Die sportlichste Rennente
Allzu häufig passiert es nicht, dass ich am Ende eines Wochenendes sprachlos bin. Heute Abend bin ich es in doppelter Hinsicht. zum Einen hat mich die (meist tödlich verlaufende) schwere Männergrippe erwischt und zum anderem haben die sportlichen Ereignisse des Wochenendes die Sprachlosigkeit befördert. Wie immer wenn mein Kurzer zu Besuch ist, gibt es ein volles Wochenendprogramm.
Freitagabend waren wir beim Auftakt zur Bachwoche zu einem Haus- Wohnzimmerkonzert bei Freunden zu Besuch. Mit uns waren rund 60 Gäste dabei, als fast 20 Kinder und Jugendliche klassische Musik darboten. Harfe und Klavier waren zu erleben und zu hören, aber vor allem auch mein mittlerer Sohn am Fagott. Mächtig beeindruckt und stolz auf seinen Bruder war auch der Kleine und natürlich wir als Eltern. Für Jonas war aber das beeindruckende Erlebnis des Abends, dass Marcel Weise als Gast da war. Normalerweise bejubeln wir sonst Marcel, wenn er mit den Black Dragons auf dem Eis steht.
Angrillen auf dem Domplatz
Samstag waren wir dann in der Avenida-Therme in Hohenfelden. Angesichts des wenig frühlingshaften Wetter die beste Lösung – angesichts eines aufziehenden Schnupfens die denkbar schlechteste Lösung. Auch bei der offiziellen Eröffnung der Grillsaison auf dem Domplatz haben wir nur für vier Bratwürste Station gemacht. An zahlreichen Grills glühte die Holzkohle und der Bratwurstduft lockte die Besucher an. Angrillen Mitte März? Da waren die Kollegen spät dran! Privat haben wir schon (wie in jedem Jahr) am ersten Wochenende des Jahres gegrillt.
Beim Besuch der Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr meldete sich dann die Erkältung und ich verzichtete (ganz unüblich) auf ein Grußwort. Die Sprache bleib mir dann auch nachdrücklich am Live-Ticker weg. Unser SWE Volley-Team verlor in München mit 3:2 und damit eventuell auch am vorletzten Spieltag die Meisterschaft. Aus eigener Kraft können wir es nicht mehr schaffen. Selbst bei einem 3:0 gegen Grimma brauchen wir Unterstützung von Neuwied, die zu Hause Offenburg empfangen.
Der Sonntag startete mit dem inzwischen schon legendären 23. Erfurter Entenrennen. Rund 6.000 bemalte Rennenten suchten sich ihren Weg vom Luisenpark bis zur Krämerbrücke und tausende Familien waren begeistert an der Rennstrecke, der Erfurter Gera. Der Fanclub vom SWE Volley-Team hatte für jede Spielerin eine Rennente gekauft und sie haben sie wunderschön dekoriert. Unsere Rennente, die mein Sohn bemalt hatte, war zwar erst im hinteren Drittel im Ziel – aber im Gegensatz zum Sport, war dabei sein alles. Das galt am Wochenende weder für Volleyball noch für Fußball. Mit einem 0:2 verlor RWE das Heimspiel gegen Chemnitz und hat nun leider wieder Anschluss zu den Abstiegsplätzen. Besserung muss jetzt dringend her – sowohl für die Erkältung, als auch beim Volleyball und Fußball 😉
Fragen kostet ja nichts….
Mündliche Anfrage dienen im Thüringer Landtag hin und wieder dazu, Klärung zu unterschiedlichen Auffassungen herbei zu führen. In der Regel nutzen die Abgeordneten die Antworten auf ihre Anfragen gerne zur Öffentlichkeitsarbeit – wenn sie sich in ihrer Meinung bestätigt fühlen.
Bei den zwei Anfragen von Frank Warnecke und Karola Stange zum Sozialticket, werden wohl beide darauf verzichten, deshalb helfe ich ihnen gerne 😉 Im Vorfeld der gestrigen Landtagssitzung hatte Frau Stange noch vollmundig angekündigt, sie wolle „kommunale Parlamente stärken und das Sozialticket retten“. Sie bedauerte, dass sich die Stadtverwaltung nicht gegen das Landesverwaltungsamt behaupten könne. Deshalb werbe sie dafür, das Landesverwaltungsamt „auf ein zeitgemäßes Maß“ zu Recht zu stutzen. Mit der Beantwortung ihrer Anfrage dürfte sie nun sehr unzufrieden sein.
Pikanterweise hat beiden Fragestellern der ehemalige Erfurter Beigeordnete und jetzige Staatsekretär Udo Götze geantwortet und dabei die Auffassung des Landesverwaltungsamtes ausdrücklich bekräftigt. Leider gibt es den Text noch nicht in verschriftlichter Form sondern nur als Videodokument (ab Minute 8.10) – ich habe es mit Interesse verfolgt. Ich bin sehr erstaunt, dass der Kollege Warnecke und die Kollegin Stange, die nun beide über erhebliche kommunal- und landespolitische Erfahrung verfügen, immer noch eher wie trotzige Kinder reagieren und das Sozialticket fortführen wollen – koste es was es wolle.
Schuld an der gegenwärtigen Situation ist definitiv nicht das Landesverwaltungsamt. Schuld ist eine jahrelang verfehlte Haushalts- und Finanzpolitik, die Herr Warnecke als Fraktionsvorsitzender der SPD und Frau Stange als langjährige Kommunalpolitikerin der Linken gemeinsam mit ihrer rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit und dem Oberbürgermeister zu verantworten haben. Der Versuch, dem Landesverwaltungsamt die Schuld zu zu weisen ist unredlich. Nicht das “böse Landesverwaltungsamt” verbietet uns kommunale Spielräume zu nutzen, sondern diese Spielräume sind angesichts von fehlenden Millionen im Haushalt gar nicht da. Das Gegenteil ist der Fall, das Landesverwaltungsamt schützt uns vor Tagträumereien und Stadtratsbeschlüssen, die Geld ausgeben was gar nicht da ist.
StS. Udo Götze erklärt bei der Beantwortung, wie die kommunalrechtliche Situation diesbezüglich ist. Maßgeblich sei für die Weiterführung gemäß §61 „…ob die Leistung für die Weiterführung einer notwenigen Aufgabe unaufschiebbar ist“. In jedem Fall sei die Verwaltung für die Beurteilung dessen zuständig und nicht der Stadtrat. Er erläuterte auch wie das Problem zu heilen sei – einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen und dann beschließen. Vorlegen muss ihn der Oberbürgermeister – wenn er kann. Danach kann umgeschichtet oder beschlossen werden – wenn überhaupt genug Fleisch am Knochen ist!
Ich hoffe, dass im Erfurter Stadtrat Realität Einzug hält und nicht Tagträumereien. Wer heute immer noch den Bürgern Leistungen verspricht, die nicht realisierbar sind ist weit entfernt von verantwortungsvoller Politik.
Mündliche Anfrage MdL StangeMündliche Anfrage MdL WarneckeLink zum VideomitschnittPressemitteilung von Frau Stange
Infobrief März 2016
Pünktlich zum Frühlingsbeginn und kurz vor Ostern erscheint unser aktueller Infobrief der CDU-Stadtratsfraktion. Beim Blick auf die Themen fällt auf, dass es inzwischen einige Dauerbrenner gibt, die die Stadtverwaltung und der Oberbürgermeister nicht abgeräumt bekommen. Dass es irgendwann vor der Sommerpause noch einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf geben wird, glauben wahrscheinlich nicht einmal mehr die links-link-grünen Tagträumer.
In den letzten Wochen ist die vollmundige Ankündigungsrhetorik des Oberbürgermeisters einer neuen Strategie gewichen. Jetzt erklärt er regelmäßig ihm würde das Geld nur fehlen, weil die Sozial- und Flüchtlingsausgaben zu hoch seien und der böse Bund ihm nicht genug Geld gibt. Das ist natürlich ebenso falsch, wie fahrlässig. Fahrlässig ist es vor allem, weil es Wasser auf die Mühlen der AFD ist, die Stimmung gegen Flüchtlinge wegen der ausufernden Kosten macht – Stichwort “für unsere Leute ist ja kein Geld mehr da”. Falsch ist es zudem weil Erfurt sich in vielen dieser Bereiche (Sozial- und Flüchtlingsausgaben) per eigener Entscheidung Kosten produziert hat, die eben nicht erstattet werden. Der ehemalige Globus-Baumarkt und die 62 neu geschaffenen festen kommunalen Personalstellen am Ende des letzten Jahres sind nur zwei der Beispiele und das Sozialticket gehört auch mit auf diese Liste. Auch die Multifunktionsarena darf einmal wieder “mitspielen” in unserem Infobrief und darüber hinaus findet sich ein Rückblick auf unsere Klausurtagung im Schnee von Oberhof in der letzten Woche. Viel Spaß beim Lesen!
Das Podium bei der AOK Plus
Welchen Herausforderungen sich Arbeitgeber, aber auch die ganze Gesellschaft gegenüber stellen muss, diskutiert die AOK Plus regelmäßig im Rahmen einer Dialogveranstaltung.
Bei der heutigen Runde im Atrium der Erfurter Stadtwerke waren Experten geladen, um über das Thema Arbeit 4.0 – Wie wird sich unsere Arbeitswelt in Zukunft wandeln? zu diskutieren. Der Diplom-Physiker und Wissenschaftskabarettist Vince Ebert (nach seinen Worten der dritte Physiker nach Lafontaine und Merkel, der mit kabarettistischen Einlagen sein Geld verdient) führte launig in das Thema ein. Er plädierte für eine unkonventionelle Herangehensweise an Zukunftschancen. Ohnehin seien viele große Erfindungen eher unbeabsichtigt zu Stande gekommen und der Mensch müsse Freiräume haben, um sich auszuprobieren und dabei auch Fehler zu machen.
Das Thema des Abend
Fachlich theoretisch näherten sich der Berater und Autor Nils Pfläging, der Arbeitswissenschaftler Ulrich Klotz und der Leiter Konzernportale der Lufthansa Klaus Lukas dem Thema. Moderiert von Anja Heyde vom ZDF-Morgenmagazin (kennen alle, die sehr früh aufstehen müssen) gab es einen durchaus kontroversen Dialog um Hierarchieebenen in Unternehmen. Der Übergang von der Industriegesellschaft in eine Wissensgesellschaft ist längst vollzogen – allerdings haben die Arbeits- und Umfeldbedingungen damit nicht immer Schritt gehalten. Flexibilisierung der Arbeitswelt ist ein Stichwort – Mut zu Veränderungen ein anderes.
Vice Ebert – Erfolgsmodell Evolution
Bei den Dialogmöglichkeiten zwischen Unternehmern und Vertretern von Sozialverbänden, Stiftungen und Sportvereinen wurde bereits vor den Veranstaltung bei einem Business-Speed Dating und beim danach folgenden Get Together – klingt beides so schön modern 😉 diskutiert. Vor allem ging es den rund 200 Teilnehmern auch darum Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen und das hat gut funktioniert.
Am späten Abend konnte ich mich bei der Gelegenheit auch einmal intensiv mit dem Präsidenten der VolleyStars Roland Weidner austauschen. Das Projekt 1. Volleyball-Bundesliga beschäftigt uns beide derzeit sehr. Die Suhler kämpfen um die wirtschaftlichen Voraussetzungen, um doch noch drin zu bleiben und wir kämpfen darum aufsteigen zu können. Auch dabei geht es um viel ehrenamtliche Arbeit – ob nun ganz konventionell oder Arbeit 4.0 – gute Ideen und viel Engagement braucht man in jedem Fall, um erfolgreich zu sein.
Wenn sie denn in der Kita sind…
Plätze in Erfurter Kitas sind Mangelware. Seit Jahren ist dies bekannt und genauso lange drängt die CDU-Stadtratsfraktion die Verwaltung diesen Missstand zu beseitigen.
Zuwenig Geld für Kita-Sanierung und die Verzögerung bei notwendigen Neubauten führen dazu, dass dieses Problem immer noch ungelöst ist.
Bei der bundesweiten Absenkung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz (ab dem 1. Geburtstag) gab es schon einmal einen Schub an Kindern in die Einrichtungen. Geburtenstärkere Jahrgänge gibt es zudem immer noch und nun kommen auch die Flüchtlingskinder hinzu. Von der Platzkapazität ist Erfurt darauf nicht vorbereitet.
Mit Schreiben des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport vom 29.2.2016 wurde per Allgemeinverfügung den Kommunen mitgeteilt, dass sie die Platzzahl um 5 Prozent für Flüchtlingskinder erhöhen dürfen. Auf dieser Basis wurde die Kapazität der Erfurter Kitas um 400 Plätze von derzeit 9.700 Plätzen auf rund 1.100 Plätze erhöht. Theoretisch sollten damit genügend Plätze da sein.
Praktisch tritt das Erfurter Jugendamt jedoch gleich wieder auf die Bremse. Per Rundschreiben wurde Anfang dieser Woche den Einrichtungen und den Trägern mitgeteilt, dass nach Auffassung des Jugendamtes ein Kita-Betreuungsanspruch in Erfurt erst nach drei Monaten Aufenthalt entstehen würde. Ich halte dies für eine sehr gewagte Interpretation des § 2 Thüringer KitaG, aus dem sich der Rechtsanspruch ableitet.
ThürKitaG § 2 Anspruch auf Kindertagesbetreuung“Jedes Kind mit gewöhnlichem Aufenthalt in Thüringen hat vom vollendeten ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt einen Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung, Erziehung und Betreuung in einer Kindertageseinrichtung. Der Anspruch umfasst im Rahmen der Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtung montags bis freitags eine tägliche Betreuungszeit von zehn Stunden; er soll in der Regel sechs Monate vor der beabsichtigten Aufnahme in die Kindertageseinrichtung gegenüber der Wohnsitzgemeinde geltend gemacht werden. Zur Realisierung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf können längere Betreuungszeiten bis zu zwölf Stunden vereinbart werden; ein Rechtsanspruch hierauf besteht nicht. Der Anspruch auf Betreuung in Kindertagespflege bleibt unberührt. Für Kinder bis zum vollendeten ersten Lebensjahr ist ein bedarfsgerechtes Angebot vorzuhalten, wenn diese Leistung für seine Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit geboten ist oder die Erziehungsberechtigten einer Erwerbstätigkeit nachgehen, eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder Arbeit suchend sind, sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des Zweiten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB II) erhalten.“
Das zuständige Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport hat daraus ableitend eine sehr klare Position:
„Ab dem Zeitpunkt der Aufnahme in eine Anschlussunterkunft kommt der Rechtsanspruch des Kindes auf einen Betreuungsplatz in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege zum Tragen, wenn es das erste Lebensjahr vollendet hat. Hierzu hat sich die Bundesregierung bereits am 22. Oktober 1996 in Beantwortung einer Kleinen Anfrage geäußert, die nach wie vor der geltenden Rechtslage entspricht:„Nach § 6 Abs. 2 des Achten Buches Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe – können Ausländer Leistungen nach diesem Buch nur beanspruchen, wenn sie rechtmäßig oder aufgrund einer ausländerrechtlichen Duldung ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben. Andererseits wird – im Gegensatz zur Anspruchsberechtigung auf kindbezogene Sozialleistungen – nicht vorausgesetzt, dass Ausländer im Besitze einer Aufenthaltsberechtigung oder Aufenthaltserlaubnis sein müssen (§ 1 a Satz 1 des Bundeserziehungsgeldgesetzes, § 1 Abs. 2 a des Unterhaltsvorschußgesetzes). Daraus ergibt sich im Umkehrschluss, daß ein gewöhnlicher Aufenthalt nicht bereits deshalb ausgeschlossen wird, weil im Einzelfall nicht eine Aufenthaltserlaubnis oder -berechtigung, sondern – wie bei Asylbewerbern – nur eine Aufenthaltsgestattung erteilt wird. Dies bedeutet, daß im Einzelfall auch Asylbewerber ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben können und ihren Kindern der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz zustehen kann.Nach der Definition des gewöhnlichen Aufenthalts in § 30 Abs. 3 SGB I, die für das Achte Buch Sozialgesetzbuch maßgeblich ist, müssen Umstände erkennbar sein, die erkennen lassen, daß der Aufenthalt nicht nur vorübergehend ist. Dies wird immer dann der Fall sein, wenn im Anschluß an das Asylverfahren der Ausländer eine Duldung erhält. Solche Umstände werden ebenfalls dann anzunehmen sein, wenn Asylbewerber in das landesinterne Verteilungsverfahren kommen und infolgedessen die Aufnahmeeinrichtung verlassen und einer Gemeinde für die Dauer der Durchführung des Asylverfahrens zugewiesen werden. In dieses Verteilungsverfahren kommen Asylbewerber, bei denen keine oder keine kurzfristige Entscheidung des Inhalts getroffen werden kann, daß der Asylantrag unbeachtlich oder offensichtlich unbegründet ist, oder bei denen ein Abschiebungshindernis nach § 53 des Ausländergesetzes vorliegt. In diesen beiden Fällen ist ein gewöhnlicher Aufenthalt anzunehmen mit der Folge, daß ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht. Der Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung, der nach § 47 des Asylverfahrensgesetzes bis zu sechs Wochen, längstens jedoch drei Monate beträgt, dürfte jedoch nur ein vorübergehender sein. In diesen Fällen besteht kein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Dieses Ergebnis ist sachgerecht. Die Bundesregierung sieht keinen Anlass, den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz auch Kindern solcher Asylbewerber zuzuerkennen, deren Aufenthalt im Inland nur ein vorübergehender ist. Der Besuch des Kindergartens gehört nicht zu den Schutzmaßnahmen zur Abwehr einer Gefährdung für das Kindeswohl und setzt hinsichtlich seiner pädagogischen Eignung eine gewisse zeitliche Kontinuität der Inanspruchnahme voraus.“Für den Umfang dieses Anspruchs gelten für Flüchtlingskinder dieselben Grundsätze wie für andere Kinder. Das bedeutet: Kinder aus Asylbewerberfamilien haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Dieser Rechtsanspruch auf Betreuung in einer Kita bzw. in Kindertagespflege besteht, wenn die Familien aus der Erstaufnahmeeinrichtung in eine Anschlussunterkunft ziehen und damit einen gewöhnlichen Aufenthalt begründen.“Im Widerspruch dazu schreibt diesbezüglich aber das Erfurter Jugendamt mit Datum vom 10.3.2016: „Grundsätzlich tritt der Rechtsanspruch für einen Betreuungsplatz von geflüchteten Kindern erst nach einem Aufenthalt von mindestens 3 Monaten ein.“
Mich befremdet besonders die “Auslegung” einer eigentlich klaren rechtlichen Situation. Jetzt wo es richtig eng wird, drückt man sich um den Rechtsanspruch und vernachlässigt die frühe Förderung von Kindern. Insbesondere Kinder die in diesem Jahr eingeschult werden, sollten nach meiner Meinung sofort einen Kita-Platz angeboten bekommen. Ich erwarte, dass die Stadt auch die Eltern über ihre Rechte informiert und ihnen hilft. Ich appelliere eindringlich an die Bürgermeisterin und Sozialbeigeordnete dieses Thema zur Chefsache zu machen und umgehend richtig zu stellen. Integration und Förderung (auch sprachlich) kann nur gelingen, wenn frühstmöglich damit begonnen wird.
Aller guten Dinge sind drei…?!
Erfurt ist eine Sportstadt! Und Erfurt soll ein Spitzenstandort für den Damen-Volleyball sein. Dazu geht es derzeit es um unsere sportliche Pläne für die Zukunft.
Seit einigen Wochen arbeiten wir im Vereinsvorstand unseres SWE Volley-Teams und vor allem in der neuen Spielbetriebs GmbH an Plänen für unsere Mission 1. Volleyball-Bundesliga.
Gestern Abend haben wir unsere Ideen dafür mit unseren langjährigen treuen Sponsoren und potentiellen neuen Partnern besprochen. Hoch über den Dächern der Stadt in der 17. Etage des Radisson-Hotels hatten wir beste Aussicht und gute Gespräche. Wir haben viel Zuspruch erhalten und setzen auch auf die Unterstützung der Volleyball Bundesliga. Unser Cheftrainer und Geschäftsführer der GmbH Heiko Herzberg hat einen tollen Job gemacht – jetzt hoffen wir gemeinsam, dass unser “Masterplan” funktioniert.
Unser Team
Im Rahmen des Vorlizenzierungsverfahrens konnten wir bereits zeigen, dass wir erstligareife Bedingungen in Erfurt haben. Jetzt wird es darauf ankommen, auch die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen. Seit 13 Jahren bin ich gerne Präsident unseres Vereins – zwei Mal sind wir in dieser Zeit in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Wir haben aber auch zwei Mal aus wirtschaftlichen Gründen auf einen möglichen Aufstieg verzichtet.
Gerne wollen wir nach dem Motto “aller guten Dinge sind drei” den Aufstieg angehen. Wir werden es aber nur tun, wenn alle Rahmenbedingungen passen. In den nächsten die Wochen wird und muss sich zeigen, ob das gute Marketing-Konzept und der Charme unserer Bundesligadamen Wirkung zeigen.
Bilder vom Business-Abend
CDU-Fraktion und CDU-Kreisverband tagten in Oberhof
Die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat und der Kreisvorstand der CDU Erfurt kamen am 11. und am 12. März 2016 zu ihrer gemeinsamen, jährlich stattfindenden Klausur in Oberhof zusammen. Dabei wurde intensiv über aktuelle politische Themen, insbesondere aber über die dramatische Finanzlage der Landeshauptstadt Erfurt und über die Herausforderung der Flüchtlingspolitik diskutiert.
Die CDU fordert den Oberbürgermeister eindringlich auf, umgehend einen Haushaltsentwurf für Erfurt vorzulegen. Die Diskussionen in den Fachausschüssen machten deutlich, dass die Arbeit in der Stadt zunehmend gelähmt ist. Ursächlich dafür sind der fehlende Haushalt und die daraus resultierende vorläufige Haushaltsführung. Der Stadtrat hat es im Herbst 2015 versäumt, ausreichend Druck zu machen und den Oberbürgermeister damit an seine haushalterischen Pflichten nachdrücklich zu erinnern. Der CDU-Antrag bezüglich der zügigen Einbringung des Haushaltes 2016 wurde von Rot-Rot-Grün abgelehnt.
In den letzten Wochen begründete der Oberbürgermeister zunehmend seine Unfähigkeit, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, mit erheblichen Mehrkosten bei der Flüchtlingsbetreuung, die ihm nicht ausreichend durch das Land und durch den Bund erstattet würden. Dies erscheint für die CDU fragwürdig, weil er die Belege für seine Behauptung schuldig bleibt. Nach Auffassung der CDU sind auch in diesem Bereich die Finanzprobleme hausgemacht. Der ehemalige Globusbaumarkt wurde beispielsweise für fünf Jahre teuer angemietet und musste zudem mit weiteren Mitteln umgebaut werden. Bis heute konnte das Gebäude nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Des Weiteren ist die Nutzung der ebenso teuren Containerunterkünfte völlig unklar.
Bei den Flüchtlingen ist derzeit ein Rückgang zu verzeichnen. Ein Umdenken bei der Unterbringung in den Notunterkünften erscheint deswegen nötig und geboten. Die CDU fordert eindringlich die mögliche getrennte oder Einzelunterbringung von Familien mit Kindern und Frauen sowie von Flüchtlingen, die aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit von anderen Flüchtlingen bedrängt oder sogar bedroht werden. Die Stadtverwaltung ist beim Thema Flüchtlinge aufgefordert, mehr Transparenz bei der Finanzierung und den jeweiligen Standorten zu zeigen. Im Rahmen der Klausurtagung informierte die Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann zur der Finanzierung bei der Flüchtlingsunterbringung.
Fraktionschef Michael Panse erklärt abschließend: „Es bleibt dabei: die CDU-Stadtratsfraktion und der CDU-Kreisvorstand sind sich einig darüber, dass wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Wir wollen die Landeshauptstadt mit gestalten, lassen uns aber nicht zum Rettungsanker für die verfehlte Haushaltspolitik von Rot-Rot-Grün machen. Es muss kritisch geprüft werden, was sich die Stadt künftig noch leisten kann. Offenbar fehlt zumindest dem rot-rot-grünen Bündnis die Bereitschaft, diese Frage ernsthaft in den Blick zu nehmen. Dies zeigt zumindest das Wunschdenken zum Sozialticket. Wir fordern einen offensiven Umgang mit Problemen der Landeshauptstadt Erfurt. Außerdem wollen wir einen ehrlichen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Dabei sollte mehr Transparenz eine tragende Rolle spielen.“
Gewonnen bleibt gewonnen… allerdings mit einem Punktverlust
Leider war es etwas verfrüht, um die Meisterschaftsfeier in der 2. Volleyballbundesliga schon fest zu planen. Vor zwei Wochen sah es schon so aus, als ob es nur noch eine Formsache wäre und unsere Mädels vom SWE Volley-Team den Meistertitel schon so gut wie sicher hätten.
Nach dem Sieg gegen Offenburg und der nachfolgenden Niederlage des bisherigen Spitzenreiters in Dresden hatten wir bereit vier Punkte und ein besseres Satzverhältnis Vorsprung. Innerhalb von zwei Wochen sind diese vier Punkte nun weg und lediglich noch ein Satz Vorsprung. Die überraschende Niederlage letzte Woche in Stuttgart nagte noch am Nervenkostüm und so wurde es am Samstagabend gegen Bad Soden eine enge Kiste. 615 Zuschauer mussten heftig Stimmung machen und unsere Mädels bis zum letzten Ball kämpfen, um wenigstens einen 3:2 Sieg im Tiebreak einzufahren.
Durch den 0:3 Sieg der Offenburgerinnen bei Lohhof ist es nun am Ende des 22. Spieltages nur noch das bessere Satzverhältnis für uns. Kommende Woche wartet in München eine schwere Auswärtsaufgabe auf uns. Offenburg hat da das vermeintlich leichtere Spiel zu Hause gegen Engelsdorf. Am letzten Spieltag müssen wir zu Hause gegen Grimma ans Netz und Offenburg zum Tabellendritten Neuwied. Für Spannung ist also gesorgt dies dokumentiert der Blick auf die Tabelle. Für unser letztes Spiel am 2. April werden wird eine Wahnsinnstimmung in der Halle brauchen. Bereits jetzt haben der Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Oberbürgermeister Andreas Bausewein zugesagt. Ausgesprochen gerne würde ich mit ihnen (parteiübergreifend) unseren Mädels bei der Siegerehrung gratulieren. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun…
Ihre Hausaufgaben erledigt haben unsere Mädels dann am Sonntag in Weimar. Im Halbfinale des Thüringenpokals gewannen sie gegen die Weimarerinnen um die Trainerin (und ehemalige SWE-Spielerin) Anna Glief klar mit 0:3 und stehen jetzt im Pokalfinale am 16.4.2016.
Für unsere U-18 Damen geht es hingegen am gleichen Wochenende ausgerechnet nach Offenburg – allerdings zu den Deutschen Meisterschaften. Heute wurden sie wie erwartet Vize-Regionalmeister. Hinter Dresden und vor Lichtenstein und Gera qualifizierten sie sich mit zwei Siegen und einer Niederlage am gleichen Ort in der Rietsporthalle, wo am Vorabend die Bundesliga spielte. Herzlichen Glückwunsch!
Bilder SWE Volley-Team – Bad SodenBilder von der Regionalmeisterschaft
Bälle lieber flach halten…
Heute entgegen sonstiger Gewohnheiten an dieser Stelle kurz und knapp im Rückblick: Es ist es ein “gebrauchtes Wochenende”! Im Volleyball waren wir nicht ganz so erfolgreich wie erhofft. Zudem erreichte uns am Samstagabend die Meldung, dass die VolleyStars aus Suhl Insolvenz angemeldet haben. Nach dem sportlichen Abstieg aus der 1. Bundesliga, geht es nun um die wirtschaftliche Existenz und den letzten Strohhalm das zehnjährige erfolgreiche Projekt 1. Liga doch noch irgendwie fortführen zu können.
Neben Suhl ist auch Hamburg in höchster Not – zum Saisonetat von 600.000 Euro fehlen aktuell rund 400.000 Euro. Auch Straubing ist finanziell in schwerem Fahrwasser. Verstöße gegen die Lizenzauflagen führten zu Punktabzügen und nun stehen noch Verbindlichkeiten im Raum. Drei Belege, dass es in der 1. Liga im Volleyball eine besondere Herausforderung ist sportlich und finanziell zu bestehen. Bei den Männern hat Coburg am Wochenende ebenfalls Insolvenz angemeldet. Wir werden uns also sehr gut unser Aufstiegsprojekt überlegen und nur mit einer seriösen Finanzplanung angehen.
Gebraucht war das Wochenende vor allem aber auch wegen den heutigen Wahlergebnissen. Ich bin schockiert über das AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt, aber auch befremdet über Ba-Wü und Rheinland-Pfalz. Alle drei Ergebnisse bieten keinerlei Anlass etwas schön zu reden. Genau dies taten aber schon wenige Stunden nach der Wahl Politiker aller Parteien. Jeder fand einen Grund “sich zu freuen” – vor allen die drei Ministerpräsidenten-Erwartungskandidaten. So “richtig verloren” hat ja angeblich keiner – außer die Linken, die zwei Mal ganz scheiterten und in Sachsen-Anhalt mit einem eher mageren Ergebnis durch das Ziel gingen.
Insolvenzmeldung aus Suhl Wahlergebnisse
Volles Haus
Eigentlich ist mit den Thüringer Motorradtagen in jedem Jahr klar, wann der Bike-Saisonstart sein sollte. In den Erfurter Messehallen treffen sich Anfang März nicht nur tausende Motorradfans aus ganz Mitteldeutschland, sondern es gibt auch einen großen (kostenfreien) Parkplatz direkt vor der Halle.
In diesem Jahr fehlte meine NTV bei der Parkplatzaufstellung – sie wartet noch in der Garage. Die ausgesprochen unfreundlichen Temperaturen verhinderten in diesem Jahr den Start – Samstag gab es in Oberhof noch Schnee. Trotz ausgesprochen warmen Winter (im Dezember bin ich noch gefahren) lässt der Frühling noch ein paar Tage auf sich warten.
…und viel fürs Auge
Dem Besucherstrom tat dies keinen Abbruch. Heute Vormittag gab es einen langen Stau an den Kassen. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre wusste ich, dass es Nachmittags leerer wird. Allerdings brauchte ich in diesem Jahr eine neue Kopfbedeckung und am Sonntagnachmittag sind üblicherweise auch nicht mehr alle Helmgrößen und Modelle zu haben. Anknüpfend an das Bewährte, habe ich mich wieder für einen schwarzen Caberg Klapphelm entschieden.
Mein Sohn war eher an den zahlreichen tollen Bikes interessiert – viele in der Preisklasse von Mittelklassewagen 🙂 Insofern wird es die gute alte NTV sicher noch eine Weile tun (müssen). Über 100 Aussteller waren wieder auf der Messe präsent und den Besuchern wurden fast alle Wünsche erfüllt. Lediglich das Bike-Wetter fehlt noch.
Bilder aus der Messe
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