Fachkräftesicherung durch familienfreundliche Arbeitswelt?

Kita Glückskäfer
Viele 1. Spatenstiche...
Auf große Resonanz stieß das Thema bei der heutigen Fachtagung im Bildungszentrum der Erfurter Handwerkskammer. Wenngleich sich die meisten Unternehmen derzeit eher mit Fachkräftegewinnung herumschlagen, gehört es doch im zweiten Schritt dazu ein familienfreundliches Arbeitsumfeld zu schaffen. Gute Betruungsmöglichkeiten als Basis, flexible Arbeitszeitgestaltung und vor allem gesellschaftliche Akzeptanz für das Thema Familie, sind dafür elementar. Im europäischen Vergleich hat Deutschland heir noch einiges aufzuholen. Bei einem Punkt sind wir aber in Thüringen im deutschen Maßstab unzweifelhaft an der Spitze. Wir haben in Thüringen für 45 Prozent der unter 3jährigen Kinder und für 95 Prozent der 3-6jährigen eine Ganztagsbetreuungsplatz.
Kita Glückskäfer (4)
...für den Kita-Neubau
In der Landeshauptstadt Erfurt übersteigt allerdings die Anfrage derzeit deutlich das Angebot. Rund 7.700 Ganztagsplätze sind rund 400 zuwenig.  Damit sich das bessert, fand heute Nachmittag der 1. Spatenstich für den Neubau der Kita Glückskäfer in Alach statt. Statt derzeit 33 Kita-Plätzen sollen es nach der Fertigstellung des Neubaus 80 Plätze (davon 15 für Kleinstkinder) geben. Bis August 2012 soll die rnd 2 Mio. Euro teure Einrichtung fertig werden. Nachdem ich die Diskussion um den Neubau fast sechs Jahre lang begleitet habe, war der heutige 1. Spatenstich ein Anlaß der Freude. Was lange währt…
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Der neue Spielplatz in Alach
Vor zwei Jahren habe ich bei den Glückskäfern in Alach ein Praktikum genacht. Die damaligen Kita-Kinder werden leider nicht mehr in den Neubau mit einziehen können. Aber auch für die größeren Kinder Alachs gab es heute ein Trostpflaster. Der Spielplatznebau neben der Kita wurde heute vom Oberbürgermeister und vom Ortsteilbürgermeister offiziell eingeweiht. Elternvertreterinnen der Kita nutzten noch einmal die Chance den Oberbürgermeister ihre kritischen Anmerkungen zur neuen Kita-Gebührensatzung mitzuteilen. Für zahlreiche Eltern birgt die neue Satzung Gebührenerhöhungen. Aber dies ist ein neues Thema und wird uns in der nächsten Woche im Stadtrat beschäftigen.

Engagement für die Familien in Thüringen

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Gute Wünsche für Familien
Seit über 20 Jahren gibt es nun den Familienbund der Katholiken in Thüringen. Dies wurde heute im Familienzentrum “Kloster Kerbscher Berg” und in der Klosterkirche mit einem Familiengottesdienst und einem Festakt gefeiert. Sehr gerne bin ich dazu mit meiner Familie nach Dingelstädt gefahren. Der Familienbund gehört zu den langjährigen Partnern, mit denen ich mich in Übereinstimmung mit den familienpolitischen Zielstellungen weiss. Der heutige Festakt war mit Bedacht gewählt. Im Jahr 1993 wurde der 15. Mai von der UNO zum Internationalen Tag der Familie erklärt. Zur Jubiläumsfeier waren zahlreiche Gäste gekommen, die neugierig waren auf die Worte der prominenten Festrednerin.
Familienbund (8)
Christine Lieberknecht
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht war gekommen und schilderte zunächst die familienpolitische Situation im Freistaat. 2,2 Millionen Einwohner, davon 220.000 Familien, davon wiederum 116.000 Ehepaare mit Kindern, 44.000 Alleinerziehende Mütter, 3.000 Alleinerziehende Väter und 37.000 Lebensgemeinschaften – so sehen die Zahlen aus. Christine Lieberknecht ging aber auch auf die familienpolitischen Ziele der Landesregierung ein. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie das Landeserziehungsgeld ebenso wie die Stiftung Familiensinn als Instrumente zur Förderung junger Familien verteidigte. Ich bin vor dem Hintergrund gespannt, wie in der kommenden Woche die Diskussion zum Thema im Landtag geführt wird. Familienbund (24)Die vielen Kinder hatten beim heutigen Festakt ihr eigenes Programm. Singen, spielen und Wünsche für die zahlreichen Luftballons prägten ihren Vormittag. Die guten Wünsche ließen sie gemeinsam mit der Ministerpräsidentin in den Himmel steigen. Mein Wunsch ist, dass wir bei unserer Familienpolitik konstant und verläßlich bleiben. Unterstützung, Ermutigung und Förderung für Familien sind das Wichtigste! Bedauerlich fand ich heute die Position des neuen FDP-Generalsekretärs, der die Abschaffung des Bundeselterngeldes forderte. Nach seiner Meinung, seien nicht mehr Kinder geboren wurden und deshalb könne man das Geld anders verwenden. Das ist ausgesprochener Blödsinn! Das Bundeselterngeld ist eingeführt worden, um junge Familien nach der Geburt zu unterstützen. Wer wie Lindner angesichts dessen von “Mitnahmeeffekten” schwatzt, zeigt dass er Familien grundsätzlich mißtraut. Eine Grundeinstellung, die sonst überwiedgend bei Linken und Grünen anzutreffen ist. Schade, wenn dies der Neubeginn der FDP sein soll! Bilder vom Familienbund

Sommerpause – wieder mehr Zeit für eigene Sportaktivitäten

Dieses Mal war noch etwas Platz auf der Tribüne
Dieses Mal war noch etwas Platz auf der Tribüne
An diesem Wochenende ging die sportliche Saison für einige Team zu Ende. Spannend wurde es in der Salza-Halle gestern Nachmittag. Nach dem 29:34 Sieg in Buxtehude rechnete jeder mit einer klaren Kiste für die THC-Damen. Aber bei zwei Finalspielen ist alles drin und so rieb ich mir die Augen am Fernseher, als Buxtehude wenige Minuten vor Spielschluß mit acht Toren vorn lag. Am Ende verlor der THC zwar mit fünf Toren Rückstand, wurde aber durch die mehr geworfenen Auswärtstore Deutscher Meister. Glückwunsch! Die Damen des VfB 91 Suhl wollten auch ins Finale. Nach den bieden gewonnenen Erstligaspielen und dem gewonnenen Halbfinalspiel in Suhl schien alles drin. Der erste Satz ging heute in Dresden klar an die Suhlerinnen, die folgenden drei Sätze an die Dresdner Damen. Entscheiden musste somit der sogenannte goldene Satz. Dresden gewann mit 15:11 und wird nun im Finale auf Schwerin treffen. Trotzdem Glückwunsch nach Suhl. In einem beeindruckenden Entspurt haben sich die Thüringerinnen noch die Bronzemedaille geholt.
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Fankurve bei RWE
Für Rot-Weiss ging die Saison gestern auch zu Ende. Da es um nichts mehr ging (die Relegation wurde letzte Woche bereits vermasselt) hielt sich das Zuschauerinteresse überschaubar. Unter den gut 5.000 Fans war ich aber gemeinsam mit meinem Sohn Jonas – schließlich dauert es jetzt wieder eine Weile bis Fußball in Erfurt wieder live zu sehen ist. Erfurt gewann mit 1:0 allerdings reichte dies auch nicht mehr für den 4. und damit Pokalplatz, weil Wiesbaden auch gewonnen hat. Wer zu Saisonbeginn den 5. Platz als Ziel verkündet hätte, wäre mutig gewesen. Aber am Ende muss man sagen, es war mehr drin. Nicht desto Trotz werde ich auch in der nächsten Saison beim Volleyball, Eishockey, Handball und Fußball als Fan dabei sein. Bei letzterem dann sicher hin und wieder mit meinen beiden jüngeren Söhnen, die wie ihr großer Bruder die Sportbegeisterung (hoffentlich dauerhaft) von mir geerbt haben. Heute Abend gibt es noch das Eishockey-WM-Finale. Vor einem Jahr waren wir dazu auf dem Altstädter Ring in Prag und haben beim Publik Viewing den grandiosen Sieg der Tschechen über Rußland miterlebt und danach gefeiert. Jetzt stehen über den Sommer aber erst einmal wieder mehr eigene sportliche Aktivitäten an 😉

Licht und Schatten im Zwergenland

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Zur Einrichtung gehört ein tolles Außengelände
Die Erfurter Kindertagesstätte Zwergenland in der Max-Steenbeck-Straße feierte heute den 20. Geburtags und zugleich die Neueröffnung nach der Sanierung. Obwohl die Einrichtung noch gar nicht so alt war, hatte sie als eine der letzten DDR-Plattenbau-Kitas die typischen Verschleißerscheinungen und wurde mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket sowohl an Dach und Fassade, als auch im Innenbereich saniert. Sozialministerin Heike Taubert und Oberbürgermeister Andreas Bausewein waren gemeinsam mit vielen Gästen gekommen, um dies gemeinsam mit den Kindern zu feiern. Die Einrichtung mit ehemals 118 Kindern hat nun eine Kapazität von 130 Plätzen – alle schon belegt und darüber hinaus eine lange Warteliste, wie die Kita-Leiterin Ricarda Metz-Neubacher bestätigte.
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Noch einiges zu tun, bis hier wieder Kinder sind
Leider ist dies auch ein Schatten, der auf die schöne Geburtstagsfeier fiel. Bei der Sanierung reichte das Geld nur für die Hälfte der Einrichtung. Beim Gang durch die Tür neben dem Erzieherinnenzimmer standen wir in dem unsanierten Teil der Kita. Problemlos wäre es möglich dort bis zu vier weitere Gruppenräume für Kita-Kinder und zwei Krippengruppen einzurichten. Der Bedarf an Plätzen ist derzeit groß – OB Bausewein bestätigte erneut, dass rund 400 Plätze fehlen und bei der letztjährigen Geburtenzahl von 2.000 Kindern wird er weiter steigen. Damit wir vielleicht kurzfristig noch die Eröffnung der zweiten Hälfte feiern können, habe ich mir gemeinsam mit Frau Metz-Neubacher und Herrn Peilke vom Jugendamt während der Feier die sanierungsbedürftigen Räume angesehen. Ich werde in jedem Fall an dem Thema dran bleiben. Geburtstagsbilder

Wege aus der Kinderarmut und Großelterndienste

Fachhochschule (2)
Gespräch mit dem Kinderschützer Ingo Weidenkaff am Rand der Tagung
Am Beginn der heutigen Fachtagung an der Fachhochschule Erfurt “Wege aus der Kinderarmut: Aktuelle Debatten und kommunale Handlungsmöglichkeiten” stand eine Interpretation der Zahlen. Prof Ronald Lutz verwies auf die Zahlen zur Kinderarmut nachdem langen Zeit die Zahl von 16 Prozent armen Kindern in der Diskussion stand (damit über dem OECD-Durchschnitt), sprechen neue Interpretationen von 8 Prozent. Unstrittig ist, dass es in jedem Fall zuviele Kinder sind die auf Grund der Einkommensarmut ihrer Eltern in eingeschränkter Teilhabemöglichkeit aufwachsen. Die Zahlen der Kinderarmut müssen im Verhältnis ihrer Labenslagen betrachtet werden. Prof. Lutz sprach von entstehenden Kulturen der Armut und das man schon fast von einer Entwicklung zu einer neuen Ständegesellschaft sprechen könne.
Fachhochschule
Prof. Ronald Lutz, Ralf Spirek und Thomas Hippchen
Auf ein Beispiel der Armutsprävention ging Thomas Hippchen aus Saarbrücken ein. Er stellte das Projekt der Gemeinwesenarbeit in fünf Stadtteilen von Saarbrücken vor. Parität, Diakonie und Caritas sind Träger der fünf Zentren in denen mit Kindern im Alter von 6-14 Jahren gearbeitet wird. Auch die Elterarbeit gehört dazu – nach meiner Meinung für Nachhaltigkeit noch wichtiger. Thomas Hippchen verwies zu Recht darauf, dass es darum geht Eltern zu motivieren und ressourcenorientiert ihnen Erziehungs- und Entwicklungserfolge ihrer Kinder nahe zu bringen. Bei dem Modellprojekt wurden 70 von 280 Kindern der Zielgruppe erreicht. Im Rahmen der Erfolge des Modellprojekts steig das Jugendamt in die dauerhafte Finanzierung ein, es gab ein Folgeprojekt von 2006 – 2009. Leider konnte ich am Nachmittag die Vorstellung des Projektes der Familienpaten nicht mehr hören, da weitere Termine anstanden. Zunächst ging es für mich in den Landtag. Nach ziemlich genau einem Jahr und neun Monaten war ich einmal wieder bei einer Sitzung des Sozialausschusses im Landtag. Dieses mal aber nicht als Abgeordneter sondern als Berichterstatter der Landesregierung. Auf Antrag der Linken berichtete ich zur Situation der Mehrgenerationenhäuser. Irgendwie immer noch ein komisches Gefühl auf der “anderen Seite” am Tisch zu sitzen. Ich habe mich über das Interesse am Thema gefreut, auch dass die Thüringer Allegemeine dem Thema eine halbe Seite mit einem Interview mit mir widmete.
Großelterndienste (14)
Werbekarten für "Wahlgroßeltern"
Die Mehrgenerationenhäuser schlugen dann auch den Bogen zum nächsten Termin. Im Erfurter Frauenzentrum trafen sich die Thüringer Initiativen der Großelterndienste. Ähnlich wie die Familienpatenschaften bringen sie Eltern und Wahlgroßeltern zusammen. In Erfurt gibt es gleich zwei Großelterndienste und noch elf weitere in Thüringen. Die LEG und das Projekt “Kinderbetreuung 24” koordinieren die thüringenweite Vernetzung und ich helfe gerne dabei mit. Viele der Großelterndienste sind bei den Mehrgenerationenhäusern oder Familienzentren angesiedelt und so begegnete ich heute auch etlichen bekannten Gesichtern von meinen Besuchen in den MGHs in den letzten Wochen.  Bilder vom Treffen der Großelterndienste

Mutter der Mehrgenerationenhäuser

MGH Gotha (5)
Gespräch mit Anke Merbach
Bundesweit ist zweifellos in Salzgitter die Mutter aller Mehrgenerationenhäuser zu finden. Seit fast 30 Jahren gibt es das dortige Haus und es wurde zum Vorbild vieler Häuser. In Thüringen wurde im Oktober 2006 das erste Mehrgenerationenhaus in Gotha eröffnet. Es war das erste Haus in den neuen Bundesländern und in Gotha präsentierte Ursula von der Leyen das Konzept der MGHs. Auch in Gotha geht es nun um den weiteren Bestand des Mehrgenerationenhauses und deshalb war ich heute vor Ort. Informationen über die derzeitige Arbeit vermittelte mir die Geschäftsführerin des MGH Anke Merbach. Das Mehrgenerationenhaus in Gotha hat eine Vorgeschichte. 1998 gründete sich der Verein Früchtchen e.V. als Initiative junger Familien. Seit 2003 gibt es den Mehrgenerationentreff als dreijähriges Projekt mit Unterstützung der Aktion Mensch. MGH GothaIm MGH steht das Begegnungscafe im Mittelpunkt. Zahllose Kurse insbesondere für junge Eltern sind im Angebot und das Projekt “Spätlese” wendet sich an die ältere Generation. Mit der angestrebten Fortführung des MGHs ab Januar 2012 steht ein weiterer Entwicklungsschritt an. Auf Wunsch der Stadt Gotha soll die Arbeit im Frauenzentrum der Stadt fortgeführt werden. Bereits jetzt unterstützt die Stadt die Arbeit mit 8.000 Euro jährlich. Hinzu kommen 2.000 Euro vom Landkreis und beträchtliche selbst erwirtschaftete Mittel. Die kommunale Unterstützung steht und das Konzept ist überzeugend. Ich wünsche dem Haus und dem Träger eine gute Zukunft!

2. vocatium Thüringen – Fachmesse für Ausbildung und Studium

Reges Interesse am "Speeddating" mit Unternehmen
Reges Interesse am "Speeddating" mit Unternehmen
Im Atrium der Erfurter Stadtwerke fand heute zum zweiten Mal eine Fachmesse zur Beruforientierung für Jugendliche statt. Beim Pressegespräch und anschließenden Messerundgang  konnte ich mich daon überzeugen, dass dieses Konzept sowohl von den beteiligten Firmen, als auch von den Schülern angenommen wurde. Seit elf Jahren gibt es das Konzept bereits, bei dem Schüler sich 20 Minuten mit einem konkreten Ausbildungsgespräch vorstellen und beraten lassen. Bevor das “Speeddating” startete, gab es eine intensive Vorbereitung an den beteiligten Schulen. In diesem Jahr waren 70 Schulen mit 1.300 Schülern dabei, im letzten Jahr waren es 55. Auch bei den Firmen stieg die Teilnehmerzahl von 36 auf 51. Die Vorzeichen der Ausbildungssituation haben sich deutlich gedreht. Während in den letzten Jahren die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze in Thüringen deutlich unter der Zahl der Schulabgänger (durchschnittlich 35.000 in Thüringen) lag, ist es nun andersherum. 9.000 Bewerber stehen 10.900 Stellen gegenüber. Die beiden Begriffe Fachkräftebedarf und demographische Entwicklung prägten daher das Pressegespräch. Abwanderung von Jugendlichen auf der Suche nach Ausbildungsplätzen können wir nicht mehr umkehren, aber die jetzige Ausbildungsgeneration müssen wir hier im Land halten. Ich habe betont, dass wir es uns nicht leisten können auch nur einen Jugendlichen zu verlieren. Neben frühzeitiger Beruforientierung geht es auch um Motivation für junge Menschen. Frühzeitige Kontakte zu Firmen können durch Praktikas und solche Ausbildungsmessen entstehen. Aber mit Blick auf den bevorstehenden Sommer habe ich auch auf Ferienjobs hingewiesen. In meinen “Berufsorientierungsjahren” wußte ich wenigstens nach diversen Ferienjobs, welchen Ausbildungsberuf ich nicht wollte. Als Nebeneffekt hatte ich während dieser Zeit aber auch etwas Geld verdient und mein erstes Moped erstanden.

Ehrung für Jürgen Fuchs – Buchlesung mit der Nobelpreisträgerin Herta Müller

Herta Müller (5)
Erinnerung an Jürgen Fuchs
Vor 12 Jahren starb der Schriftsteller Jürgen Fuchs. Im Thüringer Landtag wurde heute im Beisein der Mutter und der Schwester von Jürgen Fuch und vieler seiner Freunde eine Stele eingeweiht, die mit umfänglichen Informationen an ihn erinnert. Zur Einweihung der Stele war auch seine langjährige Freundin Herta Müller gekommen. Die Literatur-Nobelpreisträgerin war 1987 gemeinsam mit Jürgen Fuchs ausgewiesen worden und musste über Rumänien in die Bundesrepublik ausreisen. Sie las heute vor 200 Gästen aus ihrem Buch “Atemschaukel”.  für das sie 2009 den Literatur-Nobelpreis erhielt. Herta Müller sagte, der heutige Tag ist für sie ein Trauertag, aber Jürgen Fuchs bleibe in seinen Texten lebendig. Sie wies auf die ungeklärte Umstände seines frühen  Todes hin. Jürgen Fuchs starb an einer Krebserkrankung und bis jetzt gibt es ungeklärte Hinweise auf eine Verstrahlung während seiner Inhaftierung durch die Stasi. Jürgen Fuchs hat nach Meinung von Herta Müller “die genauesten Bücher über die DDR geschrieben”, wenngleich sie bedauerte, dass er oftmals nur als Bürgerrechtler gesehen würde, der auch schreibt.
Herta Müller (3)
Herta Müller im Thüringer Landtag
Sie ging auch auf die aktuelle Diskussion um die Stasiunterlagenbehörde ein. Die Bestrebungen des neuen Leiters Roland Jahn stasibelastete Mitarbeiter aus der Behörde zu entfernen, fanden den Beifall der Anwesenden Gäste. Rechtfertigungen, man brauche die Stasispitzel von einst zur Aufarbeitung der Arbeit der Stasi wies sie zurück “Man ist nicht mehr auf ihre Finger angewiesen”. Klare Worte gegen das Verdrängen und Vergessen! Gut, dass an Jürgen Fuchs im Thüringer Landtag erinnert wird. Die Benennung der Jürgen-Fuchs-Straße am Landtag (der vor drei Jahren für Diskussionen mit den Linken sorgte, weil sie lieber weiter den alten Namen Arnstädter Straße verwenndten), die Erinnerungsstele im Landtag und zukünftig auch ein Straßenergänzungsschild auf Initiative von Erfurter Schülern sind wichtige Signale.

Wochenendangebote in Erfurt – Rennenten und Liebestrank

14. Frühlingsfest auf dem Petersberg
14. Frühlingsfest auf dem Petersberg
Am vergangenen Wochenende war so viel los in Erfurt, dass man unmöglich alle Angebote nutzen konnte. Samstag war dies am Nachmittag beim 14. Petersberg-Frühlingsfest zu spüren. Erst im Laufe des Nachmittags füllte sich der Platz unterhalb der Festung. Der Blumenmarkt auf dem Domplatz lockte ebenso, wie zahlreiche Innenstadtfeste. Dadurch hatten die Kinder aber in diesem Jahr genug Platz zum rumtoben. An Sonntag war dann die ganze Stadt voll mit Menschen. 4.000 Rennenten gingen im Luisenpark an den Start und rund 8.000 Eltern und Kinder verfolgten das Spektakel am Start und entlang der Strecke beim nunmehr 14. Erfurter Entenrennen, quer durch die Stadt bis zur Krämerbrücke.
Entenrennen 2011 (7)
Am Start zum Entenrennen
Nachdem wir unsere Rennente am Start abgegeben hatten fanden wir noch ein Plätzchen an der Gera und konnten den ganzen Tross einzeln in Augenschein nehmen. Trotz der Vortagsniederlage von RWE hatten wir uns für eine rot-weiß bemalte Ente entschieden. Beim Zwischenspurt am Fischersand lag sie im Mittelfeld… Allerdings kam auch die “befreundete BVB-Ente” vom Freund meines Sohnes erst spät im Hauptfeld an.
Entenrennen 2011 (30)
und an der Rennstrecke
Am Abend lockte das Erfurter Theater mit einer gelungenen Premiere. Von Gaetano Donizetti kam “Der Liebstrank” zur Aufführung. Die 1832 in Mailand uraufgeführte Oper wurde in Kooperation mit der Lettischen Nationaloper Riga inzeniert und in der italienischen Originalsprache aufgeführt.
Premierenkulisse
Premierenkulisse
Beim Pausengespräch erhielt Intendant Guy Montavon bereits Lob aus berufenem Munde. Kultusminister Christoph Matschie war ebenso Premierengast, wie Justizminister Holger Poppenhäger und die Ministerin der Staatskanzlei Marion Walsmann.
Blick vom Theater zum Petersberg
Blick vom Theater zum Petersberg
Ob aber nun die gestrige Aufführung, oder der wunderschöne Pausenblick vom Dach des Theaters Einfluß auf die künftige Theaterfinanzierung haben wird, bleibt vorerst offen, oder zumindest das Geheimniss der Gesprächspartner. Das Wochenendfazit aber fällt leicht: In Erfurt ist richtig was los!

„Wir gehen, um wieder zu kommen“

Aachen (98)
Der Dank des Teams an die Fans...

Zum Saisonbeginn vor sechs Monaten stand für unser SWE Volley-Team beim zweiten Anlauf in der 1. Bundesliga das ergeizige Ziel “Wir sind gekommen, um zu bleiben”. Anknüpfend an “Wir sind Helden” haben wir selbstbewusst nach einer tollen Zweitligasaison dieses Ziel formuliert.

Ich danke im Namen des Vereinsvorstands allen Spielerinnen, Verantwortlichen des Vereins, Trainer und Betreuern, Helfer bei den Heimspieltagen, Sponsoren und vor allem unseren treuen Fans, die bis zum Schluss daran geglaubt und dafür gekämpft haben, dieses Ziel zu erreichen.

Mit den Spielen der Hinrunde waren wir mit vier Siegen „im Plan“ und der Sieg in Sinsheim sowie zum Beginn der Rückrunde das tolle Spiel gegen Dresden sowie der Sieg in Potsdam schafften Zuversicht, es schaffen zu können. Das verlorenen Spiel in Köpenick und die Erkenntnis im Gegensatz zu den anderen Teams keinen Sieg gegen einen der „Großen“ auf die Habenseite zu bringen, brachte uns zurück auf den Boden der Realität. Am Ende fehlte danach aber der unbedingte Glaube daran, es noch schaffen zu können. Wir hatten das Potential, wir haben eine sehr gute Umfeldstruktur und mussten trotzdem bereits vor dem letzten Spieltag konstatieren, wir haben unser Ziel leider in der nun zurückliegenden Saison nicht erreicht.

Aachen (2)
...und der Fans an das Team

Einige Spielerinnen werden am Saisonende das Team verlassen und in ihre Heimat zurückkehren. Ich danke ihnen ausdrücklich für ihr Engagement in Erfurt. Am Samstag Abend haben wir sie würdig verabschiedet. 

Eszter hat gerade ein Berufungsschreiben in die ungarische Nationalmannschaft erhalten und auch Liz sowie Julie nehmen jetzt das kanadische Nationalteam wieder ins Visier. Die drei sind bereits wieder Zuhause und Brigitte wird diese Woche zurück in die USA fliegen.  

Aachen (130)
Dank an Liz, Julie, Eszter und Brigitte

Viele unserer Spielerinnen bleiben aber im Team und werden in der nächsten Saison wieder um Punkte in der 2. Liga kämpfen. Viele unserer Sponsoren bleiben uns treu und die neue Riethsporthalle mit bis zu 1.500 Zuschauerplätzen wird einen tollen Rahmen für Spitzenvolleyball in Erfurt bieten.

Unser Ziel für die neue Saison kann deshalb nur sein

„Wir gehen, um wieder zu kommen“.

Am Samstag haben unsere Mädels noch einmal klasse gekämpft und mit einem 3:2 Sieg über Aachen einen versöhnlichen Saisonabschlußpunkt gesetzt. So konnten wir gemeinsam den Saisonabschluß feiern und auch bei der Trikotversteigerung wurde schnell klar, die Fans lieben ihr Team und warten auf den Saisonstart Ende September. An das tolle Miteinander zwischen Team und Fans werden wir in der neuen Saison anknüpfen!

Bilder vom (vorerst) letzten Spiel in der 1. Volleyballbundesliga