„Fußballdorf“ ganz groß

40 Zuschauerreihen Stimmung
40 Zuschauerreihen Stimmung
Sechs Jahre ist es schon her, dass wir Erfurter in Sinsheim 1. Bundesliga gespielt haben. Zugegeben, es waren nur einige hundert und nicht 28.000 Zuschauer dabei, aber es war ja auch die Damen-Volleyballbundesliga und nicht die Fußball-Bundesliga. Allerdings ist die Volleyballbundesliga in Sinsheim seit 2012 leider Geschichte. Mit dem Abstieg aus der 1. Liga folgte die Insolvenz. Der ehemalige Dorfverein TSG 1899 Hoffenheim hat hingegen im Fußball einen beeindruckenden Weg hinter sich. Dank des SAP-Mitgründers Dietmar Hopp ist der Verein von 1998 an aus der Kreisliga A durchmarschiert. Seit 2008 spielt Hoffenheim in der 1. Bundesliga und seit 2009 in der heutigen Wirsol-Rhein-Neckar-Arena. Das vorherige Stadion in Hoffenheim war zu klein geworden. Inzwischen spricht man in Hoffenheim vom Europapokal und die Arena wird wieder zu klein. Heute waren wir (mein Jüngster und ich) gemeinsam mit über 28.000 Zuschauern beim Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen dabei. Die Erwartungen waren groß, schließlich liegt Hoffenheim derzeit auf dem vierten Platz hinter Bayern, RB Leipzig und Dortmund. Die Erwartungen der Zuschauer wurden in einem munteren Spiel erfüllt. Hoffenheim gewann mit 1:0 – das erste Mal überhaupt gegen Leverkusen in der Arena. Es hat uns sehr gefallen und vor allem mich auch einmal von de sonst eher problembehafteten Arena-Diskussion in Erfurt abgelenkt. Es gibt Arenen, da läuft es richtig gut 😉 Bilder aus Hoffenheim    

Infobrief März 2017

Die aktuelle Ausgabe
Die aktuelle Ausgabe
Frühling wird es inzwischen in Erfurt und üblicherweise bessert sich da die Stimmung. In Erfurt funktioniert dies nur teilweise, weil kommunalpolitische Themen die Stimmung trüben. Der Haushalt wurde in der letzten Stadtratssitzung zwar eingebracht, aber bis er beschlossen ist und in Kraft tritt, wird es Sommer. Die Problem um die MFA gehen weiter. Ein neuer Beigeordneter wurde mühsam gewählt – was er bringt bleibt abzuwarten. Und die Diskussion um den Einzelhandel, das TEC und den Thüringenpark bleibt uns erhalten. Das alles und was sonst noch so berichtenswert um die letzte Stadtratssitzung war, findet sich in der März-Ausgabe des Infobriefes der CDU-Stadtratsfraktion. Viel Spaß beim lesen! Link zum Infobrief    

Nachbarschaftsnetzwerke in Thüringen

Festsaal Rathaus Erfurt
Festsaal Rathaus Erfurt
Zentrales Thema der sozialpolitischen Diskussionen im Freistaat ist derzeit das geplante Landesprogramm für das solidarische Zusammenleben der Generationen. Mit Blick darauf tagen regelmäßig Arbeitsgruppen und es finden auch Fachtagungen statt, die das Thema aufgreifen. Gestern war ich somit thematisch zum „Heimspiel“ im Erfurter Rathaus. Dieses Mal nicht in kommunalpolitischer Mission, sondern dienstlich. Die Thüringer Ehrenamtsstiftung hatte gemeinsam mit dem Landesseniorenrat zur Fachtagung „Nachbarschaftsnetzwerke in Thüringen“ in den Festsaal des Erfurter Rathauses eingeladen. Seit genau 15 Jahren gibt es die Thüringer Ehrenamtsstiftung und die ersten Jahre durfte ich die Stiftung als Mitglied des Stiftungsrates begleiten. Insofern freut es mich besonders, dass wir auch heute noch gemeinsame inhaltliche Schnittmengen finden. Die demografischen Herausforderungen schilderte Loring Sittler, der viele Jahre beim Generali-Zukunftsfond dieses Thema bearbeitet hat. Insbesondere die Thüringer Zahlen sind nicht überraschend und auch nicht neu. Daran ist nicht mehr viel zu ändern – die Bücher der Demografie sind für die nächsten Jahre geschrieben sowohl zur Zahl der Thüringerinnen und Thüringer als auch deren Altersentwicklung. Die Herausforderung ist damit umzugehen und die Auswirkungen zu mildern. Eine der Antworten sind Senioren-Genossenschaften zum gemeinsamen Wohnen im Alter – rund 220 gibt es davon in Deutschland. Eine andere Antwort, insbesondere im ländlichen Raum sind Nachbarschaftsnetzwerke. Klar ist, dass es dafür engagierte Mitstreiter braucht. Die Kommunen können und werden es nicht finanzieren – aber es braucht selbstbewusste Kommunalpolitiker, die Kontakte knüpfen und bürokratische Hürden überwinden helfen.

Befreiungsschlag und dicht an der Sensation vorbei

Grund zum Jubel
Grund zum Jubel
Freud und Leid liegen insbesondere im Sport dicht beieinander. Heute Abend wurde dies wieder einmal bestätigt. Mit unserem Bundesligavolleyball Geschäftsführer Heiko Herzberg bin ich sportlich einmal wieder „fremdgegangen“ und wir waren mit gut 4.000 anderen Besuchern im Steigerwaldstadion. Rot-Weiß war in den letzten Wochen nicht gerade vom Erfolg verwöhnt. Neben den Diskussionen mit der Stadt um die Finanzen, gab es etliche sportliche Rückschläge zu verkraften. Insbesondere bei den Heimspielen gab es viel Frust. Beim Flutlichtspiel gegen Osnabrück lief es glücklicherweise gut und mit einem Brückner-Tor gewannen die Rot-Weißen mit 1:0. Nebenbei waren wir aber multitaskingfähig immer mit einem Auge beim Live-Ticker der Black Dragons in Halle. In einem tollen Spiel hatten die Drachen am Freitag die Play-Off-Serie in der Overtime auf 1:1 ausgeglichen. Das entscheidende dritte Spiel lief bei den Saale Bulls. Bis 30 Sekunden vor Schluss lagen die Drachen sensationell mit 0:1 vorne, dann fiel leider doch noch der Ausgleich und in der Overtime hatten die Saale Bulls dieses Mal Glück. Damit ist die Saison für die Drachen zu Ende. Aber in dieses Jahr gehen sie erhobenen Hauptes vom Eis. Tolle Spiele und Erfolge machen Lust darauf, dass es im September wieder weiter geht.

Ehre, wem Ehre gebührt

Fraktion und Kreispartei mit Manfred Ruge
Fraktion und Kreispartei mit Manfred Ruge
Manchmal dauert es eine ganze Weile… Vor 11 ging die 16jährige Amtszeit unseres Oberbürgermeisters Manfred Ruge zu Ende. Gestern nun wurde er für seine Verdienste um die Landeshauptstadt Erfurt mit der Ehrenbürgerschaft geehrt. Zum 70. Geburtstag von Manfred Ruge hatte Sparkassenchef Dieter Bauhaus im Festsaal bei seiner Laudatio den Vorschlag dazu unterbreitet. Sowohl der Ältestenrat als auch der Stadtrat stimmten diesem Vorschlag im Dezember zu und damit wurde Manfred der sechste Ehrenbürger unserer Stadt nach der Wende. Das was Manfred Ruge seit seiner Wahl 1990 für unsere Stadt getan geleistet hat, prägt die Landeshauptstadt bis heute und hat den Grundstein gelegt, dass Erfurt die schönste Großstadt Deutschlands ist.
Aus guten alten Wahlkampftagen
Aus guten alten Wahlkampftagen
Im vollbesetzten Festsaal des Rathauses hielt sein Nachfolger Andreas Bausewein die Festrede und Ministerpräsident Bodo Ramelow ein Grußwort. Viele Wegbegleiter, Mitarbeiter und die Familie Ruge waren unter den Gästen. Gemeinsam mit mehreren Fraktionskollegen und unserer Kreisvorsitzenden Marion Walsmann habe ich Manfred Ruge für sein Engagement gedankt. Aus “guten alten” Wahlkampftagen haben wir noch ein “Augen auf” Wahlkampfshirt und eine “Ohren auf” Wahlkampf CD sowie ein Plakat von seinem 60. Geburtstag gefunden. Die CD gerahmt und aufbereitet wie eine goldene CD und das Plakat signiert von allen Kreisvorstands- und Fraktionsmitgliedern erinnern an die politischen Tage. Herzlichen Glückwunsch lieber Manfred!

RWE-Diskussion mit heftiger Wende

Verantwortung?
Verantwortung?
Täglich grüßt das Murmeltier – oder kein Tag ohne RWE in den Nachrichten. Ich räume dabei ein, mir wären sportlich positive Schlagzeilen lieber als die leidige Finanzdiskussion. Vielleicht klappt es ja morgen beim Spiel in Paderborn oder nächste Woche beim Heimspiel gegen Osnabrück. Heute war es eine sehr überraschende Meldung, die Mittags durch die Medien ging. Sie wird für heftige Diskussionen sorgen. Per Pressemitteilung verlautbarte RWE, dass man auf den avisierten 600.000 Euro-Zuschuss verzichten werde und stattdessen wieder über die Pachthöhe und die Nebenkosten mit der Arena GmbH verhandeln will. Bis zum 1. April muss ein unterschriebener Vertrag dazu zu den Lizenzunterlagenhinzugefügt werden. Bemerkenswert an der Pressemitteilung von RWE finde ich die Aussagen zum bisherigen Verlauf der Verhandlungen. Am 22. Februar hat danach RWE in Vertretung der Führungsetage bei Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Beigeordneten Alexander Hilge vorgesprochen und den Arena-Pachtvertrag diskutiert. Ich wusste über den Aufsichtsrat der Stadtwerke und aus einem Gespräch mit dem RWE-Präsidenten Rolf Rombach davon, dass dies strittig war. Problematisch scheinen zwei Dinge. Erstens scheint das Betreiberkonzept von zu optimistischen Annahmen auszugehen. Zweitens haben die verspätete Fertigstellung und die Mängel am Sicherheitskonzept erheblichen Einfluss auf die laufenden Kosten. Der Oberbürgermeister hielt das komplizierte Vertragsverhältnis des Pachtvertrags aber offensichtlich für nicht durchschaubar, geschweige denn für lösbar und brachte RWE auf einen anderen „Trip“. Er riet offensichtlich allen Ernstes RWE einen Zuschuss bei der Stadt in Höhe von 600.000 Euro zu beantragen. Er kündigte im Gespräch zudem an, dafür werben zu wollen. Dies zeugt von wenig Sach- und Fachkenntnis! Als Oberbürgermeister hätte er wissen können und wissen müssen, dass ein solcher Zuschuss während der vorläufigen Haushaltsführung (in der sich Erfurt bis zum Sommer befindet) gemäß § 61 ThürKO gar nicht möglich ist. Über zwei Wochen ließ er RWE in dem Glauben das ginge doch und wartete bis zum 7. März, bis er in einem Gespräch mit Rolf Rombach die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat informierte. Zwei vertane Wochen, in denen kein Lösungsvorschlag erarbeitet wurde. Seit dem Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden häuften dann der Oberbürgermeister und die Fraktionsvorsitzendenkollegen von Grünen und Linken Hindernisse auf, um später die Schuld RWE in die Schuhe schieben zu können. Rücktrittsforderungen gegen die RWE-Führungsspitze wurden vom OB als Bedingung genannt und die vollständige Offenlegung aller Finanzunterlagen von den Linken. Der grüne Fraktionsvorsitzende erklärte sie würden RWE nicht unterstützen, weil Herr Rombach Frau Hoyer kritisiert habe (wie alle wissen: völlig berechtigt). Die Forderung des OB hilft für die Finanzsituation von RWE wenig – die Entlassung mehrerer Mitarbeiter würde Abfindungen kosten und noch keine Strukturen verändern. Den Rücktritt des Präsidenten zu fordern, halte ich für völlig verfehlt. Wer nur etwas Ahnung vom Erfurter Fußball hat, weiß dass es RWE nur noch wegen Herrn Rombach gibt! Ich sehe auch niemand, der sich in der jetzigen Situation den Hut aufsetzen würde. Für die Forderung sämtliche Bücher offenzulegen, habe ich nur zum Teil Verständnis. Als Vereinspräsident eines Bundesligisten weiß ich, dass dabei Lizenzunterlagen, Spielerverträge und Sponsorenverträge betroffen sind, die der Vertraulichkeit unterliegen. Einem ausgewählten Gremium kann man so etwas zugänglich machen, aber nicht dem Stadtrat in Gänze. Mein Eindruck ist, dass seit Dienstag eine unglaubliche Schaufensterveranstaltung von Seiten des OB geboten wird. Er will RWE jetzt die Schuld zuschieben, weil es keine einfache Lösung gibt! Statt öffentlicher Schuldzuweisungen hätte es einen lösungsorientierten Runden Tisch mit der Kommunalpolitik, Arena GmbH, RWE und den großen Sponsoren geben müsen. Drei Dinge müssen jetzt schnell geklärt werden: 1. Der Pachtvertrag mit RWE und der Arena GmbH muss zwei Kriterien erfüllen. Er muss sicherstellen, dass die Arena GmbH nicht in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommt und zudem keine versteckte Subvention von RWE stattfindet (letzteres wäre problematisch bezüglich der Fördermittel beim Arena-Bau). 2. Der Pachtvertrag muss die hohen Nebenkosten berücksichtigen. Dass dies nicht vernünftig kalkuliert wurde, müssen sich beide Seiten zurechnen lassen. Optimistische Einschätzungen bei RWE (400.000 Euro Miete sind bezahlbar in der neuen Arena – war einmal die Anfangsdiskussion) vs. Mehrkosten für Security (aufgrund baulicher Mängel). 3. RWE muss verbindlich benennen, welche Mietzahlungen und Mietnebenkosten in der dritten und auch zweiten oder vierten Liga zahlbar sind. Bereits vor Wochen habe ich gefordert, dass die bestehenden baulichen Mängel (Zaun, Tor etc.) zu Lasten der Stadt abgestellt werden müssen. Dabei geht es immerhin um eine sechsstellige Summe. Aber die Stadt ist Eigentümer der Arena und damit ist es ihre Verantwortung! Es bleibt zudem ein großer “Stockfehler”, dass kein Pacht- oder Vormietvertrag geschlossen wurde, bevor der MFA-Bau losging. Ich erwarte vom Oberbürgermeister, dass er seiner Verantwortung für das Projekt gerecht wird. Er und seine Beigeordnete Hoyer haben einen großen Teil der Verantwortung für das schwierige Fahrwasser in dem sich nun alle befinden. Ich will von ihm Lösungsvorschläge und nicht Schuldzuweisungen und Ausreden!

Stadtratsrückblick

Bei der Thüringen-Ausstellung war die Welt noch in Ordnung
Bei der Thüringen-Ausstellung war die Welt noch in Ordnung
Gesundheitlich angeschlagen – so lautet das Fazit dieser Woche. Seit dem letzten Wochenende ist es daher etwas ruhig auf der Homepage geworden. Das lag daran, dass nach der Messe und den Sportveranstaltungen des Wochenendes der Bumerang in Form einer aufziehenden Kehlkopfentzündung kam. Wichtigste Empfehlung meines Arztes – weniger reden und bei Sportveranstaltungen etwas emotionsloser. Beides ist schwer, aber notwendig. Um das erste Thema aufzugreifen sind etliche Termine ausgefallen und die Stadtratssitzung habe ich nur zeitweise und passiv verfolgt. Nachfolgend daher eine umfängliche “Aufarbeitung” auf Basis unserer Fraktionsgeschäftsstelle: Einzelhandel in Erfurt stärken In der Stadtratssitzung am Mittwoch standen zwei Punkte auf der Tagesordnung, die in der Diskussion beinahe den ganzen Sitzungsabend vereinnahmten. Es handelt sich dabei um die Ansiedlung des Sportartikelherstellers Decathlon im ehemaligen Praktiker-Baumarkt und einzelner kleinerer Umstrukturierungen im T.E.C. sowie um einen erneuten Antrag zur Erweiterung des Thüringenparks – bei dem es sich jedoch zunächst um einen Antrag zu einem Gutachten mit entsprechender Studie handelt. Besonders die Erweiterung des Thüringenpark ist Teilen des Erfurter Stadtrates durch alle Fraktionen hinweg ein Dorn im Auge. Es besteht die Annahme, dass insbesondere die Erweiterung von Einzelhandelszentren jenseits der Innenstadt den Handel im Stadtkern wiederum schädigen könnte. Die bisherigen Erfahrungen und Ängste mit dem Thüringenpark werden dabei teils auf das T.E.C. projiziert. Andere Stadträte wiederum sind der Auffassung, dass die Innenstadt und die äußeren Handelszentren sich besonders in Anbetracht des erstarkenden Onlinehandels zusammen tun müssten, da es immerhin um die eine Stadt Erfurt geht, und vielmehr Synergien entwickelt werden sollten. Zudem besteht die These, dass sich der Handel im Außenbereich und in der Innenstadt nicht zwingend das Wasser abgraben, sondern sich ergänzen, da nicht immer dasselbe Klientel angesprochen wird. Ganz in diesem wurde auch die Stadtratssitzung zu einem Abwägen über das Für und das Wider beider Positionen. Egal, ob man nun der einen oder andere Annahme folgt, Fakt ist, dass bestimmte Segmente, z.B. Marken und Angebote, sowohl in den Außenhandelszentren, als auch in der Innenstadt in Erfurt fehlen. Durch inzwischen gute Autobahnanbindungen sind potentielle Kunden eher geneigt, beispielsweise ins Nova Eventis zwischen Halle und Leipzig zu fahren, weil dort die Angebotslage deutlich besser ist. Die Frage, welche konkurrierende Wirkung andere Städte mit solchen Zentren auf Erfurt haben und wie der Erfurter Handel mit einer Stimme dem entgegenwirken könnte, blieb bisher sowohl ungestellt, als auch unbeantwortet. Fakt ist auch, dass die Innenstadt eine besondere Förderung braucht. Vielleicht muss man dazu nicht unbedingt die Außenbereiche einschränken, sondern vielmehr die Zuwendungen für die Innenstadt intensivieren. Die Lockerung von bürokratischen Hürden oder der Erlass von Gebühren wären beispielsweise ein erstes Entgegenkommen an den Handel der Innenstadt ohne die Außenbereiche in ihrer Entwicklung ausbremsen zu müssen. CDU-Stadtentwicklungsexperte Jörg Kallenbach schlug vor, sich für die Erweiterung der Parkplatzkapazitäten, z.B. am Hirschgarten, einzusetzen, um so die Innenstadtentwicklung voranzutreiben. Marion Walsmann sieht vor allem in der Bahnhofstraße ein Ausbluten des innerstädtischen Handels und geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie fordert eine Aussetzung der Erfurter Begegnungszone, bis genügend Parkmöglichkeiten in der Innenstadt für die Bürger und Gäste vorhanden sind. Außerdem müssen noch mehr Anreize für einen lohnenden Innenstadthandel geschaffen werden. Walsmann betonte auch das Thema Sicherheit als Wohlfühlkriterium für die Innenstadt. Das Beispiel Bahnhofsstraße scheint sich demnach auf einem Kipppunkt zu befinden. „Die Bürger wollen ein Einkaufserlebnis und sich dabei sicher fühlen“, kritisierte Walsmann. „Bürger“ bzw. „Kunde“ ist an der Stelle das Stichwort. Was in der Diskussion nämlich bisher vernachlässigt wurde, ist eine Befragung der Kunden und wie deren Wünsche aussehen. Momentan würde man einseitig aus der Perspektive des Handels argumentieren, bemängelte Thomas Pfistner. Jörg Kallenbach mahnt insgesamt zu Sachlichkeit und unterstützt das Gutachten zum Thüringenpark gemäß des Verwaltungsantrages: „Um überhaupt zu ergründen, wie es beim Thüringenpark weitergehen kann, ist ein möglichst objektives Verfahren mit einem objektiven Gutachten durchzuführen, um am Ende eine objektive Entscheidung treffen zu können.“ Auch müsse man an die Menschen im Norden der Stadt denken, die um die Ecke im Thüringenpark einkaufen gehen, betonte Michael Hose mit Blick auf das geplante Gutachten. „Für den Thüringenpark brauchen wir einen Kompromiss.” Die CDU-Fraktion ist sich vor allem in dem Punkt sicher, dass der Onlinehandel wächst. Deshalb muss der Einzelhandel in Erfurt gestärkt, gefördert und unterstützt werden. Welche Schwerpunkte dabei für Erfurt zu setzen sind, wäre in den kommenden Diskussionen zu klären. Die beiden Vorlagen zum Umbau im T.E.C. und zum Gutachten zum Thüringenpark wurden mehrheitlich auf den Weg gebracht. Durch den Sportartikelanbieter im baulichen Bestand des T.E.C. und lediglich durch eine Studie zum Thüringenpark sieht die CDU-Fraktion zunächst keine Gefahr für die Innenstadt.

Finanzdesaster bei RWE

Es drohen leere Schränke in der MFA
Es drohen leere Schränke in der MFA
Rot-Weiss Erfurt wird uns in den nächsten Wochen kommunalpolitisch wieder heftig beschäftigen. Dabei geht es dieses Mal nicht um die sportliche Leistung – die ist schwierig genug. Dabei geht es auch nicht um die Multifunktionsarena – die ist schließlich mit allen Mängeln der Verantwortungsbereich der grünen Beigeordneten. Es geht dieses Mal schlichtweg um fehlendes Geld und dies hat auch mit den beiden ersten Punkten zu tun, aber eben nicht nur. Fakt ist: RWE hat über 5 Millionen Euro Schulden. Das ist nicht neu, sondern schon sehr lange so. Einige der Verbindlichkeiten sind schon über 15 Jahre alt und andere relativ neu (wie die Genussscheine). Leider schafft es RWE nicht von diesen Verbindlichkeiten runter zu kommen. Dafür gibt es viele Gründe. Hauptgrund sind fehlende Einnahmen. Zuschauerzahlen unter dem geplanten Durchschnitt, zu wenig neue Sponsoren und die über nunmehr viele Jahre verpasste Pokalteilnahme tun ein Übriges. Mit der neuen MFA sind nicht die erhofften Mehreinnahmen hinzugekommen, sondern zunächst Mehrausgaben. Regelmäßig im März müssen die Vereine ihre Lizenzunterlagen einreichen und dabei muss die Leistungsfähigkeit für die kommende Saison belegt werden. RWE fehlen für die kommende Saison rund 650.000 Euro, um eine Lizenz zu erhalten. Gestern Abend hat der Oberbürgermeister gemeinsam mit Rolf Rombach, dem RWE Präidenten, die Fraktionsvorsitzenden darüber informiert. Der RWE-Wunsch, die Stadt möge rund 650.000 Euro zur Verfügung stellen, wird für heftige Diskussionen sorgen. In Chemnitz und Dresden gab es dies auch schon und eine handvoll anderen Drittligavereine sind in einer ähnlichen Situation.
Keine sonnigen Tage in der MFA
Keine sonnigen Tage in der MFA
Bereits bei der Diskussion zur MFA und der Vertragsgestaltung zwischen Arena GmbH und RWE habe ich auf das Problem im Stadtrat hingewiesen. RWE ist in der 3. Liga und auch nach einem Aufstieg in die 2. Liga (zumindest im ersten Jahr) wirtschaftlich nicht in der Lage, die ursprünglich avisierte Miete zu bezahlen. Aber das wollte vor lauter MFA-Begeisterung damals niemand hören. In den kommenden Tagen werden sich die Stadtratsfraktionen ein Meinungsbild schaffen und der Oberbürgermeister will dem Vernehmen nach einen Vorschlag unterbreiten. Voraussichtlich am 29. März soll der Stadtrat eine Entscheidung treffen und am Vortag der Finanz- und Sportausschuss beraten. Neben den völlig ungewissen Mehrheiten gibt es dabei etliche Probleme. Erfurt hat derzeit keinen Haushalt und befindet sich in der vorläufigen Haushaltsführung. Jede während dieser Zeit bewilligte nennenswerte Ausgabe muss nicht nur gedeckt sein, sondern auch vom Landesverwaltungsamt abgesegnet werden. Ob somit bis zum 1. April ein lizenzrelevanter Beschluss gefasst werden kann, erscheint fraglich. Mich ärgert sehr, dass der Oberbürgermeister schon seit einer Woche von dem Thema weiß, aber erst gestern in einer vertraulichen Sitzung die Fraktionsvorsitzenden informiert und sich er sich ebenso wie RWE zugleich an die Presse gewandt hat. Einen konkreten Vorschlag hat er uns hingegen nicht unterbreitet. Die CDU-Stadtratsfraktion wird sich am kommenden Wochenende zu einer bereits länger geplanten Klausurtagung (u.a. mit dem Thema Haushalt) treffen. Dabei werden wir auch das Thema RWE besprechen. Bereits jetzt ist absehbar, dass in unserer Fraktion das Meinungsspektrum dazu sehr breit ist. Ich persönlich neige dazu eine Lösung (wenn es eine vernünftige ist) zu unterstützen.

Drei Niederlagen in Folge

Bei den Drachen
Bei den Drachen
Wieder einmal war es nicht das Wochenende der Erfurter Vereinsportarten – aber die Niederlagen kamen jeweils unterschiedlich beim Publikum an und wurden einmal sogar gefeiert. Gleich drei Mal gab es eine 1:3 Niederlage und ein Mal ein 1:2 – allerdings einmal dennoch mit einem Happy-End. Freitag Abend ging es schon los. Mit meinem Kurzen war ich beim Eishockey. Zum vorletzten Spiel der offiziellen Saison waren die Hannover Indians in Erfurt zu Gast. Um ganz sicher in die Pre-Playoffs zu kommen musste ein Punkt her. Dies gelang leider nicht, aber da Rostock in Berlin verlor, war die Entscheidung vertagt. Das 1:2 war zu verschmerzen und mein Sohn trotzdem begeistert, weil wir danach noch in die Schiedsrichterkabine duften und er den Spielpuck mit Heim nehmen durfte. Samstag Mittag waren wir dann bei Rot-Weiss im Steigerwaldstadion. Immerhin über 7000 Zuschauer waren dabei – allerdings bis auf die Gäste, alle am Ende restlos bedient. 1:3 stand gegen den Aufsteiger Zwickau auf der Anzeigetafel. Das gleiche Ergebnis gab es am Abend für unser Schwarz-Weiss Erfurt Volleyteam im letzten Saisonspiel gegen Wiesbaden. Aber da feierten die rund 500 Besucher den Satzgewinn unserer Mädels und hoffen sie in der nächsten Saison in der 1. Liga wieder zu sehen. Sonntag Abend blieb dann nur der Live-Ticker. Die Drachen waren zum Rückspiel in Hannover während Rostock gegen Preussen Berlin spielte. Erfurt verlor 1:3 und alles hing am Ergebnis in Rostock. Statt einem Sieg stand es am Ende der regulären Spielzeit nur 3:3 und das 4:3 in der Overtime half nicht mehr, da Rostock damit den entscheidenden Punkt verloren hatte. Somit werden die Drachen am kommenden Wochenende die Pre-Playoffs gegen Halle spielen. Sonntag – 16 Uhr – Eishalle – ein Pflichttermin für alle Eishockeyfans!  

Saisonfinale

Dank an die Fans
Dank an die Fans
Unsere dritte Erstligasaison ist Geschichte. Leider endete sie für unser Schwarz-Weiss Erfurt Volleyteam wieder mit dem sportlichen Abstieg. Dennoch sind wir mit der Saison nicht unzufrieden, weil es gelungen ist eine solide wirtschaftliche Basis zu schaffen. Damit gibt es die berechtigte Hoffnung auch in der kommenden Saison wieder erstklassig zu sein 🙂 Die Deutsche Volleyball Liga will kommende Saison von 12 auf 14 und danach sogar auf 16 Teams aufstocken. Zudem gibt es nach dem jetzigen Stand nur einen Aufsteiger. Um die Aufstockung trotzdem zu erreichen, erwägt die Liga die Vergabe von Wild-Cards mit reduzierten Lizenzanforderungen. Wir haben dabei sehr gute Chancen als wirtschaftlich gesunder Verein in der ersten Liga bleiben zu können. Vergangene Woche haben wir im Vereinsvorstand beschlossen, die Lizenz zu beantragen. Das gestrige Spiel gegen Wiesbaden war für unsere Mädels noch einmal eine gute Gelegenheit unbeschwert auf zu spielen. Die ersten beiden Sätze gingen an unsere Gäste 18:25 und 22:25. Danach drehten unsere Mädels noch einmal auf und gewannen den dritten Satz mit 25:17. Großer Jubel unter den Fans und auf dem Feld und die Hoffnung auf ein Wunder zum Saisonabschluss. Allerdings ging dann der vierte Satz wieder mit 22:25 an Wiesbaden. Gefeiert haben wir unsere Mädels danach trotzdem und bei der obligatorischen Trikotversteigerung brachten gleich mehrere Spieltrikots der Damen über 200 Euro für die Vereinskasse. Im Oktober beginnt die neue Saison – hoffentlich mit vielen unserer Spielerinnen wieder beim Schwarz-Weiss Erfurt Volleyteam und in der 1. Liga! Bilder vom Saisonfinale