Doppelte Premiere

Begeisterter Applaus
Begeisterter Applaus
Knapp 150 m sind es nur bis zum Erfurter Theater von mir zu Hause. Insofern sind wir oft und gerne und vor allem auch schnell im Theater. Gestern Abend gab es aber eine doppelte Premiere. Erstmals war unser Sohn Jonas bei einer Oper mit im Theater. Seit er Fagott spielt, ist er musikalisch interessiert und zu einem Konzert waren wir auch schon gemeinsam, aber eine Oper eben noch nicht. Mit Macbeth stand auch ausgerechnet eine recht „gewalttätige“ Oper auf dem Premierenspielplan. Erschwerend natürlich in Italienisch, aber wenigstens mit Texteinblendung. Den Shakespeare-Stoff als Verdi-Oper konnte ich meinen Sohn am einfachsten noch als historische „House of cards“-Variante erklären. Die blutige Art sich zur Königskrone zu schieben demonstrierten Herrscherpaare in allen Jahrhunderten. Die Premiere von Macbeth war gestern Abend ein umjubelter Erfolg am Theater in Erfurt. Und das wichtigste – unser Sohn ist jetzt Theaterfan und hat schon einmal im Spielplan nachgesehen, was ihn noch alles interessieren könnte. Zwar ist die Spielsaison schon bald wieder zu Ende, aber neben dem traditionellen Abschlusssinfoniekonzert auf dem Theatervorplatz werden wir sicherlich auch zu den Domstufenspielen gehen.

Sportliches Standard- und Bonusprogramm

Judo-Messe-Cup
Judo-Messe-Cup
Regelmäßig an den Wochenenden verdichten sich die sportlichen Möglichkeiten – sowohl passiv als Zuschauer bei vielen Erfurter Sportveranstaltungen, als auch aktiv (wenn es die Zeit erlaubt) beim persönlichen Fitnessprogramm. Dieses Wochenende bot beide Varianten. Freitag der obligatorische Einstieg in das Wochenende mit einer Squash-Runde. Seit nunmehr 20 Jahren nutze ich mehr oder weniger regelmäßig die Gelegenheit mich im Squash-Court auszutoben – alle ein bis zwei Wochen klappt das. Am Sonntag war dann das Wetter (zumindest am Vormittag) so schlecht, dass noch eine Fitnesseinheit im Sportpark Johannesplatz dazu gekommen ist. 20160422_175513-1-1Passiv als Zuschauer war ich am Samstag mit meinem Sohn bei RWE. Mit dem 2:0 gegen Aalen machte Rot-Weiß den Klassenerhalt sicher und dementsprechend jubelten die knapp 5.000 Fans. Die Saison geht jetzt langsam zu Ende – noch zwei Auswärtsspiele und ein Heimspiel am 7. Mai gegen Cottbus. Volleyball gab es am Wochenende aber auch noch. Sonntag waren wir Ausrichter der Thüringenmeisterschaft der U12. Wie bei den Großen haben auch die Kleinen um jeden Ball gekämpft. Mal sehen ob wir die eine oder andere Spielerin eines Tages in der Bundesligamannschaft sehen werden 😉 Zum sportlichen Bonusprogramm gehörte am Samstag der 19. Thüringer Judo-Messe-Cup. Rund 1000 Judoka aus 8 Ländern und 118 Judo-Vereinen waren in der Erfurter Leichtathletikhalle. Gerne war ich auch in diesem Jahr als Ehrengast dabei. Das Wetter erlaubte es dann wenigstens Samstagnachmittag noch zum Autofrühling auf den Domplatz zu pilgern. Leider geht die Zahl der sich daran beteiligenden Autohäuser seit Jahren zurück und so fehlt etwas die Vielfalt. Aber da es ja auch gerade erst vor ein paar Monaten ein neues Auto geworden ist, diente der Autofrühling sowieso auch im Wesentlichen der Autobegeisterung meines Sohnes 🙂

Beneficus Party

ANNRED
ANNRED
ANNRED war der Hingucker und Hinhörer des Abends bei der Beneficus Party des Kinderhospizes Mitteldeutschland im Erfurter Presseclub. Seit 11 Jahren gibt das erfolgreichste ehrenamtlich geführte Sozialprojekt in Ostdeutschland. Durch das wahnsinnige Engagement von Klaus-Dieter Heber und Stephan Masch sowie vieler Unterstützer ist ein Erfolgskonzept nicht nur geschrieben, sondern vor allem umgesetzt wurden. Ich kann mich noch an den Start im Jahr 2005 erinnern. Damals gab es viele Skeptiker, die sich nicht vorstellen konnten, dass einmal die benötigten Millionen an Spenden zusammen kommen würden, um das Kinderhospiz zu bauen und dann zu betreiben. Leider war es am Anfang so und ist es auch bis heute geblieben, dass sich die Politik (quer durch alle Landesregierungen) sehr mit ihrer Unterstützung zurück gehalten hat. Viele Abgeordnete des Landtags und des Bundestages gehören zu den Unterstützern aber im regierungsoffiziellen Handeln hat sich dies nicht bemerkbar gemacht. Benificus (7)Über sieben Millionen Spenden flossen in den letzten Jahren und Spenden werden auch weiter benötigt, denn auch der Betrieb des Hauses in Tambach-Dietharz kostet Geld. Trotz gesetzlicher Veränderungen werden für die Kinderhospize immer noch nicht alle Kosten getragen. Deshalb bleibt es wichtig Unterstützer neu zu gewinnen – aber auch den seit Jahren engagiert mithelfenden Dank zu sagen. Dazu organisieren Stephan Masch und seine Mitstreiter regelmäßig Veranstaltungen, die die Unterstützer zusammen bringen und motivieren weiter zu machen. Auch diese Abende sind nur möglich, weil große Partner dabei helfen – heute war es die Landeswelle. Dazu gehören auch die vielen Botschafter, die helfen und unterstützen. Künstler, Sportler und Prominente unterstützen und tragen dankenswerter Weise die Idee und die Arbeit die des Kinderhospizes mit und standen und stehen dafür auf der Bühne. In all den Jahren ist inzwischen eine beachtliche Anzahl an gelungenen Veranstaltungen zusammen gekommen. Bei den vielen schönen Erinnerungen bleibt aber die wichtigste und prägendste Erinnerung die Eröffnung des Kinderhospizes am 1. November 2011 in Tambach-Dietharz.

Bürgerbeteiligung als Feigenblatt?

Große Worte...
Große Worte…
Heute Nachmittag tagte im Rathaus die ganz große (nicht-öffentliche) Kapelle – gleich sieben Fachausschüsse des Stadtrats trafen sich zu einer gemeinsamen Beratung. Der klangvolle Titel der Beratungsvorlage lautet „Satzung der Landeshauptstadt Erfurt über die Durchführung von Erhebungen und zur aleatorischen Bürgerbeteiligung“. Klingt mächtig gewaltig und könnte es auch sein – aber nicht in Erfurt. Nachdem die Verwaltung mit dem Bürgerbeteiligungshaushalt schon (mangels Beteiligung und Einflussnahme) baden gegangen war gab es gerade in jüngster Vergangenheit zunehmend Bürgerinitiativen. Leider waren es genau diese BI´s, die die Verwaltung regelmäßig „zum Jagen tragen mussten“ und trotzdem unzufrieden waren, weil wenig bis nichts heraus kam. Bürgerbeteiligung ist in Erfurt leider nur dann gewünscht, wenn es der Verwaltung genehm ist. Wenn es unangenehm wird (Villa Drei-Käse-Hoch, Stotternheim, Nordhäuser Straße, MAN-Straße), wird nach Erklärungen und Rechtfertigungen gesucht. Und wenn es dann ganz unbehaglich wird, werden selbst Stadtratsanträge oder Stadtratsanfragen mit Verweis auf Unzuständigkeit von der Tagesordnung gefegt. „Die Nachfrage nach qualitativ-hochwertigen Informationen aus der Bürgerschaft zu stadtrelevanten Themen durch den Stadtrat und die Fachämtern ist gestiegen.“ – so schreibt es die Verwaltung in der Sachverhaltsbegründung. Derzeit können oder wollen die Verwaltung bzw. der Oberbürgermeister die Nachfragen nach qualitativ-hochwertigen Informationen von Seiten der Bürger oder des Stadtrats nicht beantworten. Zur jetzigen geplanten Bürgerbeteiligung gibt es wohlmeinende Worte und viel bedrucktes Papier. Ob dies tatsächlich die Bürgerinnen und Bürger der Verwaltung näher bringt – oder gar, die Verwaltungsspitze zu einem offenen Ohr und einer Antenne für die Erfurterinnen und Erfurter, würde ich gerne glauben. Allerdings schweben über jeder Befragung und Entscheidung Finanzierungsvorbehalte.

Konstruktive Arbeit im Stadtrat und in Ausschüssen zunehmend blockiert

In hohem Maße besorgt zeigte sich der der Vorsitzende der CDU-Fraktion Michael Panse über die aktuelle Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und dem Stadtrat. Es werden zunehmend Beschlüsse des Stadtrates durch den Oberbürgermeister und die Verwaltung infrage gestellt, beanstandet oder Anträge noch einmal gestellt, wenn das Abstimmungsergebnis nicht passt. Anfragen werden unzureichend oder teils gar nicht mehr beantwortet. Panse erklärt dazu: „Momentan ist die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Stadtrat alle andere als konstruktiv. Vielmehr herrschen Chaos und gravierende Widersprüche in der derzeitigen Verwaltungsstruktur. Der Oberbürgermeister entscheidet scheinbar nach Gutsherrenmanier, was in Erfurt geht und was nicht. Unbequeme Diskussionen werden wohl möglich von vorn herein verdrängt? Ein Einlenken ist nicht in Sicht. Die CDU-Fraktion fordert deshalb klare Regeln und eine generelle Klärung. Im äußersten Fall ist eine gerichtliche Prüfung notwendig.“ Ein markantes Beispiel der letzten Stadtratssitzung ist der Beschluss zum Jahresabschluss der KoWo mit dem Ergebnis von 17 Ja-Stimmen, 19 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen. Der Antrag wurde eindeutig vom Rat abgelehnt, steht jedoch in der kommenden Stadtratssitzung am 27. April 2016 erneut auf der Tagesordnung. Dies widerspricht der Geschäftsordnung des Stadtrates. Dort ist Folgendes im § 7(2) geregelt: „Angelegenheiten, die der Stadtrat abgelehnt hat, können von demselben Antragsteller frühestens ein Jahr nach der Ablehnung wieder eingebracht werden. Sie sind allerdings zulässig, wenn begründet dargelegt wird, dass die entscheidungserheblichen Tatsachen sich verändert haben.“ Für Letzteres gibt es bisher keinerlei Anhaltspunkte. Sowohl die Drucksache, als auch die dazu gehörenden Stellungnahmen sind im konkreten Fall der KoWo wortgleich. Ein weiteres Beispiel ist die Beanstandung des Antrags zu einem Fördermittelantrag für die Grundschule Vieselbach. Angestoßen durch diesen Antrag berät der Bildungsausschuss in seiner nächsten Sitzung über die Zuständigkeit von Fördermittelanträgen im Schulbereich. In ihrer Stellungnahme schließt die Verwaltung jedoch eine Mitsprache von Rat und Ausschüssen aus. Zuvor hatte jedoch der Stadtrat dafür gestimmt, dass die Verwaltung beauftragt wird, den Fördermittelantrag zu stellen. Auch diesen Beschluss stellt die Verwaltung infrage. Dazu äußerte sich der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion und Bildungsausschussvorsitzende Michael Hose: „Wir Stadträte haben eine demokratische Legitimierung und damit eine Verantwortung gegenüber den Bürgern. Die Entscheidung darüber, für welche Schulen, Kindergärten oder Bauprojekte Fördermittel vom Bund oder Land eingesetzt werden, muss durch die vom Bürger gewählten Stadträte erfolgen. Die Fachausschüsse müssen zuvor beraten können. In der Vergangenheit war dies immer der Fall. Wir fordern die Verwaltungsspitze dazu auf, zu einem fairen Miteinander zum Wohle der Stadt zurückzukehren.“

Amalie lebt…

Mit Beate Meißner in der Spielzeugstadt
Mit Beate Meißner in der Spielzeugstadt
Natürlich lebt die Namensgeberin der Villa Amalie schon sehr lange nicht mehr – schließlich wurde die Villa 1847 in Sonneberg gebaut und nach der Ehefrau des Bauherrn Adolf Fleischmann benannt. Die Villa Amalie lebt aber immer noch und beherbergt engagierte Menschen, die etwas für ihre Stadt tun. Heute war ich einmal wieder in der Villa in Sonneberg zu Gast. In den vergangenen Jahren war die Villa Amalie eines der 30 Thüringer Mehrgenerationenhäuser. Auch nachdem es 2012 aus der Bundesförderung heraus gefallen war, besuchte ich das Haus noch zwei Mal und wir haben darüber diskutiert, wie die wichtige Arbeit fortgeführt werden kann. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Beate Meißner war ich heute bei einer Gesprächsrunde mit der Leiterin der Einrichtung Birgit Pfüller und Vorstandsmitgliedern des Vereins Sonneberger Spielzeugwelt e.V.. Von ihren gemeinsamen Aktivitäten mit den Freunden der Sonneberger Sternwarte sowie der neuentstandenen Puppenwerkstatt konnten wir erfahren, sowie von den Plänen, sich zu einem Familienzentrum zu entwickeln. So wünschenswert dies auch für alle Beteiligten ist, wird dies ein langer Weg. Voraussetzung für die Anerkennung als ein Familienzentrum ist nicht nur das kommunale Bekenntnis, sondern vor allem auch die kommunale Mitfinanzierung. Dazu soll es nun in den nächsten Tagen Gespräche geben. Beate Meißner wies aber darauf hin, dass Sonneberg ohne Haushalt für das Jahr 2016 ist und somit bestenfalls über finanziellen Planungen 2017 gesprochen werden könne. In der Zwischenzeit soll es weiter Projekte geben, damit die Villa weiter lebt und gedeiht. Bilder vom Besuch in Sonneberg  

Für große und kleine Jungs…

Papa-Sohn-Wochenendprogramm
Papa-Sohn-Wochenendprogramm
Alles was ein gelungenes Wochenende ausmacht war dabei. Nur der Fahrtstress trübte das schöne Bild – und natürlich das nicht so schöne Wetter. Am Freitag Abend habe ich den Kurzen in Heidelberg abgeholt und dabei (zum ersten Mal in den letzten vier Monaten) etwas Zeit im Stau zugebracht. Sonntag Nachmittag bei der Rückreise war die Piste dafür frei. Am Vormittag gab es ein gemeinsames Frühstück mit unserem SWE Volley-Team im Willy B. Das Wetter war so verregnet, dass jegliche Außenaktivitäten ausgeschlossen waren. Glücklicherweise kam aber am Samstag Nachmittag noch die Sonne raus und so klappte es mit einem Besuch beim open house von Harley-Davidson. Im letzten Jahr war ich mit Jonas dort und habe seinem kleineren Bruder davon erzählt. Nach dem er im letzten Jahr schon ein paar Mal mit dem Motorrad mitgefahren war, wollte er gerne auch einmal auf einer Harley mitfahren. Bei Sonnenschein wurde es eine ausgiebige Probefahrt mit einer Sportster 1200. Das macht schon mächtig Spaß – aber bei rund 12.000 Euro Investitionskosten wird es wohl meine gute alte NTV noch etwas machen. In jedem Fall ist jetzt mein jüngster Sohn genauso mit dem Bikervirus infiziert, wie sein Papa und seine beiden Brüder. Auf geht es in die Saison – gemeinsame Touren planen 🙂 Während die Bike-Saison gerade startet ist die Volleyball-Saison nun endgültig vorbei. Traditionell ist das TVV-Pokalfinale das letzte Spiel der Saison und zum 22. Mal in den letzten 28 Jahren haben wir es gewonnen. Erst viele Jahre als TuS Braugold und jetzt als SWE Volley-Team. Fünf Mal hat Suhl den Pokal geholt und ein Mal Meiningen. Der VV Meiningen war auch der diesjährige Gegner. Nach dem Männerfinale am Nachmittag (hier gewann der EVC überraschend gegen die höherklassige Mannschaft aus Gotha) gewannen unsere Mädels schnell mit 3:0. Um so mehr Zeit blieb, eine tolle Saison zu feiern. Und es gab auch ein paar Tränen. Kelsey Snider und Anna-Sofia Franke musste ich verabschieden. Beide gehen in die USA – Kelsey zurück und Anna zum Studium. Alles Gute und vielen Dank für ein tolles Engagement in Erfurt! Der Sonntag war dann Familientag – wieder mit schlechtem Wetter und deshalb mit einer 100m langen Warteschlange vor der Messehalle. Nahezu alle Eltern in Erfurt und Umgebung hatten die gleiche Idee – die Kinderkult-Messe 2016. Nach 30 Minuten Wartezeit waren wir drin und wurden mit vielen Angeboten entschädigt. Football, Radfahren, Klettern, Modellautos fahren und Angeln beim THW waren die Programmpunkte, die wir geschafft haben. Im nächsten Jahr werden wir mehr Zeit einplanen.

Zügige Klärung zu den Verträgen mit Tagespflegemüttern gefordert

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 14. April 2016 wurde auf Antrag der CDU-Fraktion erneut über das Thema „Tagesmütter“ diskutiert und von der Verwaltung über den aktuellen Stand informiert. Laut einer Verwaltungsvorschrift des zuständigen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (vgl. Thüringer Staatsanzeiger, Ausgabe 51/2015, 371), die ab dem 1. April 2016 gilt, müssen die Kommunen neue Verträge mit den Tagespflegemüttern abschließen. Die Ankündigung dieser neuen Verträge und ein erster Entwurf des Erfurter Jugendamtes sorgten zu Beginn des Jahres für große Unruhe bei den Tagespflegemüttern. Bis Ende März sollte der Jugendhilfeausschuss über die abzuschließenden neuen Verträge informiert werden. Der Vertragsentwurf wurde nach einer Gesprächsrunde mit den Erfurter Tagespflegemüttern von der Verwaltung überarbeitet, allerdings dem Jugendhilfeausschuss noch nicht vorgelegt. CDU-Fraktionschef Michael Panse wies darauf hin, dass es offene Fragen sowohl bei den Stadträten, als auch bei den Tagesmüttern selbst gibt, beispielsweise hinsichtlich der Urlaubs- oder Krankheitsregelungen. Die Bürgermeisterin und Sozialbeigeordnete Thierbach hat in der Vergangenheit erklärt, die Bedingungen für die Tagesmütter würden sich nicht verschlechtern. Dennoch haben zum jetzigen Zeitpunkt nach Aussage des Jugendamtes erst 30 der rund 70 Tagespflegemütter den Vertrag unterzeichnet. Offensichtlich bestehen noch Unsicherheiten und Klärungsbedarf oder sie wurden nicht ausreichend durch die Verwaltung über die Vertragsinhalte informiert. Das Jugendamt geht davon aus, dass bis zur gesetzten Frist am Monatsende noch weitere Tagespflegemütter den Vertragsentwurf unterzeichnen, droht aber anderenfalls schon vorsorglich mit der Kündigung der noch bestehenden Verträge. CDU-Fraktionschef Michael Panse erklärt dazu: „In Erfurt sind die bei Tagesmüttern betreuten Kindern in den letzten fünf Jahren um knapp 100 auf 316 Kinder gestiegen. Falls nun mit einzelnen Tagespflegemüttern kein neuer Vertrag zustande kommen kann und die Stadt einzelne Verträge aufkündigt, würde das bereits bestehende Betreuungsproblem in Kitas noch verstärkt werden. Mit dem Wegfall der Plätze müsste die Stadt den rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz gewährleisten. Die CDU findet es bedauerlich, dass sich das Verfahren zur einvernehmlichen Lösung so lange hinzieht, und hat für den nächsten Jugendhilfeausschuss beantragt, dieses Thema unter Beteiligung der Tagesmütter auf die Tagesordnung zu setzen. Wenn die Verwaltung in dem Bereich nicht schnell zu einer Lösung kommt, werden die Kinder und Eltern dieses wochenlange Gezerre ausbaden müssen.“

Langzeitprojekte

Never ending story
Never ending story
Langläufer sind im Sport mit Kondition ausgestattet – bei Langzeitprojekten in öffentlichen Verwaltungen nennt sich dies Beharrungsvermögen. Wenn es sich dabei um erfolgreiche Langzeitprojekte handelt, ist dies genau richtig. Wenn es sich allerdings um Planungsprojekte handelt, die jahrelang nur geplant werden, muss das Beharrungsvermögen (oder das trotzige „weiter so“) natürlich kritisch hinterfragt werden. Gleich zwei solcher Themen haben es diese Woche einmal wieder in die Ausschüsse des Stadtrats geschafft. Das Parken auf dem Schulgelände war Thema im Finanzausschuss (siehe blog dazu). Heute ging es im Jugendhilfeausschuss um noch so einen „Langläufer“. Seit mehreren Jahren versucht die Verwaltung ein Online-Verfahren zur Vergabe von Kita-Plätzen einzuführen. Ursprünglich nannte sich das Projekt KIBEO (gab es vor vielen Jahren als kostenfreie Software des Bundesfamilienministeriums und wurde u.a. in Leipzig und Pirna genutzt). Erfurt wollte aber etwas Eigenes entwickeln. Viel Geld wurde dafür eingeplant, ein neuer Projektname KIVAN gefunden  und Firmen beauftragt. Angeblich wollte die Beigeordnete schon mehrfach den Startknopf drücken (zumindest wurde dies angekündigt). Bei der Präsentation des Systems vor Kita-Trägern stellte sich heraus, dass der erste Entwurf wenig praxistauglich war. Im JHA wurde nun informiert, dass man dieses Mal (ganz wirklich) auf der Zielgerade sei. Eine Musterpräsentation gab es schon – allerdings will ein großer Kita-Träger bis jetzt bei dem Projekt nicht mitmachen. Letzte Feinarbeiten sollen noch stattfinden und in der nächsten JHA-Sitzung sollen wir nun erfahren, wie das ganze aussieht. Es soll zudem Schulungen für die Mitarbeiterinnen der freien Träger geben. Einen offiziellen Starttermin mochte die zuständige Beigeordnete nicht benennen. Ich habe nach der mehrjährigen Planungsphase große Zweifel, ob diese „never ending story“ ein erfolgreiches Ende findet. Das Hauptproblem ist nicht, ob die Kita-Plätze direkt oder online vergeben werden. Das Hauptproblem ist der Platzmangel. Es gibt nicht genügend freie Plätze. Das Wunsch- und Wahlrecht (Kita-Ort und inhaltliche Ausrichtung der Kita/Träger) kann in Erfurt nicht umgesetzt werden, weil die Platzvergabe eine Mangelverwaltung ist.

Sozialstruktur für Senioren erhalten

Kürzlich beklagten sich Erfurter Senioren in einem Schreiben über Schließungen von Seniorenklubs. CDU-Fraktionschef Michael Panse sieht auch in diesem Bereich Auswirkungen der vorläufigen Haushaltsführung. Es gibt in dem Zusammenhang zwar verschiedene Normierungen im Bereich der Jugendhilfe. Für die Senioren ist die Situation jedoch völlig ungeklärt. Wie es zu den temporären Schließungen kam, muss nun geklärt werden. Die Erfurter Senioren dürfen in einer funktionierenden Sozialstruktur nicht vergessen werden. Der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Hans Pistner begrüßt die im Sozialausschuss vorgeschlagenen Maßnahmen der Stadtverwaltung hinsichtlich der Gewährleistung der Arbeit in verschiedenen Erfurter Seniorenklubs. Die Verwaltung kündigte die Bereitstellung personeller Ressourcen an, sodass der künftige Betrieb kontinuierlich gewährleistet werden kann. Pistner betont daher: „Es ist gut, dass es in den Seniorenklubs weiter geht. Die Senioren waren zu Recht verärgert. Bedauerlich ist, dass die Verwaltung erst durch das offene Schreiben der Senioren aktiv wurde. Hätte sich die Verwaltung rechtzeitig damit befasst, hätte man die Schließungen und den Ärger vermeiden können.“ Fraktionschef Panse sieht eine Soziale Stadt wie Erfurt jedoch als ganze und damit generationenübergreifend: „Trotz der Schwierigkeiten der vorläufigen Haushaltsführung dürfen wir nicht nur die Jugendhilfe im Blick haben, sondern auch die Belange der Erfurter Senioren. Der demografische Wandel ist mit einer älter werdenden Bevölkerung auch in Erfurt deutlich spürbar.“ Die CDU-Fraktion begrüßt, dass die Verwaltung Möglichkeiten anbietet, die soziale Struktur auch für ältere Menschen aufrecht zu erhalten. Dabei sind personelle Verschiebungen innerhalb der Verwaltung sowie Kooperationen mit verschiedenen Trägern in den Blick zu nehmen.