
Die Würfel sind gefallen…

Ihr Stadtrat für Erfurt




Antje war damals über Brandenburg nach Erfurt gekommen und der damalige Bundesvorsitzende der Jungen Union Hermann Gröhe (der wie Antje aus Neuss stammt) hatte mich darauf hingewiesen, dass da eine junge engagierte Frau nach Erfurt kommt. Antje hatte bereits kommunalpolitische Erfahrungen aus Neuss und mit ihrer Wahl in den Stadtrat stand sie dann auch relativ schnell an der Spitze unserer Stadtratsfraktion.
In den Deutschen Bundestag wurde Antje schon mehrfach gewählt, wir werden im nächsten Jahr bereits in den vierten Bundestagswahlkampf mit ihr ziehen. Dabei setzen wir darauf, dass sie ihren Wahlkreis wieder gewinnt. Der sozialdemokratische Mitbewerber hat die Distanz zu seinen Wählern inzwischen eher vergrößert und lebt jetzt in Potsdam.

Seit dem Sommer wird in Erfurt über die bevorstehende Beigeordnetenwahl diskutiert. Kurz vor der Ausschreibung der Beigeordnetenstellen kündigte Oberbürgermeister Bausewein selbstbewusst an, er wolle eine breite Beteiligung der Fraktionen unter den Dezernenten erreichen.
Er bescheinigte den beiden von der CDU gestellten Beigeordneten eine gute Arbeit und erklärte er wolle auch zukünftig einen Beigeordneten von der CDU haben und er würde deshalb einen zur Wahl vorschlagen.
Jetzt, genau eine Woche vor der Wahl am 17. Oktober 2012 stellt sich heraus, dass dies aus verschiedenen Gründen höchstwahrscheinlich nicht so sein wird. Rot-Rot-Grün stellte gestern Abend eine gemeinsame Vereinbarung der Presse vor, die neben wenig substanzreichen inhaltlichen Aussagen vor allem beinhaltete, dass man keinen CDU-Beigeordneten will.
Der OB machte sich umgehend diese Position zu eigen und erklärte inzwischen von seiner damaligen Aussage, andere Fraktionen einzubinden, abzurücken und lediglich noch parteipolitisch agieren zu wollen.
Dafür gibt es nach meiner Einschätzung verschiedene denkbare mögliche Gründe:
– der Oberbürgermeister ist führungsschwach und lässt sich von den rot-rot-grünen Fraktionen an der Nase durch den Ring ziehen.
– die Ankündigung des OB einen CDU-Beigeordneten vorschlagen zu wollen, diente nur als Drohkulisse gegenüber Linken und Grünen und war nie wirklich beabsichtigt.
– die Fraktion der Linken hat zu großen Teilen gedroht, die grüne Fraktionsvorsitzende unter keinen Umständen zur Finanzbeigeordneten (wie vom OB geplant) wählen zu wollen, und als Trostpflaster soll sie nun Wirtschaftsbeigeordnete werden (obwohl sie davon noch weniger Ahnung hat).
– Bausewein und Co hatten ihr Personaltableau schon von Anbeginn feststehend im Hinterkopf und es ging nur darum, Nebelbomben zu werfen um damit zu verschleiern, dass es letztlich um eine abgekartete Postenkungelei ging.
Wie dem auch sei, es bleibt ein fader Beigeschmack. Die beiden Vorsitzenden von Linken und SPD Steffen Kachel und Torsten Haß hatten ursprünglich einmal gehofft, sich selbst auf einen Beigeordnetenstuhl heben zu können und wurden enttäuscht. Letztlich waren sich aber die Herren von Rot-Rot-Grün gestern Abend dann doch einig, als sie ihre Vereinbarung zur weiteren Zusammenarbeit vorstellten.
Nun muss nach ihrer Vorstellung die Rechnung kommenden Mittwoch nur noch aufgehen. Über 32 Stimmen verfügt das Rot-Rot-Grüne Bündniss. Mal sehen wer wieviele Stimmen bekommt. Die CDU-Fraktion hat sich heute ebenso wie die Freien Wähler positioniert. Wir werden eigene Kandidaten ins Rennen schicken.
Wie substanzlos die Basis der Zusammenarbeit vor Rot-Rot-Grün ist zeigt der Wortlaut der Erklärung, die nachfolgend aufgelistet ist. Wirtschaft bedeutet bei denen fahrscheinfreier ÖPNV. Stadtentwicklung bedeutet Nord-Süd und Ost-West Radwege. Und Soziales ist Klientelpolitik (z.B. das Sozialtiket) sowie ein öffentlicher Beschäftigungsektor. Bei Finanzen wird erklärt die “Ausgabesituation dürfe nicht losgelöst von der Einnahmesituation betrachtet werden”. Dies bedeutet, wenn Geld fehlt wird nicht gespart sondern dem Bürger weiter in die Tasche gegriffen. Und “Struktursicherung und Sicherung der kommunalen Infrastruktur geht vor Konsolidierung” – also weiter verantwortungsloses Handeln gegenüber nachfolgenden Generationen , Hauptsache die eigene (Posten-)Struktur bleibt erhalten.
Vereinbarung zur weiteren ROT-ROT-GRÜNEN Zusammenarbeit in Erfurt
1. Grundsätzliches
Ziel der Zusammenarbeit von SPD, LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Erfurt ist es, Erfurt zu einer der lebenswertesten Städte Deutschlands zu entwickeln. Hierzu muss einerseits die Kontinuität in der Lebensqualität der Erfurterinnen und Erfurter gesichert werden, wie sie sich heute in einem breiten Spektrum familien-, kinder- und jugendpolitischer und kultureller Angebote sowie auf Bildung, Mobilität und bezahlbares Wohnen, bezogenen Leistungen darstellt. Andererseits müssen und sollen mit zukunftsfähigen Projekten und Ideen neue Impulse in der Stadtentwicklung gesetzt werden. Diesen politischen Zielvorgaben muss die städtische Finanzpolitik entsprechen.
Eine enge Kooperation der drei Parteien und Fraktionen soll durch regelmäßige Treffen der Verwaltungsspitze sowie der Kreisverbands- und Fraktionsvorsitzenden gesichert werden, die zur Vorbereitung der Stadtratssitzungen und zur Behandlung grundsätzlicher Fragen stattfinden sollen.
SPD, LINKE und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN streben an, die Haushaltsbeschlüsse bis 2014 gemeinsam zu tragen.
2. Inhaltliche Vorhaben
a) Soziales, Bildung und Kultur
Ein öffentlicher Beschäftigungssektor soll sozial stabilisierend wirken und öffentliche Aufgaben erfüllen helfen.
Der Essengeldzuschuss für bedürftige Kinder in Grundschule und Kindergarten sowie das Sozialticket sollen in ihrer bisherigen Form weitergeführt werden.
Die Finanzierung der sozialen Infrastruktur, sowie von Bildung, Kultur, Sport und Demokratie stärkenden Initiativen soll im Umfang fortgeführt und an Stellen von hoher Dringlichkeit möglichst ausgebaut werden. Vereine und Verbände sind stärker als bisher in Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
Die Kulturpolitik der Landeshauptstadt soll Erfurt als weltoffenes Tor zur vielfältigen Thüringer Kulturlandschaft präsentieren.
Das Kulturkonzept für die Stadt Erfurt soll gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vorangetrieben und umgesetzt werden.
b) Stadtentwicklung/Bau/Umwelt
Erfurts Ruf als Wiege des deutschen Gartenbaus soll durch die Entwicklung eines nachhaltigen und zukunftsträchtigen BUGA-Auftritts gestärkt werden. In diesem Rahmen soll die EGA in ihrer geschützten Substanz entwickelt und mit innovativen Lösungen verbunden werden.
Eine unterbrechungsfreie Nord-Süd- sowie Ost-West-Radtangente soll Möglichkeiten für eine alternative Mobilität schaffen.
Durch die Umsetzung des vom Stadtrat beschlossenen Klimaschutzkonzeptes schaffen wir die Grundlage dafür, dass Erfurt im Ranking der Landeshauptstädte auf vorderen Plätzen steht.
Wir wollen uns dafür einsetzen, dass die Stadt ihrer Verantwortung gerecht wird, für jedes Einkommen und alle Altersgruppen ausreichend attraktiven Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Wir entwickeln die Stadt- und Ortsteile entsprechend ihrer Spezifik weiter.
c) Ordnung/Sicherheit/Innere Verwaltung
Wir holen die jeweiligen Akteure zu den Problemen der Stadt an einen Tisch und sorgen für einen Ausbau von Planungs- und Mitbestimmungsstrukturen.
Wir fördern ehrenamtliches Engagement und streben das Leitbild einer aktivierenden, modernen Zivilgesellschaft an. Verstärkt sollen Formen der Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung genutzt werden. Bei wichtigen städtischen Projekten sollen für tatsächliche Alternativentscheidungen Bürgerbefragungen stattfinden.
Wir sorgen dafür, dass die Stadt Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus entgegentritt, dass diese Gefahren auf aktive Gegenwehr durch städtische Behörden, Stadtrat und OB treffen.
Wir sagen Unterstützung zu beim Aufbau und für die Tätigkeit von Bürgerbündnissen gegen Rechtsextremismus sowie für Initiativen, die Präventions- und Informationsarbeit leisten. Rechtsextreme Propaganda und Angst machendes Auftreten von Rechtsextremisten in der Öffentlichkeit werden wir nicht dulden.
d) Wirtschaft/Beteiligungen
Wir bekennen uns zur Bedeutung starker Stadtwerke und wollen das Gewicht der städtischen Unternehmen ausbauen und weiterentwickeln.
Die KOWO soll schrittweise in Richtung einer städtischen Entwicklungsgesellschaft profiliert werden, die Wohnungspolitik betreibt und den Wohnungsmarkt umfassend beeinflusst.
Wir wollen die Entwicklung eines Konzeptes für einen fahrscheinfreien ÖPNV in Erfurt, über dessen Umsetzung in einer Bürgerbefragung entschieden werden soll.
Die Ansiedlungspolitik der Stadt Erfurt soll sich hin zu zukunftsfähigen Branchen mit höher qualifizierter und besser bezahlter Arbeit profilieren.
e) Haushalt und Finanzen
SPD, LINKE und GRÜNE sind sich einig, dass in der städtischen Haushaltssituation die Ausgabenpositionen nicht losgelöst von den Einnahmen diskutiert werden können. Am Ziel des weiteren Schuldenabbaus soll festgehalten werden, wobei dem Aufbau von Rücklagen Priorität eingeräumt werden soll.
In der Haushaltspolitik der Stadt sollen Struktursicherung und Sicherung der kommunalen Infrastruktur vor Konsolidierung gehen.
Die Stadt wird Schritte ergreifen, um das Land zu einer den Aufgaben der Kommunen entsprechenden kommunalen Finanzausstattung anzuhalten. Dies hat nach dem Urteil des ThürVerfG unabhängig von der Finanzlage des Landes zu geschehen.
In der Investitionstätigkeit der Stadt hat die energetische Sanierung der Schulen Priorität.
Für die Stadt Erfurt ist ein Personalentwicklungskonzept notwendig, das sowohl den Aufgaben der Stadt als Dienstleister als auch den Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerecht wird. Dabei soll auch die Finanzsituation der Stadt berücksichtigt werden.
gez. Torsten Haß Kreisvorsitzender SPD
gez. Steffen Kachel Vorsitzender Stadtverband DIE LINKE
gez. Katrin Gabor und Dirk Adams Kreisvorsitzende BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
gez. Frank Warnecke Fraktionsvorsitzender SPD
gez. André Blechschmidt Fraktionsvorsitzender DIE LINKE
gez. Kathrin Hoyer Fraktionsvorsitzende BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
Fast 50 Tagesordnungspunkte standen zur Stadtratssitzung am Mittwoch an. Dies führte schon im Hauptausschuss am Dienstag zu intensiven Bemühungen, die Tagesordnung zu verkürzen. So sollte nach Vorstellung von Rot-Grün der Bericht des Seniorenbeirates zeitlich begrenzt, oder am besten nur schriftlich vorgelegt werden. Die Fraktionen sollten auf eine Aussprache dazu verzichten. Ich hielt dies für eine eklatante Mißachtung der Arbeit des Seniorenbeirates und sagte dies auch deutlich.
Im Stadtrat gab es dann glücklicherweise eine breite Mehrheit, doch eine Aussprache zur Seniorenarbeit in Erfurt zu führen und den Bericht erst danach in die Ausschüsse zu überweisen. In den Ausschüssen hätten die Kollegen der SPD auch am liebsten noch einmal lang und breit die beiden Einwohneranträge diskutiert und sich damit vor einer abschließenden Entscheidung gedrückt. Erfreulicherweise kam es auch dabei anders. Der Antrag zum Umbau des Sportplatzes Borntal wurde mit Einverständnis des Antragstellers in einer veränderten Fassung beschlossen. Zum Reiterhof Stotternheim gab es eine sehr umfängliche Diskussion und am Ende fraktionsübergreifend Einigkeit. Für die CDU-Fraktion zeigt sich an allen drei Punkten, dass es gut ist hartnäckig und mit guten Argumenten am Thema dran zu bleiben. Wir wachen dadurch erfolgreich im Interesse der Bürger.
Neben der aktuellen Stunde zu den Grundwasservergiftungen in Ilversgehofen und sehr vielen Stadtratsanfragen passierte am Mittwoch nicht mehr viel. Um 22 Uhr versammelte die Stadtratsvorsitzende die Fraktionsvorsitzenden zum weiteren Verlauf der Sitzung. Wie so oft plädierten Linke und SPD für den Abbruch der Sitzung und wir waren mehrheitlich dagegen. Diesmal obsiegten mal wieder die mangelnde “Wettkapfhärte” von Rot-Rot.
Die Fortsetzung der Stadtratssitzung erfolgte daher am Donnerstag mit deutlich reduziertem Teilnehmerfeld. Von unserer Fraktion waren fast alle dienstlich, gesundheitlich oder privat verhindert (ich auch, weil ich den Motorradtransporter aus Barchfeld holen musste). Wie haben daher die CDU Anträge von der Tagesordnung genommen und werden sie am 7.11. wieder einbringen. Die Sitzung begann erst mit Verspätung, als endlich 26 Stadträte dawaren und war auch schon nach zwei Stunden beendet – zügig und ohne große Streitthemen. Lediglich bezüglich der Kita-Bedarfsplanung hätte ich gerne kritische Anmerkungen gemacht. es ist nach wie vor höchstens ein Kitaplatz-Bereitstellungsplan und kein Bedarfsplan. Mit den rund 400 fehlenden Plätzen können keinesfalls die Bedarfe befriedigt, geschweige denn Wahlfreiheit hergestellt werden. Aber da der Plan sowieso rückwirkend zum 1.9. in Kraft gesetzt wurde, lohnte sich der Streit nicht mehr – beim nächsten Mal wieder!
21 junge asiatische Politiker sind in dieser Woche in Thüringen zu Gast. Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung nehmen sie am Deutschlandseminar “Moderne Parteienorganisationen und Kommunalpolitik in Deutschland” teil. Heute waren sie auf Einladung der Erfurter CDU-Stadtratsfraktion im Rathaus zu Gast.
Neben den Erläuterungen zur Stadtgeschichte im Festsaal des Rathauses habe ich mit den Nachwuchspolitikern im Ratssitzungssaal über die aktuellen Themen der Kommunalpolitik in Erfurt diskutiert. Mit höchst unterschiedlichen Erfahrungen aus ihren Heimatländern waren die Gäste angereist. Kambotscha, Indonesien, Indien, Korea, Pakistan, Thailand, Philippinen und Myanmar sind ihre Heimatländer. In Myanmar (Burma) gibt es zwar 54 Millionen Einwohner – aber nur ganze drei Bürgermeister und auch die wurden nicht gewählt sondern von der Regierung ernannt, konnte ich heute erfahren. Neben den vielen Besuchspunkten und Gesprächen ist es für die künftigen Politikgestalter Asiens wichtig, sich zu vernetzen. Die KAS hilft dabei aktiv.
Bilder vom Rathausbesuch
Das Oktoberfest wurde gestern auch in Erfurt eröffnet. Mit drei Schlägen zapfte Oberbürgermeister Andreas Bausewein das Braugold-Festbierfass an. Damit war er besser als allgemein im Festzelt erwartet wurde (es gab mal Zeiten da brauchte er 17 Schläge) – Respekt! Das Festzelt fast 500 – 700 Besucher, gestern Abend war es schon mal voll.
Die nächsten zwei Wochen jeden Tag Live-Musik, die Maß kostet nur 7 Euro, die Bedienung ist schnell und es wird wohl eher einen freien Platz im Festzelt geben als in München.
Einige Vorteile hat das Oktoberfest in Erfurt also schon und lädt zum Besuch ein.
Da das Oktoberfest nicht nur aus Bier besteht, sondern auch den Familien etwas bieten will, kommt es aber auch auf die richtige Mischung bei den Fahrgeschäften an. Meine beiden Jungs waren besonders vom Rafting begeistert und die Kulisse vor dem Dom tut ein übriges. Wir werden also sicher in den 14 Tagen öfters beim Oktoberfest auf dem Erfurter Domplatz sein.
Zum ersten Festbier waren gestern neben dem OB auch die Fraktionsvorsitzendenkollegen von FDP, Grünen und Freien Wählern – nur Linke und SPD fehlten (Spaßbremsen!). Für den Promi-Faktor sorgte gestern Gunda Niemann-Stirnemann mit ihrem Mann Oliver (beide im Wiesn-Outfit).
Bilder vom Oktoberfest
Seit über 20 Jahren ist die Johanniter Unfall Hilfe auch in Erfurt und Thüringen aktiv. Heute sind die Kreisgeschäftstelle und die Landesgeschäftstelle nach vielen Provisorien nun in der Schillerstraße in Erfurt offiziell angekommen und die Einweihung der Geschäftstellen wurde mit vielen Gästen gefeiert.
Rettungsdienste, Kitas, Altenpflegeeinrichtungen und Behindertenfahrdienste werden aus der Schillerstraße künftig koordiniert. Auch für Fortbildungsangebote gibt es dort Raum.
Das Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich und nun einen großen (hoffentlich dauerhaften) Nutzer gefunden. Ursprünglich war der Bau ein Versicherungsgebäude. Zu DDR-Zeiten Polizeidienststelle, nach der Wende Innenministerium und stand seit Ende der 90er Jahre lehr. In der Zeit danach hat der Zahn der Zeit kräftig genagt. Da es zudem noch eine Zeit dauerte, bis die Thülima sich von dem Objekt trennnen konnte und sich zudem der Denkmalschutz kräftig einbrachte, war es für die Projektentwickler der Aring GmbH und später der Denkmal-Dichterviertel GmbH eine große Herausforderung. Große Teile der Dachbalken waren nicht mehr zu retten und Schimmel und Schwamm mussten nachhaltig bekämpft werden.
Heute war das alles Geschichte, auch wenn die Johanniter (wie auch das Tanzhaus über ihnen) noch einige Zeit eine Baustelle um sich haben. Die mehr als 40 Mitarbeiter der Johanniter, die in den neuen Geschäftstellen arbeiten finden aber schon gut ausgestattete Räume vor. Sicher werde ich auch öfters dort zu Gast sein. Heute habe ich mich ersteinmal zu einem Gespräch bezüglich der drei Johanniter-Kitas in Erfurt angemeldet.
“Man kann sich den ganzen Tag über etwas ärgern – man muss es aber nicht.” Mit diesem Satz versuchte Dr. Wilhelm Ambold die rund 50 Teilnehmer der gestrigen Fachtagung auf eine positive Grundeinstellung einzustimmen. Es gelang ihm, intensiv wurde den ganzen Tag darüber diskutiert, warum sich Menschen engagieren.
Gemeinsam mit dem Schutzbund der Senioren und Vorruheständler Thüringen e.V. habe ich die Tagung im Rahmen des “Jahres des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen” organisiert. Sozialministerin Heike Taubert ging in ihrer Rede auf die Seniorenpolitik in Thüringen ein und erläuterte das Seniorenpolitische Konzept der Landesregierung.
Dr. Ambold referierte anschließend über das wunderschöne Thema “Die positiven Wirkungen ehrenamtlicher Arbeit und Pflege sozialer Kontakte der Generationen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit”. Der eingangs formulierte Satz wirkt auf die Stimmung des Einzelnen. Sein Gesichtsausdruck wiederum wirkt auf andere. Spiegelzellen im Gehirn sorgen dafür, dass sich mieße Stimmung ebenso wie Freude überträgt.
Olympiasieger Hartwig Gauder ging dann in seinem Vortrag auf die Gesundheitsprävention im Alltag ein. Sport hält nicht nur fit – geistige und körperliche Beweglichkeit ist nicht nur die Voraussetzung für Lebensqualität, nach Hartwig Gauders Auffassung ist beides das Geheimnis eines hohen Alters.
In Thüringen engagieren sich rund 700.000 Menschen ehrenamtlich und unter ihnen sind viele Senioren. Beide Referenten wiesen darauf hin, dass ein Lob und Dank Menschen unwahrscheinlich motiviert. Lob und Dank gab es daher im Anschluss für verdiente ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Schutzbundes. Dr. Düssel von der Thüringer Ehrenamtsstiftung nahm die Auszeichnung vor.
Am Nachmittag ging es in drei Foren an die inhaltliche Arbeit. Die Arbeit der Mehrgenerationenhäuser, das Leselernprojekt MENTOR und Kultur-Ehrenamt auf dem Lande waren die drei Themen. Der Tag mit den Vertretern des Schutzbundes hat viel Spaß gemacht und Optimismus geweckt. Wir haben engagierte Seniorinnen und Senioren!
Bilder vom Kongress