Straßenverkehrstechnische Infrastruktur in Erfurt mangelhaft

Der 50 seitige Bericht
Der 50 seitige Bericht
Ein ausgesprochen schlechtes Zeugnis stellt die Stadtverwaltung sich selbst bei der Beurteilung der straßenverkehrstechnischen Infrastruktur in der Landeshauptstadt aus. Der straßenverkehrstechnische Zustandsbericht 2016 wurde in dieser Woche im Finanzausschuss vorgestellt und diskutiert. Die CDU-Stadtratsfraktion fordert in Reaktion auf den Bericht vom Oberbürgermeister und seiner Stadtverwaltung ein Handlungskonzept, welches die bestehenden Risiken schnellstmöglich reduziert. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Panse kritisierte im Anschluss an die Finanzausschusssitzung: „Der Zustandsbericht ist ein absolutes Alarmsignal. Die Information der Stadtverwaltung zu diesem Thema verweist auf die zunehmende kritische Lage insbesondere der Lichtsignalanlagen und des Kabelnetzes der Landeshauptstadt. Auf meine Nachfrage erklärte die Verwaltung, dass allein für die Lichtsignal- und Steuerungsanlagen rund 15 Millionen Euro benötigt werden, von denen in naher Zukunft allerdings nur ein kleiner Bruchteil als Fördermittel vom Land zu erwarten seien. Diese Ausrede und das weitere Zeitspiel lässt die CDU Stadtratsfraktion nicht gelten. Verantwortlich für die Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht ist zwingend die Stadt Erfurt. Eine Gefährdung dieser Verkehrssicherungspflicht führt zu erheblichen Risiken und Gefahren. Die Verwaltung verweist auf drohende größere Lärm- und Schadstoffbelastungen für die Bevölkerung und sieht als mögliche Gegensteuerungsmaßnahme die signifikante Erhöhung der Mittelbereitstellung für Investitionsmaßnahmen und Planungssicherheit. Allerdings konnte die Stadtverwaltung weder die eingeplanten Finanzmittel noch einen zeitlichen Horizont zur Verbesserung der straßenverkehrstechnischen Infrastruktur benennen. Wir werden dieses Thema bei der Beratung des Nachtragshaushalts erneut kritisch hinterfragen.“ Für Diskussionsstoff sorgte in der Finanzausschusssitzung auch die Aussage der Verwaltung, dass juristische und finanzielle Risiken in absehbarer Zeit drohen. Fraktionschef Panse fordert vom Rechtsamt eine diesbezügliche Wertung, welche Haftungsfragen drohen, wenn die Stadt von einer Gefährdungssituation weiß, aber nicht ausreichend und zeitnah reagiert. Der Zustand der straßenverkehrstechnischen Infrastruktur reiht sich ein in die lange Liste dringend notwendiger Investitionen. Kitas, Schulen und Brücken sind dazu schon länger Diskussionsgegenstand und mit einem Investitionsstau behaftet. Auf Nachfrage erklärte die Verwaltung, dass der notwendige Sanierungsbedarf bei den Straßen in der Landeshauptstadt ca. 350 Millionen Euro beträgt. Abschließend erklärt Panse: „Von der Stadtspitze wird, wenn es um Verkehrssicherheit geht, gerne über stationäre und mobile Blitzer sowie Polleranlagen und Kreisel diskutiert. Dabei kommen die Grundanforderungen an die  Straßenverkehrsinfrastruktur zu kurz. Dies muss sich dringend ändern, bevor etwas passiert und Haftungsfragen im Raum stehen. Ich erwarte hier ein anderes Problembewusstsein.“

Buga-Ausschuss mit oder ohne Würfelspiel

Das Buga-Würfelspiel
Das Buga-Würfelspiel
Kommunalpolitische Herbstferien gibt es nicht und deshalb tagen die Fachausschüsse des Erfurter Stadtrats auch während der Schulferien – aber immerhin ohne größere Streitthemen. Das galt zumindest für den heutigen Buga-Ausschuss. Sowieso sind wir uns da bei den meisten Themen weitgehend einig und die Vorbereitung auf die am 21.4.2021 beginnende Buga läuft. Im heutigen Ausschuss hat sich der Verein der Buga-Freunde e.V. vorgestellt. Über 100 Mitglieder hat der Verein, an deren Spitze der Sparkassenchef Herr Bauhaus steht. Mit viel bürgerschaftlichem Engagement konzipiert der Verein Projekte, die für die Buga stehen und werben. Alt-Oberbürgermeister Manfred Ruge, der im Verein als stellvertretender Vorsitzender wirkt stellte heute viele Ideen vor – darunter auch eine Idee, die schon während seiner Zeit als Oberbürgermeister entstand. Die Gera durchfließt die ganze Stadt und verbindet damit verschiedene Buga-Standorte. Was liegt also näher, als diese Verbindung zu nutzen. Die Gera ist zwar sehr flach aber durchaus mit flachen Booten zu befahren. Von einem Testfahrt gibt es ein längeres Video, welches ganz neue Wasseransichten von unserer Stadt eröffnet. Allerdings ist das ganze nur als Freizeitaktivität gedacht und nicht zur Bereicherung des Verkehrskonzeptes der Buga 2021. Um dieses ging es im nichtöffentlichen Teil der Ausschusssitzung. Das Verkehrskonzept ist noch nicht fertig und hängt auch damit zusammen, ob die sogenannte Buga-Seilbahn noch geplant ist, oder nicht. Verbindliche Aussagen dazu gibt es ebenso wenig, wie eine Beschlussvorlage. Also das braucht noch etwas Zeit – und wenn die Zeit einmal zu lang wird… Die Buga-Freunde haben ein Familienwürfelspiel entwickelt, welches sie uns heute im Ausschuss vorgestellt haben. Für Familien ein tolles Spiel – allerdings für die Ausschussarbeit nicht geeignet. Erstens würfeln wir grundsätzlich kommunalpolitische Entscheidungen nicht aus, sondern diskutieren sie und zweitens geht das kollegiale Verhältnis zu den anderen Ausschussmitgliedern nicht so weit, dass wir Spieleabende miteinander veranstalten.

Herzlich Willkommen in der Fraktionsgeschäftsstelle!

Mit unserer neuen Kollegin Matilda im Gespräch
Mit unserer neuen Kollegin Matilda im Gespräch
Unsere Arbeit als ehrenamtliche Stadträte wäre nicht möglich, wenn wir nicht eine hauptamtliche Unterstützungsstrukur im Rathaus hätten. Als Fraktionsvorsitzender bin ich froh und dankbar, mich auf meine Mannschaft verlassen zu können. In den vergangenen Jahren haben wir darüber hinaus auch immer wieder viele kurz- und längerfristige Praktikantinnen und Praktikanten in der Fraktion gehabt, zu denen heute noch gute Kontakte bestehen oder für die das der Beginn des eigenen kommunalpolitischen Engagements war. Tatkräftige Unterstützung erhält die CDU-Fraktion nun wieder bis Ende des Jahres von Matilda Alku. Ursprünglich stammt die 27-Jährige aus Albanien und lebt seit zwei Jahren in Deutschland. Hier absolvierte sie ihr Studium und verschiedene Praktika. Außerdem begleitete sie unterschiedliche Projekte u.a. der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ihr Studium absolvierte sie an der Erfurt Willy-Brandt-School of Public Policy mit den Schwerpunkten „Internationale Beziehungen“ und „Europäische Öffentliche Angelegenheiten“. Neben guten Fachkenntnissen in Politik und Öffentlichkeitsarbeit beherrscht sie fünf Sprachen. Vor der gestrigen Finanzausschusssitzung habe ich Matilda in der Geschäftsstelle begrüßt und wir hatten ein längeres Gespräch – nicht über Politik sonder über ihre Heimat. Viele Menschen in Deutschland kennen Albanien nur aus der Diskussion um die Flüchtlingszahlen im letzten Jahr. Ich kenne Albanien von allein vier Reisen und war bereits Mitte der 90ger Jahre mit der Jungen Union zwei Mal länger dort.

Stadtspitze desinteressiert und abwesend

Mit großem Befremden nimmt CDU-Fraktionschef Michael Panse zur Kenntnis, dass die Vertreter der Erfurter Stadtverwaltung bei wichtigen Themen oft in den Gremien fehlen – zuletzt in Ausschusssitzung für Ordnung und Sicherheit am 26. September 2017. Unter anderem stand das Thema Steigerwaldstadion als Beratungsthema auf der Tagesordnung. Extra dafür ins Rathaus gekommen sind der Präsident von Rot-Weiß-Erfurt Rolf Rombach und der Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Zaiß. Nicht anwesend war weder einer der zuständigen hauptamtlichen Beigeordneten, noch irgendein aussagefähiger hauptamtlicher Verwaltungsvertreter zu diesem Tagesordnungspunkt. Offensichtlich ohne sich über kompetente Vertretungsregelungen abzustimmen, verweilt der Oberbürgermeister mit mehreren Beigeordneten derzeit in der US-amerikanischen Partnerstadt Shawnee in Kansas. Panse kommentiert dazu: „Offensichtlich war es für den Oberbürgermeister und seine hauptamtlichen Beigeordneten nicht möglich, ihre Reisepläne so abzustimmen, dass eine zielführende Diskussion mit den ehrenamtlichen Ausschussmitgliedern und aus fachlichen Gründen geladenen Sitzungsgästen geführt werden kann. Die Gleichgültigkeit des Oberbürgermeisters und seiner Verwaltung bezüglich der selbstverschuldeten Probleme u.a. im Stadion spricht traurige Bände.“ Panse hofft nun, dass die gestellten Nachfragen sachgerecht schriftlich beantwortet werden können, auch wenn das eine Diskussion im Ausschuss kaum ersetzt. „Die offensichtlichen Probleme werden nicht durch Ignoranz gelöst! Die CDU Stadtratsfraktion wird den Oberbürgermeister immer wieder dazu in die Pflicht nehmen“, erklärt Panse abschließend. Er kündigte deshalb für die nächste Hauptausschusssitzung an, die schlechte fachliche Begleitung der Ausschusssitzung durch die Stadt zum Thema zu machen.

CDU-Fraktion begrüßt OB-Kandidatur Walsmanns

Panse: Überzeugende Alternative zum amtsmüden OB Bausewein „Die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat begrüßt und unterstützt einstimmig die Kandidatur der CDU-Kreisvorsitzenden Marion Walsmann für das Amt des Erfurter Oberbürgermeisters“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Panse im Anschluss an eine Pressekonferenz der Erfurter CDU. Walsmann ist seit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2014 Mitglied der CDU-Fraktion und dabei ein engagiertes und kompetentes Stadtratsmitglied. Als langjährige Kreisvorsitzende ist sie bereits lange Zeit in allen kommunalpolitischen Themen zu Hause. Gleichzeitig blickt sie auf viele Jahre landespolitischer Erfahrungen zurück. Seit 2004 ist Walsmann Mitglied des Thüringer Landtages. Leitungsverantwortung trug und bewies sie vor allem in ihrer Zeit als Landesministerin. „Mit diesen Erfahrungen und mit einem hohen Maß an Fachkompetenz ist sie die charmante und überzeugende Alternative zum amtsmüden und führungsschwachen Amtsinhaber Andreas Bausewein. Sie kann die Zeit des Stillstandes in Erfurt beenden“, unterstreicht Panse abschließend.

Schwierige Verhandlungen

Abendprogramm
Abendprogramm
Fraktionsvorstand, Fraktionssitzung und Kreisvorstand – am Tag nach Wahlen tagen traditionsgemäß die Gremien um über den voran gegangenen Wahlkampf und die Bewertung der Wahlergebnisse zu sprechen. Neben der Freude über den gewonnenen Wahlkreis von Antje Tillmann, ging es heute auch um die Erwartungen an die kommenden Wochen. Die Flucht aus der Verantwortung war von der SPD schon länger geplant und stand wohl schon fest, als vor Wochen der Schulzzug auf alle möglichen Rammböcke fuhr. Die von Panik geprägten lautstarken Auftritte des noch amtierenden SPD-Vorsitzenden machten bereits klar, dass es mit ihm keine Gemeinsamkeiten in einer großen Koalition geben würde. Und auch die Erfurter Genossen versuchten wenigstens mit einem lauten Jubel über die Opposition ihr Gejammer vom Vorabend zu übertönen. Jamaika lautet die noch verbliebene Koalitionsmöglichkeit und dies ist angesichts der heutigen Meinungsäußerungen von lokalen FDP-Politikern (der über Betterlebnisse philosophiert) oder links-grünen Bundestagsabgeordneten ein sicherlich schwieriges Unterfangen. Im CDU Kreisvorstand haben wir ebenso wie in der Fraktion darüber gesprochen, wo die CDU-Reise hingehen soll. Ich bin der Meinung, dass keine Neujustierung unsere Politikinhalte oder Kurskorrekturen  hin zu einem konservativerem Bild geben wird und geben kann. Wir haben ein Grundsatz- und ein Wahlprogramm – dies ist die Richtschnur von Koalitionsverhandlungen mit FDP und Grünen. Kompromisse werden dabei alle machen müssen – auch weil ansonsten Neuwahlen ins Haus stehen und dann alle Beteiligten (auch die nichtbeteiligte SPD) Verluste verzeichnen werden. Beim Umgang mit der AfD rate ich zu einem klaren Kurs. ja wir wollen die Wähler zurückgewinnen, die aus Frust die AfD gewählt haben. genauso klar muss sein, dass wir zu AfD-Mitgliedern und Funktionären Abstand halten und uns abgrenzen werden. Der heutige Rückzug von Frauke Petry, die als Vorsitzende wissen sollte, wie es um den Landen bestellt ist, bestätigt das. Mit Extremisten, Merkel-Hassern und größenwahnsinnigen “Jägern” gibt es keine Gemeinsamkeiten – dies muss vom Stadtrat über Landtage bis zum Bundestag gelten! Heute Abend habe ich dann versucht mir einmal das grüne Wahlprogramm reinzuziehen. Es endete damit, dass ich einen Rotwein aufgemacht habe und mir versuche, die “grüne Braut” schön zu trinken. Das wird eine schwere Aufgabe…

Neuer Straßenname: Würdigung des Kanzlers der Einheit

Am 16. Juni 2017 verstarb Altkanzler Dr. Helmut Kohl. Aus Sicht der CDU-Fraktion soll sein Erbe mit der Benennung einer Straße in der Nähe des Domplatzes gewürdigt werden. Für das kommende Jahr steht die Neubenennung des Teilbereiches der Straße am Petersberg aus, dort wo derzeit auch eine Wohnbebauung geschieht. Die CDU-Fraktion wird deshalb für die nächste Stadtratssitzung beantragen, die besagte Straße nach Altkanzler Dr. Helmut Kohl zu benennen. Am 20. Februar 1990 hielt Helmut Kohl vor mehr als 100.000 Menschen seine historische Rede auf dem Erfurter Domplatz. Die Nähe zum Domplatz, dem Ort seiner Rede, prädestiniert die Straße am Petersberg für die Namensgebung. Auch die beiden Altbundeskanzler Konrad Adenauer und Willy Brand, der vom damaligen Erfurter Hof aus die Menschen begeisterte, wurden bereits mit einer Straßen- bzw. mit einer Platzbenennung in dieser Weise geehrt. Das Anliegen wurde bereits im Hauptausschuss angesprochen. Seitens der Verwaltung hieß es, dass in diesem Fall nicht die sonst dafür zuständige Straßennamenkommission darüber entscheiden sollte, sondern der Stadtrat. „Die Überlegung, Straßen und Plätze nach Kohl zu benennen, findet derzeit in verschiedenen deutschen Städten statt. Erfurt sollte sich dieser Würdigung anschließen. Ich bin erfreut über positive Signale zu dem Thema im Hauptausschuss und die dort signalisierte Zustimmung der SPD“, kommentiert CDU-Fraktionschef Michael Panse abschließend.

Derby-Time in Erfurt II – 9. SWE-Cup

Derby-Time
Derby-Time
Wesentlich entspannter ging es beim zweiten Thüringen-Derby am Sonntag zu. Im Gegensatz zum Fußballspiel brauchte es dazu keine Polizei und noch nicht einmal Ordner. Allerdings muss man natürlich anmerken, dass dies beim Volleyball sowieso nur äußerst selten der Fall ist. In der Erfurter Riethsporthalle veranstalteten wir den 9. SWE-Cup, der gemeinsam mit seinem Vorläufer, dem Braugold-Cup, eine lange Tradition hat. Egal ob in Erst- oder Zweitligazeiten regelmäßig im August bzw. September laden wir zum Saisonvorbereitungsturnier nach Erfurt ein. Einige Erst- und Zweitligisten und meist auch ein bis zwei internationale Team sind zu Gast. In diesem Jahr war es der Erstligist Düdingen aus der Schweiz, die beiden deutschen Zweitligisten Grimma und Offenburg, sowie Erfurt und Suhl als Erstligateams. An beiden tagen wurde viel probiert und gewechselt, somit sagt das Ergebnis natürlich nicht viel über die Saisonerwartungen. Überrascht hat uns aus Erfurter Sicht der klare 0:3 Spielverlust gegen Offenburg und positiv gefreut der ebenso klare 3:0 Sieg gegen Grimma. Beide Teams starten bereits kommende Woche in die Saison. Gegen den späteren Turniersieger Düdingen gab es ein gutes Spiel – mit 1:2 haben wir verloren – allerdings im entscheidenden Satz nur denkbar knapp mit 24:26.
Mit unserer Beach-Europameisterin
Mit unserer Beach-Europameisterin
Natürlich war das Spiel gegen Suhl der sportliche Abschluss des Turniers und immerhin rund 200 Zuschauer waren aus Erfurt und Suhl dabei. Vor dem Spiel gab es schon eine Hiobsbotschaft für Suhl. Mannschaftskapitän Claudia Steger verletzte sich und wird mit einem Wadenbeinbruch vermutlich länger ausfallen. Gute Besserung wünsche ich dem sympathischen Suhler-Urgestein. Das Spiel endete mit 1:2 für Suhl. Somit werden die Erfurter Fans nun bis zum Ligastart bzw. Pokal warten müssen, bis es mal wieder einen Erfurter Derby-Sieg geben wird. Aber jetzt haben wir darauf schon solange gewartet… Prominenten Besuch hatten wir auch beim Cup. Julia Großner Beach-Europameisterin war einmal wieder bei uns zu Gast und ich konnte ihr zu ihrem größten Erfolg der Volleyball gratulieren. das Volleyballspielen hat Julia bei uns in Erfurt beim SWE Volley-Team erlernt. Wir sind stolz auf sie und werden sie bei einem unserer Bundesligaheimspiele richtig feiern. Bilder vom SWE-Cup

Einschränkung der Oppositionsrechte?

Hektische "Fehlersuche" bei Rot-Rot-Grün
Hektische “Fehlersuche” bei Rot-Rot-Grün
Relativ unspektakulär verlief die erste Stadtratssitzung nach der Sommerpause. Innenstadtentwicklung, Sicherheit am Anger, TEC und das Parkhaus am Hügel waren Themen, die für etwas Diskussion sorgten. Ansonsten gab es viele einmütige Voten. Wohlmöglich einer der spannenderen Momente während der Stadtratssitzung am 6. September war die Abstimmung zu einer Hauptsatzungsänderung. Bei dieser Änderung geht es um Befugnisse bei Vergaben, die der Stadtrat dem Oberbürgermeister überträgt. Bisher waren die entsprechenden Summen, die der Oberbürgermeister bisher eigenständig veräußern konnte, recht überschaubar. Bei bestimmten Vergabeleistungen lag die Spanne bisher bei 50.000 bis 100.000 Euro. Darüber hinaus haben der Finanzausschuss und damit der Stadtrat die Entscheidungshoheit. Mit dem rot-rot-grünen Beschluss zu diesem Antrag wurde diese Grenze deutlich höher gesetzt. Hier reden wir über Beträge von bis zu 200.000 Euro. Damit beschneidet sich der Rat faktisch selbst seiner demokratischen Kontrollfunktion – gerade im sensiblen Finanzbereich –  und ermächtigt den Oberbürgermeister bzw. die Verwaltung zu mehr Entscheidungsraum, der demokratisch nicht mehr legitimiert werden kann. Für die CDU-Fraktion ist dies besonders als Opposition ein gravierender und skandalöser Schritt in die falsche Richtung. Das Abstimmungsprozedere während der Sitzung erschien wieder auffällig unkoordiniert, besonders was die Absprachen zwischen der Verwaltung, Oberbürgermeister und Rot-Rot-Grün sowie Rot-Rot-Grün untereinander betrifft. Als Zuschauer dürfte man das Spektakel als Meisterstück erlebt haben, welche Auswüchse das postfaktische Demokratieverständnis von Rot-Rot-Grün zu Tage bringen kann. Man benötigt für eine Änderung der Hauptsatzung eine Zweidrittelmehrheit. Die CDU-Fraktion schlug zunächst vor, den Antrag in den Finanzausschuss zu überweisen. Der wurde abgelehnt. Als nächstes sollte ein Änderungsantrag der SPD abgestimmt werden. Dieser erhielt jedoch nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Gleichauf machte sich in den Verwaltungsbänken und bei Rot-Rot-Grün sichtbar Panik breit, weil auch für den Ursprungsantrag möglicherweise keine Mehrheit zustande hätte kommen können. Der Beigeordnete Alexander Hilge sprang nervös auf und die SPD beantragte eine fünfminütige Auszeit. Diese schien zumindest für die SPD nicht besonders ertragreich gewesen zu sein, denn man kam zu dem Schluss, man wolle den Antrag nun doch in den Ausschuss verweisen. Allerdings hatte die SPD die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sprich: Sie warf die Gepflogenheiten der Stadtratsordnung über Bord, weil sie allen Ernstes glaubte, einen laufenden Abstimmungsprozess nicht nur unterbrechen zu können, sondern sogar hinfällig zu machen. Satzungstechnisch ist dies allerdings nicht möglich. Daher musste über den Ursprungsantrag abgestimmt werden. Notgedrungen stimmte Rot-Rot-Grün mit der ausreichenden Mehrheit für den Antrag. Im Sozialkundeunterricht kann man künftig fragen: Nenne mir ein Beispiel, wie sich Demokratie selbst beschneidet. Es mag sein, dass die SPD-Fraktion grenzenloses Vertrauen in den Oberbürgermeister hat. Die CDU-Fraktion hat in den letzten Jahren jedoch andere Erfahrungen gemacht und ist daher in diesem Punkt weniger optimistisch.

Haupt- schlägt Ehrenamt

Der umstrittene Sitzungsplan
Der umstrittene Sitzungsplan
Mit welcher Unverfrorenheit ehrenamtlichen Politikern durch hauptamtliche Politiker sowie der Erfurter Stadtverwaltung vor den Kopf gestoßen wird, wurde am 5. September im Hauptausschuss deutlich. Die inzwischen dritte Änderung der Sitzungsplanung für 2017 wurde zu Gunsten derer, die im Landtag hauptberuflich Politik betreiben, und zum Hohn aller übrigen ehrenamtlich im Stadtrat tätigen Politiker beschlossen. Vor allem SPD und Grüne setzten sich für den Verwaltungsvorschlag ein. Das verwundert nicht: Immerhin haben sie einen hohen Anteil von Landtagsmitgliedern in ihren Stadtratsfraktionen, der durch Anwesenheit oder Fehlen eine Mehrheitsrelevanz hat. Dass andere Stadtratsmitglieder neben dem Ehrenamt noch ihrem Job außerhalb der Politik nachgehen, scheint ihnen egal zu sein. Wo liegt hier also das Problem? Der Erfurter Stadtrat ist ein regionales Parlament, das sich aus ehrenamtlichen Politikern zusammensetzt. Im Regelfall gehen diese einer hauptberuflichen Tätigkeit nach, wie jeder andere Bürger auch. Alles, was sie jenseits ihres beruflichen Tuns machen, ist ihre Freizeit und ihr Engagement für die Stadt Erfurt. Damit wiederum ergibt sich ein gut gefülltes berufliches und privates Wochenprogramm, das verlässlich geplant werden muss. Im Normalfall wird daher im Hauptausschuss die Jahresplanung für Stadtrats- und Ausschusssitzung bereits im Vorjahr festgelegt, sodass über das Jahr hinweg Termine frühzeitig berücksichtigt werden können. Nicht zuletzt hängen hier oft auch Familien dran, die durch die Fülle der Stadtratsarbeit ohnehin Abstriche machen müssen. Nun gibt es in einigen Fraktionen – die CDU-Fraktion möchte sich da gar nicht heraus nehmen – Stadträte, die gleichzeitig ein Mandat im Thüringern Landtag ausüben und damit Berufspolitiker sind. Das ist per se nicht schlimm, jedoch muss man sich dann auch darüber im Klaren sein, dass Überschneidungen im Zweifel die Teilnahme an der einen oder anderen Sitzung behindern. Genau dieser Fall ist jetzt eingetreten. Der Thüringer Landtag hat seine Dezembersitzung 2017 um eine Woche nach vorn verschoben. Daraufhin reagierte die Erfurter Stadtverwaltung, vermutlich getrieben durch SPD und Grüne, und legte im Hauptausschuss eine erneute Änderung der Sitzungsplanung vor. Dabei wird die Stadtratssitzung im Dezember eine Woche nach hinten verschoben, sodass man nach der Sitzung nicht mehr lange auf die Bescherung unterm Weihnachtsbaum warten muss, so nah ist die Sitzung an den Weihnachtsfeiertagen dran. Hinzu kommt eine Änderung der Sitzungstermine von Oktober bis Dezember – eine Zumutung für jemanden, der sich hier ehrenamtlich engagiert, nur weil einige der SPD- und Grünen-Stadträte bzw. Landtagsabgeordneten sich offenbar so privilegiert fühlen, dass sich der gesamte Stadtrat nach ihnen richten muss. Dies ist an Arroganz und Unverfrorenheit wohl kaum zu überbieten. Die übrigen ehrenamtlichen Stadträte müssen daher zusehen, wie sie ihre langfristige berufliche oder persönliche Terminplanungen mit den neuen Sitzungsterminen in Einklang bringen. Im Zweifel wird mit der Planänderung in Kauf genommen, dass deren Teilnahme unmöglich wird. Das, was man ja für die besagten Landtags-Privilegierten aus SPD und Grünen vermeiden wollte, hat für die übrigen Stadträte scheinbar keine Geltung. Moralisch ist dies äußerst bedenklich. Denkt man darüber hinaus nochmal an die Familien der übrigen Stadträte und daran, dass die Dezember-Sitzung allen Ernstes knapp vor Weihnachten gelegt wurde, so muss man sich wirklich fragen, ob man bei SPD und Grünen noch in menschlichen Dimensionen denkt oder ausschließlich im Sinne politischer Mehrheiten. Vor allem wollte man doch im Sinne der Toleranz auf religiöse Gruppierungen Rücksicht nehmen. Besonders SPD und Grüne stehen sonst in der ersten Reihe, wenn es um den Aufschrei nach mehr Toleranz geht. Warum also nicht auf die christlichen Mitglieder im Stadtrat und diejenigen Rücksicht nehmen, denen die Advents- und Weihnachtszeit allein schon aus familiären Gründen wichtig ist? Aber offenbar können die edlen Toleranzprinzipien, wenn es um Macht und parlamentarische Mehrheiten geht, nicht standhalten. Im Hauptausschuss stimmten die Vertreter der CDU, der Freien Wähler/FDP/Piraten sowie der Linken gegen diese Änderungen. CDU und Linke haben, wohl bemerkt, selbst Landtagsabgeordnete bzw. sogar Bundestagsabgeordnete in ihren Reihen (Antje Tillmann [CDU], Marion Walsmann [CDU], Karola Stange [Linke], André Blechschmidt [Linke]). Wenn jeder darauf beharren würde, dass er an anderer Stelle Sitzungstermine hätte, die sich mit dem Stadtrat überschneiden – sei es im Gartenverein, im Fußballclub, in der Gewerkschaft, im Betriebsrat, im Pfarrgemeinderat, im Aufsichtsrat, im Landtag oder auch im Bundestag – und daraufhin die Sitzungsplanung geändert werden müsste, könnte man sich die Stadtratsarbeit sparen, weil nie irgendein Termin zustande käme. Zumindest seitens der beiden CDU-Stadträte Walsmann und Tillmann wäre die Belastung der übrigen ehrenamtlichen Stadträte durch eine solch chaotische Sitzungsplanänderung zu Gunsten der je eigenen parlamentarischen Termine undenkbar. Es ist daher auch nicht vermittelbar, warum die Vertreter aus SPD und Grünen (namentlich Frank Warnecke [SPD], Birgit Pelke [SPD], Oskar Helmerich [SPD, einst AfD], Astrid Rothe-Beinlich [Grüne] sowie einige Stadträte der beiden Fraktionen, die als Mitarbeiter in den jeweiligen Landtagsfraktionen angestellt sind) gesonderte Privilegien in Form der Sitzungsplanänderung erhalten sollen. „Die Änderung des Sitzungskalenders sollte nicht zu Gunsten von Berufspolitikern erfolgen, welche in doppelter Funktion agieren. Die Wertschätzung eines demokratischen Miteinanders von Ehrenamtlichen gebührt einer solchen Vorgehensweise nicht. Die Achtung und der Umgang vor dem Ehrenamt sollten nicht nur verbal oder außerhalb des Rathauses gewürdigt werden, sondern auch im Stadtrat ernsthaft umgesetzt werden“, kommentiert CDU-Fraktionschef Michael Panse. (Quelle CDU-Stadtratsfraktion Alex Hein)