25. Tage der jüdisch-israelischen Kultur eröffnet

Der Golem als Eröffnungsfilm
Der Golem als Eröffnungsfilm
Heute Abend wurden die 25. Thüringer Tage der jüdisch-israelische Kultur mit “Der Golem – Wie er in die Welt kam” von Staatssekretärin Babette Winter im großen Saal des Erfurter Theaters eröffnet. Der Stummfilm mit der Filmmusik von 1920 mit der Filmmusik von 1997 begeisterte die 350 Eröffnungsgäste. Für unseren Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen habe ich dabei gerne ein Grußwort zur Eröffnung gehalten. In den nächsten vier Wochen stehen rund 150 Veranstaltungen in 17 Thüringer Städten auf dem Programm. Die 25. Kulturtage sind damit der Höhepunkt einer inzwischen langen Traditionskette – bereits 1991 kurz nach der Wende fanden die ersten Kulturtage statt. Frau Winter erinnerte daran mit dem ersten Veranstaltungsprogramm, welches in der Staatskanzlei gut archiviert ist. Ich bin seit vielen Jahren im Vorstand des Trägervereins und kann mich noch an Kulturtage erinnern, wo das Programm auf ein Faltblatt passte und in einem kleine Heftchen beschrieben wurde. Heute ist es inzwischen ein Buch. Dank gebührt dafür vielen Unterstützern, an erster Stelle dem Freistaat Thüringen, aber auch Sponsoren und Projektpartnern sowie unserer Projektleiterin Caroline Fischer. Unser Förderverein Alte und Kleine Synagoge e.V. hat sich einmal gegründet, um das das reichhaltige jüdische Vermächtnis in Erfurt sichtbar zu machen und zu bewahren. Nach der wende wurde es in besonderer Form sichtbar und inzwischen präsentiert die Alte Synagoge in Erfurt den einmaligen jüdischen Schatz mit dem Hochzeitsring und die Kleine Synagoge ist eine wunderbare Veranstaltungsstätte in der Innenstadt. Wir haben daher unseren Förderverein umbenannt nach dem Vereinszweck. Als Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e.V. beschreibt unser Name das Vereinsziel. Als Träger der Kulturtage wollen wir jüdische Kultur bekannt machen. Dies ist gerade in der heutigen Zeit wichtig, wo es von Boykottaufrufen gegen Israel bis hin zu Antisemitismus leider wieder eine Entwicklung gibt, die uns alle auf den Plan rufen muss. Die Kulturtage leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Viele Veranstaltungen laden in den nächsten Wochen ein. Ich freue mich, dass die Eröffnungsveranstaltung bereits ein voller Erfolg war.

Offene Fragen zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK)

Diskussionsgegenstand ISEK
Diskussionsgegenstand ISEK
Kontrovers wurde in der heutigen Stadtratssitzung über das ISEK diskutiert. Für unsere CDU-Stadtratsfraktion habe ich verdeutlicht warum wir am Ende dieser Diskussion den Beschluss abgelehnt haben. Basis des neuen ISEK ist der einmütige Stadtratsbeschluss von 2008, dessen Fortschreibung im Jahr 2014 vom Stadtrat beschlossen wurde. Auch 2014 hatten sich schon wesentliche Rahmenbedingungen verändert, deren Auswirkungen sich in Entwicklungshemmnissen bemerkbar machten. Erfurt ist schon seit vielen Jahren keine Stadt mehr mit zurück gehenden Bevölkerungszahlen, wie es ursprünglich einmal prognostiziert war. Insbesondere in der Neuentwicklung von Bau- und Gewerbegebieten, Änderungen in der Innenstadt, Sanierungs- und Neubaubedarfe bei Kitas und Schulen und fehlende soziale Infrastruktur in den Ortsteilen machen die Defizite deutlich. Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe mit Vertretern von vier Fraktionen hat über zweieinhalb Jahre getagt und mit der Verwaltung um die heute vorliegenden Handlungsfelder diskutiert bzw. diese erarbeitet und sie im Mai fertiggestellt. Der Arbeitsgruppe gebührt der Dank des Stadtrates dafür. Nach dieser Fertigstellung der Handlungsziele im Mai hätten der Stadtrat und seine Fachausschüsse dazu beraten und beschließen können. Etliche Stadtratssitzungen fanden in den letzten fünf Monaten statt. Offensichtlich war dies aber von der Verwaltung gar nicht gewollt, denn nachfolgend hat die Stadtverwaltung in diversen Ämterrunden Änderungen diskutiert und in das Papier eingefügt. Diese sollen nun heute in aller Eile bestätigt werden und damit die „Basis für die folgende Konzepterarbeitung“ sein. Eine Beschlussfassung soll nur deshalb erfolgen, damit gegenüber dem Bund so getan werden kann, als hätte die Stadt ihre Hauaufgaben erfüllt. Als ein Zwischenergebnis der ISEK-Fortschreibung bezeichnet die Verwaltung die Handlungsfelder in ihrer Stellungnahme. Die 12 Handlungsfelder beschreiben in rund 350 Punkten den aktuellen Stand und die Entwicklungsziele der Stadt in kurzen Schlagworten bzw. Überschriften. Viele Defizite werden aufgezeigt – bei den Lösungsansätzen bleibt das Papier hingegen an etlichen Stellen allgemein und zögerlich. Es entsteht der Eindruck, dass bei den Entwicklungszielen durchaus Luft für „Interpretationen“ gelassen wird. Wie dieser Interpretationsspielraum genutzt wird, werden wir dann möglicherweise bei der anvisierten Fortschreibung des ISEK auf 200 Seiten lesen können. Die CDU-Stadtratsfraktion ist bis Ende vergangener Woche davon ausgegangen, dass dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Überrascht mussten wir aber dann zur Kenntnis nehmen, dass die Verwaltung, unabhängig von der heutigen Diskussion und möglichen Beschlussfassung, ihr Papier schon als Verwaltungsentwurf fertiggestellt hat. Für morgen wurden alle Ortsteilbürgermeister und Ortsteilratsmitglieder um 17 Uhr in den Festsaal des Rathauses (während der Fortsetzung der Stadtratssitzung) eingeladen. Dort soll eine gemeinsame Vorberatung der Drucksache 1919/17 und des Verwaltungsentwurfs des ISEK erfolgen. Ich habe mich sehr bemüht diesen Entwurf zu bekommen oder im Ratsinfosystem zu finden – allerdings erfolglos. Dass dieser Entwurf uns nicht vorliegt, weckt nicht nur Misstrauen, sondern ist ein Affront der Stadtverwaltung gegenüber dem Stadtrat und den Mitgliedern der interfraktionellen Arbeitsgruppe. Einfach gesprochen, es ist ihnen völlig gleichgültig was der Stadtrat heute diskutiert und beschließt, die Verwaltung hat ihren Entwurf bereits geschrieben. Die heutigen Handlungsziele sind eben nicht die Basis für die folgende Konzepterarbeitung. Es entsteht der Eindruck, dass sie mit den vorgenommenen Ämteränderungen der letzten Monate noch frisiert und auf Konzeptlinie gebracht wurden. Ich halte dies für einen unmöglichen Umgang mit dem Stadtrat. Darüber hinaus gibt es aber auch kritische Anmerkungen der CDU-Stadtratsfraktion an einigen Zielen. Als Beispiel möchte ich den Bereich der Straßeninfrastruktur und des Verkehrs benennen. Die mangelnden Investitionen in den Unterhalt der Straßeninfrastruktur werden beklagt – aber dann nur bei den Zielen nebulös als das „unverzichtbare Infrastrukturnetz“ gestreift. Das innerstädtische Straßennetz soll, wo möglich, stadtverträglich und nutzungsgerecht optimiert bzw. reduziert werden. Die Begegnungszone wird, so meint es die Verwaltung, gegenwärtig schrittweise umgesetzt und deshalb solle die „Begegnungszone Innenstadt“ konsequent umgesetzt werden. Die CDU-Fraktion ist da klar anderer Meinung. Bei der Begegnungszone ging es uns immer darum, dass die Voraussetzungen für deren Umsetzung zuvor geschaffen werden und die wurden es, insbesondere was den ruhenden Verkehr angeht bis heute nicht. Beim Handlungsfeld Wohnen ist eine umfängliche Defizitbeschreibung vorgenommen, aber bei den Handlungszielen bleibt es bei Allgemeinplätzen. „Barrierearmen, bezahlbaren Wohnraum fördern“, „Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen“, Zuwandern und Geflüchteten möglichst schnell den Umzug in normale, bezahlbare Wohnformen ermöglichen“ – ich bin sehr gespannt wie die Stadt diese Handlungsziele umsetzen wird. Zudem soll die Leerstandsquote so gering wie möglich gehalten werden. Die Ansage „neue Baugebiete nur in den Ortsteilen auszuweisen, die über eine entsprechende Infrastruktur verfügen“ erlaubt zwei Wege – entweder es gibt somit in vielen Ortsteilen keine neuen Baugebiete, obwohl es dort Bauland gäbe, weil die Infrastruktur (Schulen, Kitas, ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten) fehlt. Oder aber die Stadt schafft diese Infrastruktur Zug um Zug um somit neue Baugebiete zu ermöglichen. Es bleibt offen, wo die Reise hingeht. Die CDU präferiert klar den zweiten Weg. Und nicht zuletzt gibt auch beim Handlungsfeld Wirtschaft, Arbeit und Handel unterschiedliche Auffassungen. Wir wollen die Mittelstandsförderung verstärken, expandieren und professionalisieren. Das geht den Kollegen von Rot-Rot-Grün zu weit. Bei der Errichtung einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit GmbH-Struktur ist es hingegen anders herum – da versucht sich die Verwaltung nach unserer Auffassung vor einer ihrer wichtigen Aufgaben weiter zu drücken. Bezüglich der Einzelhandels- und Zentrenstrategie gibt es sicherlich auch noch Gesprächsbedarf – spätestens dann wenn uns das ISEK-Konzept in seiner Langfassung vorgelegt wird. Zusammenfassend: Die heute zur Beschlussfassung stehenden Handlungsfelder hätten dem Stadtrat schon vor Monaten vorgelegt werden können und auch der Umstand, dass der Bund aktuelle ISEKs von den Kommunen fordert ist der Verwaltung seit dem Frühsommer bekannt. Dies jetzt in Dringlichkeit durch die Ausschüsse und den Stadtrat peitschen wird dem Thema nicht gerecht. Die Handlungsziele lassen erheblichen Interpretationsspielraum, den die Verwaltung offensichtlich mit der Erstellung der Vorlage 1919/17 schon ausgefüllt hat, ohne sich um die Beschlussfassung der Handlungsziele im Stadtrat zu scheren. Aus diesen beiden Gründen und dem Gesprächsbedarf zu den von mir inhaltlich aufgeführten Punkten wird die CDU-Stadtratsfraktion den heute vorgelegten Handlungszielen nicht zustimmen. Wir sind gespannt auf die Verwaltungsvorlage 1919/17 und ob es der Verwaltung dann gelingt, die von ihr verursachten Irritationen auszuräumen. Beschlossen wurden die Handlungsziele am Ende von Rot-Rot-Grün gegen die Stimmen der CDU. Die Langfassung des ISEK wurde zwischenzeitlich in das Informationsnetz der Stadtverwaltung eingestellt. Wir werden es uns jetzt anschauen und danach bewerten.

Gesundheitsreformation in Erfurt

Im Saal der Multifunktionsarena
Im Saal der Multifunktionsarena in Erfurt…
„Humor hilft heilen“ ist das Motto von Dr. Eckardt von Hirschhausen und der studierte Mediziner lebt dieses Motto auch. Einmal mehr konnte ich mich davon heute Abend überzeugen. Unter dem Titel die Gesundheitsreformation – Luther und Lachen – Haltung und Heilung war er Gast beim Sparkassenforum und schaffte die Verbindung von nachdenkenswerten Beschreibungen zum Humor.
...und vor sechs Jahren in Berlin
…und vor sechs Jahren in Berlin
Im 500. Jahr der Reformation bot Dr. Hirschhausen einen unterhaltsamen Abend über die Heilkraft von Lachen, Glauben und Wissen. Ich mag seinen hintersinnigen Humor – schon seit dem ich ihn vor sechs Jahren in Berlin das erste Mal erlebt haben. Am heutigen Abend waren rund 1.200 Besucher in der Multifunktionsarena ebenso davon angetan. Hirschhausen engagiert sich sehr mit seiner Stiftung Humor hilft heilen für mehr gesundes Lachen in Krankenhäusern. Darüber hinaus ist der Doktor Botschafter der Deutschen Krebshilfe und engagiert sich für die Mehrgenerationenhäuser. In seiner letzteren Funktion habe ich ihn damals bei einer Tagung der Mehrgenerationenhäuser kennengelernt.

Erinnerungen an den Kanzler der Einheit

Das Grab im Adenauer-Park in Speyer
Das Grab im Adenauer-Park in Speyer
Dieses Wochenende war ich wieder einmal bei meinem jüngsten Sohn in Baden-Württemberg zu Besuch und wie hatten ein volles Programm – Eishockey bei den Adlern Mannheim, DTM-Finale auf dem Hockenheimring, Konzert von Fanta 4, Fahrradturnier des ADAC und der Besuch im Miramar-Erlebnisbad. Zeitgleich war eine kleine Besuchergruppe der CDU Thüringen mit der ehemaligen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Minister a.D. und Landtagspräsident Frank-Michael Pietzsch, zwei Staatssekretären, unserem ehemaligen Landesgeschäftsführer Andreas Minschke und der ehemaligen Vorsitzenden der Jungen Union in Rheinland-Pfalz. Bernhard Vogel führte uns durch Speyer und erklärte uns den Dom. Sonntagvormittag war ich mit meinem Sohn im Adenauer-Park in Speyer am Grab von Helmut Kohl und auf der Fahrt dorthin haben wir darüber gesprochen, wer Helmut Kohl war und was er gemacht hat. Ich habe meinem Sohn von meinen Erinnerungen erzählt – er ist mit seinen 10 Jahren zu jung um zu wissen, was das Phänomen Kohl ausmacht. Er wird aber hoffentlich einmal im Geschichtsunterricht hören, was Kohl für Deutschland und Europa geleistet hat. Seine Verdienste um die Deutsche Einheit und die Einheit Europas werden ganz sicher in den Geschichtsbüchern gewürdigt werden. Ich habe Helmut Kohl das erste Mal im Februar 1990 auf dem Domplatz erlebt und bin auch wegen ihm später vom Demokratischen Aufbruch in die CDU gegangen. Mitte der 90ger Jahre konnte ich ihn bei vielen Wahlveranstaltungen sehr persönlich auch in kleinen Gesprächsrunden gemeinsam mit Bernhard Vogel erleben. Wir waren mit dem Bundesvorstand und den Landesvorsitzenden der JU mehrfach zum Abendessen im Bundeskanzleramt.  Es folgten noch Begegnungen im Waldorf Astoria in New York, bei der Verleihung des Point-Alpha-Preises, Festveranstaltung, dem runden Geburtstagen von Bernhard Vogel und Parteitagen. Diese persönlichen Erinnerungen bleiben. Helmut Kohl war einer beeindruckender Politiker ihm gebührt großer Dank für das, was er für unser Vaterland geleistet hat. Adenauer-Park 1Am 20. Februar 1990 war der Erfurter Domplatz voller Menschen. Offizielle Schätzungen sprechen von 100.000 bis 150.000 Menschen, die gekommen waren, um den Bundeskanzler der Bundesrepublik zu sehen und zu hören. Im Rahmen des Wahlkampfes zur ersten freien und zugleich letzten Volkskammerwahl war Helmut Kohl gekommen, um die Allianz für Deutschland zu unterstützen. Ich war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt, mein erster Sohn gerade erst einen Monat. Ich war Mitglied beim Demokratischen Aufbruch und stand mitten unter den vielen Menschen. Eine Videokassette von dieser Veranstaltung habe ich später von einem Freund bekommen und die Bilder häufig abgespielt. Helmut Kohl habe ich an diesem Tag das erste Mal live gesehen und als er sich den Weg durch die Menschen bahnte, konnte ich ihm, wie hunderte Erfurterinnen und Erfurter, die Hand schütteln. Bei dieser Veranstaltung hat Helmut Kohl davon gesprochen wo die Entwicklung hingehen kann und hingehen soll. Das berühmte Zitat der „blühenden Landschaften“ ist dort gefallen und die Menschen haben ihm zugejubelt, wie ich es danach nie wieder bei einer politischen Veranstaltung erlebt habe. Die Videokassette hat noch mehrmals für mich eine Rolle gespielt. 1994 hat ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks eine Dokumentation über die Jugendorganisationen der Parteien und Politikverdrossenheit gedreht. In einer der Szenen übergebe ich Helmut Kohl auf dem Domplatz eine Kopie des Videos von 1990. Als Wahlkampforganisator und damaliger JU Vorsitzender durfte ich bei der anschließenden Kundgebung mit auf der Tribüne stehen und habe in einem Interview erklärt, was mich in der Wendezeit bewegt und politisiert hat. Ich persönlich bin dankbar für die „blühenden Landschaften“ die ganz zweifellos entstanden sind. Helmut Kohl hat am 20. Februar wörtlich auf dem Domplatz gesagt: „Sie sind genauso verlässlich, genauso intelligent, genauso einsatzbereit wie die Menschen in der Bundesrepublik. Und ich bin sicher: wenn sie mit einer harten D-Mark eine Ware kaufen können, die sie wollen, wenn sie frei über ihr Leben entscheiden können, wenn sie ihr persönliches Glück finden können, wie sie es wollen, dann wird auch dies Land der DDR, dann wird dieses Thüringen, diese alte Stadt Erfurt, genau wie alle anderen Städte der Bundesrepublik Deutschland ein blühendes Gemeinwesen werden.“ Am 16. Juni 2017 verstarb Altkanzler Dr. Helmut Kohl. Aus Sicht der CDU-Fraktion soll sein Erbe mit der Benennung einer Straße in der Nähe des Domplatzes gewürdigt werden. Für das kommende Jahr steht die Neubenennung des Teilbereiches der Straße am Petersberg aus, dort wo derzeit auch eine Wohnbebauung geschieht. Die CDU-Fraktion hat deshalb für die nächste Stadtratssitzung am Mittwoch beantragt, die besagte Straße nach Altkanzler Dr. Helmut Kohl zu benennen. Die Nähe zum Domplatz, dem Ort seiner Rede 1990, prädestiniert die Straße am Petersberg für die Namensgebung. Für die Stadtratssitzung am Mittwoch hoffe ich auf breite Zustimmung für unseren Vorschlag. Bilder vom Grab Helmut Kohl  

Gelungene Revanche

Mit Bernhard Vogel im Dom von Speyer
Mit Bernhard Vogel im Dom von Speyer
Unser prominenter Stadtführer hat sich in Speyer nach 25 Jahren revanchiert! Bei dem Besuch in der geschichtsträchtigen rheinland-pfälzischen Stadt am Samstag hat uns Ministerpräsident Bernhard Vogel den Dom und die Altstadt gezeigt und erklärt. Am 28. Januar 1992 habe ich Bernhard Vogel kennengelernt und durfte ihm unsere Landeshauptstadt als damaliger Landesgeschäftsführer der Jungen Union Erfurt bei einer Stadtführung zeigen. Wenige Tage später wurde Bernhard Vogel als unser Ministerpräsident in Thüringen vereidigt. Begleitet hat uns bei der Stadtführung ein Team des ZDF die daraus einem Beitrag machten, dass Bernhard Vogel sich erst ein Hemd im damaligen Modehaus Held kaufen musste, da der Ruf nach Thüringen sehr kurzfristig erfolgte. Wochenlang tobte damals zuvor die Diskussion um den Thüringer Ministerpräsidenten Josef Duchac. Die JU hatte ihn früh zum Rücktritt aufgefordert und unter anderem Bernhard Vogel als Nachfolger ins Spiel gebracht. Damals war das nicht unumstritten – ein Wessi für Thüringen. Rückblickend war es der Glücksfall für den Freistaat. Heute nun hat er eine kleine Besuchergruppe aus Thüringen durch seine Heimatstadt Speyer geführt. Und natürlich haben wir viel über Politik und das letzte Vierteljahrhundert gesprochen. Bernhard Vogel wird genauso auf der Straße in Rheinland-Pfalz angesprochen wie in Thüringen und die Menschen sind ihm dankbar für seine Arbeit als Ministerpräsident in zwei Bundesländern. Ich bin ihm persönlich zu viel Dank verpflichtet. Im Wahlkampf 1994 durfte ich als Wahlkampfmanager der CDU Thüringen mit ihm zusammenarbeiten – wir haben allein in der Zeit ein halbes Dutzend Mal Helmut Kohl getroffen. Später hatte ich mit ihm ein gemeinsames Abgeordnetenbüro und habe seinen Wahlkreis 2004 übernommen. Bernhard Vogel war Mitglied in meinem Ortsverband und er steht auch heute in größeren Abständen als Ratgeber bereit. Ich freue mich über jedes Treffen und hoffe sehr, dass es davon noch viele gibt. Bilder aus Speyer  

LAUT.NAH.DRAN bei der DTM 2017

Nah dran am Renngeschehen
Nah dran am Renngeschehen…
Einfach nur Klasse! Auch in diesem Jahr konnten wir Dank eines guten Bekannten, der uns die Karten besorgt hat, wieder beim DTM-Finale auf dem Hockenheimring dabei sein. Traditionell findet auf dem Hockenheimring die Eröffnung und das Finale statt. In diesem Jahr bleibt es spannend bis zum Schluss. Mit unseren Plätzen auf Innentribüne hatten wir perfekte Sicht auf mehrere Kurven und waren zwischen den Rennen im Fahrerlager ganz nah dabei. Viele Präsentationen und vor allem die Rennwagen und Fahrer aus der Nähe zu bestaunen, war für meinen jüngsten Sohn ein tolles Erlebnis. Pit-View beim Reifenwechsel und Fan Village sowie Backstage bei den Vor- und Nachbereitungen – Papa erfreute sich ebenfalls daran und natürlich auch an den Boxengirls 😉
...und im Fahrerlager
…und im Fahrerlager
Gewinner des ersten Wochenendrennens war der Brite Jamie Green – die Entscheidung in der DTM ist damit auf morgen vertagt. Neben der Rennstimmung und dem wunderschönen sonnigen Rennwetter gab es am Abend noch ein Novum. Erstmals gab es noch ein Abendkonzert. Die Fantastischen Vier traten direkt an der Rennstrecke auf. Für meinen Kleinen das erste Openair-Konzert und Papa konnte fast alle Lieder mitsingen. Es hat wieder viel Spaß gemacht am Hockenheimring! Ich habe so das Gefühl, wir planen im nächsten Jahr die Wochenende wieder so, dass ein Rennwochenende am Hockenheim dabei ist. Bilder vom Renntag  

Zu Gast bei den Adlern

Blick in den Adler-Horst
Blick in den Adler-Horst
Freitags oder Sonntags geht es zum Eishockey – jedenfalls wenn es die Zeit erlaubt und die Black Dragons spielen. Dies ich seit 18 Jahren so und mit großer Begeisterung beteiligen sich daran meine Söhne. Beim Jüngsten hat die Begeisterung sogar soweit geführt, dass er selber spielt. Immer wenn wir unterwegs sind besuchen wir auch andere Arenen und da ist inzwischen eine umfangreiche „Sammlung“ zusammen gekommen. Die Canadian in Montreal, Eispiraten in Crimmitschau, Eislöwen Dresden, Sparta Prag, Anaheim Ducks, Eisbären Berlin und die Kölner Haie haben wir schon erlebt. Heute nun waren wir mit 9.200 anderen Zuschauern endlich einmal bei den Adlern Mannheim in der SAP-Arena zu Gast. Das Spiel gegen die Iserlohn Roosters endete für den siebenfachen Deutschen Meister (zuletzt 2015) mit 2:5 rechtunglücklich. Nach dem 2:3 Anschlusstreffer setzten die Haie in den letzten drei Minuten alles auf eine Karte und kassierten eine Strafzeit sowie noch zwei Gegentore. Uns hat es aber trotzdem gut gefallen in der modernen Arena und mein Kurzer ergatterte nach dem Spiel noch von zwei Mannheimer Spielern Autogramme auf seine Adler-Fahne. Per Internet erfuhren wir, dass unsere Drachen 0:3 in Halle beim Dauerrivalen verloren haben. Beim nächsten Mal unterstützen wie sie wieder in der heimischen Kartoffelhalle in Erfurt! Bilder aus Mannheim  

Startaufstellung zum Saisonbeginn

Unser Team 2017/2018
Unser Team 2017/2018
Sämtliche Warm-up-Runden sind gedreht und die Startaufstellung steht. Unmittelbar vor dem Saisonstart unserer Mädels vom Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam am Sonntag in Münster ist das Team nun komplett und alle brennen darauf, dass es endlich losgeht. Morgen Abend wird mit Ivana Dinic die letzte unserer neuen Spielerinnen von Belgrad nach Berlin und dann nach Erfurt kommen und bereits am Wochenende mit nach Münster fahren. Visafragen haben verhindert, dass sie frühzeitig bereits mit ihren Teamkolleginnen in die Saisonvorbereitung einsteigen konnte. In unserer heutigen Vorstandssitzung haben wir den Stand der Saisonvorbereitung diskutiert und organisatorische Fragen besprochen – jetzt kann es endlich losgehen. Die neue Saison 2017/2018 beginnt am Wochenende und wir wollen es zum vierten Mal in unserer Vereinsgeschichte wissen. Wir stellen uns erneut der Herausforderung der 1. Volleyballbundesliga. Im letzten Jahr haben wir viele Erfahrungen sammeln können und haben doch am Ende der Saison den sportlichen Klassenerhalt verpasst und nur den 11. Tabellenplatz belegt. Aus sportlicher Sicht hätte es mit der Platzierung eine Etage tiefer gehen müssen. Doch da die Meister der 2. Ligen nicht von ihrem Aufstiegsrecht Gebrauch gemacht haben, haben wir den Antrag auf einen freien Platz in der 1. Liga gestellt. Dieser wurde vom Vorstand der Volleyball Bundesliga mit Berufung auf ein nachhaltiges Strategiepapier des Vereins befürwortet. Die VBL bescheinigte uns: „Erfurt hat in der Spielzeit 2016/17 in einer starken Liga sehr viele positive Eindrücke hinterlassen. Wir glauben, das Team kann die gute Entwicklung in der kommenden Erstliga-Saison der Frauen fortsetzen.“
Beim Fototermin
Beim Fototermin
Als Vorstand des SWE Volley-Team e.V. und als Gesellschafter unserer Spielbetrieb GmbH sind wir davon überzeugt, dass wir die gute Entwicklung fortsetzen können. Unser Manager Heiko Herzberg hat in den Sommermonaten die schwierige Aufgabe geschultert und gemeinsam mit vielen Partnern die Voraussetzung für eine weitere Erstligasaison geschaffen. Dem folgte der positive Bescheid des Lizensierungsausschusses der Volleyball Bundesliga über den Verbleib in der 1.Liga. Viele langjährige treue Sponsoren und Werbepartner und viele neue Unterstützer vertrauen auf unser Konzept und ermöglichen mit ihrem finanziellem Engagement Spitzenvolleyball in der Landeshauptstadt. An erster Stelle nenne ich stellvertretend für viele Partner unseren Hauptsponsor die Stadtwerke Erfurt mit denen uns nun schon eine 13jährige gute Zusammenarbeit verbindet. Mit der Verpflichtung unseres neuen Cheftrainers Jonas Kronseder konnten wir einen jungen und zugleich Erstligaerfahrenen Trainer gewinnen, der bedingt durch die viele Spielerinnen die uns verlassen haben, ein gänzlich neues Team zusammen gestellt hat. Selma Hetmann und Lisa Stock sind zum VC Wiesbaden gewechselt und Antonia Stautz zum SC Potsdam. Wir werden alle drei in der kommenden Saison wieder in Erfurt begrüßen können – dann aber bei unseren Gästen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für ihr langjähriges Engagement bei uns. Dies gilt auch für die drei Amerikanerinnen Macy Ubben, Katlin Winters und Ali Skayhan die zurück in die Staaten sind sowie Liis Kullerkann die künftig in Paris am Netz steht. Luise Wolf musste aus gesundheitlichen Gründen ihre Volleyballlaufbahn beenden und Marie Belitz ist für ein Jahr in Australien. Natascha Niemczyk wird in der kommenden Saison in Sonthofen spielen. Allen Spielerinnen der letzten Saison gebührt unser Dank und sie begleiten die besten Wünsche. Zu den fünf verbliebenen jungen Spielerinnen im Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam sind somit viele neue Gesichter hinzu gekommen. Amerika, Brasilien, Ecuador/Argentinien, Japan, Serbien und Deutschland sind die Heimatländer unserer neuen Spielerinnen die trotz der internationalen Herkunft schon in der Vorbereitungsphase schnell zu einem Team zusammen gewachsen sind. Herzlich Willkommen allen unseren neuen Spielerinnen und dem Trainerteam in Erfurt! Vielen Dank den vielen ehrenamtlich und hauptamtlichen Helfern unseres Vereins. Ein besonders großes Dankeschön auch an den Fanclub die Monsterblocker die bereits bei der Saisonvorbereitung engagiert dabei waren. Ich wünsche im Namen des Vorstandes allen Mannschaften unseres Vereins, in allen Alters- und Spielklassen, spannende, verletzungsfrei und erfolgreiche Spiele in der neuen Saison 2017/2018!

Wer die Musik bestellt…

Am Ende der Kette...
Am Ende der Kette…
Eines der beliebten Streitthemen in der Politik ist die frage, wer auf welcher Ebene welche Kosten trägt. Am Ende in der finanziellen “Nahrungskette” steht meist dabei die Kommune, die Aufgaben übertragen bekommt, aber nicht immer auch die dafür notwendigen Finanzmittel. Dafür gibt es in der Regel den Kommunalen Finanzausgleich (KFA) und die Schlüsselzuweisungen des Landes für die Kommunen, die neben eigenen Steuereinnahmen die wichtigsten Einnahmequellen sind. Aktuell beschäftigt die Kommunen die Frage, wie die Kostenerstattung bei der Umsetzung des sogenannten Unterhaltsvorschussgesetzes läuft. Da hat der Bund den gesetzlichen Rahmen vorgegeben, dass Alleinerziehende künftig bis zum 18. Geburtstag Anspruch auf Unterhaltsvorschuss haben (bis jetzt war es bis 12 und für maximal 72 Monate). Die Umsetzung des Gesetzes erfolgt in den Kommunen. In unserer heutigen Finanzausschusssitzung ging es diesbezüglich um ein vergleichsweise kleines Thema. Am 1.10.2017 trat das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließungen für Personen gleichen Geschlechts bundesweit in Kraft. Zugleich können bisher bestehende Lebenspartnerschaften umgeschrieben werden. Die Kostenfrage dafür ist ungeklärt. Mitte September gab der neue Thüringer Innenminister dazu die nachfolgende Pressemitteilung ab: Umwandlung eingetragener Lebenspartnerschaften gebührenfrei – Innenministerium trifft Anordnung für Standesämter Die Umwandlung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft in eine Ehe soll in Thüringen gebührenfrei möglich sein. Entsprechend einer zeitnah mit dem Finanzministerium abzustimmenden Anordnung des Thüringer Ministeriums für Inneres und Kommunales dürfen die Standesämter für die ab 1. Oktober 2017 mögliche Erklärung zur Umwandlung einer Lebenspartnerschaft in eine Ehe keine Verwaltungsgebühren erheben. „In einer modernen, toleranten Gesellschaft dürfen wir beim Modell Ehe keine Unterschiede machen. Es ist für mich selbstverständlich, dass die Umwandlung einer bereits mit Kosten verbundenen Lebenspartnerschaft in eine Ehe nicht noch einmal Kosten verursacht. Thüringen ist damit auf der Höhe der Zeit“, betonte heute (15. September 2017) Innenminister Georg Maier. Nach den geltenden Bestimmungen ist die Höhe der Gebühr für die Umschreibung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft in eine Ehe nicht geregelt. Die geplante Anordnung des Ministeriums erfolgt im Vorgriff auf die vorgesehene gebührenfreie Regelung in der Thüringer Verwaltungskostenordnung für den Geschäftsbereich des Innenministeriums, die voraussichtlich zum Januar 2018 wirksam werden soll. So richtig wie diese Entscheidung ist, so fragwürdig ist das Vorgehen. Im heutigen Finanzausschuss konnte die Stadtverwaltung weder die Frage beantworten, ob noch wann es eine Erstattung dazu gibt, oder ob dies alles im großen Loch der Finanzbeziehungen zwischen Stadt und Land verschwindet. Ja, es geht dabei um vergleichsweise wenig Fälle – 1.000 Eheschließungen im letzten Jahr standen 24 Lebenspartnerschaften gegenüber. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes gab es im Erfurter Standesamt 4-5 Anfragen auf Umschreibungen. Ich bin gespannt ob der Ankündigungsrhetorik des Ministers auch eine entsprechende Regelung der Verwaltungskostenordnung und Erstattung für die Kommunen folgt.

Buga-Ausschuss mit oder ohne Würfelspiel

Das Buga-Würfelspiel
Das Buga-Würfelspiel
Kommunalpolitische Herbstferien gibt es nicht und deshalb tagen die Fachausschüsse des Erfurter Stadtrats auch während der Schulferien – aber immerhin ohne größere Streitthemen. Das galt zumindest für den heutigen Buga-Ausschuss. Sowieso sind wir uns da bei den meisten Themen weitgehend einig und die Vorbereitung auf die am 21.4.2021 beginnende Buga läuft. Im heutigen Ausschuss hat sich der Verein der Buga-Freunde e.V. vorgestellt. Über 100 Mitglieder hat der Verein, an deren Spitze der Sparkassenchef Herr Bauhaus steht. Mit viel bürgerschaftlichem Engagement konzipiert der Verein Projekte, die für die Buga stehen und werben. Alt-Oberbürgermeister Manfred Ruge, der im Verein als stellvertretender Vorsitzender wirkt stellte heute viele Ideen vor – darunter auch eine Idee, die schon während seiner Zeit als Oberbürgermeister entstand. Die Gera durchfließt die ganze Stadt und verbindet damit verschiedene Buga-Standorte. Was liegt also näher, als diese Verbindung zu nutzen. Die Gera ist zwar sehr flach aber durchaus mit flachen Booten zu befahren. Von einem Testfahrt gibt es ein längeres Video, welches ganz neue Wasseransichten von unserer Stadt eröffnet. Allerdings ist das ganze nur als Freizeitaktivität gedacht und nicht zur Bereicherung des Verkehrskonzeptes der Buga 2021. Um dieses ging es im nichtöffentlichen Teil der Ausschusssitzung. Das Verkehrskonzept ist noch nicht fertig und hängt auch damit zusammen, ob die sogenannte Buga-Seilbahn noch geplant ist, oder nicht. Verbindliche Aussagen dazu gibt es ebenso wenig, wie eine Beschlussvorlage. Also das braucht noch etwas Zeit – und wenn die Zeit einmal zu lang wird… Die Buga-Freunde haben ein Familienwürfelspiel entwickelt, welches sie uns heute im Ausschuss vorgestellt haben. Für Familien ein tolles Spiel – allerdings für die Ausschussarbeit nicht geeignet. Erstens würfeln wir grundsätzlich kommunalpolitische Entscheidungen nicht aus, sondern diskutieren sie und zweitens geht das kollegiale Verhältnis zu den anderen Ausschussmitgliedern nicht so weit, dass wir Spieleabende miteinander veranstalten.