Der Infobrief der Fraktion
Vielleicht war es ja auch schon seine letzte Stadtratssitzung…
Aber auch an der hatte der amtierende Oberbürgermeister nicht viel Spaß. Über weite Teile war der OB nicht anwesend. Inhaltlich war er gar nicht dabei.
Weder zu der beiden großen Anfragen der CDU zu der Themen Investitionsstau und Vandalismus, noch zu vielen anderen Anträgen gab es eine klare Position der Stadtverwaltung.
Zu den von uns mit Fraktionsanträgen initiierten Punkten zählen u.a. der barrierefreie Stadtrundgang, Maßnahmen zur Drogenprävention und die Etablierung eines dritten Familienzentrums im Norden Erfurts. Leider ist es aber in Wahlkampfzeiten in Stadtratssitzungen nicht möglich irgendwelche inhaltlichen Punkte umzusetzen.
Dass beim Oberbürgermeister und auch bei Rot-Rot-Grün allmählich Hektik mit Blick auf den kommenden Wahltermin entsteht, ist ziemlich offensichtlich. In der aktuellen Ausgabe unseres Infobriefes behandeln wir alle diese Themen noch einmal ausführlich. Die nächste Stadtratssitzung ist am 18. April 2018 – mal sehen wie es dann mit der Bereitschaft, zur Gestaltung von Kommunalpolitik bei unseren Mitbewerbern aussieht.
Viel Spaß beim lesen
Beim Jesus-Projekt
Gleich zwei gute alte „Bekannte“ habe ich gestern in dienstlicher Mission für die Stiftung FamilienSinn besucht. In Pößneck kenne ich die Arbeit des dortigen Mehrgenerationenhauses noch aus meiner Zeit als Generationenbeauftragte sehr gut. Seit 1. Januar 2018 ist das MGH nun zugleich ein Familienzentrum (wie fünf Thüringer MGHs auch) und wird wie die anderen 15 Familienzentren in Thüringen von der Stiftung FamilienSinn gefördert und fachlich begleitet.
Gestern war ich dort mit einer Kollegin und wir haben mit dem Träge rund den Vertretern des Landratsamtes die Einhaltung der Qualitätsstandards geprüft. Das FFZ Pößneck ist gut aufgestellt und ich bin mir sicher, dass dort die gute Arbeit des MGH nun auf eine breitere Basis gestellt wird. In den nächsten Wochen werde ich alle Familienzentren in Thüringen besuchen. Uns geht es darum bei der Überführung in kommunale Verantwortung mit dem Landesprogramm für solidarisches Zusammenleben der Generationen die qualitative Arbeit zu sichern.
Bereits in kommunaler Verantwortung, aber mit finanzieller Unterstützung für das Elternbildungsprojekt ist die bärenstarke Elternarbeit beim Jesus Projekt. Auch in diesem Jahr fördert die Stiftung FamilienSinn wieder das Familienbildungsprojekt „Bärenstarke Elter“ am Roten Berg in Erfurt. Der Träger Jesus-Projekt Erfurt e.V. hat dort in einem Stadtteil mit erheblichen sozialen Herausforderungen ein tolles Angebot für Kinder und Eltern etabliert. Viele ehrenamtliche Helfer unterstützen das Projekt.
Bei einem Besuch des Elterntreffs konnten wir uns gestern Abend davon überzeugen, dass dort jeder Euro gut investiertes Geld ist. Es ist beeindruckend, was Michael Flügge mit seinem Team in den letzten 10 Jahren geleistet hat. Bundesfreiwilligendienst, FSJ, Praktikanten und rund 20 ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen das professionelle Team. Streetwork, Elternarbeit, die Tagesstätte Anders und das bärenstarke Spielmobil prägen die Arbeit. Inzwischen ist es zu eng geworden in der Begegnungsstätte und das Jesus-Projekt sucht nach Möglichkeiten sich zu erweitern. Ich freue mich schon auf die nächsten Besuche am Roten Berg.
Einer der 16 Punkte vom Neuzugang der Rockets Jerome Randle
Nach drei Wochen Pause haben gestern Nachmittag die Rockets erstmals wieder in der Messe-Hölle gespielt. Gegen die Riesen Ludwigsburg waren sie als Vorletzter nur Außenseiter, aber dennoch wäre es toll gewesen, wenn der Raketentstart zur Aufholjagd schon begonnen hätte.
Die ganz wichtigen Spiele um den Abstieg kommen alle noch und es sind noch genug Punkte zu vergeben. Manager Wolfgang Heyder erklärte vor dem Spiel bei Taktik und Regeltalk in der VIP-Loge, worauf es den Rockets bei der Neuverpflichtung vom Point-Guard Jerome Randle ankam. Im Spiel hatte Randle mit 16 Punkten schon die beste Quote der Rockets, aber was Abstimmung mit dem Team angeht sicher noch Luft nach oben.
Nachdem für RWE mit dem gestrigen 1:3 gegen Karlsruhe der Abstieg wohl kaum noch abzuwenden ist und wir mit Schwarz-Weiß Erfurt sportlich abgestiegen sind, hoffe ich jetzt mit den Rockets, dass sie ähnlich wie im letzten noch einen Lauf am Ende der Saison haben. Noch 11 Spiele stehen aus. Bei vier Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz ist die Aufgabe mit der Messehölle im Rücken lösbar. Ich werde mit meinem Sohn bei den Heimspielen und zumindest auch bei dem Auswärtsspiel in Jena dabei sein und die Rockets anfeuern.
Auszeit – jetzt bis November
Unsere Bundesligasaison 2017/2018 ist nun Geschichte. Mit der gestrigen Fahrt zum Auswärtsspiel beim frischegebackenen Pokalsieger ist das letzte Spiel gespielt und der Blick richtet sich auf die neue Saison, die allerdings erst im November 2018 beginnt. Unser gemeinsames Ziel war es beim Dresdener SC noch einmal eine ordentliche Leistung zu bieten und dies ist trotz der klaren 3:0 Niederlage auch gelungen. Besonders im zweiten Satz lagen unsere Mädels lange vor und verloren ihn nur mit 25:21 – der erste Satz war 25:11 und der dritte 25:12.
Vor rund 3.000 Zuschauern in der Margon-Arena wäre alles andere auch eine Sensation gewesen. Gefreut habe ich mich über ein Wiedersehen mit Lars Rower, dem Vizepräsidenten des DSC. Wir kennen uns seit alten JU-Tagen und waren jeweils als Jugendpolitische Sprecher unserer Landtagsfraktionen viel in Kontakt. Vor allem erinnere ich mich noch daran, als wir in der Saison 2003/2004 zum ersten Mal in der 1. Liga dabei waren. Lars hatte mir damals geraten “wenn ihr nicht mindestens 500.000 Euro habt, macht es nicht”. Wir haben es am Ende mit der Hälfte gemacht, aber auch viel Lehrgeld bezahlt.
Mit unseren Spielerinnen treffe ich mich noch einmal in dieser Woche zum gemeinsamen Essen und Saisonabschluss, dann fliegen die meisten von ihnen schon wieder zurück in die Heimat – USA, Brasilien, Japan und Kanada. Ich hoffe, dass einige auch in der kommenden Saison wieder zu uns zurück kommen. Derzeit laufen schon die Planungen für die 5. Erstligasaison. Da wollen wir wieder gegen Dresden spielen. Leider war das Wochenende gegen Dresden allgemein nicht sehr erfolgreich. Unsere Regionalligamannschaft verlor gegen Dresden am Samstag 0:3 und auch die U18 verlor heute gegen Dresden bei der Regionalmeisterschaft. Allerdings gewannen unsere jungen Damen gegen Sonneberg und Lichtenstein und qualifizierten sich damit für die Deutschen Meisterschaften. Glückwunsch! Und irgendwann klappt es auch gegen Dresden 🙂
Bilder aus Dresden
Motorradmesse 2018
Endlich Frühlingswetter! Passend zur 20. Thüringer Motorradmesse gab es Bikerwetter und damit für viele Zweiräder den Start in die Saison. Der für Motorräder reservierte Parkplatz vor der Erfurter Messe reichte kaum aus und die Kennzeichen verrieten, dass viele Biker aus benachbarten Bundesländern das Wetter zum Start in die Saison nutzten.
Meine Honda NTV geht nunmehr schon in die 24. Saison, aber trotzdem hat sie den Winter wieder gut überstanden und war einsatzbereit. Die Winterpause war allerdings auch sehr kurz. Das letzte Mal gefahren war ich Weihnachten. Auf der Messe konnten wir wieder viele tolle Bikes bewundern. Besonders die Harleys zogen mich an – mein Sohn steht eher auf die Ducatis. Nachdem wir im letzten Jahr viel im Ausland gefahren sind (Harley auf der Route 66 und Honda-Shadow in Lanzarote), werden wir in diesem Jahr wieder viel in Thüringen unterwegs sein.
…gehört auch zur Saisonvorbereitung
Erste und traditionell größte Gelegenheit bietet wieder die Bikerausfahrt am 1. Mai vom Erfurter Domplatz aus. Natürlich ist auch schon der Open-House-Termin bei Harley am 24.4.2018 vorgemerkt. Im Sommer plane ich das Motorrad einmal wieder per Anhänger mit nach Kroatien zu nehmen, um dort mit meinem jüngsten Sohn Touren zu fahren. Also, die Saisonvorbereitung läuft. Allen Biker-Freunden eine gute und unfallfreie Saison und die linke Hand zum Bikergruß!
Neben der Mobilität mit dem Bike geht es bei der Saisonvorbereitung auch um die “körperliche Mobilität” (und die Wasserskitauglichkeit). Seit drei Monaten habe ich dazu mein persönliches Sportprogramm umgestellt. Mit Squash, Tennis und Badminton muss ich noch zwei drei Wochen pausieren bis das Knie wieder richtig mitmacht.
Im Sportpark Johannesplatz, wo ich nun seit 20 Jahren regelmäßig aktiv bin, habe ich das Programm vom Crosstrainer und einzelnen Geräteübungen jetzt umgestellt auf die neuen E-Gym-Geräte. Seit drei Monaten nutze ich das Programm, noch ist eine Menge für die Vorbereitung der Beachsaison zu tun, aber es macht Spaß und ist effektiv – auch an diesem Wochenende wieder 😉
Bilder von der Motorradmesse
Der letzte Hallenneubau war die Riethsporthalle
Zweieinhalb Monate ist es her, dass der Oberbürgermeister die Idee eine großen Zuschauer-Ballsporthalle auf dem Gelände der alten Schalenhalle in die Öffentlichkeit brachte. Heute fand dazu das zweite Gespräch im Büro des Oberbürgermeisters mit Vertretern des THC, der Rockets und von Schwarz-Weiss Erfurt statt. Ich war mit unserem Manager der Bundesliga-Spielbetriebs GmbH bei dem Gespräch dabei.
Einer Realisierung des Projekts sind wir noch nicht wirklich näher gekommen – im Gegenteil der Zeithorizont hat sich deutlich nach hinten verschoben. Als ich im Januar zu dem Thema auf meiner Homepage ausführlich dazu berichtete, meinte die Verwaltung, dass die Halle in zwei Jahren fertig sein könne. Heute erklärte die Bauverwaltung, dass sie von einer Realisierungszeit von vier Jahren ausgehen – beginnend ab der Beschlussfassung im Stadtrat.
Eine Vorlage für den Stadtrat soll es allerdings erst im Mai geben. Zwar gibt es noch zuvor eine Stadtratssitzung am 18. April, aber das ist zwischen dem ersten Wahlgang zur OB-Wahl und einer möglichen Stichwahl. Die Beratungsunterlagen für diese Sitzung müssten zwei Wochen zuvor verschickt werden und ich kann mir vorstellen, was das für Diskussionsstoff geben würde.
Ungeklärt ist nach wie vor, mit welchen finanziellen Konzept der Oberbürgermeister in den Stadtrat gehen wird. 4,8 Millionen sind für den Bau einer Schulsporthalle geplant, Fördermittel des Landes könnte es geben und die mit dem aktuellen Landeshaushalt beschlossenen kommunalen Investitionsmitteln ständen (bei entsprechender Beschlussfassung im Stadtrat) zur Verfügung. Allerdings müssten diese Mittel eher ausgegeben sein. Eine seriöse Kostenschätzung ist zudem bei einem Vierjahresplan kaum möglich.
An der Position der CDU-Stadtratsfraktion hat sich seit Januar nichts geändert. Wir wollen erst die Finanzplanung und ein Betreiberkonzept sehen und bewerten. Der Erfurter Sportbetrieb ist bis jetzt noch nicht involviert und auch der Stadtrat noch nicht beteiligt.
Als Volleyball-Vereinspräsident würde ich eine große Zuschauersporthalle begrüßen, auch weil ich weiß, wie dringend die Rockets eine neue Spielstätte brauchen. Eine Vierjahresplanung wird für sie aber hochproblematisch. Die Halle der Handballerinnen des THC in Bad Langensalza wird bereits in diesem Jahr für rund 11 Millionen Euro umgebaut (kalkulierte Bauzeit ein Jahr).
Das Thema wird uns weiter beschäftigen – zum jetzigen Zeitpunkt reiht sich die Ballsporthalle in die Reihe der Wahlversprechen ein. Erstaunt hat mich deshalb nicht wirklich, dass das Videoteam der Stadtverwaltung uns schon auf der Treppe entgegen kam, um eine Ankündigungsbotschaft des Oberbürgermeisters aufzunehmen.
Ursache und Wirkung – Dank SPD keine Doppik und auch keine konkreten Aussagen zum Sanierungsstau
Heute Abend wurde die Große Anfrage der CDU-Fraktion erwartungsgemäß kontrovers im Stadtrat diskutiert. Für meine Fraktion habe ich verdeutlicht, warum wir die Anfrage eingereicht haben und was unsere grundsätzliche Kritik an der rot-rot-grünen sowie der Politik des Oberbürgermeisters ist.
Mitte Januar haben wir die Große Anfrage auf den Weg gebracht und sind davon ausgegangen, dass die Beantwortung der Anfrage zum kommunalen Eigentum umfänglich und inhaltlich gut erfolgen könnte.
Schließlich sollte jeder Eigentümer und erst recht eine kommunale Verwaltung mit dem ihr anvertrauten Eigentum der Bürger nicht nur pfleglich umgehen und es nachhaltig erhalten, sondern auch wissen wann und welche Sanierungen und Investitionen notwendig sind.
Wir sind von der Antwort auf unsere Anfrage in höchstem Maße enttäuscht. Dass die Antworten so unbefriedigend ausfallen, ist nicht Schuld der Finanzbeigeordneten, sondern Ergebnis einer generell verfehlten Politik und einer offensichtlich geringen Wertschätzung des kommunalen Eigentums. Als Eingangssatz der Antwort auf unsere Anfrage hat der Oberbürgermeister formuliert – oder von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit formulieren lassen:
„Die Stadt Erfurt hat eine hervorragende Entwicklung seit der Wende erfahren.“
Zustimmung von der CDU! Das hat die Stadt. Weil es Anfang der 90ger Jahre die richtigen Weichenstellungen gab!
Aber ab 2006 können wir eine Entwicklungsbremse feststellen! Neue Schulden, Steuererhöhungen und fehlende Investitionen stehen dafür! Ab da gab es mehr Versprechungen und weniger Umsetzungen. Schwerpunkte wurden anders gesetzt und die Auswirkungen spüren wir jetzt. Es ist Aufgabe von Rot-Rot-Grün dies zu rechtfertigen, aber unsere Aufgabe ist es als Opposition die notwendige Kritik daran zu üben und Alternativen aufzuzeigen.
„Nunmehr steht die Stadt vor großen Herausforderungen in der Finanz- und Vermögensentwicklung“
ursächlich dafür seien städtisches Wachstum, infrastruktureller Erneuerungsbedarf und Unterfinanzierung steht in der Antwort zu lesen. Diese Aufzählung ist unvollständig – denn erschwerend kommen kommunalpolitische Fehlentscheidungen hinzu!
Wir hatten detailliierte Angaben zur dramatischen Finanzsituation inklusive des Sanierungsstaus erwartet. Indes die gibt es nicht und der Oberbürgermeister erklärt dazu, dies sei wegen des Umfangs der Anfrage und den verfügbaren personellen Kapazitäten nicht leistbar. Tatsache ist aber, dass diese Angaben gar nicht verfügbar, teilweise gar nicht erfasst, oder möglicherweise aus wahlstrategischen Gründen nicht offenbart werden. Alle diese drei Gründe sind gleich schlimm.
Im April 2006 hat der Erfurter Stadtrat mit breiter Mehrheit (vor dem Amtsantritt von Andreas Bausewein) die Einführung der Doppik beschlossen. Es gab umfangreiche Vorarbeiten und der Beschluss wurde in den Jahren 2008 und 2010 noch einmal angepasst. Im Jahr 2012 beantragte aber die SPD im Stadtrat, die Doppik auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Anfang 2013 wurde dies von Rot-Rot-Grün gegen die Stimmen der CDU beschlossen. Ich erkläre gerne was mit Doppik gemeint und warum das wichtig ist. Die Doppik ermöglicht eindeutige Aussagen über das Vermögen, Schulden und Abschreibungen – das ist in jedem Betrieb üblich. Dies erfordert eine umfängliche Datenerfassung. Vor fünf Jahren wurde, ein Jahr vor der letzten Kommunalwahl, die Erfassung dieser Daten von Rot-Rot-Grün gestoppt. Jetzt geht es darum den Rückstand schnell wieder aufzuholen.
Ziel der SPD war es 2012, sich und anderen die Augen zuzuhalten um Probleme auszublenden und in der Öffentlichkeit den damals schon bestehenden Sanierungsstau nicht allzu deutlich werden zu lassen. Die Erfassung und Bewertung der Daten ist aber dringend notwendig, um planen zu können – Schulen, Kitas, Straßen, Brücken, Gebäude, Sportstätten, Spielplätze und vieles mehr. Die Antwort auf unsere große Anfrage offenbart hingegen Plan- und Konzeptlosigkeit, zumindest in den Bereichen, wo es nicht, wie bei den Kitas, Einzelpläne gibt. Somit taugt das Werk nur sehr eingeschränkt als Abschlussbilanz des Oberbürgermeisters und schon gar nicht als positive. Wirtschaftsprüfer würden darauf jedenfalls kein Testat und wahrscheinlich noch nicht einmal einen eingeschränkten Prüfungsvermerk ausstellen!
Bei Frage 2 haben wir um eine Auflistung der einzelnen Bereiche gebeten. Bei Schulen gibt es einen von der Verwaltung benannten Investitionsstau von 450 Millionen Euro – falls er innerhalb von 10 Jahren abgearbeitet wird, sonst könnten es auch 550 werden. In Kitas wurde viel investiert. Aber durch die Streckung der Umsetzung des Sanierungsplans, ursprünglich hatte der OB eine Abarbeitung bis 2012 versprochen und jetzt sind wir bei 2021 in der Planung, wurde es um vieles teurer. Zu den Spielplätzen werden 1,3 Millionen benannt, aber dies dürfte weit an der Wahrheit vorbei sein. Weder notwendige Neubauten noch zeitgemäße Anpassungen sind dabei berücksichtigt. Bei den Jugendhäusern war es im Jahr 2015 ein Investitionsstau von 8,62 Millionen. Bei den Straßen, Gehwegen, Radwegen und Brücken kommen wir an einen Punkt, wo die Verwaltung weitgehend ahnungslos ist, welche Bedarfe bestehen. Nur sporadisch werden da Einzelbereiche erfasst, wie für die Brücken und die straßenverkehrstechnische Infrastruktur. Einen Zustandsbericht für Straßen, Wege und Plätze gibt es nicht, aber trotzdem natürliche einen immensen Investitionsstau.
Für die Sportstätten weiß wohl zumindest der Erfurter Sportbetrieb ganz gut Bescheid, aber die aufgelisteten Investitionsmittel stehen im krassen Gegensatz zu den Bedarfen. Zu den Bädern werden wir gesondert kommen und zu den Bürgerhäusern und sonstigen kommunalen Gebäuden kann der Oberbürgermeister keine Angaben machen.
Summa summarum lassen sich rund 645 Millionen Sanierungsstau gesichert ausmachen – 200 bis 300 Millionen kommen möglicherweise noch hinzu.
Die begrenzt vorhandenen Informationen setzen sich bei der Frage nach der Wertminderung fort. „Die Verlängerung der Nutzungsdauer“ ist da eine wichtige Bemerkung. Das kann man aber klarer formulieren mit der Feststellung, es wird auf Verschleiß gefahren. Exemplarisch dafür ist die Aussage, dass ein Großteil der Gebäude des Sportbetriebs bereits vollständig abgeschrieben sind und sich somit keine Wertminderung mehr beziffern lässt.
Dies alles ist nach Einschätzung der CDU-Fraktion eine tickende Zeitbombe. Die Grenznutzungsdauer nach Kassenlage auszudehnen und notwendige Sanierungen und Investitionen hinaus zu zögern ist etwas, was bis zur Wende im Osten Deutschlands Staatsprinzip einer Mangelwirtschaft war! Viele andere Punkte aus unserer großen Anfrage können wir heute hier nicht vertieft diskutieren, werden sie aber besprechen müssen, wenn uns die Zukunft der Stadt am Herzen liegt.
Die CDU fordert in Konsequenz auf die löchrigen Antworten auf unsere Anfrage umgehend die Planungen zur zügigen Einführung der doppischen Haushaltsführung wieder aufzunehmen. Die Diskussion zu unserer Großen Anfrage wird im Finanz sowie Bau- und Verkehrsausschuss fortgesetzt.
Aus der Vogelperspektive
Volles Haus hatten wir beim Jahresempfang der CDU Erfurt und der CDU Stadtratsfraktion im ComCenter. Rund 250 Gäste waren zum traditionellen Treffen in diesem Jahr gekommen. Volker Bouffier, der Ministerpräsident von Hessen war extra zur Wahlkampfunterstützung unserer Oberbürgermeisterkandidatin Marion Walsmann aus Wiesbaden angereist.
Ihre Ziele als zukünftige Oberbürgermeisterin umriss Marion Walsmann in ihrer Rede und Volker Bouffier schlug anschließend den Bogen von der Bundespolitik bis zur Stadtpolizei in Hessen und bekräftigte dabei unsere Forderungen. Für unsere Fraktion habe ich Volker Bouffier für seine Rede, die Impulse und die Unterstützung gedankt. Wir werden uns dafür revanchieren und wünschen Volker Bouffier und der hessischen CDU viel Erfolg bei der Landtagswahl am 28.10.2018. Auch für uns ist die OB-Wahl der Auftakt für die Kommunal- und Landtagswahl im kommenden Jahr. Bei der Kommunalwahl wollen wir um die Gestaltungsmehrheit in der Stadt kämpfe und bei der Landtagswahl dafür sorgen, dass Volker Bouffier künftig wieder einen CDU-Kollegen aus Thüringen bei den Ministerpräsidentenkonferenzen begrüßen kann.
In den nächsten Wochen ist es unser vordringliches Ziel, die Amtszeit Bausewein zu beenden. Er lässt derzeit in Erfurt auf Großflächen plakatieren „Auf IHN kommt es an“. Das ist, nett kommentiert, reichlich selbstbewusst und unnett kommentiert reichlich selbstverliebt. Vor allem ist es aber vor dem Hintergrund seiner abgelieferten Leistung ungerechtfertigt. Von Bernhard Vogel stammt das Zitat „Erst das Land, dann die Partei, dann die Person“. Dies gilt auch in der Stadt. Es geht nicht um Andreas Bausewein, sondern um die Menschen in unserer Stadt. Und es geht darum wer die Zukunft der Stadt besser gestalten kann. Vor wenigen Wochen hat Andreas Bausewein den SPD-Landesvorsitz hingeschmissen – heute plakatiert er und verzichtet gleich ganz auf das Parteikürzel. Angesichts des Umfrage-Limbos der SPD möchte er sicher damit wenig in Verbindung gebracht werden. Aber Fakt ist, er konnte seine Partei nicht führen und Fakt ist, er führt auch die Stadt nicht.
Verwalten ist zu wenig, es geht um gestalten! Seine Begründung für die Amtsniederlegung war, er wolle sich jetzt auf Erfurt konzentrieren – da fragt man sich, was er die letzten Jahre gemacht hat – wahrscheinlich sich im Wesentlichen auf sich konzentriert! Finanzen und Entscheidungen sind zumindest nicht sein Ding. Aktuell diskutieren wir über weit mehr als 645 Millionen Euro Investitionsstau in Erfurt. Und dies ist nur das, was die Verwaltung beziffern kann – Schulen, Kitas, Jugendhäuser, Bürgerhäuser, Sportstätten und Brücken. Nicht enthalten ist darin der Investitionsbedarf in Straßen, Wegen, Ortsteilen und kommunal verpachteten Gebäuden. Diese Bausewein-Bilanz werden wir in der nächsten Stadtratssitzung aufarbeiten.
Als Fraktionsvorsitzender stelle ich normalerweise beim Jahresempfang auch die Arbeit und Ziele der Fraktion dar. Dies ist dieses Mal entbehrlich, weil Marion Walsmann unsere gemeinsamen politischen Ziele benannt hat. Danken möchte ich aber auch in diesem Jahr ausdrücklich meinen Stadtratskolleginnen und Kollegen und den Mitarbeitern der Fraktion. Stadträte sind ehrenamtlich tätig, aber sie verstehen ihr Amt als Berufung. Viel Zeit und Engagement bringen sie auf und dafür gebührt ihnen und ihren Angehörigen Dank. Besonders danken möchte ich heut Marion Walsmann. Sie prägt die Arbeit der Fraktion mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement. Sie ist fest verwurzelt in vielen Erfurter Vereinen, bringt Führungserfahrung als Ministerin mit und sorgt als Landtagsabgeordnete für die Vernetzung ins Land.
Marion Walsmann kann es und sie kann es besser, als der Amtsinhaber. Ich werbe dafür, dass wir alle raus gehen und mit den Menschen darüber sprechen. Wahlkampf ist Kontaktsport! Es geht um die Zukunft der Landeshauptstadt!
Bilder vom Jahresempfang
Das Plakat steht!
Schon seit zwei Wochen hängen in Erfurt die ersten Plakate zur Oberbürgermeisterwahl. Seit diesem Wochenende sind nun auch die ersten Großflächen hinzu gekommen.
Der derzeit amtierende Oberbürgermeister bleibt seiner Linie treu und lässt in blassen Farben plakatieren “Auf ihn kommt es an”. Ob das alle, selbst in seinem engeren Umfeld so sehen, sei einmal dahingestellt. Das Kürzel SPD vermeidet er angesichts der derzeitigen Umfragewerte für die Sozialdemokratie lieber ganz – ebenso wie irgendeine inhaltliche Aussage.
Traditionell stellen wir die erste Großfläche gemeinsam auf und so haben wir uns mit unserer Oberbürgermeisterkandidatin Marion Walsmann gestern in der Mittagspause am Ring getroffen. Während wir uns am (noch) hartgefrorenen Boden mit der Erdverankerung beschäftigten, hat Marion Walsmann das erste Großflächenplakat geglättet. Neben frischen Farben bieten unsere Wahlplakate auch konkrete Aussagen für eine frische Politik in Erfurt.
In der morgigen Stadtratssitzung gibt es die Gelegenheit einige der Themen zu erläutern und heute Abend werden wir beim Jahresempfang der CDU Erfurt und der CDU-Stadtratsfraktion mit Ministerpräsident Volker Bouffier vor über 250 Gästen die heiße Phase des OB-Wahlkampfs einläuten.
Siegerehrung beim Pokalfinale
Erfurt war dabei! OK, nicht aktiv auf dem Feld, aber unter den 12.300 Zuschauern waren wir gut vertreten. Mein Vizepräsident, der Manager unserer Spielbetriebs GmbH und zwei Spielerinnen unserer Erstligamannschaft waren beim Volleyball-Pokalfinale der Herren und der Damen in Mannheim in der SAP-Arena dabei.
Zusätzlich haben wir praktisch den Boden bereitet. Der Grün-orange Spielboden wurde von Erfurt nach Mannheim gefahren und dort verlegt, nachdem am Freitag an gleicher Stelle noch die Adler Mannheim gegen die Kölner Haie ihr Eishockeyspiel absolvierten. Meinen Sohn verführte es zu der Erklärung, dass wir (wenn wir denn ins Finale gekommen wären) Heimvorteil gehabt hätten. Von einer Pokalfinalteilnahme sind wir allerdings weit entfernt. Dieses Jahr war für uns im Pokal mit dem Spiel in Suhl Schluss. Allerdings kommt der Hallenboden am Dienstag wieder zurück nach Erfurt und ich habe das Gefühl wir werden ihn nächste Saison wieder in der 1. Liga brauchen.
Mit An Saita beim Pokalfinale
Sowohl das Männerfinale des VfB Friedrichshafen gegen die Bisons Bühl, als auch das Damenfinale des Dresdner SC gegen den VC Wiesbaden waren mit 3:0 eine klare Sache. Bei den Männern überwiegte unsere Sympathie für den Underdog aus Bühl – zumal dort der japanische Superstar Masahiro Yanagida spielt und unsere An Saita extra mit dem Zug aus Erfurt angereist war. In Deutschland spielen in der Volleyballbundesliga nur drei Japaner – in Frakfurt und Bühl bei den Herren und bei uns in Erfurt die einzige Frau. Yanagida wurde beim Turnier auch als bester Spieler ausgezeichnet.
Bei den Frauen war die Sache schwieriger. Neben der Ost-Sympathie für Dresden – die ich dem Dresdner Vizepräsidenten Lars Rower vor dem Spiel extra versicherte, haben wir auch aufmerksam aufs Feld geschaut wegen der zwei Ex-Erfurterinnen. Vor Beginn der diesjährigen Saison wechselte unsere Libera Lisa Stock (die Vorgängerin von An Saita) nach Wiesbaden und ebenso unsere langjährige Spielerin Selma Hettmann. Beide waren zuvor zu uns aus Dresden gekommen – Lisa hatte mit Dresden 2016 den Pokal geholt. Leider hatte Wiesbaden nur einen durchwachsenen Tag und so gewann Dresden ebenso klar, wie zuvor Friedrichshafen.
Wir waren von der tollen Stimmung in der SAP-Arena begeistert. Nächste Woche steigt dann unser letztes Saisonspiel – auswärts beim frischgebackenen Pokalsieger in Dresden. Natürlich bin ich dann wieder mit live vor Ort!
Bilder aus Mannheim
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