Vor-Vor-Vor-Beratung zum Haushalt

Stadtratssitzung 25.5.2016
Stadtratssitzung 25.5.2016
Jetzt ist es Ende Mai und ein Haushaltsentwurf ist in Erfurt weit und breit nicht in Sicht. Vor einem Jahr waren wir zu diesem Zeitpunkt gerade auf der Zielgerade der Haushaltsberatungen und auch da gab es bereits berechtigte Kritik für die halbjährige Verspätung. Offensichtlich wird das Thema aber nun selbst der sonst eher lethargischen Koalitionsgemeinschaft von Rot-Rot-Grün unangenehm. Regelmäßige Demonstrationen gegen die Haushalt- und Finanzpolitik der links-link-grünen Gemeinschaft und des Oberbürgermeisters zerren an den Nerven. Aber muss deutlich gesagt werden, Rot-Rot-Grün und der Oberbürgermeister haben dies verursacht und bereits ein halbes Jahr verschenkt. Sie hätten im November 2015 dem Antrag der CDU-Stadtratsfraktion zustimmen können, als wir die fristgemäße Vorlage eines Haushaltsentwurfs einforderten und auf drohende Konsequenzen der vorläufigen Haushaltsführung hinwiesen. Die Kolleginnen und Kollegen steckten aber den Kopf in den Sand, hielten sich Augen und Ohren zu und vertrauten stattdessen der Ankündigungsrethorik des Oberbürgermeisters. Der nun heute vorgelegte Antrag ist bestenfalls “schmückendes Beiwerk”. Dies erklären aber nicht nur wir als Opposition, dies erklärt auch der Stadtratskollege Andre Blechschmidt von den Linken. Schmückendes Beiwerk? Für was denn? Es gibt gar nichts. Es gibt keinen Fahrplan, kein Konzept und schon gar keinen Haushaltsentwurf. Dabei gibt die Thüringer Kommunalordnung die Antwort auf die Frage, wer dafür zuständig ist. Also wer legt wem was wann vor? Es ist der Oberbürgermeister! Es ist sein Job, er ist Chef der Verwaltung. Er ist auch derjenige, der das Thema vor vier Monaten zur Chefsache erklärt hat. Er hat dabei versagt! Wir beraten in der heutigen Stadtratssitzung drei Themen gemeinsam:
  1. Den Antrag der CDU – darin fordern wir, dass Fakten auf den Tisch gelegt werden
  2. Die Information über die Fortschreibung der vorläufigen Haushaltsführung des Oberbürgermeisters
  3. Das vermeintlich schmückende Beiwerk von Rot-Rot-Grün
Dabei ist die Verwaltungsinformation zur vorläufigen Haushaltsführung das einzige Papier mit nennenswerten Zahlen. Allerdings ist auch dies für Rot-Rot-Grün nur von Interesse bezüglich des Sozialtickets. Seit Monaten sorgt das Sozialticket für Aufregung bei den Linken und wird zum Hauptkampfthema erklärt. Die Diskussion kommt dann schnell an den Punkt, an dem die Linken mit dem Ende der Koalition drohen und der Oberbürgermeister einknickt. In den Medien war aktuell zu lesen, dass nach seiner Meinung an der aktuellen Streichung des Sozialtickets die Finanzbeigeordnete Schuld sei. Die ist nicht nur fachlich falsch, weil der Oberbürgermeister die Verantwortung trägt – es ist seine DBOB-Vorlage. Sie ist auch in höchstem Maße unanständig! Sich feige und verantwortungslos beiseite zu stellen ist nach Auffassung der CDU-Fraktion eines Oberbürgermeisters unwürdig! Mit der vorläufigen Haushaltsführung werden Kürzungen fortgeschrieben bzw. verstärkt. Rund 2,7 Millionen sollen bis zum Jahresende damit gespart werden und dies vor allem zu Lasten Dritter, weil deren Zuschüsse weiter gekürzt werden. In den ersten Monaten gab es aber durch die vorläufige Haushaltsführung noch keine nennenswerten Effekte. In der Antwort auf den CDU-Antrag weist die Verwaltung darauf hin, dass sie meilenweit von einem ausgeglichenen HH entfernt sein. Was sind nun die Ursachen dafür? Erstaunlicherweise erklärt jetzt endlich der Oberbürgermeister das, was seine Beigeordnete seit Jahren predigt. Die Personal- und Sozialausgaben laufen aus dem Ruder! Darüber hinaus strotzt allerdings die Stellungnahme des OB auf den CDU-Antrag vor Unkenntnis und Ignoranz. Wenn dies tatsächlich sein Wissensstand zum Thema Finanzen ist, kann einem Angst und Bange werden um die Landeshauptstadt! Der Antrag von Rot-Rot-Grün klingt in seinem ersten Punkt noch ganz nett und zustimmungsfähig. Er suggeriert, sie würden das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Leider tun sie es nicht. Das Papier ist beim genauen Lesen eine schallende Ohrfeige für den Oberbürgermeister. Tut er denn nicht das was Rot-Rot-Grün von ihm fordert? Als OB nicht und auch nicht als SPD Landesvorsitzender? Er soll “Planungsaktivitäten auf die Erstellung eines Haushaltsentwurfs konzentrieren” mahnt ihn sein Koalitionsbündnis… Der Antrag ist aber auch eine schallende Ohrfeige für die sechs Stadträte von Rot-Rot-Grün, die zugleich Landtagsabgeordnete sind, denn auch sie scheinen das nicht zu tun, was von ihnen gefordert ist. Sie sollen für eine “auskömmliche Finanzierung der Kommunen” sorgen. Gemeinsam mit dem Ex-Stadtrat und jetzigen Innenminister Poppenhäger haben sie den Doppelhaushalt 2016/2017 einschließlich des Kommunalen Finanzausgleichs (KFA) beschlossen. Für uns ist zu dem Antrag festzustellen, dass er den 2. vor dem 1. Schritt versucht. Wir brauchen erst einmal einen Haushaltsentwurf, bevor wir etwas beschließen können. Rot-Rot-Grün zeigt mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf vermeintlich Schuldige – den Bund und das Land. Das Land sind sie selber und erkennen nicht, dass der ausgestreckte Finger zwar auf andere zeigt, aber drei Finger der gleichen Hand auf sie selbst. Sie haben gemeinsam mit dem OB die Haushalte der letzten Jahre beschlossen und in den letzten beiden Jahren mit Millionendefizite abgeschlossen. Die Finanzbeigeordnete Frau Pablich hat dazu eindringliche Appelle an den Finanzausschuss und den Stadtrat gerichtet. Der Oberbürgermeister hat dies öffentlich noch nicht getan. Dem Vernehmen nach scheiterte er bereits in seiner eigenen Fraktion, als er es bei einer Klausurtagung versuchte. Nach heftigem Gegenwind rollte er sich wieder zusammen. Der Oberbürgermeister weiß allerdings recht gut wo die Säge klemmt. Die Personalausgaben der Stadt stiegen auch im laufenden Jahr wieder – von 164 Millionen Euro auf 168 Millionen Euro. Im Jahr 2006, dem Jahr seines Amtsantritts, waren es noch 117 Millionen Euro. 60 neue unbefristete Personalstellen wurden allein in diesem Jahr geschaffen. Die Sozialausgaben stiegen zwischenzeitlich auf 185 Millionen Euro. Beides zusammen sind die Kostentreiber im städtischen Haushalt. Ein Personalentwicklungskonzept gibt es bis heute nicht und auch über das Haushaltssicherungskonzept ist noch nichts bekannt. Die CDU fordert daher den Oberbürgermeister nachdrücklich auf, die Finanzen zur wirklichen Chefsache zu machen. Sein erster Versuch zu Beginn des Jahres scheiterte bei den Gesprächen mit seinen Beigeordneten und Amtsleitern. Wir fordern ihn eindringlich auf einen HH-Entwurf zeitnah vorzulegen und mit den Stadträten, Fachausschüssen und den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren. Rot-Rot-Grün will bis 2019 die Haushalte gemeinsam beschließen. Wenn ihnen die Kraft dazu fehlt, sollten sie die Konsequenzen für ihr fragiles Koalitionsbauwerk ziehen!      

Kommunalpolitisches Versagen

Stadtratswoche...
Stadtratswoche…
Stadtratssitzungswoche und einmal wieder eine “überschaubare” Tagesordnung! Mangels Haushalt gibt es am Mittwoch im Stadtrat auch nicht viel zu beschließen. Die CDU-Stadtratsfraktion hat für die Beratung am Mittwoch einen Antrag mit einer Informationsaufforderung zur Haushaltssituation an den Oberbürgermeister gerichtet. Heute war seine Antwort in einer Drucksache zu lesen und zugleich seine sogenannte Position zum umstrittenen Sozialticket in der heutigen Lokalpresse. Das Statement des Oberbürgermeisters zum Haushalt zeugt von finanzpolitischer Ahnungslosigkeit. Keine Zahlen, kein Fahrplan und noch nicht einmal eine klare Aussage zur Personalsituation. Entweder er weiß wirklich nicht was finanzpolitisch in seiner Verwaltung los ist, oder er stellt sich dumm. Beides ist unverantwortlich und schadet der Stadt! Das Sozialticket hat in den vergangenen Monaten immer wieder für Aufregung gesorgt. In der vorläufigen Haushaltsführung für das 2. Halbjahr 2016 wurde es nun einmal wieder gestrichen – so steht es in der Drucksache des Oberbürgermeisters (mit seiner Unterschrift). Kaum war dies gerüchtehalber bei den Linken angekommen, drohten diese mit dem Ende der links-link-grünen Koalition. In Folge dessen hat den OB der kommunalpolitische Mut verlassen. In der heutigen Lokalpresse schob er der Finanzbeigeordneten Frau Pablich die Verantwortung zu. Zitat: “Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) wies am Montag jegliche Verantwortung für den Stopp von sich. Die Finanzdezernentin Karola Pablich (parteilos) habe die Ausgabe für das zweite Halbjahr nicht freigegeben. „Und sie hat die Haushaltskompetenz“, sagte er.” Ich stelle dazu fest, dass er feige und verantwortungslos ist! In der morgigen Stadtratssitzung wird dies ganz sicher ein Thema werden.

Einfach nur abschalten…

Blick von oben auf die Baumwipfel
Blick von oben auf die Baumwipfel
Eine Woche lang ist es mir schwer gefallen, auf meiner Homepage die richtigen Worte zu finden. Ich habe diese Zeit an der Ostsee genutzt, um über einige Dinge etwas intensiver nahzudenken. Auf was es im Leben ankommt, ist die Zeit die du mit Menschen verbringst, die dir wichtig sind. Dies hat schon  Antoine de Saint-Exupéry in seinem “Kleinen Prinz” festgestellt. Insofern war ich froh mit meinem jüngsten Sohn einige gemeinsame Tage an der Küste verbringen zu können. Der mittlere Sohn hatte leider keine Ferien, aber wir waren in diesem Jahr ja auch schon gemeinsam eine Woche in Dubai. Für den Trip an die Ostsee hatte ich den Hänger an das Auto gehängt und das Motorrad aufgeladen. Wir sind dann bei bestem Bike-Wetter viel Motorrad gefahren – rund 350 km und damit die ganze Insel Rügen waren es am Ende der Woche. Wir haben viel gesehen und erlebt – den Königsstuhl, den Baumkronenpfad bei Prora, das Bahnhofsfest in Putbus, die Tauchglocke in Sellin, Hiddensee. Bootstouren, Rasender Roland, Sassnitz,Karls Erlebnishof und die Ostsee. Unser Hotel das Best Western Alexa in Göhren war sehr gut und das Wetter auf Rügen sowieso. Ich bin froh, dass ich in den letzten Tagen etwas abschalten konnte.

Erinnerung in Göhren und an der Ostsee

Mit dem Bike in Sassnitz
Mit dem Bike in Sassnitz
Pfingsten war in diesem Jahr kein Fest, welches bei uns Freude ausgelöst hat. Pfingsten war geprägt von Abschied nehmen, Traurigkeit und Erinnerungen. Am Dienstag Vormittag bin ich dann mit meinem jüngsten Sohn an die Ostsee gefahren. Er hat gerade zwei Wochen Pfingstferien und da tat es uns beiden gut nach Göhren zu fahren um auf etwas andere Gedanken zu kommen. So schön es aber hier auf Rügen und insbesondere in Göhren ist, gelingt dies nur zeitweise. Gerade mit der Ostsee und auch mit Göhren verbinde ich viele Erinnerungen. Vor 45 Jahren, im Sommer 1971, war ich mit meinen Eltern und meinem Zwillingsbruder das erste Mal in Göhren – daran erinnere ich mich heute nicht mehr, wohl aber an die vielen Ostseecampingurlaube danach. Es waren sonnige und schöne Kindheitstage, die unsere Eltern uns beschert haben. In Göhren war ich dann zum zweiten Mal im Sommer 1983. Damals bin ich mit meiner MZ TS 150 von Erfurt nach Rügen gebraust, um dort den ersten gemeinsamen Sommerurlaub mit meiner damaligen Freundin zu verbringen. Auch daran musste ich heute denken, als ich mit meinem Kurzen zur Insel-Motorradtour losgefahren bin. Aber im Gegensatz zu 1983 läuft die NTV immer noch sehr gut. Im Sommer 1983 lief nach einer Tour zum Cap Arkona die Kurbelwelle fest.
Am Königsstuhl
Am Königsstuhl
Nachdem wir heute den Nationalpark Königsstuhl besucht hatten, ging es nach Sassnitz zu einer Bootstour und danach wanderten wir die Mole entlang zum Leuchtturm. Mit 1.450 m ist sie die längste Außenmole Europas. Ich erinnere mich daran, dass bei einem unsrer Familienbesuche in Sassnitz  unser Vater unbedingt nach vorne laufen wollte und meine Mutter ziemlich kaputt war. Aber ihrem Karl zuliebe ist sie die knapp 3 km mitgelaufen. In den nächsten Tagen werden wir sicher noch an viele Orte hier auf Rügen kommen, mit denen ich Erinnerungen an meine Eltern und insbesondere auch an meine Mutter verbinde.

Pfingsten – das Fest des Friedens

Familienzentren (5)Pfingsten – dies ist eine Aufforderung der Sendung, d.h. zu den Menschen zu gehen und den Frieden gewissermaßen ohne Furcht weiterzutragen. In diesem Sinne werden die Jünger sprichwörtlich „inspiriert“: inspirare aus dem Lateinischen bedeutet einhauchen und steht im Zusammenhang mit dem Begriff spiritus – der Geist wird eingehaucht. Das Fest der Geistesgabe bzw. des Heiligen Geistes wird damit zum Fest des Friedens. Diese Botschaft hat universellen Charakter, denn der Friede Christi, der erst durch dessen Erlösung möglich wurde, soll nunmehr an alle Menschen weiter gegeben werden. Dabei ist die Friedenstaube übrigens keine Erfindung aus der jüngeren Vergangenheit, sondern ist ein urtümliches christliches Symbol für den Heiligen Geist und damit für den Frieden. In diesem Sinne wünsche ich ein gesegnetes Pfingstfest und ein paar erholsame, hoffentlich sonnige Tage! Ich freue mich sehr darauf, die Pfingsttage mit der Familie und den Kindern verbringen zu können. Evangelium nach Johannes 20,19-23 Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Glückwunsch zum 20jährigen Jubiläum

Beim Frühlingsfest im FZ Erfurt
Beim Frühlingsfest im FZ Erfurt
Alles Gute zum 20jährigen! Gestern Nachmittag gab es gleich doppelt Grund zum Feiern – der Erfurter Family-Club feierte sein 20jähriges bestehen und zugleich feierte der Deutsche Familien Verband Thüringen sein 25jähriges. Gerne habe ich Geburtstagsgrüße überbracht und das Frühlingsfest in der Einrichtung am Erfurter Drosselberg besucht. Mitten in einem Neubaugebiet – in einer inzwischen sanierungsbedürftigen ehemaligen Kita – ist der Family-Club und die benachbarte Jugendeinrichtung untergebracht. Es ist eines der 15 Thüringer Familienzentren, von denen ich allein vier in dieser Woche in Nordhausen, Sondershausen und Suhl, sowie Erfurt besuchen konnte. Ihr Konzept ist unterschiedliche. Manche sind zugleich Mehrgenerationenhäuser und andere arbeiten als Stadtteilzentren. Sie alle eint, dass in den letzten Jahren viele neue Anforderungen hinzu gekommen sind. In allen Familienzentren spielt die Betreuung von Flüchtlingsfamilien inzwischen eine große Rolle. Es ist gut, dass es diese vom Land geförderten Einrichtungen gibt. Es wäre noch besser, wenn die Zuschüsse vom Land und den Kommunen auch den Bedarfen gemäß angepasst würden – aber dies bleibt in Zeiten knapper Kassen ein fortwährender Kampf.

Bauvoranfrage zum Moscheebau in Marbach gestellt

Die Moschee in Abu Dabi
Die Moschee in Abu Dhabi
Die Spatzen haben es schon länger von den Dächern des Rathauses gepfiffen. Seit heute ist es aber mit den Berichten in der Thüringer Allgemeinen nun offiziell bekannt – in Marbach soll erstmals in Thüringen eine Moschee gebaut werden. Die Erfurter Gemeinde der Ahmadiyyah Muslim Jamaat Deutschland hat dafür eine Bauvoranfrage bei der Bauverwaltung gestellt. Dies hat allerdings nicht der Oberbürgermeister den Erfurterinnen und Erfurtern mitgeteilt, sondern Mohammad Suleman Malik, Sprecher der Gemeinde. Bereits vor knapp zwei Monaten informierten die Mitglieder der Gemeinde den Hauptausschuss des Erfurter Stadtrats. Im Hauptausschuss haben wir uns auch bereits zu den rechtlichen Rahmenbedingungen verständigt. Der Antrag und die Genehmigung sind reines Verwaltungshandeln. Die Fraktionsvorsitzenden haben daher kein Votum zu diesem geplanten Bauprojekt abgegeben. Wir haben allerdings den Oberbürgermeister gebeten dafür zu sorgen, dass der Ortsteilrat von Marbach frühzeitig eingebunden und informiert wird. Leider erfolgte die Information der Ortsteilbürgermeisterin erst vor zwei Wochen, zu einem Zeitpunkt, wo hinter den Kulissen bereits heftig diskutiert wurde. Auch wir haben in der CDU-Stadtratsfraktion mehrfach dazu diskutiert und bei allen Meinungsverschiedenheiten eine einmütige Position. Die Religionsfreiheit ist in Deutschland ein hohes und durch das Grundgesetz geschütztes Gut. Dazu gehört auch der Bau von Gebetshäusern wie Kirchen, Moscheen und Synagogen. Als Christ wäre es mein Wunsch, dass dies genauso selbstverständlich in vielen islamisch geprägten Ländern wäre. Leider ist dies derzeit nicht so.  Aber so ist es auch mit der Meinungsfreiheit und der Demokratie. Weil dies Selbstverständlichkeiten in anderen Ländern nicht gelten, ist dies kein Grund für uns in Deutschland davon abzurücken. Die Genehmigung des Baus von Moscheen ist in Deutschland reines Verwaltungshandeln, es handelt sich um sogenannte privilegierte Bauten. Lediglich wenn bauordnungsrechtliche Fragen dagegen sprechen oder berechtigte Anwohnerinteressen beeinträchtigt sind, können sie in Frage gestellt werden. Beides erscheint am geplanten Standort am Rand von Marbach, gegenüber vom Gefahrenschutzzentrum nicht wahrscheinlich. Die Baupläne sind somit unabhängig von politischen Entscheidungen. Insofern ist nun die Erfurter Stadtverwaltung und nicht der Erfurter Stadtrat gefragt. Gleichwohl sollten nach unserer Meinung nun schnellstmöglich Gespräche mit dem Ortsteilrat und den Marbacherinnen und Marbachern zu den Bauplänen geführt werden. Fakt ist aber, dass es in den nächsten Wochen emotionale Diskussionen zu dem Thema geben wird. Viele die jetzt leidenschaftlich über Moscheen diskutieren werden, haben noch keine von Innen gesehen. Ich war schon in Moscheen in Jerusalem und vor zwei Monaten auch in Abu Dhabi, in der achtgrößten Moschee der Welt. Ich war auch schon zu Gesprächen in der Moschee in Erfurt in der Leipziger Straße. Religionstoleranz hat für mich auch etwas damit zu tun, dass man sich für andere Religionen interessiert und auch miteinander spricht.

Jetzt ist er groß…

Konfirmation in der Thomaskirche
Konfirmation in der Thomaskirche
Natürlich ist unser Sohn Jonas damit noch nicht erwachsen – aber zweifellos auf einem guten Weg dahin. An diesem Wochenende feierte unser großer Sohn, mein Zweitältester, seine Konfirmation. Gemeinsam mit 13 Konfirmantinnen und Konfirmanten feierte er mit vielen Verwandten und Gästen einen sehr schönen Gottesdienst in der Erfurter Thomaskirche. Die Thomaskirche war in den letzten Jahrzehnten häufig der Ort von Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten unserer Familie und so habe ich eine besondere Bindung zur Thomaskirche, auch wenn wir zur benachbarten Kirchgemeinde gehören. Jonas hat zwei Jahre den Konfirmantenunterricht besucht und sich auf die Erneuerung der Taufe vorbereitet. Insbesondere seine Mama hat ihn in den letzten 14 Jahren geprägt und begleitet und ihn zu dem tollen Jungen gemacht, der er heute ist. Wir sind sehr stolz auf ihn. Er hat viel in den 14 Jahren erlebt, viel gesehen und auch schon viel erreicht. Wir waren zusammen in vielen schönen Urlauben. Insbesondere an unsere Familienfahrt nach Israel habe ich heute gedacht, als er mit seiner Mama auf dem Berg der Seeligpreisung die Bergpredigt gelesen hat. Als Sportler war er ebenso begeistert Tischtennisspieler, wie er jetzt Football spielt und er besiegt seinen Papa inzwischen auch beim Tennis 🙁 Seine Musikbegeisterung und sein Talent hat er definitiv nicht von mir, aber wir freuen uns wie erfolgreich er Fagott spielt. Zur Konfirmation hat er unter anderem eine E-Gitarre mit Verstärker bekommen – da geht das Musik machen in die nächste Runde 🙂 Alles Gute auf dem weiteren Weg Jonas! Bald bist du nicht nur groß sondern auch erwachsen, aber deine Eltern werden immer für dich da sein!

Himmelfahrt als Vater-Sohn-Tag

Bestes Bike-Wetter
Bestes Bike-Wetter
Vatertag oder Männertag nennen es die einen und Himmelfahrt ist es für die anderen. Seit vielen Jahren ist es für mich ein Tag, den ich gerne mit meinen Söhnen verbringe. Bedingt durch ihren großen Altersunterschied allerdings meist nur mit einem oder zwei der drei Söhne. Etliche Jahre waren wir zu Himmelfahrt in Berlin – dann meist verknüpft mit einer Motorboottour. In diesem Jahr habe ich mit meinem mittleren Sohn eine Motorradtour zum Inselsberg gemacht und abends ging gemeinsam es ins Kino – Captian America: Civil War. Der große hatte leider Dienst und musste sich mit den negativen Begleiterscheinungen des Vatertags rumschlagen. Rund 40 Polizeieinsätze wegen Prügeleien und Alkoholexzessen gab es in diesem Jahr in Thüringen. Für die bekloppteste Vatertagsaktion haben in diesem Jahr eine Horde halbgewalkter Linksradikaler den Vogel abgeschossen. In dem kleinen Eichsfeldort Bornhagen versammelten sich rund 200 Linke aus Berlin, Göttingen und Thüringen. Mit Bussen waren sie extra angereist um gegen die AfD im Wohnort des Thüringer AfD-Vorsitzenden zu demonstrieren. Ein Großaufgebot der Polizei verhinderte Ausschreitungen. Bei den einen war es am Vatertag viel Alkohol – der ist am nächsten Tag dann mit einem Kater verflogen. Bei den anderen scheinen es schon heftige Vorschäden zu sein. Ich werde sicher auch im nächsten Jahr den Himmelfahrts-Vatertag lieber gemeinsam mit meinen Söhnen verbringen. Bilder der Bike-Tour  

Weit und breit kein Haushalt in Sicht

Es war wieder eine eher traurige Veranstaltung...
Es war wieder eine eher traurige Veranstaltung…
Deutliche Worte der Finanzbeigeordneten zur dramatischen Haushaltslage der Landeshauptstadt verhallten gestern Abend im Finanzausschuss leider weitgehend ungehört. Nach den kostenintensiven Entscheidungen des Oberbürgermeisters und seiner links-link-grünen Koalition in der letzten Stadtratssitzung (Sozialticket und Clara-Zetkin-Straße) hatte wir im Finanzausschuss nachgefragt, wie der aktuelle Stand ist. Dabei wurde deutlich, dass die Stadt von einem ausgeglichenen Haushaltsentwurf weit entfernt ist und die auch für die Folgejahre. Nach zwei negativen Jahresabschlüssen in den Jahren 2014 und 2015, die nicht ausgeglichen werden können, arbeitet die Finanzverwaltung nun an einem Haushaltssicherungskonzept. Mittel aus dem Ausgleichsfond des Landes kann die Stadt nur in Anspruch nehmen, wenn eigene Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft wurden und deutliche Einsparungen insbesondere im freiwilligen Bereich vorgenommen wurden. Eine Bereitschaft dazu ist bei Rot-Rot-Grün nicht erkennbar. Es geht dabei auch nicht nur um Steuererhöhungen, sondern vor allem um Personal- und Sozialkosten. Zu beiden Bereichen fordert die CDU seit Jahren vergeblich Änderungen. Gestern erklärte die Finanzbeigeordnete auf unsere Anfrage die Situation zum Sozialticket. Seit dem 29. April wird es wieder ausgezahlt. Nach Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen auch rückwirkend für die Monate Dezember 2015 und fortfolgende. Pro Bedarfsgemeinschaft werden bei Vorlage der Monatsabokarten jeweils 15 Euro/monatlich erstattet. Bis Ende Juni wird dieses Verfahren so laufen – also bis spätestens 15. Juli müssen die Tickets abgerechnet sein. Was danach passiert ist offen. Die sogenannte vorläufige Haushaltsführung geht nur bis zum 30.6.2016. Die Verwaltung rechnet mit 2.200 Tickets monatlich und dafür schlagen 225.000 Euro im ersten Halbjahr zu Buche (Verwaltungskosten nicht mitgerechnet). Ich bin sehr gespannt, was in den nächsten Wochen passiert. Wahrscheinlich ist, dass die links-link-grüne Tagträumerei weiter geht. Auch im gestrigen Finanzausschuss war das Interesse am Thema eher gering. Die Kollegen waren sowieso nur in kleiner Besetzung angetreten und die Finanzausschussmitglieder der Koalitionsfraktionen gehören leider auch nicht zu den meinungsprägenden Mitgliedern ihrer Fraktionen. Die Kollegen Fraktionsvorsitzenden habe ich im Finanzausschuss leider noch nie gesehen. Den Kopf in den Sand stecken, oder sich Augen und Ohren zuhalten, ist aber in der momentanen Situation kein Rezept.