Stadtratsrückblick

Erfurter Stadtrat
Erfurter Stadtrat
Nicht viel Neues in Erfurt könnte man meinen, wenn man die Sitzung des Erfurter Stadtrates am 16. November verfolgt hat. Das große Thema Haushaltssicherung wurde gar nicht erst auf die Tagesordnung gesetzt, weil sich Rot-Rot-Grün in den Ausschüssen nicht einig werden konnte, unabhängig davon, dass in der Tat noch erheblicher Klärungsbedarf für die verschiedenen Maßnahmen besteht. Die CDU-Fraktion brachte verschiedene Anträge für die Sitzung ein. Der Spannungsfaktor der Sitzung stieg dann letztlich beim Thema Multifunktionsarena, das die Gemüter zu später Stunde noch erhitzte. Dabei sahen die einen noch zahlreiche offene Fragen, die anderen würden sich wohl am liebsten vor deren Beantwortung drücken. Die Sitzung endete gegen 23 Uhr. Wortlose Beigeordnete: Hoyer schweigt weiter zur Multifunktionsarena Dass die Erfurter Verwaltung und namentlich die Wirtschaftsbeigeordnete Kathrin Hoyer die öffentliche Diskussion zum Thema Multifunktionsarena (MFA) scheut, wird in ihrer Stellungnahme zum MFA-Antrag der CDU-Fraktion ersichtlich, über die am 16. November im Stadtrat beraten und die zunächst vertagt wurde. Die CDU forderte eine Offenlegung der rechtlichen Konsequenzen aus dem Desaster im Zusammenhang des Baus der MFA. Dabei gilt es, rechtliche Ansprüche für die Stadt Erfurt zu sichern und gleichzeitig Stadtrat und Öffentlichkeit zu informieren. Frau Hoyer erklärte jedoch das Anliegen der CDU-Fraktion in ihrer Stellungnahme prompt für „nicht öffentlich“ – in dem Papier extra in Großbuchstaben notiert. Bereits im September zeigte die ausgiebige Diskussion zur MFA im Stadtrat, dass die Verantwortung für Mängel und Verzögerungen bei mehreren Beteiligten, sowohl in der Stadtverwaltung, als auch bei dem zuständigen Bauunternehmen liegt. Es zeigte sich vor allem auch, dass zahlreiche strittige Fragen noch offen sind und der Klärung bedürfen, vor deren Beantwortung sich aber die Beigeordnete scheinbar vehement sträubt. Seitens der Verwaltung ergingen lediglich öffentliche Verlautbarungen, um von den tatsächlichen Schwierigkeiten abzulenken. Die CDU-Fraktion wird weiter auf die Beantwortung der ausstehenden Fragen beharren und die Klärung der rechtlichen Verhältnisse einfordern. Immerhin belastet das Arena-Drama letztlich nicht nur die Stadtkasse, sondern auch die Arena GmbH, RWE und das Image insgesamt. Rot-Rot-Grün indes unterstellt der Opposition bisweilen, die Arena als solche schlecht reden zu wollen. Dies ist für die CDU mit Nichten der Fall. Es ist sogar das Gegenteil: Den Schaden erzeugte die Verwaltung mit ihrer Verantwortlichen Frau Hoyer selbst. Die CDU-Fraktion möchte lediglich zu Aufklärung beitragen und mögliche weitere Schäden abwenden. CDU-Fraktionschef Michael Panse erklärt dazu: „Scheinbar hat Frau Hoyer ein persönliches Interesse, hier nicht ins öffentliche Visier zu rücken. Allerdings geht es der CDU-Fraktion nicht nur um aktive rechtliche Fragen, sondern ob man diese überhaupt rechtlich geltend machen kann. Dies bedeutet, dass die entsprechenden handelnden Akteure der Stadt und der beim Bau zuständigen Firmen benannt werden müssen. Frau Hoyer ist dabei offenbar der Meinung, dass laut Thüringer Kommunalordnung die Erfurter kein Recht hätten, zu erfahren, was mit ihren Steuergeldern passiert. Die CDU ist der Meinung, dass die Öffentlichkeit durchaus ein Recht darauf hat zu erfahren, warum ihre Gelder für teils unnötige Mehrkosten verschwendet werden. Das gibt die Kommunalordnung auch ganz klar her.“ In seinem Redebeitrag in der Sitzung betonte Panse außerdem: „Wir nun fordern das, was die Stadtverwaltung von Amtes wegen eigentlich von sich aus tun müsste.“ Der Grünenvorsitzende Alexander Thumfart betonte in üblicher Manier übertrieben und lehrerhaft, welch Interesse auch seine Fraktion an einer Aufklärung und Transparenz bezüglich der der Arena-Affäre hätte. Genauso übertrieben tat er das in dem Zusammenhang, dass es etwas zu vertuschen geben könnte (davon sprach er mehrfach in seiner Rede). Diese offensichtliche Übertreibung lässt jedoch noch mehr aufhorchen. Er erklärte, dass die Beigeordnete Hoyer selbst gar kein Interesse haben könne, dass man sich seitens der Grünen oder auch der Verwaltung in dieser Weise schützend vor sie stellen würde. Da fragt man sich: Warum kann das die Beigeordnete Hoyer nicht selbst sagen? In den bisherigen Sitzungen, in denen das Thema besprochen wurde, hat sie sich auffällig zurück gehalten. Auch in der heutigen Sitzung hat sie dazu bisher nichts gesagt. Frau Hoyer hüllt sich weiter in Schweigen (bzw. verreist in der heikelsten Phase lieber nach Japan). Hat sie etwas zu verbergen? Hat man ihr für die Sitzungen einen Maulkorb verpasst? Oder ist sie dem Thema einfach nicht gewachsen? Überraschende Unterstützung für die Fragen der CDU-Fraktion gab es von der Linken. Der Vorsitzende der Linken, Matthias Bärwolf, betonte die Notwendigkeit der Aufklärung der Arena-Affäre. Natürlich gab es trotzdem ein „Aber“. Das muss er als Teil der links-grünen Kooperation des inneren Friedens wegen sagen und erst recht gegenüber der CDU. Er meinte, man müsse bereits gestellte Fragen nicht wiederholen, da sie in den vergangenen Monaten mehrfach auftauchten. Er hat aber nicht zu Ende gedacht. Warum tauchen denn die Fragen immer wieder auf? Selbstverständlich, weil sie die Verwaltung bisher nicht angemessen beantwortet hat. Schließlich forderte CDU-Finanzpolitiker Thomas Pfistner, dass Frau Hoyer persönlich ans Pult geht. Sie hat sich scheinbar nicht getraut, dieser Aufforderung zu folgen. Pfistner hatte als Finanzpolitiker immer wieder Vorlagen auf dem Tisch gehabt, um zusätzliche Mittel für die Arena bereitzustellen, obwohl das geplante Budget längst überschritten und kein Fertigstellungstermin in Sicht war. Keiner weiß, was in den nächsten Monaten noch zu erwarten ist. Pfistner verwies deshalb in der Sitzung genau auf die Transparenz, von der eben auch Herr Thumfart sprach. Diese Transparenz fehlt jedoch, solange die CDU-Fragen nicht bald angemessen beantwortet werden. Der Antrag wurde letztlich sehr knapp in den Ausschuss verwiesen. Damit bleiben die dringend zu beantwortenden Fragen zunächst offen. Frau Hoyer hat bis zum Ende der Debatte zur Arena kein einziges Wort verloren (die Worte, die sie flüsternd mit Herrn Hilge wechselte, während andere zu ihrem Thema sprachen, nicht eingerechnet). Man muss aber der Fairness wegen sagen, dass sie sich zwar an einer Stelle zaghaft zu Wort meldete, jedoch hat sie der Oberbürgermeister geflissentlich ignoriert. Wahrscheinlich hat man auch der Verwaltung Angst, dass sie etwas sagen könnte, das die Lage nicht verbessert. Änderung der Friedhofssatzung Die CDU-Fraktion befasste sich außerdem mit einem eher traurigen Thema. Sie beantragt die Änderung der Friedhofssatzung und damit die Schaffung der Möglichkeit von Rasengräbern mit Grabplatte, sodass Angehörige einen pflegeleichten Trauerort haben, der aber eben nicht anonym ist. Diese Möglichkeit besteht aktuell noch nicht, wäre aber von Vorteil für Angehörige, die nicht in Erfurt leben. Der Antrag wird zunächst in den Bauausschuss verwiesen. Obstbäume werden zu bürokratischer Hürde Rot-Rot-Grün will mit einem Beschluss in Erfurt gewissermaßen Apfelbäume unter Schutz stellen. Dies lässt sich jedenfalls schlussfolgern, wenn man der entsprechenden Vorlage des Oberbürgermeisters folgt. Die Folge wird ein Stück mehr an Bürokratie werden, beispielsweise wenn man bauen möchte und nun auch die Fällung von Apfelbäumen genehmigen lassen muss. Ersatzpflanzungen werden in Erfurt von nun an zwingend. Außerdem ist mit Verwaltungskosten bzw. -gebühren zu rechnen, da der zu erwartende Aufwand nicht gering ausfallen dürfte. Außerdem wurde ein Obstbaumkataster gefordert. Die CDU-Fraktion hält dies für Steuergeldverschwendung. „Haben wir keine wichtigeren Probleme“, fragt sich Dominik Kordon. Stadt sei eigentlich pleite und in Schulen und Kitas fällt der Putz von den Wänden. Wohnungen in der alten Malzfabrik: Ja, aber mit besserem Konzept Der Stadtrat beriet des Weiteren über die Zukunft der alten Malzfabrik in der Krämpfervorstadt. Die CDU-Fraktion befürwortet es grundsätzlich, dass ein Investor dort Wohnungen etablieren will. Die vorliegenden Planungen genügen jedoch nicht den Ansprüchen des Wohnungsbaus (zu wenig grün, zu wenig Licht im Innern etc.). Jedoch sollte es aus Sicht der CDU Gespräche mit dem Investor geben, die Pläne so anzupassen, dass sie genehmigungsfähig werden. Ein entsprechender Antrag der CDU-Fraktion wurde angenommen. Die Türen werden damit für eine angemessene Umwandlung in Wohnungen offen gehalten. (Quelle: Alex Hein, Fraktionsreferent)

Thüringer Familienpreis hat gute und lange Tradition

Volles Haus in der Staatskanzlei
Volles Haus in der Staatskanzlei
Wenige Veranstaltungen sind es, die durchweg positiv besetzt sind und auch nach einem Regierungswechsel im Freistaat Thüringen vom jeweiligen neuen Hausherren in der Thüringer Staatskanzlei gerne fortgeführt werden. Für den Thüringer Familienpreis gilt dies ausdrücklich. Seit 2008 gibt es ihn und gestern Abend hat Ministerpräsident Bodo Ramelow zum zweiten Mal als Schirmherr die Festrede im Barocksaal der Staatskanzlei gehalten. In den letzten Wochen haben wir in der Stiftung FamilienSinn gut damit zu tun gehabt, die zahlreichen Projekte, welche vorgeschlagen wurden, durchzuarbeiten. Vor zwei Wochen hatte eine Jury, in der ich als Leiter der Elternakademie gerne mitgewirkt habe, die Qual der Wahl.
Mit den Preisträgern aus Sonneberg
Mit den Preisträgern aus Sonneberg
Viele der vorgeschlagenen Projekte kannte ich bereits aus der Arbeit der letzten Jahre mit den Mehrgenerationenhäusern, Familienzentren und vielen Trägern. Für einen Preisträger, der eine Würdigung erhielt, durfte ich die Laudatio halten. Die Villa Amalie in Sonneberg hat bis vor einigen Jahren als Mehrgenerationenhaus gearbeitet, ist dann aber aus der Förderung gefallen. Die zahlreichen engagierten Vereinsmitglieder haben aber unverdrossen weiter gemacht und füllen das Haus auch heute noch mit generationenübergreifendem Leben. Ich freue mich über die Würdigung, die sie dafür von der Jury bekommen haben.
Mit meinen beiden Vorgängerinnen
Mit meinen beiden Vorgängerinnen
Ebenfalls sehr gefreut habe ich mich über den großen Zuspruch bei der gestrigen Veranstaltung – der Saal war voll. Unter den Gästen waren auch meine Vorgängerinnen in der Leitung der Elternakademie Frau Haschke und Frau Eisner. Es gab also auch danach noch viel Möglichkeiten fachlich weiter zu diskutieren 🙂 Pressemitteilung der Stiftung FamilienSinn Pressemitteilung des TMASGFF Familienpreis im MDR  

Haushalts-Wirrwarr in Erfurt

Die Vorlagen des OB und seiner SPD-Finanzexperten
Die Vorlagen des OB und seiner SPD-Finanzexperten
Stadtratssitzungswoche: Schon im Vorfeld der Stadtratssitzung am Mittwoch versuchen der Oberbürgermeister und seine SPD-Genossen Alles, um wenigstens einen noch kleinen Spannungsbogen zu halten. Eigentlich sollte am Mittwoch das Haushaltssicherungskonzept beraten werden. Aber bedingt durch die links-link-grüne Uneinigkeit, wurde das Thema in den Ausschüssen “verräumt”. Laut dem danach gestricktem Fahrplan des OB hätte uns das HSK somit erst am 1. Februar 2017 zur Abstimmung vorgelegen und so hat die Verwaltung auch geplant. Die berechtigte Kritik daran und vor allem die Kritik an den Folgen (einen Haushaltsentwurf 2017 wird es frühestens erst am Ende des 1. Quartals geben können haben sich die SPD-Genossen offensichtlich zu Herzen genommen. Getreu dem Motto: Wenn du schon nicht überzeugen kannst, stifte wenigstens Verwirrung (Murphy´s Gesetz) präsentierte die SPD nach den gestrigen Fraktionssitzungen heute einen Antrag an den Hauptausschuss, der das HSK nun auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am 14.12.2016 bringt. Theoretisch gut – praktisch aber etwas dumm gemacht! Dadurch wird der Finanzausschuss nämlich nicht, wie üblich, eine abschließende Empfehlung geben können, denn dieser tagt bereits vor den letzten Fachausschüssen. Viele Themen des HSK sind zudem noch nicht zu Ende diskutiert. Der Unterausschuss Kita-Gebühren berät zum Beispiel erst im Januar (im HSK stehen zwei Millionen Kita-Gebührenerhöhungen für die Eltern). Wenn der Stadtrat mit links-link-grüner Mehrheit kurz vor Weihnachten das HSK beschließt, ist dann die Beratung des Unterausschusses nur noch eine Schaufensterbefassung, denn die finanzielle Anforderungen an die Kita-Gebührenordnung wären schon festgelegt. Ich denke, die nun entwickelte “Eile” der Genossen hat vor allem damit zu tun, dass der im September beschlossene Haushalt 2016 noch immer nicht vom Landesverwaltungsamt bestätigt wurde. Im Haushalt gab es in der mittelfristigen Finanzplanung den Verweis auf das HSK. Es ist durchaus möglich, dass dies auch dem Landesverwaltungsamt aufgefallen ist.

Sportlich Licht und Schatten

Wochenendabschluss
Wochenendabschluss
Freitag habe ich das sportliche Wochenende mit der obligatorischen Squash-Partie eröffnet und alle fb-Freunden ein sportlich schönes Wochenende gewünscht – es hat leider nicht geholfen 🙁 Unsere Mädels vom Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam haben in Vilsbiburg die dritte Saisonniederlage kassiert. Kommende Woche geht es nach Wiesbaden, bevor mit dem Schweriner SC ein ganz schwerer Brocken nach Erfurt kommt. Nach dem Sieg zum Saisonauftakt in Aachen sind wir nun in der Bundesligarealität angekommen. Es gilt sich Spiel für Spiel neu zu motivieren und hinzu zu lernen. Wichtig bleibt, dass unsere Mädels die Unterstützung ihrer Fans behalten. Also Kopf hoch, weiter geht es!
Ich habe fertig...
Ich habe fertig…
Für die Black Dragons lief es beim Eishockey etwas besser. Nach der zu erwartenden Niederlage in Halle am Freitag kam Samstagabend der Spitzenreiter Essen zu später Stunde nach Erfurt. Immerhin erkämpften die Drachen ein Unentschieden bis zum Penaltyschiessen, dass dann aber verloren wurde. Dafür habe ich dann selbst den Sonntag mit Schwimmen mit dem Kleinen und Badminton mit dem Mittleren sportlich gestaltet. Allerdings auch da gilt die Regel – mit fortschreitendem Alter das Ganze nicht zu übertreibe. Das Programm der letzten Woche war offensichtlich etwas zu viel, jedenfalls hing ich Sonntagabend ziemlich in den Seilen. Jeweils eine Einheit Tennis, Squash, Badminton und Schwimmen wurden ergänzt um drei Mal Fitness und den Elterntanzkurz am Samstag. Irgenwann machen sich dann doch Muskelgruppen bemerkbar. Da ist kommende Woche erst einmal wieder etwas Regeneration angesagt 😉    

Kitadiskussion in Jena

Kita-Diskussion in Jena
Kita-Diskussion in Jena
Zugegeben, es gab Zeiten da gab es im Freistaat Thüringen Kita-Diskussionsrunden im wöchentlichen, manchmal sogar täglichem Rhythmus – vor 10 Jahren stand die Familienoffensive auf dem Programm und in dieser Zeit gab es reichlich Gesprächsstoff. In der Zeit seitdem ist das KitaG vor fünf Jahren überarbeitet worden, die Betreuungsstandards wurden verbessert und die rot-rot-grüne Landesregierung hat inzwischen auch das Landeserziehungsgeld abgeschafft. Dennoch gibt es Themen die nun wieder zunehmend häufiger diskutiert werden. In der Landeshauptstadt Erfurt versucht Rot-Rot-Grün gerade die Kita-Gebühren deutlich zu erhöhen und gleichzeitig zu versprechen, dass irgendwann einmal ein gebührenfreies Jahr eingeführt würde. TLEVK (4)Im Land steht hingegen ein neues Kita-Gesetz im Frühjahr auf der politischen Agenda. Die Betreuungsstandards sind inzwischen nicht mehr so vorbildlich im Ländervergleich, wie es vor fünf Jahren war und auch die Frage der Elternmitwirkung, die Verankerung der Thüringer-Eltern-Kind-Zentren und der Einstieg in die Gebührenfreiheit sollte nach Meinung der Eltern dabei geregelt werden. Über die Elternmitwirkung gemäß § 10 Thür KitaG haben wir heute bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Stiftung FamilienSinn und des Stadtelternbeirates Jena unter dem Titel “Rechte und Pflichten von Elternbeiräten” diskutiert. Bereits vor einem Jahr haben wir diese Veranstaltung erstmals geplant, jetzt hat es im Uni-Gebäude in Jena erstmals geklappt. Rund 20 neu gewählte Kita-Elternvertreter diskutierten mit Land, Kommune und Trägervertretern. Das Kita-Thema wird wieder Fahrt aufnehmen und ich bin gerne engagiert bi jeder Diskussion dabei. Am 28. November wird die nächste Gelegenheit dazu bestehen – im Erfurter Kaisersaal wird der TLEVK mit der zuständigen Fachministerin Frau Klaubert und dem ehemaligen Staatssekretär Prof. Merten über die Novellierung des KitaG diskutieren.

Novemberfieber

Fachtagung eaf
Fachtagung eaf
Vereine, Verbände und Träger gleich welcher Art haben im November ein volles Programm. Gerade im Sozialbereich erlebe ich es jetzt seit vielen Jahren so, dass der November der Monat mit der größten Termindichte ist. Warum dies sich so entwickelt hat kann man trefflich spekulieren. Während die Planung für das kommende Jahr bereits auf Hochtouren läuft finden nahezu täglich Seminare, Arbeitstagungen und dergleichen statt. Dies ist auch bei der Stiftung Familiensinn so und wenn die Woche nicht reicht wird auch das Wochenende dazu genommen. Aber das Wichtigste dabei bleibt, dass es Spaß macht. In dieser Woche hatte ich zahlreiche Veranstaltungen die viel Spaß gemacht haben, weil die Träger mit Engagement bei der Sache sind. Montag, Dienstag und Mittwoch war ich bei unseren drei Spielraumprojekten in Gotha, Weimar und Suhl zu Gast. Insgesamt an sechs Standorten werden Flüchtlingsfamilien in Thüringen betreut und mit Familienbildungsmaßnahmen begleitet (in der Regel an den örtlichen Familienzentren). Darüber hinaus waren der Besuch beim Moderationskreistreffen der Thüringer Mehrgenerationenhäuser am Dienstag und die gestrige Fachtagung des eaf ein “fachliches Heimspiel”. Bei beiden Tagungen ging es unter anderem um das geplante Landesprogramm für das solidarische Zusammenleben der Generationen. Unter dem Titel “Was Familien brauche (sollten)” diskutierten Familienverbände, Familienzentren und Familienerholungsstätten gemeinsam mit kommunalen Vertretern im Collegium Maius im Landeskirchenamt der EKM. Ich habe mich gefreut dabei so viele Projektpartner der Stiftung “auf einem Haufen” zu treffen und am Rande der Tagung wurde bereits intensiv über die Projekte für das nächste Jahr diskutiert. Antragsschluss für Familienbildung, Familienerholung, Familienverbandsförderung sowie Einzelmaßnahmen ist bei der Stiftung FamilienSinn der 30. November. Dafür haben die Träger dann aber bereits Anfang des Jahres Bewilligungen, damit Veranstaltungen gleich zu Beginn des Jahres stattfinden können und sich das Novemberfieber reduziert. Ganz weggehen wird es nicht. Morgen steht eine Fachtagung zum Thema Kita in Jena an und am Dienstag verleiht Ministerpräsident Bodo Ramelow den Familienpreis der Stiftung FamilienSinn. Jetzt freue ich mich aber am Wochenende erst einmal auf private Familienzeit 😉  

Das Märchen vom pünktlichen Haushalt 2017

Verärgert nimmt CDU-Fraktionschef Michael Panse zur Kenntnis, dass der Haushalt für 2017 nun definitiv nicht mehr im Jahr 2016 dem Stadtrat vorgelegt werden wird. Ein Inkrafttreten eines Haushalts nach Einbringung, Beratung und Beschlussfassung und Genehmigung wäre damit frühestens im zweiten Quartal 2017 möglich. Der Oberbürgermeister verkündete demgegenüber vor einigen Wochen, dass er den nächsten Haushalt noch in diesem Jahr vorlegen würde. Jedoch stehen ihm nun der zu knapp gesetzte Zeitplan für das Haushaltssicherungskonzept und die Zerstrittenheit seiner ihn tragenden Rot-Rot-Grünen-Koalition im Wege. Das Haushaltssicherungskonzept kann wegen der von Rot-Rot-Grün initiierten Vertagung in den Ausschüssen nun nach Vorstellung der Stadtverwaltung erst am 1. Februar 2017 beschlossen werden – ursprünglich war dafür der 16. November 2016 vorgesehen. Es ist jedoch angesichts der desaströsen Finanzsituation der Stadt zwingende Voraussetzung für einen Haushaltsentwurf 2017. CDU-Fraktionschef Michael Panse erklärt dazu: „Damit besteht für Vereine, Verbände und die Ortsteile weiter erhebliche Planungsunsicherheit. Dies bedeutet, Mittel können, wie bereits in den vergangenen Jahren, nur minimiert oder gar nicht heraus gegeben werden. Dieses erneute ‚Zeitspiel‘ ist letztlich eine Sparmaßnahme, die zu Lasten von Vereinen und Verbänden der sozialen Arbeit, in der Kultur oder im Sport geht. Gleichermaßen betroffen wären auch die Ortsteile, die ohnehin schon fast kein Geld von der Stadt bekommen. Auch Baumaßnahmen und notwendige Investitionen müssen auf einen Haushaltsbeschluss warten.“ Panse zeigte sich außerdem grundsätzlich skeptisch bei der Planung für das Haushaltsicherungskonzept. Hier sind nach Einschätzung der CDU erhebliche Luftbuchungen enthalten, die eine verlässliche Haushaltsplanung kaum gewährleisten. Das theoretische Einsparpotential für 2017 wird sich durch die späte Beschlussfassung zudem erheblich reduzieren. Michael Panse erklärt abschließend: „Der Oberbürgermeister erzählt den Bürgerinnen und Bürgern und dem Stadtrat immer wieder Märchen von seinem Engagement für einen vom pünktlichen Haushalt. Der Haushalt 2016 ist bis zum heutigen Tag nicht vom Landesverwaltungsamt bestätigt und wird voraussichtlich auch nicht mehr wirksam. So wie das Jahr 2016 endet, beginnt 2017 unter denselben negativen Vorzeichen. Die CDU-Stadtratsfraktion verlangt vom Oberbürgermeister eine öffentliche Erklärung, wie er sich die Haushaltspolitik der nächsten Wochen und Monate vorstellt.“

Mahnung und Gedenken

Gedenken auf dem jüdischen Friedhof
Auch in diesem Jahr waren viele Erfurterinnen und Erfurter, Politiker des Landes und der Stadt und Mitglieder der jüdischen Landesgemeinde am Vormittag des 9. November auf dem jüdischen Friedhof in Erfurt. Im Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht mahnte der Landtagspräsident. Gerade vor dem Hintergrund der am Abend angemeldeten rechtsextremen Demonstration gibt es wachsam und aufmerksam zu sein. Seit vielen Jahren zeigen engagierte Menschen am 9. November, aber auch an vielen anderen Tagen im Jahr Gesicht.

Francis Underwood ist US-Präsident!

Staffel 1 bis 4 von House of Cards
Staffel 1 bis 4 von House of Cards
Meine direkte Reaktion auf das Ergebnis der US-Wahl in der vergangenen Nacht war es heute in den Media-Markt zu gehen und mir dort eine DVD zu kaufen. Das wollte ich schon länger und nun war es der richtige Anlass. Daheim habe ich sie sofort in den DVD-Recorder gelegt und mich davon überzeugt – immer noch ist Francis Underwood US-Präsident! OK zugegeben, zunächst nur in der 4. Staffel von House of Cards. Angesichts des Wahlergebnisse der vergangenen Nacht habe ich mir aber erst einige Gedanken gemacht und (entgegen sonstiger Gewohnheiten) der Versuchung widerstanden, postwendend diese Gedanken bei Facebook oder via Twitter heraus zu posaunen. Allerdings nahm ich den ganzen Tag über staunend zur Kenntnis, wie viele Menschen innerhalb kürzester Zeit Politikexperten geworden sind und sogar transatlantische Experten. Darunter sind erstaunlich viele, die sich sonst weder für die deutsche Politik interessieren, noch jemals in den USA waren, oder gar mit Amerikanern Kontakt pflegen. Wie in den vergangenen Wochen auch (insbesondere viele Journalisten) sind sie schnell bei der Sache Urteile zu fällen, Untergangszenarien zu malen oder die US-Wähler zu kritisieren. Um es deutlich zu sagen, sympathisch ist mir Donald Trump nicht und ganz sicher hätte es bessere Kandidaten gegeben. Aber sowohl die Kandidatenauswahl der Republikaner, als auch die Wahlentscheidung der Mehrheit der Amerikaner ist zunächst die souveräne Entscheidung eines anderen Landes. Schlaue Ratschläge oder gar Wunschkandidaten entsprechen der deutschen Mentalität (quer durch alle Parteien), aber hatten einen Effekt nahe Null. Selbst der “engagierte Wahlkampf” von SPD-Vize Stegner hat wahrscheinlich Hillary Clinton mehr geschadet als genützt. Die mediale Landschaft war in Deutschland auf alles vorbereitet, nur nicht darauf, dass Trump gewinnt. Sie hatten sich auch klar positioniert und manches Titelblatt machte dies überdeutlich. Mehrere Spiegeltitelblätter weckten Assoziationen zum Spiegeltitelblatt am Wahlsonntag 1983 “Birne darf nicht Kanzler werden”. Auch daran darf man einmal erinnern!
Vom britischen Kartenhaus habe ich Buch und DVD
Vom britischen Kartenhaus habe ich Buch und DVD
Aber zurück zu House of Cards: Das Agieren von Francis Underwood auf dem Weg zur Präsidentschaft (mit Sex, Mord, Totschlag und Intrigen) wurde und wird von vielen Zuschauern mit Interesse und Sympathie verfolgt und nicht wenige dieser Zuschauer sind nun felsenfest überzeugt, dass FU die intelligentere Variante eines skrupellosen Trumps sei und sie rechnen demzufolge nun mit jeder nur denkbaren Form des Weltuntergangs. Bevor sich dies aber nun alles an Amerika fest macht, erinnere ich daran – das Original von House of Cards (ein Kartenhaus) stammt aus dem Brexit-Land. Anfang der 90er Jahre war dort Francis Urquhart der skrupellose Karrierepolitiker in einer Serie der BBC. Im Fernsehen fällt es den Menschen durch die Distanz (ist ja nur ein Film) oft leicht Sympathie für die fiesen Typen zu entwickeln. In meiner Jugend war die Fernsehserie Dallas das beste Beispiel. Jeder wollte lieber der skrupellose J.R. Ewing sein – Bobby Ewing wollte, so nett er auch war, keiner sein. Im richtigen Leben sieht das anders aus. Ich persönliche denke nicht, dass es zu dramatischen Änderungen kommen wird. Wenn der Pulverrauch des Wahlkampfes verzogen ist wird es auch im Weißen Haus wieder eine sachbezogene Politik geben, denn Trump wird entgegen landläufiger Meinung nicht alleine regieren. Der scheidende Präsident Barack Obama sagte heute dazu, auch morgen wird wieder die Sonne aufgehen. Der Thüringer Ministerpräsident hätte sagen können “es wird auch weiter Bananen in Amerika geben” – hat er aber nicht 😉 Die 4. Staffel von House of Cards werde ich mir,wie alle Staffeln zuvor, mit Begeisterung in den nächsten Tagen ansehen – viel lieber als irgendwelche Talkshows mit dubiosen Wahlanalysen und empörten Stellungnahmen. Und ja, ich werde auch weiter in die USA fliegen. In den Osterferien im nächsten Jahr werde ich zum fünften Mal dort sein und dieses Mal mit meinen drei Jungs dorthin fahren. Das erste Mal war ich zu einer politischen Bildungsreise mit der USIA 1994 dort. Das zweite Mal während der Wahlkampfzeit 1996 (Bill Clinton gegen Bob Dole) danach im Sommer 2000, als gerade in Los Angeles die Democratic National Convention war (da wurde Al Gore Präsidentschaftskandidat der Demokraten) und schließlich noch einmal zu einer politischen Bildungsreise von KAS und AJC im Jahr 2002.

Buga 2021 und der Petersberg

Mit Frau Weiß und unserem stellv. Fraktionsvorsitzenden Thomas Pfistner
Mit Frau Weiß und unserem stellv. Fraktionsvorsitzenden Thomas Pfistner
Unser CDU-Ortsverband heißt “Am Petersberg”, die meisten unserer Veranstaltungen finden im unmittelbaren Umfeld des Petersberges statt und wir haben in unseren Reihen die Bundestagsabgeordnete und darüber hinaus noch etliche weitere Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion. Dies alles sind Gründe, dass wir nicht nur kommunalpolitische Themen aufgreifen, sondern uns beispielsweise bezüglich der Vorbereitung der Buga 2021 vor allem dafür interessieren, was auf dem Erfurter Petersberg geplant ist. Zu unserer heutigen gemeinsamen Ortsverbandsveranstaltung mit benachbarten OVs haben wir daher die Geschäftsführerin der Buga 21 GmbH Frau Kathrin Weiß eingeladen. Getroffen haben wir uns, dem Thema angemessen in der Destille in einem der Gewölbekeller der Bastion Martin auf dem Petersberg. Im Rahmen der 170 Buga-Tage wird nicht nur die Gartenschau stattfinden, sondern es soll temporäre und dauerhafte Nutzungsmöglichen geben die infrastrukturelle Lösungen erfordern. Zudem ist der Wunsch, dass mit Blick auf die Buga städtebauliche Missstände gelöst werden können. Der Petersberg mit seiner 350jährigen Geschichte als Zitadelle soll nicht in das gärtnerische Konzept aufgenommen werden – dafür sind die EGA und die Gera-Auen prädestiniert. Vielmehr geht es dort und die Darstellung von Kultur und Geschichte bzw. Kunst und Historie. Im Blickpunkt stehen dabei die Sanierung der Defensionskaserne, die Peterskirche und der Zugang zu anderen Buga-Standorten. Während eine vollständige Sanierung der Defensionskaserne inklusive eines vernünftigen Nutzungskonzeptes bis zur Buga nicht mehr umsetzbar scheint, werden die anderen Projekte sehr stark danach beurteilt, wie schnell sie realisierbar sind und was nachhaltig davon bleibt. Davon wird in einem hohen Maße abhängen, wie die Buga von der Erfurter Bevölkerung angenommen wird. Neben den rund zwei Millionen erwarteten Besuchern sollen sich vor allem die Erfurter mit “ihrem Buga-Projekt” identifizieren. Die CDU-Mitglieder haben heute den Wunsch in den Mittelpunkt gerückt, dass die beiden Türme der Peterskirche wieder in moderner Form entstehen sollen. Ich bin sehr gespannt, wie die Diskussion weiter gehen wird. In der nächsten Stadtratssitzung werden wir unter anderem darüber beraten, ob es einen eigenständigen Buga-Ausschuss geben soll. Darüber hinaus wird der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter geführt. Dazu werden die Erfurter sehr intensiv mit den Buga-Dialogen beteiligt. Sechs dieser großen Veranstaltungen fanden bereits statt, der 7. Buga-Dialog folgt am 23.11.2016.