Blogeinträge

Neue Beratungsstelle bei pro familia

pro-familiaDer Beratungsbedarf für Familien in Erfurt steigt stetig. Als vor drei Jahren die Beratungsstelle der AWO geschlossen wurde, dachte die Verwaltung noch, dass rückgehende Bevölkerungszahlen in der Landeshauptstadt anstehen würden. Heute wissen wir, dass nicht nur die Einwohnerzahl, sondern auch die Zahl der Alleinerziehenden und der Beratungsbedarf steigen. Folgerichtig hat daher der Erfurter Stadtrat im letzten Sommer eine Aufstockung der Personalkapazitäten beschlossen. Allerdings sind es jetzt mit 7 VbE immernoch eine weniger, als zu den Zeiten, wo es mit pro familia, der Evangelischen Beratungsstelle , der Caritas und der AWO mehr  Beratungstellen gab. Seit 1. März gibt es nun wieder 8erfreulicherweise) eine Beratungsstellen mehr. Pro familia eröffnete am 1. März eine Zweigstelle in der Magdeburger Allee 140 und heute war die offizielle Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür. pro-familia-2Da ich seit vielen Jahren mit der Geschäftsführerin von pro familia Elke Lieback in den Fragen des Kinder- und Jugendschutzes zusammenarbeite, habe ich mich über die Einladung sehr gefreut. Mit dem Stützpunkt im Norden der Stadt geht der Träger auf die betroffenen Familien zu und versucht das niedrigschwellige Angebot näher zu den Menschen zu bringen. Der Bedarf steigt kontinuierlich erläuterte Teamleiterin Astrid Wabra den Gästen. Neben den klassischen Feldern einer Erziehungsberatungsstelle widmet sich pro famlia im Norden der Stadt auch der Gruppenarbeit mit Kindern und Eltern. Trennungs- und Scheidungsberatung sowie allgemeine soziale Beratung findet auch weiterhin am alten Standort in der Melanchtonstraße statt. Eine erfolgreiche Arbeit der neuen Außenstelle und den Mitarbeitern! Ich werde sowohl bei der Diakonie in der Schillerstraße, als auch bei pro familia in den nächsten Wochen zu Gesprächen zu Gast sein.

Gedenken in Erfurt

Gedenken (2)Heute vor 70 Jahren begann die Deportation der Erfurter Juden nach Belzyce und später in die Vernichtungslager. Um 7.40 Uhr am 9. Mai 1942 wurden 101 Erfurterinnen und Erfurter von der Gestapo gezwungen nach Weimar zu fahren. Am 10. Mai 1942 wurden von dort 513 Männer, Frauen und Kinder aus Thüringen zusammen mit Juden aus Sachsen in ein Ghetto nach Belzyce. Fast alle von ihnen wurden im KZ Majdanek oder anderen Vernichtungslagern ermodert. Viele Erfurterinnen und Erfurter gedachten heute ihrer ehemaligen Mitbürger an dem Ort auf dem Erfurter Hauptbahnhof, wo seit 1992 eine Tafel mahnt und erinnert. Der 9. und der 10. Mai 1992 markieren den Beginn der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Morgen wird dazu eine Gedenkveranstaltung im Thüringer Landtag statt. Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland a.D., wird die Gedenkrede halten. Heute haben der Oberbürgermeister und die Stadtratsfraktionen Kränze am Aufgang zu den Gleisen 3-8 am Erfurter Hauptbahnhof niedergelegt. In der Bahnhofshalle wurden von 6 bis 8 Uhr Handzettel verteilt und an jeden der 101 deportierten Erfurterinnen und Erfurter erinnerte eine Blume mit dem Namen.

Bevölkerungsprognose für Erfurt und Thüringen

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Im Land liegen die Zahlen auf dem Tisch
Der demografische Wandel führt in Thüringen zu erheblichen Verschiebungen auf der (Bevölkerungs)- Landkarte. Insgesamt werden wir weniger Thüringerinnen und Thüringer, wir werde älter und es erfolgt eine Konzentration in den Ballungszentren entlang der Autobahn A4. Welche Auswirkungen dies hat und wie man eventuell gegensteuern kann, beschäftigt die Politik. Am heutigen Abend hat dazu der Präsident des Landesamtes für Statistik Günter Krombholz die neuesten Erkenntnisse zum demografischen Wandel und zum Generationenverhältnis in der Reihe Erfurter Vorträge in der Bildungsstätte St. Martin vorgestellt. Die Zahlen stehen schon fest und haben länger zurückreichende Ursachen. Die Entwicklung der letzten 20 Jahre ist dafür maßgeblich. Die Schlüsselzahl 10/7/4 drückt aus wo die Probleme beginnen. 10 Elternteile des Jahrgangs 1970 haben 7 Kinder und 4 Enkelkinder. Um die Reproduktion zu sichern müsste sie 10/12/15 lauten. Zwar hat sich der Bevölkerungsrückgang verlangsamt weil die Anwanderung zurück geht, aber wir müssen die Entwicklung hin zu nur noch rund 1,9 Millionen Thüringerinnen und Thüringern wohl akzeptieren – um es wieder aufzuholen benötigten wir eine Geburtenquote von 4,6 – es sind hingegen nur 1,38. Es waren einmal in Thüringen 2,6 Millionen im Jahr 1990 und sind heute rund 2,2 Millionen, davon 144.514 durch Wanderungsverluste sowie 220.208 durch das Geburtendefizit. Das Durchschnittsalter ist von 37,9 Jahren auf 46,0 Jahren gestiegen und wird weiter steigen. Wichtig sind diese Zahlen der Bevölkerungsprognosen für die politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen der nächsten Jahre. In Erfurt arbeiten einige Ämter immernoch mit den alten Zahlen, die einen Schrumpfungsprozess prognostizieren. Günter Krombholz sagte heute deutlich, dass es dafür keinen Grund gibt. Seit Jahren würde das Landesamt für Statistik aktualisierte Zahlen haben – erstaunlicherweise werden diese in der Stadt Erfurt noch nicht übernommen. Im Jahr 2011 sollte es bereits eine aktualisierte Bevölkerungsprognose geben. Bis jetzt liegt diese nicht vor und wurde nun vom Oberbürgermeister für den Herbst 2012 in Aussicht gestellt. Ich bin gespannt, wann wir endlich aktuelle belastbare Zahlen für die Landeshauptstadt bekommen. Kita-Planung, Schulnetzplanung, Wohnungsprognosen – alles hängt letztlich davon ab. Im Hauptausschuss am Dienstag und im Stadtrat am Mittwoch werden wir dazu diskutieren. Das Landesamt für Statistik prognostiziert übrigens für 2020 eine Einwohnerzahl in Erfurt von 206.027, also 1,1 Prozent Steigerung zu 2009.

Durchwachsenes Wochenende

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Beim TLEVK im Waldhaus
Im Rückblick am Sonntag Abend gilt dies ausdrücklich für das ganze Wochenende und nicht nur für das Wetter. Am Freitag und am Samstag ging das Wochenende ja Wettermäßig gut los. Freitag glühte der Grill auf der Terrasse. Zur letzten großen Party des Thüringer Landeselterenvertretung Kindertagesstätten (TLEVK) konnte ich am Samstag Vormittag noch mit dem Motorrad fahren – ab da regnete es fast das ganze restliche Wochenende. Beim TLEVK waren viele Politiker vertreten die die Arbeit in den letzten Jahren begleitet haben. Bettina Löbl, die Vorsitzende des TLEVK, wies aber auch gleich zu Beginn darauf hin, dass neben aktiven Unterstützern der Jahre auch streitbare Begleiter eingeladen waren. Die beiden Minister Heike Taubert und Christoph Matschie gehörten wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Höhn und Staatssekretär Prof. Merten zu den aktiven Unterstützern des Volksbegehrens – ich gehörte eher zu den Kritikern. Allerdings habe ich immer den Dialog gesucht und mit dem TLEVK überlegt welche Verbesserungen notwendig sind und in welchen Schritten sie machbar sind. In zahlreichen Veranstaltungen haben wir dies diskutiert und deshalb bin ich auch gestern gerne ins Waldhaus gefahren. Übergeben wurde von Heike Taubert der Förderpreis “Best Practice – Die Kita auf dem Weg zum Eltern-Kind-Zentrum” an drei Kitas. Zudem erfolgte die feierliche Übergabe der Amtsgeschäfte des TLEVK  an die neue Kita-Landesvertretung. Mit dem neuen Kiat-Gesetz gibt es dafür nun die rechtliche Basis. Auch in Zukunft ist damit die Weiterarbeit im Interesse der Kita-Eltern gesichert.  Im Anschluss folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema “Inklusion und Barrierefreiheit in Erfurt” Anlässlich des Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung diskutierten wir im Schauplatz am Dom. Sehr schnell waren wir beim Thema Inklusion und Bildung und damit auch bei den Förderschulen. Überrascht hat mich dabei mit welcher Deutlichkeit Staatssekretär Prof. Merten gegen die Förderschulen argumentierte. Ich bin auch der Auffassung, dass wir derzeit eine zu hohe Quote an Förderschülern haben – aber ich denke, dass die Förderschulen trotzdem ihre Berechtigung haben. In Erfurt gibt es derzeit keine Grundschule und keine Regelschule die barrierearm ist. Lediglich die KGS und die IGS sowie vier Gymansien sind es. Zudem ist an kaum einer Schule die Fachlichkeit gegeben um die individuellen Förderbedarfe sicherzustellen. Ich bleibe dabei: Inklusion ist das Ziel, aber der Weg dahin ist noch sehr weit.
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Sieg im Regen für RWE
Weit wird offensichtlich auch der Weg für RWE zur 2. Bundesliga. Im strömenden Regen gewann Erfurt das letzte Heimspiel der Saison (wir waren mehr als froh, trocken auf der Tribüne zu sitzen – viele andere der 6439 Zuschauer wurden sacknass) mit 4:0 gegen Oberhausen. Der angestrebte 4. Tabellenplatz war trotzdem futsch, weil Heidenheim gewann. Somit fehlt das Geld aus dem DFB-Pokal schmerzlich. Da zahlreiche Spieler verabschiedet wurden und wohl nur relativ wenig Neuverpflichtungen möglich sind, bin ich auf das Saisonziel 2012/2013 neugierig. Heute verhinderte das Wetter dann gleich jegliche Outdoor-Aktivitäten. Nach einem langen Brunch ging es mit der Familie zum Badminton und in die Sauna und danach am Abend Wahlergebnisse im Fernsehen und Internet ansehen. Ein kurzes Fazit: Die Wahlen in Frankreich und Griechenland werden uns erheblich beschäftigen – mehr jedenfalls als die mediale Wahrnehmung heute Abend. Da drehte sich alles um Schleswig-Holstein. Schwierige Mehrheitsverhältnisse lassen wenig stabile Koalitionskonstellationen zu. Die CDU ist zwar stärkste Partei, aber hat verloren, die Piraten haben zwar deutlich gewonnen, aber werden kaum Einfluss haben und die Linken sind raus. Wenigstens eine gute Nachricht aus dem Norden… In Thüringen kam es knüppeldick. Bei den Stichwahlen hat die CDU klar verloren. Lediglich ein CDU-Landrat waren in den Stichwahlen erfolgreich in Sömmerda und Klaus Zeh wurde Bürgermeister in Nordhausen. In Gera gewann die parteilose Viola Hahn mit CDU-Untertützung als Oberbürgermeisterin. Ansonsten gewann die Linke die meisten Landratsämter und partizipierte somit von den rot-roten Wahlbündnissen. Die SPD eher weniger, sie hielt die Gesamtzahl ihrer Landräte/OBs mit dem Zugewinn in Schmalkalden-Meiningen und im Kyffhäuserkreis aber musste in Altenburg und Gera zwei Amtsinhaber streichen. Thüringen ist zweifellos nach links gerückt.

Projektstart in Tambach-Dietharz

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Mit Landrat Konrad Gießmann
Zu einem erfreulichen Termin war ich heute in Tambach-Dietharz zu Besuch. Das Diakoniewerk Josias Löffler legte in Anwesenheit vieler Gäste den Grundstein für die Seniorensiedlung in Tambach-Dietharz. Bis zum August 2013 sollen dort 8 Wohnungen, 12 Tagespflegeplätze und 48 Pflegeheimplätze entstehen. Die Pflegeheimplätze sollen in einer Heimeinrichtung der 4. Generation, also mit einem Wohngruppenkonzept, Platz finden. Immerhin 4,9 Millionen werden dort insgesamt investiert, wobei das Pflegeheim mit 3,7 Millionen am kostenintensivsten ist. Der Bedarf an seniorengerechtem Wohnraum ist definitiv in Tambach-Dietharz vorhanden. Der noch amtierende Bürgermeister von Tambach-Dietharz Harald Wrona erläuterte die Entstehungsgeschichte der Seniorensiedlung. Mehrere Träger hatten sich an dem Konzept bereits versucht, bevor die Diakonie an die Umsetzung ging. Neben dem Landrat Konrad Gießmann, hielt auch Bundestagsabgeordneter Tankred Schipanski ein Grußwort. Bei meinem Grußwort habe ich sowohl auf die Altersentwicklung in Thüringen, als auch auf den Bedarf im Pflegebereich und bei seniorengerechtem Wohnraum hingewiesen.
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Architekt Jörg Lammert
Das Durchschnittsalter der Thüringerinnen und Thüringer ist in den letzten 20 Jahren um sechs Jahre angestiegen. Männer können mit einem Durchschnittsalter von 76,4 Jahren und Frauen 82,2 Jahren rechnen. Sie wollen auch im Alter am liebsten im heimischen Umfeld leben. Wenn dies aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geht, ist der nächste Wunsch im sozialen Nahraum zu bleiben , also im Ort, um weiter den Kontakt zu ihnen vertrauten Menschen halten zu können. Mit dem Architekten des ausführenden Planungsbüros Jörg Lammert hatte ich im Anschluss an die Grundsteinlegung ein interessantes Gespräch zum Thema. Seit vielen Jahren hat das Planungsbüro Erfahrungen bei Bauprojekten mit sozialem Hintergrund von Pflegeheimen bis zu Seniorenbüros. Ein Schwerpunkt sind Konzepte für Demenzkranke – zweifellos ein Bereich, der in den nächsten Jahren noch viel stärker in den Blickpunkt gerät. Gerade erst vor einer Woche war ich bei der Einweihung des Pflegeheims am Geizenberg in Waltershausen dabei, in dem ausschließlich Demenzkranke Seniorinnen und Senioren betreut werden.
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Im Gespräch mit Marion Werner im Kinderhospiz
Bevor es auf die Rückfahrt nach Erfurt ging, habe ich noch im Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland vorbei geschaut. Bei der großen Eröffnung mit über 1.500 Gästen blieb leider wenig Zeit hinter die Kulissen zu blicken. Die stellvertretende Vorsitzende und Hausleiterin Marion Werner erläuterte sowohl die Rahemenbedingungen, als auch die ersten Eindrücke der Familien, die seit der Eröffnung zu Gast waren. Das Haus ist ein guter Ort geworden, um den Familien mit lebensbegrenzt erkrankten Kindern die notwendige Auszeit zu geben.

Seniorenmitwirkungsgesetz vom Thüringer Landtag beschlossen

LandtagMit den Stimmen der CDU/SPD-Koalition wurde heute das Thüringer Seniorenmitwirkungsgesetz (ThürSenMitwG) vom Landtag beschlossen. Zweifellos ein gutes und wichtiges Signal, gerade auch im Europäischen Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generatioen. Der Diskussionsprozess zu diesem Gesetz zieht sich nun schon dreieinhalb Jahre und bis zuletzt war der zentrale Streitpunkt wie verpflichtend das Gesetz werden soll. Im Dezember 2008 brachte die Linke einen Gesetzwntwurf zur “Stärkung der Interessenvertretung von Seniorinnen und Senioren in Thüringen” in den Landtag ein. Nach Beratungen im Sozialausschuss und Anhörungen fiel der Gesetzentwurf mit der Neuwahl des Landtags der Diskontinuität anheim und wurde in den neugewählten Landtag im Februar 2010 als Seniorenmitbestimmungsgesetz wieder eingebracht. Im zuständigen Ausschuss war das Gesetz dann lange “geparkt”, bis die Landesregierung im Januar 2012 einen eigenen Gestzentwurf als Seniorenmitwirkungsgesetz einbrachte. Beide Gesetze wollen mehr Mitwirkung und Förderung – allerdings sollen sie nach dem Gesetzentwurf der Linken verbindlich berücksichtigt werden. Bei der Landesregierung sind Senioren alle, die älter als 60 Jahre sind bei den Linken schon ab 55. Die Landesregierung regt die Bildung von Seniorenbeiräten an – die Linke will diese verpflichtend für alle kreisfreien Städte und Landkreise und eine verbindliche Einbeziehung bei allen Entscheidungen und zudem müssen Seniorenbüros eingerichtet werden. Die Arbeit des Landesseniorenrates wird in beiden Gesetzen geregelt – allerdings ist bei der Landesregierung auch der Beauftragte für das Zusammenleben der Generationen als beratendes Mitglied vorgesehen. Bei der mündlichen Anhörung zu den Gesetzentwürfen gab es Kritik von beiden Seiten. Insbesondere die kommunalen Spitzenverbände hielten beide Gesetzentwürfe für entbehrlich, weil sie keine neuen Verpflichtungen für die Kommunen und vor allem keine zusätzlichen Kosten wollen. Vielen Seniorenverbänden ging hingegen der Gesetzentwurf der Landesregierung nicht weit genug. Diese Argumentationsgegensätze zogen sich heute durch die Plenumsdebatte. So war die Rede davon das Gesetz “schadet nicht – hilft auch nichts” (Linke), die FDP nannte das Gesetz ein “normiertes Feigenblatt” und die CDU verwies auf gute Erfahrungen mit den 36 bestehenden Seniorenbeiräten. Ich begrüße es, dass das Seniorenmitwirkungsgesetz heute verabschiedet wurde. Ich hätte mir mehr gewünscht, auch mehr Verbindlichkeit, aber ich weiss um die Schwierigkeiten von Koalitionsgesetzesprojekten. Das ThürSenMitwG ist ein gutes Zeichen im Europäischen Jahr – es mit Leben zu füllen, ist jetzt eine Herausforderung für die Landes- und Kommunalpolitik, aber vor allem auch für die Seniorinnen und Senioren, die sich engagieren wollen!

Grundstein für die “Kleinen Europäer”

Kita CJD (2)Während im Erfurter Stadtrat und im Jugendhilfeausschuß derzeit über die Kita-Bedarfsplanung 2012/2013 diskutiert wird, gab es heute einen erfeulichen Lichtblick für die Kita-Situation. Das CJD feierte die Grundsteinlegung für die neue Kita der “Kleinen Europäer”. In der Warschauer Straße entsteht eine integrative Kita für 100 Kinder. Für 20 Kinder unter 3 Jahren und 50 Kinder mit Förderbedarf wird dabei großzügig Platz geschaffen. Seit 2007 wird die neue Kita geplant und nun endlich für rund 3 Millionen Euro gebaut. Der alte Bau in der Berliner Straße befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand und hat als Kita leider keine Zukunft mehr, obwohl die Plätze gebraucht würden. Unser Oberbürgermeister kündigte heute an, dass (dieses Mal nun wirklich) alle Kitas bis 2014 saniert sein sollen. Zugleich steigt aber der Bedarf an Plätzen. Den Rechtsanspruch für alle Kinder ab dem 1. Geburtstag soll ab dem 1. August 2013 – also zum letztmöglichen Zeitpunkt des KitaG – umgesetzt werden. Kita CJDVerschwiegen wird dabei stets ganz gerne, dass es bereits jetzt einen uneingeschränkten Rechtsanspruch für Kinder ab dem 2. Geburtstag und einen eingeschränkten (wenn beide Eltern berufstätig, Ausbildung oder Studium bzw. Alleinerziehend und Arbeitssuchend) für alle Kinder darunter gibt. Zahlreiche Nachfragen in den Kitas belegen, dass derzeit schlichtweg Kita-Plätze in Erfurt fehlen und Eltern erst nach längerer Wartezeit einen Platz finden. Ein weiteres Problem nimmt in Erfurt kontinuierlich zu. Inzwischen fehlen immer mehr Erzieherinnen. Herr Stellmacher, Leiter des CJD Erfurt, sate mir heute, dass allein beim CJD derzeit allein fünf Erzieherstellen in Vollzeit unbesetzt sind. Gleiches habe ich in den vergangenen Wochen von mehreren Trägern gehört, die zum Teil selbst für Leiterinnenstellen nur schwer geeignetes Personal finden.

Tag der Arbeit – Heute ist arbeitsfrei…

Walpurgisnacht (44)…aber dafür mit ganz viel Zeit für die Familie! Gestern Abend beim Maibausetzen auf dem Domplatz hat mein ältester Sohn die Stimmung mit Tympanus Forte angeheizt, bevor das Maifeuer den Domplatz erleuchtete und erwärmte. Heute Vormittag wurde die Bühne schon wieder genutzt für den ökumenischen Bikergottesdienst. Die 13. Bikerausfahrt führte rund 1.000 Motorradfahrer von Erfurt nach Sonneberg. Zum dritten Mal war ich mit meinem Sohn dabei, dieses Mal leider aber nicht die ganze Strecke, weil wir am Mittag einen Infostand auf dem Fischmarkt hatten. Während Linke und SPD-Genossen auf dem Anger Fahnen schwenkten, haben wir das Gespräch mit den Bürgern gesucht. Am Nachmittag folgte der Maisprung des Thüringer Folklore Ensembles auf dem Petersberg. Drei Stunden Programm mit allen Tanzgruppen des TFE begeisterten das Publikum.

Second place is the first loser…

SWE-Grimma (19)… und natürlich wollten wir mehr! Gestern Abend stand das Finalspiel um die Volleyballmeisterschaft der 2. Bundesliga an. Der letzten Sommer festgelegete Spielplan brachte zum Finale das direkte Aufeinandertreffen der beiden Spitzenreiter und die Konstellation war klar: Gewinnt unser SWE Volley-Team gegen den Tabellenführer Grimma mit 3:0 sind wir Meister, bei jedem anderen Ergebnis Grimma. Vor dem Spiel habe ich dem Trainer und unserem Team mit auf den Weg gegeben, dass der 2. Platz immer Mist ist, wenn man mehr erreichen kann und will habe ich ja letzte Woche gerade selbst erlebt 😉 Es war gestern Abend alles drin, aber beim Stand von 21:18 im ersten Satz wackelten die Nerven bei unseren Mädels. Grimma gewann den ersten Satz und damit die Meisterschaft. Der zweite Satz ging mit 25:16 an uns, der dritte wieder an Grimma und schließlich auch der vierte mit 24:26. Schade, es hat nicht sollen sein. Aber unsere Fans feierten ihr Team dennoch begeistert. 860 Zuschauer in der Halle hatten einen würdigen Saisonabschluß einer tollen Spielzeit erlebt. Glückwunsch nach Grimma – aber auch Glückwunsch an unser Team!
Volleyball
Elena war schon im Erstligateam 2003/2004 Kapitän (Jahreskalender Vernetzungen)
Ich bin stolz auf unser Team und dankbar für die Leistung von Trainer und Mannschaft. Vor Saisonbeginn wären wir mit dem Ergebnis Vizemeister hoch glücklich gewesen und wir sind es auch jetzt! Wehmut kam gestern dennoch nach dem Spiel auf. Wir mussten leider Elena Messer, unseren langjährigen Kapitän verabschieden. Nach 16 Jahren in unserem Verein ging Elena von Bord, um sich ins Privatleben zurückzuziehen. Sie beendete damit eine tolle sportliche Karriere. Als ich vor 12 Jahren in den Vereinsvorstand kam, war Elena schon Leistungsträgerin. In den nun neun Jahren meiner Präsidentschaftszeit sind wir zwei Mal in die 1. Bundesliag mit Elena aufgestiegen und Zweitligameister geworden. Elena blieb ihrem Verein, früher Braugold Erfurt, heute dem SWE Volley-Team, immer treu. Sie war und ist eine Vorbildsportlerin. In ihrer ersten Saison in der 1. Liga verletzte sie sich mit einem Kreuzbandriss im ersten Spiel gegen Suhl – aber sie kämpfte sich in der Saison noch zurück ins Team und wieder an die Spitze. Eine riesengroßes Dankeschön und alles Gute für Elma – du wirst uns fehlen im Team! Bilder vom Spiel

Bessere Bedingungen für Jung und Alt

GeizenbergIn den letzten beiden Tagen war ich zu Besuch in zwei Einrichtungen, in denen sich sich Lebensbedingungen für Ältere und Jüngere sehr verändert und vor allem verbessert haben. In Waltershausen wurde am Freitag am Geizenberg der Pflegestift der Diakonie nach umfänglichen Aus- und Umbauarbeiten übergeben. Für 1,8 Millionen wurde die das alte Krankenhaus umgebaut und bietet nun den 35 demenzkranken Bewohnern, ebenso wie den Pflegerinnen gute Bedingungen. Sehr gerne habe ich dort ein Grußwort gehalten und mir die Einrichtung genau angesehen. Vor einigen Jahren hatte ich dort ein einwöchiges Pflegepraktikum absoviert. Die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger verdient zweifellos mehr Wertschätzung. Die Verebsserung der Arbeitsbedingungen, aber auch die gesellschaftliche Anerkennung gehören dazu. Der Landrat von Gotha und der Bürgermeister von Waltershausen waren ebenfalls zur Eröffung gekommen. Politisch bleibt die Aufgabe die Pflegebingungen für die 77.000 Pflegebedürftigen in Thüringen weiter zu verbessern. Über 23.000 stationäre Pflegeheimplätze gibt es derzeit. Im Gespräch mit dem Geschäftsführer Thomas Gurski wurde deutlich, dass sich die Fachkräftebereitstellung in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert. Die einst eingeführte Ausbildungsumlage belastet die Träger und letztlich die Bewohner zusätzlich. Die Einlösung des politischen Versprechens sie zurückzunehmen, wenn die Ausbildungssituation deutlich schlechter wird steht noch aus. Sollte sich ein Fachkräftenotstand ergeben, wäre dies das erste Instrument um gegenzusteuern. Nohra (6)Über Fachkräfte habe ich gestern auch im Montessori Kinderhaus “Nohraer Spatzen” des IFAP e.V. und der Montessori Intergrationsschule “Theodor Hellbrügge” der Aktion Sonnenschein Thüringen e.V.  beim Tag der offenen Tür diskutiert. Die über 100 Plätze der Kita (davon 28 für Kinder unter 3 Jahren) sind restlos ausgelastet. Noch gibt es dort auch ausreichend gut ausgebildete Erzieherinnen. Sie finden in Nohra ein optimales Arbeitsumfeld und, dies wurde gestern deutlich, der ganze Ort steht hinter seiner Kita und Schule. Das neue KitaG hat den Betreuungsschlüssel deutlich verbessert. Allerdings gibt es Regulierungsbedarf bei der Kostenübernahme von sogenannten Gastkindern. Das Wunsch- und Wahlrecht ermöglicht es Eltern ihre Kinder auch außerhalb der Wohnsichtgemeinde betreuen zu lassen. Allerdings trägt die entsendende Kommune nur 70 Prozent der durchschnittlichen Kosten des Vorjahres. Hier gibt es noch Hausaufgaben! Am heutigen Sonntag ist der Tag der Solidarität zwischen den Generationen – in Thüringen werden die Rahmenbedingungen dafür kontinuierlich verbessert. Es bleibt aber die Herausforderung dies auch stärker in den Köpfen zu verankern. In Nohra habe ich gestern Absprachen zu Projekten getroffen, die es älteren Menschen möglich macht sich in Kindereinrichtungen und Schulen aktiv einzubringen.