gehofft, dass die zur Verfügung stehende Zeit genutzt würde, um über die Freiwilligendienste im Allgemeinen und den Bundesfreiwilligendienst im Besonderen zu diskutieren. Aber offensichtlich war dieses Thema nicht auf dem Schirm – oder nicht gewollt. Sowohl die Grünen als auch die SPD stehen dem Bundesprojekt eher skeptisch gegenüber. Auch im Thüringer Landtag sollte eigentlich letzte Woche schon eine Protestresolution der Grünen diskutuert werden (kam aber nicht mehr dran). Dennoch halte ich den Bundesfreiwilligendienst für ein wichtiges Instrument der nächsten Jahre, um gesellschaftliches Engagement auszubauen. Bei einem Gespräch mit der Vertreterin des Roten Kreuzes Baden-Württemberg, immerhin einem der größten Träger des FSJ im Schwabenland, konnte ich erfahren, dass es dort rund 1.200 FSJ-Stellen gibt (rund 3.000 Bewerbungen gab es auf diese Stellen). Nach ihren Worten stehen dem nur ganze 50 Stellen des Bundesfreiwilligendienstes gegenüber. Mich überrascht dies nicht, wenn so wenig dafür geworben wird. Auch in BaWü sind es häufig die Arbeitsämter, die Langzeitarbeitslose zu den Trägern des Bundesfreiwilligendienstes schicken. Ich halte dies für eine unglückliche Entwicklung. Es handelt sich eben gerade nicht um eine „Maßnahme für den Arbeitsmarkt“ sondern um einen Freiwilligendienst und es ist auch nichts, wo sich Kommunen von ihren Aufgaben entlasten sollten, wie es auch in Thüringen praktiziert wird. Beim Kongress in Stuttgart blieb das Ganze nur ein Randthema zwischen den Gästen. Die Chance bei den rund 150 Kongressteilnehmern dafür zu werben, wurde leider vertan.

Bildungspatenschaften stärken Intergrationsbemühungen

integrationUnter dem Titel „Aktion zusammen wachsen“ fand heute im Erfurter Rathaus eine Landestagung zum Projekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Beauftragten der Bunderegierung für Migration, Flüchtliche und Integration statt. Der Festsaal des Erfurter Rathauses war bis auf den letzten Platz gefüllt und ganz offensichtlich gibt es ein erhebliches Interesse am Thema. Bundesstaatssekretär Josef Hecken und Thüringens Innenminister Jörg Geibert erklärten das Projekt, welches möglichst vielen der 15 Millionen Ausländer, von denen allerdings nur rund 100.000 in Thüringen leben, Hilfe anbieten soll. Wie wichtig die sprachliche Integration als Grundvoraussetzung ist war jedem im Saal klar – das Kinder mit Migrationshintergrund deshalb dringend auf Kita-Plätze angewiesen sind, sicher auch. integration-11Verwundert war ich dann aber doch von der Aussage der Erfurter Bürgermeisterin Tamara Thierbach, die zunächst erklärte das in Erfurt 6.555 Ausländer leben, um danach einzuschränken, dass nicht alle Kinder einen Kita-Platz finden. Hier muss sich dringend etwas ändern! Plätze fehlen in Erfurt zwar insgesamt, aber wenn Integrationsbemühungen auf der einen Seite mit Millionen-Programmen gefördert werden, dürfen nicht fehlende Kita-Plätze diese Bemühungen torpedieren. In Thüringen gibt es über 30 erfolgreiche Intergrationsprojekte, von denen vier Projekte heute im Gespräch vorgestellt wurden. An dem Projekt „Fremde werden Freunde“ der Erfurter Universität habe ich vor Jahren auch schon mitwirken können. Eine amerikanische Studentin war „mein Patenkind“ und Frau Eweleit, die das Projekt seit Anbeginn leitet warb heute bei mir für eine neue Patenschaft ab Oktober. Ich werde alle dieser heute vorgestellten Projekte im Blick behalten.

Integration geht auch durch den Magen

Integrationszentrum (26)
Manfred Scherer, Thüringer Innenminister und Michael Panse, MdL beim Pelmeni-Kochen
Zum gemeinsamen Kochen hatte ich mich heute Mittag im Integrationszentrum in der Rosa-Luxemburg-Straße verabredet. Roman Kacer, der bei uns im Kreisvorstand das Thema Integration bearbeitet, hatte diesen Termin mit zahlreichen Gästen gut vorbereitet. Die russlanddeutschen Spätaussiedler wollten mehr über die bevorstehenden Landtagswahlen erfahren und hatten die vier CDU-Kandidaten zum Gespräch eingeladen. Noch stärker kamen wir aber dann beim gemeinsamen Kochen ins Gespräch. Pelmeni, die russische Nationalspeise, wurde von uns zubereitet. Teigtaschen gefüllt mit Hackfleisch und in einer Brühe gekocht und mit zerlaufener Butter serviert – absolut lecker! Die vielen guten Gespräche gab es sozusagen als Nachschlag hinzu. Integration geht am besten über das sprechen einer gemeinsamen Sprache. Mit meinen Russischkenntnissen bin ich leider nicht mehr weit gekommen. Ich habe mich deshalb gefreut, dass wir nur ganz wenig Übersetzung brauchten. Die CDU steht weiter zu den Spätaussiedlern.

Unterstützung durch und für Zeca Schall

Zeca Schall 1 (1)
Michael Panse, MdL und Zeca Schall
Auf dem Anger bekam ich gestern überaus prominente Wahlkampfunterstützung. Zeca Schall aus Hildburghausen war nach Erfurt gekommen, um mit uns Wahlkampf zu machen. Zeca, der von sich selbst sagt, er sei das schwärzeste CDU-Mitglied in Thüringen, ist trotz der Angriffe der letzten Tage ein fröhlicher Mann, der auf die Menschen zugeht. Im Gespräch konnte ich ihm unsere uneingeschränkte Unterstützung vermitteln. Die CDU wird sich zu jeder Zeit von Extremisten jeder Art distanzieren. Die Kampagne der NPD gegen Zeca ist widerlich und glücklicherweise bekräftigten viele Erfurterinnen und Erfurter dies in spontanen Gesprächen mit Zeca Schall. Auf der Bühne sprach ich mit ihm über seine Wendeerfahrungen. Seit 1988 ist er bereits in Deutschland und fand zur CDU über seine „Pflegefamilie“ – Jörg Kallenbach, unser ehemaliger Landtags- und jetziger Stadtratskollege und seine Frau. Ich bin sehr froh, dass Zeca sich nicht einschüchtern lässt. Wir haben uns für Anfang September in Hildburghausen zu einem Wiedersehen verabredet.