Blogeinträge

Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen – geht doch!

So ist es!
Auf der Facebook-Seite der Grünen kann man nachlesen: “Unser Koalitionsvertrag mit SPD und CDU steht, hurra.”. Seit dem heutigen Tag ist der Koalitionsvertrag im Netz auch nachlesbar. Was bei der aktuellen Diskussion in Thüringen sensationell klingt, ist bei näherer Betrachtung nicht ganz so spektakulär – es geht dabei um die Stadt Jena und keineswegs um Thüringen oder Erfurt. Während die Grünen in Jena ihre Koalition in Jena bejubeln sind sie im Freistaat gerade als Steigbügelhalter der Linken unterwegs und tun dies in der Landeshauptstadt Erfurt ebenfalls schon seit 2006. Da lohnt sich schon einmal die Frage, was denn da anders ist – zwischen den beiden Städten und zwischen den handelnden Personen. Zunächst fällt dabei auf, dass es in Erfurt und in Jena jeweils seit 2006 einen SPD Oberbürgermeister gibt. Während aber Albrecht Schröter in Jena mit seiner seit 2009 bestehenden schwarz-rot-grünen Koalition eine durchaus erfolgreiche Bilanz vorweisen kann, wurstelt sich Andreas Bausewein mit seiner links-link-grünen Koalition so durch. Sie Finanzsituation der Landeshauptstadt ist inzwischen durchaus dramatisch. Einen Haushaltsentwurf für das Jahr 2015 werden wir höchstwahrscheinlich erst im Sommer 2015 beraten können – rund 48 Millionen fehlen derzeit. Seit Jahren wird kaum noch investiert – wenn man einmal vom Prestigeprojekt der Multifunktionsarena absieht, ändert sich daran auch in Zukunft nichts. Schröter gehörte in der SPD Thüringen zu den Befürwortern einer Koalition mit der CDU, Bausewein schmiedete kaum, dass er Landesvorsitzender der SPD wurde, das links-linke-grüne Ramelow-Wahlbündnis. Heute erklärte Bausewein in der TLZ, dass er für einen Ministerposten (derzeit) nicht zur Verfügung steht. Aber “Wirtschaftsminister wäre schon was Schönes” schob er nach. Angesichts seiner “Erfolgsbilanz” in Erfurt ist es jetzt schwierig abzuwägen, was man sich wünschen soll. Für Erfurt könnte es eine Chance sein, wenn er den OB-Stuhl räumt. Aber dem Freistaat wäre es nicht zu wünschen, dass der ganze Freistaat in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zurück fällt… In dieser Woche haben wir wieder Stadtratssitzung und müssen uns einmal mehr mit Versäumnissen in der Landeshauptstadt beschäftigen, die auf die Kappe des OB gehen. Einmütige Stadtratsbeschlüsse werden in Erfurt von der Stadtverwaltung auf Anweisung der linken Sozialbeigeordneten ignoriert (Erhalt der Villa Drei-Käse-Hoch) und der OB schweigt dazu.

Besuch in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße

Mit den Mainzern in der Andreasstraße
Vor 25 Jahren fand die friedliche Revolution statt, es fiel die Mauer und am 4.12.1989 wurde die Stasizentrale in der Erfurter Andreasstraße besetzt. Bereits wenige Tage nach dem Mauerfall waren Mitglieder der CDU aus unserer Partnerstadt Mainz bei uns in Erfurt zu Besuch. Wir, und auch ich persönlich, haben viel Unterstützung aus Mainz erfahren. Bei der Gründung der Jungen Union hat Markus Kilb aus Mainz Pate gestanden und uns verbinden viele gemeinsame Treffen in Mainz und Erfurt. Ich habe heute beim Besuch einer Delegation der Mainzer Stadtratsfraktion daran erinnert. Zur Amtseinführung unseres neuen Bischofs (der aus Mainz kommt) waren die Mainzer unter Führung ihres Fraktionsvorsitzenden Hansgeorg Schönig zu uns gekommen. Gemeinsam besuchten wir die Gedenk- und Bildungsstätte in der Andreasstraße. Die ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt ist vor zwei Jahren zu einem Gedenkort für die Opfer und als Mahnstätte für nachfolgende Generationen umgebaut. Die bedrückende Atmosphäre der Haftzellen und die ausgestellten Dokumente machten betroffen. Im Anschluss daran haben wir bei einem Seminar in den Räumen der Konrad-Adenauer-Stiftung mit Staatssekretärin Hildigund Neubert und Pfarrer Dr. Aribert Rothe über die friedliche Revolution diskutiert. Unser Alt-Oberbürgermeister Manfred Ruge schilderte darüber hinaus seine Erfahrungen aus der Wendezeit. Dr. Markus Reinbold aus Mainz schlug den Bogen über die 68er bis zur Wiedervereinigung und erläuterte den historischen Irrtum der Linken. Schnell waren wir damit dann auch bei der Diskussion zu den aktuellen politischen Themen. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir die Kontakte zu den Mainzern wieder intensivieren können und wir haben vereinbart, dass wir im Frühjahr mit der CDU-Stadtratsfraktion zu einem Gegenbesuch nach Mainz kommen werden.  

Koalitionsvertrag mit Unwucht

Das Deckblatt der 110 Seiten
Seit heute Mittag liegt nun der links-link-grüne Koalitionsvertrag vor. Stolz präsentierten die drei Parteivorsitzenden ihren Vertrag, mit dem Ziel “Thüringen gemeinsam voranbringen”. Ich habe inzwischen die über 100 Seiten gelesen und dabei besonders auf die 13 Seiten zur Sozialpolitik geachtet. Insbesondere im Sozialbereich wird viel versprochen, ohne zu sagen wo das Geld herkommt. Dabei ist festzuhalten, dass viele der angekündigten Dinge durchaus wünschens- und unterstützenswert sind. Dies gilt für das beitragsfreie Kita-Jahr ebenso, wie für die Anpassung des Blindengeldes oder die Erhöhung der Jugendpauschale. Geplant ist ein Landesprogramm “Solidarisches Zusammenleben der Generationen” in Höhe von 10 Millionen Euro jährlich. Ob damit auch eine Unterstützung für die Mehrgenerationenhäuser gemeint ist (die in genau diesem Bereich Vorbildliches leisten), bleibt offen. Lediglich im Bereich Soziale Infrastruktur werden sie kurz erwähnt. Die Jugendpauschale soll von 11 auf 15 Millionen erhöht werden und in einem Gesetz verankert werden. Dies mag wünschenswert sein, ist aber aufgrund der demografischen Entwicklung erklärungswürdig. Deutlich umfänglicher ist im Koalitionsvertrag der Bereich der “Menschenrechtsorientierten Flüchtlings- und Integrationspolitik” und der Bereich “Gleichstellung aller Lebensweisen” behandelt. Der Koalitionsvertrag äußert sich auch zu den Beauftragten: 3.7. Beauftragte / Antidiskriminierungsstelle Die Struktur der Beauftragten werden wir zeitnah prüfen. Eine Antidiskriminierungsstelle wird geschaffen. Da bin ich natürlich sehr persönlich interessiert, was damit gemeint ist und wie sich dies entwickelt. In den nächsten Tagen wird es sicher viele Diskussionen um den Koalitionsvertrag geben. Bis jetzt konzentrierte sich viel auf die Präambel und die Diskussion um den Unrechtsstaat. Für die Finanzierung der vielen “Wünsch-Dir-Was-Projekte” gibt es noch keine Aussagen. der vollmundigen Ankündigungsrhetorik folgte der einschränkende Satz “Es muss zunächst einen Kassensturz geben.”. Aus der Rot-Rot-Grünen Kommunalpolitik kennen wir dies in Erfurt ganz gut. Erst wurde den Menschen Sack und Seil versprochen und später wurden die Versprechen mit Verweis auf fehlende Gelder wieder kassiert. Im Koalitionsvertrag für sich viele unbestimmte Formulierungen wie “prüfen”, “anstreben”, und “sich dafür einsetzen”. Konkrete Festlegungen sind eher selten und wenn dann auch nicht mit einem Finanzierungsvorschlag versehen. Die wenigen Punkte die Links-Link-Grün verbindlich ankündigt, werden dann im Koalitionsvertrag gleich Mehrfach “verkauft”. Beispielseise wird die Ankündigung der Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre gleich in drei Kapiteln angekündigt (wahrscheinlich weil es alle drei Partner im Wahlprogramm hatten?). Andere Punkte werden gerne etwas “versteckt”. Während im Kapitel Drogenpolitik nur von akzeptanzorientierten Maßnahmen und Subtituitionsbehandlungen von Heroinabhängigen die Rede ist, kommt am Ende des Vertrags die Justizpolitik und damit der grüne Spielball wo steht: “Wir werden uns für die Entkriminalisierung des Cannabiskonsums einsetzen. Wir werden eine bundeseinheitliche Regelung im Umgang mit Drogenkonsumentinnen und -konsumenten anstreben. Bis diese Regelung gefunden ist, werden wir die „geringen Mengen“ zum Eigenverbrauch weicher Drogen im Sinne des § 31a BtMG im Freistaat Thüringen überprüfen.” Bei der Extremismusbekämpfung gibt es erwartungsgemäß nur noch das Thema Rechtsextremismus, beim Thema Schulen und Förderschulen wird es ideologisch und bei der Wirtschaftspolitik kommt der öffentliche Beschäftigungssektor. Also alles in allem nicht überraschend, wenn man sich mit den Wahlprogrammen beschäftigt hat. Thüringen wird nach dem Willen von Rot-Rot-Grün zum Experimentierfeld – das kann klappen, ich fürchte aber dies wird schief gehen. Es sind wieder die Linken, die mit den Menschen und ihrer Zukunft ihre sozialistischen Tagträumereien ausprobieren wollen.    

Generationenbeauftragter Michael Panse: Förderung der Thüringer Mehrgenerationenhäuser über das Jahr 2015 hinaus sichern

Der Beauftragte für das Zusammenleben der Generationen, Michael Panse, hat die Aussage der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig am gestrigen Tag der Mehrgenerationenhäuser begrüßt, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 13. November zugestimmt hat, Mehrgenerationenhäuser im kommenden Jahr, also über die im nächsten Monat auslaufende zweite Programmphase hinaus, weiter zu fördern. Der Haushaltsausschuss sprach sich zudem auch für eine weitere Verstetigung der Förderung aus. Michael Panse sagte: „Ich begrüße dies ausdrücklich und erhoffe jetzt für die 25 Thüringer Mehrgenerationenhäuser ein klares Bekenntnis der Standort-Kommunen zu ihrer weiteren Arbeit. Ich erwarte, dass die neue Thüringer Landesregierung sich ebenso eindeutig zu den Mehrgenerationenhäusern bekennt und diese in Zukunft auch, in ähnlicher Weise wie vergleichbare Familienzentren, finanziell unterstützt. Als Grundlage sollte, wie bereits auf der Bundesebene geschehen, eine Vereinbarung dienen, mit dem Ziel den weiteren Bestand der existierenden Mehrgenerationenhäuser zu sichern und das Entstehen weiterer zu ermöglichen.“ Hintergrund: Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD für die 18. Legislaturperiode enthält die Aussage: „Das erfolgreiche Konzept der Mehrgenerationenhäuser werden wir weiterentwickeln und deren Finanzierung verstetigen. Sie sollen sich in ihrer individuellen Ausprägung zu einem übergreifenden Dach und Ankerpunkt des sozialen Miteinanders und der Teilhabe vor Ort auch zum Beispiel unter Einbeziehung von Pflegestützpunkten als Sorgende Gemeinschaften entwickeln. Deshalb werden wir die Voraussetzungen schaffen, um eine dauerhafte Zukunft der Mehrgenerationenhäuser zu sichern und gemeinsam mit Ländern und Kommunen prüfen, unter welchen Voraussetzungen die Mehrgenerationenhäuser möglichst in allen Kommunen etabliert werden können.“

Chance vertan – Bundesförderung fließt an Erfurt vorbei

Im Zuge des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ erhält Weimar für das Projekt „Freianlagengestaltung ehemalige Kunstgewerbeschule / Bauhausuniversität“ Bundesmittel in Höhe von  450.000 Euro. Die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat hatte ebenfalls einen Antrag auf Teilnahme Erfurts am Förderprogramm im Stadtrat gestellt. Leider hat die rot-rot-grüne Mehrheit im Stadtrat diesen Vorschlag der CDU-Fraktion abgelehnt. Grund für die Ablehnung war, dass die Stadtverwaltung sich nicht in der Lage sah, fristgerecht einen Antrag auf Fördermittel zu stellen. Hierzu die Erfurter Bundestagsabgeordnete und Stadträtin Antje Tillmann und der Fraktionsvorsitzende der CDU im Erfurter Stadtrat Michael Panse: „In Deutschland haben es 270 Projekte geschafft, einen Antrag zu stellen. Es ist natürlich erfreulich, dass Weimar 450.000 Euro an Bundesförderung erhält, für Erfurt ist es aber sehr schade, dass Oberbürgermeister Bausewein die Chance nicht genutzt hat.“ Hintergrund Mit dem neuen Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ stellt das Bundesbauministerium erstmals erhebliche Bundesmittel zur Verfügung, um herausragende Projekte des Städtebaus auszuzeichnen und zu fördern. Insgesamt 50 Millionen Euro stehen für investive und konzeptionelle Projekte mit besonderer nationaler Wahrnehmbarkeit, hoher Qualität, überdurchschnittlichem Investitionsvolumen oder hohem Innovationspotenzial bereit. Förderschwerpunkte der ersten Förderperiode sind Denkmalensembles und bauliche Kulturgüter von nationalem Rang (z.B. UNESCO-Welterbe), energetische Maßnahmen im Quartier und Grün in der Stadt. Auf den Projektaufruf des Bundes an Städte und Gemeinden sind bis zum 22. September 2014 rund 270 Projektanträge mit einem beantragten Fördervolumen von mehr als 900 Millionen Euro eingegangen. Angesichts der immensen Nachfrage konnte nur ein Teil der Anträge in die Förderung aufgenommen werden. Auch im Bundeshaushalt 2015 sind deshalb 50 Mio. Euro für das Bundesprogramm vorgesehen.

„Tag der Mehrgenerationenhäuser“

 
Großes Interesse beim “Tag der Mehrgenerationenhäuser” in Berlin
Ein volles Haus gab es heute beim Tag der Mehrgenerationenhäuser in Berlin. Im AXICA-Kongress- und Tagungszentrum am Brandenburger Tor (hypermodern und sehenswert!) waren die meisten der 450 Mehrgenerationenhäuser vertreten, um mit Vertretern der Kommunen und dem Bund zum „Mehrwert der Mehrgenerationenhäuser“ zu diskutieren. Auch unsere Thüringer Mehrgenerationenhäuser waren fast alle dabei. Allerdings waren viele angereist, um endlich konkrete Aussagen zur weiteren finanziellen Förderung mitnehmen zu können. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig konnte heute die frohe Kunde überbringen, dass der Haushaltausschuss des Deutschen Bundestages in der sogenannten Bereinigungssitzung in der vergangenen Woche einen diesbezüglichen Beschluss gefasst hat. In der Bereinigungssitzung zum Entwurf des Bundeshaushalts 2015 wurde mit der Ausschussdrucksache 18(8)1500 beschlossen: 1. Der Haushaltsausschuss nimmt die Ausführungen im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 18. Legislaturperiode zur Weiterentwicklung und Verstetigung der Finanzierung der Mehrgenerationenhäuser zur Kenntnis. 2. Der Haushaltsausschuss begrüßt, dass zur Fortführung des laufenden Modellprogramms bis Ende 2015 rund 16,5 Mio. € zur Finanzierung der Mehrgenerationenhäuser im Einzelplan 17 etatisiert sind. 3. Der Haushaltsausschuss erwartet, dass die Finanzierung des erfolgreichen Konzepts der Mehrgenerationenhäuser dauerhaft, über das Haushaltsjahr 2015 hinaus – auch mit Beteiligung des Bundes – sichergestellt wird. Jetzt müssen sich nur noch die Standortkommunen zur weiteren Förderung bekennen und die erfolgreiche Arbeit der MGHs kann fortgesetzt werden. Ich habe aber heute auch in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass ich nunmehr auch die Länder in der Pflicht sehe, einen entsprechenden Mitfinanzierungsanteil zu leisten. Im Rahmen des heutigen Tages der Mehrgenerationenhäuser hielt Prof. Dr. Andreas Kruse, Vorsitzender der Siebten Altenberichtskommission und Direktor des Instituts für Gerontologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ein Impulsreferat. „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ war sein Thema und er hielt, wie immer, ein leidenschaftliches Plädoyer für die Mehrgenerationenhäuser. Auch wenn ich heute Vormittag noch skeptisch war, hat sich die Fahrt nach Berlin gelohnt und insgesamt ist der heutige Tag für die MGHs ein erfreulicher Tag geworden.

Wahlnachlese mit Staatsekretär a.D. Dr. Jürgen Aretz

Die vier Ortsverbandsvorsitzenden mit Staatssekretär a.D. Dr. Jürgen Aretz
Gleich vier Ortsverbände der Erfurter CDU (Am Petersberg, Am Steiger, Bonifatius und Daberstedt/Dittelstedt) haben sich bei einer gemeinsamen Veranstaltung im Wigbertihof mit dem Ausgang der Landtagswahl beschäftigt und dabei auch mit der Frage, wie sich der künftige Umgang mit der AfD gestalten solle. Jörg Kallenbach, Ortsverbandsvorsitzender “Am Steiger” hatte schon am Wahlabend diese Veranstaltung geplant. Das Interesse an dem Thema war erwartungsgemäß sehr groß – 40 CDU-Mitglieder wollten neben einer Wahlanalyse auch diskutieren und dazu bot der Abend eine gute Gelegenheit. Eine scharfsinnige Analyse der Wahl, einschließlich der Vorgeschichte nahm Staatsekretär a.D. Jürgen Aretz mit seinem Vortrag vor. Bis 2008 war Aretz Staatssekretär in Thüringen und er wies darauf hin, dass es durchaus hausgemachte Probleme der Thüringer CDU gäbe, die schlussendlich zu dem Wahlergebnis geführt haben. Bereits 2004 und 2009 hat die CDU erheblich Stimmen verloren und es gab keine umfängliche Diskussion dazu. Die CDU hat bei der Landtagswahl 2014 noch einmal rund 15.000 Stimmen verloren. Von 330.000 Stimmen ging der Stimmenanteil auf 315.000 zurück. Es kann dabei wenig trösten, dass die anderen etablierten Parteien deutlich mehr eingebüßt haben. Rot-Rot-Grün haben gemeinsam einen Verlust von 114.000 Stimmen zu verzeichnen. Alle Parteien haben gemeinsam an die AfD verloren – die CDU 18.000, die Linke 16.000, die SPD 12.000 und die FDP 11.000. Aretz wies darauf hin, dass 57 der AfD-Wähler ihr Stimmverhalten mit Enttäuschung über die anderen Parteien erklären. Insgesamt hat die AfD rund 99.000 Stimmen geholt und dies ohne ein Grundsatzprogramm oder gar schlüssige Politikansätze. Für Aretz ist deshalb Skepsis angebracht, wenn es um die Kontakte zur AfD geht. Angesichts des querulantischen Potentials vieler AfD-Mitglieder (siehe Bericht vom AfD-Parteitag am Wochenende in Hessen), dürfe die CDU der AfD nicht hinterherlaufen. Es müsse Daum gehen eigene Themen zu verdeutlichen und zunächst um die eigenen Stammwähler zu kämpfen. Mit Ausnahme der Grünen waren alle jüngeren Parteigründungen in der Bundesrepublik erfolglos. Schill- und Stattpartei, Republikaner und Piraten hatten zwar alle zeitweise Erfolge scheiterten aber daran, dass sie nicht verstanden haben, wie Politik funktioniert. Kritisch setzte sich Aretz auch mit den anderen Parteien auseinander. Insbesondere die täglichen Dialektikübungen der Linken seien unglaubwürdig. Den Unrechtsstaat DDR als Protokollnotiz zu verbuchen, zeige dass dieses Thema für die Linken, aber auch die SPD und die Grünen eher nebensächlich sei. Der SPD bescheinigte Aretz einen Prozess der Marginalisierung, der sich schlimmstenfalls auch auf die Bundespartei auswirken könne. Die Grünen kritisierte Aretz dafür wie schnell nun die Bürgerrechtstraditionen über Bord geworfen werden – eigentlich müssten sie schnellstens alle Spiegel abhängen, in die sie nun nicht mehr schauen könnten. Die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi hat vor einigen Wochen ein breites Bündnis gegen die AfD gefordert und dabei verkannt, dass es durchaus linke und rechte Demokraten gäbe. Ziel und gemeinsame Politikanstrengung müsse es sein, sich von Extremisten abzugrenzen. Abschließend erläuterte Aretz, warum der einstimmige Beschluss des CDU-Präsidiums vor der Wahl, eine Zusammenarbeit mit der AfD auszuschließen richtig war und ist. Die AfD muss sich von ausländerfeindlichen Strömungen konsequent befreien und ihre Europapolitik sei inakzeptabel. Bevor ernsthaft eine Zusammenarbeit diskutiert werden könne, muss die AfD noch viele offene Fragen klären. Die Fragestellung des Abends „Ist die AfD wirklich eine Alternative für Deutschland?“ stellt sich derzeit nicht für die CDU, sondern maximal für die Mitglieder und Wähler der AfD.

Versprochen gebrochen – Kita-Sanierung auf die lange Bank geschoben

Der jugendpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dominik Kordon, und der Fraktionsvorsitzende Michael Panse kritisieren die unhaltbaren baulichen Zustände an Erfurter Kindergärten und Kinderkrippen. Der Oberbürgermeister versprach seit 2006 immer wieder die Sanierung der teils mehr als baufälligen Einrichtungen in Erfurt. Das Sanierungsversprechen wiederholte er für 2012 und ebenso für 2015. Mittlerweile wurde es auf das Jahr 2018 verschoben. Kordon erklärte dazu: „Schimmel, marode Sanitäranlagen, undichte Fenster, Unterbringung in Containern – dies sind dramatische und unzumutbare Zustände für Kinder, Betreuer und Eltern und zudem lange bekannt. Der Oberbürgermeister verschleppt solche Missstände immer wieder. Das Versprechen des Oberbürgermeisters ist mittlerweile völlig unglaubwürdig. Wer Schimmel auf die lange Bank schiebt, setzt die falschen Prioritäten auf Kosten der Kinder und Erzieherinnen.  Nicht einmal bis 2018 sind alle nötigen Maßnahmen eingeplant, das Vertrauen unserer Stadträte, der Träger und Eltern wird immer wieder enttäuscht.“ Die CDU-Fraktion fordert daher den Oberbürgermeister auf, sein mehrfaches Versprechen einzuhalten und das Thema Kita-Sanierungen zu einem Schwerpunktthema im Haushalt für die nächsten Jahre zu machen. Notfalls müssen teure Projekte, wie die Nordhäuser Straße, zunächst ausgesetzt werden. „Durch sein bloßes Hoffen auf Bundes- und Landesmittel wird noch längst keine Kita saniert. Wir fordern Nägel mit Köpfen. Es darf nicht bei den Jüngsten unserer Stadt gespart werden. Außerdem sollen die Träger besser unterstützt und die Mitsprache der Eltern verstärkt werden. Eine kinderfreundliche Stadt sieht anders aus“, mahnte Fraktionschef Panse das Erfurter Stadtoberhaupt auch mit Blick auf den noch nicht vorliegenden, kommenden Haushalt für 2015.

Der alte Schulhof

Bei der Einschulung mit meinem Zwillingsbruder vor der POS 39 im Jahr 1973
Zeitreise in die Vergangenheit! An das Lied aus meiner Jugendzeit “Der alte Schulhof” fühlte ich mich heute erinnert, als ich zu einer Gesprächsrunde mit den Eltern der Grundschule 5 Otto-Lilienthal ins Rieth gefahren bin. Die Schule kenne ich gut – schließlich bin ich vor 41 Jahren dort eingeschult worden. Damals waren die POS 39 und die POS 8 noch neu und gerade erst ein Jahr alt. Das Schulgebäude war blau (heute ist es grün). Im Laufe der Zeit hat sich aber viel geändert. Die nostalgischen Erinnerungen an die Schulzeit (bis zur 7.Klasse war ich auf der Schule, bevor ich auf die Friedrich-Schiller-Schule wechselte) sind immer noch präsent. Der alte Schulhof war auch nach der Schule Treffpunkt und es gibt Fotos davon, wie wir an den Wochenende dort gegrillt haben. Das Schulgebäude wurde in den letzten Jahren saniert und das Raumkonzept für die Grundschule geändert. Heute wird dort in sogenannten Lernhäusern unterrichtet. Was gar nicht dazu passt ist das Außengelände. Dort ist die Zeit stehengeblieben. Rings um die Schule ist viel Platz. Aber weder die Grundschule (im Teil der ehemaligen POS 8) noch die Regelschule (im Teil der ehemaligen POS 39) haben ein ansprechendes Außengelände. Lediglich die Bäume sind inzwischen groß gewachsen. Wenn man über die kleine Brücke über die schmale Gera das Schulgelände betritt fällt aber sofort der bröckelnde Asphalt auf. Hinter der Schule zur Mittelhäuser Straße waren früher schon ein spartanischer Spielplatz und eine große Grünfläche. Auf dem Spielplatz gibt es heute einige neue Spielgeräte, die der Förderverein finanziert hat. Rund 60.000 Euro an Spenden wurden dafür gesammelt. Um das ganze Außengelände in Ordnung zu bringen braucht es aber rund 600.000 Euro. Nachdem die Stadt dies schon zwei Mal zugesagt hatte und die Maßnahme dann doch wieder aus dem Haushalt gekegelt wurde, haben sich die Eltern nun an die Stadträte aller Fraktionen gewandt. Für 2016 soll das Projekt angeblich wieder in den Haushalt (Aussage Hochbauamt). Drei der fünf Stadtratsfraktionen waren heute Abend der Einladung gefolgt. Ich habe ebenso wie die Kolleginnen der SPD und der Linken zugesagt, die Schule in ihrem Engagement zu unterstützen. Auch hier macht sich aber bemerkbar, dass die Stadt nun schon seit etlichen Jahren Investitionen vernachlässigt. Kitas, Schulen, Brücken, Straßen und Sporteinrichtungen – überall bröckelt es und die aufgeschobenen Investitionen werden immer mehr. Um auf den Eingangsliedtext zurückzukommen… Auch wir hatten einen Schulhofgarten, so wie er in dem Lied besungen wurde. Allerdings hatte ich dort nicht mein erstes Rendevous, auch wenn das damals schon mit dem ersten Verliebtsein begann 😉 Trotzdem ist bei mir die Erinnerung an den alten Schulhof bei mir ausgesprochen positiv besetzt und es würde mich sehr freuen, wenn der Schulhof und das ganze Schulgelände irgendwann einmal so aussehen, dass dies auch künftige Generationen sagen.  

Nächster Heimsieg

Vor Spielbeginn mit Lisa
Unser SWE Volley-Team hat gestern Abend den nächsten Heimsieg eingefahren. Gegen den VC Offenburg hatten wir seit dem letzten Saisonspiel 2013/2014 noch eine Rechnung offen. Damals gewannen die Offenburgerinnen in Erfurt. Zwischenzeitlich haben sich aber beide Mannschaften sehr verändert. Sowohl wir, als auch Offenburg haben in dieser Saison eine deutlich veränderte Mannschaft. Mit Lisa Erdtmann hat eine unserer Spielerinnen vom SWE Volley-Team das Trikot gewechselt und spielt nun für den VC Offenburg. Vor dem Spielbeginn habe ich sie mit einem Blumenstrauß offiziell verabschiedet – alles Gute beim Studium in Freiburg und beim Volleyball in Offenburg. Gestern Abend hatten wir den Erfolg auf unserer Seite. Aber so klar, wie sich das 3:0 anhört war es nicht. Im ersten Satz konnten die Offenburgerinnen zum Leidwesen ihrer Trainerin gleich eine Handvoll Satzbälle nicht nutzen. Mit 30:28 gewannen wir schließlich und die Offenburger Trainerin haderte lautstark mit dem Schiedsrichter-Duo. Den zweiten Satz gewannen wir 25:22 und den dritten dann klar mit 25:16. Der Vorteil des schnellen 3:0 war, dass ich mit dem Kurzen mal nicht so spät heimgekommen bin und wir heute nicht den ganzen Sonntag verschlafen haben 🙂 In der Südschwimmhalle war es heute Nachmittag ordentlich voll, aber wir hatten trotzdem viel Spaß.