Von der Insel zum Mittagstisch

MGH Suhl
Gespräch mit dem Oberbürgermeister Jens Triebel im MGH Suhl...
Das Mehrgenerationenhaus in Suhl ist im Familienzentrum “Die Insel” integriert. Als eines der letzten Thüringer Mehrgenerationenhäuser auf meiner Tour habe ich es heute besucht und mich unter anderem bei der Koordinatorin Kirsten Weiß über die Arbeit vor Ort zu informieren. Das Haus und der Träger die Evangelische Hauptkirchengemeinde St. Marien Suhl können sich dabei auch der besonderen Wertschätzung des Suhler Oberbürgermeisters Jens Triebel sicher sein. Der Oberbürgermeister war beim heutigen Gespräch selbst vor Ort und kennt sich als Pate des MGH Suhl gut mit der Arbeit vor Ort aus. Mit ihm diskutierte ich die kommunale Unterstützung. Bereits jetzt unterstützt die Stadt das Mehrgenerationenhaus und das Familienzentrum mit 45.000 Euro jährlich. Die Kofinanzierung seitens der Kommune ist somit für das MGH Suhl gesichert. In den nächsten Wochen werde ich den Träger gerne bei der Erstellung eines Konzepts für den Antrag auf das Folgeprogramm unterstützen. Im MGH und Familienzentrum ist auch die Suhler Tafel beheimatet.
Mittagstisch
...und mit der Sozialarbeiterin Susanne Hohmann bei der Volkssolidarität
Inhaltlich anknüpfen konnte ich daran beim anschließenden Besuch bei der Volkssolidarität in Suhl. Vom dortigen Projekt Mittagstisch hatte ich bereits bei meinem Besuch vor einigen Wochen erfahren. Im Gespräch mit der Bereichsleiterin Susanne Hohmann konnte ich heute viel über die Hintergründe zum Projekt erfahren, bei dem täglich rund 30 Kinder aus den benachbarten drei Schulen mit einem warmen Mittagessen versorgt werden. Im Mittepunkt der Arbeit der sachkundigen Sozialarbeiterin steht dabei die Arbeit mit den Eltern. Das Projekt Mittagstisch erhält inzwischen von vielen Seiten Unterstützung, aber langfristig ist die Arbeit noch nicht gesichert und Susanne Hohmann erläuterte, dass der Bedarf deutlich größer sei. Die Volkssolidarität trägt im Sozialraum die Verantwortung für den gesamten Bereich der Sozial- und Jugendarbeit und muss dabei mit einem festgelegtem Budget durch das Jahr kommen. Während beispielsweise die Schulsozialarbeit auch mit einer festen Stelle an den umliegenden Schulen abgesichert ist, benötigt die VS Unterstützung und Spenden für viele weitere Projekte. Gerade in Vorbereitung befinden sich die Ferienfreizeiten für diesen Sommer. Von meinem Besuch in Suhl nehme ich heute eine Menge Anregungen mit. Vor allem aber den Eindruck, dass vor Ort hochmotivierte Mitarbeiterinnen ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und Engagement beweisen. Gr0ße Anerkennung dafür! Bilder vom Besuch

Fünfte Ausgabe vom “Schwarzen Peter”

schwarzer20peter20logo1Die fünfte Ausgabe des Infoblattes des CDU-Ortsverbandes “Am Petersberg” ist seit heute im Netz. Der aktuelle “Schwarze Peter” informiert über den geplanten Neubau des Steigerwaldstadions, die Umgestaltung der Schlösserstraße und die nächste Ortsverbandsveranstaltung. Dabei werden sich die Ortsverbandsmitglieder gemeinsam mit der CDU Stadtratsfraktion über die Pläne zur Bewerbung zur Buga 2021 informieren. Der Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochter, zur der die EGA gehört, Ex-Oberbürgermeister Manfred Ruge wird am 9.6. Gesprächspartner sein.

Kritik an Kita-Gebührensatzung

CDU-Fraktion begrüßt Einlenken der Stadtverwaltung “Ich bin erleichtert, dass die Stadtverwaltung eingelenkt hat und den Entwurf der unausgegorenen Kita-Gebührensatzung von der Tagesordnung der heutigen Stadtratssitzung genommen hat”, kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Panse die Entscheidung der Stadtverwaltung kurz vor Beginn der Ratssitzung. In einem nächsten Schritt müsse nun die deutliche Kritik der Eltern in einem neuen Satzungsentwurf berücksichtigt werden, erläutert Panse weiter. Durch den Protest der Erfurter Eltern sieht sich die CDU-Stadtratsfraktion in ihrer kritischen Haltung zur bisherigen Kita-Gebührensatzung und dem neuen Entwurf bestätigt. Die CDU-Fraktion wird im Jugendhilfeausschuss darauf drängen, dass die Stellungnahmen der Eltern ernst genommen werden. “Die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat fordert eine Kita-Gebührensatzung ohne Mehrbelastung für Erfurter Familien”, macht Fraktionsvorsitzender Michael Panse die Position der CDU-Stadtratsfraktion klar. Die Beigeordnete für Soziales, Tamara Thierbach hat, mit Schreiben vom 25. Mai 2011, das den Stadtratsfraktionen vorliegt, um die Zurückstellung der Drucksachen 1739/10 sowie 0273/11 wegen “notwendiger weiterer Vorberatungen im Jugendhilfeausschuss und dem Ausschuss für Finanzen Liegenschaften, Rechnungsprüfung und Vergaben” gebeten.

Überbetriebliche Ausbildung im Mehrgenerationenhaus Jena

MGH Jena (3)
Mit meiner Mitarbeiterin Doreen Ludwig, dem Geschäftsführer David Hirsch und der MGH-Leiterin Romy Seidel in Jena
In der Saale-Stadt Jena verfolgt der Träger des dortigen Mehrgenerationenhauses, die Überbetriebliche Ausbildungsgesellschaft Jena, ein Konzept der Ausbildung junger Menschen und den gleichzeitigen Betrieb des Mehrgenerationenhauses. Das ansich spannende Konzept, wird in Thüringen in dieser Form nur ansatzweise an einem weiteren Standort, nämlich in Weimar verfolgt. Allerdings muss sich die ÜAG im Gegensatz zum Förderkreis Jul in Weimar mit einen Standortvorteil, der sich als Nachteil erweist herum schlagen. Das MGH in Jena liegt in einer großen, aufwändig renovierten Villa in Jena-West, einem durchaus gut sortiertem Stadtteil ohne nenneswerte sozialen Verwerfungen im Nahraum und dadurch auch ohne Laufkundschaft die das Haus als Sozialzentrum aufnehmen. In Weimar ist hingegen der Charakter der angebotenen Angebote auf die soziale Situation im Wohngebiet Schöndorf, einem klassischen Plattenbaugebiet, ausgerichtet. MGH Jena (4)Die Leiterin des Mehrgenerationenhauses Jena Romy Seidel und der Geschäftsführer der ÜAE Jena David Hirsch erläuterten mir die Vernetzung der beiden Themenschwerpunkte des Hauses. Auch bei den Maßnahmen der überbetrieblichen Ausbildung stehen Umbrüche bevor. Der Rückgang an Jugendlichen macht der kommunalen Gesellschaft zu schaffen. Das MGH beherbergt auch das Gästehaus des Trägers, in dem Übernachtungen möglich sind, und welches als Praxislernort für die Auszubildenden dient. Bemerkenswert finde ich das Engagement des MGHs für die Kinderakademie. Mit Unterstützung der Sparkasse finden in verschiedenen Jenaer Stadtteilen Wochenendworshops statt. Diese dezentral organisierten Angebote werden gut angenommen. In diesem Bereich will der Träger sein Engagement verstärken und für mehr Vernetzung bestehender Angebote sorgen. Ob und wie es mit dem MGH Jena weiter geht ist neben der Entscheidung des Trägers sich um das Folgeprojekt zu bewerben, auch eine Frage an die Stadt. Jena wird sich in den nächsten Wochen positionieren, wo das MGH künftig sein und wer es betreiben soll. Für die ÜAG geht der Förderzeitraum in jedem Fall noch mindestens bis zum Dezember 2012.

Nordbadfest und Spargelmarkt

Nordbad (22)
Kanus im Sportbecken
Beides hat nur insofern miteinander zu tun, dass es zum Familien-Wochenendprogramm gehörte. Mal viel Zeit für die beiden Jungs und keine politischen Termine! Im Erfurter Nordbad, welches vor einem Jahr neu eröffnet wurde, organisierten die Stadtwerke ein Piratenfest. Dank der “hochgeheizten” Wassertemperaturen von 24 Grad, waren meine beiden Söhne auch viel in den Becken zu finden. Beide übrigens mit Piratenmut, der eine weil er immerhin vom Sprungbrett ins Wasser sprang und der andere Sohn, weil er (mit Schwimmflügeln) vom Startblock ins tiefe Wasser in Papas Arme sprang. Unser SWE Volley-Team war auch mit vor Ort und natürlich auf der Beachanlage zu finden. Die Kanuten des SV Concordia Erfurt e.V. sind normalerweise wenige hundert Meter entfernt in der Gera zu finden. Zum Nordbadfest gaben sie eine Vorführung im Sportbecken. Am Sonntag ging es dann an den Thüringer Spargeläquator. Traditionell findet in Herbsleben der Spargelmarkt statt mit zahlreichen Angeboten für Familien und vor allem rund um den Thüringer Spargel. Den Kindern hat es richtig viel Spaß gemacht. Für die Eltern gab es Anregungen zur Spargelzubereitung. Bei uns war dies dann am Abend Spargel gegrillt. Bilder vom Wochenende 

Erfurter Grüne zeigen Symptome von Straßenphobie

CDU-Fraktion setzt sich für das Stopfen von Schlaglöchern und Brückenneubauten ein

Laut aktuellen Steuerschätzungen sollen rund 1,8 Millionen Euro der Stadtkasse Erfurts zugute kommen. Im städtischen Haushalt sind diese Mittel insbesondere für den Straßenbau vorgesehen. Angesichts der nach dem langen Winter noch zu reparierenden Schlaglöcher und diverser Erfurter Baustellen hält die CDU-Fraktion dies auch weiterhin für angemessen und notwendig.

Anders die Fraktion der Grünen, für die nun der Stadtratsbeschluss vom Januar nicht mehr gelten soll. In einer aktuellen Stadtratsvorlage der Grünen ist die Streichung entsprechender Haushaltsstellen vorgesehen und wird die Zuweisung von Geldern für den Straßenbau als nicht sachgerecht eingestuft. “Offenbar entwickeln die Grünen eine Straßenphobie. Immer wenn das Thema Straßen und Straßenbau anklingt, werden die Erfurter Grünen dem Bild der ‘Dagegen-Partei’ gerecht”, sagt CDU-Fraktionschef Michael Panse.

Zur Rathausbrücke

Deutliche Verfallsspuren kennzeichnen nun auch die Situation der Rathausbrücke. Die Brücke muss nun stückweise für Fußgänger und Autos gesperrt werden, weil die rot-rot-grüne Mehrheit sämtliche Gelder für einen Neubau gestrichen hat.

Die CDU-Fraktion begrüßt, dass nun 100.000 Euro der 1,8 Mio Mehreinnahmem in die Planungen für den Rathausbrückenneubau fließen sollen. “Ein Hoffnungsschimmer für die geschundene Rathausbrücke”, kommentiert Michael Panse. “Ich erwarte nun, dass der Oberbürgermeister bei der rot-rot-grünen Brückenverweigerungstruppe um Zustimmung für den Vorschlag wirbt.”

Die CDU-Fraktion fordert zudem, dass der Oberbürgermeister seine Verwaltung nun dazu bewegt, einen konkreten Ablaufplan für den Neubau der Brücke und die Einwerbung entsprechender Fördermitteln vorzulegen. Noch vor kurzem hatte die Verwaltung die Erarbeitung eines entsprechenden Konzeptes abgelehnt.

Die Zustimmung der CDU ist ihm in der Frage sicher, wir haben immer darauf gedrängt.

V.i.S.d.P. Alexander Hein

Fraktionsreferent

Tagung der Landesfachkommission „Gesundheitswirtschaft“ zum „Demografischen Wandel“:

Neue Chancen für die „verlorene Generation“ junger, unausgebildeter Männer

Jungen Männern ohne Schulabschluss und damit bislang ohne Perspektiven auf eine Ausbildung sollten angesichts des demografischen Wandels unbedingt neue berufliche Chancen angeboten werden, um sie langfristig für die aktive Gesellschaft zurückzugewinnen. „Diese so genannte verlorene Generation stellt eine enorme Herausforderung an uns alle dar“, glaubt Michael Panse als Landesbeauftragter für das Zusammenleben der Generationen im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit und CDU-Fraktionsvorsitzender im Erfurter Stadtrat. „Angesichts der demografischen Veränderungen  können wir es uns nicht leisten, diese jungen Menschen weiterhin sich selbst zu überlassen.“

Mit unzähligen berufsqualifizierenden und überbetrieblichen Maßnahmen sei in den vergangenen Jahren versucht worden, ihnen zu helfen. Allerdings hätten viele trotzdem auf dem Arbeitsmarkt keine wirklichen Chancen gehabt, so dass es eine erhebliche Anzahl junger Menschen gebe, die sich bereits in jungen Jahren resigniert in die Sozialsysteme eingerichtet hätten, erläuterte Panse bei einer Tagung der Landesfachkommission „Gesundheitswirtschaft“ des Wirtschaftsrates in Thüringen. „Es muss uns gelingen, diese Menschen als aktive Mitglieder für unsere Gesellschaft zurückzugewinnen. Das wäre nicht nur für den sozialen Frieden im Land gut, sondern bietet auch ein erhebliches Potential an immer dringender gesuchten jüngeren Arbeitskräften. Außerdem würden so die Sozialsysteme erheblich entlastet und es gebe neue Steuerzahler“, ist er sich sicher.

Diese jungen Menschen sollten also konkret angesprochen werden, forderte Panse. „Man muss sie neu motivieren, aktiv ihre Ausbildung und damit letztlich ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.“ Allerdings müssten viele von ihnen erst einmal „das Lernen lernen“. Hier seien die Sozial- und Ausbildungspartner gleichermaßen gefragt, sinnvolle und vor allem funktionierende Aus- und Fortbildungen anzubieten. Von den Unternehmen erwartet er volle Unterstützung im eigenen Interesse. Die Wirtschaft müsse bereit sein, dafür zu bezahlen, sollte gleichzeitig aber von den jungen Leuten entsprechende Motivation einfordern.

 

Kontakt: Wirtschaftsrat der CDU e. V. – Landesverband Thüringen

Dr. Horst Gerhardt, Landesgeschäftsführer

Juri-Gagarin-Ring 152, D-99084 Erfurt

Telefon 03 61 – 5 66 14 88,    Fax 03 61 – 5 66 14 90

lv-thueringen@wirtschaftsrat.de

Kita-Finanzierung vor Ort diskutiert

Kita (2)
Im Gespräch mit den Bürgermeistern und der Kita-Leiterin in Friedrichswerth
Als vor über einem Jahr das neue Kita-Gesetz vom Landtag beschlossen wurde und am 1. August 2010 in Kraft trat, war die Frage der Finanzierungsflüsse im Gesetz nur sehr allgemein beschrieben. Das Land beteiligt sich danach mit 170 Euro je belegtem Betreuungsplatz von 1-1 Jahr, mit 270 Euro je belegtem Platz von 1-3 Jahren und mit 130 Euro für jedes Kind im Alter zwischen 3 – 6,5 Jahren (unabhängig davon, ob eine Kita besucht wird). Geregelt ist dies im §19 des ThürKitaG. Mit der deutlichen Erhöhung der Landeszuschüsse sollte die Erhöhung des Personalschlüssels und die Absenkung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag ausfinanziert sein. In der Praxis vor Ort sieht es aber etwas anders aus. Viele Bürgermeister bekommen jetzt die Abrechnungen der Träger ihrer Kitas auf den Tisch und stellen fest, dass ihr Zuschussbedarf deutlich steigt und dies führt zu berechtigten Fragen. Gestern Abend war ich aus diesem Grund in Friedrichswerth. Der dortige Bürgermeister Jörg Möller hatte mich eingeladen, um mit ihm seinen Bürgermeisterkollegen aus Haina und Warza, der Leiterin der örtlichen Kita und dem Vertreter des Kita-Trägers der Thepra, die Finanzierungsfrage zu diskutieren. Die Leiterin der örtlichen Kita Susanne Möller zeigte mir aber zuvor die Einrichtung. Die Kita Regenbogenlandbeherbergt rund 35 Kinder und wurde vor zwei Jahren saniert. Die kleineren Kinder aus Friedrichswerth werden in der Kita der benachbarten Gemeinde Haina betreut und die Kinder im Alter von 4 Jahren bis zum Schuleintritt in Friedrichswerth.
Kita
Das Regenbogenland in Friedrichswerth
Das Kooperationsmodell zwischen beiden Gemeinden funktioniert sehr gut, wie auch der Bürgermeister von Haina Lothar Rausch bestätigte. Anders als im benachbarte Warza, wo die Gemeinde der Träger der Kita ist, wie Bürgermeisterin Martina Kaspar erklärte, ist in Haina und Friedrichswerth die Thepra Träger der Kita. Die Platzkosten liegen in der kommunalen Kita allerdings über denen der freien Träger. In einer gut zweistündigen Diskussion haben wir gestern nach den Ursachen und Lösungsmöglichkeiten gesucht. Insbesondere die nachträgliche Spitzabrechnung (wenn klar ist, wie die Platzkosten mit dem neuen Kita-Gesetz im Landesdurchschnitt sind), die Finanzierungsflüsse zwischen Gemeinden mit sogenannten Gastkindern, der Geldfluss vom Land/Landkreis und Tarifsteigerungen für die Erzieherinnen sind ursächlich für die Erhöhung des Zuschussbedarfs in Friedrichswerth. Erfreulich finde ich, dass neben den offenen Fragen, die Bürgermeister sich klar zu ihren Kitas bekannt haben und auch wissen, dass qualitative Verbesserungen nicht zum Nulltarif zu haben sind. Ob es in Friedrichswerth und Haina moderate Gebührenerhöhungen geben wird ist noch nicht zu Ende diskutiert, aber zumindest ist seit gestern Abend etwas klarer woher die Mehrkosten kommen.

Strategien für eine demographiefeste Arbeitswelt diskutiert

TND
Thüringer Netzwerk Demographie
Das Thüringer Netzwerk für Demografie diskutierte heute mit zahlreichen Vertretern Thüringer Unternehmen, was gegen den drohenden Fachkräftemangel getan werden kann. Im Jahr 2006 wurde dieses Netzwerk gegründet und hat sich seit dem zur Aufgabe gemacht die Unternehmen für die demografischen Veränderungen zu sensibilisieren. Auch das heutige Diskussionsforum machte deutlich, dass hierbei bereits beachtliche Erfolge zu verzeichnen sind. Unter anderem legte das Netzwerk in der Zeit einen Katalog “Demografieorientierter Projekte in Thüringen vor”, hat zahlreiche innerbetriebliche Demografieberater ausgebildet und zahlreiche Fachforen und Fachgespräche organisiert. Seit der Aufnahme meiner Tätigkeit als Beauftragter für das Zusammenleben der Generationen verstehe ich es auch als eine meiner Aufgaben, den Fachkräftebedarf (und damit Ausbildung, Fortbildung sowie Wiedereinstieg in den Beruf) in den Unternehmen in den Focus zu nehmen. Derzeit können sich viele Unternehmen noch mit Fachkräften am “Markt eindecken”, ältere Arbeitnehmer länger im Betrieb halten, junge Frauen ins Berufsleben zurückholen und Teilzeitbeschäftigungen ausweiten. Lange wird dies nicht mehr funktionieren und in manchen Branchen funktioniert es jetzt schon nicht mehr. Bereits bei anderen Diskussionsrunden habe ich deutlich gemacht, dass es noch weitere Potentiale gibt. Junge Menschen, die in den letzten Jahren keine Chancen hatten und auch mangels persönlicher Motivation schlechte schulische Abschlüsse, erfolglose BVJ 1 und BVJ 2 sowie zahlreiche andere Maßnahmen durchlaufen haben, bevor sie am Ende dann doch in Hartz IV landeten, zählen leider umgangssprachlich zu einer “verlorenen Generation”. Ich werde sehr dafür eintreten auch für diese jungen Menschen Perspektiven zu entwickeln. Neben all diesen Maßnahmen findet nun wieder eine intensivere Diskussion um eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit (Stichwort Rente mit 69) oder Zuwanderung von Arbeitskräften. Um diese beiden Themen ging es aber bei der heutigen Beratung in Weimar nicht. Roland Emig, Kaufmännischer Geschäftsführer der Schuler Pressen GmbH, (Pressenhersteller Müller Weingarten AG, ehemals Umformtechnik) erläuterte die Unternehmensstrategie und wie er Nachhaltigkeit bei der Nachwuchssicherung sieht. Mir hat sein Eingangszitat sehr gefallen. Dabei erläuterte er die nachhaltig wirkenden Nachwuchssicherungskonzepte mit dem Vergleich: es sei dabei wie einen “Baum zu planzen, in dessen Schatten man nie sitzen wird” und es natürlich dennoch tut. In seinem Unternehmen sind derzeit 500 Mitarbeiter tätig, davon werden allerdings über 100 in den nächsten Jahren altersbedingt ausscheiden. Das Durchschnittsalter liegt bei 47 Jahren und so wurde ein längerfristig wirkendes Konzept entwicklet. Mit Patenschaften einer benachbarten Kita (im Umfeld sind 80 Prozent Hartz IV-Empfänger), intensive Praktikumsbegleitungen von Schülern (er verwies dabei auf die Internetseite Schüler Praktikum) bis hin zur gezielten Förderung bei Weiterqualifizierung und Studium von Führungskräften. Mir gefällt, dass es dem Unternehmen nicht nur um den kurzfristigen Fachkräftebedarf geht sondern um langfristige Unterstützung. Roland Emig sagte “die Unterstützung für Schüler ist ihm wichtig, auch wenn sie zum Teil später beim Mitbewerber, Kunden oder Lieferanten als Arbeitskräfte landen”. Beim Netzwerk werde ich gerne auch in Zukunft “am Ball bleiben” – es geht schließlich um Zukunftsperspektiven!

Familienförderung in Erfurt – Diskussion an der Fachhochschule

FH (1)
Im Gespräch an der Fachhochschule mit Prof. Rißmann
An der Erfurter Fachhochschule soll auch weiter in möglichst vielen Studiengängen der Bezug zu den handelnden Akteuren außerhalb von Wissenschaft und Lehre in die Seminarprogramme eingebaut werden. Heute war ich nicht zu einer Podiumsdikussion in einem der großen Hörsäle, wie bei den letzten Besuchen, sondern zu einer Gesprächsrunde mit Studierenden einer Seminargruppe. Frau Prof. Michaela Rißmann hatte ihren Studentinnen die Arbeitsaufgabe gestellt zu ergründen, wie Familienförderung in der Landeshauptstadt Erfurt praktisch aussieht. Gerne bin ich in meiner Funktion als Fraktionsvorsitzender im Erfurter Stadtrat der Einladung gefolgt. Um drei größere Themenkomplexe drehte sich die Diskussion. Welche Rolle das Thema Familie in der Arbeit unserer Stadtratsfraktion spielt war eine Fragestellung. Am Beispiel der Betreuungsituation in den Erfurter Kitas, sowie den Aktivitäten zur Stärkung der Arbeit der Tagespflegemütter konnte ich verdeutlichen, wo derzeit der “Schuh drückt”. Zu den möglichen Veränderungs- und Verbesserungsvorschlägen zählen für uns sowohl die Entwicklung der Familienzentren, die Etablierung der Familienhebammen und neidrigschwellige Hilfeangebote für Familien im sozialen Nahraum.
FH
Der Campus der FH Erfurt
Die vom Thüringer Sozialministerium angekündigten Eltern-Kind-Zentren an Kindertageseinrichtungen können im System der Familienhilfen eine wichtige Rolle spielen. Frau Prof. Rißmann wird dieses Projekt fachlich begleiten. Ich werbe nachdrücklich um Unterstützung für dieses Vorhaben. Einige andere Bundesländer haben sich zu dem Thema bereits “auf den Weg gemacht”, Ende des Jahres soll es dazu auch in Thüringen losgehen. Ob Erfurt bei diesem Modellprojekt erfolgreich dabei sein kann ist aber noch offen. In Erfurt sind derzeit alle Kitas randvoll, da fehlt es sowohl an räumlichen, als auch an personellen Kapazitäten.