
Reise in die “Bonner Republik”

Ihr Stadtrat für Erfurt

Beides gehört zur Jahreszeit – Karneval bis zum Aschermittwoch und Schnee im Winter (ohne zeitliche Begrenzung). Beides gab es auch am Wochenende reichlich. Freitag Nachmittag haben wir uns als SWE Volley-Team getroffen. Vorstandsmitglieder, ehrenamtliche und hauptamtliche Trainer sowie die treuen Helfer unseres Vereins begaben sich gemeinsam auf Winterwanderung durch Schnee und Kälte.
Von Tiefthal ging es rund vier Kilometer bis zur Grundmühle und sehr spät in der Nacht (gestärkt durch Essen und Getränke – u.a. Grundmühlenwasser) zurück. Bei minus 10 Grad und mit Fackeln ausgestattet haben wir die Strecke gut bewältig und es tat unseren Vereinsvertretern gut, mal abseits von der Sportorganisation zusammen zu sein, sozusagen als vereinsbildende Maßnahme.
Samstag ging es dann im Schnee weiter, allerdings mit meinen beiden Jungs und den Schlitten auf der Sängerwiese im Erfurter Steiger. Rodeln macht den großen und den kleinen Jungs Spaß.
Spaß gab es dann am Abend in Hülle und Fülle bei der Prunksitzung des KCA in Alach. Seit vielen Jahren bin ich beim KCA Vereinsmitglied und da gehört immer mindestens eine Karnevalsveranstaltung dazu. Am Samstag erhielt ich den ersten Orden der Saison und sah ein tolles Programm. Unter den Gästen war auch unser Oberbürgermeister Andreas Bausewein (der Vereinsmitglied wurde) und unsere Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann (die schon seit vielen Jahren Senatorin beim KCA ist).
Das Erfurter Prinzenpaar kam am Abend dazu und blieb bis zum Veranstaltungsende. Dies war dem gelungenen Programm geschuldet und wurde erfreut in Alach registriert. Wir haben in diesem Jahr wieder ein tolles Prinzenpaar, die ganz ungezwungen mit den Närrinnen und Narren feiern.
Der Sonntag war dann Wellness-Familientag. Das Wetter war ausgesprochen unfreundlich nasskalt und da entscheiden wir uns für die Kristall-Soletherme in Bad Klosterlausnitz. Bis dahin ist es zwar knapp eine Stunde Fahrzeit, aber dafür ist die Kristall-Therme eine der schönsten in Thüringen. Eine große Saunalandschaft (u.a. mit der Dr. Eisenbarth-Sauna, die mit 130 Plätzen die größte Thüringens ist) und das Wellenbecken sind gute Argumente den ganzen Sonntag in der Therme zu sein.
Gleich drei Aufgüsse konnten wir mitnehmen – Honig-, Frucht- und Salzaufguss. Bei allen drei Aufgüssen waren die Saunen voll, beim Salzaufguss schon 15 Minuten vorher, um sich die besten Plätze zu sichern 🙂
Nach so einem Wochenende kann jetzt die neue Woche kommen – der Schnee wird zwar wegschmelzen, aber die Karnevalsveranstaltungen werden jetzt jedes der nächsten Wochenenden prägen.
Mit den Stimmen der Koalition aus CDU und SPD wurde am Freitag am späten Nachmittag der Doppelhaushalt 2013/2014 beschlossen. Zuvor gab es eine zweitägige intensive Diskussion, am Donnerstag bis spät in die Nacht 23.30 Uhr.
In der Abschlussdebatte ging es noch einmal heftig zur Sache. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Barth nahm sich bei seiner Schlussrede die Fraktionsvorsitzende der Grünen zur Brust. Er riet ihr den Namen “Bündnis 90” aus dem Parteinamen zu streichen, weil ihr Vortrag zu den vergangenen 20 Jahren im Freistaat unterirdisch gewesen sei. “Neben der kommunistischen Fraktion sitzen Sie genau richtig” rief er ihr zu.
Die beiden Fraktionsvorsitzenden der CDU Mike Mohring und SPD Uwe Höhn verteidigten noch einmal ebenso wie der Finanzminister Dr. Wolfgang Voß den Haushalt mit den Änderungsanträgen. Der Haushalt ohne neue Schulden sei ein Gebot der Stunde, lediglich vier anderen Bundesländern gelänge dies. In den letzten 20 Jahren sind große Summen in die kommunalen Strukturen geflossen und das können man auch sehen. Der neue kommunale Finanzausgleich, der auch da Reduzierungen vorsieht, sei ausgewogen.
Über 130 Einzelabstimmungen zu Änderungsanträgen gab es noch, bevor mit den Stimmen der Koalition der Haushalt in der Beschlussempfehlung des Haushalts- und Finanzausschusses beschlossen wurde.
Die Haushaltsdebatte gibt es auch im Netz

Je kürzer die Tagesordnung, desto länger die Beratungszeit! Wieder einmal bestätigte sich die kommunalpolitische Regel im Erfurter Stadtrat. Bis zur Pause um 18.30 Uhr plätscherte die Beratung so dahin.
Der notwendigen Beratung in Dringlichkeit zu den fehlenden Kapazitäten an Erfurter Gymnasien verschlossen sich SPD und Linke. So wird dieser Antrag von nun auf normalem Weg in der nächsten Stadtratssitzung wieder kommen. Neben den Stadtratsanfragen und einem Wahlgang der Vertrauenspersonen des Wahlausschusses beim Amtsgericht drehte es sich der Pause um einen Dringlichkeitsantrag des Oberbürgermeisters bezüglich der außerordentlichen Hauptversammlung der KEBT AG.
Dabei ging es um die EON-Aktien und eine Ermächtigung für den OB bei der Hauptversammlung “zu handeln”. Trotz intensiver Be- und Überredungsarbeit des OB mochte die Stadtratsmehrheit nicht sogleich zur Beschlussfassung schreiten. Das Ganze wurde mehrheitlich in die Ausschüsse verwiesen und es wird wohl in der zweiten Februarwoche zu einer Sonderstadtratssitzung kommen. Die Hoffnung noch etwas vom gleichzeitig laufenden Handball WM-Viertelfinale Deutschland – Spanien im Fernsehen zu sehen, war mit dem nächsten Tagesordnungspunkt dann schon dahin. Drei Anträge von CDU, SPD und Linken drängten die Stadt zu mehr Aktivitäten beim Wohnungsbau und es folgte eine intensive Diskussion dazu.
Die in Auftrag gegebene Wohnbedarfanalyse liegt den Stadträten noch immer nicht vor (der Thüringer Allgemeinen schon). Zusagen der Stadtverwaltung und des Beigeordneten wurden nicht eingehalten und heute Abend sogar wieder in Frage gestellt. “Wir wissen nicht ob sozialer Wohnungsbaubedarf überhaupt besteht” sagte der Beigeordnete Spangenberg. Der OB, der sonst gerne die wachsende Stadt Erfurt propagiert (Ziel 210.000 Einwohner) wird kleinlaut, wenn es um die Rahmenbedingungen geht und er schwieg dazu. Die Stadt Erfurt verschleppt notwendige Entscheidungen beim Kita- und Schulbau und nun auch beim Wohnungsbau, obwohl spätestens seit 2007 schon klar ist das Erfurt nicht schrumpft sondern wächst. Natürlich spielen die fehlenden Finanzen dabei die tragende Rolle, aber “Augenzuhalten” hilft nicht. Bemerkenswert an der Diskussion war, dass die Grünen gegen die verstärkten Anstrengungen beim Wohnungsbau argumentierten. Am Nachmittag hatte die grüne Landtagsfraktion noch wortreich für den sozialen Wognungsbau gestritten, allerdings im Landtag und nicht im Stadtrat. Alle drei Anträge von CDU, Linken und SPD wurden in die Ausschüsse verwiesen. Wir werden das Thema aufmerksam im Blick behalten.








Zugleich werden auch die Hildburghäuser immer älter. 12.000 waren im Jahr 2000 älter als 65 Jahre – heute sind es 14.500. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg von 16,5 auf 22 Prozent. Derzeit ist aber auch die positive Kehrseite der Medaille in Hildburghausen zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit reduzierte sich von 14,4 Prozent im Jahr 2005 auf aktuell 5,5 Prozent. In vielen Bereichen fehlen jetzt schon Fachkräfte. Gestern haben wir auch darüber diskutiert wie diese Entwicklung weiter geht. Ich glaube, wir werden in Thüringen in den nächsten Jahren Zuwanderung in einem deutlich größeren Umfang erleben. Schon jetzt praktizieren über 1.000 ausländische Ärzte – in dem Bereich wird schon länger erfolgreich geworben.
Heute wurden die aktuellen Bevölkerungszahlen für Thüringen veröffentlicht. Die Überschrift in den Zeitungen lautet unter anderem “Thüringen schrumpft langsamer”. Auffällig ist daran, dass wir mit 2.11.762 Thüringerinnen und Thüringern am 1.9.2012 zwar 9.500 weniger waren, als neun Monate zuvor, dies aber nur aus Geburtendefiziten resultiert. Zwar haben 31.693 Thüringen den Freistaat verlassen, aber es sind auch 29.175 aus ganz Deutschland nach Thüringen gezogen. Das Wanderungssaldo mit dem Ausland ist hingegen deutlich positiv. 5.923 gingen ins Ausland und 9.057 sind zu uns gekommen. Die europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit wird offensichtlich genutzt und dies wird auch bei der demografischen Entwicklung eine stärkere Rolle spielen.
Die Demografiestrategie der Landesregierung schlägt viele Punkte zur Bewältigung des demografischen Wandels vor. Bürgerschaftliches Engagement spielt für mich dabei die zentrale Rolle. Geworben habe ich gestern wieder intensiv für das aktive bzw. erfolgreiche Altern. Ich denke es ist eine wichtigste Aufgabe den Menschen zu sagen, dass ihre Aktivitäten im Alter darüber entscheiden, wie glücklich und zufrieden sie altern. Dieses Thema wurde von den Zuhörern gestern interessiert aufgegriffen und wir haben gleich eine weitere Veranstaltung nur dazu in Hildburghausen vereinbart. Wenn der Winter vorbei ist komme ich dann sicher sogar deutlich schneller nach Hildburghausen und zurück. Gestern war es selbst auf der Autobahn glatt.