Stadtführung für Erfurts Partnerstadt Kati

Stadtführung (10)
Der Erfurter Hof
Der Erfurter Stadtführer Roland Büttner führt regelmäßig Gruppen durch die Landeshauptstadt und regelmäßig veranstaltet er dabei monatlich Themenführungen. Jeweils um den 19. März jeden Jahres erinnert er dabei an den Besuch von Willy-Brandt in Erfurt am 19.3.1970. Bei seiner gestrigen Stadtführung durch das Bahnhofsviertel startete er im Willy-Brandt-Zimmer im ehemaligen Hotel Erfurter Hof. Dort entstand 1970 das historische Foto, bei dem Willy Brandt den Erfurterinnen und Erfurtern vom Hotelfenster aus zuwinkte, als sie die Polizeiabsperrungen durchbrachen und ihn mit lauten “Willy, Willy Brandt ans Fenster” noch einmal zum Leidwesen der SED-Genossen ans das Fenster holten.
Stadtführung (8)
Das historische Willy-Brandt-Fenster
Mein Vater war vor 41 Jahren dabei und hat oft davon erzählt. Seine Begeisterung für die SPD und seine Mitgliedschaft in der SPD hat auch mit Willy Brandt, aber vor allem auch mit Helmut Schmidt zu tun und so habe ich mir gestern neugierig die Bilder und das Video im Willy-Brandt-Zimmer angesehen. Roland Büttner sammelte gestern bei seiner Stadtführung Spenden für das zu bauende Frauenzentrum in Kati, unserer Partnerstadt. Stadtratskollege Wolfgang Metz und ich waren vor einigen Wochen erst mit der Erfurter Delegation in Mali und so nutzten wir gerne die Gelegenheit etwas über unsere Partnerstadt in Afrika zu sagen. Vielen Dank an Roland Büttner für sein Engagement! Bilder der Stadtführung

Mega-Sportwochenende aus Erfurter Sicht

SC Potsdam - SWE (83)
Auswärtssieg!
Alles hat geklappt! Freitag gewannen die Black Dragons in einem heißen Spiel gegen FASS Berlin mit 7:4. Samstag gewann RWE das Thüringen-Derby in Jena mit 1:3. Heute gewann nun unser SWE Volley-Team das ganz wichtige Auswärtsspiel in Potsdam mit 2:3 (im Tiebreak mit 13:15). Vor dem Spiel lag die Spannung schon in der Luft und wurde in den Potsdamer Neuesten Nachrichten noch zusätzlich befördert. Die Potsdamer Spielerin und Mannschaftskapitän Ramona Stucki konnte sich noch gut an die 0:3 Niederlage ihres Teams in der Hinrunde erinnern. Allerdings erinnere sie sich “sehr ungern daran”, wegen der “volleyballuntypisch aggressiven Publikumsreaktionen”. Offensichtlich stört sie sich an der leidenschaftlichen Stimmung in Erfurt, die zugegebener Weise auch etwas von unseren befreundeten Eishockeyfans mitgetragen wird.
SC Potsdam - SWE (42)
Die "aggressiven" Fans...
In Potsdam waren heute 50 Erfurter Fans in der Halle und sorgten erneut für eine akustische Überlegenheit. Das Potsdamer Publikum (500 Zuschauer) war eher ruhig 🙂 Der erste Satz ging für uns klar daneben, aber im zweiten kämpften sich unsere Mädels heran und dann waren die Sätze zwei und drei eine klare Sache. Im vierten Satz war dann Potsdam wieder da und glich aus, bevor unsere Mädels im fünften und entscheidenden Satz den dritten Matchball zum 13:15 verwandelten. Super!
SC Potsdam - SWE (3)
...und das neue Maskottchen
Auf der Heimfahrt erreichte uns dann noch die nächste gute (Sport)Nachricht. Die Eisfigther Leipzig gewannen mit 5:4 gegen FASS Berlin, nachdem sie am Vortag in Berlin noch unter die Räder gekommen waren. Damit stehen die Black Dragons nun völlig überraschend doch noch im Pokalfinale. Glückwunsch! Glückwunsch ganz am Ende des Tages auch noch nach Sachsen-Anhalt an den Wahlsieger CDU. Trotz Stimmenverlusten bleibt die CDU mit 32,6 Prozent rund 9 Prozentpunkte vor den Linken. Die SPD landet bei rund 21,5 Prozent, Grüne bei 6,8 die FDP ist mit 3,8 raus und die NPD scheitert glücklicherweise mit 4,7 Prozent. Bilder vom Spiel

Ort der Vielfalt – MGH in Bad Salzungen

MGH Bad Salzungen (1)
Gesprächsrunde im MGH
Das Mehrgenerationenhaus in Bad Saltzungen ist zweifellos eineder größten Einrichtungen dieser Art in Thüringen. Beim gestrigen Besuch reichten zweieinhalb Stunden nicht aus, um alle Angebote umfassend darzustellen. In Trägerschaft des Sozialwerks des Demokratischen Frauenbundes vereinigt das MGH Angebote von vielen Trägern und für viele Zielgruppen im Gebäude des ehemaligen Krankenhauses Bad Salzungen. Zum Gespräch in der Einrichtung waren neben den Vorstandsvertretern auch die Projektverantwortlichen, der Landtagsabgeordnete Gustav Bergemann, die Fraktionsvorsitzenden von CDU und Linken im Stadtrat, Vertreter von Stadt und Landkreis, sowie Sponsoren und Projektpartner wie die Sparkasse gekommen.
MGH Bad Salzungen (4)
Unterstützung vor Ort
Die Geschäftsführerin des Trägers Hannelore Walz erläuterte mir, Julia Heidekrüger (Referentin Frauen und Familie Der Paritätische Thüringen) und Norbert Scheitz (Referatsleiter im TMSFG) die vielen Angebote. In der Einrichtung ist das Frauen- und Familienzentrum Louise ebenso integriert, wie das Seniorenbüro des Wartburgkreises und die Integrative Begegnungsstätte Sonnenblume. Die Beratungsstelle “Wohnen im Alter” findet sich ebenso vor Ort wie der ambulante Hospiz- und palliative Beratungsdienst. Letztere leisten einen  wichtigen Teil ihrer Arbeit in den Räumen des ehemaligen Kreißsaals. Rund 150 Seniorinnen und Senioren sind regelmäßig ehrenamtlich aktiv – Respekt!
MGH Bad Salzungen (9)
Computerkurs im MGH
Begeistert hat mich das Angebot Senijung bei dem Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse im Ehrenamt in einen Erfahrungsaustausch mit Seniorinnen und Senioren der Senioren- und Pflegeeinrichtungen der Stadt treten. Vor zwei Jahren startete das Projekt mit vier Schülern und vier Mentoren, letztes Jahr waren es 15 Schüler und 8 Mentoren, jetzt sind es 47 Schüler und 10 Mentoren. Begleitet wird das Projekt von zahlreichen Schulen und erfreulicherweise auch von der Schulsozialarbeiterin der SBBS mit den BVJ-Klassen. Insbesondere bei den Schülern für Hauswirtschaft wird so auch das Interesse für Berufe im Pflegebereich geweckt. Internetcafe 50plus, PC-Kurse für Senioren, Spielenachmittag, Kinderbetreuung, Sportgruppen, Kinonachmittage… die Liste der Aktivitäten im Hause lässt sich noch beliebig verlängern. Neben dem Engagement des Trägers lebt das Haus vor allem auch von der hohen Akzeptanz und Unterstützung vor Ort.
MGH Bad Salzungen (24)
Die Mehrgenerationenbank
Landratsamt und Rathaus unterstützen die Arbeit. Die Sozialdezernentin Frau Döhring gehört zu den Unterstützern von Anbeginn und auch die örtliche Politik “kniet” sich rein. Gustav Bergmann als Landtagsabgeordneter und Christian Hirte als Bundestagsabgeodneter sind ebenso regelmäßig zu Besuch wie Kommunalpolitiker. Ich war begeistert von der Arbeit im MGH Bad Salzungen. Ein Leitspruch des MGH ist “Die Entwicklung von Angeboten, welche an den wirklichen Interessen der NutzerInnen orientiert sind, ist oberstes Gebot”. Er wird hervorragend umgesetzt. Viel Erfolg auch weiterhin der Koordinatorin Peggy Schmidt und ihrem Team! Bilder des Besuchs

Sozialkaufhaus “brauchbar” eingeweiht

brauchbar (5)Mitten in der Erfurter Innenstadt in der Johannesstraße 139 hat das Trägerwerk Soziale Dienste Thüringen e.V. heute das Sozialkaufhaus “brauchbar” eröffnet. Der Träger vervollständigt damit sein Angebot an sozialen Leistungen in der Stadt Erfurt. Als freier Träger und Mitgliedsverband des Paritätischen Wohlfahrtverbandes hat der Träger sein Wirkungsgebiet in den letzten zehn Jahren über Weimar auf ganz Thüringen ausgedehnt. In Erfurt betreibt das TSD schon sehr lange das Kinder-, Jugend und Mütterheim im Rieth und unterstützt dort seit vielen Jahren junge Mütter. Darüber hinaus sind vier Erfurter Kitas in Gispersleben, Marbach und die Kita Waldblick in  Trägerschaft des TSD und das Psychosoziale Zentrum in der Tungerstraße. brauchbar (4)Mit dem Geschäftsführer des Trägerwerks Herrn Schmidt bin ich seit vielen Jahren im guten Kontakt und so habe ich mich über die Erweiterung des Leistungspektrums sehr gefreut und als Beauftragter für das Zusammenleben der Generationen gerne zur heutigen Eröffnung ein Grußwort gehalten. Menschen mit psychischen Problemen und Beeinträchtigungen wird in der Einrichtung eine Arbeit und Aufgabe gegeben. Zugleich werden Möbel, Kleidungsstücke, Spielzeug und vieles mehr was “brauchbar” ist wieder einer sinnvollen Verwendung zugeführt. Die Erfurter KOWO unterstützt das Projekt ebenso wie das Sozialministerium. Von der KOWO wurden die Räume kostengünstig gemietet und das TMSFG finanziert das Projekt für ein Jahr. Schade finde ich, dass die Stadt Erfurt hingegen zu keinerlei Unterstützung bereit war. Allerdings waren viele Stadträte heute zu Gast und da bleibt die Hoffnung, auf ein Umdenken.

Weitere Unterstützung für die Partnerstadt Kati diskutiert

Das mit Geldern von Gaddafi gebaute Regierungsviertel in Bamako
Das mit Geldern von Gaddafi gebaute Regierungsviertel in Bamako...
Beim Nachtreffen der Kati-Reisenden haben wir am Montag Abend mit dem Oberbürgermeister Andreas Bausewein ein Fazit unserer Reise gezogen und uns über den vorläufigen Abschluss der vor Ort begonnenen Hilfeprojekte informiert. Eine Video/Foto-DVD hat unser Mitreisender Helmut Besser erstellt. Auf der DVD finden sich auch viele Bilder aus meiner Sammlung. Die Erinnerungen an die Woche in Mali war beim Betrachten der Bilder bei den Kati-Mitreisenden wieder sofort präsent.
...und bittere Armut nur wenige hundert Meter entfernt
...und bittere Armut nur wenige hundert Meter entfernt
Wolfgang Reisen, ehemals Geschäftsführer der Stadtwirtschaft, rief uns aber mit seinem Reisebericht schnell auch wieder die riesengroßen Probleme unserer Partnerstadt in Erinnerung. Er war noch zwei Wochen länger im Land, um eine umfängliche Analyse über das (nichtbestehende) Abfallentsorgungssystem zu erstellen und Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Zu den kurzfristig realisierbaren Vorschlägen gehört die Einrichtung von bewirtschafteten Müllsammelplätzen in der Stadt und der Aufbau einer Verwertungskette für Bio-Müll, Metall und Plastik. An eine Entsorgungssystem mit Müllfahrzeugen (die beiden vorhandenen stehen ungenutzt und defekt herum, selbst wenn sie fahren würden fehlte der Sprit) ist kurzfristig noch nicht zu denken. Ein ähnlich großes Problem wie der Müll ist das Thema Abwässer. Klärranlagen oder selbst Klärrgruben gibt es praktisch nicht – auch auf diesem Gebiet gibt es viel zu tun. kati1Abgearbeitet hat die Firma Nell ihr erstes Projekt in Kati. Die Solaranlage ist auf dem Dach der Stadtverwaltung installiert und sie liefert Strom. Problematisch kann jedoch die Wartung vor Ort werden, da dazu geschultes Personal notwendig ist. Im nächsten Schritt sind jetzt weitere Referenzprojekte geplant, um Perspektivisch eine Stromversorgungsvariante für Teile des Landes entwickeln zu können. Die Firma Nell und weitere Partner werden am Ball bleiben. Bereits letzte Woche haben wir im Freundeskreis Kati praktische Hilfsmöglichkeiten für das kommende Jahr besprochen. Ich freue mich darüber, dass auch kleine Initiativen sich für Kati engagieren. Kommenden Montag wird der Stadtführer Roland Büttner beispielsweise eine Stadtführung mit Spendensammlung für Kati um das Bahnhofsareal organisieren. Auch die Initiativen für Schul- und Kitaerweiterungsbauten gehen weiter. Wie dringend Mali Hilfe braucht wurde am Wochenende auch bei einem Beitrag im Weltspiegel der ARD deutlich. In dem Bericht ging es um das Engagement Libyens und des Diktators Gaddafi. Mit viel Geld, dass er nach Mali unter anderem in den Bau des Regierungsviertels pumpte versuchte er, sich größere Landflächen zu sichern und Einfluss zu nehmen. Wenn eines der ärmsten Länder der Welt am “Tropf” eines Diktators hängt, erfordert dies ein aufmerksames Hinsehen und ein verstärktes Engagement Europas. Einen kleinen Beitrag können auch wir dazu leisten.

Zweite Ausgabe “Schwarzer Peter” im Netz

schwarzer20peter20logoDie März-Ausgabe des Infoblattes “Schwarzer Peter” ist jetzt im Netz. Er berichtet wieder aus der Arbeit des Erfurter CDU-Ortsverbandes “Am Petersberg”, greift Themen der Kommunalpolitik in Erfurt auf und stellt Mitglieder des OV vor. Mehr Infos zur Arbeit der CDU Erfurt und der Ortsverbände finden sich hier. Viel Spaß beim lesen!

Alles was Spaß macht im Wochenendprogramm

Motorradtage (36)Das vergangene Wochenende hatte gleich etliche Programmpunkte, die richtig Spaß gemacht haben. Mit meinen beiden Jungs war ich am Samstag bei der Thüringer Motorrad-Messe. Wie in jedem Jahr mit viel Programm, unendlich vielen neuen Motorrädern und an jeder Ecke was fürs Auge. Motorradtage (48)Wer wollte konnte sich auch mit der Ausrüstung für die bevorstehende Saison eindecken. Fahrten in der Stahlkugel, Shows und hunderte Motorräder vor der Tür festigten der Messestandort Erfurt.  Nachdem ich schon vor zwei Wochen mit der ersten Tour (so früh wie in keinem Jahr zuvor) die Saison eröffnet hatte, war am Wochenende das zweite Mal Gelegenheit zu fahren – Pech für alle Inhaber von Saisonkennzeichen 😉 Die beiden Samstagsspiele für Erfurter Vereine hingegen konnten nicht gegensätzlicher laufen. Rot-Weiss Erfurt siegte sensationell gegen den Tabellenführer der 3. Liga mit 3:1 im Steigerwaldstadion und unsere Damen vom SWE Volley-Team verloren leider kurz und schmerzvoll in Schwerin mit 0:3. Am Live-Ticker war ich dabei, aber es ging leider schnell… Suhl hat hingegen beim letztjährigen Meister überraschend gewonnen.
Sushi-Abend mit dem SWE Volley-Team
Sushi-Abend mit dem SWE Volley-Team
Ärgerlich war hingegen der Sieg von Potsdam gegen Hamburg. Am nächsten Wochenende müssen wir nach Potsdam, ich werde mitfahren und mitfiebern. In dem Spiel geht es um eine ganze Menge im Abstiegskampf! Den halben Sonntag habe ich mit der Vorbereitung auf dem zweiten Sushi-Abend mit dem Team verbracht. Bereits vor zwei Wochen war die eine Hälfte der Mannschaft bei mir zu Gast und gestern der Rest gemeinsam mit den Trainern und dem Manager. Auch wenn nicht alle für rohen Fisch zu begeistern waren, war es ein runder Abend. Am Ende habe ich den Mädels versprochen nach den nächsten drei Siegen für das ganze Team bei mir auf der Terrasse zu grillen – hoffentlich bald! ffw-31In Marbach war ich am Samstag Abend bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr. Schade, dass dieses Jahr alle anderen Fraktionen des Erfurter Stadtrats nicht vertreten waren – in Wahlkampfjahren ist das hingegen stets anders… Wie in jedem Jahr war ich aber gerne dort, weil man viel an Informationen über ein intaktes Vereinsleben mitnehmen kann und vor allem auch einmal Danke sagen kann. Im letzten Jahr wurde vor allem die Bambini-Feuerwehr ausgebaut und von der Alters- und Seniorenabteilung die historische Feuerwehrspritze von 1729 saniert und liebevoll aufbereitet. Sie steht jetzt im Feuerwehrgerätehaus und wartet darauf zur 800-Jahr-Feier von Marbach präsentiert zu werden.

Kindertageseinrichtung als Eltern-Kind-Zentrum

Eröffnung durch Ministerin Taubert
Eröffnung durch Ministerin Heike Taubert
Bis wir in Thüringen ein funktionierendes System vom Eltern-Kind-Zentren an Kindertageseinrichtungen wird noch einige Zeit vergehen, aber Thüringen macht sich auf den Weg. Dies das Fazit der heutigen 1. Fachtagung des Sozialministeriums zum Thema in der Fachhochschule Erfurt. Vor allem bei Leiterinnen von Kitas, Trägervertretern, aber auch Vertretern von den Thüringer Familienzentren war das Interesse groß – rund 180 Teilnehmer waren zur Tagung gekommen und so musste der große Hörsaal genutzt werden. Sozialministerin Heike Taubert verwies auf die Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD, die den Ausbau der Kitas zu Eltern-Kind-Zentren formuliert hatte. Die Fachhochschule Erfurt als Kooperationspartner und Frau Prof. Michaela Rißmann von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaft als Verantwortliche für die Konzepterarbeitung und modellhafte Umsetzung, nehmen die Aufgabenstellung ernst. Leider fehlt aber beim für Kitas verantwortlichen Kultusministerium noch der rechte Ansprechpartner – zumindest war heute keiner vom TKM da. Insbesondere der niedrigschwellige Zugang zu Eltern und der Umstand, dass nahezu alle Kinder Kitas besuchen, machen die Kindertageseinrichtung zu geeigneten Projektpartnern. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird das Modell umgesetzt. Noch ist allerdings nicht klar an wie vielen Kitas, bis zu 20 erscheinen möglich. fh-erfurtUngeklärt ist auch noch, ob die Jugendämter verantwortlich ins Boot geholt werden. Ich halte dies für zwingend notwendig, schließlich handelt es sich bei den Hilfen zu Erziehung klar um eine kommunale Aufgabe. Oft genug beklagen die Ämter, dass sie zu spät von Problemfällen erfahren. Ich ahne aber auch, hier wird schnell die Kostenkarte gezogen. Mit den im Haushalt des Landes für 2011 vorgesehenen 155.000 Euro jedenfalls wird dieses Projekt auf Dauer nicht zu schultern sein. In NRW ist beispielsweise die Zielstellung, bis 2012  rund ein Drittel der Kitas zu Familienzentren auszubauen. Das wären dann über 3.000 Kitas und diese sollen jeweils 12.000 Euro jährlich erhalten – klagen allerdings auch dies sein zu wenig. In NRW steht thematisch die Bekämpfung von Sprachdefiziten auf dem Programm. Prof. Rißmann erläuterte heute auch am Beispiel von Großbritaniens Early Ecelelence Centres welche Chancen bestehen wenn Eltern Wertschätzung, Entlastung und Unterstützung erfahren. Seit 1998 arbeiten die Einrichtungen nach diesem Prinzip – heute als Children Centres. Wichtig ist aber in jedem Fall die Eltern einzubeziehen. In den letzten Wochen habe ich bei Besuchen in Kitas, Familienzentren und Mehrgenerationenhäusern festgestellt, dass es auch bei uns in Thüringen gute Ansätze gibt. Ich bin deshalb jetzt sehr neugierig, welche Kitas wie das Modellprojekt jetzt angehen werden. Im September diesen Jahres soll es losgehen. Zuvor findet am 4. Juli 2011 die zweite Fachtagung zu Thema statt – ich merke mir den Termin schon einmal vor.

Kitas im Zentrum der Diskussion im Jugendhilfeausschuss

Rasselbande
Es wird eng in den Erfurter Kitas...
In der gestrigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses drehte sich wieder vieles um Kindertageseinrichtungen. Zunächst hatten sich die Eltern der Kita in Möbisburg hilfesuchend an die CDU-Fraktion gewandt, weil bei ihnen die Elternkosten für das Mittagessen um 90 Cent pro Portion auf 3,65  Euro (ohne Getränke) sprunghaft ansteigen. Vom Träger wurde dies mit steigenden Kosten für die selbstkochende Küche und dem Wegfall des kommunalen Zuschusses begründet. Früher hatte die Stadt für die selbstkochenden Küchen noch, neben dem 50 Cent-Zuschuss der für jedes Essen gezahlt wird, weitere Zahlungen geleistet. Die Kita in Möbisburg ist eine der wenigen Kitas in Erfurt, die noch selbst kocht. Viele andere Einrichtungen haben schrittweise auf deutlich kostengünstigere Essensbelieferung umgestellt. Im Jugendhilfeausschuss erläuterte gestern der Jugendamtsleiter, dass ein weiterer Zuschuss für die Kita seitens der Stadt eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Einrichtungen sei. Letztlich sei es gemäß Thüringer KitaG eine Mehrheitsentscheidung der Eltern welche Versorgungsform gewählt würde. 4,15 Euro kostet das Mittagssen in Möbisburg – im Durchschnitt aller Einrichtungen sind es 2,60 Euro. Beantragt habe ich gestern, dass das Jugendamt die Kostenkalkulation der Einrichtung bis zur nächsten Jugendhilfeausschusssitzung prüft und ein Gespräch mit den Elternvertretern versucht zu vermitteln. Also das Thema wird uns weiter beschäftigen. Erste Informationen zur zukünftigen Kita-Bedarfsplanung gab es gestern erstmals für die Mitglieder des JHA. Die klassische Bedarfsplanung der letzten Jahre (Platzkapazitäten, Personalbedarf, zusätzliche Förderungen) wird es nicht mehr geben. Künftig soll jede Kita Kinder aufnehmen können bis zu maximalen Platzkapazität gemäß Betriebserlaubnis. Hintergrund sind fehlende Plätze und das Jugendamt greift nun zum Instrument die Einrichtungen “vollzustopfen”. 8.435 mögliche Plätze gäbe es dann in Erfurt, aber in vielen Einrichtungen wird es dann richtig eng. 629 der Plätze sind für Kinder unter 2 Jahren und hinzu kommen noch 221 Tagespflegeplätze. Für Kritik sorgte gestern schon die künftige Bedarfsplanung des Personals. Entgegen der bisherigen Verfahrensweise, bei der das Personal gemäß Kita-Bedarfsplan den Einrichtungen für das ganze Jahr bewilligt wurde wird geändert. Künftig soll es sogenannte Stichtage geben an denen die Kinder gezählt und das Personal danach bemessen wird (am 1.9., 1.12. und am 1.3.). Dies bedeutet, wenn ein Kind nach dem 1. März in eine Einrichtung kommen soll wird es für die Träger schwierig, weil sie dafür das Personal nicht haben. Pragmatische Lösung der Einrichtungen wird sein, dass Kinder eben nur unmittelbar vor dem Stichtag aufgenommen werden (oder gemeldet werden). Es war durchaus gestern zu spüren, dass dies nicht der fachliche Wille des Jugendamtsleiters ist sondern auf Druck der Beigeordneten erfolgte. Auch dieses Thema wird uns erhalten bleiben! Am Rande ging es in Gesprächen der Mitglieder des Jugendhilfeausschusses schon um die neue Kita-Gebührensatzung, die nun mal wieder als ein Entwurf vorliegt. Ich bin sehr neugierig, ob die Satzung noch in Kraft tritt, bevor die Gerichte die noch offenen Verfahren zur alten Kita-Satzung entscheiden.

Kommunale Unterstützung diskutiert

MGH Neuhaus (1)
Diskussionsrunde in Neuhaus
Für die weitere  Arbeit der Mehrgenerationenhäuser ist die Unterstützung und Akzeptanz vor Ort unabdingbar. Am Dienstag diskutierte ich dazu im Mehrgenerationenhaus in Neuhaus mit der Sonneberger Landrätin Christine Zitzmann, dem Landtagsabgeordneten Henry Worm und der Bürgermeisterin von Neuhaus. Ein Finanzierungskonzept für das Haus der Volkssolidarität wird nicht einfach zu erstellen sein, aber es erscheint möglich. Im Haus spielt sich vieles im sozialen Leben der Stadt ab. Jugendclub, Seniorenbegegnungsstätte, Schuldnerberatung, Pflegestützpunkt -die Liste ist lang. Damit ist aber auch klar die Arbeit muss dort fortgeführt werden! Heute habe ich mit den Sozialdezernenten und Amtsleitern der Landkreise bei einer Beratung des Landkreistages zu diesem Thema weiter diskutiert.
landkreistag
Landkreistag in Erfurt
Dabei wurde auch deutlich wie groß die Erwartungshaltung an das Land ist. Eine landesweite Sozialnetzplanung ist nach meiner Meinung unbedingt notwendig. Bereits jetzt muss aber der Blick auch nach vorn gerichtet werden. In drei Jahren werden die MGHs in kommunale Verantwortung übergehen, da bleibt noch viel Lobbyarbeit zu tun. Für mich waren beide Termine hilfreich in Vorbereitung der Bund-Länder-Koordinierungsgruppe in Berlin Ende März.