Blogeinträge

Herrliches, närrisches Thüringen 2013

Auch Erfurt präsentierte sich auf der Bühne
Zum 15. Mal fand gestern Abend die MDR-Fernsehsitzung “Herrliches, närrisches Thüringen” statt. Am 30. Januar wird sie im Fernsehen zu sehen sein und traditionell ist es für mich meist die erste Karnevalsveranstalltung in der neuen Saison. Auch in diesem Jahr werde ich natürlich wieder bei den drei Karnevalsvereinen, bei denen ich Mitglied bin, zu Gast sein – beim MKC in Marbach, beim KCA in Alach und beim FACEDU. Hinzu kommen eine Sitzung bei der GEC Gemeinschaft Erfurter Carneval, beim KKH Karnevals Klub Hellau, beim AKC Erfordia e.V. Anger Karneval Club der Faschingsdonnerstag im Thüringer Landtag, selbstverständlich der Umzug am Faschingssonntag auf dem Wagen des MKC. Also wie in jedem Jahr wieder ein volles Narrenprogramm! Bei der Fersehsitzung des MDR war ich nun schon zum elften Mal in Folge, lediglich in der Anfangsphase, als die Aufzeichung noch in Suhl erfolgte habe ich die ersten vier verpasst. Inzwischen hat sich auch der Umzug der Veranstaltung vom Kaisersaal in die Erfurter Messe bewährt. In den ersten Jahren fehlte durch die Hallengröße dort die richtige Stimmung. Inzwischen hat sich aber ein “festes Stammpublikum” gebildet und zudem kommen viele Vereine mit ganzen Busladungen.
Mit meinem ältesten Sohn Maximilian und Innenminister Jörg Geibert
Auch unter den Politikern gibt es Stammgäste. Ministerin Marion Walsmann, Innenminister Jörg Geibert, die Bundestagsabgeordneten Antje Tillmann, Steffen Lemme und Patrik Kurth sowie die Landtagsabgeordneten Birgit Pelke und Thomas Kemmerich vertraten die Politikerseite. Ich bin mir sicher im nächsten Jahr werden es wegen der dann bevorstehenden Landtagswahl wieder mehr sein 🙂 Das Programm wurde in diesem Jahr von 15 Thüringer Vereinen gestaltet und hatte sowohl gute Büttenreden, als auch (wie in jedem Jahr) gute Showtänze und Tanzeinlagen. Bilder “Herrliches, närrisches Thüringen” Bilder und Text in der TA Artikel und Bilder “Mein Anzeiger”      

Der KFA steht – der Haushalt von Erfurt leider noch nicht!

Diskussion zum neuen KFA mit Dr. Voß
Der Haushalts- und Finanzausschuss des Thüringer Landtags hat am Donnerstag den Haushaltsentwurf 2013/2014 mit über 1000 Änderungsanträgen der Fraktionen abschließend beraten. Gut 100 Änderungsanträge der Koalitionsfraktionen CDU und SPD wurden angenommen und werden wohl auch kommende Woche bei der Landtagssitzung beschlossen. Rund 1,9 Mrd. Euro gehen dabei von den rund 9 Mrd. Euro des Haushalts an die Kommunen. Damit ist auch klar über welches Fiananzvolumen die Kommunen in den kommenden Jahren zu Erfüllung ihrer Aufgaben verfügen werden und es entfällt die letzte Ausrede, warum es in der Landeshauptstadt Erfurt bisher keinen Haushaltsentwurf gibt. Ob mit dem Geld des Landes nun das große Loch gestopft werden kann ist noch nicht geklärt, weil die Finanzbeigeordnete in Medienberichten einräumte, bereits Steuermehreinnahmen mit veranschlagt zu haben. Finanzminister Dr. Wolfgang Voß stellte sich Donnerstag Abend im Thüringer Landtag bei einer Veranstaltung der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU der kommunalen Familie zu Diskussion. KPV-Vorsitzender Gerhard Günther und CDU-Generalsekretär Mario Voigt betonten, wie wichtig der CDU ist, dass die Kommunen leistungsfähig bleiben. Die rund 60 anwesenden Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden nutzten die Gelegenheit zum Kommunalen Finanzausgleich nicht nur den Vortrag von Dr. Voß zu verfolgen, sondern auch nachzufragen.
Der Spruch von Berhard Vogel passt auch zum KFA
Erfurt wird genau 21.491.416 Euro mehr zur Verfügung haben als 2012. Das sind 13 Prozent mehr und dennoch wird es wohl nicht reichen, weil die Ausgaben deutlich schneller steigen (insbesondere die Personalausgaben auf rund 155 Millionen Euro und damit 10 Millionen mehr, als vor Jahresfrist). Die höheren Einnahmen verteilen sich auf rund 15 Millionen Steuermehreinnahmen, rund eine Million zusätzliche Kita-Landespauschale, 6,6 Millionen aus dem Garantieleistungsfond, und gestiegene Bundesleistungen zur Grundsicherung rund 4 Millionen. Die direkten Landeszuschüsse (Schlüsselzuweisungen) sinken hingegen um 5,1 Millionen Euro. Zusammengezogen ergeben sich daraus die 21,5 Millionen Euro. In den Medien wurden angesichts dieser Zahlen die kreisfreien Städte als die Gewinner des Finanzausgleichs benannt. Ich denke es ist am Ende ein ausgewogener Kompromiss, der den Kommunen zudem Planungssicherheit für die nächsten Jahre bietet. Vor dem Hintergrund der Finanzentwicklung der nächsten Jahre müssen sowohl Land, als auch die Kommunen weiter sparen und jeder muss dabei seine Hausaufgaben machen. Mehr Schulden kommen auf keiner Ebene in Frage, das Land hat seinen Haushaltsentwurf daran orientiert. Am Donnerstag gingen so auch die meisten der Kommunalpolitiker zwar nicht glücklich, aber verständnisvoll aus dem Bernhard Vogel-Saal nach der Diskussionsrunde der KPV. Bilder von der Beratung    

Generationenprojekt beim Wartburg-Radio

Franziska Klemm erklärte mir die Technik und die Projekte beim Wartburg-Radio
96,5 ist die Frequenz des Offenen Hörfunkkanals in Eisenach. Seit 2001 sind die engagierten Radiomacher “on air”. In den vergangenen Jahren konnte ich schon das Projekt Zeitensprünge kennenlernen und nachdem das Wartburg-Radio im letzten Jahr eines der vier ausgewählten Projekte im “Jahr des aktiven Alterns und Solidarität zwischen den Generationen” wurde, war es heute einmal höchste Zeit für einen Besuch in der Redaktion. Bei einem Gespräch mit den Vertretern der Seniorenredaktion erfuhr ich viel über das Radiocamp der Generationen. Das Ferienradio brachte Kids im Alter von 11 bis 16 Jahren mit Senioren im Alter von 64 bis 76 Jahren zusammen. Man erkundete viel voneinander und ging beim Ferienradio gemeinsam auf Sendung. Damit dieses Projekt in diesem Jahr erfolgreich fortgesetzt werden kann, habe ich heute gerne meine Unterstützung zugesagt. Schon bei den Zeitensprüngen ging es darum, die Generationen zusammen zu bringen und da ist jede Unterstützung gut investiert.

Der Letzte macht das Licht aus? Thüringen im demografischen Wandel

Wiedersehen mit Zeca Schall in Hildburghausen
Unter diesem zugegebenermaßen etwas überzeichneten Titel habe ich gestern Abend als Generationenbeauftragter bei einer Veranstaltung der Volkshochschule im Hildburghäuser Gymnasium über die Folgen der demografischen Entwicklung im Landkreis und im Freistaat gesprochen. Gefreut habe ich mich aber gleich zu Beginn über ein Wiedersehen mit Zeca Schall, der die Veranstaltung angeregt hat. Hildburghausen ist vom demografischen Wandel besonders betroffen. Die Nähe zu Bayern bedingt, dass dort besonders viele junge Menschen auf der Suche nach Ausbildungsplatz bzw. Job pendeln oder gar auswandern. Auch in Hildburghausen wurden in den letzten 20 Jahren viel zuwenig Kinder geboren und da heute eine ganze Generation “fehlt”, trägt das demografische Echo dazu bei, dass diese negative Entwicklung der Einwohnerzahl weiter geht. Im Jahr 2000 lebten im Landkreis noch knapp 74.000 Menschen. Im Jahr 2012 waren es schon nur noch 66.168. Auch wenn seit einigen Jahren wieder etwas mehr Kinder geboren werden (bei den unter 6jährigen Kindern gibt es ein Plus von 100 im Vergleich zu 2000) sind es bei den 6-25Jährigen statt rund 17.000 im Jahr 2000 heute nur noch rund 9.000. Dies sind die geburtenschwachen Jahrgänge! Zugleich werden auch die Hildburghäuser immer älter. 12.000 waren im Jahr 2000 älter als 65 Jahre – heute sind es 14.500. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg von 16,5 auf 22 Prozent. Derzeit ist aber auch die positive Kehrseite der Medaille in Hildburghausen zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit reduzierte sich von 14,4 Prozent im Jahr 2005 auf aktuell 5,5 Prozent. In vielen Bereichen fehlen jetzt schon Fachkräfte. Gestern haben wir auch darüber diskutiert wie diese Entwicklung weiter geht. Ich glaube, wir werden in Thüringen in den nächsten Jahren Zuwanderung in einem deutlich größeren Umfang erleben. Schon jetzt praktizieren über 1.000 ausländische Ärzte – in dem Bereich wird schon länger erfolgreich geworben. Heute wurden die aktuellen Bevölkerungszahlen für Thüringen veröffentlicht. Die Überschrift in den Zeitungen lautet unter anderem “Thüringen schrumpft langsamer”. Auffällig ist daran, dass wir mit 2.11.762 Thüringerinnen und Thüringern am 1.9.2012 zwar 9.500 weniger waren, als neun Monate zuvor, dies aber nur aus Geburtendefiziten resultiert. Zwar haben 31.693 Thüringen den Freistaat verlassen, aber es sind auch 29.175 aus ganz Deutschland nach Thüringen gezogen. Das Wanderungssaldo mit dem Ausland ist hingegen deutlich positiv. 5.923 gingen ins Ausland und 9.057 sind zu uns gekommen. Die europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit wird offensichtlich genutzt und dies wird auch bei der demografischen Entwicklung eine stärkere Rolle spielen. Die Demografiestrategie der Landesregierung schlägt viele Punkte zur Bewältigung des demografischen Wandels vor. Bürgerschaftliches Engagement spielt für mich dabei die zentrale Rolle. Geworben habe ich gestern wieder intensiv für das aktive bzw. erfolgreiche Altern. Ich denke es ist eine wichtigste Aufgabe den Menschen zu sagen, dass ihre Aktivitäten im Alter darüber entscheiden, wie glücklich und zufrieden sie altern. Dieses Thema wurde von den Zuhörern gestern interessiert aufgegriffen und wir haben gleich eine weitere Veranstaltung nur dazu in Hildburghausen vereinbart. Wenn der Winter vorbei ist komme ich dann sicher sogar deutlich schneller nach Hildburghausen und zurück. Gestern war es selbst auf der Autobahn glatt.

Unsicherheit zum Haushalt 2013 bleibt leider bestehen

Mahnung im Festsaal des Rathauses an das “Tolle Jahr” 1505, als Erfurt pleite war…
Ab dem 1. Januar 2013 wird die Stadt Erfurt nun nach den Maßgaben der vorläufigen Haushaltsführung geführt. Dies bedeutet, dass nur für gesetzlich vorgegebenen Aufgaben und für Aufgabengebiete, für die der Stadtrat ausdrücklich Gelder freigegeben hat, Geld zur Verfügung steht. Kurz vor Weihnachten hat der Stadtrat mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen dazu ein Maßnahmebündel beschlossen und für einige Haushaltsbereiche Sperren verfügt. Zudem gilt ab Januar die bereits beim letzten Haushalt gleich mit beschlossene Erhöhung der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer. Da die bisherigen Kürzungen und Sperren (nur die linke Bürgermeisterin glaubt, dass nicht endgültig ist) nicht andeutungsweise ausreichen um die Deckungslücke im geplanten Haushalt auszugleichen, wurde aus der Weihnachtsunruhe der Freien Träger nun eine Osterunruhe. Für die Monate Januar bis März erhalten die Träger ihre Zuschüsse, was danach passiert ist unklar. Im Jugendhilfeausschuss kündigte Frau Thierbach letzte Woche an, sie würde dann informieren, wenn sie mehr über die Haushaltsmittel wisse. Der Verweis auf den noch zu beschließenden Landeshaushalt ist dabei wenig zielführend, weil längst klar ist was die Stadt Erfurt aus dem KFA erhält. Der Änderungsantrag der Koaltionsfraktionen, der kommende Woche beschlossen werden soll bezieht sich mit seiner Erhöhung um 70 Millionen für die Kommunen lediglich auf den sogenannten Garantiefond für notleidende Kommunen. Das ist Erfurt derzeit (noch) nicht. Von einer Beruhigung der Situation ist Erfurt Gerüchten zufolge noch rund 17 Millionen Euro entfernt. So viel scheint wohl noch zu fehlen, um einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf 2013 vorlegen zu können (und da sind schon alle Kürzungen, Sperren und Steuererhöhungen mit eingerechnet). Sowohl in der Fraktionssitzung, als auch in der heutige geschäftsführenden Kreisvorstandssitzung war der fehlende Haushaltsentwurf eines der wichtigen Beratungsthemen. Gespräch mit Radio Frei zum Haushalt TA-Artikel Kürzungen der Jugendarbeit

2. Berliner Demografie Forum

Bemerkenswert war schon der Tagungsort für das 2. Berliner Demografie Forum. In den Räumen der European School of Management and Technology, Schloßplatz 1 in Berlin fand die Tagung statt. Vor 23 Jahren war dieses Gebäude das Staatsratsgebäude der DDR. Zweifellos wäre da eine solche Tagung undenkbar gewesen und es hat sich auch niemand für das Thema interessiert. Insbesondere einige der ausländischen Tagungsteilnehmer betrachteten interessiert den immernoch vorhandenen „DDR-Charme“ des Gebäudes. Es steht unter Denkmalschutz und so dokumentieren nicht nur die Buntglasfenster und die bemalten Fliesen den „Arbeiter- und Bauernstaat“ im Charme der 60iger Jahre. Beim 2. Berliner Demografie Forum ging es dort in den letzten beiden Tagen um das zentrale Anliegen, den Diskurs zwischen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft voran zu bringen. So formulierte Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE, das Ziel bei der gestrigen Eröffnung der Konferenz mit über 200 internationalen Gästen. Der Blick auf die Gäste- und Referentenliste zeigte, dass die demografische Entwicklung inzwischen weltweit als eine Herausforderung begriffen wird. Aus China, Frankreich, Polen, Italien, Großbritannien und den USA waren Referenten angereist und zahlreiche internationale Organisationen und Institute waren vertreten. Die Spannbreite des politischen Teilnehmerfeldes war ebenfalls groß. Bundesministerin Dr. Kristina Schröder, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Politiker aus Berlin und aus den Kommunen brachten ihre Blickwinkel auf das Tagungsthema „Generationen-Bildung-Wohlstand“ ein. Die Demografie in den Mittelpunkt der Diskussion rücken, den Dialog zwischen den Generationen befördern und Handlungsempfehlungen an die Politik formulieren – dies war kurz gefasst der Auftrag der Tagung. Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schöder hielt das Eröffnungsreferat und schlug dabei den Bogen weit zurück. Vor 30.000 Jahren entstand der „moderne Mensch“. Erstmals erreichten Menschen damals das Großelternalter und mit der möglichen breiten Weitergabe von Wissen an nachfolgende Generationen machte die Menschheit einen Sprung. Heute stehen wir wieder vor einem Spring. Unsere Gesellschaft (zumindest in Mitteleuropa) schrumpft, wird älter und sie wird vielfältiger. Urgroßeltern lernen ihre Urenkel kennen, das durchschnittliche Lebensalter steigt und jedes 2. Mädchen was heute geboren wird, wird über 100 Jahre alt werden können. Neben der demografischen Entwicklung ging Frau Schröder auf die Herausforderungen moderner Familienpolitik ein. Kita-Plätze werden 2013 nach ihren Worten das zentrale Thema werden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht als Aufgabe (nicht wie so oft von der Wirtschaft gefordert Familie und Beruf). Kristina Schröder sagte „Familien sind nicht der Steinbruch zur Jobkräftesicherung“. Ein Förderprogramm ihres Ministeriums will 2013 Festanstellungsmodelle bei der Tagespflege etablieren und zudem soll es Verbesserung bei der Pflege durch Angehörige geben. Yves Leterme, ehemaliger Außen- und Premierminister von Belgien und heute Vize-Generalsekretär der OECD, lenkte den Blick auf die unterschiedlichen Aufwendungen für Renten- und Gesundheitsausgaben sowie die höhere Beschäftigungs- und Geburtenrate in Frankreich und in den Nordeuropäischen Ländern. Polen hat sich hingegen innerhalb von gerade 10 Jahren von der höchsten Geburtenrate zur niedrigsten Geburtenrate in Europa entwickelt. Weltweit hat Uganda die höchste Geburtenrate – aber auch nur ein Durchschnittsalter von 15 Jahren. Es gibt Länder die sich schon viele Jahre mit der Demografischen Entwicklung intensiv auseinander setzen. Australien gibt beispielsweise seit 10 Jahren regelmäßig einen „Intergenerationen Report“ heraus und leitet daraus Aufgaben ab.
Prof. Ursula Lehr
Prof. Ursula Lehr, ehemalige Bundesfamilienministerin, führte nicht nur einen erfrischenden Dialog mit den Young Experts (11 jungen Akademikern) zum Thema „Wunsch nach Kindern“ und „Aktive Senioren“, sondern sie erklärte auch warum heute immer weniger Kinder geboren werden. Wohlstandsdenken, die Fehlende Motivation oder Notwendigkeit zur Altersabsicherung, fehlende stabile Partnerschaften, Rolle der Männer beim Kinderwunsch aber auch die fehlende intrumentele Motivation für Kinderwünsche benannte sie. Da diese Entwicklung seit den Möglichkeiten der gezielten Familienplanung in den 60ziger Jahren zu verzeichnen sei fehlen heute schon „ganze Kohorten“ und diese Entwicklung sei nicht mehr aufholbar. Zum Thema aktive Senioren hielt sie ein engagiertes Plädoyer Altersgrenzen bei Ehrenämtern, im Beruf, bei Kreditvergaben und eigentlich überall abzuschaffen. Sie verwies auf die Rentenhistorie in Deutschland. 1889 bei der Bismarkschen Rente war der Renteneintritt bei 70 Jahren, aber nur 2 Prozent erreichten dieses Alter. Der Berufseinstieg war bereits mit 15 und die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei 45 Jahren. Heute hat sich dies grundlegend geändert, die Senioren werden erfreulicherweise immer älter und bleiben aktiv. Drei Ratschläge gab sie vom Podium. Architekten sollen grundsätzlich mit Basiswissen den Gerontologie ausgebildet werden – dann bauen und planen sie anders. Der Dialog zwischen Alt und Jung soll ausgebaut werden. Prof. Lehr motivierte die jungen Akademikerinnen „fangen sie früh an, damit es noch ein zweites und drittes Kind werden kann. Wir Alten können an den fehlenden Kindern nichts mehr ändern.“. Einer der Young Experts parierte aber an die Adresse der älteren Generation: „Aber Sie hätten es früher gekonnt.
Prof. Bert Rürup
Im nachfolgenden Berliner Impuls diskutierten die Politiker aller Parteien insbesondere die Frage der Rentenpolitik. Derzeit steigt die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter liegt bei 61 Jahren und die Lebenserwartung bei 78 Jahren für Männer und 83 Jahren für Frauen. Rentenpapst Prof. Bert Rürup nahm diesen Ball auf und schilderte, dass dieser Punkt zu einem makroökonomischen Problem wird. Das Bruttoinlandsprodukt wächst im Gegensatz zur Lebenserwartung der Menschen nur noch langsam. Der Rückgang des Erwerbstätigenpotentials und der nur noch flache Anstieg der Produktionsquote täten ein Übriges. Von 1916 bis 2012 war das Renteneintrittsalter konstant bei 65 Jahren. 1970 erhielten Rentner 11 Jahre Rente – heute durchschnittlich 18,5 Jahre. Hier gäbe es nur drei Möglichkeiten zu verteilungspolitischen Entscheidungen. 1. Beitragserhöhungen zur Renteversicherung 2. Das Rentenniveau zu senken 3. Das Renteneintrittsalter zu erhöhen. Er präferiert nach der Rente mit 67 – letztere Maßnahme, allerdings erst in zehn Jahren, wenn man gesichert wisse wie sich die Rente mit 67 auswirkt. In eine etwas andere Richtung diskutierte Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Sie regte ein variables Renteneintrittsalter an und forderte Weiterbildungszeiten bei der Rente anzuerkennen. Prof. Burkhard Schwenker, Chairman Roland Berger Strategy Consultants, wünschte sich mehr „Lebensfreude länger arbeiten zu können“. Dem hielt Prof. Allmendinger entgegen, dass dies für Frauen immer noch nicht gleichberechtigte Folgen hätte. „Der Heiratsmarkt ist für Frauen bei der Rentenabsicherung immer noch der bessere Markt, als der Arbeitsmarkt“, erklärte sie. Einig waren sich die Wissenschaftler in mehreren Forderungen. „Bildungsbereitschaft von Anfang an fördern“ (Rürup) und der Wunsch „erfolgreich zu altern“. „Es gibt kein Erkentnissproblem sondern ein Umsetzungsproblem“ fasste Moderator Sigmund Gottlieb, Chefredakteur Bayerisches Fernsehen, die Nachmittagsdiskussion zusammen. Der zweite Arbeitstag lenkte den Fokus auf die internationale Situation. US-Botschafter Philip D. Murphy schilderte die Situation in Amerika, die gegenläufig zu Europa ist. Amerika wächst und wird diverser, aber die durchschnittliche Lebenserwartung geht zurück, was auch am verbesserungswürdigen Gesundheitssystem liegt. Auch insgesamt wird die Weltbevölkerung deutlich steigen. 2 Milliarden werden hinzukommen überwiegend in it, Afrika und zum kleineren Teil in Asien – lediglich Europa schrumpft. Um eben die Situation in Europa ging es in der letzten Diskussionsrunde. Deutschland, Italien, Frankreich und Polen waren mit hochrangigen Politikern vertreten. Innenstaatsekretärin Cornelia Rogall-Grothe aus Deutschland, Ministerin für Soziales und Gesundheit Dr. Dominique Bertinotti aus Frankreich, Ministerin für Arbeit, Soziales und Chancengleichheit Prof. Elsa Fornero aus Italien und Radoslaw Mleczko, Staatsekretär für Arbeit und Soziales aus Polen diskutierten die auch in Europa alles andere als homogene Entwicklung. Während in Frankreich noch 2,03 Kinder pro Frau geboren werden liegt Polen weit zurück. Skepsis gab es ob eine Europäische Demografiepolitik notwendig sei oder helfen könne. Tun muss jedes Land selbst etwas, denn es ist so wie mit der lange verdrängten Klimapolitik. Man kann das Thema noch vor sich herschieben, aber je später man entscheidet desto heftiger müssen dann die Entscheidungen ausfallen. Die Tagung bot vor allem viele neue Ideen und eine Vernetzung der handelnden Akteure. Am 13. Januar 2014 wird das 3. Berliner Demografie Forum stattfinden. Demografieportal der Bundesregierung  

“Demografischer Wandel” ist kein Unwort, sondern eine Herausforderung und eine Chance!

Immer am Jahresanfang wird das „Unwort“ des vorangegangenen Jahres gewählt. Das Wort „Unwort“ erklärt  der Duden damit,  dass dies ein unschönes, ein unerwünschtes Wort sei. Auf viele Unworte der letzten Jahre trifft dies zweifellos zu. In der Thüringer Allgemeinen des heutigen Tages werden den Lesern 10 Vorschläge unterbreitet, darunter neben einigen speziellen „Wortschöpfungen“ des Jahres 2012 auch „Demografischer Wandel“. Begründet wird dies mit „Die Gesellschaft wird immer älter. Diese Veränderungen bedürfen gewaltiger Anstrengungen. Sie müssen benannt und nicht verschleiert werden.“. Diese Sätze sind zweifellos richtig, wenngleich sie das Thema auch nur unvollständig beschreiben. Dass die Menschen in unserer Gesellschaft älter werden finde ich gut. Es ist ein alter Menschheitstraum lange und erfüllt zu leben. Dies ist aber auch nicht der Kern der Diskussion. Tatsache ist, dass unsere Gesellschaft nicht überaltert, sondern unterjüngt. Seit vielen Jahrzehnten gehen die Geburtenzahlen zurück, nicht nur in Deutschland, sondern in allen Wohlstandsstaaten. Die Diskussion geht meist ja auch um die Frage, wie wir in Zukunft leben werden und was wir uns leisten können.
Ministerin Dr. Kristina Schröder beim 2. Berliner Demografie Forum
Ob die sozialen Sicherungssysteme die steigenden finanziellen Belastungen tragen können wird am Beispiel des deutschen Rentensystems schon seit 20 Jahren intensiv diskutiert. Ich erinnere mich an meine Zeit als Bundesgeschäftsführer der Jungen Union Mitte der neunziger Jahre – da war das schon ein Thema für die jungen in der CDU. Die Älteren (mit Ausnahme von Biedenkopf und einigen Wenigen) wollten damals von dem Thema nichts wissen. Das Thema Altersarmut wird uns nicht erst in der Zukunft begegnen, sondern ist schon jetzt Realität. Es gibt keine einfachen Rezepte dagegen – auch die Diskussion und Entscheidungen um Mindestlohn bzw. Lohnuntergrenzen sind notwendig, aber helfen den jetzt in Rente gehenden Menschen nicht. Das Modell “Lebensleistungsrente” (v.d. Leyen) und die stärkere Berücksichtigung von Erziehungszeiten, aber auch Verbesserungen bei den Zuverdienstmöglichkeiten halte ich für dringend notwendige Schritte. Bei dem heute und morgen stattfindenden 2. Berliner Demografie Forum geht es um das Thema „Generationen-Lernen-Wohlstand“. Ich werde von der Tagung mit über 200 Teilnehmern sicher eine Menge an Anregungen mitnehmen. Artikel in der TA zum Thema Altersarmut und zu den Prognosezahlen Bilder vom  Berliner Demografie Forum  

Sternsinger im Thüringer Sozialministerium

Auch im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit waren heute bei uns die Sternsinger zu Gast und brachten über dem Haupteingang und vielen Bürotüren den Segensspruch “20*C+M+B+13” an. Die nunmehr 55. Aktion ist die größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto “Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit.”. Die gesammelten Spenden sollen für eine bessere Gesundheitsversorgung in Tansania eingesetzt werden. Über 40 Millionen Euro sollen auch in diesem Jahr wieder als Spenden gesammelt werden. Den Auftakt machten die Sternsinger in der Thüringer Staatskanzlei, im Landtag und in den Ministerien. Bei uns waren Kinder aus dem Eichsfeld und Schmalkalden, sangen und sammelten Spenden, wie es das Kindermissionswerk seit 1959 in der Umsetzung eines alten Brauchs aus dem Mittelalter organisiert. “20*C+M+B+13” steht für den lateinischen Satz “Christus mansionem benedicat” (Christus segne dieses Haus). Die 20 und die 13 stehen für die Jahreszahl 2013, der Stern für den Stern, dem die Weisen gefolgt sind und die drei Kreuze bezeichnen den Segen “Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.”. Auch bei uns im Haus waren die Kinder in Vierergruppen unterwegs als die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar mit dem Sternträger.

Der demografische Wandel im Privaten

Die aktuelle Thüringer Volkszählung hat es an den Tag gebracht! 2,2 Millionen Thüringerinnen und Thüringer sind wir nun nur noch und damit knapp 600.000 weniger, als zu Wendetagen. Beim Nachzählen hat sich jetzt heraus gestellt, dass sogar noch 30.000 weniger in Thüringen leben, als bisher gedacht. Der Zensus wird zwar erst im Mai ausgewertet (ich werde dies auch bei einer Veranstaltung tun), aber warum wir immer weniger werden, kann jeder in seinem Privatumfeld sehen. Es werden (leider) zuwenig Kinder geboren! Unsere, die Familie Panse, (das sage ich als Generationenbeauftragter durchaus mit Stolz) hat sich dem demografischen Trend bezüglich der Bevölkerungsentwicklung engagiert entgegengestellt und jeder hat seinen persönlichen Beitrag geleistet. Am heutigen Sonntag haben wir den 85. Geburtstag “unserer Stammesmutter” Ursula Panse gefeiert. Nur im Familienkreis – aber mit über 50 Gästen! Meine Mama ist stolz auf ihre Familie und sie hat allen Grund. Ihre beiden Brüder leben heute noch mit ihren Familien in ihrer Heimatstadt in Sondershausen. Wir waren dann in der nächsten Generation schon vier Geschwister zu Hause in Erfurt, wenn auch vom Alter etwas auseinander (18 Jahre zwischen Karl-Uwe und uns beiden Zwillingen, dazwischen Schwester Heike). Es folgen daraus 11 Enkelkinder und 8 Urenkel und alle waren da um ihrer Oma bzw. Uroma bei der Feier in Gierstädt zu gratulieren, nur ein Urenkel fehlte aus Krankheitsgründen. Ich habe so das Gefühl es werden auch bei den nächsten Familienfeiern kontinuierlich mehr werden. Jeder kann und wird da noch weiter Beiträge zu demografischen Entwicklung leisten, auch wenn inzwischen etliche Urenkel älter sind, als die jüngsten Enkel 😉 Für meine Mama waren und sind zwei Dinge immer besonders wichtig gewesen: Zum Einen, dass wir zusammenhalten und als Familie nie zerstritten waren – deshalb konnten auch alle locker quer durch alle Generationen miteinander feiern. Allerdings erinnerte mein ältester Bruder daran, dass die “politisch bewegten Zeiten” schon für lautstarken Diskussionstoff zumindest unter uns vier Geschwistern und unserem Vater sorgten. Zum Zweiten ging es meinen Eltern (beide Lehrer) darum ihren Kindern nicht Reichtümer fürs Leben mitzugeben (das wäre bei der Kinderzahl schwer geworden), sondern eine Ausbildung und Erziehung, die es ihnen ermöglichen ihr Leben aktiv zu gestalten. Wir sind heute alle mit unseren Kindern im eigenen Heim glücklich, in Berufen die Spaß machen und ausfüllend sind. Wir verdanken dies unseren Eltern und haben dies mit unserer “Stammesmutter” gefeiert. Herzlichen Glückwunsch und lieben Dank deiner Kinder, Enkelkinder und Urenkel für alles, was du uns mit auf den Weg gegeben hast.

Jahresangrillen

Es war wieder ein großer Spaß für die Kleinen und die Großen! Mit unseren Nachbarn begrüßen wir am Samstag Abend traditionell wie schon 2011 und 2012 auch in diesem Jahr das neue Jahr mit einem gemeinsamen Angrillen. In diesem Jahr gab es dazu zwar weder Schnee noch Frost, aber trotzdem ausreichend Glühwein und sogar Feuerzangenbowle. Immerhin 60 Thüringer Bratwürste landeten auf dem Rost. In Thüringen wird zu jeder Jahreszeit gegrillt! Angrillen 2013