Noch einmal hatten wir gestern das volle kommunalpolitische Programm! Von 17 bis 23 Uhr zog sich die letzte Stadtratssitzung vor der Sommerpause und selbst da war noch nicht alles erledigt. Bei der kurze Beratung mit den Fraktionsvorsitzenden, zu der ich bei allen Stadtratssitzungen nach 21.30 Uhr die Kolleginnen und Kollegen nach vorn bitte, war dann 23 Uhr die Grenze erreicht. Fünf Tagesordnungspunkte wurden in den September vertagt. Zuvor gab es reichlich Gesprächsstoff und auch zahlreiche Wahlgänge.
Einiges werden wir in den nächsten Tagen noch aufarbeiten. Mich hat insbesondere die Diskussion um den kostenfreien bzw. kostengünstigen Eintritt für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien in Freibäder geärgert. Sowohl rechtlich, als auch ordnungspolitische ist der Stadtrat dafür nicht zuständig und der letztendlich gefasste Beschluss ist auch nicht umsetzbar.
Ich befürchte allerdings, dies wird nach der Sommerpause munter so weiter gehen. Mit Blick auf das Wahljahr 2024 sind Linke, SPD und Grüne in einen Wettbewerb um populistische Anträge eingestiegen, die kommunalpolitischen Realismus vermissen lassen.
Nachfolgend die Zusammenfassung unserer stellv. Fraktionsvorsitzenden Lilli Fischer nach der Stadtratssitzung:
“Wir haben vor der Sommerpause noch einmal wichtige Themen abgeräumt: Die Erweiterung des Thüringen Parks, um im Erfurter Norden mehr Einkaufsmöglichkeiten zu erschließen. Das ist vor allem deshalb wichtig, um den bevölkerungsreichen Norden zu stärken und den Thüringen Park zukunftsfest zu machen. Dass das Kaufland dort noch immer über zwei Etagen sich erstreckt, statt eine große Fläche auf einer Etage zu haben, ist längst nicht mehr zeitgemäß. Seit 2003 wird diese Erweiterung diskutiert, dass sie jetzt endlich beschlossen ist, ist überfällig.
Wir haben die Ortsteilverfassung beschlossen und damit den Ortsteilräten und Ortsteilbürgermeistern umfassende neue Rechte eingeräumt. Sie können jetzt beispielsweise freier über Mittel verfügen und werden frühzeitiger über Maßnahmen in ihren Ortsteilen informiert. Das stärkt die Erfurter vor Ort und damit am Ende die ganze Stadt.
Wir haben das Modellprojekt „Neue Mitte Südost“ intensiv diskutiert. Dabei geht es darum, dass der Bund uns für die Erneuerung von drei Ortsteilen beziehungsweise deren Ortsmitte 50 Millionen Euro bereitstellt (naja, eigentlich ist es zum Teil Bund, zum Teil Land und 10% auch von der Stadt). Melchendorf, Wiesenhügel und Herrenberg sollen damit rund um die Haltestelle Abzweig Wiesenhügel generalsaniert werden. Dazu zählt im Kern eine große Verkehrsbaustelle. Der Abzweig Wiesenhügel und die Unterführung sollen nämlich abgetragen und das Areal ebenerdig gestaltet werden. Das bedeutet haufenweise Bauarbeiten und vor allem Kosten – denn mit 50 Millionen Euro ist es hier nicht getan. Deshalb sind wir als CDU-Fraktion sehr kritisch in die Debatte gegangen. Die Fördermittel laufen zudem 2026 aus und wie eine Nachfinanzierung aussieht ist bis jetzt noch nicht geklärt und mit den 50 Millionen Euro hat man bis dahin haufenweise Planung und wenig Bau finanziert. Wie die Verkehrsleitung während der Bauphasen aussieht ist außerdem völlig unklar. Wo wir uns alle einig sind, ist, dass im Südosten etwas passieren muss. Wir wollen den Gewinner des Wettbewerbs auch nicht schlecht reden, denn es sind viele spannende „Ad Ons“ geplant, die dem Südosten wirklich voranbringen können, wie ein Bürgerhaus, einen neuen Kindergarten oder einen Ortstreffpunkt. Bis wir zu diesen Bauabschnitten kommen, vergeht jedoch noch sehr viel Zeit.
In der Debatte haben wir uns letztendlich gestern, angesichts der vielen Fragezeichen enthalten. Wir sind gespannt, wie das Projekt jetzt vorangeht, hoffen, dass alles klappt und werden den Prozess weiter kritisch beobachten.
Weitere Themen waren etwa ein (kostenfreies) Schülerferienticket für Freibäder (das wollen wir für die nächsten Jahre prüfen), das Kulturelle Jahresthema und Jahresabschlüsse unserer Tochtergesellschaften.”
Heute endete die Anmeldefrist für die Bürgerreise der Stadt Erfurt nach Israel.
Die Chancen waren natürlich gering… Nachdem die Kansas City Chiefs dieses Jahr den Superbowl gewonnen hatten war klar, dass die Ticketnachfrage für das NFL-Spiel in Frankfurt noch größer als im letzten Jahr in München sein würde. Zudem passen in Frankfurt deutlich weniger Fans ins Stadion.
Perfekt, was die Mitglieder unseres
Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn. Nein, der Sprung ins kühle Nass, war auch am heutigen heißesten Tag des Jahres nicht möglich. Leider wird dies die gesamte Saison so sein, weil mit einer Fertigstellung des Dreienbrunnenbades wohl erst im Herbst zu rechnen ist.
1888 war das Bad als Frauenbad gegründet und später 1928 in ein Familienbad umgewandelt worden. 1994 wurde zuletzt im denkmalgeschützten Bad etwas saniert – die Beckenauskleidung und die FKK-Terrasse. 2016 schlug die grüne Beigeordnete Hoyer die Schließung vor und auch die SPD favorisierte diese Variante. Nachdem sich eine Bürgerinitiative bildete und die benachbarte Ortschaft Hochheim mobil machte, fehlte eine Mehrheit für die Schließungspläne.
Der Flughafen Erfurt-Weimar ist politisch immer einmal wieder in der Diskussion. Regelmäßig fordern die Grünen die Schließung des Flughafens. Jährlich bezuschusst der Freistaat Thüringen den Flughafen, an dem er 95 Prozent der Anteile hält, mit fünf Millionen Euro. Bei rund 150.000 bis 300.000 Fluggästen wird dies von den Grünen in direkten Zusammenhang gesetzt. Da nach ihrer Auffassung das fliegen sowieso böse ist (außer wenn man selbst in den Urlaub fliegt), wird die populistisch vorgetragene Forderung jährlich mantraartig wiederholt. Seit die Grünen allerdings im Land mitregieren und dort den Landeshaushalt mit dem Flughafenzuschuss jährlich mitbeschließen, verlagert sich die Forderung auf die kommunale Ebene, wo dann die Stadträtinnen, die zugleich im Landtag sitzen die Forderung postulieren.
Den bedeutenden Bereich als Flugzeugwartungsstandort konnten wir intensiv in Augenschein nehmen. Tobias Fahr, Base Maintenance Manager vom Hangar 901, führte uns durch die große Halle. Dort erfolgen die A-/B- und Checks für easyJet Flugzeuge aber auch Condor- und Privatjets. Bei den MRO (Wartung, Reparatur und Betrieb) der Flugzeuge sind Fachleute aus der ganzen Welt als Mitarbeiter beschäftigt.
Montags hat die EGA Ruhetag – aber nicht unsere Stadtratsfraktion. Montag ist in der Regel der Tag der Fraktionssitzung, bei der wir die Beschlüsse zur Stadtratssitzung diskutieren und unsere Positionen abstecken.
“Alles beginnen und nichts vollenden…” den Spruch kennen wir alle. Bei größeren Bauprojekten in Erfurt fällt er mir auch immer wieder ein und leider hat er beim Bastionskronenpfad auch seine volle Berechtigung.
Ziemlich genau ein halbes Jahr war meine Homepage offline – jetzt ist sie wieder im Netz und ich werde wieder regelmäßig blog-Einträge hinzufügen.