

Ihr Stadtrat für Erfurt






Zugleich werden auch die Hildburghäuser immer älter. 12.000 waren im Jahr 2000 älter als 65 Jahre – heute sind es 14.500. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg von 16,5 auf 22 Prozent. Derzeit ist aber auch die positive Kehrseite der Medaille in Hildburghausen zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit reduzierte sich von 14,4 Prozent im Jahr 2005 auf aktuell 5,5 Prozent. In vielen Bereichen fehlen jetzt schon Fachkräfte. Gestern haben wir auch darüber diskutiert wie diese Entwicklung weiter geht. Ich glaube, wir werden in Thüringen in den nächsten Jahren Zuwanderung in einem deutlich größeren Umfang erleben. Schon jetzt praktizieren über 1.000 ausländische Ärzte – in dem Bereich wird schon länger erfolgreich geworben.
Heute wurden die aktuellen Bevölkerungszahlen für Thüringen veröffentlicht. Die Überschrift in den Zeitungen lautet unter anderem “Thüringen schrumpft langsamer”. Auffällig ist daran, dass wir mit 2.11.762 Thüringerinnen und Thüringern am 1.9.2012 zwar 9.500 weniger waren, als neun Monate zuvor, dies aber nur aus Geburtendefiziten resultiert. Zwar haben 31.693 Thüringen den Freistaat verlassen, aber es sind auch 29.175 aus ganz Deutschland nach Thüringen gezogen. Das Wanderungssaldo mit dem Ausland ist hingegen deutlich positiv. 5.923 gingen ins Ausland und 9.057 sind zu uns gekommen. Die europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit wird offensichtlich genutzt und dies wird auch bei der demografischen Entwicklung eine stärkere Rolle spielen.
Die Demografiestrategie der Landesregierung schlägt viele Punkte zur Bewältigung des demografischen Wandels vor. Bürgerschaftliches Engagement spielt für mich dabei die zentrale Rolle. Geworben habe ich gestern wieder intensiv für das aktive bzw. erfolgreiche Altern. Ich denke es ist eine wichtigste Aufgabe den Menschen zu sagen, dass ihre Aktivitäten im Alter darüber entscheiden, wie glücklich und zufrieden sie altern. Dieses Thema wurde von den Zuhörern gestern interessiert aufgegriffen und wir haben gleich eine weitere Veranstaltung nur dazu in Hildburghausen vereinbart. Wenn der Winter vorbei ist komme ich dann sicher sogar deutlich schneller nach Hildburghausen und zurück. Gestern war es selbst auf der Autobahn glatt. 
Bemerkenswert war schon der Tagungsort für das 2. Berliner Demografie Forum. In den Räumen der European School of Management and Technology, Schloßplatz 1 in Berlin fand die Tagung statt. Vor 23 Jahren war dieses Gebäude das Staatsratsgebäude der DDR.
Zweifellos wäre da eine solche Tagung undenkbar gewesen und es hat sich auch niemand für das Thema interessiert. Insbesondere einige der ausländischen Tagungsteilnehmer betrachteten interessiert den immernoch vorhandenen „DDR-Charme“ des Gebäudes. Es steht unter Denkmalschutz und so dokumentieren nicht nur die Buntglasfenster und die bemalten Fliesen den „Arbeiter- und Bauernstaat“ im Charme der 60iger Jahre.
Beim 2. Berliner Demografie Forum ging es dort in den letzten beiden Tagen um das zentrale Anliegen, den Diskurs zwischen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft voran zu bringen. So formulierte Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE, das Ziel bei der gestrigen Eröffnung der Konferenz mit über 200 internationalen Gästen. Der Blick auf die Gäste- und Referentenliste zeigte, dass die demografische Entwicklung inzwischen weltweit als eine Herausforderung begriffen wird. Aus China, Frankreich, Polen, Italien, Großbritannien und den USA waren Referenten angereist und zahlreiche internationale Organisationen und Institute waren vertreten.
Die Spannbreite des politischen Teilnehmerfeldes war ebenfalls groß. Bundesministerin Dr. Kristina Schröder, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Politiker aus Berlin und aus den Kommunen brachten ihre Blickwinkel auf das Tagungsthema „Generationen-Bildung-Wohlstand“ ein. Die Demografie in den Mittelpunkt der Diskussion rücken, den Dialog zwischen den Generationen befördern und Handlungsempfehlungen an die Politik formulieren – dies war kurz gefasst der Auftrag der Tagung.
Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schöder hielt das Eröffnungsreferat und schlug dabei den Bogen weit zurück. Vor 30.000 Jahren entstand der „moderne Mensch“. Erstmals erreichten Menschen damals das Großelternalter und mit der möglichen breiten Weitergabe von Wissen an nachfolgende Generationen machte die Menschheit einen Sprung. Heute stehen wir wieder vor einem Spring. Unsere Gesellschaft (zumindest in Mitteleuropa) schrumpft, wird älter und sie wird vielfältiger. Urgroßeltern lernen ihre Urenkel kennen, das durchschnittliche Lebensalter steigt und jedes 2. Mädchen was heute geboren wird, wird über 100 Jahre alt werden können.
Neben der demografischen Entwicklung ging Frau Schröder auf die Herausforderungen moderner Familienpolitik ein. Kita-Plätze werden 2013 nach ihren Worten das zentrale Thema werden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht als Aufgabe (nicht wie so oft von der Wirtschaft gefordert Familie und Beruf). Kristina Schröder sagte „Familien sind nicht der Steinbruch zur Jobkräftesicherung“. Ein Förderprogramm ihres Ministeriums will 2013 Festanstellungsmodelle bei der Tagespflege etablieren und zudem soll es Verbesserung bei der Pflege durch Angehörige geben.
Yves Leterme, ehemaliger Außen- und Premierminister von Belgien und heute Vize-Generalsekretär der OECD, lenkte den Blick auf die unterschiedlichen Aufwendungen für Renten- und Gesundheitsausgaben sowie die höhere Beschäftigungs- und Geburtenrate in Frankreich und in den Nordeuropäischen Ländern. Polen hat sich hingegen innerhalb von gerade 10 Jahren von der höchsten Geburtenrate zur niedrigsten Geburtenrate in Europa entwickelt. Weltweit hat Uganda die höchste Geburtenrate – aber auch nur ein Durchschnittsalter von 15 Jahren. Es gibt Länder die sich schon viele Jahre mit der Demografischen Entwicklung intensiv auseinander setzen. Australien gibt beispielsweise seit 10 Jahren regelmäßig einen „Intergenerationen Report“ heraus und leitet daraus Aufgaben ab.

Zum Thema aktive Senioren hielt sie ein engagiertes Plädoyer Altersgrenzen bei Ehrenämtern, im Beruf, bei Kreditvergaben und eigentlich überall abzuschaffen. Sie verwies auf die Rentenhistorie in Deutschland. 1889 bei der Bismarkschen Rente war der Renteneintritt bei 70 Jahren, aber nur 2 Prozent erreichten dieses Alter. Der Berufseinstieg war bereits mit 15 und die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei 45 Jahren. Heute hat sich dies grundlegend geändert, die Senioren werden erfreulicherweise immer älter und bleiben aktiv.
Drei Ratschläge gab sie vom Podium. Architekten sollen grundsätzlich mit Basiswissen den Gerontologie ausgebildet werden – dann bauen und planen sie anders. Der Dialog zwischen Alt und Jung soll ausgebaut werden. Prof. Lehr motivierte die jungen Akademikerinnen „fangen sie früh an, damit es noch ein zweites und drittes Kind werden kann. Wir Alten können an den fehlenden Kindern nichts mehr ändern.“. Einer der Young Experts parierte aber an die Adresse der älteren Generation: „Aber Sie hätten es früher gekonnt.

In eine etwas andere Richtung diskutierte Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Sie regte ein variables Renteneintrittsalter an und forderte Weiterbildungszeiten bei der Rente anzuerkennen. Prof. Burkhard Schwenker, Chairman Roland Berger Strategy Consultants, wünschte sich mehr „Lebensfreude länger arbeiten zu können“. Dem hielt Prof. Allmendinger entgegen, dass dies für Frauen immer noch nicht gleichberechtigte Folgen hätte. „Der Heiratsmarkt ist für Frauen bei der Rentenabsicherung immer noch der bessere Markt, als der Arbeitsmarkt“, erklärte sie. Einig waren sich die Wissenschaftler in mehreren Forderungen. „Bildungsbereitschaft von Anfang an fördern“ (Rürup) und der Wunsch „erfolgreich zu altern“. „Es gibt kein Erkentnissproblem sondern ein Umsetzungsproblem“ fasste Moderator Sigmund Gottlieb, Chefredakteur Bayerisches Fernsehen, die Nachmittagsdiskussion zusammen.
Der zweite Arbeitstag lenkte den Fokus auf die internationale Situation. US-Botschafter Philip D. Murphy schilderte die Situation in Amerika, die gegenläufig zu Europa ist. Amerika wächst und wird diverser, aber die durchschnittliche Lebenserwartung geht zurück, was auch am verbesserungswürdigen Gesundheitssystem liegt. Auch insgesamt wird die Weltbevölkerung deutlich steigen. 2 Milliarden werden hinzukommen überwiegend in it, Afrika und zum kleineren Teil in Asien – lediglich Europa schrumpft. Um eben die Situation in Europa ging es in der letzten Diskussionsrunde. Deutschland, Italien, Frankreich und Polen waren mit hochrangigen Politikern vertreten.
Innenstaatsekretärin Cornelia Rogall-Grothe aus Deutschland, Ministerin für Soziales und Gesundheit Dr. Dominique Bertinotti aus Frankreich, Ministerin für Arbeit, Soziales und Chancengleichheit Prof. Elsa Fornero aus Italien und Radoslaw Mleczko, Staatsekretär für Arbeit und Soziales aus Polen diskutierten die auch in Europa alles andere als homogene Entwicklung. Während in Frankreich noch 2,03 Kinder pro Frau geboren werden liegt Polen weit zurück. Skepsis gab es ob eine Europäische Demografiepolitik notwendig sei oder helfen könne. Tun muss jedes Land selbst etwas, denn es ist so wie mit der lange verdrängten Klimapolitik. Man kann das Thema noch vor sich herschieben, aber je später man entscheidet desto heftiger müssen dann die Entscheidungen ausfallen. Die Tagung bot vor allem viele neue Ideen und eine Vernetzung der handelnden Akteure. Am 13. Januar 2014 wird das 3. Berliner Demografie Forum stattfinden.
Demografieportal der Bundesregierung
Immer am Jahresanfang wird das „Unwort“ des vorangegangenen Jahres gewählt. Das Wort „Unwort“ erklärt der Duden damit, dass dies ein unschönes, ein unerwünschtes Wort sei. Auf viele Unworte der letzten Jahre trifft dies zweifellos zu.
In der Thüringer Allgemeinen des heutigen Tages werden den Lesern 10 Vorschläge unterbreitet, darunter neben einigen speziellen „Wortschöpfungen“ des Jahres 2012 auch „Demografischer Wandel“. Begründet wird dies mit „Die Gesellschaft wird immer älter. Diese Veränderungen bedürfen gewaltiger Anstrengungen. Sie müssen benannt und nicht verschleiert werden.“. Diese Sätze sind zweifellos richtig, wenngleich sie das Thema auch nur unvollständig beschreiben. Dass die Menschen in unserer Gesellschaft älter werden finde ich gut. Es ist ein alter Menschheitstraum lange und erfüllt zu leben. Dies ist aber auch nicht der Kern der Diskussion.
Tatsache ist, dass unsere Gesellschaft nicht überaltert, sondern unterjüngt. Seit vielen Jahrzehnten gehen die Geburtenzahlen zurück, nicht nur in Deutschland, sondern in allen Wohlstandsstaaten. Die Diskussion geht meist ja auch um die Frage, wie wir in Zukunft leben werden und was wir uns leisten können.

Auch im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit waren heute bei uns die Sternsinger zu Gast und brachten über dem Haupteingang und vielen Bürotüren den Segensspruch “20*C+M+B+13” an. Die nunmehr 55. Aktion ist die größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder.
In diesem Jahr steht sie unter dem Motto “Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit.”. Die gesammelten Spenden sollen für eine bessere Gesundheitsversorgung in Tansania eingesetzt werden. Über 40 Millionen Euro sollen auch in diesem Jahr wieder als Spenden gesammelt werden.
Den Auftakt machten die Sternsinger in der Thüringer Staatskanzlei, im Landtag und in den Ministerien. Bei uns waren Kinder aus dem Eichsfeld und Schmalkalden, sangen und sammelten Spenden, wie es das Kindermissionswerk seit 1959 in der Umsetzung eines alten Brauchs aus dem Mittelalter organisiert.
“20*C+M+B+13” steht für den lateinischen Satz “Christus mansionem benedicat” (Christus segne dieses Haus). Die 20 und die 13 stehen für die Jahreszahl 2013, der Stern für den Stern, dem die Weisen gefolgt sind und die drei Kreuze bezeichnen den Segen “Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.”.
Auch bei uns im Haus waren die Kinder in Vierergruppen unterwegs als die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar mit dem Sternträger.
Die aktuelle Thüringer Volkszählung hat es an den Tag gebracht! 2,2 Millionen Thüringerinnen und Thüringer sind wir nun nur noch und damit knapp 600.000 weniger, als zu Wendetagen. Beim Nachzählen hat sich jetzt heraus gestellt, dass sogar noch 30.000 weniger in Thüringen leben, als bisher gedacht. Der Zensus wird zwar erst im Mai ausgewertet (ich werde dies auch bei einer Veranstaltung tun), aber warum wir immer weniger werden, kann jeder in seinem Privatumfeld sehen. Es werden (leider) zuwenig Kinder geboren!
Unsere, die Familie Panse, (das sage ich als Generationenbeauftragter durchaus mit Stolz) hat sich dem demografischen Trend bezüglich der Bevölkerungsentwicklung engagiert entgegengestellt und jeder hat seinen persönlichen Beitrag geleistet. Am heutigen Sonntag haben wir den 85. Geburtstag “unserer Stammesmutter” Ursula Panse gefeiert. Nur im Familienkreis – aber mit über 50 Gästen! Meine Mama ist stolz auf ihre Familie und sie hat allen Grund.
Ihre beiden Brüder leben heute noch mit ihren Familien in ihrer Heimatstadt in Sondershausen. Wir waren dann in der nächsten Generation schon vier Geschwister zu Hause in Erfurt, wenn auch vom Alter etwas auseinander (18 Jahre zwischen Karl-Uwe und uns beiden Zwillingen, dazwischen Schwester Heike). Es folgen daraus 11 Enkelkinder und 8 Urenkel und alle waren da um ihrer Oma bzw. Uroma bei der Feier in Gierstädt zu gratulieren, nur ein Urenkel fehlte aus Krankheitsgründen. Ich habe so das Gefühl es werden auch bei den nächsten Familienfeiern kontinuierlich mehr werden. Jeder kann und wird da noch weiter Beiträge zu demografischen Entwicklung leisten, auch wenn inzwischen etliche Urenkel älter sind, als die jüngsten Enkel 😉
Für meine Mama waren und sind zwei Dinge immer besonders wichtig gewesen: Zum Einen, dass wir zusammenhalten und als Familie nie zerstritten waren – deshalb konnten auch alle locker quer durch alle Generationen miteinander feiern. Allerdings erinnerte mein ältester Bruder daran, dass die “politisch bewegten Zeiten” schon für lautstarken Diskussionstoff zumindest unter uns vier Geschwistern und unserem Vater sorgten. Zum Zweiten ging es meinen Eltern (beide Lehrer) darum ihren Kindern nicht Reichtümer fürs Leben mitzugeben (das wäre bei der Kinderzahl schwer geworden), sondern eine Ausbildung und Erziehung, die es ihnen ermöglichen ihr Leben aktiv zu gestalten. Wir sind heute alle mit unseren Kindern im eigenen Heim glücklich, in Berufen die Spaß machen und ausfüllend sind. Wir verdanken dies unseren Eltern und haben dies mit unserer “Stammesmutter” gefeiert. Herzlichen Glückwunsch und lieben Dank deiner Kinder, Enkelkinder und Urenkel für alles, was du uns mit auf den Weg gegeben hast.
Es war wieder ein großer Spaß für die Kleinen und die Großen! Mit unseren Nachbarn begrüßen wir am Samstag Abend traditionell wie schon 2011 und 2012 auch in diesem Jahr das neue Jahr mit einem gemeinsamen Angrillen.
In diesem Jahr gab es dazu zwar weder Schnee noch Frost, aber trotzdem ausreichend Glühwein und sogar Feuerzangenbowle. Immerhin 60 Thüringer Bratwürste landeten auf dem Rost. In Thüringen wird zu jeder Jahreszeit gegrillt!
Angrillen 2013