Blick in den Tagungssaal
Familie steht derzeit vielfach im Blickpunkt – gerade im Vorfeld von Wahlen. Familie ins Zentrum der Diskussionen und Entscheidungen zu rücken, war das Anliegen der Teilnehmer der heutigen Fachtagung FAMILIimZENTRUM im Collegium Maius in Erfurt. Über 130 Akteure der Familienarbeit waren gekommen um sich über das Thema der Familienbildung und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen auszutauschen.
Sozialministerin Heike Werner eröffnete die Tagung und betonte, dass moderne Familienpolitik direkt an Bedürfnisse und Lebenslagen von Familien anknüpfen müsse. Das Verständnis von Familie hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Die Landesregierung hält die Familie für einen Ort der generationsübergreifenden Verantwortungsübernahme und Solidarität. Mit dem geplanten neuen Landesprogramm für das solidarische Zusammenleben der Generationen will die Landesregierung direkt bei den Bedürfnissen und Lebenslagen von Familien anknüpfen. Besondere Aufmerksamkeit kommt hierbei der sogenannten „Sandwichgeneration“ zu, die gleichzeitig erwerbstätig sei, für ihre Kinder und die ältere Generation sorge – und sich nicht selten zusätzlich ehrenamtlich betätige.
Prof. Dr. Carsten Wippermann stellte empirische Befunde zu milieuspezifischen Erziehungszielen und Erziehungsstilen vor. Seine Darstellung der DELTA-Milieus regt an sich intensiver mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Familienzentren, Kitas und andere Einrichtungen auf die unterschiedlichen Familienbiographien und Erwartungshaltungen eingehen können. Regina Neumann vom Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg stellte dazu die dritte ifb-Elternbefragung zur Familienplanung vor. Dabei ging es um die Erwartungshaltung an Familienbildung aus Sicht der Eltern. Vier interessante Projekte präsentierten sich am Nachmittag den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter u.a. die Internetplattform digitale-elternbildung.de sowie die Jenaer Elternschule „Gemeinsam stark“. Ausgesprochen empfehlenswert sind sie alle.
Bilder der Tagung
Die Landesprogramm-AktivenBilanzierungstreffen zur Erarbeitung des Landesprogramms
Seit rund einem Jahr wird sehr intensiv an der Erarbeitung des Landesprogramms für das Solidarische Zusammenleben der Generationen gearbeitet. In den Arbeitsgruppen sind rund 100 Vertretern von Vereinen, Verbänden und Trägern engagiert. Beim heutigen Bilanzierungstreffen im Erfurter Augustinerkloster wurde eine Zwischenbilanz gezogen. Sozialministerin Werner dankte dabei allen Mitwirkenden für Unterstützung und gute Zusammenarbeit, besonders aber für die vielen Ideen und Vorschläge sowie den Willen, sich aktiv in die Gestaltung der Rahmenbedingungen für Familien einzubringen.
Familien- und Sozialministerin Werner sagte bei der heutigen Tagung: „Wir sind gemeinsam dabei, ein familienpolitisches Landesprogramm mit einer so umfangreichen Beteiligung auf die Beine zu stellen, wie wir sie in Thüringen bisher noch nicht hatten. Das Landesprogramm „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ entsteht im Dialog, mit maximaler Beteiligung der Landesebene, der kommunalen Ebene, der Träger- und Verbandsebene. Unser Verständnis definiert Familie als einen Ort der generationsübergreifenden Verantwortungsübernahme und Solidarität. Familie im Sinne unseres Verständnisses ist ein generationenübergreifendes Miteinander und Füreinander von Eltern, Kindern, Enkeln, Großeltern, Geschwistern und Partnern. Es gilt anzuerkennen, dass einst nahezu verbindliche Lebensentwürfe an Prägekraft verlieren, Vielfalt bricht sich Raum. Das ist gesellschaftliche Realität.“
Das Landesprogramm “Solidarisches Zusammenleben der Generationen” dient zwei wesentlichen Zielen:
1. Der Schaffung einer leistungsfähigen bedarfsgerechten sozialen Infrastruktur, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowohl für das Zusammenleben mit Kindern als auch für die Sorgearbeit der Familien gegenüber der älteren Generation gewährleistet. Diese Infrastruktur entspricht dem modernen Bild von Familie als generationenübergreifendes Miteinander und gegenseitige Fürsorge in der Vielfalt unterschiedlich gelebter Familienformen.
2. Diese leistungsfähige soziale Infrastruktur inklusive einer sozialen Mobilität in unseren Dörfern und Städten soll die Teilhabe auch älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben fördern.
Das Förderprogramm soll auf Grundlage der Arbeit der Beteiligungsgremien im Jahr 2018 fertiggestellt werden, einschließlich der erforderlichen gesetzlichen Änderungen, und zum 1. Januar 2019 an den Start gehen. Bereits ab dem 1. Januar 2018 werden zwei Modellkommunen, der Landkreis Altenburger Land und der Landkreis Kyffhäuserkreis, das Landesprogramm vor Ort umsetzen.
Bilder vom Bilanzierungstreffen
Derby-Time
Wesentlich entspannter ging es beim zweiten Thüringen-Derby am Sonntag zu. Im Gegensatz zum Fußballspiel brauchte es dazu keine Polizei und noch nicht einmal Ordner. Allerdings muss man natürlich anmerken, dass dies beim Volleyball sowieso nur äußerst selten der Fall ist.
In der Erfurter Riethsporthalle veranstalteten wir den 9. SWE-Cup, der gemeinsam mit seinem Vorläufer, dem Braugold-Cup, eine lange Tradition hat. Egal ob in Erst- oder Zweitligazeiten regelmäßig im August bzw. September laden wir zum Saisonvorbereitungsturnier nach Erfurt ein. Einige Erst- und Zweitligisten und meist auch ein bis zwei internationale Team sind zu Gast. In diesem Jahr war es der Erstligist Düdingen aus der Schweiz, die beiden deutschen Zweitligisten Grimma und Offenburg, sowie Erfurt und Suhl als Erstligateams.
An beiden tagen wurde viel probiert und gewechselt, somit sagt das Ergebnis natürlich nicht viel über die Saisonerwartungen. Überrascht hat uns aus Erfurter Sicht der klare 0:3 Spielverlust gegen Offenburg und positiv gefreut der ebenso klare 3:0 Sieg gegen Grimma. Beide Teams starten bereits kommende Woche in die Saison. Gegen den späteren Turniersieger Düdingen gab es ein gutes Spiel – mit 1:2 haben wir verloren – allerdings im entscheidenden Satz nur denkbar knapp mit 24:26.
Mit unserer Beach-Europameisterin
Natürlich war das Spiel gegen Suhl der sportliche Abschluss des Turniers und immerhin rund 200 Zuschauer waren aus Erfurt und Suhl dabei. Vor dem Spiel gab es schon eine Hiobsbotschaft für Suhl. Mannschaftskapitän Claudia Steger verletzte sich und wird mit einem Wadenbeinbruch vermutlich länger ausfallen. Gute Besserung wünsche ich dem sympathischen Suhler-Urgestein. Das Spiel endete mit 1:2 für Suhl. Somit werden die Erfurter Fans nun bis zum Ligastart bzw. Pokal warten müssen, bis es mal wieder einen Erfurter Derby-Sieg geben wird. Aber jetzt haben wir darauf schon solange gewartet…
Prominenten Besuch hatten wir auch beim Cup. Julia Großner Beach-Europameisterin war einmal wieder bei uns zu Gast und ich konnte ihr zu ihrem größten Erfolg der Volleyball gratulieren. das Volleyballspielen hat Julia bei uns in Erfurt beim SWE Volley-Team erlernt. Wir sind stolz auf sie und werden sie bei einem unserer Bundesligaheimspiele richtig feiern.
Bilder vom SWE-Cup
Kostet wieder viel Geld
Gleich zwei Thüringen-Derbys gab es am Wochenende in Erfurt. Bei beiden ging es um Sport – aber nur bei einem der Derbys brauchte es rund 600 Polizisten um für Ordnung zu sorgen. Mit meinen Söhnen war ich am Samstag bei Derby im Steigerwaldstadion dabei.
Das letzte Aufeinandertreffen in der Liga liegt schon etliche Jahre zurück weil Erfurt in der 3. und Jena nur in der Regionalliga spielte. Mit dem Aufstieg von Jena geht es aber nun wieder um die banale Frage nach der der Nummer 1 in Thüringen – nicht mehr und nicht weniger.
Bedingt durch das Drama um die Westtribüne waren nur 12.499 Zuschauer da – möglicherweise hätten es mit geöffneter Tribüne auch 18.000 sein können. Allerdings bewährte sich die Polizeitaktik die beiden Fangruppe weit auseinander zu halten. Vom Bahnhof ins Stadion wurden die Jena gut begleitet, dort in ihren Block geleitet und wieder zurück gebracht. Bis auf kleiner Rangeleien und einige Flaschenwürfe blieb es friedlich.
Im Stadion sorgten vor allem die Erfurter Ultras für “Stimmung”. Zahlreiche Pyros und das Verbrennen eine Jena-Fahne werden sicher noch ein mal den DFB auf den Plan rufen und könnten den Verein eine Geldstrafe oder einen Teilausschluss der Fans einbringen. Ich habe für so etwas absolut kein Verständnis!
Ach ja, Fußball wurde auch gespielt. RWE gewann durch ein Tor vom gerade eingewechselten Bieber glücklich mit 1:0. Ein tolles Spiel war es leider nicht, aber meine beiden Söhne waren trotzdem begeistert und haben Schal und Fahne geschwenkt. Die Nummer 1 in Thüringen ist wieder RWE. Allerdings könnte sich das zum Pokalachtelfinale schon wieder drehen. Gunda Niemann loste in der Halbzeitpause die Pokalspiele des TFV aus. Erfurt muss Anfang Oktober nach Jena 😉
Bilder aus dem Steigerwaldstadion
Hektische “Fehlersuche” bei Rot-Rot-Grün
Relativ unspektakulär verlief die erste Stadtratssitzung nach der Sommerpause. Innenstadtentwicklung, Sicherheit am Anger, TEC und das Parkhaus am Hügel waren Themen, die für etwas Diskussion sorgten. Ansonsten gab es viele einmütige Voten.
Wohlmöglich einer der spannenderen Momente während der Stadtratssitzung am 6. September war die Abstimmung zu einer Hauptsatzungsänderung. Bei dieser Änderung geht es um Befugnisse bei Vergaben, die der Stadtrat dem Oberbürgermeister überträgt. Bisher waren die entsprechenden Summen, die der Oberbürgermeister bisher eigenständig veräußern konnte, recht überschaubar. Bei bestimmten Vergabeleistungen lag die Spanne bisher bei 50.000 bis 100.000 Euro. Darüber hinaus haben der Finanzausschuss und damit der Stadtrat die Entscheidungshoheit.
Mit dem rot-rot-grünen Beschluss zu diesem Antrag wurde diese Grenze deutlich höher gesetzt. Hier reden wir über Beträge von bis zu 200.000 Euro. Damit beschneidet sich der Rat faktisch selbst seiner demokratischen Kontrollfunktion – gerade im sensiblen Finanzbereich – und ermächtigt den Oberbürgermeister bzw. die Verwaltung zu mehr Entscheidungsraum, der demokratisch nicht mehr legitimiert werden kann. Für die CDU-Fraktion ist dies besonders als Opposition ein gravierender und skandalöser Schritt in die falsche Richtung.
Das Abstimmungsprozedere während der Sitzung erschien wieder auffällig unkoordiniert, besonders was die Absprachen zwischen der Verwaltung, Oberbürgermeister und Rot-Rot-Grün sowie Rot-Rot-Grün untereinander betrifft. Als Zuschauer dürfte man das Spektakel als Meisterstück erlebt haben, welche Auswüchse das postfaktische Demokratieverständnis von Rot-Rot-Grün zu Tage bringen kann. Man benötigt für eine Änderung der Hauptsatzung eine Zweidrittelmehrheit. Die CDU-Fraktion schlug zunächst vor, den Antrag in den Finanzausschuss zu überweisen. Der wurde abgelehnt. Als nächstes sollte ein Änderungsantrag der SPD abgestimmt werden. Dieser erhielt jedoch nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit.
Gleichauf machte sich in den Verwaltungsbänken und bei Rot-Rot-Grün sichtbar Panik breit, weil auch für den Ursprungsantrag möglicherweise keine Mehrheit zustande hätte kommen können. Der Beigeordnete Alexander Hilge sprang nervös auf und die SPD beantragte eine fünfminütige Auszeit. Diese schien zumindest für die SPD nicht besonders ertragreich gewesen zu sein, denn man kam zu dem Schluss, man wolle den Antrag nun doch in den Ausschuss verweisen. Allerdings hatte die SPD die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sprich: Sie warf die Gepflogenheiten der Stadtratsordnung über Bord, weil sie allen Ernstes glaubte, einen laufenden Abstimmungsprozess nicht nur unterbrechen zu können, sondern sogar hinfällig zu machen. Satzungstechnisch ist dies allerdings nicht möglich. Daher musste über den Ursprungsantrag abgestimmt werden. Notgedrungen stimmte Rot-Rot-Grün mit der ausreichenden Mehrheit für den Antrag.
Im Sozialkundeunterricht kann man künftig fragen: Nenne mir ein Beispiel, wie sich Demokratie selbst beschneidet. Es mag sein, dass die SPD-Fraktion grenzenloses Vertrauen in den Oberbürgermeister hat. Die CDU-Fraktion hat in den letzten Jahren jedoch andere Erfahrungen gemacht und ist daher in diesem Punkt weniger optimistisch.
Schwarz auf Weiß
Erstmals hat die Stadt Erfurt eingeräumt, dass die Geschwindigkeitsüberwachung in Erfurt in kommunaler Verantwortung nicht nur an Unfallschwerpunkten, vor Schulen oder Kitas stattfindet. Bisher hatte der Oberbürgermeister (wider besseren Wissens) immer behauptet, es ginge ihm um die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Spätestens mit dem Einsatz des neuen sogenannten Panzerblitzers ist diese Behauptung überholt.
“Schwerpunkte der Kontrollen bilden Unfallschwerpunkte sowie Bereiche vor und in der Nähe von sozialen Einrichtungen. Gleichermaßen überwacht werden Schulwege, Bushaltestellen und Fußgängerüberwege.” dies erklärte Andreas Bausewein in der Vergangenheit. Gestern hingegen klag das bei der Beantwortung meiner Stadtratsanfrage 1454/17 so: „Die vorgenannten Straßenabschnitte (Standorte des neuen mobilen Blitzers) sind keine Unfallschwerpunkte.“.
Meine Nachfrage nach welchen Gesichtspunkten dann die Standorte ausgewählt bzw. ausgewürfelt würden, vermochte oder wollte der OB nicht in der Stadtratssitzung beantworten. Schriftlich soll das nachgeliefert werden, ebenso wie die Auflistung der bisherigen Standorte. Während im Internet lange Listen dazu kursieren, wollte die Verwaltung nur von zwei der Stadtorte wissen – aktuell steht das Gerät in der Schillerstraße, vorher in der Schlösserstraße. Beide Standorte wurden bei der Stadtratsantwort unterschlagen.
Bei den Haushaltsberatungen wurden von Rot-Rot-Grün die finanziellen Erwartungen an die Blitzer in abenteuerliche Höhen geschraubt um damit Haushaltslöcher zu stopfen. Die fest installierten Blitzer und die mobilen Blitzkommandos können diese Vorgaben nicht erfüllen. In der TLZ war dazu in dieser Woche zu lesen: “Der Ansatz aus dem Haushalt sattelt aber sogar noch drauf. „Die geplanten Einnahmen aus der Tempoüberwachung werden im Haushaltsplan nicht gesondert aufgeführt“, heißt es zwar von der Stadtverwaltung auf unsere Anfrage. In der Haushaltsstelle für Verwarn-, Buß- und Zwangsgelder, wo die Blitzereinnahmen abgerechnet werden, stehen aber noch einmal 345 000 Euro mehr als im Vorjahr. Zusammen mit der Million aus dem Gewöhnungseffekt beläuft sich der Fehlbetrag auf über 1,3 Millionen Euro im Jahr. „Solch eine Erwartungshaltung sehe ich kritisch“, meint Hauptkommissar Matthias Polten, der Verkehrschef der Landespolizeiinspektion Erfurt, über den Haushaltsansatz der Stadt. „Das hat mit Verkehrssicherheit nichts zu tun.“
Die Erfurter Verkehrsteilnehmer – von Autofahrern bis zu Straßenbahnen könne sich also darauf einrichten, dass künftig hinter jeder Mülltonne der Panzerblitzer stehen könnte. Ich habe keinen Zweifel, dass die Stadt den „formschönen“ Panzerblitzer dauerhaft zum Einsatz bringen wird. Am 26. September wird sich der OSO-Ausschuss mit meiner Stadtratsanfrage beschäftigen.
Der umstrittene Sitzungsplan
Mit welcher Unverfrorenheit ehrenamtlichen Politikern durch hauptamtliche Politiker sowie der Erfurter Stadtverwaltung vor den Kopf gestoßen wird, wurde am 5. September im Hauptausschuss deutlich. Die inzwischen dritte Änderung der Sitzungsplanung für 2017 wurde zu Gunsten derer, die im Landtag hauptberuflich Politik betreiben, und zum Hohn aller übrigen ehrenamtlich im Stadtrat tätigen Politiker beschlossen.
Vor allem SPD und Grüne setzten sich für den Verwaltungsvorschlag ein. Das verwundert nicht: Immerhin haben sie einen hohen Anteil von Landtagsmitgliedern in ihren Stadtratsfraktionen, der durch Anwesenheit oder Fehlen eine Mehrheitsrelevanz hat. Dass andere Stadtratsmitglieder neben dem Ehrenamt noch ihrem Job außerhalb der Politik nachgehen, scheint ihnen egal zu sein.
Wo liegt hier also das Problem? Der Erfurter Stadtrat ist ein regionales Parlament, das sich aus ehrenamtlichen Politikern zusammensetzt. Im Regelfall gehen diese einer hauptberuflichen Tätigkeit nach, wie jeder andere Bürger auch. Alles, was sie jenseits ihres beruflichen Tuns machen, ist ihre Freizeit und ihr Engagement für die Stadt Erfurt. Damit wiederum ergibt sich ein gut gefülltes berufliches und privates Wochenprogramm, das verlässlich geplant werden muss. Im Normalfall wird daher im Hauptausschuss die Jahresplanung für Stadtrats- und Ausschusssitzung bereits im Vorjahr festgelegt, sodass über das Jahr hinweg Termine frühzeitig berücksichtigt werden können. Nicht zuletzt hängen hier oft auch Familien dran, die durch die Fülle der Stadtratsarbeit ohnehin Abstriche machen müssen.
Nun gibt es in einigen Fraktionen – die CDU-Fraktion möchte sich da gar nicht heraus nehmen – Stadträte, die gleichzeitig ein Mandat im Thüringern Landtag ausüben und damit Berufspolitiker sind. Das ist per se nicht schlimm, jedoch muss man sich dann auch darüber im Klaren sein, dass Überschneidungen im Zweifel die Teilnahme an der einen oder anderen Sitzung behindern.
Genau dieser Fall ist jetzt eingetreten. Der Thüringer Landtag hat seine Dezembersitzung 2017 um eine Woche nach vorn verschoben. Daraufhin reagierte die Erfurter Stadtverwaltung, vermutlich getrieben durch SPD und Grüne, und legte im Hauptausschuss eine erneute Änderung der Sitzungsplanung vor. Dabei wird die Stadtratssitzung im Dezember eine Woche nach hinten verschoben, sodass man nach der Sitzung nicht mehr lange auf die Bescherung unterm Weihnachtsbaum warten muss, so nah ist die Sitzung an den Weihnachtsfeiertagen dran. Hinzu kommt eine Änderung der Sitzungstermine von Oktober bis Dezember – eine Zumutung für jemanden, der sich hier ehrenamtlich engagiert, nur weil einige der SPD- und Grünen-Stadträte bzw. Landtagsabgeordneten sich offenbar so privilegiert fühlen, dass sich der gesamte Stadtrat nach ihnen richten muss. Dies ist an Arroganz und Unverfrorenheit wohl kaum zu überbieten.
Die übrigen ehrenamtlichen Stadträte müssen daher zusehen, wie sie ihre langfristige berufliche oder persönliche Terminplanungen mit den neuen Sitzungsterminen in Einklang bringen. Im Zweifel wird mit der Planänderung in Kauf genommen, dass deren Teilnahme unmöglich wird. Das, was man ja für die besagten Landtags-Privilegierten aus SPD und Grünen vermeiden wollte, hat für die übrigen Stadträte scheinbar keine Geltung. Moralisch ist dies äußerst bedenklich. Denkt man darüber hinaus nochmal an die Familien der übrigen Stadträte und daran, dass die Dezember-Sitzung allen Ernstes knapp vor Weihnachten gelegt wurde, so muss man sich wirklich fragen, ob man bei SPD und Grünen noch in menschlichen Dimensionen denkt oder ausschließlich im Sinne politischer Mehrheiten.
Vor allem wollte man doch im Sinne der Toleranz auf religiöse Gruppierungen Rücksicht nehmen. Besonders SPD und Grüne stehen sonst in der ersten Reihe, wenn es um den Aufschrei nach mehr Toleranz geht. Warum also nicht auf die christlichen Mitglieder im Stadtrat und diejenigen Rücksicht nehmen, denen die Advents- und Weihnachtszeit allein schon aus familiären Gründen wichtig ist? Aber offenbar können die edlen Toleranzprinzipien, wenn es um Macht und parlamentarische Mehrheiten geht, nicht standhalten.
Im Hauptausschuss stimmten die Vertreter der CDU, der Freien Wähler/FDP/Piraten sowie der Linken gegen diese Änderungen. CDU und Linke haben, wohl bemerkt, selbst Landtagsabgeordnete bzw. sogar Bundestagsabgeordnete in ihren Reihen (Antje Tillmann [CDU], Marion Walsmann [CDU], Karola Stange [Linke], André Blechschmidt [Linke]). Wenn jeder darauf beharren würde, dass er an anderer Stelle Sitzungstermine hätte, die sich mit dem Stadtrat überschneiden – sei es im Gartenverein, im Fußballclub, in der Gewerkschaft, im Betriebsrat, im Pfarrgemeinderat, im Aufsichtsrat, im Landtag oder auch im Bundestag – und daraufhin die Sitzungsplanung geändert werden müsste, könnte man sich die Stadtratsarbeit sparen, weil nie irgendein Termin zustande käme. Zumindest seitens der beiden CDU-Stadträte Walsmann und Tillmann wäre die Belastung der übrigen ehrenamtlichen Stadträte durch eine solch chaotische Sitzungsplanänderung zu Gunsten der je eigenen parlamentarischen Termine undenkbar. Es ist daher auch nicht vermittelbar, warum die Vertreter aus SPD und Grünen (namentlich Frank Warnecke [SPD], Birgit Pelke [SPD], Oskar Helmerich [SPD, einst AfD], Astrid Rothe-Beinlich [Grüne] sowie einige Stadträte der beiden Fraktionen, die als Mitarbeiter in den jeweiligen Landtagsfraktionen angestellt sind) gesonderte Privilegien in Form der Sitzungsplanänderung erhalten sollen.
„Die Änderung des Sitzungskalenders sollte nicht zu Gunsten von Berufspolitikern erfolgen, welche in doppelter Funktion agieren. Die Wertschätzung eines demokratischen Miteinanders von Ehrenamtlichen gebührt einer solchen Vorgehensweise nicht. Die Achtung und der Umgang vor dem Ehrenamt sollten nicht nur verbal oder außerhalb des Rathauses gewürdigt werden, sondern auch im Stadtrat ernsthaft umgesetzt werden“, kommentiert CDU-Fraktionschef Michael Panse.
(Quelle CDU-Stadtratsfraktion Alex Hein)
Das Podium des Abends
Sport im Allgemeinen und Fußball im besonderem ist ein Standortfaktor – für jede größere Stadt oder Region. Fußball ist den Fans lieb und teuer, aber insbesondere in den Ligen unterhalb der 1. Und 2. Bundesliga deshalb auch für die Vereinsverantwortlichen immer eine Gradwanderung. RWE kann seit vielen Jahren ein Lied davon singen und durch das neue Stadion haben sich diese Probleme leider nicht gelöst, sondern zunächst sogar noch verstärkt.
Präsident Rolf Rombach lud heute Abend in die MFA zum Business-Event “Kosmos Fußball” ein, um mit vielen Gästen über Themen des Fußballmanagements ins Gespräch zu kommen. Nachdem Jens Lehmann als Special Guest kurzfristig absagen musste konnte gewichtiger Ersatz verpflichtet werden. Florian König, als Moderator des Abends, begrüßte Reiner Calmund. Zitat des Abends war eine Bemerkung von Reiner Calmund „Manche Aufsichtsräte glauben der Ball springt hoch, weil ein Hund darin ist“.
Zusammen mit den weiteren Referenten des Abends diskutierte Reiner Calmund über Sponsoring, Marketing und der Standortfaktor Stadion. Natürlich mit den erheblichen Unterschieden zwischen 1. Und 2. Liga und mit ganz anderen Voraussetzungen. So berichte beispielsweise Alexander Wehrle vom 1. FC Köln über die Pläne des Vereins zum Bau eines neuen Stadions – weil das bestehende mit über 50.000 Plätzen regelmäßig ausverkauft ist. Andreas Rettig vom FC St. Pauli stellte das sozial-gesellschaftliche Engagement des Vereins vor.
Viele interessierte Gäste aus der Wirtschaft waren heute Abend da – leider keine Kollegen aus der Kommunalpolitik. Für letztere wäre der Abend sicherlich ein Erkenntniszugewinn gewesen. Sportmarketing bleibt ein anspruchsvolles Geschäft, welches nur mit vielen Ideen und vielen Partnern gelingen kann – ich erlebe dies bei unserem Bundesligateam von Schwarz-Weiss Erfurt nun seit 13 Jahren als Vereinspräsident und ich kann mich auch noch gut an meine Zeit in Verantwortung bei RWE erinnern, auch wenn dies nun 15 Jahre her ist.
Eine durchaus gelungene Veranstaltung war Kosmos Fußball und es gab viele Anregungen, um das Verhältnis von RWE zur Stadt zu verbessern. Aber es bleibt auch dabei – die Tore werden auf dem Platz geschossen und darauf hoffe ich am Samstag, wenn ich mit meinen Jungs bei RWE-Jena auf der Tribüne sitzen werde!
Vorfreude auf den SWE-Cup
Nach der Mannschaftspräsentation und dem ersten Freundschaftsspiel gegen Suhl geht es jetzt in die heiße Phase der Saisonvorbereitung. Ein wichtiges Element der Saisonvorbereitung ist bei Schwarz-Weiss Erfurt der jährliche SWE-Cup (früher Braugoldcup) der jeweils Erst- und Zweitbundesligisten nach Erfurt lockt.
Bereits zum 9.Mal findet am 9. und am 10. September 2017 das Saisonvorbereitungsturnier um den Cup der Stadtwerke Erfurt GmbH in der Blumenstadt Erfurt statt. In diesem Jahr folgten der Einladung TSV Volley Düdingen (Schweizer Nationalliga A), VfB 91 Suhl LOTTO Thüringen (1.Bundesliga), VC Offenburg (2.Bundesliga), VV Grimma (2.Bundesliga). Komplettiert wird das Teilnehmerfeld vom gastgebenden Volleyteam Schwarz-Weiss Erfurt, welches sich traditionell erstmals dem heimischen Publikum vorstellen wird.
Gespielt wird nach dem Modus „Jeder gegen Jeden“ auf drei Sätze pro Spiel, parallel auf zwei Spielfeldern in der Erfurter Riethsporthalle. Folgende Ansetzungen sind geplant:
Samstag, 09.09.201711:00 Uhr
Offenburg – Erfurt / Düdingen – Suhl
13:00 Uhr
Grimma – Suhl / Offenburg – Düdingen
15:00 Uhr
Offenburg – Grimma / Düdingen – Erfurt
Sonntag, den 10.09.201709:30 Uhr
Grimma – Erfurt / Offenburg – Suhl
11:30 Uhr
Düdingen – Grimma / Suhl – Erfurt
Der Eintritt an beiden Spieltagen ist kostenfrei. Für leckere Speisen und Getränke ist gesorgt. Wir freuen uns auf spannende Spiele und zahlreiche Zuschauer!
8 unserer Spielerinnen mit ihrem Trainer Jonas Kronseder
Etliche Veranstaltungen, vom Trainingsauftakt über das Vereinssommerfest bis hin zur gemeinsamen Rathausführung habe ich schon mit unserem neuen Team gehabt. Heute wurde es nun das erste Mal offiziell. Wir haben das Schwarz-Weiss Erfurt Volleyteam für die 1. Bundesliga der Saison 2017/2018 heute den Sponsoren und der Presse im Sport- und Rehazentrum vorgestellt.
Leider haben sechs Spielerinnen dabei wegen schulischer Verpflichtungen gefehlt bzw. kommen erst in den nächsten Tagen aus Belgrad zur Mannschaft. Am Wochenende steht dann hoffentlich die volle Kapelle beim SWE-Cup auf dem Feld der Erfurter Riethsporthalle.
Für unseren Verein habe ich heute auch den zahlreichen anwesenden Sponsoren gedankt. Ohne ihr Engagement hätten wir die Herausforderungen der letzten Tage nicht meistern können. Jetzt ist es an der Mannschaft und ihrem Trainer den Vertrauensvorschuss zu rechtfertigen. Ich freue mich auf die neue Saison!
Bilder der Teampräsentation
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