Im Festsaal des Rathauses
Regelmäßig begrüße ich Besuchergruppen im Fest- und Ratssitzungssaal und erkläre ihnen die jüngere und ältere Geschichte unserer Stadt. Gruppen aus aller Welt waren schon dabei – heute aber erstmals ein Gruppe ausschließlich mit Frauenpower.
35 engagierte Damen der Frauen Union Saar sind unter Leitung ihrer Vorsitzenden Anja Wagner-Scheid auf Einladung der Frauen Union Thüringen in Erfurt zu Gast. Neben der Stadtgeschichte haben wir auch über aktuelle Politikthemen gesprochen.
Leider sind in Thüringen und im Saarland nicht wirklich viele Frauen in der Kommunalpolitik engagiert. Der Gleichstellungsbericht der Bundesregierung benennt die Frauenquote in Kommunalparlamenten mit lediglich 25 Prozent – sowohl im Saarland als auch in Thüringen. Die langen Beratungszeiten und der Politikbetrieb wirken oft abschreckend.
Seit geraumer Zeit versuchen wir den Politikbetrieb familienfreundlicher zu gestalten – grundsätzlich keine Sitzungen an Sonntagen mehr und in jeder Einladung steht nicht nur die Uhrzeit des Beginns sondern auch das Ende der Sitzung. Aber dennoch haben wir auch in unserer Stadtratsfraktion mit unserer Bundestagsabgeordneten Antje Tillmann und unserer Landtagsabgeordneten Marion Walsmann nur zwei Frauen. Allerdings sind die beiden dafür besonders engagiert und erfolgreich!
Gefreut habe ich mich über das große Interesse der Kommunalpolitikerinnen aus dem Saarland an unserer kommunalpolitischen Situation. Unser Ziel in Erfurt ist klar. Im kommenden Jahr will die CDU Erfurt mit Marion Walsmann das Erfurter Rathaus erobern. Das ist dringend notwendig – nicht nur weil es deutschlandweit nur 10 Prozent Frauen als Oberbürgermeisterinnen und Landrätinnen gibt, sondern weil sich die Politik der Landeshauptstadt grundlegend ändern muss.
Bilder aus dem Rathaus
Panse fordert Klärung der „Qualitätsfrage“ im Zusammenhang des ISEK
Laut aktuellen Berichten der lokalen Medien wird es mit der Firma Lesara im GVZ eine weitere Ansiedlung im Logistikbereich geben. Das sei grundsätzlich positiv aufzufassen, betont CDU-Fraktionschef Michael Panse.
Offene Fragen bestehen jedoch mit Blick auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das sich derzeit in der Beratung des Erfurter Stadtrates befindet. Die CDU-Fraktion hält die Ansiedlung von zusätzlichem Gewerbe in Erfurt für notwendig. Ob jedoch der Logistikbereich nachhaltig zur Verbesserung des Standortes Erfurt beiträgt, bleibt unklar. Besonders die vergleichsweise niedrige Einkommenssituation der Beschäftigten im Logistikgewerbe und die diesbezüglichen Arbeitsbedingungen sind kritisch zu betrachten.
Am 18. Oktober 2017 beschloss die Mehrheit des Erfurter Stadtrates die Handlungsfelder des ISEK. Für die Wirtschaftsentwicklung heißt es dort: „Logistikbranche ausschließlich qualitativ ausweiten“. Darüber hinaus ist im ISEK-2030-Entwurf von der „Ansiedlung stärker qualitativ orientierter Logistikunternehmen“ die Rede. Dass fast zeitgleich zum Beschluss in der letzten Stadtratssitzung plötzlich weitere Logistiker angesiedelt werden, bleibt nicht ohne Beigeschmack. „Seitens der Stadtverwaltung wurde nicht mit offenen Karten gespielt“, kritisiert Panse.
Im ISEK selbst ist die Rede von der künftigen Ansiedlung qualitativer Logistik. „Qualitativ“ klingt prinzipiell gut. Aber was bedeutet „qualitativ“? Wird es Logistik geben, die höhere Löhne bietet? Steht die Ansiedlung von Lesara im Einklang mit den Zielen des ISEK? Dies versucht Michael Panse nun über eine Stadtratsanfrage zu klären.
„Aus Sicht der CDU-Fraktion sollte Erfurt künftig weniger auf Logistik setzen, um stattdessen im produzierenden Gewerbe voranzukommen und in weniger flächenintensiven Gewerbeansiedlungen Handlungsoptionen zu finden“, kommentiert Panse abschließend.
Oktoberausgabe Infobrief
Relativ ruhig ging es in der Stadtratssitzung letzte Woche zu. Die politischen Streitthemen waren überschaubar – lediglich zum Thema ISEK gab es erhebliche Meinungsunterschiede zwischen uns und dem Rest des Stadtrates. Wie berechtigt unsere Skepsis war zeigte sich heute mit der MDR-Meldung zur Ansiedelung eines neune Logistikers in Erfurt.
Im Handlungsfeld 36 der Fortschreibung des ISEK der Landeshauptstadt Erfurt steht: “Logistikbranche ausschließlich qualitativ ausweiten.” Mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün und der bunten Fraktion wurden im Stadtrat die Handlungsziele zur Fortschreibung des ISEK beschlossen. Was da drin steht und ob das irgendeine Wirkung entfaltet, interessiert in dieser Stadt offensichtlich nicht wirklich.
Ich bleibe dabei, was ich bereits im Stadtrat für die CDU-Stadtratsfraktion erklärt habe – dies war ein Schaufensterbeschluss, der lediglich dazu dient unter Vorspiegelung falscher Tatsachen weiter an Fördermittel zu kommen.
Weitere Themen des Infobriefes sind die Verwaltungsstrukturen bezüglich der Buga/Petersberg, die Sanierung des Sportplatzgebäudes in der Essener Straße und die Leihfahrräder. Gefreit haben wir uns über die breite Zustimmung zu unserem Antrag einer Helmut-Kohl-Straße. Auch die Diskussion zu diesem Thema war ausgesprochen sachlich.
Auf 10 Seiten haben wir mit unserem Infobrief wieder alles zusammen gefasst, was im letzten Stadtrat los war. Viel Spaß beim lesen!
Zwei unserer vielversprechenden Neuverpflichtungen
Jeweils einen Punkt gab es bei den beiden Sportveranstaltungen für die Erfurter Heimmannschaft. Aber die Reaktion darauf konnte kaum unterschiedlicher sein. Am Nachmittag war ich beim RWE-Heimspiel gegen Halle und die erste Halbzeit lief richtig gut. Zwar wurde ein Elfer verschossen, aber trotzdem lag Erfurt mit 1:0 verdient vorne. In der 2. Halbzeit dominierte dann aber Halle aber ohne zählbaren Erfolg. Als sich die 6.800 Zuschauer (abzüglich der rund 1.500 aus Halle) schon freuen wollten, krachte es doch noch. In der 96. Minute köpfte der nach vorne geeilte Hallenser Torwart eine Ecke ins Tor und das Spiel wurde mit 1:1 abgepfiffen. Enttäuschung pur!
Ganz anders die Stimmung beim ersten Heimspiel unserer Mädels. Wiesbaden war als großer Favorit gekommen und mit dem Oberbürgermeister Andreas Bausewein diskutierte ich vor Spielbeginn noch darüber, dass schon ein Satzgewinn ein toller Erfolg wäre – dann kann es ganz anders.
Nachfolgend der Spielbericht unseres Pressesprechers Stephan Siegl:
Schwarz-Weiß Erfurt hat sein erstes Heimspiel in der 1. Bundesliga mit 2:3 gegen den VC Wiesbaden verloren, wurde aber dank einer starken kämpferischen Leistung mit einem Punkt belohnt.
Gespannt waren knapp 700 Zuschauer, darunter eine stattliche Anzahl Gästeanhänger, am Samstagabend in die Erfurter Riethsporthalle gekommen, um mitzuverfolgen, wie das Duell des letztjährigen, sportlichen Absteigers gegen den Halbfinalisten ausgehen würde. Die Gäste kamen mit der Empfehlung eines klaren 3:0-Auftaktes gegen den VfB 91 Suhl zum zweiten Duell gegen einen Thüringer Vertreter und der Favoritenrolle im Gepäck in den Erfurter Norden. Die neu formierten Gastgeberinnen hingegen hatten ihr Spiel beim USC Münster deutlich verloren. Dementsprechend waren die Erwartungen unter den Erfurter Volleyballfans nicht sehr hoch gesteckt. Kein Wunder also, dass es nach Spielende viele zufriedene Gesichter auf beiden Seiten gab. Die Wiesbadenerinnen blieben ungeschlagen und die Erfurterinnen hatten einen nicht unbedingt eingeplanten Punkt eingefahren.
Schwarz-Weiß startete furios in den ersten Satz, führte bereits 6:0, ehe die Gäste ihren ersten Punkt erzielten. Mit viel Druck im Aufschlag und Mut im Angriff baute Erfurt seine Führung auf 16:6 aus und Annalena Grätz war es vorbehalten, den dritten Satzball zum 25:18 zu verwandeln. Dass die Gäste das nicht auf sich sitzen lassen würden, war zu erahnen. Gästetrainer Dirk Groß muss in der Satzpause die richtigen Worte gefunden haben, denn nach dem Seitenwechsel wandelte sich das Bild komplett. Wiesbaden erhöhte den Druck im Aufschlag, brachte Erfurts Annahme in Schwierigkeiten, der Block der Gäste stand nun besser und Kapitänin Karolina Bednarova lief so langsam zu großer Form auf. Mit 25:11 ging der zweite Durchgang sehr deutlich an die Damen aus der hessischen Landeshauptstadt.
Sollte das Spiel jetzt seine erwarteten Bahnen einnehmen? Die Frage beantworteten die Gastgeberinnen mit einem Comeback im dritten Satz. Erneut gingen sie voran, führten fast durchgängig, aber die Gäste blieben in Schlagdistanz. 8:5 und 16:13 hießen die Zwischenstände zu den technischen Auszeiten. SWE hatte zwar immer wieder Probleme im Außenangriff und konnte sich nicht so durchsetzen wie es dem Kontrahenten gelang, doch mit viel Kampf in der Feldverteidigung hielten sie sich im Spiel. Und im Angriff hatten sie ja noch Erika Mercado. Die Diagonalspielerin packte einige Male ihren rechten Hammer aus, was für einiges Raunen auf den Rängen sorgte. 22 Punkte wies die Statistik für die Ecuadorianerin am Ende aus. Medaillenverdächtig, wäre da nicht eine 1,58m kleine Japanerin in den Erfurter Reihen. Libera An Saito begeisterte das Erfurter Publikum mit spektakulären Rettungsaktionen, starken Baggerpässen und musste in der Annahme Schwerstarbeit leisten. Vollkommen verdient bekam die 24-Jährige nach Spielschluss die silberne MVP-Medaille. Auch weil Wiesbaden etwas die Souveränität vermissen ließ, holte sich der Underdog den dritten Satz mit 25:21. Der Jubel für den ersten Saisonpunkt auf Erfurter Seite war entsprechend groß.
Im vierten Satz gingen die Thüringerinnen wieder mit 7:4 in Führung und leichte Hoffnung auf einen Sieg keimte auf. Doch die Groß-Schützlinge schwangen sich wieder auf, um der Schmach einer Niederlage zu entgehen. Neben Karolina Bednarova schwang sich die mittlerweile für Dora Grozer ins Spiel gekommene Tanja Großer auf, die nötigen Punkte zu erzielen. Aus dem 7:4 wurde ein 12:19 und letztendlich ein deutliches 16:25 aus Erfurter Sicht. Der Tiebreak musste über den Sieger entscheiden.
Wiesbaden begann auf der Winner-Seite und wechselte mit einer 8:6-Führung letztmals. Auf der „guten“ Netzseite angekommen, glich der Außenseiter zum 9:9 aus, die Spannung war groß unter den Zuschauern und die Stimmung demzufolge prächtig. Mit der Ex-Erfurterinnen Selma Hetmann am Aufschlag stellte der VCW schließlich die Weichen auf Sieg. Zum 9:12 setzten sich die Gäste erneut ab und brachten diesen Vorsprung zum 12:15 ins Ziel. Die Erleichterung bei den Hessen, einer Niederlage gerade nochmal so entgangen zu sein, war spürbar groß. Und bei den Schwarz-Weißen wich die erste Enttäuschung schnell dem erkämpften Punkt, den es für diese Tiebreak-Niederlage gibt. Glückwünsche und anerkennendes Schulterklopfen von den Fans gab es obendrauf.
Bei den Gästen nahm Kapitänin Karolina Bednarova ebenso verdient die goldene MVP-Medaille entgegen, wie die Mannschaft zwei Punkte mit auf die Heimreise nehmen durfte.
Bilder vom Spiel
Der Golem als Eröffnungsfilm
Heute Abend wurden die 25. Thüringer Tage der jüdisch-israelische Kultur mit “Der Golem – Wie er in die Welt kam” von Staatssekretärin Babette Winter im großen Saal des Erfurter Theaters eröffnet. Der Stummfilm mit der Filmmusik von 1920 mit der Filmmusik von 1997 begeisterte die 350 Eröffnungsgäste. Für unseren Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen habe ich dabei gerne ein Grußwort zur Eröffnung gehalten.
In den nächsten vier Wochen stehen rund 150 Veranstaltungen in 17 Thüringer Städten auf dem Programm. Die 25. Kulturtage sind damit der Höhepunkt einer inzwischen langen Traditionskette – bereits 1991 kurz nach der Wende fanden die ersten Kulturtage statt. Frau Winter erinnerte daran mit dem ersten Veranstaltungsprogramm, welches in der Staatskanzlei gut archiviert ist. Ich bin seit vielen Jahren im Vorstand des Trägervereins und kann mich noch an Kulturtage erinnern, wo das Programm auf ein Faltblatt passte und in einem kleine Heftchen beschrieben wurde. Heute ist es inzwischen ein Buch. Dank gebührt dafür vielen Unterstützern, an erster Stelle dem Freistaat Thüringen, aber auch Sponsoren und Projektpartnern sowie unserer Projektleiterin Caroline Fischer.
Unser Förderverein Alte und Kleine Synagoge e.V. hat sich einmal gegründet, um das das reichhaltige jüdische Vermächtnis in Erfurt sichtbar zu machen und zu bewahren. Nach der wende wurde es in besonderer Form sichtbar und inzwischen präsentiert die Alte Synagoge in Erfurt den einmaligen jüdischen Schatz mit dem Hochzeitsring und die Kleine Synagoge ist eine wunderbare Veranstaltungsstätte in der Innenstadt. Wir haben daher unseren Förderverein umbenannt nach dem Vereinszweck. Als Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e.V. beschreibt unser Name das Vereinsziel. Als Träger der Kulturtage wollen wir jüdische Kultur bekannt machen. Dies ist gerade in der heutigen Zeit wichtig, wo es von Boykottaufrufen gegen Israel bis hin zu Antisemitismus leider wieder eine Entwicklung gibt, die uns alle auf den Plan rufen muss.
Die Kulturtage leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Viele Veranstaltungen laden in den nächsten Wochen ein. Ich freue mich, dass die Eröffnungsveranstaltung bereits ein voller Erfolg war.
Im Zusammenhang der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) weist CDU-Fraktionschef Michael Panse Kritik der SPD am Abstimmverhalten der CDU in der Stadtratssitzung am 18. Oktober zurück.
Panse erklärt dazu: „Die CDU ist nicht bereit, in blinder Gefolgschaft Fehler der Verwaltungsspitze zu heilen. Das derzeit gültige ISEK stammt aus dem Jahr 2008 – eine zeitgemäße Fortschreibung wäre längst fällig. Eine angemessene Beratung ist aber nur dann möglich, wenn dem Stadtrat der Verwaltungsentwurf vorliegt. Bisher kennen wir ja nur die Überschriften der Handlungsfelder.“
Der leichtfertige Umgang sowohl der Verwaltung, als auch von Rot-Grün mit den mittelfristigen Zukunftsplanungen der Stadt rächt sich aus Sicht der CDU aktuell bei fehlenden Bauplänen für Wohnbebauungen, insbesondere in den Ortsteilen, beim Thema Begegnungszone, dem Einzelhandelskonzept und bei Investitionsdefiziten in der Infrastruktur der Stadt.
„Das am 18. Oktober diskutierte Überschriften-Papier zeigt zwar allgemeine Handlungsziele auf, gibt jedoch noch keine oder nur unzureichende Antworten zu den anstehenden Aufgaben und Problemen. Vielmehr ist es ein Schnellschuss, der nicht erledigte Hausaufgaben kaschieren soll. In jedem Fall erlauben diese Überschriften verschiedene Interpretationen, zu denen der Stadtrat offensichtlich aber vorsätzlich von der Verwaltung bis zur gestrigen Stadtratssitzung im Unklaren gelassen wurde. Aus diesem Grund war die Vorlage für die CDU nicht zustimmungsfähig“, erklärt Panse abschließend. Dass der Stadtrat jetzt von der Verwaltung zu einer Beschlussfassung quasi gedrängt wurde, liegt daran, dass sie sich gegenüber dem Bund positionieren musste. Dies war der Verwaltung aber bereits seit einem halben Jahr bekannt.
Nach angeregter Debatte sprach sich der Erfurter Stadtrat am 18. Oktober 2017 für die Benennung einer Straße nach Altkanzler Dr. Helmut Kohl aus, um dessen Leistungen und Erbe zu würdigen. Dies geschah auf Basis eines CDU-Antrages, der dafür eine neue Straße nahe des Domplatzes am Petersberg vorsieht. Bereits im Vorfeld signalisierten die meisten übrigen Fraktionen im Hauptausschuss ihre grundsätzliche Befürwortung dieser Form der Würdigung.
Es ist ein glücklicher Umstand, dass die Widmung einer Straße am Petersberg zum jetzigen Zeitpunkt ansteht. Die Nähe zum Domplatz ist jedoch für die CDU-Fraktion kein Zufall, sondern ausdrücklich gewünscht. Am 20. Februar 1990 sprach Helmut Kohl auf dem Domplatz vor, geschätzt, 100.000 bis 150.000 Menschen: „Sie sind genauso verlässlich, genauso intelligent, genauso einsatzbereit wie die Menschen in der Bundesrepublik. Und ich bin sicher: wenn sie mit einer harten D-Mark eine Ware kaufen können, die sie wollen, wenn sie frei über ihr Leben entscheiden können, wenn sie ihr persönliches Glück finden können, wie sie es wollen, dann wird auch dies Land der DDR, dann wird dieses Thüringen, diese alte Stadt Erfurt, genau wie alle anderen Städte der Bundesrepublik Deutschland ein blühendes Gemeinwesen werden.“ Die Nähe zum einstigen Ort des historischen Geschehens prädestiniert die Straße am Petersberg für die Namensgebung. Am 16. Juni 2017 verstarb Altkanzler Dr. Helmut Kohl.
Die Stadtratsdebatte verlief dennoch nicht ohne Kontroverse. Die Linken sprachen sich gegen die zentrale Lage der Kohl-Straße aus und schlugen vor, die Adenauer-Straße teils umzubenennen. Seitens der bunten Fraktion bestand die Forderung, zunächst die Straßennamenkommission beraten zu lassen, obwohl bereits im Vorfeld seitens einiger Fraktionen und der Verwaltung eine ausdrückliche Entscheidung im Stadtrat gewünscht war. „Letztlich konnte ein Konsens im konstruktiven Austausch erzielt werden. Damit kann Erfurt Kohl und dessen Erbe für Deutschland, aber auch dessen Verdienste um den Europäischen Einigungsprozess angemessen würdigen“, kommentiert CDU-Fraktionschef Michael Panse im Anschluss der Sitzung und dankte für die breite Zustimmung zum Antrag der CDU-Fraktion.
Diskussionsgegenstand ISEK
Kontrovers wurde in der heutigen Stadtratssitzung über das ISEK diskutiert. Für unsere CDU-Stadtratsfraktion habe ich verdeutlicht warum wir am Ende dieser Diskussion den Beschluss abgelehnt haben.
Basis des neuen ISEK ist der einmütige Stadtratsbeschluss von 2008, dessen Fortschreibung im Jahr 2014 vom Stadtrat beschlossen wurde. Auch 2014 hatten sich schon wesentliche Rahmenbedingungen verändert, deren Auswirkungen sich in Entwicklungshemmnissen bemerkbar machten. Erfurt ist schon seit vielen Jahren keine Stadt mehr mit zurück gehenden Bevölkerungszahlen, wie es ursprünglich einmal prognostiziert war. Insbesondere in der Neuentwicklung von Bau- und Gewerbegebieten, Änderungen in der Innenstadt, Sanierungs- und Neubaubedarfe bei Kitas und Schulen und fehlende soziale Infrastruktur in den Ortsteilen machen die Defizite deutlich.
Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe mit Vertretern von vier Fraktionen hat über zweieinhalb Jahre getagt und mit der Verwaltung um die heute vorliegenden Handlungsfelder diskutiert bzw. diese erarbeitet und sie im Mai fertiggestellt. Der Arbeitsgruppe gebührt der Dank des Stadtrates dafür.
Nach dieser Fertigstellung der Handlungsziele im Mai hätten der Stadtrat und seine Fachausschüsse dazu beraten und beschließen können. Etliche Stadtratssitzungen fanden in den letzten fünf Monaten statt. Offensichtlich war dies aber von der Verwaltung gar nicht gewollt, denn nachfolgend hat die Stadtverwaltung in diversen Ämterrunden Änderungen diskutiert und in das Papier eingefügt. Diese sollen nun heute in aller Eile bestätigt werden und damit die „Basis für die folgende Konzepterarbeitung“ sein. Eine Beschlussfassung soll nur deshalb erfolgen, damit gegenüber dem Bund so getan werden kann, als hätte die Stadt ihre Hauaufgaben erfüllt. Als ein Zwischenergebnis der ISEK-Fortschreibung bezeichnet die Verwaltung die Handlungsfelder in ihrer Stellungnahme.
Die 12 Handlungsfelder beschreiben in rund 350 Punkten den aktuellen Stand und die Entwicklungsziele der Stadt in kurzen Schlagworten bzw. Überschriften. Viele Defizite werden aufgezeigt – bei den Lösungsansätzen bleibt das Papier hingegen an etlichen Stellen allgemein und zögerlich. Es entsteht der Eindruck, dass bei den Entwicklungszielen durchaus Luft für „Interpretationen“ gelassen wird. Wie dieser Interpretationsspielraum genutzt wird, werden wir dann möglicherweise bei der anvisierten Fortschreibung des ISEK auf 200 Seiten lesen können.
Die CDU-Stadtratsfraktion ist bis Ende vergangener Woche davon ausgegangen, dass dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Überrascht mussten wir aber dann zur Kenntnis nehmen, dass die Verwaltung, unabhängig von der heutigen Diskussion und möglichen Beschlussfassung, ihr Papier schon als Verwaltungsentwurf fertiggestellt hat. Für morgen wurden alle Ortsteilbürgermeister und Ortsteilratsmitglieder um 17 Uhr in den Festsaal des Rathauses (während der Fortsetzung der Stadtratssitzung) eingeladen. Dort soll eine gemeinsame Vorberatung der Drucksache 1919/17 und des Verwaltungsentwurfs des ISEK erfolgen.
Ich habe mich sehr bemüht diesen Entwurf zu bekommen oder im Ratsinfosystem zu finden – allerdings erfolglos. Dass dieser Entwurf uns nicht vorliegt, weckt nicht nur Misstrauen, sondern ist ein Affront der Stadtverwaltung gegenüber dem Stadtrat und den Mitgliedern der interfraktionellen Arbeitsgruppe. Einfach gesprochen, es ist ihnen völlig gleichgültig was der Stadtrat heute diskutiert und beschließt, die Verwaltung hat ihren Entwurf bereits geschrieben. Die heutigen Handlungsziele sind eben nicht die Basis für die folgende Konzepterarbeitung. Es entsteht der Eindruck, dass sie mit den vorgenommenen Ämteränderungen der letzten Monate noch frisiert und auf Konzeptlinie gebracht wurden. Ich halte dies für einen unmöglichen Umgang mit dem Stadtrat.
Darüber hinaus gibt es aber auch kritische Anmerkungen der CDU-Stadtratsfraktion an einigen Zielen. Als Beispiel möchte ich den Bereich der Straßeninfrastruktur und des Verkehrs benennen. Die mangelnden Investitionen in den Unterhalt der Straßeninfrastruktur werden beklagt – aber dann nur bei den Zielen nebulös als das „unverzichtbare Infrastrukturnetz“ gestreift. Das innerstädtische Straßennetz soll, wo möglich, stadtverträglich und nutzungsgerecht optimiert bzw. reduziert werden.
Die Begegnungszone wird, so meint es die Verwaltung, gegenwärtig schrittweise umgesetzt und deshalb solle die „Begegnungszone Innenstadt“ konsequent umgesetzt werden. Die CDU-Fraktion ist da klar anderer Meinung. Bei der Begegnungszone ging es uns immer darum, dass die Voraussetzungen für deren Umsetzung zuvor geschaffen werden und die wurden es, insbesondere was den ruhenden Verkehr angeht bis heute nicht.
Beim Handlungsfeld Wohnen ist eine umfängliche Defizitbeschreibung vorgenommen, aber bei den Handlungszielen bleibt es bei Allgemeinplätzen. „Barrierearmen, bezahlbaren Wohnraum fördern“, „Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen“, Zuwandern und Geflüchteten möglichst schnell den Umzug in normale, bezahlbare Wohnformen ermöglichen“ – ich bin sehr gespannt wie die Stadt diese Handlungsziele umsetzen wird. Zudem soll die Leerstandsquote so gering wie möglich gehalten werden.
Die Ansage „neue Baugebiete nur in den Ortsteilen auszuweisen, die über eine entsprechende Infrastruktur verfügen“ erlaubt zwei Wege – entweder es gibt somit in vielen Ortsteilen keine neuen Baugebiete, obwohl es dort Bauland gäbe, weil die Infrastruktur (Schulen, Kitas, ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten) fehlt. Oder aber die Stadt schafft diese Infrastruktur Zug um Zug um somit neue Baugebiete zu ermöglichen. Es bleibt offen, wo die Reise hingeht. Die CDU präferiert klar den zweiten Weg.
Und nicht zuletzt gibt auch beim Handlungsfeld Wirtschaft, Arbeit und Handel unterschiedliche Auffassungen. Wir wollen die Mittelstandsförderung verstärken, expandieren und professionalisieren. Das geht den Kollegen von Rot-Rot-Grün zu weit. Bei der Errichtung einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit GmbH-Struktur ist es hingegen anders herum – da versucht sich die Verwaltung nach unserer Auffassung vor einer ihrer wichtigen Aufgaben weiter zu drücken. Bezüglich der Einzelhandels- und Zentrenstrategie gibt es sicherlich auch noch Gesprächsbedarf – spätestens dann wenn uns das ISEK-Konzept in seiner Langfassung vorgelegt wird. Zusammenfassend:
Die heute zur Beschlussfassung stehenden Handlungsfelder hätten dem Stadtrat schon vor Monaten vorgelegt werden können und auch der Umstand, dass der Bund aktuelle ISEKs von den Kommunen fordert ist der Verwaltung seit dem Frühsommer bekannt. Dies jetzt in Dringlichkeit durch die Ausschüsse und den Stadtrat peitschen wird dem Thema nicht gerecht.
Die Handlungsziele lassen erheblichen Interpretationsspielraum, den die Verwaltung offensichtlich mit der Erstellung der Vorlage 1919/17 schon ausgefüllt hat, ohne sich um die Beschlussfassung der Handlungsziele im Stadtrat zu scheren.
Aus diesen beiden Gründen und dem Gesprächsbedarf zu den von mir inhaltlich aufgeführten Punkten wird die CDU-Stadtratsfraktion den heute vorgelegten Handlungszielen nicht zustimmen. Wir sind gespannt auf die Verwaltungsvorlage 1919/17 und ob es der Verwaltung dann gelingt, die von ihr verursachten Irritationen auszuräumen.
Beschlossen wurden die Handlungsziele am Ende von Rot-Rot-Grün gegen die Stimmen der CDU. Die Langfassung des ISEK wurde zwischenzeitlich in das Informationsnetz der Stadtverwaltung eingestellt. Wir werden es uns jetzt anschauen und danach bewerten.
Vorschlag der Grünen auf Tiefgaragen zu verzichten ist weltfremd
Der Vorschlag der Grünen bei künftigen Wohnungsbauvorhaben auf den Bau von Pkw-Stellplätzen in Tiefgaragen zu verzichten (TA/TLZ berichteten), ist aus Sicht der CDU-Fraktion vollkommen weltfremd. Fraktionsvorsitzender Michael Panse erklärte dazu:
“Dahinter steht der perfide grüne Ansatz den Menschen vorzuschreiben, wie sie leben sollen. Menschen, die auf sozialen Wohnraum angewiesen sind, Familien mit Kindern oder älteren Menschen, die sich keine teuren Wohnungen leisten können, mit typisch grünem “Nachdruck” zu vermitteln, sie sollen auf ein eigenes Auto verzichten und stattdessen Carsharing-Autos oder ÖPNV nutzen, ist völlig weltfremd. Die CDU-Stadtratsfraktion wird sich immer gegen solche Formen grüner Bevormundung und Gängelung wehren.”
Auch in 10 oder 20 Jahren wird es PKW’s, zwar mit anderen Antrieben aber trotzdem private Autos geben. In einigen Jahren werden auch selbstfahrende Autos auf unsere Straßen kommen und auch die brauchen Stellplätze. “Es wäre fahrlässig, jetzt Wohnungen zu bauen, die die Mobilität der Nutzer einschränken würden”, so der verkehrs- und baupolitische Sprecher Jörg Kallenbach.
Der Verzicht auf die Schaffung von Stellplätzen für private PKW ist auch rechtlich nicht zulässig. Nach der Thüringer Stellplatz-Verordnung ist jeder Bauherr verpflichtet, nach einem Schlüssel mit einer gewissen Bandbreite, Stellplätze zu schaffen. Carsharing-Angebote sind sinnvoll. Deren Nutzung kann aber nur angeboten und nicht vorgeschrieben werden. Die CDU lehnt jede Art von Bevormundung der Bürger ab. Auch die Nutzung von Carsharing und vom ÖPNV kostet Geld. Letztlich soll nach Auffassung der CDU jede Familie selber für sich entscheiden, welche Mobilitätsform für sie die Richtige ist.
“Die Aufgabe des Staates ist es, ökologisch sinnvolle Angebote den Bürgern zu ermöglichen und diese auch zu fördern. Die Entscheidung über deren Nutzung muss aber jeder selber treffen. Die eigentlichen Kostentreiber im Wohnungsbau sind immer höhere Umweltstandards und immer mehr Gutachten, die von den Bauherren zu bezahlen sind”, so Kallenbach abschließend.
Unser Team 2017/2018
Sämtliche Warm-up-Runden sind gedreht und die Startaufstellung steht. Unmittelbar vor dem Saisonstart unserer Mädels vom Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam am Sonntag in Münster ist das Team nun komplett und alle brennen darauf, dass es endlich losgeht. Morgen Abend wird mit Ivana Dinic die letzte unserer neuen Spielerinnen von Belgrad nach Berlin und dann nach Erfurt kommen und bereits am Wochenende mit nach Münster fahren. Visafragen haben verhindert, dass sie frühzeitig bereits mit ihren Teamkolleginnen in die Saisonvorbereitung einsteigen konnte. In unserer heutigen Vorstandssitzung haben wir den Stand der Saisonvorbereitung diskutiert und organisatorische Fragen besprochen – jetzt kann es endlich losgehen.
Die neue Saison 2017/2018 beginnt am Wochenende und wir wollen es zum vierten Mal in unserer Vereinsgeschichte wissen. Wir stellen uns erneut der Herausforderung der 1. Volleyballbundesliga. Im letzten Jahr haben wir viele Erfahrungen sammeln können und haben doch am Ende der Saison den sportlichen Klassenerhalt verpasst und nur den 11. Tabellenplatz belegt. Aus sportlicher Sicht hätte es mit der Platzierung eine Etage tiefer gehen müssen. Doch da die Meister der 2. Ligen nicht von ihrem Aufstiegsrecht Gebrauch gemacht haben, haben wir den Antrag auf einen freien Platz in der 1. Liga gestellt. Dieser wurde vom Vorstand der Volleyball Bundesliga mit Berufung auf ein nachhaltiges Strategiepapier des Vereins befürwortet. Die VBL bescheinigte uns: „Erfurt hat in der Spielzeit 2016/17 in einer starken Liga sehr viele positive Eindrücke hinterlassen. Wir glauben, das Team kann die gute Entwicklung in der kommenden Erstliga-Saison der Frauen fortsetzen.“
Beim Fototermin
Als Vorstand des SWE Volley-Team e.V. und als Gesellschafter unserer Spielbetrieb GmbH sind wir davon überzeugt, dass wir die gute Entwicklung fortsetzen können. Unser Manager Heiko Herzberg hat in den Sommermonaten die schwierige Aufgabe geschultert und gemeinsam mit vielen Partnern die Voraussetzung für eine weitere Erstligasaison geschaffen. Dem folgte der positive Bescheid des Lizensierungsausschusses der Volleyball Bundesliga über den Verbleib in der 1.Liga.
Viele langjährige treue Sponsoren und Werbepartner und viele neue Unterstützer vertrauen auf unser Konzept und ermöglichen mit ihrem finanziellem Engagement Spitzenvolleyball in der Landeshauptstadt. An erster Stelle nenne ich stellvertretend für viele Partner unseren Hauptsponsor die Stadtwerke Erfurt mit denen uns nun schon eine 13jährige gute Zusammenarbeit verbindet.
Mit der Verpflichtung unseres neuen Cheftrainers Jonas Kronseder konnten wir einen jungen und zugleich Erstligaerfahrenen Trainer gewinnen, der bedingt durch die viele Spielerinnen die uns verlassen haben, ein gänzlich neues Team zusammen gestellt hat. Selma Hetmann und Lisa Stock sind zum VC Wiesbaden gewechselt und Antonia Stautz zum SC Potsdam. Wir werden alle drei in der kommenden Saison wieder in Erfurt begrüßen können – dann aber bei unseren Gästen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für ihr langjähriges Engagement bei uns. Dies gilt auch für die drei Amerikanerinnen Macy Ubben, Katlin Winters und Ali Skayhan die zurück in die Staaten sind sowie Liis Kullerkann die künftig in Paris am Netz steht. Luise Wolf musste aus gesundheitlichen Gründen ihre Volleyballlaufbahn beenden und Marie Belitz ist für ein Jahr in Australien. Natascha Niemczyk wird in der kommenden Saison in Sonthofen spielen. Allen Spielerinnen der letzten Saison gebührt unser Dank und sie begleiten die besten Wünsche.
Zu den fünf verbliebenen jungen Spielerinnen im Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam sind somit viele neue Gesichter hinzu gekommen. Amerika, Brasilien, Ecuador/Argentinien, Japan, Serbien und Deutschland sind die Heimatländer unserer neuen Spielerinnen die trotz der internationalen Herkunft schon in der Vorbereitungsphase schnell zu einem Team zusammen gewachsen sind. Herzlich Willkommen allen unseren neuen Spielerinnen und dem Trainerteam in Erfurt!
Vielen Dank den vielen ehrenamtlich und hauptamtlichen Helfern unseres Vereins. Ein besonders großes Dankeschön auch an den Fanclub die Monsterblocker die bereits bei der Saisonvorbereitung engagiert dabei waren. Ich wünsche im Namen des Vorstandes allen Mannschaften unseres Vereins, in allen Alters- und Spielklassen, spannende, verletzungsfrei und erfolgreiche Spiele in der neuen Saison 2017/2018!
Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus.