Mit unserem finanzpolitischen Sprecher Thomas Pfistner in der Arena
Wenn es in den letzten Monaten um das Thema Multifunktionsarena ging, waren es meist negativ belastete Diskussionen. Inzwischen ist es etwas ruhiger geworden. Zwar ist die Arena aufgrund von notwendigen Nacharbeiten immer noch nicht übergeben (sollte sie ja schon vor knapp fünf Monaten), aber die Arbeiten sind wohn nun auf der Zielgerade. Stadtwerkegeschäftsführer Peter Zaiß ist zuversichtlich, dass es noch in diesem Jahr soweit sein könnte.
Zuversichtlicher als sonst sind wir auch schon deshalb, weil sich die Beigeordnete nun weitgehend raus hält. Weder im Stadtrat noch in der Öffentlichkeit äußert sie sich zum Thema MFA. Ende Januar sollen in einer Sonderausschusssitzung offene Fragen diskutiert werden. Ich hoffe sehr, dass bis dahin keine neuen Probleme hinzu kommen. Das Schlichtungsverfahren mit der Baufirma Köster-Bau ist dem Vernehmen nach nicht mehr erfolgversprechend und zur Sanierung der Westtribüne gibt es weder eine Kostenkalkulation, noch einen Zeitplan 🙁
Bei einem Besuch der Multifunktionsarena konnten heute die Aufsichtsratsmitglieder der SWE die Multifunktionsarena näher in Augenschein nehmen. Ich muss einräumen, dass die Tagungsmöglichkeiten durchaus gut sind und die Sicht in die Arena ebenfalls. Normalerweise schaue ich auf die neue Arena-Seite alle 14 Tage bei den Heimspielen von RWE immer von der gegenüberliegenden Westtribüne. Jetzt muss es nur noch sportlich mit RWE und finanziell mit dem Verein voran gehen.
Bilder aus der MFA
Kurz vor dem Ende des kommunalpolitischen Jahres
Nach zwei Stadtratstagen mit intensiven Diskussionen zwischen den Fraktionen hat der Erfurter Stadtrat mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün das Haushaltssicherungskonzept (HSK) beschlossen. Jedenfalls das, was davon noch übrig ist, denn systematisch wurde so viel daran amputiert, dass kaum noch Fleisch am Knochen ist.
Viele der jetzt noch enthaltenen Punkte sind vage formuliert oder nicht realistisch umsetzbar. Nachdem der Oberbürgermeister monatelang zu seinem HSK-Entwurf geschwiegen hat und im September auch zur Einbringung im Stadtrat kein Wort sagte, jammerte er unmittelbar nach der Abstimmung. Er kritisierte den Stadtrat in Gänze und erklärte, dass sich die Stadt nun möglicherweise dauerhaft an vorläufige Haushaltsführungen gewöhnen müsse. Diese Krokodilstränen sind unangemessen und sollen nur von seinem Versagen ablenken.
Die CDU-Stadtratsfraktion hat das HSK mit den zahlreichen Änderungen und Streichungen abgelehnt. Wir haben es unter anderem gegen das HSK gestimmt, weil es dem Oberbürgermeister nicht gelungen ist, die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit und der Wirksamkeit des HSK zu überzeugen. Es ist ihm nicht gelungen, den Erfurter Stadtrat davon zu überzeugen und es ist ihm noch nicht einmal gelungen, die ihn tragende links-link-grüne Kooperation davon zu überzeugen. Belege dafür sind die Proteste der Bürgerinnen und Bürger, der Träger und Vereine und die zahlreichen gestern und heute diskutierten Änderungsanträge.
Der Oberbürgermeister hat nicht überzeugt und er hat auch nicht für seinen HSK-Entwurf gekämpft. Erst nachdem das HSK in der heutigen Stadtratssitzung weitgehend zerlegt wurde hat er zu einer Rede angesetzt, in der er sich über den Stadtrat beklagte und dabei auch die ihn tragenden Fraktionen einbezog. Ich hätte mir ein engagiertes Plädoyer für die Notwendigkeit zum Sparen bei der Einbringung des HSK im September gewünscht – vom Rednerpult im Stadtrat.
Der Oberbürgermeister hat mit Niemanden über sein HSK gesprochen, geschweige denn beraten. Das hatte es im Januar ganz anders versprochen – er wollte damals mit allen Fraktionen über Sparpotential sprechen. Am Ende ist er aber nicht einmal zu seiner eigenen SPD-Fraktion gegangen.
Der Oberbürgermeister sprach heute von Luft im HSK, die CDU-Stadtratsfraktion greift dieses Stichwort gerne auf. Im HSK finden sich zahlreiche Luftbuchungen. Vermeintliche Einsparungen, die gar nicht zu realisieren sind. Vermeintliche Einsparungen die nicht untersetzt, geschweige mit Ziffern zu belegen sind.
Der Oberbürgermeister hat die desaströse Haushaltssituation in den letzten 10 Jahren systematisch mit seiner links-link-grünen Koalition verursacht. Zu keinem Zeitpunkt gab es von den Beteiligten den Willen wirklich zu sparen. Auch das heute von Rot-Rot-Grün beschlossene Fragment des ursprünglichen HSK lässt diesen Willen nicht erkennen. Der Oberbürgermeister muss die Stadt führen und darf sie nicht nur verwalten!
Der AufführungssaalStar Wars Rogue One startet erst morgen Abend in den deutschen Kinos. Ich habe für Freitag Abend schon Karten mit meinem Sohn. Aber das ganz großes Kino gab es schon heute im Ratssitzungssaal des Erfurter Rathauses. Die letzte Stadtratssitzung in diesem Jahr hatte es in sich.
Von den rund 75 Tagesordnungspunkten wurde zwar rund ein Dutzend wieder zu Beginn “verräumt” bzw. vertagt, aber dafür sind zwei neue Punkte hinzu gekommen. Sowohl die Diskussion um den Moscheebau in Erfurt-Marbach, als auch die Ladenöffnungszeiten auf der Krämerbrücke nahmen einige Zeit in Anspruch. Zu beiden Themen ist die Meinung der CDU bekannt. Bei der Krämerbrücke haben wir gemeinsam mit der SPD für einen Kompromiss und eine kurzfristige Lösung geworben. Die Grünen und die Verwaltung hielten dies zwar für entbehrlich, aber wir haben es trotzdem als Stadtrat mehrheitlich beschlossen – sicher ist sicher.
Für stundenlange Diskussionen sorgte hingegen (wie bereits erwartet) das Haushaltssicherungskonzept des Oberbürgermeisters. Über 90 Vorschläge hat er fein säuberlich notiert – ohne das Gespräch mit den Fraktionen zu suchen. Da er um seine Vorschläge auch nicht geworben hat (noch nicht einmal bei seiner eigenen SPD-Truppe) passierte, was passieren musste. Jede Fraktion hatte eigen Vorstellungen, jeder erklärte etwas anderes zum Tabuthema und selbst wenige Stunden vor der Stadtratssitzung trudelten noch 15 Änderungsanträge von Linken/Grünen und SPD ein. Unser Antrag den Tagesordnungspunkt erst Anfang Februar zu beraten wurde abgelehnt – also begann die traurige Vorstellung.
Nach dem üblichen Schlagabtausch der finanzpolitischen Sprecher, bei dem Thomas Pfistner unsere Position verdeutlichte, begann um 22 Uhr der Abstimmungsmarathon. Zunächst haben wir beantrag 11 Punkte aus dem HSK heraus zu nehmen, weil dies nicht in Zuständigkeit des Stadtrats fällt. Die waren unter anderem so originelle Punkte wie die Umstrukturierung einzelner Ämter, Briefe an die Landesregierung und Verhandlungen die der Oberbürgermeister mit dem Bund führen soll. Dies ist nach unserer Auffassung reines Verwaltungshandeln und das hätte der OB schon längst machen können. Diese 11 Punkte blasen das HSK zwar optisch auf, aber haben keinen zu beziffernden Einspareffekt. Die Linken sahen das genauso wie wir – SPD, Grüne und der OB nicht. Abstimmung 23 für unseren Antrag 17 dagegen. Danach folgte dann eine endlose Diskussion, bei der SPD und vor allem die Grünen mehrfach versuchten die Abstimmung wiederholen zu lassen. Die Begründung, es hätten nicht alle gewusst über was sie abstimmen war schwach und ein Armutszeugnis. ich habe darauf hingewiesen, dass ich das für ein merkwürdiges Demokratieverständnis halte, wenn solange abgestimmt wird, bis das Ergebnis stimmt und dies geht kommunalrechtlich auch gar nicht. Also blieb es bei der Abstimmung – 11 von 90 Punkten erledigt.
Danach ging es munter weiter im schönen Wechsel und mit unterschiedlichen Mehrheiten wurden diverse Punkte aus dem HSK gestrichen. Um 23.30 Uhr war es dann so weit, dass das Chaos die sachliche Diskussion überlagerte und zudem die Müdigkeit einzelne Stadträte in ihrer Aufnahmefähigkeit und Argumentation schwächte. Die Stadtratssitzung wurde abgebrochen und soll morgen fortgesetzt werden. Das Bild was der Stadtrats in der Öffentlichkeit abgibt ist ausgesprochen dürftig. Die unzureichende Beratungszeit mit den 15 kurzfristig nachgereichten Anträge führte zu Konfusion zumindest bei der SPD. Hauptproblem ist aber die mangelnde Kommunikation im Stadtrat. Der Oberbürgermeister führt nicht, sondern verwaltet. Er redet weder mit seiner Fraktion, noch mit seiner Koalition, noch mit der Opposition. er kämpft und wirbt nicht für seinen eigenen Antrag sondern beschwert sich hinterher, wenn es schief gegangen ist. Und nicht zuletzt tragen Rot-Rot-Grün und der Oberbürgermeister in Tateinheit die Verantwortung für die katastrophale Haushaltssituation und die Millionenverluste der letzten beiden Jahre. Es wurde heute viel von Verantwortung geredet, aber niemand hat sie übernommen. Die Anträge von Rot-Rot-Grün verringerten allesamt das Einsparvolumen des HSK. Zudem gibt es nicht realisierbare Punkte. Also knapp formuliert – am Knochen HSK hängt nicht mehr viel Fleisch!
Da es diesbezüglich auch immer wieder Vorwürfe an unsere Adresse gibt, will ich gerne klar stellen: Meine Aufgabenbeschreibung als Fraktionsvorsitzender der CDU und damit der Oppositionsfraktion ist es nicht, der links-link-grünen Koalition und dem Oberbürgermeister einen entspannten und ruhigen Abend zu verschaffen. Wir sind auch keine Steigbügelhalter für fehlende Mehrheiten. Im Gegenteil, wenn wir Probleme und Schwächen erkennen benennen wir sie und werden falsche Entscheidungen nie mittragen. Wir sind die kritischen Wegbegleiter. Rot-Rot-Grün hat einen Vertrag geschlossen, dass sie bis 2019 die Haushalte gemeinsam beschließen und alle Personalentscheidungen unter sich aus machen. Dies können sie tun. Da zu gehört es auch die Voraussetzung für einen Haushalt zu schaffen. Falls das nicht gelingt, trägt das gemeinsame Projekt nicht mehr. Aber erst wenn dieses Projekt gescheitert ist, werden wir uns zusammen setzen und über gemeinsame Verantwortung reden.
Auf Antrag der CDU-Fraktion wurde am 13. Dezember im Hauptausschuss über die Ladenöffnungszeiten auf der Krämerbrücke diskutiert. Hintergrund sind Streitigkeiten, ob die Geschäfte auf der Krämerbrücke an den Adventssonntagen verkaufen dürfen. Fraktionschef Michael Panse erinnert zwar grundsätzlich an die gesetzlichen Schließzeiten an Sonn- und Feiertagen, sieht jedoch für die Krämerbrücke noch rechtliche Spielräume.
Panse bat den Oberbürgermeister stellvertretend für die Verwaltung, eine unkomplizierte Lösung für den vierten Adventssonntag zu finden. Der Oberbürgermeister sicherte in der Sitzung eine schnellstmögliche Erörterung und Prüfung zu. Panse betont dazu: „Nach unserer Auffassung handelt es sich bei der Krämerbrücke um eine der wichtigsten Denkmäler und damit um einen touristischen Anlaufpunkt. In diesem Sinne sind der Ladenschluss und der Sonntagsverkauf so interpretierbar, dass hier eine Ausnahme möglich wäre.“
Dabei beruft er sich auf § 8 des Thüringer Ladenschlussgesetztes, der eine spezielle Regelung für Wallfahrtsorte und Orte mit besonders viel Fremdenverkehr betrifft. Des Weiteren sieht Panse prinzipiell Klärungsbedarf, was die Öffnungszeiten an Sonntag in Erfurt betrifft. So wurde erst kürzlich darüber gestritten, wann überhaupt verkaufsoffene Sonntage möglich sind. Ein entsprechendes Urteil liegt nach Auskunft der Verwaltung nun seitens des Oberverwaltungsgerichts vor. Die Konsequenz aus der Urteilsbegründung soll nun die Erarbeitung einer angepassten Richtlinie für Erfurt, welche die Sonntagsöffnungszeiten in Erfurt eindeutig nachvollziehbar regelt und die den Anforderungen der Innenstadthändler gerecht wird. Dabei könnten sowohl eine Sonderregelung für die Krämerbrücke als touristisches Ziel, als auch allgemein Festlegungen zu bestimmten Sonn- und Feiertagen geregelt werden.
„Erst wenn hier für Erfurt wirklich Rechtssicherheit besteht, können die Innenstadthändler entsprechend planen. Dies gilt es zu ermöglichen“, schließt Panse ab.
Panse: Zunächst Alternativen prüfen
Vor voreiligen Entscheidungen bei der Planung für ein sogenanntes technisches Rathaus warnt CDU-Fraktionschef Michael Panse. Dabei verschließt sich die CDU-Fraktion nicht generell gegen eine Ämterkonzentration. Mit einem zentralen Standort für verschiedene Ämter können erhebliche Kosten gespart werden. Der Standort Warsbergstraße ist jedoch für die CDU-Fraktion zu diesem Zweck nicht die erste Wahl. Die CDU-Fraktion drängt deshalb in einem entsprechenden Änderungsantrag auf die Prüfungen von Alternativen.
Panse erklärt dazu: „Nach dem Schrecken mit dem Gebäude in der Löberstraße scheint die Verwaltung ihren Panikmodus offenbar noch nicht deaktiviert zu haben und macht nun die Notlösung ‚Warsbergstraße‘ zur Non-Plus-Ultra-Lösung. Dabei besteht inzwischen wieder genügend zeitlicher Spielraum, um zu prüfen, ob es nicht besser geeignete Gebäude gibt. Dabei wäre auch ein Neubau denkbar.“ Die CDU-Fraktion hält den Standort Warsbergstraße vor allem aus städtebaulicher Sicht und von der Gebäudestruktur her für ungeeignet.
„Einen Schönheitswettbewerb wird Erfurt damit nicht gewinnen. Die beiden Plattenbauten wirken im Umfeld um den Gothaer Platz eher störend“, kritisiert Panse. Des Weiteren fehlen Parkplätze, was sich negativ für die ohnehin schon schlechte Parksituation im Wohnumfeld auswirken dürfte. Außerdem ist die Raumstruktur den Ansprüchen einer modernen und bürgerorientierten Bauverwaltung nicht gewachsen. Nicht zuletzt besteht zum jetzigen Zeitpunkt die Frage, mit welchen Haushaltsmitteln in welchem Zeitraum Kauf, Sanierung und Umbau gestaltet werden sollten. Größere Spielräume bestehen angesichts des immensen Sanierungsstaus in Schulen und Kitas sowieso nicht.
„Es würde ein schlechtes Signal nach außen setzen, wenn Geld für Verwaltungsräume vorhanden sein soll, aber an anderer Stelle der Unterricht entfällt, weil nicht genügend Räume vorhanden sind“, kommentiert Panse abschließend.
Volles Programm
Üblicherweise tagt der Hauptausschuss im Erfurter Stadtrat, um die Stadtratssitzungen vorzubereiten sowie grundsätzliche Themen zwischen den Fraktionen zu klären – im Idealfall auch zwischen der Verwaltung und dem Stadtrat. Von diesem Idealfall ist der Hauptausschuss in Erfurt inzwischen weit entfernt und dies wurde bei der heutigen Beratung einmal wieder überdeutlich.
Für die morgige Stadtratssitzung sollte unter anderem das “Drehbuch” für die Abstimmung zum Haushaltssicherungskonzept (HSK) besprochen werden. Rund 70 Tagesordnungspunkte stehen morgen und übermorgen auf dem Programm, aber das HSK ist sicher einer der bedeutungsvollsten Punkte. Dass über das Abstimmungsprozedere dazu auch nach der Hauptausschusssitzung keine Klarheit besteht liegt an den links-link-grünen Bündnispartnern.
Zahlreiche Änderungsanträge trudelten bei der Stadtverwaltung und den anderen Fraktionen in den letzten Stunden ein. Teils auf handschriftlichen Schmierzetteln mal von Rot-Rot-Grün, mal von Links-Grün, mal nur von der SPD dokumentieren diese Anträge vor allem die Zerrissenheit der Kooperation. Stellungnahmen der Verwaltung werden dazu wohl nur ebenfalls mit der heißen Nadel gestrickt zu erwarten sein. Da wir uns als Fraktion noch nicht zu den Anträgen verständigen konnten, sind Auszeiten für die morgige Sitzung schon vorprogrammiert.
Informationen zu drei weiteren Themen habe ich heute für die CDU in der Hauptausschusssitzung eingefordert. Bei allen drei Themen handelt es sich um hausgemachte Probleme der Verwaltung. Zu drei kommunalpolitisch bedeutsamen Punkten haben wir in den letzten Tagen als Stadträte mehr aus der Presse, als aus dem Rathaus erfahren: Freitag war dies die Genehmigung zur Bauvoranfrage zur Moschee, Samstag die immer noch nicht erfolgte Fertigstellung der Multifunktionsarena, Montag der Streit der Verwaltung mit den Händlern auf der Krämerbrücke und heute das Ergebnis der gestrigen Pressekonferenz zum Moscheebau. Bei allen drei Themen hätte ich mir eine offensive Informationspolitik der Stadt gegenüber den Stadträten und den Bürgerinnen und Bürgern der Landeshauptstadt gewünscht.
Zum Thema Moscheebau erklärte heute der Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde “Nur der liebe Gott weiß, wo die Moschee entsteht“. Da aber die Gemeinde sozusagen in Stellvertretung die Bauvoranfrage an die Stadt gestellt hat, bleibt die Frage offen, wann sie sich für welches Baugrundstück entschieden haben. Bis vor wenigen Wochen ging es (angeblich) immer nur um das Grundstück an der B4. Im November will die Gemeinde erfahren haben, dass das (ursprünglich einmal im Visier befindliche) Grundstück an der Schwarzburger-Straße doch noch zu haben sei. Und siehe da, zwei Wochen später gibt es eine bewilligte Bauvoranfrage. Ich glaube an vieles bei der Erfurter Bauverwaltung, aber nicht, dass so schnell eine Bauvoranfrage bearbeitet wird – zumal die Bauverwaltung in den letzten Wochen mehr mit dem eigenen Mietvertrag und den Umzugsplänen beschäftigt war. Eine Information an den Hauptausschuss fiel dabei unter den Tisch – aber das hat ja die Presse dann erledigt.
Gleiches gilt für die Multifunktionsarena. Der geplante Übergabe-Termin Anfang November verstrich heimlich still und leise. Morgen soll der Stadtrat unter TOP 7.33 die Übertragung der Vermögensgegenstände, Verbindlichkeiten und Sonderposten im Zusammenhang mit der Gründung des Eigenbetriebes Multifunktionsarena beschließen. Am Samstag konnten die Stadträte dazu in der Zeitung lesen, dass die MFA immer noch nicht fertig ist. Dies war der zuständigen Beigeordneten keine Information an die Stadträte wert, trotz der immer wieder beschworenen mehr Transparenz. Immerhin hat sie heute bestätigt: das was in der Zeitung stand, stimmt.
Für das dritte Thema hat die Verwaltung am Sonntag gesorgt. Die Schließung der Geschäfte auf der Krämerbrücke wollte das Amt durchsetzen. Die Anpassung der Richtlinie dazu ist zwar seit geraumer Zeit überfällig, aber nach Auskunft zu einer diesbezüglichen Stadtratsanfrage wartet die Verwaltung immer noch auf die schriftliche Urteilsbegründung zur Regelung der verkaufsoffenen Sonntage – bis dahin dreht sich erst einmal kein Rad. Ob es kurzfristig wenigstens Sondernutzungsmöglichkeiten für das bevorstehende vierte Adventswochenende geben könne, wollte ich heute im Hauptausschuss wissen. Der Oberbürgermeister sagte zumindest zu, dass die Suche nach einer Lösung Teil einer Dienstberatung sein könne.
Nur drei Punkte außerhalb der heutigen Tagesordnung – aber immerhin drei auf einen Streich und zudem selbst geschaffenes Leid der Verwaltung!
Die CDU-Fraktion und die sachkundigen Bürger beim adventlichen Empfang
Eigentlich ist das Jahr 2016 so gut wie rum. In vielen öffentlichen Verwaltungen geht es noch darum, welche Ausgaben kurz vor Kassenschluss noch schnell getätigt werden müssen, es geht um die Urlaubsplanung zwischen den Feiertagen und Weihnachtsfeiern stehen auf dem Programm.
Soweit sind wir in der Erfurter Kommunalpolitik noch nicht. Geld kann derzeit sowieso kaum ausgegeben werden – es ist ja keins da. Urlaubsplanungen stehen noch zurück, weil in dieser Woche noch zwei lange Beratungstage im Stadtrat, inklusive der danach erfolgenden Ausfertigung der Beschlüsse ansteht.
Adventliche Vorfreude kommt Angesichts der desaströsen Finanzlage der Stadt sowieso nur eingeschränkt auf. Mit dem Haushaltssicherungskonzept und der vorläufigen Haushaltsführung wird es wieder freie Träger und das soziale, kulturelle und sonstige ehrenamtliche Engagement treffen. Der Dank an die vielen engagierten Menschen in Erfurt bekommt leider immer wieder einen faden Beigeschmack, wenn man erlebt wie das Engagement in kommunalpolitischen Beschlüssen mit Füßen getreten wird.
Auch über dieses Thema haben wir bei unserer heutigen Fraktionssitzung gesprochen. Dieses Mal ging es allerdings zügig durch die Tagesordnung für die Stadtratssitzung. Die vielen unangenehmen Themen werden schon seit Wochen diskutiert und die Positionen der Fraktionen beispielsweise zum Haushaltssicherungskonzept sind bekannt. Wenn sich im Stadtrat die Beschlussfassung so fortsetzt, wie sie in den Ausschüssen war, wird wohl nicht viel übrig bleiben.
Nach unserer Fraktionssitzung wurde es aber doch noch adventlich. In dieser Wahlperiode des Stadtrats werden wir zwölf CDU-Stadträte von gut zwei Dutzend sachkündigen Bürgern unterstützt. Gemeinsam mit ihnen und den Mitarbeitern der Geschäftsstellen haben wird heute über das kommunalpolitische Jahr 2016 gesprochen. Vor allem aber hatte ich die Gelegenheit einmal Danke zu sagen. Danke für das Engagement, für die vielen Stunden im Rathaus und die guten Ideen und Anregungen. Danke aber auch an die Partner, Kinder und Familien, die viel Zeit mit ihren Kommunalpolitikern entbehren müssen.
Kein Winter in Sicht
Dieses Jahr ist auch zwei Wochen vor Weihnachten noch kein Winter in Sicht. Heute bin ich extra einmal quer durch Thüringen über Winterstein nach Bad Liebenstein und auf dem Rückweg über den Inselsberg gefahren, aber auch dort war keine Schneekrume zu entdecken. Andere Jahre waren wir am Dritten Advent schon mehrmals im Schnee versunken.
Mit meinem jüngsten Sohn war ich in Bad Liebenstein zu Besuch in der Reha-Klinik, um meinen Bruder zu besuchen. Beim Familientreffen waren auch meine anderen beiden Geschwister dabei und wir waren alle erleichtert, dass der Älteste seine Herz-OP gut überstanden hat.
Weihnachtskonzert der CDU
Auf der Heimfahrt sind wir über Brotterode und den Inselsberg gefahren. Dort waren es zwar unfreundliche 3 Grad, aber auch nur Nieselregen statt Schnee.
Das einzige Eis gab es an diesem Wochenende bei den Black Dragons. Mit meinem ältesten Sohn Maximilian war ich dabei, als die Drachen heute 6:1 gegen FASS Berlin gewannen. Immerhin für die Drachen läuft die Saison gut – leider für RWE und das Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam nicht so sehr.
Jubel bei den Drachen
Zwar waren wir beim Auswärtsspiel in Dresden nicht live dabei, da zeitgleich Jonas beim Weihnachtskonzert der CDU in der Severikirche mit dem Orchester des KLG spielte, aber wir hätten mit zusätzlicher Fan-Power wohl auch nicht helfen können. Das gestrige Spiel beim DSC ging leider wieder mit 0:3 verloren. Mal sehen wie das am vierten Adventswochenende weiter geht – Volleyball (Köpenick) und Eishockey (Kassel) stehen dann wieder mit spannenden Spielen auf dem Programm.
Die Endlosbaustelle der Landeshauptstadt
Hoffentlich korrespondiert die aktuelle Erfolglosigkeit von RWE bei Heimspielen nicht mit der immer noch ausstehenden Fertigstellung der Multifunktionsarena.
Heute hat die Thüringer Allgemeine das Thema einmal wieder aufgegriffen und dabei vermeldet, dass es noch immer Baumängel gäbe und eine offizielle Übergabe deshalb noch nicht stattgefunden hat. Das wird und kann sich sicherlich noch hinziehen, denn das Projekt Sanierung Westtribüne hat noch nicht einmal begonnen.
…Titelseite TA vom 10.12.2016
Leider haben wir genau dies schon vor Wochen befürchtet, als Bausewein, Hoyer und Co noch verkündeten Anfang November sei Übergabe (dieses Mal ganz sicher und wirklich). Frau Hoyer hätte sich mit dem Japan-Urlaub noch Zeit lassen können.
Bemerkenswert daran ist, dass wir so etwas als Stadträte natürlich aus der Presse erfahren – Kommunikation ist ja eine der Schwerpunktkompetenzen der Stadtführung! Nächste Woche ist mal wieder Stadtratssitzung – die perfekte Einladung, die MFA einmal wieder aufzurufen.
Gemeinsam mit meinem Kurzen war ich heute auch wieder zum Heimspiel von RWE im Steigerwaldstadion. Immerhin knapp 9.000 Zuschauer wollten sehen, wie sich Erfurt gegen die Kogge schlägt.
Die Küstenfans
70 Mal hatten RWE und Hansa Rostock zuvor gegeneinander gespielt und von den 36 Spielen im Steigerwaldstadion konnte Hansa nur sechs gewinnen. Heute kam das siebte dazu.
Mit 1:2 gewann Rostock und es jubelten nur die rund 2.000 mitgereisten Rostock-Fans. Zu Beginn des Spiels präsentierten sich zahlreiche Küstenbewohner wegen des Wetters “oben ohne” (dicke alkoholisierte Fußballfans sind besonders ansehenswert!). Zu Beginn der zweiten Halbzeit war es ihnen aber wohl doch zu frisch – sie zündeten reichlich Pyro.
Start mit einer Lasershow
Pünktlich zum Jahresende stand wieder die Traumzeit in der Erfurter Messehalle auf dem Programm. In diesem Jahr aber unter dem neuen Titel Traumhits. Geändert hat sich aber am Konzept der Veranstaltung nichts.
Petra Zieger die mit ihrem Hit Traumzeit Namensgeber der traditionellen Reise in die 80ger Jahre war, eröffnete den gestrigen Konzertabend. Natürlich durften weder die “Katzen bei Nacht” noch die “Superfrauen” im Programm fehlen. Keimzeit setzte da an wo Petra Zieger aufhörte. Bekannte Hits zum mitsingen – Kling Klang etc..
Die nachfolgende Spider Murphy Gang kann für sich in Anspruch nehmen bereits zu Ostzeiten in den 80ger Jahren in Thüringen gewesen zu sein. In Bad Blankenburg gaben sie schon eine Konzert, als dies praktisch allen Westbands – erst Recht denen der Neuen Deutschen Welle verwehrt war. Die bayrische Band hatte ausschließlich Mitsingsongs dabei.
Klaus Lage hatte ebenfalls alles im musikalischen Gepäck, was ihn einst bekannt gemacht hat, von Monopoly bis 1000 Mal berührt. Samantha Fox (Touch me) hatte es danach schwer. Vielen waren zwar noch die Bilder aus den Bravos in Erinnerung, aber da legte sie den Schwerpunkt auf optische Reize und weniger den Gesang. Die Jungs-Träume sind aber lange her…
So hatte das Electric Light Orchestra (natürlich nicht in der Originalbesetzung) die Aufgabe kurz vor Mitternacht noch einmal die Stimmung hoch zu bringen und dies gelang auch. Ich kannte nahezu jedes Stück und dies auch weil es eine direkte Reise in meine Jugend und spätere “Sturm- und Drang-Zeit” war.
1980 war ich in der 8. Klasse und habe zum ersten Mal die Schule geschwänzt. Im Centrum-Kaufhaus gab es die Amiga-Lizenzplatte von ELO. Ich hatte davon gehört und habe mich um 9 Uhr vor dem Kaufhaus (rechter Zeiteneingang, der immer zu erst geöffnet wurde) angestellt. Nur die ersten 100 – 200 hatten eine Chance auf die Platte und so wurde durch das Haus gesprintet. In der Schule behauptete ich, ich wäre beim Zahnarzt gewesen. Vor 36 Jahren wäre es nicht vorstellbar gewesen einmal live dabei zu sein.
Bei den Traumhits bzw. der Traumzeit war ich schon etliche Male dabei – auch wenn es gestern nur 6.000 Besucher waren, als früher wo es schon einmal 12.000 waren, war es wieder ein toller Abend.
Bilder der Traumhits 2016
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