Blogeinträge

Viel geschafft und noch einiges zu tun…

Der Paradiesbaum auf dem Petersberg
Genau noch eine Woche ist es bis zur Eröffnung der Buga2021 am 23.4.2021. Zumindest der Oberbürgermeister und der Ministerpräsident sind optimistisch, dass es neben der Eröffnung auch danach geöffnet weiter gehen wird. Bei der heutigen Pressekonferenz war Optimismus die Devise. Zeitgleich diskutiert heute allerdings der Bundestag über gesetzliche Regelungen im Rahmen der Pandemiebekämpfung. Da Erfurt mit einem Inzidenzwert von über 170 und Thüringen mit dem bundesweiten Spitzenwert bei den Inzidenzzahlen direkt von allen Einschränkungen betroffen sein würde, muss nun auch an einem Plan B gearbeitet werden. Gearbeitet wird auf dem Petersberg derzeit noch an den letzten notwendigen Bauarbeiten. Gestern Abend war der Stadtratsausschuss Buga2021 auf dem Petersberg vor Ort, um sich über den aktuellen Stand zu informieren. Vieles ist schon wunderschön geworden, vieles ist auch noch zu tun und einiges wird leider auch nicht fertig. Für das Kommandantenhaus könnte es eine Punktlandung werden. Der Bastionskronenpfad war einmal elementarer Teil der Buga-Planungen – jetzt wird leider nicht einmal die Brückenkonstruktion zur Bastion Martin fertig werden. Diskutiert wurde gestern auch, was passiert wenn gemäß Corona-Regelungen der EGA-Park und der eintrittspflichtige Bereich auf dem Petersberg für Besucher nach der Eröffnung wieder geschlossen werden muss. Für die EGA müssten die Tore in jedem Fall geschlossen bleiben, für den Petersberg könnte ich mir eine Variante vorstellen, bei der die Bereiche temporär geöffnet werden. Bilder vom Petersberg

Neubau der Erfurter Eishalle vorerst nicht in Sicht

Thema im Werkausschuss
Leider ohne eine klare Perspektive endete gestern vorerst die Diskussion um den Neubau der Erfurter Eishalle im Werkausschuss Erfurter Sportbetrieb. Zu später Stunde wurde dort meine Stadtratsanfrage zum vermasselten Förderantrag aufgerufen und emotional diskutiert. Fakt bleibt, dass der Oberbürgermeister und der Finanzbeigeordnete gemeinsam den verspätet eingereichten Antrag zu verantworten haben. Der eine hat mindestens fünf Tage eine Unterschriftenmappe in seinem Büro unbearbeitet liegen lassen und der andere hat sich um die Auswirkungen einer verspäteten Unterschrift keine Gedanken gemacht. Das kann man grob fahrlässig nennen. Aber auch der Vorwurf des Vorsatzes konnte nicht gänzlich ausgeräumt werden, da die Stadt keine Eigenmittel im Haushaltsentwurf 2021 geplant hat und somit eine Ablehnung nicht ganz unrecht gekommen ist. Der Finanzbeigeordnete hat in der gestrigen Sitzung seinen Fehler eingeräumt. Insgesamt 8 Fragen zu dem Thema sind aber noch offen und wurden gestern nicht beantwortet. Der Sitzungsdienst bemängelte, dass ich als Fragesteller nur zwei Nachfragen zu einer Stadtratsanfrage stellen dürfe. Deshalb wurden aus meinen 8 Nachfragen am Ende neue (schriftliche) Stadtratsanfragen, die nun bis zur nächsten Sitzung am 11. Mai beantwortet werden müssen. in der Sitzung gibt es den Tagesordnungspunkt dann zur erneuten Beratung. Im Gegensatz zur SPD sind wir der Auffassung, dass sehr wohl umfänglich aufgearbeitet werden muss, was da an Schlampereien passiert ist. Schließlich ging und geht es über Steuergelder. Der Präsident des EHC Martin Deutschmann verfolgte die Diskussion mit Frust und Verärgerung und kam auch zu Wort. Seit vielen Jahren bekommt der Verein vom Oberbürgermeister die Sanierung und den Umbau der Eishalle versprochen. der Stadtrat hat dazu einen Beschluss gefasst, der bis zu 3 Millionen Eigenmittel einplanen sollte. Dieser Beschluss wurde nicht umgesetzt und nun ist viel Zeit verloren. Für den EHC und den Stadtrat ist nun von Interesse, wie es weiter gehen soll. Ab Anfang Mai sind die Haushaltsberatungen in Erfurt. Spätestens dann muss eine Antwort gegeben werden. Nachfolgend meine Stadtratsanfrage und die Antwort des Oberbürgermeisters, sowie die daraus resultierenden Nachfragen: Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:
  1. Wann wurde der Fördermittelantrag zur Sanierung der kleinen Eishalle mit welcher Fördersumme beim Bund gestellt?
Die Antragstellung war gemäß Projektaufruf elektronisch einzureichen und wurde fristgerecht am Freitag, den 30.10.2020, unter der Online-Kennung 100497791 (Akronym TH_SanierungEishalle) im Förderportal easy-online des Bundes hochgeladen. Parallel zum Upload in easy-online war bis zum 04.11.2020 (Datum des Poststempels) die Projektskizze mit rechtsverbindlicher Unterschrift nachzureichen. Die Unterzeichnung konnte erst per 05.11.2020 erfolgen. Obgleich die Unter-lagen sofort nach Unterzeichnung auf den Postweg gegeben wurden und der Projektträger Jülich daraufhin am 10.11.2020 per E-Mail den Eingang des Projektantrages bestätigte, ist nach zwischenzeitlich erfolgter Mitteilung des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hierin der benannte Formfehler zu sehen. Beim Bund wurde eine Förderung i. H. v. 4.276.000,00 EUR beantragt.
  1. Welche Eigenmittel sind für dieses Projekt im Haushaltsentwurf vorgesehen?
Im Wirtschaftsplanentwurf 2021 des Erfurter Sportbetriebes sind in Ergänzung zu den Mitteln aus Vorjahren lediglich 200.000 EUR für 2021 und 250.000 EUR für 2022 veranschlagt. Diese Mittel sollen neben der vom Werkausschuss ESB beschlossenen Fertig-stellung der Planung bis Leistungsphase 4 für die – unabhängig einer möglichen Förderung – notwendigen Maßnahmen der Erneuerung des Dachs (Wiederherstellung der Dachdichtigkeit einschließlich brandschutztechnischer Ertüchtigung durch Einbau ausreichender Rauch-/Wärme-Abzugsanlagen (RWA)) sowie für die Erneuerung der Beleuchtung verwendet werden. Die noch in der mittelfristigen Finanzplanung zum Wirtschaftsplan 2019/20 veranschlagte Gesamtfinanzierung des Vorhabens konnte nicht erfolgen, da die Förderung im Bundesprogramm auf 3 Mio. EUR begrenzt ist. Insofern fehlten zu den geschätzten Kosten in Höhe von fast 10 Mio. EUR noch rd. 7 Mio. EUR. Im Grundsatzbeschluss des Stadtrates (Drucksache 2640/18 – Bereitstellung des Eigenanteils zur Sanierung der kleinen Eishalle im Rahmen des Bundesprogramms “Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur”) sind dagegen nur 0,7 Mio. EUR als Eigenanteil vorgesehen. Die Landeshauptstadt Erfurt ist derzeit finanziell nicht in der Lage, diese Verzehnfachung des Eigenanteils alleine zu schultern. Von der Thüringer Landesregierung gibt es außer einer Ankündigung in 2020, das Thema zum Gegenstand der Haushaltsberatungen 2021 machen zu wollen, keinerlei belastbare In-Aussicht-stellungen oder gar Zusagen. Im Landeshaushalt 2021 ist auch keine Förderung vorgesehen. Auf-grund der ungesicherten Gesamtfinanzierung hat das Vorhaben demnach keine Veranschlagungsreife im Sinne des § 10 ThürGemHV. Die Werkleitung des ESB hat im Erläuterungsteil zum Wirtschaftsplanentwurf gleichwohl dargelegt, dass im Falle entsprechender Förderzusagen diese Mehreinnahmen für Mehrausgaben verwendet bzw. der Wirtschaftsplan per Stadtratsbeschluss jederzeit geändert werden könnten. Insofern ist die Entscheidung zur Nichtveranschlagung der “großen Lösung” zur Kleinen Eishalle keine Absage an das Vorhaben an sich, sondern entspricht den haushaltsrechtlichen Vorschriften.
  1. Was hat die Stadtverwaltung seit Kenntniserlangung über einen Formfehler getan, um die drohende Ablehnung des Antrags zu verhindern?
Die Stadtverwaltung hat erst seit 25.03.2021 im Ergebnis eines Telefonats der Werkleitung des ESB mit einer Mitarbeiterin des BMI offiziell Kenntnis von der Art des Formfehlers erhalten. Wie bereits mehrfach dargelegt, handelt es sich bei der 1. Stufe des Bundesprogramms nicht um ein förmliches Antragsverfahren, weshalb es auch keine offizielle Ablehnung eines Antrags gibt, der unter Umständen anfechtbar und somit gerichtlich nachprüfbar ist. Der Bund hat beschlossen, weitere 200 Mio. EUR in 2021 für Projekte im Bundesprogramm zur Verfügung zu stellen. Dabei soll auf die Anträge aus dem Projektaufruf 2020 abgestellt werden. Da hierauf insgesamt rd. 1.300 Anträge mit einem finanziellen Gesamtvolumen von 2,8 Mrd. EUR eingegangen sind und dieses nach Aussage der Mitarbeiterin als “hoffnungslos überzeichnet” angesehen werden kann, ist auch im Hinblick auf die beantragte Höhe bei der Sanierung der Eis-halle nicht anzunehmen, dass die seitens der Landeshauptstadt Erfurt angemeldeten Vorhaben trotz der Formfehler aufgegriffen werden. Die vom Bund ausgewählten Projekte erhalten alle maximal einen Zuschuss von 3 Mio. EUR. Gleichwohl wird die Entscheidung über die Projekte schlussendlich “politisch” im Haushalts-ausschuss des Bundes getroffen. Gemäß der Information durch die Mitarbeiterin erhält dieser auch die mit Formfehlern versehenen Projekte zur Kenntnis. Inwieweit hierbei auf eine fehler-hafte Anmeldung zurückgegriffen wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Das Erfurt nach 2016/2017 (Essener Straße) und 2018 (Freibäder Dreienbrunnen und Möbisburg) auch in diesem Aufruf Berücksichtigung findet, ist nicht sehr wahrscheinlich. Es bleibt nur eine erneute Bewerbung in einem neuen Projektaufruf. Mit freundlichen Grüßen A. Bausewein   Nachfragen zur DS 0571/21
  1. Warum konnte die für den Antrag erforderliche Projektskizze samt rechtsverbindlicher Unterschriften nicht bis zum 04.11.2020 nachgereicht werden?
  2. Wessen Unterschrift war im Verhinderungsfall des Oberbürgermeisters erforderlich, um dem Antrag den beschriebenen rechtsverbindlichen Charakter zu verleihen?
  3. Wer koordiniert die Wiedervorlage für solche fristgebundenen Fördermittelanträge?
  4. Der ESB (namentlich Herr Cizek) wurde bereits am 18.02.2021 von Herrn Hose telefonisch über das Vorliegen eines Formfehlers informiert. Was hat der ESB bis zum 25.03.2021 getan, um den Sachverhalt aufzuklären?
  5. Mit welchen Beteiligten hat der ESB zwischen dem 18.02. und 25.03. zu diesem Sachverhalt Kontakt aufgenommen?
  6. Erfolgte eine Übergabe im Rahmen der Neuordnung der Verantwortungsbereiche der Beigeordneten, welche das weitere Vorgehen zu diesem Fördermittelantrag beinhaltete?
  7. Ist Ihnen bekannt, dass im zuständigen Ausschuss des Bundestages die kleine Eishalle auf der Tischvorlage mit allen Anträgen auf Grund des Formfehlers nicht verzeichnet war? Ist Ihnen bekannt, dass im Einzelfall eine Förderung von über 3 Mio. Euro im Rahmen der Förderung des Bundes möglich gewesen wäre?
  8. In der Antwort auf Frage 2 der oben genannten Anfrage sprechen Sie davon, dass mit der Drucksache 2640/18 der Stadtrat 0,7 Millionen Euro als Eigenanteil zur Sanierung der kleinen Eishalle beschlossen hätte. Tatsächlich ist aber die Drucksache 2661/18 beschlossen worden, die einen Eigenanteil von 2,95 Mio. Euro vorsieht. Es handelte sich dabei um einen Änderungsantrag des Oberbürgermeisters zur Drucksache 2640/18. Warum wurden diese Eigenmittel nicht eingestellt?
  9. Wie plant die Stadtverwaltung die Finanzierung der Sanierung der kleinen Eishalle sicherzustellen?

Die Buga-Eröffnung wackelt

Die Buga-Uhr tickt noch…
Inzwischen ist es nur noch gut eine Woche bis zur geplanten Eröffnung der Buga2021. Vor dem Hintergrund der stetig steigenden Inzidenzzahlen – heute auf 197 – wackelt der Termin. Mit der Ankündigung bundeseinheitlicher Regelungen zur Schließung von Zoologischen und Botanischen Gärten ab einer Inzidenz von 100 wäre auch die Buga betroffen. Noch ist unklar ob und wann diese Regelung vom Bundestag getroffen wird. Da zudem der Bundesrat beteiligt werden muss, kann es sein, dass die Entscheidung genau am geplanten Eröffnungstag fallen wird. Bereits fest steht, dass zunächst nur Freiflächen genutzt werden können. Sowohl auf dem Petersberg, als auch das Danakil auf der EGA wird es für Besucher in jedem Fall geschlossene Türen geben. In der gestrigen Hauptausschusssitzung kündigte der Oberbürgermeister an, dass heute der Pandemiestab der Landeshauptstadt entscheiden wird. In jedem Fall drohen der Buga2021 ein Besuchereinbruch und damit der Landeshauptstadt Erfurt in Folge erhebliche Einnahmeverluste.

Haushaltsberatung nun doch mit Anhörung

Ältestenrat und Hauptausschuss
Zwar ist der Haushaltsentwurf der Landeshauptstadt noch nicht bei den Stadträten angekommen, aber immerhin wird schon intensiv über das Verfahren diskutiert. In der heutigen Hauptausschusssitzung wurde festgelegt, dass nun doch Anhörungen zum Haushalt stattfinden sollen. Der Finanzausschuss hatte in der letzten Woche kritisiert, dass die Verwaltung ursprünglich geplant hatte, nur ein schriftliches Anhörungsverfahren zu ermöglichen. Ich begrüße das jetzige Einlenken der Verwaltung ausdrücklich. Das Gestaltungsspiel für die Stadträte wird in diesem Jahr sehr klein sein. Um so wichtiger ist es, geplante Einnahme- und Ausgabepositionen detailliert zu hinterfragen. Der jetzige Kompromiss, dass dies in den Fachausschüssen stattfinden soll, ermöglicht eine Reduzierung des Teilnehmerkreises und wird dem Thema gerecht. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die jeweiligen Sitzungen dann Ende Mai bzw. Anfang Juni in der Thüringenhalle stattfinden. Im Ratssitzungssaal finden seit über einem Jahr nur noch die Hauptausschuss- und Ältestenratssitzungen statt.

Letztes halbwegs normales Wochenende?

Heute durfte wieder einmal die Ducati raus…
Eigentlich ist ja seit mehr als einem Jahr kein Wochenende mehr normal, aber in der kommenden Woche könnte noch einmal eine deutliche Verschärfung eintreten. Nach Medienberichten wollen sich Bund und Länder auf eine bundesgesetzliche Änderung verständigen, die einen generellen Lockdown in Abhängigkeit vom Inzidenzwert verständigen. Da derzeit jedes Bu8ndesland seine eigenen Regeln macht und teilweise dort dann auch noch die Kommunen, ist ein Flickenteppich entstanden. Die Ministerpräsidentenrunde mit der Bundeskanzlerin (von manchen respektlos Teppichhändlerrunde genannt) schafft es nicht, sich auf ein einheitliches Verfahren zu verständigen. Die für morgen geplante Runde wurde deshalb vorsorglich abgesagt. Inzwischen wird darüber spekuliert, dass ein harter Lockdown wohl bis weit in den Mai gehen könnte. Dagegen war dann dieses Wochenende noch weitgehend normal und ich hab es für die erlaubten Aktivitäten genutzt. Mit dem Motorrad war ich auf Tour nach Herbsleben und Molsdorf. In Herbsleben habe ich den ersten Spargel der neuen Saison direkt vom Spargelhof geholt (so will es mein persönliches Spargelgesetz). Eine besondere Herausforderung – zumindest in meinem Alter – habe ich mir für heute aufgehoben. Während sich meine sportlichen Aktivitäten (zumindest wenn sie nichts mit Wassersport zu tun haben) eher auf den Indoorbereich beschränken, ging es heute bei bestem Frühlingswetter raus. Durch den Erfurter Steiger waren viele Läufer unterwegs – für mich war es allerdings eine Premiere. Im Gegensatz zur Familie meines Zwillingsbruders bin ich für längere Läufe eher nicht begabt. Insofern waren die 7km heute was ganz Neues und ich spüre jetzt Muskelgruppen, die ich vom heimischen Crosstrainer eher nicht kenne. Mal sehen, was die neue Woche bringt. Auf alle Fälle erst einmal schlechtes und kaltes Wetter und wohl auch eine Entscheidung, wie es mit den Corona-Regeln weiter geht.

Beratungsverlauf zum Haushalt 2021 diskutiert

Finanzausschuss in der Thüringenhalle…
Immer noch nicht in Sicht, aber immerhin schon Gegenstand der Diskussionen ist der Haushaltsentwurf 2021 in der Landeshauptstadt Erfurt. In der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses in der Thüringenhalle ging es um der Beratungsverlauf zum Haushalt und zugleich um die Frage, warum die Stadtverwaltung Beschlüsse des Stadtrat nicht umsetzt. Im letzten Sommer hatte der Stadtrat einmütig den Beschluss gefasst, dass die Verwaltung spätestens zum Jahresende 2020 einen Haushaltsentwurf 2021 vorlegen solle und zudem schnellstmöglich den Finanzausschuss über Eckpunkte des Entwurfs informieren solle. Beides passierte nicht. Der Haushaltsentwurf wurde vom OB uns seinem Finanzbeigeordneten immer weiter nach hinten geschoben. Erst war der Grund Corona und die Arbeitsbelastung der Verwaltung, dann war es die Ungewissheit über Landeszuschüsse und nun ist es noch die Begründung, dass die Haushalte der Folgejahre unausgeglichen sind.
…und die Vorberatung
Alle drei Begründungen sind ziemlich absurd. Die Thüringer Kommunalordnung verpflichtet die Stadtverwaltung rechtzeitig vor Jahresende den HH vorzulegen. Die Arbeitsbelastung bleibt dabei gleich. Spätestens Mitte Dezember war auch klar wie die Landeszuweisungen ausfallen würden, spätestens da war auch die zweite Ausrede nicht mehr wirksam. Der fehlende Ausgleich der Folgejahre schließlich hat etwas damit zu tun, dass sich die Verwaltung weigert ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen. Nach gestriger Auskunft der Verwaltung war der HH-Entwurf 2021 im Februar fertig, spätestens da hätte die Verwaltung den Stadtratsbeschluss vom letzten Jahr umsetzen und über Eckpunkte informieren können – hat sie aber nicht getan. Warum, blieb gestern offen. Unsere Kritik am bisherigen Verlauf bleibt bestehen. Nun soll der HH-Entwurf in einer Stadtratssondersitzung am 5. Mai eingebracht werden. Die Anhörungen dazu sollen pandemiebedingt entfallen. Lediglich schriftliche Frage zum HH-Entwurf will die Verwaltung beantworten. Ich halte dies als Ausschussvorsitzender für einen nicht akzeptablen Vorgang, den es in den letzten 30 Jahren so noch nicht gegeben hat. Die ordentliche Beratung des HH im Finanzausschuss erfordert es Fragen und Nachfragen stellen zu können. Alles andere wäre eine Farce. Die Mehrheit im Finanzausschuss sah dies gestern ähnlich und so wurde der vorgeschlagenen Beratungsverlauf nicht beschlossen. Stattdessen soll die Verwaltung bis Montag einen Vorschlag vorlegen, wie die sachgerechte Beratung ggf. in einer Online-Sitzung stattfinden könne. Der Hauptausschuss soll dann kommenden Dienstag abschließend dazu entscheiden. Es bleibt spannend…

Politische Bildungsarbeit

Unsere aktuelle Ausgabe
Politische Bildungsarbeit ist immer wichtig – gerade auch in Corona-Zeiten. Verschwörungstheorien auf der einen Seite und fehlende Präsenzveranstaltungen in der Fläche Thüringens erschweren auch das Geschäft für die Landeszentrale für politische Bildung in Thüringen. Der einzig positive Effekt ist, dass wir in der LZT das Umstellen auf Online Formate in den letzten Monaten deutlich beschleunigen konnten. Neben den sozialen Medien und unserer neuen Homepage haben wir mit Podcast- und Videoproduktionen den veränderten Bedarfen Rechnung getragen. Seit Beginn des Jahres gehört nun auch ein Newsletter dazu, der eigentlich im monatlichen Rhythmus erscheinen sollte. Heute habe ich aber nun schon die Ausgabe 6/2021 versenden können. Schwerpunkte der aktuellen Ausgabe sind gleich drei Jahrestage in der kommenden Woche. Vor 60 Jahren flog Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall. Vor 76 Jahren wurden die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora befreit. Und vor 40 starb Matthias Domaschk im Stasi-Knast in Gera. Der Newsletter ist natürlich auch über unsere Homepage online verfügbar. Noch besser aber ist es, sich für den Newsletter via E-Mail auf der Homepage der LZT registrieren zu lassen. Dazu reicht es die E-Mail-Adresse einzutragen und die Bestätigungsmail anzuklicken.

Gedenken am Yom Hashoah

Yad Vashem
Heute um 10 Uhr wird in Israel wieder für zwei Minuten das öffentliche Leben stillstehen. Autos werden auf der Straße stehen bleiben und Sirenen werden im ganzen Land heulen. Dabei wird am heutigen Yom Hashoah der über sechs Millionen ermordeten Juden gedacht. Der Jom haScho’a (Yom Hashoah) oder Jom haZikaron laScho’a weLaGwura (hebräisch יום הזיכרון לשואה ולגבורה, „Tag des Gedenkens an Holocaust und Heldentum“) ist in Israel ein gesetzlicher Feiertag. Bei meinen vielen Reisen nach Israel mit der Jungen Union, der Landeszentrale für politische Bildung oder privat mit der Familie waren wir jedes Mal in Yad Vashem, der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. Das Gedenken und die Mahnung bleibt eine fortwährende Verpflichtung – nicht nur am heutigen Yom Hasoah.  

“Tag des Sports” in Corona-Zeiten

Getrübte Aussichten
Leider weitgehend ohne sportliche Aktivitäten findet der heutige Welttag des Sports statt. Der Tag wurde 2013 von der Generalversammlung der UN ausgewählt, weil am 6. April 1896 die ersten Olympischen Sommerspiele der Neuzeit in Athen eröffnet worden waren. Bereits im vergangenen Jahr fiel die Aktivitäten zum Tag des Sports Corona zum Opfer und auch in diesem Jahr sind sportliche Aktivitäten außer im Profisport kaum möglich. Insbesondere im Nachwuchs- und Breitensport sind nun ein Jahr nach dem ersten Lockdown auch die Auswirkungen spürbar. Die Sportvereine kommen inzwischen finanziell an ihre Grenzen. Übungsleiter und Trainer gehen verloren und der Mitgliedeschwund macht sich bemerkbar. Mit 6 – 10 Prozent beziffert der Landessportbund die Mitgliederverluste und auch bei uns im verein dem SWE Volley-Team bestätigt sich dies. Nahezu ein ganzer Jahrgang fehlt uns, weil Sportlerinnen die ausscheiden, nicht durch junge Nachwuchstalente ersetzt werden. Mangels Trainingsangeboten machen auch aufwendige Werbekampagnen wenig Sinn. Bemerkbar macht sich der Mangel an sportlichen Aktivitäten auch auf der Waage und damit perspektivisch auch mit gesundheitlichen Problemen. Wenn ich persönlich auf das letzte Jahr zurückblicke, wage ich mir gar nicht auszumalen, was ohne den Crosstrainer im Dachgeschoss meiner Wohnung passiert wäre. Der Sportpark Johannesplatz, in dem ich nun schon seit 22 Jahren ein Fitness-Abo habe, musste in den zurückliegenden 12 Monaten 8 Monate schließen. Auch die Squash, Badminton und Tennis-Runden des letzten Jahres kann ich an zwei Händen abzählen. Lediglich die Wakeboard-Aktivitäten haben letztes Jahr in den Sommermonaten funktioniert – allerdings auch nur, weil die Urlaube auf der Insel Rügen, in Frankreich und Kroatien in den jeweiligen coronafreien Zeitfenstern funktioniert haben. Im Ergebnis des Jahres und der Weihnachtstage hatte ich bis zum Jahresbeginn immerhin 8 kg zugelegt. Allerdings sind es seit dem durch den konsequenten täglichen halbstündigen Einsatz auf dem Crosstrainer auch wieder fünf kg weniger geworden und bis zum Start der Wakeboard- bzw. der Badehosensaison soll es wieder eine Nullbilanz sein 😉  

Neuer Papiertiger

Theoretisch…
Pünktlich zum 1. April unterschrieb der Oberbürgermeister die neue Allgemeinverfügung der Landeshauptstadt Erfurt. Die dabei bestehenden Änderungen bezogern sich auf Anpassungen, die sich aus der Zusammenführung der 2. ThürSARS-CoV-2-IfS-GrundVO und der 3. ThürSARS-CoV-2-SonderEindMaßnVO des Landes vom 31.03.2021 ergaben. Nach Aussage der Stadtverwaltung war auch “ein Nachschärfen hinsichtlich der Verpflichtung zur Verwendung einer qualifizierten Gesichtsmaske mindestens in Form einer FFP2-Schutzmaske (analog der körpernahen Dienstleistungen) gegenüber Ärzten und Therapeuten sowie deren Personal von Nöten”. Neu ist auch, dass sind die Tagespflegeeinrichtungen geschlossen werden sollen. Nach § 30 Abs. 9 Satz 2 der derzeitigen Verordnung wird ab einer Überschreitung des Wertes der Sieben-Tage-lnzidenz von 150 die Schließung der Tagespflegeeinrichtung empfohlen. Von dieser Empfehlung wird in Anbetracht der derzeitigen Infektionslage Gebrauch gemacht – allerdings ist über die Ostertage der Inzidenzwert auch durch reduzierte Tests wieder gesunken. Soweit zur aktuellen rechtlichen Situation. Tatsächlich sah es aber in der Erfurter Innenstadt keineswegs am Osterwochenende so aus, als ob wir Einschränkungen hätten. Auf den Plätzen der Stadt war (zumindest solange das Wetter gut war) ein ziemliches Gewussel. Die Maskenpflicht wird nur in Supermärkten und im ÖPNV ernst genommen. Auf Spielplätzen und in Parks war Betrieb, als ob Corona schon vorbei wäre. Da es ganz offensichtlich auch keinerlei Kontrollen oder Sanktionen seitens des Ordnungsamtes mehr dazu gibt, reduziert sich das Problembewusstsein der Menschen erheblich. Ich bin gespannt, was der Bund und die Länder in den nächsten Tagen für eine Richtung vorgeben. Der Impfstart in den Hausarztpraxen könnte erheblich zur Entlastung beitragen – wenn es genügend Impfstoffe gibt. Nach Aussagen des Bundesgesundheitsministers wird die aber wohl erst ab Ende April mit wöchentlich rund 3 Millionen Impfdosen der Falls sein. Bis dahin soll auch die neue Allgemeinverfügung der Stadt Erfurt gelten.