Tosca auf den Domstufen
Gleich zwei Premieren innerhalb von drei Tagen konnten wir bei den diesjährigen Domstufenfestspielen erleben und beide waren ausgesprochen gelungen. Am Donnerstag sang die Tosca gegen das unfreundliche regnerische Wetter an. es gelang ihr die anfänglichen Regenwolken zu vertreiben und der drohende Premierenabbruch der Puccini-Oper fand nicht statt. Die rund 2.000 Zuschauer hatten sich auf das kühle Wetter mit dicken Jacken und Decken eingestellt und feierten trotz 13 Grad die gelungene Premiere mit viel Applaus. Am Tag zuvor hatte ich im Urlaub an der Adriaküste noch 32 Grad 😉 Wärmer wurde es dann erst wieder im Theater, wo auf der großen Bühne die anschließende Premierenfreie stattfand. Mein Sohn war zum ersten mal bei den Domstufen dabei und als begeisterter Fagott-Spieler schwer beeindruckt.
Nah beim Publikum
Die wunderschöne Domkulisse war mit den Domstufen im Einklang der perfekte Rahmen für den gefallenen Engel für die Tosca. Vor der gleichen Kulisse fand dann am Samstag der 1. Akt der Premiere zu den Kinderdomstufenfestspielen statt. “An der Arche um Acht” passte vom Thema wunderbar an diesen Ort und bot mit der Einbeziehung des Doms als Spielort noch eine weitere Premiere. Im Dom fand der 2. Akt statt und die Pinguine spielten und schnatterten im Dom weiter. Die 500 Premierengäste (mehr gehen aus Platzgründen nicht) folgten den Musikern und Schauspielern und nahmen im Dom Platz, bevor es im dritten Akt hinter dem Dom am Portal weiter ging.
Begeisterte Kinderaugen und viel Applaus waren der Lohn für dieses neue Konzept. Mein jüngster Sohn, der an diesem Tag seinen neunten Geburtstag feierte, war genauso begeistert, wie sein Bruder bei der Tosca.
Der Besuch beider Aufführungen ist zu empfehlen!
Bilder von der PremiereBilder von den Kinderdomstufen
Auf dem Anger
Regelmäßig am 13. August bzw. an seinem Vorabend erinnern Junge Union und CDU Erfurt an den Jahrestag des Mauerbaus und gedenken der Opfer von Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl. Auch am gestrigen Nachmittag waren wir mit Plakaten und einem Infostand auf dem Erfurter Anger und sprachen mit Passanten über das Datum vor 55 Jahren.
Ein Plakat mit dem Ausspruch von Ulbricht wenige Tage vor dem Mauerbau haben wir seit über 20 Jahren bei jeder der Mahnwachen dabei. Es dokumentiert die Verlogen- und Hilflosigkeit des SED-Regimes.
Für mich ist der 13. August nach wie vor ein Erinnerungsdatum. Aber dennoch gibt es etwas Positives an diesem Datum. Am 13. August 2007 ist mein jüngster Sohn geboren. Ich engagiere mich auch deshalb politisch, damit meine drei Söhne nie eine innerdeutsche Grenze und eine Mauer erleben müssen!
Bilder von der gestrigen Aktion
Urlaubsspaß an der Adriaküste
Natürlich hat es auch in diesem Jahr nicht geklappt. Selbst in Kroatien sind die Nachrichten aus Erfurt via Internet immer präsent und in einigen wenigen Fällen erfordern sie auch Reaktionen. Aber diese dann maximal mit Pressemitteilungen aus der Ferne und einigen Facebook-Kommentierungen. Ansonsten habe ich mich hier auf meiner Homepage an den Vorsatz gehalten, zwei Wochen Urlaub zu machen.
Nun bin ich aber wieder zurück und in der nächsten Woche gilt es einige Dinge aufzuarbeiten. Der Haushaltsentwurf ist inzwischen da und auch das Haushaltssicherungskonzept als Entwurf. Beides sorgt schon für Ärger bevor es in die Anhörungen geht. Insbesondere die vom Oberbürgermeister geplante Kita-Gebührenerhöhung sorgt für Frust. Mit der Multifunktionsarena ist die Stadt (wie befürchtet) nicht fertig geworden. Und für zusätzliche Stimmung sorgt der grüne Justizminister mit der Schulaffäre seines Sohnes. es gibt reichlich zu tun!
Transportfrage seit 10 Jahren gut gelöst 🙂
Von den zwei Wochen Sommerurlaub mit meinem jüngsten Sohn auf der Insel Pag in Kroatien bleiben wunderschöne Erinnerungen. Die Bilder dazu lade ich nach und nach in den nächsten Tagen hoch. Motorradfahren, Wasserski, von Klippen springen, Delphine, Roadster fahren, Motorboot, Plitvice, Paklenica, Zadar und die Treffen mit meinem Freund Alen und seiner Familie waren die Höhepunkte unserer Vater-Sohn-Tour. Klasse untergebracht waren wir in der Pansion Augustino, der Vila 4m und auf der Durchreise zwei Mal im Pachernighof in Österreich.
Bilder aus Kroatien
Nach den Spekulationen und unterschiedlichsten Informationen zur Fertigstellung der Multifunktionsarena beantragt nunmehr der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Thomas Pfistner, eine Sondersitzung des zuständigen Werkausschusses, um offene Fragen zu klären. Fraktionschef Michael Panse forderte diese Sitzung vergangene Woche öffentlich. Eine Reaktion seitens der Verwaltung auf diese Forderung blieb aus.
Die zuständige Beigeordnete muss sich dort nun erklären und alle Karten offen legen. Die Beigeordnete sprach vor einigen Wochen davon, dass es nur kleinere Verzögerungen beim Bau geben würde. Die Realität zeichnet jedoch ein ganz anderes Szenario. In der Sondersitzung sollen die Gründe, das Ausmaß und die Auswirkungen der Bauverzögerungen dargestellt werden. Vor allem die finanziellen Aspekte sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen dürften sowohl für die Arena GmbH als Betreiber, als auch für den FC RWE als Hauptnutzer von großem Interesse sein. Durch abgesagte Veranstaltungen sind zudem Imageschäden zu erwarten. Betreiber und Nutzer sollen deshalb ebenfalls zu der Sitzung eingeladen werden.
Pfistner erklärt dazu: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Frau Hoyer ausgerechnet in der heißen Bauphase ihren Urlaub antritt. Das einzig Gute an dieser Situation ist, dass sich in der Zeit der Abwesenheit der Beigeordneten offenbar Fachkenntnisse und Realitätssinn innerhalb der Verwaltung durchgesetzt haben. Sie selbst behauptete zunächst, der Bau würde sich nur minimal verzögern. Innerhalb kürzester Zeit, anscheinend nach Antritt ihres Urlaubs, wurde aus der minimalen Verzögerung plötzlich ein Bauverzug von circa drei Monaten. Diese Einschätzung erscheint deutlich realistischer, als die zu optimistischen bzw. geschönten Aussagen der Beigeordneten in der Vergangenheit. Die CDU-Fraktion will umgehende Klärung.“
Einen Anlass zu kommunalpolitischen Feierlichkeiten sah CDU-Fraktionschef Michael Panse in der Eröffnung der Multifunktionsarena schon vor den aktuellen Meldungen zur Absage der MFA-Eröffnung nicht. Eine Teilnahme an der Feier wäre für die CDU-Fraktion nicht infrage gekommen.
Im Zusammenhang des Umbauprojektes ist es zu zahlreichen planerischen Pannen und erheblichen finanziellen Verlusten gekommen. Noch vor 14 Tagen hatte die zuständige Beigeordnete Frau Hoyer erklärt, dass die neue Arena bis zum 14. August zu 95 Prozent fertig gestellt sein und sich in einem präsentablen Zustand befinden würde.
„Sie hätte es zu diesem Zeitpunkt besser wissen können und müssen. Möglicherweise war ihr dies auch bewusst, jedoch wurde mit dem Umstand der Verspätung und den entsprechenden Komplikationen nicht ehrlich umgegangen“, betont Panse.
Die Absage durch den Hauptnutzer FC RWE ist daher kaum überraschend. Zudem wurden maßgebliche Auflagen des Stadtrates ignoriert und nicht erfüllt. Mit einer erheblichen finanziellen Mehrbelastungen und Verlusten ist auf Grund der Verwaltungspatzer für den FC RWE zu rechnen. Welche weiteren Kosten nun auf den Verein zukommen, gilt es zu erläutern.
„Die CDU-Fraktion freut sich grundsätzlich darüber, dass für den FC RWE eine moderne Spielstätte und zudem ein multifunktionales Verwaltungsgebäude entstehen soll“, erklärt Panse.
Einen Grund für eine Feier hätte es ohnehin nicht gegeben, weil ursprünglich getätigte Zusagen und Stadtratsbeschlüsse nicht eingehalten wurden. Die Absage kommt nun zurecht. Vor fünf Jahren, am 6. Juli 2011, beschloss der Stadtrat mit großer Mehrheit die Drucksache 1205/11. Durch einen Änderungsantrag der CDU-Fraktion wurde u.a. folgender Punkt in den Beschluss aufgenommen:
„Die im Zusammenhang notwendig werdenden Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere der Ausbau der Südeinfahrt, die Schaffung von Parkflächen, der Abriss der Schalenhalle die Umgestaltung des Stadionumfeldes und der Schutz der Wohngebiete im Umfeld des Stadions sind in das Gesamtprojekt zu integrieren, bezüglich der Planungs- und Erstellungskosten zu beziffern und umzusetzen.“
Dieser Punkt ist bis heute nicht umgesetzt. Der Ausbau der Südeinfahrt ist nicht in Sicht. Es wurden außerdem keine weiteren Parkflächen geschaffen. Die Umgestaltung des Stadionumfeldes fand bisher nicht statt. Ein solides Konzept zum Schutz des Wohngebietes liegt nicht vor. Besonders die fehlenden Parkflächen dürften nicht nur der CDU-Fraktion ein Dorn im Auge sein, sondern auch den jeweiligen Nutzern der neuen Arena. Dies betrifft an erster Stelle den FC RWE, aber auch alle anderen Verbände, Vereine und Veranstalter. Bei knappen Parkplätzen im Umfeld müssen sie die Kosten für Parkplatzzuweisungen und Koordinierung im Umfeld tragen und im schlimmsten Fall auf die Ticketpreise umgelegt werden. Zudem ziehen sie den Ärger der Anwohner in einem Wohnumfeld auf sich, wo der Parkraum knapp ist.
Panse sieht außerdem die Frage, nach einem förderunschädlichen, nachhaltigen, wirtschaftlichen und umsetzbaren Betreiberkonzept noch nicht geklärt. Sorge bereitet ihm vor allem der Aspekt, welche Zuschüsse die Stadt möglicherweise künftig geben muss. Bei klammem Haushalt liegt diese Kritik nahe.
Panse erklärt: „Ich unterstelle Oberbürgermeister Bausewein und der zuständigen Beigeordneten Frau Hoyer kommunalpolitisches Versagen. Es ist völlig unklar, wer für die entstehenden Mehrkosten aufkommen wird. Die CDU-Fraktion fordert daher eine Sondersitzung des Werkausschusses zu den aktuellen Umständen bei der Arena. Eine Vielzahl von Anfragen zum Thema sind bereits an den Oberbürgermeister gerichtet. Deren Beantwortung soll in der Sondersitzung Diskussionsgrundlage werden.“
Das Projekt Stadionumbau steht zwar in den nächsten Wochen oder Monaten vor der Fertigstellung. Finanziell und planerisch bleibt jedoch im Moment vieles ungeklärt – vor allem, wann die Bauarbeiten tatsächlich beendet sein werden und man die Arena wirklich nutzen kann. Es liegen längst nicht alle Fakten auf dem Tisch. Die zuständige Beigeordnete Frau Hoyer konnte in den letzten Wochen wiederholt wesentliche Fragen nicht zufriedenstellend beantworten. Die Verwaltung muss aus CDU-Sicht nun dringend klarstellen, welche Kosten und welcher Mehraufwand im Rahmen des Baus der Multifunktionsarena noch auf die Stadt oder den FC RWE zukommen, sonst wird das „neue Stadion“ zu einer unkalkulierbaren Größe – auch für die Arena GmbH.
Theresa Monaghan aus Maine absolvierte bereits Anfang 2016 ein vierwöchiges Praktikum in der Geschäftsstelle der CDU-Fraktion. Nun heißt es „Welcome back“.
Für die kommenden zwei Monate unterstützt sie die Fraktionsgeschäftsstelle als Mitarbeiterin vor allem in der Zeit der Haushaltsdiskussion. Die 25-Jährige aus dem US-Bundesstaat Maine wurde in Bamberg geboren und hat sowohl deutsche, als auch US-amerikanische Wurzeln. Sie studierte in Minnesota Germanistik und Politikwissenschaften. Anschließend lernte sie in Wien zwei Jahre Deutsch. Derzeit studiert sie an der Erfurt Willy-Brandt-School of Public Policy mit den Schwerpunkten „Internationale Beziehungen“ und „Europäische Politik“.
Fraktionschef Michael Panse hieß die neue alte Mitarbeiterin herzlich willkommen und freut sich auf die erneute Zusammenarbeit.
Alle Stadträte sind gleich – und manche etwas gleicher!
Seit einigen Wochen diskutieren wir im Hauptausschuss bereits über den Fahrplan zur Haushaltsaufstellung für das laufende Jahr 2016. Mit achtmonatiger Verspätung soll er kommende Woche den Stadträten zugeleitet werden. Ab 15.8.2016, also zwei Wochen später unmittelbar nach den Sommerferien, sollen dazu die Anhörungen im Finanzausschuss erfolgen. Dieser enge Zeitplan ermöglicht es den Stadträten nur sehr eingeschränkt sich mit der gebotenen Intensität mit dem Haushalt auseinander zu setzen – möglicherweise ist genau dies ja vom Oberbürgermeister so gewollt.
Meine diesbezügliche Kritik habe ich für die CDU Stadtratsfraktion im Hauptausschuss letzte Woche deutlich gemacht. Beschlossen wurde der Fahrplan dann mehrheitlich von den Linken und der SPD, garniert von der Bemerkung des SPD Fraktionsvorsitzenden Frank Warnecke, dass man sich dann halt intensiv in den zwei Wochen während der Sommerferien damit beschäftigen müsse. Für einen Landtagsabgeordneten wie ihn ist das wahrscheinlich auch kein Problem – schließlich haben die Kollegen sechs Wochen sitzungsfreie Zeit, also je nach persönlichem Engagement tatsächlich sechs Wochen Sommerferien.
Der Haushalt ist bereits seit einigen Tagen fertig, die Ordner schon gedruckt und es fehlt nur noch die Freigabe in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters am heutigen Donnerstag (ging auch nicht eher, weil er im Urlaub war). Lediglich der Vortext fehlte noch und der Jahresabschluss 2015 sowie das Haushaltssicherungskonzept. Befremdet bin ich davon, dass die Kollegen der Koalitionsfraktionen von SPD, Linken und Grünen den Haushaltsentwurf offensichtlich bereits vorigen Donnerstag “auf informellem Wege” erhalten haben.
In der Bauausschusssitzung am Donnerstag letzter Woche sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken Mathias Bärwolff, “da wir den Haushalt 2016 ja jetzt haben” habe er Fragen dazu. Mit Verwunderung haben die Mitglieder der CDU diese Aussage registriert, weil wir den Haushalt natürlich noch nicht haben. Dass die Kollegen von SPD und Linken den Haushalt haben, bestätigte sich dann ein zweites Mal am Freitag, als in beiden Fraktionsgeschäftsstellen die Kopierer heiß liefen. Nach der Vorgeschichte zur Terminkette zum Haushalt bin ich ausgesprochen verärgert darüber, dass Teile der Stadtverwaltung die Stadträte ungleich behandeln – es passt leider ins Bild, wie in Erfurt Kommunalpolitik “gestaltet” wird!
Zwei Federbälle im Spiel zerlegt…
Heute Abend war ich einmal wieder beim Badminton und dieses Mal mit meinem ältesten Sohn. Dabei bin ich gerade noch so mit einem blauen Auge davon gekommen und habe noch gewonnen, aber es war denkbar knapp. Die 90 Minuten haben mich bis ans Limit getrieben. Ich befürchte das geht nicht mehr lange gut…
Mit nunmehr über 50 Jahren treibe ich zwar immer noch regelmäßig und viel Sport, aber Leistungszuwächse sind nun leider nicht mehr viel zu erwarten – es geht eher um Bestands- und Gewichtswahrung 🙂
Naturgemäß werden da wohl nun meine drei Söhne bald vorbei ziehen. Beim allgemeinen Fitnesslevel hat der Älteste die Nase vor und wohl auch was Ausdauersport angeht. Beim Tennis, Wasserski, Tischtennis und Football der Mittlere und beim Eishockey und Handball der Jüngste. Drei “Domänen” bleiben mir noch, wo mir trotz Alter die vieljährige Erfahrung hilft. Schach spiele ich seit über 40 Jahren, Badminton seit 35 Jahren und Squash seit 20 Jahren.
Irgendwann fallen sicher auch die beiden letzteren Domänen – aber ich kann damit leben. Mir macht es Spaß, mit meinen drei Söhnen Sport zu machen und das ist es was zählt.
Skulptur im Festsaal des Erfurter Rathauses
Kommunalpolitische Spannung gibt es in dieser Woche bezüglich zweier noch offener Entscheidungen der Stadtverwaltung. Am Mittwoch läuft die Frist zur Entscheidung über die Zulässigkeit des von der AfD geplanten Bürgerbegehrens ab. Der MDR hat dazu die Fraktionsvorsitzenden der Stadtratsfraktionen befragt.
Für uns habe ich erläutert, dass im Vordergrund der Entscheidung die Religionsfreiheit steht, die durch das Grundgesetz geschützt ist. Bei dem Bau von Kirchen, Moscheen, Tempeln und Synagogen handelt es sich um sogenannte privilegierte Bauten, die gemäß Bebauungsplänen überall dort errichtet werden können, wo dies genehmigungsfähig ist. Wenn die AfD nun den Bürgerinnen und Bürgern suggeriert dies könne mit einem Bürgerbegehren ausgehebelt werden ist dies unredlich. In dem MDR-Beitrag habe ich unsere Position erläutert:
„Zwar gibt es auch innerhalb der CDU Skepsis gegenüber dem Bau einer Moschee, sagt der Fraktionsvorsitzende Michael Panse. Aber am Schutz von Religionsfreiheit zweifle niemand. Darum ist auch er überzeugt: Rechtlich gesehen muss der Antrag abgelehnt werden. “Vor diesem Hintergrund ist es völlig unerheblich, wie ein Bürgerbegehren ausgehen würde. Es hätte keinen Erfolg hinsichtlich der Baupläne, die in Marbach bestehen. Die AfD suggeriert den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Erfurt an dieser Stelle ein Mitspracherecht, das sie rechtlich gar nicht haben.” Unredlich nennt es der CDU-Politiker Panse. So spiele man mit dem Instrument Bürgerbegehren und mache Stimmung, sagt er weiter.“
Die anderen Fraktionen im Stadtrat haben sich ähnlich positioniert. Ich bin daher gespannt, wie die Stadtverwaltung nun bis Mittwoch entscheidet. Die Entscheidung über den Antrag auf ein Bürgerbegehren ist Angelegenheit der Stadtverwaltung. Bis Mittwoch läuft die Frist, bis dann muss der Antrag zugelassen, oder mit einer entsprechenden Begründung abgelehnt werden.
Beim zweiten kommunalpolitischen Thema der Woche fallen am Donnerstag die Würfel. In der Dienstberatung des Oberbürgermeisters (DBOB) soll der Haushaltsentwurf 2016 bestätigt werden – immerhin, nachdem sieben Monate des Jahres mit vorläufiger Haushaltsführung schon um sind. Große Überraschungen erwarte ich dabei nicht, voraussichtlich wird die Fortschreibung der vorläufigen die Basis des Haushalts sein. Spannender dürfte hingegen der Vortext zum Haushalt sein. In den letzten Jahren beschrieb dieser die Haushaltssituation und die Aussichten für die Zukunft.
In diesem Jahr muss der OB mit dem Haushalt ein Haushaltssicherungskonzept vorlegen. Nur wenn dies beschlossen wird, kann der Haushalt genehmigt werden. Das Haushaltssicherungskonzept muss beschreiben mit welchen Maßnahmen in den kommenden Jahren ausgeglichene Haushalte erreicht werden. Bisher höre ich von den drei links-link-grünen Koalitionsfraktionen keine Bereitschaft unangenehme Entscheidungen zu treffen (neben Sozialticket, geht es um Personal, Kürzungen freiwilliger Leistungen und die Erhöhung der Kita-Gebühren).
Auch der OB ist offensichtlich zu dem Thema hin- und hergerissen. In der DBOB-Runde am Donnerstag steht das Haushaltssicherungskonzept deshalb auch noch nicht an – es solle erst im August besprochen werden. Ich werde mich daher von meiner Geschäftsstelle auch im Urlaub in Kroatien auf dem aktuellen Stand halten lassen – virtuell alles kein Problem. Unser Oberbürgermeister ist aus seinem Urlaub inzwischen zurück, zumindest haben wir uns am Wochenende schon im Fitnessstudio getroffen. Zu den beiden kommunalpolitischen Baustellen hat er sich noch nicht öffentlich geäußert, wohl aber zum Zustand der SPD und der Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2019.
Berechtigte Frage nach Kosten zum Stadionumbau
Die Aussagen der Beigeordneten Kathrin Hoyer zur Kritik an der Kostentransparenz für die Errichtung der Multifunktionsarena (TA/TLZ berichtete 21./22.072016) will Fraktionschef Michael Panse (CDU) nicht auf sich beruhen lassen. Er hatte in der Sitzung des vergangenen Hauptausschusses zahlreiche Fragen gestellt, die nicht oder nur allgemein durch die zuständige Beigeordnete Hoyer (Grüne) beantwortet werden konnten.
Die Äußerung von Hoyer “Ich dachte, Herr Panse kennt den Zugang zu unserem Intranet”, offenbart für Panse ein erschreckendes Halbwissen und den Versuch der Beigeordneten sich um die Beantwortung berechtigter Fragen herum zu mogeln.
Die Stadträte besitzen lediglich einen Zugang für Drucksachen im kommunalen Sitzungsdienst (KSD). Dort werden zwar allgemeine Informationen zum Baufortschritt eingestellt und auch im zuständigen Werkausschuss wird in jeder Sitzung berichtet. Die eingeforderte Transparenz bezüglich noch zu erwartender Kosten sowie Abweichungen von ursprünglichen Planungen sind daraus nicht ersichtlich.
Dazu erklärte Panse: “Offenbar kennt Frau Hoyer sich im Datennetz der Stadtverwaltung nur eingeschränkt aus. Ich habe keine Ahnung, welche Aufschlüsselungen die Stadtverwaltung wem, im Intranet zur Verfügung stellt. Fakt ist jedoch, dass die Stadträte darauf nicht zugreifen können.
Meine Forderung bezog sich auf eine detaillierte Aufschlüsselung der noch zu erwartenden Kosten für die Multifunktionsarena (MFA) . Der Verweis von Frau Hoyer, dass eine Schlussrechnung erst im März nächsten Jahres vorliegen wird, befremdet mich sehr. Der Hinweis, dass möglicherweise auch danach noch Kanalarbeiten anstehen, die in diesen Kosten noch nicht enthalten sind, bestätigt unsere Befürchtungen. Frau Hoyer hat zum jetzigen Zeitpunkt keine Ahnung, welche Summe uns die MFA schlussendlich kostet oder drückt sich bewusst um eine klare Aussage dazu!
Es ist für die CDU Stadtratsfraktion einfach eine Frage des Anstandes und des Umgangs, wenn Nachfragen gestellt werden, diese vernünftig zu beantworten. Ich erwarte von einer Beigeordneten einen sachlichen und präzisen Umgangsstil mit dem Stadtrat”.
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