Blogeinträge

35 Jahre friedliche Revolution

In diesem Herbst gibt es nahezu täglich bedeutende Jubiläen. Im Wendeherbst 1989 passierte so viel, dass der Blick zurück wertvoll ist. Unser aktuellen Newsletter der Landeszentrale widmet sich dem Thema des Herbstes 1989. Ich erinnere mich dabei an viele Dinge, die mich geprägt haben.

Der legendäre Satz von Genscher in der deutschen Botschaft in Prag vor 35 Jahren und die Schließung der Grenzen nach Polen und zur CSSR, läuteten den heißen Herbst ein. Über den 7. Oktober 1989 war ich mit meiner damaligen Frau und unserem Volleyballteam trotzdem in Prag zu einem Turnier und wir beschäftigten uns mit der Frage von dort nicht zurück zu fahren. Lange ist es her, aber wichtig immer wieder daran zu erinnert. Der Wert der Freiheit ist heute genauso hoch einzuschätzen, wie damals.

Newsletter der LZT 

Die Eissaison gestartet

Für die Mannschaftssportarten, die mir als Zuschauer besonders wichtig sind (Volleyball, Eishockey, Football), hat nun die Saison begonnen. Da Eishockey den entsprechenden Untergrund braucht, haben die Black Dragons erst letzte Woche ihre Saison beginnen können.

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt, lief es dieses Wochenende richtig gut. Sieg in Tilburg und danach heute das Heimspiel gegen Herford. Mit 5:3 endete das Spiel zur Begeisterung der Fans und es machte richtig Lust auf die neue Saison. Ich freue mich darauf und natürlich auch auf das andere Eis. Ende Oktober wird die Rennrodelbahn in Oberhof vereist und wir bereiten uns auf unsere beiden Heimweltcups vor. Zuvor will ich mir aber kommende Woche mal die Bahn in Lillehammer ansehen – dort wird Anfang Dezember die Weltcupsaison eröffnet und die Bahn ist schon vereist.

Bilder der Black Dragons 

Im zweiten Anlauf

Jetzt hat es doch noch geklappt und der Thüringer Landtag hat sich heute konstituiert und den Präsidenten und seine Stellvertreter gewählt. Nach das Ganze am Donnerstag als eine schlechte Kopie von “House of Cards” begann kam es heute nicht zum Fortsetzungsroman “Schach dem König”. Der König, genauer gesagt Thadäus König, wurde von nahezu allen Abgeordneten aller Fraktionen, mit Ausnahme der AfD zum Landtagspräsidenten gewählt.

Nachdem die AfD am Donnerstag ein erbärmliches Schauspiel aufgeführt hatte, wurde der überforderte Alterspräsident vom Verfassungsgericht am Freitagabend zur Ordnung gerufen und wickelte die heutige Sitzung ohne weitere Behinderung des Parlaments ab. 32 Landtagsabgeordnete votierten für die AfD-Kandidatin Muhsal und 45 für Thadäus König. Eine Stimmenthaltung gab es und ein Abgeordneter fehlte.

Die letzten Tage waren wahrscheinlich ein Vorgeschmack, wie die AfD in dieser Wahlperiode agieren wird. Allerdings haben die  demokratischen Parteien auch gezeigt wie man damit umgehen muss.

Mit den Provokationen am Donnerstag hat die AfD erreicht, dass sie nun auch keinen Stellvertreter im Präsidium des Landtags stellen. Zuvor erschien dies durchaus noch möglich. Bodo Ramelow, Teile der CDU und der BSD hatten angedeutet eventuell einen stellv. Landtagspräsidenten der AfD zuzubilligen. Nunmehr scheiterte die AfD mit Frau Muhsal genauso krachend, wie bei der Landtagspräsidentenwahl.

Ein erbärmliches Schauspiel

In den letzten beiden Tagen war ich zur Publikationskonferenz der Landeszentralen für politische Bildung in Halle. Mit den Kolleginnen und Kollegen drehte sich die Diskussion wieder um Thüringen. Vor einem halben Jahr haben wir über das Buch von Martin Debes “Wie Thüringen die Demokratie herausfordert”, das Fernsehduell von Mario Voigt mit Björn Höcke und über die bevorstehenden Wahlen diskutiert. Nun hat Thüringen hat wieder bundesweit Schlagzeilen gemacht. Die konstituierende Sitzung des Thüringer Landtags wurde von der AfD dazu missbraucht die Demokratie verächtlich zu machen. Dazu bedienten sie sich eines intellektuell überforderten, aber um so williger agierenden Abgeordneten. Dessen einzige Qualifikation für die Eröffnung, der Landtagssitzung bestand darin, dass er der älteste Abgeordnete war.

Ich habe die Landtagssitzung (wenn sie nicht unterbrochen war) auf dem Laptop verfolgt und war entsetzt, welch Trauerspiel geboten wurde. Ich mochte es nicht glauben, dass Jürgen Treutler in Sonneberg Stadtratsvorsitzender ist. Wie er dort agiert kann ich nicht sagen. So bleibt offen, ob sein gestriger Auftritt von Unfähigkeit, oder Vorsatz geprägt war. Ich bin nun in der zweiten Wahlperiode Stadtratsvorsitzender in Erfurt. Es würde mir im Traum nicht einfallen, mich von einer Partei instrumentalisieren zu lassen. Die Medienberichte heute sind bundesweit vernichtend. Aber ich bin mir sicher, dass nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts die demokratischen Parteien im Thüringer Landtag der AfD ihre Grenzen aufzeigen werden. Mit der AfD kann und darf es nie eine Zusammenarbeit geben!

Weil es wichtig ist – Solidaritätsdemo für die Menschen in Israel

Für die Deutsch-Israelische Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Erfurt und für unseren Förderverein Jüdische-Israelische Kultur in Thüringen habe ich eine  Demonstration für den 7. Oktober, dem Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel, bei der Stadt angemeldet. Ich bin froh, dass sich etliche Organisationen unserem Aufruf angeschlossen haben. Mario Voigt, Bodo Ramelow und weitere Redner haben bereits ihre Teilnahme bei der Demonstration um 17 Uhr auf dem Fischmarkt zugesagt.

Ich erinnere mich noch gut an den 7. Oktober 2023. Einen Tag vor unserer damals geplanten Bürgerreise, erreichten uns die schockierenden Nachrichten aus Israel. In den Stunden und Tagen danach wurde das ganze Ausmaß deutlich. Mehr als 1.200 ermordete Menschen wurden von den Hamas-Verbrechern ermordet. Bei unserer ersten Solidaritätsdemonstration am 11. Oktober in Erfurt haben viele Politikerinnen und Politiker ihre Betroffenheit zum Ausdruck gebracht und der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland mahnte auch dann solidarisch zu bleiben, wenn Israel militärisch darauf reagiert um seine Einwohnerinnen und Einwohner zu schützen. Ein Jahr danach hält die Hamas immer noch über 100 Geiseln gefangen. Die Freilassung der Geiseln war vom ersten Tag an die wichtigste Forderung Israels an die Hamas. Sie wurde nicht erfüllt.

Im letzten Jahr ist viel passiert. Wir hatten in Erfurt eine weitere Demonstration der DIG, die wir anlässlich des Palästinenserumzug auf dem Anger initiiert haben und wir haben Flagge für Israel beim Katholikentag gezeigt. Ich war Ende März/Anfang April eine Woche in Israel zu Gesprächen mit Freunden. Im Frühjahr habe ich vier Vorträge zur aktuellen Situation in Israel und dem geschichtlichen Hintergrund gehalten. Meine Gedanken sind häufig bei den Menschen in Israel und ich bleibe mit ihnen solidarisch.

Media Day bei Schwarz-Weiss Erfurt

Kurz vor der Saisoneröffnung sind die neune Trikots angekommen und wurden bei Media Day von Schwarz-Weiss Erfurt von unseren Spielerinnen stolz präsentiert.

Im Erfurter Theater hatten wir gestern Nachmittag das diesjährige Fotoshooting für die Teambilder angesetzt. Für mich ist dies immer einer der schönsten Termine im Saisonkalender – erstmals alle Spielerinnen und das Trainerteam auf einem Bild und Vorfreude auf die neue Saison.

Aber damit verbunden sind auch in jedem Jahr die gleichen Probleme. Während die Spielerinnen in Trikots auf dem Bild sind und das Trainerteam in schwarzen sportlichen Polos, überlege ich immer ob mit schwarz-weißer Krawatte oder ohne.  Um schon einmal zu spoilern – in diesem Jahr mal ohne. Die zweite Entscheidung treffe ich immer ganz pragmatisch. Neben unseren bis 1,96 m großen Spielerinnen mache ich zweifellos immer eine unglückliche Figur. Also bietet sich immer nur der Platz neben unseren Liberas oder der Co-Trainerin an. Beide Probleme (Krawatte und Platzierung) wurden zufriedenstellend gelöst 😉

Unsere Spielrinnen hatten beim Media Day viel Spaß. Neben dem offiziellen Teamfoto entstanden auch Videoclips zur Saisonvorbereitung, Weihnachtsgrüße und es gab Bilder mit den Basketball Löwen. Freut euch auf die Ergebnisse!

Hinter den Kulissen des Media Day  

Gretchenfrage

Nun hat auch Brandenburg gewählt und das Wahlergebnis stellt die Vertreter der demokratischen Parteien vor die gleiche Denksportaufgabe, wie in Thüringen und Sachsen. Einfache Mehrheiten oder Koalitionen gibt es nun nicht mehr. Für eine (ehemals große) Koalition zwischen CDU und SPD reicht es in keinem der drei Bundesländer. Kleinere Parteien sind reihenweise aus dem Parlament verschwunden. Die verbliebenen vier bzw. fünf Parteien haben dennoch keine klare Mehrheit.

Seit der Bekanntgabe der Wahlergebnisse werden diese nun interpretiert und es gibt schlaue Ratschläge von allen Seiten. Die AfD hat zwar eine sogenannte Sperrminorität in Thüringen und Brandenburg, aber die wird nicht allzu häufig zum tragen kommen. Da richtigerweise alle Parteien jegliche Kooperation oder Koalition mit der AfD ablehnen, beschränkt sich die Diskussion darauf, ob sie durch eine Änderung der Geschäftsordnung im Thüringer Landtag ein exklusives bzw. alleiniges Vorschlagsrecht im 1. Wahlgang der Landtagspräsidentenwahl haben. Dies ist aber auch nicht wirklich dramatisch. Ich gehe davon aus, dass am Ende des Tages Thadäus König gewählt sein wird. Er ist der richtige Mann für diesen Job!

Schwieriger wird die Gretchenfrage zu beantworten sein “wie hält es die CDU mit dem BSW?”. Einen Unvereinbarkeitsbeschluss gibt es hinsichtlich der AfD und der Linken. Bei dem BSW geht es eher um die Frage, wie sehr sich aus dem Saarland in Thüringer Politik eingemischt wird und was die nun gewählten BSW Landtagsabgeordneten eigentlich wollen. Man ist miteinander im Gespräch und es soll Sondierungen geben. Dies finde ich richtig. Die CDU Landtagsfraktion hat gestern und heute dazu in Oberhof getagt. Ich bin mir sehr sicher, dass die Kolleginnen und Kollegen alle Eventualitäten im Blick haben.

Etwas verwundert war ich vor diesem Hintergrund gestern Abend vom Statement einer Abgeordneten bei “MDR Fakt ist”. Die ehemalige Landrätin und jetzige Landtagsabgeordnete Martina Schweinsburg war nach eigener Aussage bei der Klausur in Oberhof nicht dabei (sie hatte ja eine Einladung zum MDR). Allerdings hatte sie trotzdem eine Menge Ratschläge im Gepäck. Man müsse mit allen – einschließlich der AfD – reden. Schon Anfang September hatte sie “Sondierungen” vorgeschlagen. Ich habe da eine klar andere Meinung. Wer politisch interessiert und engagiert ist, weiß was Höcke und Co wollen, ohne mit ihnen reden zu müssen. Ich erlebe dies regelmäßig im Erfurter Stadtrat. Die AfD will ein anderes Land, sie verachtet unsere Demokratie inklusive der von ihnen immer wieder verächtlich als “Altparteien” diskreditierten demokratischen Parteien. Es kann, darf und wird keine Zusammenarbeit mit Demokratiefeinden geben – im Landtag nicht und auch nicht in Kommunalparlamenten.

Sommerlicher Herbstbeginn

Mein Kalender hat verkündet: 22. September 2024 um 14:43 Uhr Herbstbeginn. Ich war zumindest von meiner persönlich sommerlich geprägten Grundeinstellung nicht bereit dies zu akzeptieren. 25 Grad Lufttemperatur, 18 Grad Wassertemperatur und Sonnenschein – perfektes Wetter für den Nordstrand. Auf der heimischen Wakeboardanlage habe ich gestern die (wahrscheinlich) letzten Runden der  Saison gedreht. In diesem Jahr war mit Graz nur eine neue Anlage dabei und es waren auch nicht ganz so viele aktive Tage, wie im letzten Jahr. Aber die Woche in Kroatien und die Runden am Nordstrand waren in diesem Jahr und werden hoffentlich auch im nächsten Jahr stabile Programpunkte bleiben.

Bilder vom Nordstrand    

In vino veritas

Ob und wie viel Wahrheit im Wein liegt, kann ich nicht abschließend bewerten. In jedem Fall aber gehört ein Glas Wein mit Freunden zu den angenehmen Dingen des Zeitvertreibs und viele große Dichter haben darüber geschrieben. In Thüringen wird natürlich besonders häufig der Weinliebhaber Goethe zitiert. Auch bei der heutigen Eröffnung der Erfurter wineBank hat Stefan Beck, als künftiger Betreiber an Goethe erinnert. Banken gibt es viele in Erfurt – eine wineBank noch nicht. Wer dort investiert erwartet keine Zinsen. er bekommt eine Dividende in Form von angenehmen Stunden in einem Weinkeller mit einem guten Tropfen und im Kreis von Gleichgesinnten Weinliebhabern.

Über die Einladung zur gestrigen Eröffnungsveranstaltung habe ich mich gefreut und gerne auch ein Grußwort gehalten, weil mich das Engagement von Stefan Beck und Frank Sonnabend sehr beeindruckt. Frank Sonnabend hat in den letzten Jahren die Defensionskaserne saniert und mit Stefan Beck den ersten Mieter-Einzug. Die wineBank trägt zweifellos zur weiteren Entwicklung des Petersberges bei, so wie zuvor schon das Vinarium, die Destille und die Genussbastion. Alle diese Projekte haben eins gemeinsam – sie wurden von Stefan Beck initiiert und erfolgreich umgesetzt. Nun ist also ein weiterer Mosaikstein hinzu gekommen.

Es ist die erste Lokation des internationalen Weinclubs in Ostdeutschland und Berlin/Brandenburg und dies nicht in Leipzig, nicht in Berlin, sondern in Erfurt! Es ist ein Beitrag zur Wiederbelebung der Weinstadt Erfurt – neben dem Thüringer Vinarium, den Weinreben der Erfurter Weinzunft und der großen Investition Wein der Vereinigten Kirchen/Klosterkammer.

Mit dem Standort wineBANK Saale Unstrut können einerseits / einheimische Weinliebhaber künftig Weinkultur auf Weltniveau erleben, anderereits / wineBank-Mitglieder von Sylt bis Bern und von Washington bis Wien regionale Weine von Ilm, Saale und Unstrut kennenlernen.

Als Vorsitzender des Stadtrats habe ich gerne Grüße der Stadt und des Oberbürgermeisters Andreas Horn ausgerichtet. Wir wissen wir die Entscheidung, von Ihnen Herr Ress, als Franichaisegeber, aber auch von von Stefan Beck, als vor Ort Betreiber und Erfurt Botschafter, sehr zu schätzen. Auch touristisch hat Erfurt in Sachen Wein immer Neues zu bieten! Ich wünsche der innovativen Idee viele heimische Weinliebhaber und Weingäste aus nah und fern, und der neuen Clubmanagerin Susanne Schubert, eine stets glückliche und erfolgreiche Hand.

Bilder aus der wineBank

TA-Artikel zur wineBank

Landesgartenschau in Bad Dürrenberg

Durchaus lohnenswert ist die Fahrt nach Bad Dürrenberg in Sachsen Anhalt. Dort findet derzeit die Landesgartenschau statt und die lohnt es sich zu besuchen. Rund um das ehemalige Gradierwerk und den Kurpark ist noch bis zum 13. Oktober Gelegenheit, viel über das Salz, Pflanzen und Wein zu erfahren. Am gestrigen Weltkindertag haben wir uns auf den Weg gemacht und es nicht bereut. Die Landesgartenschau  steht unter dem Motto “Salzkristall und Blütenzauber”. Die letzte Landesgartenschau in Thüringen fand 2017 in Apolda statt und die nächste wird 2026 in Leinefelde-Worbis sein – voraussichtlich, denn sie wurde schon zwei Mal verschoben.

Bilder aus Bad Dürrenberg