Auf der Suche nach weiteren Nischen für den Erfurter Tourismus

Tourismusverein zu Gast bei der CDU-Stadtratsfraktion Mit dem Thema Tourismus befassten wir uns in unserer Fraktionssitzung am Montagabend. Dabei stellten uns Frau Myriam Berg und Herr Prof. Hermann Saitz verschiedene Themen und Arbeitsgebiete des Erfurter Tourismusverein e.V. vor. Der Verein ist am regelmäßigen Dialog mit den Stadtratsfraktionen ausgesprochen interessiert. Frau Berg und Herr Saitz berichteten zunächst über allgemeine Strukturen und Neuerungen. Sie verwiesen auf die Homepage und das 360-Grad-Prijekt ebenso wie auf Bücher und Publikationen, die teilweise Auszeichnungen erhielten. Der Tourismusverein sieht sich unabhängig von der Tourismus GmbH. Regelmäßige Gespräche finden außerdem mit der Stadtverwaltung statt. Die Arbeit des Tourismusvereins ist insgesamt von der Suche nach weiteren Nischen für den Erfurter Tourismus geprägt. Folgende Themen und Schwerpunkte wurden präsentiert und diskutiert: –  Das Thema Caravan-Stellplätze beschäftigt nicht nur die CDU-Fraktion, sondern auch den Tourismusverein. Die Fraktion machte zu den möglichen Stellplätzen in der Vergangenheit bereits konkrete Vorschläge – die Reaktion der Verwaltung ist bis heute zurückhaltend. Der Tourismusverein schlug des Weiteren Stellplätze wie hinter dem EVAG-Gelände bei Urbich oder hinter dem Messegelände vor. Fest steht jedoch, dass ein Stellplatz inklusive der passenden Infrastruktur besonders mit Blick auf die BUGA 2021 eingerichtet werden muss. – Kontrovers wurde der Vorschlag, die Multifunktionsarena im Rahmen einer „Kongressunion“ verschiedener Kongressstandorte (Messe, Kaisersaal etc.) einzubinden, diskutiert. Dabei sollen Startschwierigkeiten bei der MFA ausgeglichen werden. Diese Union wurde in der Diskussion mit Skepsis betrachtet. Private Anbieter für Kongress- und Tagungsmöglichkeiten sind dabei nicht zwangsläufig einbegriffen. – Der Blick fiel in dem Zusammenhang auch auf die ICE-City, die derzeit kaum in den Medien oder der politischen Agenda zu finden ist. – Das Streitthema Begegnungszone steht ebenfalls im Blick des Tourismusvereins. Knackpunkt ist dabei, ähnlich wie aus CDU-Sicht, die Problematik um das Parkraumkonzept und das Fehlen von Parkhäusern, ohne deren Errichtung die Begegnungszone zwangsläufig nicht funktionieren wird. Der Fokus auf Parken in der Peripherie der Innenstadt entspricht der CDU-Linie. Seitens der CDU-Fraktion wurden außerdem die Vorschläge eines Kombiticket für P&R und Stellplatzbilanz sowie für ein Kurzstreckenticket genannt. Entsprechend einer Information am Rande, sind diese Vorschläge bei der EVAG bereits in der Prüfung. Zu den weiteren Anliegen des Tourismusvereins zählen: kostenfreier Eintritt in Museen für Stadtführer, die Entwicklung des Krönbacken als Geschichtsportal, die Nutzung der Peterskirche als Ausstellungszentrum, die Errichtung von Blumensymbolen am Stadteingang sowie das Anbringen von Zusatzschildern am Hauptbahnhof mit der Beschriftung „Tor zu Thüringen“. Angerissen wurden seitens der CDU-Fraktion folgende weitere Themen: die hohen Taxipreise, der Flughafen Erfurt-Weimar – auch im Zusammenhang der ICE-Anbindung und die Situation zum Fernbusbahnhof. Bei nahezu allen diskutierten Themen sind wir uns mit dem Erfurter Tourismusverein einig und werden den begonnen Dialog gerne fortsetzen.

Die Zeichen stehen auf Streik…

Streik droht in dieser Woche gleich an mehreren Fronten. An die regelmäßigen Streiks der GdL konnte man sich in den letzten Monaten gewöhnen. Die Lokführer haben immer einmal wieder den Fahrplan durcheinander gewürfelt. Am Ende dieser Wochen werden auch die Erzieherinnen der kommunalen Kindertageseinrichtungen dazu kommen. Nach einer Warnstreikrunde vor einigen Wochen hat die Gewerkschaft jetzt zur Urabstimmung über einen längeren unbefristeten Streik aufgerufen. Ab Freitag könnte es nun so weit sein. Der Streik richtet sich berechtigterweise gegen die kommunalen Arbeitgeber. Für die CDU-Stadtratsfraktion habe ich schon beim Warnstreik vor einigen Wochen erklärt, dass wir die Forderungen der Erzieherinnen für berechtigt halten und eine verbesserte Bezahlung der Erzieherinnen fordern – übrigens auch der Erzieherinnen bei den freien Trägern! Dies wird in Sonntagsreden gerne von allen Seiten unterstützt – auch von unserer zuständigen Sozialbeigeordneten. Allerdings beantwortete sie meine Nachfrage, welche Haushaltmittel die Stadt Erfurt für ihre Erzieherinnen im Haushaltsentwurf sie eingeplant habe, mit der Antwort: Null Euro. Beim bevorstehenden Streik werden vor allem die Eltern getroffen. Bei Warnstreiks ist die Situation zwar ebenso schwierig, aber lösbar weil die Arbeitgeber in aller Regel dafür Verständnis haben oder Großeltern und Freunde einspringen können. Bei längeren Streiks gibt es etliche Arbeitnehmer, die keine Lösung finden können. Meine Forderung und die der städtischen Elternvertreter, die Stadtverwaltung solle einen Notfallplan aufstellen, um diesen Eltern zu helfen, fegte die Beigeordnete in der Jugendhilfeauschusssitzung letzte Woche vom Tisch. Sie wolle nicht als Stadt “als Streikbrecher” auftreten. Dies ist natürlich Unfug, denn ein Notfallplan oder eine Notfallvereinbarung ist kein Streikbruch, sondern eine Nothilfe für Eltern. Die Stadt Dresden verhandelt mit Verdi über eine Notdienstvereinbarung. Die Stadt Erfurt hält dies für entbehrlich. Ich hoffe die betroffenen Eltern werden dies aufmerksam registrieren. Viele Eltern haben Verständnis für die Forderung nach 10 Prozent mehr Lohn für die Erzieherinnen und wollen, dass die Erzieherinnen ihrer Kinder besser bezahlt werden. Ihr berechtigter Frust wird sich hoffentlich nicht gegen die Erzieherinnen sondern gegen die Verantwortlichen für die schlechte Bezahlung richten. Und Fall von Erfurt wahrscheinlich auch gegen diejenigen, denen Notfallpläne egal sind…  

Entenhausen in Erfurt

Ent(d)e gut, alles gut 😉
Unser Innenhof scheint bei Enten beliebt zu sein. Bereits vor sechs Jahren hat eine Ente erstmals bei uns gebrütet. Seit knapp einem Monat hatten wir nun wieder eine Ente zu Gast und dieses Mal hatte sie sich für unseren Vorgarten bzw. die Terrasse als Brutstätte entschieden. In den vier Wochen wurde “unsere Ente” von meiner Liebsten gut versorgt und es fiel auch gleich noch die Futterversorgung für etliche Amseln und Spatzen ab, die sich mit der Ente regelmäßig über die Futterschale und den Wassernapf hermachten. Am Samstag Abend schlüpften schließlich die ersten Küken aus ihren Eiern und Sonntag Früh war ein leises fröhliches Gezwitscher von elf Küken zu hören, wenn sich die Entenmama nur einige Zentimeter vom Nest weg bewegte. Die größte Herausforderung stand aber jetzt an. Das Wasser, also der kleine Flusslauf, ist nur wenige hundert Meter entfernt. Aber dazu musste die Entenmama ja ihre Küken dort hinbringen und da sie noch nicht fliegen war dies nur schwer lösbar. Unser Innenhof ist im komplett umbaut. Damit blieb nur die Möglichkeit die Küken einzufangen und mit der Entenmama außerhalb wieder auszusetzen. Bei den kleinen Küken ging das ganz gut, bei der Mama nicht. Am Ende watschelte die Entenmama durch den Hausflur vorneweg und die Küken wurden hinterher getragen. Draußen bildeten sie sofort eine Formation und watschelten zum Wasser – mit unserem Begleitkommando, damit sie dort gut ankommen. Zufrieden schwammen dann am Nachmittag die Küken mit ihrer Mama im Brühl und sind ab sofort Essensselbstversorger. Ich bin mir sicher, dass wir sie wiedersehen und ich rechne auch fest damit nächstes Jahr wieder eine Ente auf unserer Terrasse brüten zu sehen 🙂 Bilderserie: SONY DSC

Der Spuk ist (vorerst) vorbei

Zweifellos hatten sich die Erfurterinnen und Erfurter einen anderen Start in den Mai gewünscht! Die letzten beiden Tage waren eine Belastung für Erfurt. Gestern die NPD-Demonstration und heute der Hooligan-Aufmarsch waren eine Herausforderung für die Zivilgesellschaft und die Polizei. Erfreulich ist, dass es in Erfurt nicht zu größeren Ausschreitungen oder gar Verletzten gekommen ist. Erfreulich ist, dass weniger als befürchtet aus dem rechtsextremen Lager nach Erfurt gekommen sind. Sowohl gestern die NPD als auch heute die Hooligans blieben mit 200 bzw. 250 Teilnehmern deutlich hinter den selbst gesteckten Teilnehmerzahlen zurück. Erfreulich ist auch, dass sich viele Erfurterinnen und Erfurter quer durch alle Parteien klar dagegen positioniert haben. Unerfreulich ist, dass es den Hooligans gelungen ist, durch das Brühl zu ziehen. Der Anblick und das dumpfe Gegröhle der hasserfüllten Gesichter blieb allerdings den Erfurterinnen und Erfurtern weitgehend erspart, weil die Polizei den Bereich um das Theater weiträumig und konsequent abgesperrt und abgesichert hat. Bereits jetzt gibt es im Internet heftige Diskussionen darüber, ob die Polizei die Hooligans vermeintlich abgeschirmt oder geschützt hat. Meine Einschätzung und Beobachtung vor Ort ist, dass die Polizei richtig agiert hat. Mit Polizeifahrzeugen und Gittern wurden auf dem Theatervorplatz die Hooligans von den Gegendemonstranten getrennt und nur vereinzelt flogen Steine von beiden Seiten. Ein offenes Aufeinandertreffen beider Gruppen hätte zweifellos viele Verletzte zur Folge gehabt. Ein großes Dankeschön an alle die sich gegen den Hooligan-Aufmarsch engagiert haben. Und ein großes Dankeschön auch an die vielen Polizeibeamten die in den letzten beiden Tagen im Einsatz waren. Der Spuk ist vorerst vorbei. Darauf ausruhen können wir uns aber nicht.

Die Perlen rollen wieder

Wird mal wieder Zeit für eine Balkan-Bike-Tour…
Vor einigen Jahren hat der evangelische Pfarrer einmal die Biker bei der Bikerandacht auf dem Erfurter Domplatz als die “Perlen der Landstraße” bezeichnet. Wenn sie mit ihren blankgeputzten Maschinen und den Helmen über die Landstraße rollen, erinnern sie an eine Perlenkette. In diesem Jahr war die Perlenkette wieder sehr lang. Rund 850 Biker folgten der Einladung der Erfurter Fahrschule Hauser und nahmen erst an der Andacht auf dem Domplatz und dann an der gemeinsamen Ausfahrt teil. Gut abgesichert von etlichen Polizeimotorrädern ging es im Konvoi über Neudietendorf, Mühlberg, Arnstadt, Crawinkel, Oberhof und Zella-Mehlis nach Suhl. Ziel war dort das Simson-Werk. Zum sechsten Mal bin ich mit meiner Honda NTV 650 und meinem Sohn dabei gewesen. Mal sehen wie viele Kilometer in dieser Saison auf den Tacho kommen. Heute waren es 170km. Pünktlich zum Saisonstart habe ich diese Woche auch den TÜV erneuern lassen. Ohne Beanstandungen hat meine NTV die Prüfplakette für die nächsten zwei Jahre bekommen und dies obwohl sie nun schon 21 Jahre alt ist 🙂 Bilder von der Bikerausfahrt 2015: 20150501_105545  

Spät kommt er – doch er kommt

Wochenendprogramm
Leicht abgewandelt passt das Schiller-Zitat zum Haushaltsentwurf der Landeshauptstadt. Nachdem die CDU-Stadtratsfraktion darauf bestanden hat, dass der HH-Entwurf so schnell wie möglich in den Stadtrat eingebracht und beraten werden soll und dies nun am 13. Mai passieren wird, hat der Oberbürgermeister den Stadträten heute den dicken Ordner und die DVD zugeleitet. Aber das erste Drittel des Jahres ist nun auch schon um… Über 700 Seiten beschreiben, was der Oberbürgermeister mit seiner Verwaltung mit den 677.793.814 Euro vor hat. 24 Millionen Euro mehr als 2014 – aber das Gestaltungspiel ist trotz Höchsteinnahmen noch enger geworden. In den nächsten Tagen werde ich den HH-Entwurf intensiv durchgehen – der 1. Mai der “Tag der Arbeit” morgen passt ja schon einmal 🙂 Einige Punkte sind aber bereits jetzt erwähnenswert. Die vom OB erhofften 20 Millionen Mehreinnahmen vom Land sind es nicht geworden. Rund 6,8 Millionen gibt es lediglich mehr für Schulinvestititionen und Kita-Sanierung. Letzteres ist ein gutes Beispiel, wie sich stattdessen dann die Stadt aus der Verantwortung schleicht. Für die Kita-Sanierung waren eigentlich 7,6 Millionen Euro für 2015 geplant. Nachdem  letztes Jahr über 2 Millionen verschoben bzw. nicht realisiert wurden hätten es sogar über 9 Millionen sein müssen, um im Plan zu bleiben. Im Haushaltsentwurf finden sich hingegen nur 5,8 Millionen. Damit bricht der OB das nächste Kita-Versprechen, denn bis 2018 wird die abschließende Kita-Sanierung damit nicht zu schaffen sein. Das nicht realisierte Wunschkonzert des OB von der Rot-Rot-Grünen Landesregierung führt dazu, dass kräftig in die Taschen der Bürger gelangt wird. Die Grundsteuer B soll ab dem 1.1.2016 von 490 Prozent auf 550 steigen. Damit werden die Erfurterinnen und Erfurter mit 3,2 Millionen zu Kasse gebeten. Abschaffung Sozialticket, Essensgeldzuschuss, Erhöhung Musikschulgebühren und die Schließung der Bibliothek am Berliner Platz gehören auch zur Liste der Haushaltssanierungsvorschläge des OB. Im Jugendhilfeausschuss haben wir heute schon einmal ein paar Punkte kurz andiskutiert. Damit der Mai aber auch mit etwas Positivem beginnt, gab es aus dem Haushaltsentwurf 2015 eine erfreuliche Nachricht für die Tagespflegemütter. Bei der Haushaltsberatung 2014 und der Neugestaltung der Kita-Gebühren hat die CDU eine Erhöhung der Vergütung der Tagespflegemütter gefordert. Von Rot-Rot-Grün wurden sie vertröstet. Auf meine heutige Nachfrage erklärte der Jugendamtsleiter, dass ein Erhöhungsbetrag im HH-Entwurf steht. 50 Euro pro Kind/Monat sollen es mehr werden. Das werden wir gerne unterstützen.

Bürgerschaftliches Engagement auf dem Campus Anger

Rüdiger Bender organisiert den “Campus der Vernunft”
Wenn es darum geht klar und deutlich Position gegen rechtsextreme Entwicklungen zu beziehen, sind sich die demokratischen Parteien in Erfurt einig. Seit vielen Jahren protestieren wir gemeinsam gegen rechtsextreme Aufmärsche, seit vielen Jahren diskutieren wird dieses Thema sehr sachlich im Erfurter Stadtrat und deshalb war es auch für mich selbstverständlich mit einem Grußwort für die CDU beim Campus Anger dabei zu sein. Der Stadtratskollege Rüdiger Bender organisiert seit einigen Jahren den Campus Anger mit der Martin-Niemöller-Stiftung und dem Erinnerungsort “Topf und Söhne”. Dabei gibt es Diskussionsrunden, Interview, Reden und öffentliche Seminare der Uni. An dem dreitägigen Bühnenprogramm beteiligen sich Professoren mit Vorlesungen und Politiker aus Stadt und Land. Ich finde dies ausgesprochen unterstützenswert. Mitten auf dem Erfurter Anger, da wo das meiste Leben ist, Flagge zeigen ist der beste Ansatz um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. In den nächsten beiden Tagen wird Erfurt sowohl von einer NPD-Demo, als auch der rechtsextremen Hooligans “heimgesucht”. Die Erfurterinnen und Erfurter machen gerade in diesen Tagen deutlich, dass wir diesen braunen Spuk nicht brauchen und dies nicht wollen. Demokratie lebt vom Bekenntnis der Demokraten. Bei allem, was uns in Erfurt auch zwischen den Parteien trennt, in der Frage sind wir und einig.

Aus Flüchtlingen Neubürger machen

 
Das Podium beim Zukunftsforum
Beim gestrigen 17. Zukunftsforum der TLZ Erfurt, der WBG, des Mercure-Hotels und des Vereins „Wir für Erfurt“ waren sich alle Podiumsdiskussionsteilnehmer einig. Die vielen neu nach Erfurt gekommenen Flüchtlinge und Asylbewerber stellen die Kommune vor Herausforderungen – aber diese sind zu bewältigen. Justizminister Dieter Lauinger ist nach seinen Worten derzeit in seiner Ministertätigkeit zu 80 Prozent mit dem Thema Migration beschäftigt. Er betonte, dass nach Auffassung der Grünen Deutschland jährlich rund 500.000 Zuwanderer braucht, um den demografischen Wandel zu bewältigen. Dass die Kommunen darauf nicht vorbereitet sind, räumte Erfurts Bürgermeisterin Tamara Thierbach ein. Die derzeitigen Aufnahmekapazitäten in Erfurt reichen nur bis Juli. Christiane Zimmermann vom Verein MitMenschen verwies auf die unterschiedlichen Flüchtlingsgeschichten und darauf, dass die zu uns gekommenen Menschen nichts sehnlicher wollen, als zur Ruhe zu kommen und eine Arbeit zu finden. Für die Kinder geht es dabei um ausreichend Kita-Plätze und unterstützende Angebote in der Schule. Der Sozialwissenschaftler Wolfgang Frindte forderte von der Politik, dass sich die geforderte Willkommenskultur hin zur Mitmenschlichkeit entwickeln müsse. Zudem dürfe sich die Politik bei Problemen nicht „wegducken“. In der Konsequenz müsse es eine 3. Säule, als legale Zuwanderung geben forderte der Minister. Er verwies auch darauf, dass die Kosten für den Landeshaushalt in den letzten drei Jahren extrem explodiert seien. Von ursprünglich 14 Mio. Euro vor drei Jahren sind es in diesem Jahr im Haushaltsentwurf 78 Mio. Euro. Thüringen würde im Gegensatz zu NRW den Kommunen über 95 Prozent der entstehenden Kosten erstatten. In NRW seien es nur 50 %. Gegen die Steigerung im Landeshaushalt nehmen sich die zusätzlichen Ausgaben im städtischen HH eher übersichtlich aus. 400.000 Euro Mehrkosten stehen im Verwaltungshaushaltsentwurf 2015. Zutreffend formulierten alle Gesprächsteilnehmer am Ende des Abends: es wird in jedem Fall nur miteinander gehen. Dem stimmten auch die Zuhörer im Mercure-Hotel einmütig zu.       

Fünf Jahre unter Linken…

Unter Linken im sächsischen Landtag
Als ich das Buch vor knapp einem halben Jahr vom sächsischen Landtagsabgeordneten Alexander Krauß geschickt bekommen habe, hatte ich erst die Befürchtung, dass der Buchtitel auf die Dauer der bevorstehenden links-link-grünen Koalition in Thüringen hinweisen solle. Jetzt habe ich endlich die Zeit gefunden, dass Buch von Gerhard Besier zu lesen und zunächst fest gestellt, dass es sich dabei um eine Retrospektive handelt. Besier saß für eine Wahlperiode für die Fraktion der Linken von 2009 bis 2014 im sächsischen Landtag. Seine ausgesprochen frustrierenden Beobachtungen verarbeitete er Ende 2014 in einem Buch. Vor der Nominierung für den Landtag war er bei den Linken eingetreten und nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag bzw. seinem erfolglosen Versuch einen Listenplatz zu erlangen trat er wieder aus. In einer verschriftlichen Abrechnung teilt e so ziemlich gegen jeden und alles aus. Dies ist auch die Schwäche seines Buchs. Die vielen richtigen und treffenden  Beobachtungen und die beißende Kritik an allen Parteien relativiert sich, weil nur einer bleibt der es hätte besser machen können, der es besser gewusst hat und eigentlich schon immer gesagt hat – und dies ist Besier selbst. Insbesondere seine ehemalige Partei inklusive ihrer Funktionärsriege bekommt richtig was ab. Dies war von den Linken nicht so geplant und auch nicht vorhersehbar, als der frühere Direktor des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, ein bekennender Liberalkonservativer und Anhänger Helmut Kohls gefragt wurde, ob er für den Landtag kandidieren wolle. Sein Ursprungsziel, die Linke für 2014 und damit den Machtwechsel in Sachsen fit zu machen, geriet schnell aus dem Focus. Er stellte ernüchtert fest, mit welchen personellen Ressourcen er umgeben war. Das 170 Seiten starke Sachbuch ist relativ schnell gelesen. Es ermöglicht interessante Einblicke in den Politikalltag. Zwar ist das Geflecht der Parteistrukturen bzw. handelnden Personen für Nicht-Sachsen nicht leicht zu durchschauen, aber ich kann feststellen, viel anders ist es in Thüringen auch nicht. Ich bin mit dem Buch durch, wer es lesen mag, dem borge ich es auch gerne. Vielen Dank noch einmal an Alexander Krauß nach Schwarzenberg in Sachsen. Ausgesprochen lesenswert finde ich, wenn wir schon einmal bei Politikbeschreibungen sind, das Buch von Manfred Zach. 1996 hat er einen Roman über die Staatskanzlei in Stuttgart geschrieben. In „Monrepos oder die Kälte der Macht“ verarbeitete er seine Erfahrungen in der Stuttgarter Regierungszentrale. Ich habe dieses Buch vom ehemaligen Thüringer Justizminister Andreas Birkmann zu Beginn meiner Landtagszeit geschenkt bekommen und begeistert mehrmals gelesen 😉

Pokalsiegerinnen

TVV-Pokal 2015
Wie in den vergangenen Jahren auch, endete die Volleyballsaison mit dem Thüringer Pokalfinale. Als Neuerung fanden in diesem Jahr erstmals zwei Halbfinalspiele am Nachmittag statt, bei denen unsere Bundesligamannschaft in das Geschehen eingegriffen hat. Vorrunden gab es einige Überraschungen. Unser vorjähriger Finalgegner aus Gera schied bereits in der Vorrunde aus. Die beiden Halbfinalpaarungen lauteten heute Nachmittag SWE Volley-Team I gegen SWE Volley-Team II sowie VC Gotha gegen Weimar. Die Mädels vom Regionalligaabsteiger VC Gotha gewannen gegen Weimar und unsere erste Damenmannschaft gewann gegen die Zweite. Allerdings gaben sie überraschend den ersten Satz ab, bevor die Sätze zwei und drei eine klare Sache waren. Es folgte das Männerfinale. Dabei mussten die Spieler vom höherklassigen VC Gotha gegen die Altenburger bis zum Schluss zittern erst mit 17:15 gewannen sie im Tiebreak. Das Damenfinale war hingegen eine klare Sache. Mit 25:11 war der erste Satz im Sack, im zweiten ging es bis zum 27:25 und der dritte Satz wieder 25:11. Eine Pokalüberraschung blieb also aus. Ein herzliches Dankeschön an die Gastgeber in Arnstadt für die gute Organisation. Die Hallensaison 2014/2015 ist damit für unsere 1. Mannschaft zu Ende. Am Ende gab es Tränen. Drei unserer Spielerinnen (Lisa, Saskia und Maria) werden in der kommenden Saison nicht mehr das SWE-Trikot tragen. Vielen Dank für alles was sie viele Jahre erfolgreich für das SWE Volley-Team geleistet haben! Sie waren drei wichtige Säulen im Team. Jetzt geht es intensiv an die Vorbereitung der neuen Saison. Unsere GmbH ist gegründet und die erste Neuverpflichtung gibt es bereits. Ich wünsche allen Spielerinnen, Fans, Organisatoren und Trainern eine verletzungsfreie Sommerpause. Im September geht es in der nächsten Bundesligasaison weiter. Volleyball wird aber weiter gespielt. Morgen ist das Regionalfinale der U20. Es stehen noch Deutsche Meisterschaften im Nachwuchs an und natürlich beginnt jetzt die Beachsaison.