Sportliches Standard- und Bonusprogramm

Judo-Messe-Cup
Judo-Messe-Cup
Regelmäßig an den Wochenenden verdichten sich die sportlichen Möglichkeiten – sowohl passiv als Zuschauer bei vielen Erfurter Sportveranstaltungen, als auch aktiv (wenn es die Zeit erlaubt) beim persönlichen Fitnessprogramm. Dieses Wochenende bot beide Varianten. Freitag der obligatorische Einstieg in das Wochenende mit einer Squash-Runde. Seit nunmehr 20 Jahren nutze ich mehr oder weniger regelmäßig die Gelegenheit mich im Squash-Court auszutoben – alle ein bis zwei Wochen klappt das. Am Sonntag war dann das Wetter (zumindest am Vormittag) so schlecht, dass noch eine Fitnesseinheit im Sportpark Johannesplatz dazu gekommen ist. 20160422_175513-1-1Passiv als Zuschauer war ich am Samstag mit meinem Sohn bei RWE. Mit dem 2:0 gegen Aalen machte Rot-Weiß den Klassenerhalt sicher und dementsprechend jubelten die knapp 5.000 Fans. Die Saison geht jetzt langsam zu Ende – noch zwei Auswärtsspiele und ein Heimspiel am 7. Mai gegen Cottbus. Volleyball gab es am Wochenende aber auch noch. Sonntag waren wir Ausrichter der Thüringenmeisterschaft der U12. Wie bei den Großen haben auch die Kleinen um jeden Ball gekämpft. Mal sehen ob wir die eine oder andere Spielerin eines Tages in der Bundesligamannschaft sehen werden 😉 Zum sportlichen Bonusprogramm gehörte am Samstag der 19. Thüringer Judo-Messe-Cup. Rund 1000 Judoka aus 8 Ländern und 118 Judo-Vereinen waren in der Erfurter Leichtathletikhalle. Gerne war ich auch in diesem Jahr als Ehrengast dabei. Das Wetter erlaubte es dann wenigstens Samstagnachmittag noch zum Autofrühling auf den Domplatz zu pilgern. Leider geht die Zahl der sich daran beteiligenden Autohäuser seit Jahren zurück und so fehlt etwas die Vielfalt. Aber da es ja auch gerade erst vor ein paar Monaten ein neues Auto geworden ist, diente der Autofrühling sowieso auch im Wesentlichen der Autobegeisterung meines Sohnes 🙂

Beneficus Party

ANNRED
ANNRED
ANNRED war der Hingucker und Hinhörer des Abends bei der Beneficus Party des Kinderhospizes Mitteldeutschland im Erfurter Presseclub. Seit 11 Jahren gibt das erfolgreichste ehrenamtlich geführte Sozialprojekt in Ostdeutschland. Durch das wahnsinnige Engagement von Klaus-Dieter Heber und Stephan Masch sowie vieler Unterstützer ist ein Erfolgskonzept nicht nur geschrieben, sondern vor allem umgesetzt wurden. Ich kann mich noch an den Start im Jahr 2005 erinnern. Damals gab es viele Skeptiker, die sich nicht vorstellen konnten, dass einmal die benötigten Millionen an Spenden zusammen kommen würden, um das Kinderhospiz zu bauen und dann zu betreiben. Leider war es am Anfang so und ist es auch bis heute geblieben, dass sich die Politik (quer durch alle Landesregierungen) sehr mit ihrer Unterstützung zurück gehalten hat. Viele Abgeordnete des Landtags und des Bundestages gehören zu den Unterstützern aber im regierungsoffiziellen Handeln hat sich dies nicht bemerkbar gemacht. Benificus (7)Über sieben Millionen Spenden flossen in den letzten Jahren und Spenden werden auch weiter benötigt, denn auch der Betrieb des Hauses in Tambach-Dietharz kostet Geld. Trotz gesetzlicher Veränderungen werden für die Kinderhospize immer noch nicht alle Kosten getragen. Deshalb bleibt es wichtig Unterstützer neu zu gewinnen – aber auch den seit Jahren engagiert mithelfenden Dank zu sagen. Dazu organisieren Stephan Masch und seine Mitstreiter regelmäßig Veranstaltungen, die die Unterstützer zusammen bringen und motivieren weiter zu machen. Auch diese Abende sind nur möglich, weil große Partner dabei helfen – heute war es die Landeswelle. Dazu gehören auch die vielen Botschafter, die helfen und unterstützen. Künstler, Sportler und Prominente unterstützen und tragen dankenswerter Weise die Idee und die Arbeit die des Kinderhospizes mit und standen und stehen dafür auf der Bühne. In all den Jahren ist inzwischen eine beachtliche Anzahl an gelungenen Veranstaltungen zusammen gekommen. Bei den vielen schönen Erinnerungen bleibt aber die wichtigste und prägendste Erinnerung die Eröffnung des Kinderhospizes am 1. November 2011 in Tambach-Dietharz.

Bürgerbeteiligung als Feigenblatt?

Große Worte...
Große Worte…
Heute Nachmittag tagte im Rathaus die ganz große (nicht-öffentliche) Kapelle – gleich sieben Fachausschüsse des Stadtrats trafen sich zu einer gemeinsamen Beratung. Der klangvolle Titel der Beratungsvorlage lautet „Satzung der Landeshauptstadt Erfurt über die Durchführung von Erhebungen und zur aleatorischen Bürgerbeteiligung“. Klingt mächtig gewaltig und könnte es auch sein – aber nicht in Erfurt. Nachdem die Verwaltung mit dem Bürgerbeteiligungshaushalt schon (mangels Beteiligung und Einflussnahme) baden gegangen war gab es gerade in jüngster Vergangenheit zunehmend Bürgerinitiativen. Leider waren es genau diese BI´s, die die Verwaltung regelmäßig „zum Jagen tragen mussten“ und trotzdem unzufrieden waren, weil wenig bis nichts heraus kam. Bürgerbeteiligung ist in Erfurt leider nur dann gewünscht, wenn es der Verwaltung genehm ist. Wenn es unangenehm wird (Villa Drei-Käse-Hoch, Stotternheim, Nordhäuser Straße, MAN-Straße), wird nach Erklärungen und Rechtfertigungen gesucht. Und wenn es dann ganz unbehaglich wird, werden selbst Stadtratsanträge oder Stadtratsanfragen mit Verweis auf Unzuständigkeit von der Tagesordnung gefegt. „Die Nachfrage nach qualitativ-hochwertigen Informationen aus der Bürgerschaft zu stadtrelevanten Themen durch den Stadtrat und die Fachämtern ist gestiegen.“ – so schreibt es die Verwaltung in der Sachverhaltsbegründung. Derzeit können oder wollen die Verwaltung bzw. der Oberbürgermeister die Nachfragen nach qualitativ-hochwertigen Informationen von Seiten der Bürger oder des Stadtrats nicht beantworten. Zur jetzigen geplanten Bürgerbeteiligung gibt es wohlmeinende Worte und viel bedrucktes Papier. Ob dies tatsächlich die Bürgerinnen und Bürger der Verwaltung näher bringt – oder gar, die Verwaltungsspitze zu einem offenen Ohr und einer Antenne für die Erfurterinnen und Erfurter, würde ich gerne glauben. Allerdings schweben über jeder Befragung und Entscheidung Finanzierungsvorbehalte.

Amalie lebt…

Mit Beate Meißner in der Spielzeugstadt
Mit Beate Meißner in der Spielzeugstadt
Natürlich lebt die Namensgeberin der Villa Amalie schon sehr lange nicht mehr – schließlich wurde die Villa 1847 in Sonneberg gebaut und nach der Ehefrau des Bauherrn Adolf Fleischmann benannt. Die Villa Amalie lebt aber immer noch und beherbergt engagierte Menschen, die etwas für ihre Stadt tun. Heute war ich einmal wieder in der Villa in Sonneberg zu Gast. In den vergangenen Jahren war die Villa Amalie eines der 30 Thüringer Mehrgenerationenhäuser. Auch nachdem es 2012 aus der Bundesförderung heraus gefallen war, besuchte ich das Haus noch zwei Mal und wir haben darüber diskutiert, wie die wichtige Arbeit fortgeführt werden kann. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Beate Meißner war ich heute bei einer Gesprächsrunde mit der Leiterin der Einrichtung Birgit Pfüller und Vorstandsmitgliedern des Vereins Sonneberger Spielzeugwelt e.V.. Von ihren gemeinsamen Aktivitäten mit den Freunden der Sonneberger Sternwarte sowie der neuentstandenen Puppenwerkstatt konnten wir erfahren, sowie von den Plänen, sich zu einem Familienzentrum zu entwickeln. So wünschenswert dies auch für alle Beteiligten ist, wird dies ein langer Weg. Voraussetzung für die Anerkennung als ein Familienzentrum ist nicht nur das kommunale Bekenntnis, sondern vor allem auch die kommunale Mitfinanzierung. Dazu soll es nun in den nächsten Tagen Gespräche geben. Beate Meißner wies aber darauf hin, dass Sonneberg ohne Haushalt für das Jahr 2016 ist und somit bestenfalls über finanziellen Planungen 2017 gesprochen werden könne. In der Zwischenzeit soll es weiter Projekte geben, damit die Villa weiter lebt und gedeiht. Bilder vom Besuch in Sonneberg  

Für große und kleine Jungs…

Papa-Sohn-Wochenendprogramm
Papa-Sohn-Wochenendprogramm
Alles was ein gelungenes Wochenende ausmacht war dabei. Nur der Fahrtstress trübte das schöne Bild – und natürlich das nicht so schöne Wetter. Am Freitag Abend habe ich den Kurzen in Heidelberg abgeholt und dabei (zum ersten Mal in den letzten vier Monaten) etwas Zeit im Stau zugebracht. Sonntag Nachmittag bei der Rückreise war die Piste dafür frei. Am Vormittag gab es ein gemeinsames Frühstück mit unserem SWE Volley-Team im Willy B. Das Wetter war so verregnet, dass jegliche Außenaktivitäten ausgeschlossen waren. Glücklicherweise kam aber am Samstag Nachmittag noch die Sonne raus und so klappte es mit einem Besuch beim open house von Harley-Davidson. Im letzten Jahr war ich mit Jonas dort und habe seinem kleineren Bruder davon erzählt. Nach dem er im letzten Jahr schon ein paar Mal mit dem Motorrad mitgefahren war, wollte er gerne auch einmal auf einer Harley mitfahren. Bei Sonnenschein wurde es eine ausgiebige Probefahrt mit einer Sportster 1200. Das macht schon mächtig Spaß – aber bei rund 12.000 Euro Investitionskosten wird es wohl meine gute alte NTV noch etwas machen. In jedem Fall ist jetzt mein jüngster Sohn genauso mit dem Bikervirus infiziert, wie sein Papa und seine beiden Brüder. Auf geht es in die Saison – gemeinsame Touren planen 🙂 Während die Bike-Saison gerade startet ist die Volleyball-Saison nun endgültig vorbei. Traditionell ist das TVV-Pokalfinale das letzte Spiel der Saison und zum 22. Mal in den letzten 28 Jahren haben wir es gewonnen. Erst viele Jahre als TuS Braugold und jetzt als SWE Volley-Team. Fünf Mal hat Suhl den Pokal geholt und ein Mal Meiningen. Der VV Meiningen war auch der diesjährige Gegner. Nach dem Männerfinale am Nachmittag (hier gewann der EVC überraschend gegen die höherklassige Mannschaft aus Gotha) gewannen unsere Mädels schnell mit 3:0. Um so mehr Zeit blieb, eine tolle Saison zu feiern. Und es gab auch ein paar Tränen. Kelsey Snider und Anna-Sofia Franke musste ich verabschieden. Beide gehen in die USA – Kelsey zurück und Anna zum Studium. Alles Gute und vielen Dank für ein tolles Engagement in Erfurt! Der Sonntag war dann Familientag – wieder mit schlechtem Wetter und deshalb mit einer 100m langen Warteschlange vor der Messehalle. Nahezu alle Eltern in Erfurt und Umgebung hatten die gleiche Idee – die Kinderkult-Messe 2016. Nach 30 Minuten Wartezeit waren wir drin und wurden mit vielen Angeboten entschädigt. Football, Radfahren, Klettern, Modellautos fahren und Angeln beim THW waren die Programmpunkte, die wir geschafft haben. Im nächsten Jahr werden wir mehr Zeit einplanen.

Langzeitprojekte

Never ending story
Never ending story
Langläufer sind im Sport mit Kondition ausgestattet – bei Langzeitprojekten in öffentlichen Verwaltungen nennt sich dies Beharrungsvermögen. Wenn es sich dabei um erfolgreiche Langzeitprojekte handelt, ist dies genau richtig. Wenn es sich allerdings um Planungsprojekte handelt, die jahrelang nur geplant werden, muss das Beharrungsvermögen (oder das trotzige „weiter so“) natürlich kritisch hinterfragt werden. Gleich zwei solcher Themen haben es diese Woche einmal wieder in die Ausschüsse des Stadtrats geschafft. Das Parken auf dem Schulgelände war Thema im Finanzausschuss (siehe blog dazu). Heute ging es im Jugendhilfeausschuss um noch so einen „Langläufer“. Seit mehreren Jahren versucht die Verwaltung ein Online-Verfahren zur Vergabe von Kita-Plätzen einzuführen. Ursprünglich nannte sich das Projekt KIBEO (gab es vor vielen Jahren als kostenfreie Software des Bundesfamilienministeriums und wurde u.a. in Leipzig und Pirna genutzt). Erfurt wollte aber etwas Eigenes entwickeln. Viel Geld wurde dafür eingeplant, ein neuer Projektname KIVAN gefunden  und Firmen beauftragt. Angeblich wollte die Beigeordnete schon mehrfach den Startknopf drücken (zumindest wurde dies angekündigt). Bei der Präsentation des Systems vor Kita-Trägern stellte sich heraus, dass der erste Entwurf wenig praxistauglich war. Im JHA wurde nun informiert, dass man dieses Mal (ganz wirklich) auf der Zielgerade sei. Eine Musterpräsentation gab es schon – allerdings will ein großer Kita-Träger bis jetzt bei dem Projekt nicht mitmachen. Letzte Feinarbeiten sollen noch stattfinden und in der nächsten JHA-Sitzung sollen wir nun erfahren, wie das ganze aussieht. Es soll zudem Schulungen für die Mitarbeiterinnen der freien Träger geben. Einen offiziellen Starttermin mochte die zuständige Beigeordnete nicht benennen. Ich habe nach der mehrjährigen Planungsphase große Zweifel, ob diese „never ending story“ ein erfolgreiches Ende findet. Das Hauptproblem ist nicht, ob die Kita-Plätze direkt oder online vergeben werden. Das Hauptproblem ist der Platzmangel. Es gibt nicht genügend freie Plätze. Das Wunsch- und Wahlrecht (Kita-Ort und inhaltliche Ausrichtung der Kita/Träger) kann in Erfurt nicht umgesetzt werden, weil die Platzvergabe eine Mangelverwaltung ist.

Verwaltung ist Verwaltung ist Verwaltung…

Stellungnahme der Verwaltung
Stellungnahme der Verwaltung
Bereits im Juli letzten Jahres war absehbar, dass das Projekt der Stadtverwaltung den Lehrerinnen und Lehrern die Parkplätze auf dem Schulgelände zu vermieten, unter keinem guten Stern stehen wird. Dies hat sich in der heutigen Finanzausschusssitzung eindrucksvoll bestätigt. Der Termin dieser Ankündigung war mit Bedacht gewählt – kurz vor den Sommerferien wurde schriftlich den Lehrerinnen und Lehrern sowie der Erzieherinnen angekündigt, dass dies ab dem 1. September gelten solle. Als Begründung hielt §67 der ThürKO her (kostenlose Überlassung eines Parkplatzes nicht zulässig). Natürlich ging es aber, so ganz nebenbei wie bei den Bürgerhäusern auch, darum zusätzliches Geld für die Stadtkasse einzukassieren. Bereits 2013 war dies Thema einen Haushaltsbegleitantrags „Parken auf Schulhöfen“. Es darf also unterstellt werden, dass seit diesem Zeitpunkt mindestens schon ein Mitarbeiter der Erfurter Stadtverwaltung damit beschäftigt ist. Das Ergebnis war und ist dürftig. Unausgegoren war der Vorschlag bereits letzten Sommer, die vielen Fragezeichen sind nicht weniger geworden. In einer Stellungnahme der Verwaltung für die heutige Finanzausschusssitzung schreibt die Verwaltung „Das eingeführte Modell wurde von den Lehrern (wie bereits im Vorfeld zu erwarten war) nicht angenommen und erwies sich darüber hinaus als ungeeignet.“. Die bereits letzten Sommer von meinem Stadtratskollegen Michael Hose geäußerten Bedenken konnten nicht ausgeräumt werden. Das ernüchternde Ergebnis ist, dass die ca. 160 im gesamten Schuljahr abgeschlossenen Verträge (bei 400 möglichen Stellplätzen) allesamt wieder gekündigt sind. Ob überhaupt nennenswerte Einnahmen erzielt wurden, darf bezweifelt werden. Bei 160 Verträgen zu 25 Euro/monatlich könnten es zwar theoretisch 4.000 Euro/monatlich sein, aber die Stellungnahme lässt auch erahnen, dass diese 160 Verträge nie zeitgleich bestanden. In jedem Fall wäre es weit von den ursprünglich einmal erhofften 100.000 Euro Jahreseinnahmen und deutlich weniger, als der Verwaltungsaufwand. Jetzt könnte man meinen „wenn das Pferd tot ist, würde die Verwaltung absteigen“, aber nicht so in Erfurt. Wie bei anderen „langjährigen Verwaltungsprojekten“ wie KIBEO, steigert dies eher noch den Ehrgeiz der Verwaltung. Für Mai wurde uns nun ein überarbeitetes Konzept angekündigt – die offenen Fragen wurden indes bis jetzt nicht beantwortet. Es bleibt für uns das traurige Fazit wieder einmal einen Einblick erhalten zu haben, warum wir in Erfurt so einen hohen Personalanteil in der Verwaltung haben. In vielen Bereichen, stöhnen die Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung über eine immens hohe Arbeitsbelastung  und in einigen anderen Bereichen sind Kolleginnen und Kollegen beschäftigt…

Erdogan ist schneller beleidigt als Li Peng

Heute Thema im ZDF Mittagmagazin
Heute Thema im ZDF Mittagmagazin
„Erdogan stellt Strafantrag gegen Böhmermann“ so lautete heute die Schlagzeile einiger Zeitungen und angesichts der Diskussion fragt man sich schon, ob dies die vordringlichste Meldung der letzten Tage ist. Seit einigen Tagen äußert sich nahezu jeder Politiker, Journalist oder Satiriker zu einem Vorgang, der eher banal ist. Das auslösende Gedicht im ZDF „Neo Magazin Royal“ vom weitgehend unbekannten Satiriker Jan Böhmermann hat kaum jemand im Original gesehen – jetzt ist es in aller Munde und jeder hat eine Meinung dazu. Bis heute Mittag hatte mich das Thema maximal am Rande interessiert. Ein Anruf der ZDF-Redaktion hat mich aber dann daran erinnert, dass doch da vor 21 Jahren mal etwas war. Damals berichte das ZDF-Länderjournal über einen Vorgang, der schon im Sommer 1994 seinen Ursprung hatte. Anfang 1995 hatte ich ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Erfurt am Hals. Am 7. Juli 1994 demonstrierte die Junge Union Thüringen in Weimar gegen den chinesischen Ministerpräsidenten Li Peng. Die Menschenrechtsverletzungen in China hatten uns auf die Straße getrieben und die Intensität und Wortwahl unserer Demonstrationsaussagen führten zu Handeln der Staatsanwaltschaft. Nach der umfänglichen Sichtung der Ton- und Bilddokumente war ich als einer der „Rädelsführer“ als damaliger Vorsitzender der Jungen Union Thüringen fällig. Gemäß § 103 des Strafgesetzbuches wurde gegen mich und die ehemalige Landtagsabgeordnete Garbe ermittelt. Da ich zwischenzeitlich Bundesgeschäftsführer der Jungen Union in Bonn geworden war, war es auch ein medial interessantes Thema. Mein damaliger Anwalt Joachim Titz erklärte damals im ZDF die Rechtslage zu den relevanten Paragraphen: § 103 Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten (1) Wer ein ausländisches Staatsoberhaupt oder wer mit Beziehung auf ihre Stellung ein Mitglied einer ausländischen Regierung, das sich in amtlicher Eigenschaft im Inland aufhält, oder einen im Bundesgebiet beglaubigten Leiter einer ausländischen diplomatischen Vertretung beleidigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe, im Falle der verleumderischen Beleidigung mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. § 104a Voraussetzungen der Strafverfolgung Straftaten nach diesem Abschnitt werden nur verfolgt, wenn die Bundesrepublik Deutschland zu dem anderen Staat diplomatische Beziehungen unterhält, die Gegenseitigkeit verbürgt ist und auch zur Zeit der Tat verbürgt war, ein Strafverlangen der ausländischen Regierung vorliegt und die Bundesregierung die Ermächtigung zur Strafverfolgung erteilt. Letzterer Paragraph führte schließlich zur Einstellung des Verfahrens bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Ich hatte Glück, denn es gab kein Strafverfolgungsersuchen der Chinesen und auch keine Ermächtigung der Bundesregierung zur Strafverfolgung. Strittig wäre auch gewesen ob Li Peng die Schmähkritik bzw. Beleidigungen objektiv hätte zur Kenntnis nehmen können – schließlich hatte die Polizei am 7. Juli 1994 die Demonstranten weiträumig abgedrängt. Bei Böhmermann ist das nun offensichtlich in Punkt 1 und 3 anders. Erdogan nimmt es anderes als Li Peng „persönlich“ und hat die vermeintliche Beleidigung wohl auch umfänglich zur Kenntnis genommen. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug und muss über eine Ermächtigung zur Strafverfolgung entscheiden. Das ZDF hat heute im Mittagmagazin dazu einen Beitrag gebracht, der auch auf Thüringen 1994/1995 Bezug nahm.

Frühling im Brühl

Attraktive Foto-Location im Brühl
Attraktive Foto-Location im Brühl
Mitten in der Stadt ist das Erfurter Brühl inzwischen eine begehrte Wohngegend geworden. Vor 20 Jahren sah das am Brühl noch ganz anders aus. Eine Industriebrache mitten in der Stadt und erst nach und nach gelangen der LEG Ansiedelungen. Spätestens aber  mit dem Bau des Theaters und des Grand-Hotels sowie zwei benachbarter Seniorenresidenzen erwachte der Stadtteil. Inzwischen ist in dem Gebiet auch das ehemalige Heizwerk (äußerlich) ansehlich rekonstruiert und es entstanden zudem viele neue und attraktive Wohnungen. Die Nähe zum Theater, zum Dom, dem Brühler Garten und dem Petersberg führen auch dazu dass regelmäßig Spaziergänger im Brühl sind. Derzeit auch Fotografen aus der ganzen Stadt, die die Baumblüte bewundern und festhalten. Mit der Kamera ausgestattet findet man auch als Anwohner im Brühl noch viele schöne Ecken – die blühenden Bäume haben wir leider nur für einige Wochen im Jahr. Bilder aus dem Brühl  

Von Thüringen nach Rio

Mit der Finanzministerin Heike Taubert und dem Rennrodler Sascha Bennecken
Mit der Finanzministerin Heike Taubert und dem Rennrodler Sascha Bennecken
Leider sind das nicht die persönlichen Reisepläne 🙁 Aber es spannt den Bogen über das Sportwochenende. Neben der obligatorischen Squash-Runde am Freitag ging es Samstag zum Fußball. Erfreulicherweise beflügelte die Einweihung der Nordtribüne mit den Erfurter Fans dieses Mal das Team – bei letzten Heimspiel durften die Gästefans auf die Tribüne und promt hat Erfurt gegen Chemnitz verloren. Dieses Mal gewann Erfurt in einem guten Spiel gegen den Tabellendritten Osnabrück mit 4:2. Volleyball gab es dieses Wochenende hingegen nur aus der Ferne. Unsere U16 und die U20 waren zur Regionalmeisterschaft in Dresden. Die U16 wurde 3. und die U20 2. – für letztere bedeutet dies die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften. Glückwunsch! Am Abend war dann das SWE Volley-Team zumindest kurzzeitig auf der Leinwand präsent. Beim Ball des Thüringer Sports gab es einen Video-Jahressportrückblick. Unser Aufstiegsjubel war nicht nur im MDR zu sehen, sondern auch von den 1.150 Ballgästen, gleich drei Mal waren wir gut im Bild. Da bleibt jetzt die Hoffnung, nächstes Jahr auch einmal zu den nominierten Teams zu gehören – das waren wir bis jetzt erst ein Mal im Jahr 2003. Gemeinsam mit unserem Schatzmeister Thomas Recknagel habe ich die Vereinsfahne des SWE Volley-Teams beim Ball des Thüringer Sports gerne hoch gehalten. Nahezu alle Spitzensportler waren dieses Mal auch auf der Bühne – der Termin war also gut gewählt vom LSB zwischen der beendeten Wintersaison und der heißen Phase der Olympiavorbereitung für Rio. Ein rundherum gelungener Ballabend ging am Ende bis kurz vor zwei. Nur eine Sache war bedauerlich – trotz mehrmaligen Aktivitäten beim Los-/Gewinnspielkauf gingen wir leer aus (ich habe sogar extra meiner Ex-Chefin, der heutigen Finanzministerin Heike Taubert ein Los abgekauft). Bei uns am Tisch saß die Rennrodlerin Dajana Eitberger mit ihrem Freund und der hat gewonnen – ein Fahrrad. Gewonnen haben. Eigentlich haben aber alle gewonnen, vor allem der sportliche Thüringer Nachwuchs – 7.500 Euro erbrachte der Losverkauf. Bilder vom Ball des Sports