Geschönte Zahlen bei Zooparkbesuchern

Panse fordert erneut Hoyers Rücktritt Mit Erschrecken nimmt CDU-Fraktionschef die jüngsten Meldungen zur Erfassung der Zooparkbesucher auf. Offenbar wurden die Besucherzahlen in den letzten Jahren bewusst schön gerechnet. Auch auf Nachfrage der CDU-Fraktion wurden diese Zahlen von der zuständigen Beigeordneten Kathrin Hoyer wiederholt unter Einbeziehen unrealistischer und unüberschaubarer Berechnungsmethoden der Öffentlichkeit und dem Stadtrat dargestellt. Damit fehlen nachvollziehbare Informationen. Die CDU-Fraktion fordert daher erneut Hoyers Rücktritt. Es sei zu hinterfragen, wie lange sich der Oberbürgermeister dieses Drama noch ansehen will, ohne einzuschreiten. „Der lapidare Umgang der Beigeordneten mit den ihr anvertrauten Aufgaben ist inzwischen hinlänglich bekannt. Der Zoopark gehört ebenfalls dazu und ist damit ein weiterer Fall in der Reihe ‚Pleiten, Pech und Pannen‘. Dass sie immer noch in ihrem Amt ist und der Oberbürgermeister sie trotz allem gewähren lässt, ist ein Skandal“, kritisiert Panse. Dabei erinnert er an die Mehrkosten beim Elefantenhaus und die Schließung des Aquariums sowie darüber hinaus an die Multifunktionsarena. Die Weise, wie Hoyer an dieser Stelle versucht, die „geschönten Zahlen“ im Vergleich mit anderen Zoos noch zu rechtfertigen, sei demnach an Unverfrorenheit kaum zu überbieten. „Mich empört besonders, dass diese Praxis offensichtlich seit Jahren der Beigeordneten bekannt war. Dennoch wurde bei Forderungen nach Fördermitteln oder Stadtratsvorlagen, die höhere Eintrittspreise rechtfertigen sollten, mit diesen getürkten Zahlen argumentiert“, kommentiert Panse weiter. Um den Übergang nicht zu drastisch zu gestalten, wurden für 2015 Jahreskarten nur noch mit dem halben Faktor berechnet, hieß es am 7. Juni in der TA und in der TLZ mit Bezug auf Aussagen der Beigeordneten. Dies belegt, dass sich Hoyer sehr wohl der schlechten Entwicklung bei den Besucherzahlen bewusst war. Sie hat diese scheinbar wissentlich dem Stadtrat verschwiegen. Die CDU befürchtet fortlaufende Kollateralschäden durch Hoyers Agieren. „Das Schönreden von Fehlern, die sie zu verantworten hat, muss ein Ende haben. Permanent wird die Schuld auf andere geschoben, wie jüngst bei der Schließung der Dauerausstellung im Volkskundemuseum. Auch der Stadtrat muss gelegentlich als Sündenbock herhalten. Hinsichtlich der Hoyer-Meldungen erinnert der regelmäßige Blick in die Zeitung vielmehr an den Film ‚Täglich grüßt das Murmeltier‘ bezüglich des Verantwortungsbereichs von Frau Hoyer. Sie bietet keine Lösungen bei Problemen, sondern ist Teil und Verursacherin vieler Probleme im Rathaus. Sie kann den ihr unterstellten Verantwortungsbereichen am besten nützen, indem sie zurücktritt“, erklärt Panse abschließend.

Der Druck und der Sanierungsstau an Schulen steigen weiter

Das Werk von KOWO und Stadtverwaltung
Das Werk von KOWO und Stadtverwaltung
Immerhin rund ein Drittel der Stadtratsmitglieder waren heute Abend bei einer gemeinsamen Sonderausschusssitzung zur Vorstellung des Ergebnisberichts “Schulen” im Finanz- und Bildungsausschuss. Bereits 2015 wurde die Verwaltung durch den Stadtrat beauftragt den Bericht zu erstellen – nun nach zwei Jahren liegen 319 bedruckte Seiten vor. Die ernüchternde Bestandsaufnahme für die 81 kommunalen Schulgebäude und 45 Schulsporthallen benennt einen hohen Sanierungsbedarf insbesondere bei den Typenbauten. 406 Millionen Euro beträgt der aktuelle Sanierungsbedarf. Bei einem Sanierungszeitraum von 10 Jahren werden es 450 Millionen, bei 20 Jahren wären es 520 Millionen. Zugleich rechnet die Verwaltung (jetzt) mit einem Schülerzuwachs von 20 Prozent in den nächsten Jahren. Es befremdet, dass diese Zusammenstellung erst jetzt kommt, als ob die Missstände nicht schon seit Jahren bekannt wären. Auch der Schülerzuwachs ist keine neue Botschaft. Das haben wir in den Kitas seit vielen Jahren nach den steigenden Geburtenzahlen erlebt – logisch, dass die Kinder alle irgendwann im schulpflichtigen Alter ankommen. Mich irritiert, dass die Verwaltungsspitze einschließlich des Oberbürgermeisters und der zuständigen Beigeordneten erst jetzt auf die Idee kommt, das Thema zu bearbeiten. Der zuständige Amtsleiter hat schon vor mehreren Jahren darauf hingewiesen, dass Erfurt bis zu fünf Schulneubauten braucht. Wenn man sich dann ansieht, was um den notwendigen Neubau in Hochheim, die Sanierung in Vieselbach oder die Stärkung des Schulstandorts Kerspleben immer noch für ein Gezerre gibt, zweifelt man, ob die Signale nun endlich angekommen sind. Von einem Finanzierungskonzept sind wir nach wie vor weit entfernt. Zu dem vom Oberbürgermeister theatralisch angekündigten Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden gibt es keinen Termin. Aber immerhin werden die Verantwortlichen nun das Thema nicht mehr ohne einen Lösungsvorschlag vom Tisch bekommen.

Begegnungszone mit Gefährdungspotential?

Von oben betrachtet sieht der Anger gut aus...
Von oben betrachtet sieht der Anger gut aus…
Eigentlich sollten die zentralen Plätze der Stadt ein Aushängeschild sein. Sie sollten Besucher begrüßen, Touristen begeistern und von den Einheimischen als Zentren angenommen werden. Viele der Erfurter Plätze erfüllen diese Kriterien. Der Bahnhofvorplatz ist der erste Anlaufpunkt für Bahnreisende und der Domplatz mit täglich vielen Bussen und dem Parkhaus ist es für viele motorisierte Besucher. Gemeinsam sind Touristen den ganzen Tag in der Stadt mit Einheimischen unterwegs und sammeln dabei positive und negative Erfahrungen mit der Begegnungszone. Positiv ist zweifellos der ÖPNV in Erfurt zu bewerten. Im Minutentakt sind Bahnen der EVAG unterwegs und kreuzen auf dem Anger. Der Fischmarkt vor dem Rathaus ist schön geworden und der Wenigemarkt ebenso. Dazwischen gibt es den Benediktsplatz. Wenn die Rathausbrücke fertig saniert ist sind die drei Plätze wieder direkt verbunden. Nicht nur bei schönem Wetter sind viele Touristengruppe und Einheimische auf dem Anger unterwegs. Leider häufen sich da inzwischen negative Erfahrungen. Manche Erfurter meiden den Platz zumindest in den Nachtstunden und heute hat die Polizei Alarm geschlagen. Der Anger könnte das zweifelhafte Etikett “Gefährlicher Ort” bekommen. Damit würde er der Magdeburger Allee und dem Bahnhofsvorplatz folgen. Den Orten gemein scheint zu sein, dass dort viele Straftaten zu verzeichnen sind. Bevor es soweit kommt, sollten sich Stadt und Land dringend an einen Tisch setzen und Lösungsmöglichkeiten besprechen. Ich bin mit meiner CDU-Stadtratsfraktion verärgert und befremdet darüber, dass dieser schleichende Prozess stattfindet und die Stadt völlig inaktiv bleibt. Vor Jahren warben die Jusos mit dem zweifelhaften Slogan “Erfurt schön saufen” und mit Grünen und Linken für akzeptierende Ansätze in der Drogenarbeit. Beides trägt nun Früchte. Alkoholkonsumenten trifft man auf dem Anger rund um die Uhr und spätestens wenn sie in Gruppen auftreten wird es unerfreulich. Hinzugekommen ist nach Einschätzung der Polizei ein zunehmender Drogenhandel. Begünstigend wirkt, dass die Durchsetzung der Stadtordnung häufig nur bis zu den Falschparkern reicht, aber nicht in die Fußgänger- und Begegnungszone. Wir haben vor Jahren leider vergeblich die Einrichtung einer Anger-Polizeiwache gefordert. es ist Zeit dieses Thema erneut mit dem Land zu diskutieren. Was die Stadt dazu beitragen kann, dass der Anger wieder zur lebens- und liebenswerten Begegnungszone wird, werden wir im Stadtrat thematisieren.

Pentecost Service in Weimar

Ostern in San Francisco - Pfingsten in Weimar
Ostern in San Francisco – Pfingsten in Weimar
Besonders eindrucksvoll war der heutige Pfingstmontagsgottesdienst in der Jakobskirche in Weimar. Nachdem ich zu Ostern mit meinen drei Söhnen bei einem zweisprachigen Gottesdienst in San Francisco war, haben wir heute die Möglichkeit zum Besuche des englischsprachigen Gottesdienstes in Weimar genutzt. Die Geburtstagsfeier der Kirche fand in Thüringen zum vierten Mal auch in Englisch statt. Gemeinsam mit dem Gospelchor “Jakob Singers” gestaltete der Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen Prof. Dr. Michael Haspel einen Gottesdienst in Englisch. Ich finde die amerikanische Art seinen Glauben mit viel Halleluja zu feiern ebenso beeindruckend, wie das gemeinsame Kaffeetrinken nach dem Gottesdienst. Zudem bot der Aufstieg auf den Kirchturm der Jakobskirche eine tolle Aussicht auf die Klassikerstadt. Bilder aus Weimar  

Erster Saisonsieg

Mächtig stolz auf meinen Großen
Mächtig stolz auf meinen Großen
Mächtig stolz war ich am Pfingstwochenende auf unseren Sohn. Seit etlichen Jahren spielt er Football bei den Erfurt Indigos. Die ersten Jahre bei der Flagjugend und ich kann mich noch an den ersten Touchdown und die ersten Siege erinnern. In diesem Jahr wechselte er zur Tackle-Jugend der Indigos und wieder war es eine Phase, in der viel zu lernen gab und demzufolge etliche Niederlagen zu verzeichnen gab. Am Pfingstsamstag hatten sich die Jungs viel vorgenommen. Die Spielweise der Leipzig Hawks hatten sie analysiert und zudem kräftig die Werbetrommel gerührt, damit auch Zuschauer zur Unterstützung am Riethsportplatz waren. Rund 100 Zuschauer sahen zwar zu Beginn einen schnellen Touchdown für die Leipzig Hawks, aber die 6 Punkte blieben das ganze Spiel das einzig Zählbare auf der Anzeigetafel für die Leipziger. Ein Eigenfehler der Hawks brachte noch im ersten Viertel die ersten beiden Punkte und mit dem danach einsetzenden Regen fanden die Indigos ins Spiel. Selbst eine 20minütige Gewitterunterbrechung brachte sie nicht mehr aus dem Konzept. Die Defense-Line stand und vorne gab es umjubelte Punkte. Zwei schöne Touchdowns brachten mit den Zusatzpunkten den verdienten 16:6 Sieg. Erster Sieg der Saison! Nächstes Wochenende geht es nach Jena. Mit der 0:50 Niederlage aus dem Hinspiel wird es eine schwere Geschichte, aber unsere Junges haben Selbstvertrauen getankt. Natürlich sind wir auch in Jena kommende Woche wieder mit dabei! Bilder der Indigo-Jugend  

Kinder- und Elterntag

Eine der größten Erfurter Familienveranstaltungen ist das jährliche Entenrennen
Eine der größten Erfurter Familienveranstaltungen ist das jährliche Entenrennen
Durchaus bekannt ist, dass der 1. Juni eines jeden Jahres der Kindertag ist und dieser dem Muttertag und dem Vatertag folgt. Wobei es sich beim Vatertag natürlich um dem Feiertag Christi Himmelfahrt handelt. Dass es einen weiteren Vatertag gibt, den Internationalen Vatertag der immer am 3. Sonntag im Juni ist, ist weniger bekannt. Eben so wenig bekannt ist es offensichtlich, dass der heutige 1. Juni zugleich der Weltelterntag ist. Zumindest bin ich erstaunt, das selbst viele Familien- und Sozialpolitiker nichts davon wissen. Im Jahr 2012 hat die UN den 1. Juni zum Internationalem Tag der Eltern erklärt. Der Weltelterntag wurde per UN-Resolution ins Leben gerufen, allerdings wird er bis jetzt eigentlich nur in den USA und Südkorea begangen. Etwas bekannter ist da schon der Internationale Tag der Familie – ebenfalls zurück gehend auf eine UN-Resolution, allerdings aus dem Jahr 1996. Es ist ausgesprochen erfreulich, dass es im Frühling und im Frühsommer gleich etliche Tage gibt, die an die Bedeutung der Familie und der Eltern erinnern. In offiziellen Reden wird immer wieder darüber gesprochen, wie wichtig für unsere Kinder das gute Aufwachsen ist – auch heute im Landtag und im Bundestag. Der Landtag diskutierte heute fast fünf Stunden über Bildungspolitik – leider war von der Bedeutung der Eltern dabei nur wenig die Rede. Der Bundestag hat heute (wahrscheinlich auch ohne Bezug zum Weltelterntag) die Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes beraten. Was das wichtigste für Kinder ist und bleibt, ist das ihre Eltern für sie da sind und mit ihnen zeit verbringen. Leider nehme auch ich mir zu wenig Zeit für meine drei Söhne. Ich habe nicht zu wenig Zeit – ich nehme mir zu wenig Zeit – dies ist ein gewaltiger Unterschied! Aber auch dafür ist der Weltelterntag da, dass man darüber nachdenkt und sich Besserung vornimmt. In den letzten Monaten und Jahren ist es besser geworden, allerdings gibt es auch eine Menge nachzuholen. In Thüringen gibt es viele Einrichtungen und Träger, die sich um Familien kümmern. Durch meine Tätigkeit als Leiter der Elternakademie der Stiftung FamilienSinn habe ich mit vielen beruflich zu tun. Ich nutze deshalb auch gerne einmal die Gelegenheit ein herzliches Dankeschön den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser, Familienerholungsstätten und vielen Träger zu sagen.

Zielanflug 1. Liga

Airport Erfurt-Weimar
Airport Erfurt-Weimar
Derzeit geht es zwar auf die Sommerferien zu und viele Mannschaftssportarten sind schon eine ganze Weile in der Spielpause, aber um so mehr haben jetzt die Vereinsverantwortlichen zu tun mit der Vorbereitung der neuen Saison. In der Regel geht es dabei darum, die Lizenzbedingungen der Verbände zu erfüllen, notwendige Gelder zu beschaffen sowie Trainer und Spieler zu verpflichten. All diese Aktivitäten laufen aktuell bei unserem Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam auf Hochtouren und auch beim VfB Suhl Lotto Thüringen. Letzte Woche kündigten die Kollegen in Suhl an, sich aus der 1. Liga zurückzuziehen, weil die notwendigen Sponsorengelder bis zum 1. Juni nicht aufzutreiben seien. Ich freue mich, dass dies nun offensichtlich in letzter Minute nun doch noch glücken könnte und uns der Thüringenderby-Partner in der ersten Liga erhalten bleibt. Wir haben in Erfurt am Montag in einer Vorstandssitzung den aktuellen Stand der Saisonvorbereitung besprochen. Nachdem uns die Liga die Lizenz für die 1. Liga erteilt hat, müssen wir nun noch einige der Auflagen absichern. Für das Hallenbodenthema ist die Lösung praktisch da und auch die anderen Punkte werden wir konsequent abarbeiten. Dank unserer Sponsoren werden wir auch 2017/2018 in der 1. Liga aufschlagen. Neuer Trainer und Spielerinnen sind die nächsten Baustellen. Einen neuen Trainer werden wir schon in den nächsten Tagen vorstellen und Gespräche mit Spielerinnen laufen. In der 3. Liga – allerdings im Fußball – wird es auch wieder Thüringenderbys geben. RWE konnte den Abstieg abwenden und wird diese Woche wohl auch die Lizenzauflagen erfüllen und Jena steht kurz vor der Rückkehr in die 3. Liga. In einer dritten Mannschaftssportart wird es Thüringenderbys gegen. Jena gegen Erfurt bzw. Gotha heißt es in der BBL. Nach einer furiosen Aufholjagt haben die Oettinger Rockets den Aufstieg in den Playoff geschafft. Ich war bei einigen Spielen in der Messehalle dabei und gratuliere herzlich und wünsche viel Erfolg. Finanziell wird das eine große Herausforderung für die Rockets – das Budget für die BBL liegt eher beim Niveau von RWE als bei dem von Schwarz-Weiß Erfurt. trotz des starken Partners der Oettinger Brauerei gilt es viele weitere Partner zu gewinnen. Auch dazu fand gestern Abend der Expertentreff des Businessclubs der Oettinger Rockets. Im Terminal des Flughafens Erfurt-Weimar waren dazu viele Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu zwei interessanten Vorträgen und Gesprächen eingeladen. Zuvor gab es die Möglichkeit bei einer Flughafenführung hinter die Kulissen des Airports zu schauen. Dabei haben wir auch unsere Damen vom Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam getroffen. Nicht auf dem Flug in den Urlaub sondern zum Training. Als Laufpaten des Mitarbeiterteam des Airport trainierten sie für den Unternehmenslauf kommende Woche. Schön, dass auch da die Verbindung zwischen Sponsor und Mannschaft perfekt funktioniert. Bilder vom Flughafen  

CDU-Stadtratsfraktion vor Ort in Vieselbach

Die CDU-Fraktion in Vieselbach
Die CDU-Fraktion in Vieselbach
Fraktionssitzungen finden nicht nur im Rathaus statt! In den Erfurter Ortsteilen ist viel zu tun. Die Stadtverwaltung kümmert dies jedoch nur wenig. Dies ist inzwischen ein bedauernswerter Fakt. In Vieselbach machte sich die CDU-Fraktion deshalb am 29. Mai im Rahmen einer Fraktionssitzung vor Ort ein Bild. Eingeladen hatte der Vieselbacher Ortsteilbürgermeister Bernd Mey. Der Rundgang durch den Ortsteil zeigte erneut, wo in Erfurt der Schuh besonders drückt. Vieselbach ist dabei repräsentativ für viele der Erfurter Ortsteile, die von der Stadtverwaltung vernachlässigt werden. Ein nicht zu übersehendes Problemfeld wurde bereits bei der Anfahrt nach Vieselbach deutlich: Der Zustand der Straßen – z.B. wenn man aus Azmannsdorf kommt. Insbesondere durch den Durchfahrtsverkehr werden die bestehenden Schäden immer größer. Der Ortsteil erhofft sich bereits seit Jahren Besserung. Geld scheint keines dafür da zu sein. Ebenso wenig wie für fehlende Radwege. Bevor die Sitzung begann, führte Bürgermeister Mey durch den Ortsteil. Wie sollte es anders sein, dass die Stadträte der CDU-Fraktion als erstes an der Grundschule einen Stopp einlegten. Auch hier kämpft der Ortsteil seit Jahren für den Erhalt des Grundschulstandortes. Teils wurde dieser sogar komplett in Frage gestellt. Erst durch viel Engagement und durch die Gründung einer Stiftung konnten die Vieselbacher so viel Nachdruck verleihen, dass der geplante Neubau der Grundschule in greifbare Nähe rückt. Bei der Frage nach Ausgleichsflächen verwies Bernd Mey auf das ehemalige Freibad in Vieselbach. Hier gelangt man inzwischen auf eine mehr oder weniger naturnahe Freifläche mitten im Ortsteil. Das Ärgernis daran ist, dass faktisch nichts damit geschieht. Es dümpelt sprichwörtlich vor sich hin. Man könnte diesen Bereich als Ausgleichsfläche nutzen, wenn anderswo Bäume gefällt werden. Nur mangelt es an ausreichender Koordination und scheinbar fehlendem Interesse der Stadtverwaltung. Die Vieselbacher selbst hätten gewiss nichts gegen parkähnliche Grünanlagen einzuwenden. Verärgerung besteht zudem hinsichtlich der Pflege des Bachbetts. Scheinbar wächst das Schilf völlig ungebremst. Es besteht Handlungsbedarf. Wünschenswert wäre beispielsweise eine regelmäßige Pflege. Zuletzt berichtete Mey über weitere Bauvorhaben im Ortsteil. Flächen gibt es noch einige. Ideen sind auch schon da. Demnach ist eine Einfamilienhaussiedlung in Vieselbach geplant. Die CDU-Fraktion ist regelmäßig in den Erfurter Ortsteilen vor Ort, um darauf zu achten, dass diese nicht wie das fünfte Rad am Wagen behandelt werden. Die dort jeweils angesprochenen Themen werden in die Stadtratsarbeit der Fraktion aufgenommen. (Alex Hein) Bilder vom Besuch in Vieselbach

“Das Gegenteil von gut ist gut gemeint”

Die vorgestellte Studie
Die vorgestellte Studie
Reichlich Wirbel verursachte letzte Woche der Abschlussbericht des Forschungsprojektes Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland. Auftraggeberin der Studie war die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer Iris Gleicke (SPD). Bei der Vorstellung der Studie erklärte sie: “Es gibt, nicht in ganz Ostdeutschland, aber in gewissen Regionen und politisch-kulturellen Umfeldern, eine historisch gewachsene Neigung zu Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremen Denken.” Dies hat zu Verstimmung und Widerspruch geführt. Nachdem sich die ersten Journalisten mit der Studie beschäftigten und nachrecherchieren wollten stellte sich heraus, dass etliche der 40 Gesprächspartner entweder nicht zu ermitteln waren, weil die Namen nicht stimmten, oder sie anonymisiert waren. Dies führte dann zu Vorwürfen, dass die Verfasser der Studie vom Göttinger Instituts für Demokratieforschung Interviewpartner erfunden haben könnten, oder zumindest die Auswahl sehr einseitig getroffen hätten. Ich kann nicht beurteilen, wer die anderen 39 Interviewpartner waren und wie sie zu der Studie stehen. Ich kann dies aber für mich tun, weil ich im Sommer letzten Jahres einer der Befragten war. Im Rahmen eines ca. 30minütigen Telefoninterview habe ich meine Meinung als Fraktionsvorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion dargelegt, aber auch vor dem Hintergrund, dass ich als sozial- und jugendpolitischer politischer Sprecher der CDU Landtagsfraktion jahrelang an dem Thema dran war. Mir wurde vor dem Gespräch gesagt, ich sei als Gesprächspartner ausgewählt worden, weil ich mich gegen Rechtsextremismus engagiere. Die Ergebnisse sollen in eine Studienarbeit einfließen und es ginge um allgemeine Frage zum Rechtextremismus und zu speziellen Themen wie dem Protest gegen den Moschee-Bau in Erfurt. Ich habe dem Gespräch natürlich zugestimmt und darum gebeten, die Studienarbeit nach Fertigstellung zu bekommen. Letzteres ist in der Eile der Fertigstellung der Studie offensichtlich großzügig “vergessen” worden. Ich habe mir die Studie zwischenzeitlich aus dem Netz herunter geladen und die rund 200 Seiten gelesen. Überrascht war ich nicht nur von den Schlussfolgerungen sondern auch von der thematischen Einordnung. In der Studie geht es im Kapitel 6 um den Herrenberg in Erfurt und im Kapitel 7 um Ursachen und Hintergründe für Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und fremdenfeindlich motivierte Übergriffe in Erfurt. Die Gesprächspartner dazu wurden anonymisiert. Mit mir wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt darüber gesprochen, ob ich anonymisiert werden möchte, oder nicht – es wurde offensichtlich von den Verfassern eigenverantwortlich entschieden. Die von mir zitierten Sätze sind eine stark verkürzte Wiedergabe. Der daraus folgenden Einordnung und Wertung widerspreche ich ausdrücklich. Ich habe insbesondere zu den begünstigenden Faktoren von Rechtsextremismus eine deutlich andere Meinung, als Frau Gleicke und die Verfasser der Studie. Hauptursache für rechtextreme Positionen sehe ich in mangelnden Zukunftsaussichten, Bildungsdefiziten und fehlender inhaltlicher Orientierung. Hinzu kommt mangelnde Erfahrung im Umgang mit anderen Kulturen und Religionen. Eine „historisch gewachsene Neigung zu Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremen Denken“ vermag ich nicht zu erkennen. Der Erfurter Herrenberg ist ein Schwerpunkt, weil dort ein hoher Prozentsatz von jungen Menschen lebt, denen Zukunftsperspektiven fehlen (Ausbildungsplatz und Job). Zudem hat sich die Stadt Erfurt immer mehr mit Angeboten im Stadtteil zurück gezogen und damit Platz für sich verfestigende neue Strukturen gemacht (dies beklagt u.a. der dortige Ortsteilbürgermeister der bei den Linken ausgetreten ist und sich nunmehr parteilos gegen Rechtsextremismus engagiert). Der Versuch dies der 20 Jahre CDU-geprägten Landesregierung zuzuschieben (das Thema wäre tabuisiert und verdrängt worden), geht fehl. In der Landeshauptstadt haben wir seit über 10 Jahren eine links-link-grüne Koalition. Ich halte das Thema der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus für wichtig und würde mir einen sachlichen Dialog dazu wünschen. Allerdings scheint mir die Studie dafür nur begrenzt hilfreich. Nach Lektüre der Studie habe ich den Eindruck, dass das Ergebnis bereits vor den Interviews feststand und dazu gezielt nach verstärkenden Zitaten und Argumenten gesucht wurde. „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“ hat einmal Kurt Tucholsky erklärt. Link zu der inzwischen überarbeiteten Studie

Feiertag, Brückentag und Wochenende

Das Team Stadtauswahl
Das Team Stadtauswahl
Alles zusammen – das erste verlängerte Sommerwochenende mit Zeit für die Familie und alles, was Spaß macht. Meinen Kurzen habe ich am Vatertag aus Baden Württemberg abgeholt und danach folgte in den vier Tagen viel Spaßprogramm für Papa und Familie. Geburtstagsfeier und Nachgrillen, Motorradtour, Besuch im Erfurter Nordbad, Drohne fliegen mit den Jungs. Fußballspiel und Fahrradtour und heute nach der Rückfahrt nach St. Ilgen ein Abstecher an die Wasserskianlage am St. Leoner See. Seit zwei Jahren fährt auch mein Jüngster Wasserski und so war es ein willkommener Anlass, die Wasserskisaison mit ihm zu starten. Politisch war es nach der Stadtratssitzung am Mittwoch den Rest der Woche eher ruhig. da ich etwas Zeit zum lesen hatte, habe ich mir die Rechtsextremismus Studie einmal zur Brust genommen und schreibe darüber nachher noch etwas. Das Benefizfußballspiel gestern in Bischleben hatte zwar mit dem Oberbürgermeister und einem Stadtratskollegen der SPD noch weitere kommunalpolitische Akteure auf dem Feld und mit Marion Walsmann und Thomas Pfistner auch einen CDU-Stadtratsfanblock, aber das Spiel ging ohne politischen Streit über die Bühne. Das lag auch daran, dass wir gemeinsam in einer Mannschaft spielten 8erstmals war mein mittlerer Sohn mit im Team). Gegen den Bischlebener SV erreichten wir ein 2:6 – durchaus bemerkenswert und mit Lob unseres Trainers Carsten Sänger (ehemaliger DDR-Nationalspieler).