Die Tagesordnung der gestrigen Stadtratssitzung war kurz. Unsere Fraktion hatte mehrere Tagesordnungspunkte erneut eingebracht, nachdem sie letzten Monat nicht behandelt werden konnten.
Zu mehr Fahrradstellplätzen und der Vergabepraxis von öffentlichen Aufträgen wussten weder Rot, noch die ganz Linken noch die Grünen was beizutragen und haben die Anträge wortlos abgemeldet. Die Große Anfrage zur Obdachlosigkeit wurde von den Linken gleich in die Ausschüsse verwiesen, weil ihre verantwortliche Rednerin fehlte.
Eigentlich gute Voraussetzungen für eine ruhige und kurze Stadtratssitzung. Wer aber darauf gewettet hätte, wäre als Verlierer aus dem Saal gegangen. Mühsam und umfänglich wehrte sich die SPD gegen eine Vorlage zum B-Plan der Waldorfschule. Selbst als der Träger signalisierte sämtliche Kosten der B-Planung selbst zu tragen suchten die Genossen noch Ausreden. Immerhin hat die nachdrückliche Überzeugungsarbeit von uns und ein Formulierungsvorschlag der Verwaltung geholfen einen beschlussfähigen Kompromiss zu finden. Dies war dann aber schon der letzte Kompromiss des Abends. Ab da regierte beim rot-rot-grünen Bündnis wieder die Parteipolitik!
Zum Nachtragshaushalt erläuterten unser Finanzpolitischer Sprecher Andreas Huck und ich noch einmal warum der 3. Nachtragshaushaltsentwurf für die CDU-Fraktion inakzeptabel ist. Wie beim Ursprungshaushalt und den ersten beiden Nachträge gab es wieder ausreichend Gründe zur Ablehnung. Die Rede dazu werden wir in voller Länge auf die Fraktionshomepage stellen. Nur soviel – das Prinzip ungedeckter Schecks zu Lasten Dritter wird fortgeschrieben. Sparkasse und KOWO gehören zu den Opfern, ebenso wie die Bürger über die Hebesätze und Kulturförderabgabe. Bei der Sparkasse wurde die Selbstbedienungsmentalität durch die Aufsichtsgremien noch gestoppt – eine der Ursachen für die Lücke im Haushalt 2012. Luft durch Ausgabensenkung hat die Stadt nicht bekommen. Die Personalentwicklung steht immernoch in den Sternen und sozial Wohltaten werden fortgeschrieben und neue schon mal angekündigt.
Ganz einig waren sich Rote und Grüne dennoch zu Beginn der Haushaltsdebatte nicht. Die SPD düpierte die Grünen mit einem Antrag zur Tourismus GmbH. Über 200.000 Euro fehlen in der Kasse zum ausgeglichenen Jahresabschluss. Den vom OB vorgeschlagenen Ausgleich mit dem Nachtragshaushalt wollte die SPD kürzen – gleichgültig wer die dann fehlenden 55.000 Euro dann aufbringt oder ob eine insolvente Situation entsteht. Eine Affront für die Geschäftsführerin der Tourismus GmbH und für den Aufsichtsratsvorsitzenden Dirk Adams (Grüne). Dies trieb die Grüne Fraktionsvorsitzende auf den Plan, sorgte für heftige Debatten und verbale Entgleisungen seitens der SPD-Stadträte Metz und Gloria. Erst nach einer Auszeit und Krisengesprächen zwischen Rot, Rot, Grün und OB beruhigte sich die Situation. Unwürdig war das Schauspiel, welches die SPD ablieferte – erstaunlich, dass der Oberbürgermeister dies zumindest tolerierte und dazu schwieg. Nun sollen die Mittel bis Dezember gesperrt sein um den anderen Anteilseigner an der Tourismus GmbH zu nötigen mitzubezahlen. Da es aber dafür keine Zahlungsverpflichtung gibt bin ich mal neugierig was im Dezember passiert.
Vor einigen Wochen hat die SPD die Linken und ihre Beigeordnete Tamara Thierbach beim Lernen vor Ort an der Nase durch den Ring gezogen, jetzt die Grünen – ich bin gespannt wie lange die Beutegemeinschaft das noch aushält. Der Nachtragshaushalt wurde gestern von ihnen gemeinsam beschlossen. Ein Haushaltsentwurf 2013 ist in weiter Ferne, rund 32 Millionen fehlen derzeit und kein Ausgleich ist in Sicht – Sparbereitschaft bei Rot-Rot-Grün sowieso nicht.
Kurz vor dem Ende der Tagesordnung langten die Linken dann noch mal hin. In Abwesenheit ihrer zuständigen Beigeordneten forderten sie ein umfängliches Prüfverfahren für sogenannte “selbstkochende Küchen” in Kitas und Schulen. Tamara Thierbach hatte bereits eine ausführliche Stellungnahme vorgelegt und die Kosten pro Kita auf rund 300.000 Euro bezifferte (wir haben über 90 Kitas und über 50 Schulen). Völliger Irrsinn und purer Populismus ist es angesichts dessen zu suggerieren man könne noch mal umfänglich prüfen. Da aber die Beigeordnete dazu nichts mehr sagen konnte oder wollte landete der Antrag im Jugendhilfe- und Sozialausschuss. Auf die Diskussion freue ich mich!
Alles weitere zum gestrigen Abend werden wir noch in Pressemitteilungen und im Netz aufarbeiten. Sechs “Sternstunden Kommunalpolitik” von 17 bis 23 Uhr!
CDU-Anträge weg gefegt
In der Stadtratssitzung am 7. November 2012 brachte die CDU-Fraktion zahlreiche Anträge ein. Die Sitzung hat jedoch erneut in verschiedenen Punkten gezeigt, dass es Rot-Rot-Grün weniger um die Sache und das Wohl der Stadt geht, sondern vielmehr um eigenes politisches Kalkül. Augenscheinlich soll zukünftig möglichst kein Antrag, der nicht den „rot-rot-grünen Stempel“ trägt, den Stadtrat passieren.
Die CDU-Fraktion brachte mit ihren Anträgen zur Finanzierung von zusätzlichen Fahrradständern und der Beschleunigung von Ausschreibungsverfahren Lösungsvorschläge zu zwei wichtigen Problemen in die abendliche Diskussion ein. Die Finanzierung der Fahrradständer wäre die Antwort auf zusätzlichen Bedarf in Erfurt gewesen.
„Abgelehnt wurde dieser Antrag ohne jegliche Regung und Wortmeldung nicht nur von Rot-Rot, sondern auch von den Grünen, die mit ihrer Ablehnung offenbar eine Wende in ihrer einst vehementen ‚Fahrradpolitik’ einläuten“, bemängelt Fraktionschef Michael Panse. Auch der Antrag zur Beschleunigung der Ausschreibungsverfahren wurde ohne Nennung von Gründen einfach weggefegt. Die Beschleunigung hätte die Grundlage geschaffen, bereits zum Jahresanfang auch ohne bestätigten Haushalt ausschreiben zu können. Je früher ein Ausschreibungsverfahren angestoßen wird, umso größer ist der Nutzen für den Erhalt der Arbeitsplätze unserer Unternehmen, aber auch umso günstiger wird der angebotene Preis.
„Hier zeigt sich erneut, dass die Stadt Erfurt derzeit mit seiner rot-rot-grünen Mehrheit eher ein Ausgabeproblem hat. Man nimmt es sogar in Kauf, dass Arbeitsplätze gefährdet werden und lange Verfahrensweisen bei den Ausschreibungen letztlich zu potentiell teureren Aufträgen führen – und das bei knappen Kassen“, ergänzt Panse auch in diesem Zusammenhang.
Der Reiterhof in Stotternheim
Bereits vor acht Wochen am 12.9.2012 fand eine gemeinsame Sonderausschusssitzung mehrerer Fachausschüsse im Erfurter Stadtrat, um über die Zukunft des Reiterhofes (Reit- und Therapiehof Kinderleicht e.V.) in Stotternheim zu beraten. Fraktionsübergreifend gab es damals Einigkeit und die Stadtverwaltung wurde schließlich per Stadtratsbeschluss am 26.9.2012 beauftragt, die notwendigen Schritte einzuleiten (siehe Berichterstattung dazu).
Gestern Abend fand erneut ein Sonderausschuss statt, um die Ergebnisse zu beraten. Empört und überrascht registrierten die Stadträte, dass die Verwaltung sich zwischenzeitlich auf den Weg gemacht hatten das “Problem zu lösen”, leider aber nicht im Sinne des Einwohnerantrags und auch nicht im Sinne der Mehrheit des Stadtrats.
Die Fakten dazu: Die Kündigung des Pachtvertrags wurde nicht zurück genommen und zudem gestern Vormittag eine sofortige Nutzungsuntersagung ausgesprochen. Damit wurde dem Verein der Stuhl sprichwörtlich vor die Tür gestellt. Über das Wochenende mussten die frustrierten Vereinsmitglieder das Objekt räumen und seitdem bemühen sie sich um Einstellmöglichkeiten für ihre Pferde.
Die Reithalle mit der Dachkonstruktion
Ursächlich für die sofortige Nutzungsuntersagung ist eine Studie eines Architekturbüros, welches zu dem Fazit kommt, dass die Standsicherheit des Gebäudes und insbesondere die Traglast des Daches nicht gewährleistet sei. Mitte der 90ger Jahre wurde eine Zwischendecke vom Reitverein in dem kommunalen Gebäude entfernt. Seitens der Stadtverwaltung kann niemand sagen, ob dies damals mit ausdrücklicher Zustimmung oder nur Duldung des Eigentümers (also der Kommune) erfolgte. In jedem Fall haben sich zu dem Zeitpunkt bereits Veränderungen in der Dachkonstruktion ergeben – die allerdings bis zur aktuellen Diskussion weder zu Beanstandungen seitens der Stadtverwaltung noch zum Zusammenbruch des Gebäudes geführt haben. Vor nunmehr knapp zehn Jahren wurde zudem durch die Stadt das Dach neu gedeckt, ohne die Statik in Frage zu stellen oder überhaupt zu prüfen. Seidem gab es zahlreiche starke Winter mit teils heftigen Schneelasten, die sogar zu Sperrungen von Schulsporthallen führten. Allerdings nicht bei der kommunalen Sportstätte dem Reiterhof in Stotternheim!
Das umstrittene Gebäude
Mit dem Aufstellungsbeschluss zu einem B-Plan wurde das Thema vor über einem Jahr interessant. Der ursprüngliche Plan der Verwaltung dieses Gebiet von einem Mischgebiet mit dörflichem Charakter in ein reines Wohngebiet umzuwandeln wurde vom Stadtrat verändert mit der Maßgabe, den Reiterhof in diesen B-Plan zu integrieren. Den Plan dort ein reines Wohngebiet zu definieren, hat die Verwaltung aber offensichtlich bis heute nicht aufgegeben. Dies wird bei diversen Vorlagen überdeutlich. Für mich bleibt daher der Eindruck “das Ziel steht schon fest, die Stadtverwaltung sucht noch den Weg dahin, ggf. auch unter bewusster Umgehung der Position des Erfurter Stadtrats”. Das Ziel scheint die Beseitigung des Reiterhofs zu sein, weil sich ein reines Wohngebiet besser vermarkten läßt.
Entsprechend der Aufforderung aus dem Sonderausschuss Mitte September hat sie jedenfalls nicht gehandelt. Wir wollten die Rücknahme der Kündigung des Pachtvertrages – die Rathausjuristen sind der Auffassung, für solche Beschlüsse sind wir gar nicht zuständig. Allerdings haben sie den diesbezüglichen Stadtratsbeschluss nicht beanstandet, damit ist er natürlich gültig.
Wir wollten eine Prüfung der notwendigen Kosten für den Weiterbetrieb des Reiterhofes. Zweifellos kann man berechnen, was die Ertüchtigung der Dachkonstruktion kosten würde (rund 30.000 bis 50.000 Euro). Berechnet wurde indes nur der Abriss und gänzliche Neuaufbau für abenteuerliche 800.000 Euro. Wenn dies die einzige vorgeschlagene Option gegenüber der Beseitigung des Reiterhofes ist, müsste (so die Kalkulation der Verwaltung) auch der resistente Stadtrat kapitulieren. Und wir wollten, dass ein neuer Pachtvertrag mit dem Verein verhandelt wird. Gespräche gab es – mit dem Angebot von 2.000 Euro monatlicher Pachtgebühr.
Jetzt muss der Verein sofort das Gebäude räumen. Juristen haben berechtigt darauf hingewiesen, dass die Stadt nun möglicherweise Schadenersatzpflichtig ist. Schließlich gibt es bis Ende des Jahres noch einen gültigen Pachtvertrag, den die Stadt nicht erfüllen kann. Ob der Sofortvollzug der Nutzungsuntersagung einer rechtlichen Prüfung standhält, ist ebenfalls fraglich.
Die Verwaltung wurde nun gebeten, drei Dinge umzusetzen. Zum einen soll der vorübergehende Auszug der Pferde in Ausweichobjekte finanziell unterstützt werden (für den Umzug und die Ertüchtigung von Pferdeboxen). Desweiteren sollen die Kosten für eine Minimalsanierung bis zur nächsten Stadtratssitzung beziffert werden. Und zum Dritten soll der B-Plan weiterhin den Reiterhof beinhalten.
Ich bin mir unsicher, ob das Ergebnis zufriedenstellend sein wird, ich bin aber zunächst froh, dass sich die Stadtratsfraktionen gestern Abend erneut klar positioniert haben!
An diesem Wochenende waren die Emotionen zu den Punktspielen der Erfurter Mannschaften durchaus gegensätzlich. Die Black Dragons begeisterten ihre Fans gleich mit einem Heim- und einem Auswärtssieg, wobei letzterer in Chemnitz durch den von einem 4:1 Rückstand auf einen 4:7 Sieg gedrehten Sieg besonders wichtig war.
Für Rot-Weiß war es mal wieder ein Spiel unter dem Motto „gut gespielt und trotzdem keinen Punkt“. Beim Tabellenzweiten Preussen Münster als Tabellenletzter zu verlieren ist nicht überraschend. Allerdings war auch dieses Mal wieder mehr drin und zum nun schon sechsten Mal in dieser Saison schwächte sich RWE mit einer Roten Karte. Der Samstag stand bei mir und meinen Söhnen im Volleyball-Focus. Am Vormittag waren wir bei einem Fotoshooting mit unseren Bundesligamädels dabei. Ein neuer Partner für unser SWE Volley-Team war vor Ort beim Vormittagstraining und in sowie um sein Auto haben wir unsere Models platziert. Das Ergebnis wird ab Donnerstag hier zu bewundern sein. Nur vorab schon mal, meine beiden Söhne waren mit Freude dabei und wollten aus dem Auto gar nicht mehr aussteigen. Dennoch wird dies nicht das neue Familienauto!
Nach dem Mittagsschlaf ging es mit dem Kurzen wieder zur Riethsporthalle. Unsere zweite Mannschaft kämpte in der neuen 3. Liga um Punkte gegen TV Planegg-Krailling aus Bayern. Unter großem Jubel der rund 80 Zuschauer gelang der erste Saisonsieg. Leider mißlang das Vorhaben, am Abend ein weiteres bayerisches Team zu besiegen. Gegen den Aufsteiger TV Dingolfing verloren unsere Mädels in einem unkämpften Spiel mit 2:3 im Tiebreak. Derzeit sind unsere Mädels noch nicht wieder auf der Erfolgspur. Hoffen wir, dass es nächste Woche besser wird, dann stehen schwere Auswärtsspiele in Grimma und Dresden an. Der Sonntag war dann schließlich Familientag und sportfrei. Zum Familientreffen ging es nach Dachwig. Am Abend waren wir mal wieder im Cinestar. Dieses Mal ohne die Kinder – Skyfall, der neue James Bond.
Zwei interessante Presseartikel sind mir in dieser Woche besonders aufgefallen. Beide haben mit dem Thema Altern zu tun und sind doch völlig gegensätzlich und haben einen aktuellen Bezug.
In Deutschland findet seit der vergangenen Woche ein zunehmend intensiver werdende Diskussion um die Kosten der Pflege statt. Als Rezept um damit umzugehen wird leider nicht diskutiert, wie wir in unserer Gesellschaft das notwendige Geld aufbringen (u.a. um Pflegefachkräfte ordentlich zu bezahlen), sondern wie die Kosten gedrückt werden könnten.
In der Süddeutschen Zeitung schreibt heute Heribert Prantl über die “Ausweisung der Alten” in einem lesenswerten Artikel. Er beklagt zu Recht die gegenwärtige Diskussion. Das Wort vom Pflegeexport macht deutschandweit die Runde und wird kaschiert mit “alternativen Pflegemodellen”. Mit Pflegemodellen sind dabei aber nicht die Pflege im häuslichen Umfeld oder Wohngruppengemeinschaften gemeint, sondern das Abschieben von pflegebedürftigen älteren Menschen ins Ausland. Dort ist Pflege billiger und die Pflegefachkräfte könnten sich somit in Tschechien oder in anderen Länder stärken den Menschen widmen. Dies ist zynisch weil schließlich die Menschen nicht nur komplett ihres sozialen Umfeldes beraubt werden, sondern Sprachbarrieren nahezu jede verbale Kommunikation verhindern. Dies ist das Gegenteil von dem was Menschen im Alter brauchen. Ich werde entschieden jeglichen dieser Bemühungen entgegentreten.
Warum und wie werden Menschen sinnerfüllt alt? Diese Frage beschäftigt mich nicht erst im “Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen”. Als Generationenbeauftragter habe ich bei Vorträgen stets darauf hingewiesen, dass es darum gehen müsse sinnerfüllt älter zu werden, mit einer Aufgabe, einem Ziel, einer Mission. Alle Menschen die hochaltrig geworden sind hatten dies. Erfüllung in der Familie, berufliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und Ehrenämter. Die Region mit den ältesten Menschen ist die Insel Okinawa in Japan. Dort ist das Geheimnis des hohen Alters zu finden. Es ist einfach gesprochen, die Bereitschaft der Menschen bis ins hohe Alter aktiv und beweglich zu bleiben. Den “Ruhestand” wie in Deutschland kennen die Menschen dort nicht.
Auch in Deutschland werden die Menschen immer älter. Seit der Wende ist die Lebenserwartung in Thüringen um rund sechs Jahre gestiegen. Medizinische Versorgung und gesundheitsbewusster Lebenswandel haben dazu beigetragen. Aber dies könnte noch deutlich weiter gehen. International haben wir keinesfalls die höchste Lebenserwartung. Die Zeit hat in dieser Woche einen Artikel veröffentlicht, der israelische Männer als die Spitzenreiter benennt. Zur Erklärung findet sich in dem Artikel:
“Der Altersforscher Israel Doron von der Universität Haifa, verweist auf das herrschende Ethos: “Der Zionismus hat Arbeit in jedem Alter für gut geheißen”. Das macht aus dem In-Rente-Gehen eine schwierige und komplizierte Angelegenheit. “Woanders legt man sich mit über fünfzig in die Sonne, wir in Israel leiden unter einem Workaholismus, der nicht mit den Jahren verschwindet.” Israelis arbeiten 1.889 Stunden pro Jahr. Das sind 140 Stunden mehr als im OECD-Durchschnitt.Wer jenseits des Rentenalters nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt aktiv ist, und das gilt häufig für Frauen, die offiziell mit 62 pensioniert werden, engagiert sich im Alter oft und gerne freiwillig – sei es in Kindergärten, Schulen, Behindertenheimen, Krankenhäusern oder im Zoo – sofern einen nicht die Enkelkinder brauchen. Das “sich einspannen lassen” als Großeltern geht sogar so weit, dass mittlerweile immer mehr Vorträge angeboten werden, in denen Psychologen dieser Generation raten, sie dürften sich durchaus auch ein bisschen Zeit für sich selbst nehmen und müssten nicht ihre gesamte Energie dem Nachwuchs widmen.”
Dies auf Deutschland übertragen heißt, wir können uns die ganze Diskussion um Rente mit 67 oder 69 schenken. Wichtiger ist es den Menschen die Möglichkeiten zu schaffen selbstbestimmt arbeiten zu können oder sich ehrenamtlich zu engagieren. Zuverdienstgrenzen für Renter sind da kontraproduktiv und natürlich muss sich noch eine ganze Menge im Denken in der Wirtschaft und vor allem in der Gesellschaft ändern. Eine Gesellschaft, die sich immer mehr aus der Verantwortung für einander heraus nimmt führt in die entgegengesetzte Richtung!
…hat wieder vom 1. bis 4. November in der Messe in Erfurt geöffnet. Heute wurde die 21. Messe Reisen & Caravan vom Botschafter der Tschechischen Republik JUDr. Rudolf Jindrak eröffnet. Die Tschechische Republik gehört allein schon durch die räumliche Nähe zu Thüringen zu den gut frequentierten Urlaubsregionen für die Thüringerinnen und Thüringer.
Die Messe Reisen & Caravan ist in diesem Jahr wieder größer geworden 10 Prozent Steigerung zeigen auf, dass die Erwartungshaltung der Aussteller groß ist und offensichtlich die Reiselust ungebrochen ist. Beim Gang über die Messe habe ich mit meinem Sohn eine ganze Menge Urlaubsorte in Bildern und Katalogen entdeckt, wo wir schon waren. Allein die Urlaubsorte der letzten Jahre von Prag über den Darß bis nach Israel waren vertreten. Lediglich Kroatien haben wir vermisst. Einen großen Stellenwert und fast eine ganze Messehalle nehemen die Caravan-Anbieter ein. Offensichtlich ein Markt der brummt. Für uns wird es aber eher beim klassischen Camping bleiben.
Am Wochende wird im Rahmen der Messe noch die sport.aktiv Messe parallel einbezogen – ein guter Grund um noch einmal mit der ganzen Familie auf der Messe vorbei zu schauen.
Mit Dr. Marcus Patka und unserem Vereinsvorsitzenden Dr. Dietmar Görgmaier
Die derzeit stattfindenden 20. Jüdisch-Israelischen Kulturtage stehen unter dem Motto “Jüdischer Humor: Weisheiten mit Chuzpe, Schalk und Charme”. Vor einem Jahr, als wir im Vorstand unsers Fördervereins Alte & Kleine Synagoge das Thema der 20. Kulturtage festgelegt haben, haben wir bereits geahnt, wie vielfältig das Thema ist. Die ersten von über 50 Veranstaltungen in acht Städten sind inzwischen erfolgreich gelaufen. Heute Abend habe ich die Buchlesung von Dr. Marcus Patka in der Kleinen Synagoge moderiert.
Dr. Patka ist Kurator des Jüdischen Museums in Wien und hat im Jahr 2010 das Buch “Wege des Lachens” geschrieben in dem er sich mit dem jüdischen Witz aus dem besonderen Blickwinkel des Winer Humors beschäftigt. Über 60 Besucher folgte interessiert seinen Ausführungen zur Entstehungsgeschichte und zur Besonderheit des Jüdischen Humors.
Der Jüdische Witz ist nach seinen Worten nur dann jüdisch, wenn er sich um jüdische Tradition, Identität und Lebenswelt dreht. Allerdings stehen auch bei einem jüdischen Komiker noch lange nicht seine Witze in einer jüdischen Tradition. Die Wurzeln des jüdischen Witzes entstammen der Denkweise der Juden aus Osteuropa und setzen sich mit den Gesetzen auseinander. Die 613 Gebote des Moses Maimonides regeln das Leben von der Geburt bis zum Tod. Der Talmud will ein gottgefälliges Leben, aber er will lebendiges Leben, er verschiebt die Seeligkeit nicht in ein Jenseits. In sehr vielen jüdischen Witzen geht es darum die Gesetze de facto zu umgehen, sie aber de jure einzuhalten.
Viele der Witze kommen nur richtig an, wenn sowohl der Erzähler, als auch die Zuhörer den Wortwitz verstehen könne, der oft vom Jiddischen geprägt ist – bei einer “Übersetzung” ins Deutsche geht oft die Wirkung verloren. Dr. Patka warnte zudem davor, dass Nichtjuden der Versuchung erliegen, jüdische Witze zu erzählen. Das kann nur schief gehen. Viele Menschen können nicht zwischen jüdischem Witz und “Judenwitz” unterscheiden. Die Gefahr des “Jiddelns” besteht zudem und dann ist der Tomfall oft verballhornend bis antisemitisch. Also lieber nicht versuchen – sondern sich auf die “Profis” verlassen!
Etliche Beispiele erzählte Dr. Patka heute Abend und fügte zudem den Aspekt des jüdischen Humors in der Musik und die Tradition des jüdischen Kabaretts in Wien hinzu. In den nächsten Tagen wird reichlich Gelegenheit bestehen den jüdischen Witz näher kennenzulernen. Bereits am morgigen Donnerstag Abend wird in der Kleinen Synagoge der Liedermacher Dany Bober mit seinen Zuhörern auf eine “Jüdische Zeitreise” gehen. Ein Feature aus Liedern, Geschichten und jüdischen Humor steht im Mittelpunkt der Kooperationsveranstaltung, die wir gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung durchführen. Der Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr.
Am Freitag ist dann ab 20 Uhr im Cafe Nerly Stand up Comedy zu erleben. Oliver Polak wird das Publikum unter dem Motto “Ich darf das, ich bin Jude” unterhalten. Tolle Veranstaltungen sind bis zum 11. November noch im Programm der 20. Jüdisch-Israelischen Kulturtage!
Sushi auf dem Teller…
Von Sushi in Suhl habe ich zum ersten Mal 1983 gehört. Mein damaliger Chef erzählte mir vom Japan-Restaurant im Waffenschmied. Er war dort regelmäßig einmal im Jahr mit Freuden zu Gast und hat sich immer für das Folgejahr wieder angemeldet. Ich wollte unbedingt mit meiner damaligen Freundin dort mal hin und habe es leider verpasst. Dann kam die Wende und ich habe meine ersten Sushi-Erfahrungen in Washington erst im Jahr 1995 gemacht.
Auf einer mehrwöchigen USA-Reise waren wir ausgerechnet dort japanisch essen – erst in Washington, dann San Francisco und auch in New York. Danach war ich vom Sushi-Virus infiziert. Wieder zu Hause habe ich selbst geübt und systematisch die Ausrüstung vergrößert.
…und Sushi im Kino
Überall wo ich war (meist an untypischen Orten) habe ich Sushi-Restaurants besucht, Geschirr, Zutaten oder Zubehör gekauft, u.a. in Kanada, Amsterdam und Israel. Meine Lebensgefährtin ist inzwischen genauso großer Sushi-Fan und meine Söhne (zumindest die beiden älteren) auch. Für Freunde und auch schon mal die ganze Mannschaft unserer Bundesligadamen vom SWE Volley-Team bereite ich gerne Sushi zu, wenn es auch bei 10 Gästen sowohl zeitlich wie auch logistisch eine Herausforderung ist.
Heute waren wir nun im Kino bei “Sushi in Suhl“. Die Geschichte von Rolf Anschütz wird nachgezeichnet und dies sehr glaubhaft. Das Kino war für einen Montagabend richtig voll und die überwiegend älteren Besucher waren begeistert. Ich kann den Film sehr empfehlen, allerdings sollte man etwas Ost-Sozialisation mitbringen, sonst ist nicht alles verständlich. Der Charme des einzigen Sushi-Restaurants der real existierenden DDR ging nach der Wende verloren. Heute gibt es in Suhl kein Sushi-Restaurant mehr. In der Landeshauptstadt Erfurt hingegen ein halbes Dutzend. Wartelisten gibt es nicht mehr und so waren auch wir heute noch Sushi essen. Jetzt wo die Abende wieder länger werden, ist es mal wieder an der Zeit die Ausrüstung hervorzuholen, um wieder selbst Sushi in Erfurt auf den Tisch zu bringen.
Gleich zwei Niederlagen gab es für unser SWE Volley-Team an diesem Wochenende. Ärgerlich ist dies, weil wir beide Spiele auch hätten gewinnen können. Allerdings standen mit Lohhof und Sonthofen auch Gegenerinnen auf dem Feld, die seit Jahren die Spitze der 2. Volleyballbundesliga mitbestimmen. Wir wussten vorher, dass es schwer wird und haben natürlich trotzdem mit unseren Mädels gehofft.
Beim SV Lohhof haben wir in den vergangenen Jahren nie viel gewinnen können. So gerne wir uns an die Spiele in Erfurt erinnern, so ungern an die Spiele dort. Heike Herzberg liebäugelte trotzdem damit den “Bock umstoßen” zu können, aber die Serie setzte sich fort. Nachdem unsere Mädels erst gegen 2 Uhr in der Nacht aus Lohhof zurück waren (wenigstens eine Stunde mehr Schlaf gab es ja durch die Zeitumstellung), ging es heute Nachmittag gleich weiter.
Nach dem sensationellen Sieg in Grimma (passiert auch nicht so oft) waren unsere Mädels heiß auf die Pokal-Quali gegen Sonthofen. Schließlich winkte als nächster Gegner kein geringerer als der Deutsche Meister und Pokalsieger Schweriner SC. Auch die Schwerinerinnen wären sicher am 7.11. lieber nach Erfurt gekommen, ist doch Sonthofen noch einmal knapp 500km weiter entfernt.
Aber es hat nicht sollen sein. Fünf Sätze und am Ende Sonthofen als Sieger. Während unsere Mädels den 1. und 3. Satz jeweils denkbar knapp verloren (25:27 und 23:25) gewannen sie den 2. und 4. Satz jeweils deutlich mit 25:17 und 25:16. Im Tiebreak führten unsere Mädels bereits mit 11:7 bevor acht Punkte in Folge Sonthofen zum Sieg führten. Ärgerlich, wenn wir wie im 3. Satz und im Tiebreak so deutlich führen und dann das Heft aus der Hand geben. Aber die 150 Zuschauer (mehr waren es am Sonntag Nachmittag leider nicht) sahen ein spannendes Spiel. Die nächste Chance sich zu revanchieren besteht auch bald. Am 8. Dezember kommen die Damen aus Sonthofen erneut nach Erfurt, dann im Kampf um Bundesligapunkte.
Der Blick aus dem Festern war in den letzten Tagen wenig erbaulich. Erster Schnee und kaltes Wetter passen so gar nicht zur Stimmung der letzten Wochen. Vor drei Wochen war ich noch am Strand in Montenegro und hatte bei der Bike-Tour bestes Wetter und jetzt den aufziehende Winter sogar schon mit Schnee im Oktober bei uns in Erfurt 🙁
Bei dem Wetter blieb für mich heute nur eine Wochenend-Alternative und das ist Sport. Diesmal nicht passiv (das RWE-Spiel war schon wg. Schnee abgesagt und unsere SWE-Mädels spielen auswärts in Lohhof) sonder mal wieder selbst aktiv. Bevor die Advents- und Plätzchenzeit dann beginnt, nutze ich so mal lieber noch die Chance zur Gewichtsreduzierung und Körperertüchtigung 🙂
Nach dem Sommerurlaub in Kroatien hatte ich Anfang August beim Blick auf die Waage etwas frustriert festgestellt, dass das Essen dort zu gut war und die dortigen Wasserskirunden kein Ausgleich für regelmäßige Sportaktivitäten boten. Den Frust setzte ich gleich einen guten Vorsatz entgegen. Bis zur Bike-Tour Ende September sollten schon mal fünf Kilo wieder runter (damit zumindest die Bikerhose wieder passt). Das Ziel habe ich, wenn auch nur knapp, erreicht. Damit erst gar kein Pendelefekt eintritt, geht es nun aktiv weiter. Mit einigen Sportparkeinheiten, sowie Squash- und Badmintonrunden in den letzten beiden Wochen habe ich den Gewichtsabwärtstrend beibehalten.
Politik und erst Recht Büroarbeit verlangt nach einem Ausgleich und so treffe ich unregelmäßig auch unseren Oberbürgermeister im Sportpark. Da kann man dann sogar noch beides verbinden. Wenn dem aktuellen Wetter etwas abzugewinnen ist dann das damit mehr Gelegenheit besteht im Sportpark aktiv zu werden.
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