Warum und wie werden Menschen alt?

Zwei interessante Presseartikel sind mir in dieser Woche besonders aufgefallen. Beide haben mit dem Thema Altern zu tun und sind doch völlig gegensätzlich und haben einen aktuellen Bezug. In Deutschland findet seit der vergangenen Woche ein zunehmend intensiver werdende Diskussion um die Kosten der Pflege statt. Als Rezept um damit umzugehen wird leider nicht diskutiert, wie wir in unserer Gesellschaft das notwendige Geld aufbringen (u.a. um Pflegefachkräfte ordentlich zu bezahlen), sondern wie die Kosten gedrückt werden könnten. In der Süddeutschen Zeitung schreibt heute Heribert Prantl über die “Ausweisung der Alten” in einem lesenswerten Artikel. Er beklagt zu Recht die gegenwärtige Diskussion. Das Wort vom Pflegeexport macht deutschandweit die Runde und wird kaschiert mit “alternativen Pflegemodellen”. Mit Pflegemodellen sind dabei aber nicht die Pflege im häuslichen Umfeld oder Wohngruppengemeinschaften gemeint, sondern das Abschieben von pflegebedürftigen älteren Menschen ins Ausland. Dort ist Pflege billiger und die Pflegefachkräfte könnten sich somit in Tschechien oder in anderen Länder stärken den Menschen widmen. Dies ist zynisch weil schließlich die Menschen nicht nur komplett ihres sozialen Umfeldes beraubt werden, sondern Sprachbarrieren nahezu jede verbale Kommunikation verhindern. Dies ist das Gegenteil von dem was Menschen im Alter brauchen. Ich werde entschieden jeglichen dieser Bemühungen entgegentreten. Warum und wie werden Menschen sinnerfüllt alt? Diese Frage beschäftigt mich nicht erst im “Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen”. Als Generationenbeauftragter habe ich bei Vorträgen stets darauf hingewiesen, dass es darum gehen müsse sinnerfüllt älter zu werden, mit einer Aufgabe, einem Ziel, einer Mission. Alle Menschen die hochaltrig geworden sind hatten dies. Erfüllung in der Familie, berufliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und Ehrenämter. Die Region mit den ältesten Menschen ist die Insel Okinawa in Japan. Dort ist das Geheimnis des hohen Alters zu finden. Es ist einfach gesprochen, die Bereitschaft der Menschen bis ins hohe Alter aktiv und beweglich zu bleiben. Den “Ruhestand” wie in Deutschland kennen die Menschen dort nicht. Auch in Deutschland werden die Menschen immer älter. Seit der Wende ist die Lebenserwartung in Thüringen um rund sechs Jahre gestiegen. Medizinische Versorgung und gesundheitsbewusster Lebenswandel haben dazu beigetragen. Aber dies könnte noch deutlich weiter gehen. International haben wir keinesfalls die höchste Lebenserwartung. Die Zeit hat in dieser Woche einen Artikel veröffentlicht, der israelische Männer als die Spitzenreiter benennt. Zur Erklärung findet sich in dem Artikel: Der Altersforscher Israel Doron von der Universität Haifa, verweist auf das herrschende Ethos: “Der Zionismus hat Arbeit in jedem Alter für gut geheißen”. Das macht aus dem In-Rente-Gehen eine schwierige und komplizierte Angelegenheit. “Woanders legt man sich mit über fünfzig in die Sonne, wir in Israel leiden unter einem Workaholismus, der nicht mit den Jahren verschwindet.” Israelis arbeiten 1.889 Stunden pro Jahr. Das sind 140 Stunden mehr als im OECD-Durchschnitt. Wer jenseits des Rentenalters nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt aktiv ist, und das gilt häufig für Frauen, die offiziell mit 62 pensioniert werden, engagiert sich im Alter oft und gerne freiwillig – sei es in Kindergärten, Schulen, Behindertenheimen, Krankenhäusern oder im Zoo – sofern einen nicht die Enkelkinder brauchen. Das “sich einspannen lassen” als Großeltern geht sogar so weit, dass mittlerweile immer mehr Vorträge angeboten werden, in denen Psychologen dieser Generation raten, sie dürften sich durchaus auch ein bisschen Zeit für sich selbst nehmen und müssten nicht ihre gesamte Energie dem Nachwuchs widmen.” Dies auf Deutschland übertragen heißt, wir können uns die ganze Diskussion um Rente mit 67 oder 69 schenken. Wichtiger ist es den Menschen die Möglichkeiten zu schaffen selbstbestimmt arbeiten zu können oder sich ehrenamtlich zu engagieren. Zuverdienstgrenzen für Renter sind da kontraproduktiv und natürlich muss sich noch eine ganze Menge im Denken in der Wirtschaft und vor allem in der Gesellschaft ändern. Eine Gesellschaft, die sich immer mehr aus der Verantwortung für einander heraus nimmt führt in die entgegengesetzte Richtung!  

Das größte Reisebüro Thüringens…

…hat wieder vom 1. bis 4. November in der Messe in Erfurt geöffnet. Heute wurde die 21. Messe Reisen & Caravan vom Botschafter der Tschechischen Republik JUDr. Rudolf Jindrak eröffnet. Die Tschechische Republik gehört allein schon durch die räumliche Nähe zu Thüringen zu den gut frequentierten Urlaubsregionen für die Thüringerinnen und Thüringer. Die Messe Reisen & Caravan ist in diesem Jahr wieder größer geworden 10 Prozent Steigerung zeigen auf, dass die Erwartungshaltung der Aussteller groß ist und offensichtlich die Reiselust ungebrochen ist. Beim Gang über die Messe habe ich mit meinem Sohn eine ganze Menge Urlaubsorte in Bildern und Katalogen entdeckt, wo wir schon waren. Allein die Urlaubsorte der letzten Jahre von Prag über den Darß bis nach Israel waren vertreten. Lediglich Kroatien haben wir vermisst. Einen großen Stellenwert und fast eine ganze Messehalle nehemen die Caravan-Anbieter ein. Offensichtlich ein Markt der brummt. Für uns wird es aber eher beim klassischen Camping bleiben. Am Wochende wird im Rahmen der Messe noch die sport.aktiv Messe parallel einbezogen – ein guter Grund um noch einmal mit der ganzen Familie auf der Messe vorbei zu schauen.

Jüdischer Witz – Wege des Lachens

Mit Dr. Marcus Patka und unserem Vereinsvorsitzenden Dr. Dietmar Görgmaier
Die derzeit stattfindenden 20. Jüdisch-Israelischen Kulturtage stehen unter dem Motto “Jüdischer Humor: Weisheiten mit Chuzpe, Schalk und Charme”. Vor einem Jahr, als wir im Vorstand unsers Fördervereins Alte & Kleine Synagoge das Thema der 20. Kulturtage festgelegt haben, haben wir bereits geahnt, wie vielfältig das Thema ist. Die ersten von über 50 Veranstaltungen in acht Städten sind inzwischen erfolgreich gelaufen. Heute Abend habe ich die Buchlesung von Dr. Marcus Patka in der Kleinen Synagoge moderiert. Dr. Patka ist Kurator des Jüdischen Museums in Wien und hat im Jahr 2010 das Buch “Wege des Lachens” geschrieben in dem er sich mit dem jüdischen Witz aus dem besonderen Blickwinkel des Winer Humors beschäftigt. Über 60 Besucher folgte interessiert seinen Ausführungen zur Entstehungsgeschichte und zur Besonderheit des Jüdischen Humors. Der Jüdische Witz ist nach seinen Worten nur dann jüdisch, wenn er sich um jüdische Tradition, Identität und Lebenswelt dreht. Allerdings stehen auch bei einem jüdischen Komiker noch lange nicht seine Witze in einer jüdischen Tradition. Die Wurzeln des jüdischen Witzes entstammen der Denkweise der Juden aus Osteuropa und setzen sich mit den Gesetzen auseinander. Die 613 Gebote des Moses Maimonides regeln das Leben von der Geburt bis zum Tod. Der Talmud will ein gottgefälliges Leben, aber er will lebendiges Leben, er verschiebt die Seeligkeit nicht in ein Jenseits. In sehr vielen jüdischen Witzen geht es darum die Gesetze de facto zu umgehen, sie aber de jure einzuhalten. Viele der Witze kommen nur richtig an, wenn sowohl der Erzähler, als auch die Zuhörer den Wortwitz verstehen könne, der oft vom Jiddischen geprägt ist – bei einer “Übersetzung” ins Deutsche geht oft die Wirkung verloren. Dr. Patka warnte zudem davor, dass Nichtjuden der Versuchung erliegen, jüdische Witze zu erzählen. Das kann nur schief gehen. Viele Menschen können nicht zwischen jüdischem Witz und “Judenwitz” unterscheiden. Die Gefahr des “Jiddelns” besteht zudem und dann ist der Tomfall oft verballhornend bis antisemitisch. Also lieber nicht versuchen – sondern sich auf die “Profis” verlassen! Etliche Beispiele erzählte Dr. Patka heute Abend und fügte zudem den Aspekt des jüdischen Humors in der Musik und die Tradition des jüdischen Kabaretts in Wien hinzu. In den nächsten Tagen wird reichlich Gelegenheit bestehen den jüdischen Witz näher kennenzulernen. Bereits am morgigen Donnerstag Abend wird in der Kleinen Synagoge der Liedermacher Dany Bober mit seinen Zuhörern auf eine “Jüdische Zeitreise” gehen. Ein Feature aus Liedern, Geschichten und jüdischen Humor steht im Mittelpunkt der Kooperationsveranstaltung, die wir gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung durchführen. Der Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr. Am Freitag ist dann ab 20 Uhr im Cafe Nerly Stand up Comedy zu erleben. Oliver Polak wird das Publikum unter dem Motto “Ich darf das, ich bin Jude” unterhalten. Tolle Veranstaltungen sind bis zum 11. November noch im Programm der 20. Jüdisch-Israelischen Kulturtage!

Sushi in Suhl und Sushi in Erfurt

Sushi auf dem Teller…
Von Sushi in Suhl habe ich zum ersten Mal 1983 gehört. Mein damaliger Chef erzählte mir vom Japan-Restaurant im Waffenschmied. Er war dort regelmäßig einmal im Jahr mit Freuden zu Gast und hat sich immer für das Folgejahr wieder angemeldet. Ich wollte unbedingt mit meiner damaligen Freundin dort mal hin und habe es leider verpasst. Dann kam die Wende und ich habe meine ersten Sushi-Erfahrungen in Washington erst im Jahr 1995 gemacht. Auf einer mehrwöchigen USA-Reise waren wir ausgerechnet dort japanisch essen – erst in Washington, dann San Francisco und auch in New York. Danach war ich vom Sushi-Virus infiziert. Wieder zu Hause habe ich selbst geübt und systematisch die Ausrüstung vergrößert.  
…und Sushi im Kino
Überall wo ich war (meist an untypischen Orten) habe ich Sushi-Restaurants besucht, Geschirr, Zutaten oder Zubehör gekauft, u.a. in Kanada, Amsterdam und Israel. Meine Lebensgefährtin ist inzwischen genauso großer Sushi-Fan und meine Söhne (zumindest die beiden älteren) auch. Für Freunde und auch schon mal die ganze Mannschaft unserer Bundesligadamen vom SWE Volley-Team bereite ich gerne Sushi zu, wenn es auch bei 10 Gästen sowohl zeitlich wie auch logistisch eine Herausforderung ist.  Heute waren wir nun im Kino bei “Sushi in Suhl“. Die Geschichte von Rolf Anschütz wird nachgezeichnet und dies sehr glaubhaft. Das Kino war für einen Montagabend richtig voll und die überwiegend älteren Besucher waren begeistert. Ich kann den Film sehr empfehlen, allerdings sollte man etwas Ost-Sozialisation mitbringen, sonst ist nicht alles verständlich. Der Charme des einzigen Sushi-Restaurants der real existierenden DDR ging nach der Wende verloren. Heute gibt es in Suhl kein Sushi-Restaurant mehr. In der Landeshauptstadt Erfurt hingegen ein halbes Dutzend. Wartelisten gibt es nicht mehr und so waren auch wir heute noch Sushi essen. Jetzt wo die Abende wieder länger werden, ist es mal wieder an der Zeit die Ausrüstung hervorzuholen, um wieder selbst Sushi in Erfurt auf den Tisch zu bringen.  

Zwei vergebene Chancen

Gleich zwei Niederlagen gab es für unser SWE Volley-Team an diesem Wochenende. Ärgerlich ist dies, weil wir beide Spiele auch hätten gewinnen können. Allerdings standen mit Lohhof und Sonthofen auch Gegenerinnen auf dem Feld, die seit Jahren die Spitze der 2. Volleyballbundesliga mitbestimmen. Wir wussten vorher, dass es schwer wird und haben natürlich trotzdem mit unseren Mädels gehofft. Beim SV Lohhof haben wir in den vergangenen Jahren nie viel gewinnen können. So gerne wir uns an die Spiele in Erfurt erinnern, so ungern an die Spiele dort. Heike Herzberg liebäugelte trotzdem damit den “Bock umstoßen” zu können, aber die Serie setzte sich fort. Nachdem unsere Mädels erst gegen 2 Uhr in der Nacht aus Lohhof zurück waren (wenigstens eine Stunde mehr Schlaf gab es ja durch die Zeitumstellung), ging es heute Nachmittag gleich weiter. Nach dem sensationellen Sieg in Grimma (passiert auch nicht so oft) waren unsere Mädels heiß auf die Pokal-Quali gegen Sonthofen. Schließlich winkte als nächster Gegner kein geringerer als der Deutsche Meister und Pokalsieger Schweriner SC. Auch die Schwerinerinnen wären sicher am 7.11. lieber nach Erfurt gekommen, ist doch Sonthofen noch einmal knapp 500km weiter entfernt. Aber es hat nicht sollen sein. Fünf Sätze und am Ende Sonthofen als Sieger. Während unsere Mädels den 1. und 3. Satz jeweils denkbar knapp verloren (25:27 und 23:25) gewannen sie den 2. und 4. Satz jeweils deutlich mit 25:17 und 25:16. Im Tiebreak führten unsere Mädels bereits mit 11:7 bevor acht Punkte in Folge Sonthofen zum Sieg führten. Ärgerlich, wenn wir wie im 3. Satz und im Tiebreak so deutlich führen und dann das Heft aus der Hand geben. Aber die 150 Zuschauer (mehr waren es am Sonntag Nachmittag leider nicht) sahen ein spannendes Spiel. Die nächste Chance sich zu revanchieren besteht auch bald. Am 8. Dezember kommen die Damen aus Sonthofen erneut nach Erfurt, dann im Kampf um Bundesligapunkte.

Sportparkwetter

Der Blick aus dem Festern war in den letzten Tagen wenig erbaulich. Erster Schnee und kaltes Wetter passen so gar nicht zur Stimmung der letzten Wochen. Vor drei Wochen war ich noch am Strand in Montenegro und hatte bei der Bike-Tour bestes Wetter und jetzt den aufziehende Winter sogar schon mit Schnee im Oktober bei uns in Erfurt 🙁 Bei dem Wetter blieb für mich heute nur eine Wochenend-Alternative und das ist Sport. Diesmal nicht passiv (das RWE-Spiel war schon wg. Schnee abgesagt und unsere SWE-Mädels spielen auswärts in Lohhof) sonder mal wieder selbst aktiv. Bevor die Advents- und Plätzchenzeit dann beginnt, nutze ich so mal lieber noch die Chance zur Gewichtsreduzierung und Körperertüchtigung 🙂 Nach dem Sommerurlaub in Kroatien hatte ich Anfang August beim Blick auf die Waage etwas frustriert festgestellt, dass das Essen dort zu gut war und die dortigen Wasserskirunden kein Ausgleich für regelmäßige Sportaktivitäten boten. Den Frust setzte ich gleich einen guten Vorsatz entgegen. Bis zur Bike-Tour Ende September sollten schon mal fünf Kilo wieder runter (damit zumindest die Bikerhose wieder passt). Das Ziel habe ich, wenn auch nur knapp, erreicht. Damit erst gar kein Pendelefekt eintritt, geht es nun aktiv weiter. Mit einigen Sportparkeinheiten, sowie Squash- und Badmintonrunden in den letzten beiden Wochen habe ich den Gewichtsabwärtstrend beibehalten. Politik und erst Recht Büroarbeit verlangt nach einem Ausgleich und so treffe ich unregelmäßig auch unseren Oberbürgermeister im Sportpark. Da kann man dann sogar noch beides verbinden. Wenn dem aktuellen Wetter etwas abzugewinnen ist dann das damit mehr Gelegenheit besteht im Sportpark aktiv zu werden.

Gegensätze in Thüringen

In Jena fehlen die Gebäude – in Triptis stehen sie leer
Gegensätzlicher konnten die Eindrücke innerhalb einer Woche nicht sein. Ausdrücklich bezieht sich das nicht nur auf das Wetter – letztes Wochenende noch Oktober-Höchsttemperaturen von über 20 Grad und heute auf der Heimfahrt aus Jena Schneetreiben. Montag war ich als Generationenbeauftragter bei einem Termin in Triptis. Ein Projekt für alle Generationen in der Kleinstadt soll dort entwickelt werden. Heute Abend war ich dann zum Wochenabschluss bei einem Vortrag beim Verein Reich-Weite Generationenprojekt Jena e.V. Neben dem Engagement, was sowohl in Triptis als auch in Jena beachtlich ist, könnten die Gegensätze kaum größer sein. In Triptis gab es einmal 5.000 Einwohner, heute sind es 4.000 Einwohner und in einigen Jahren werden es nur noch 3.000 sein. Viele Gebäude stehen leer und die Kommunalpolitiker suchen nach Perspektiven und Nachnutzungsmöglichkeiten. Das ehemalige Kulturhaus steht, leer ist noch in einem relativ guten Zustand und würde Raum für Gastronomie- und Generationenprojekte bieten. Allerdings setzt selbst das beste Nutzungskonzept voraus, dass es von den Menschen in Triptis angenommen wird. Die Angebots- und Nutzungsanalyse steht noch aus, ich werde das Projekt gerne unterstützen, aber auch ehrlich signalisieren, wenn ich keine Perspektive sehe. In Jena ist die Situation genau anders herum. Die Stadt wächst, es ziehen immer mehr Menschen aus dem Umland nach Jena, Wohnraum wird knapp und leerstehende Gebäude selbst für die besten Projekte gibt es nicht mehr. Der Verein Reich-Weite e.V. will ein Mehrgenerationenwohnprojekt realisieren. Ich habe heute bei meinem Vortrag die bestehenden Mehrgenerationenprojekte (von den Mehrgenerationenhäusern bis zu Wohnprojekten) vorgestellt. Studien des Thüringer Bauministeriums belegen, dass zwar der Bedarf an Wohnraum in Thüringen zurückgeht, aber dies regional unterschiedlich ist. Steigend ist hingegen der Bedarf an seniorengerechten bzw. barrierearmen Wohnraum, nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung, aber auch, weil in der Vergangenheit zu wenig auf Barrierefreiheit geachtet wurde. Die Wohnungsgesellschaften in den großen Städten kommen nicht nach und im ländlichen Raum geht es sowieso meist um Rückbau. Gut wenn sich Menschen in Eigeninitiative zusammen tun, aber in Jena fehlt schlicht das geeignete Bauobjekt. Seit über zwei Jahren geht die Suche nach einem geeigneten Haus. Wenngleich ich bei der Suche nach Räumlichkeiten nicht helfen kann (die Verlagerung der Projektidee nach Triptis geht leider nicht), werde fachlich gerne das Projekt weiter begleiten.

Senioren als Beispiel und Teil der Gesellschaft

Im Gespräch mit Reinhard Müller vom Paritätischen
Bei der heutigen Fachtagung, zu der ich als Generationenbeauftragter gemeinsam mit dem Paritätischen Thüringen eingeladen habe, ging es um das aktive Altern in der Kommune und welche Bedarfe und Gestaltungsmöglichkeiten dafür wichtig sind. Sehr schnell war jedoch unter allen Referenten und Teilnehmern Einigkeit darüber, dass unsere heute so rüstigen Senioren gleichzeitig auch Spiegelbild der Gesellschaft sind. Die gleichen Lösungs- und Beteiligungsmöglichkeiten erwarten alle anderen Generationen, nicht zuletzt weil sie irgendwann naturgemäß auch zur Altersgruppe der Senioren gehören werden. Reinhard Müller der Landesgeschäftsführer des Paritätischen eröffnete die Tagung und wies auf den Zusammenhang zwischen der drohenden Altersarmut und der zurückgehenden Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hin. Werner Göpfert-Divivier, Geschäftsführer des iSPO Institut für Sozialforschung, gehört selbst zur Genration der Babyboomer und als Vertreter der geburtenstärksten Jahrgänge zwischen 1946 bis 1964, begann er seinen Vortrag mit dem Satz: “Ich bin nicht mehr junge genug, um immer höflich zu sein. Ich bin mit dem Alter zunehmend ehrlich und direkt.”. Er gehört noch zu einer Generation, die im Rentenalter gut dastehen und die in der Werbung zunehmend stärker werdende Zielgruppe sind. Aber auch er verwies auf die drohende Altersarmut und sieht vor allem die Hinzuverdienstmöglichkeiten ohne Anrechnung auf die Rente als ein Rezept dagegen. Die kann ausdrücklich auch eine vergütungsähnliche Leistung für verbindliches Ehrenamt sein. Darauf ging Dr. Peter Zeman, Senior Advisor beim Deutschen Zentrum für Altersfragen, ein. In Deutschland gibt es derzeit 600.000 eingetragene Vereine, die alle engagierte Ehrenamtliche suchen. Zwischen 1985 bis heute ist die Engagementsbeteiligung von ca. 26 Prozent auf 35 Prozent gestiegen, quer durch alle Altersgruppen. Gut, dass heute der Bund beispielsweise eine Heraufsetzung der steuerlich zu berücksichtigenden Übungsleiterpauschale und der Ehrenamtspauschale beschlossen hat. Ein wichtiges Signal – wichtig ist aber auch, dass die Kommunen Flagge zeigen. Anerkennungskultur und Unterstützung der ehrenamtlichen Strukturen ist wichtig. Bei der abschließenden Diskussionsrunde am Nachmittag stand die Forderung nach Fort- und Weiterbildung im Mittelpunkt. Für mich bleibt aber das wichtigstes Anliegen immer wieder aufzuzeigen, dass Engagement Spaß macht und für den Ehrenamtlichen Erfüllung bedeutet. Dies ist ansteckend!  Bilder der Tagung LeseTipp: SenLine die Online-Zeitung für Generationen aus der Schweiz

Väterbilder für modernes Rollenverständnis

Jens Triebel, Johanna Arenhövel und Heike Taubert
Durchaus gleich mit doppelter Absicht hat der Suhler Oberbürgermeister Jens Triebel im vergangenen Jahr eine Fotoausstellung mit Väterbildern initiiert. Zum Einen soll damit gezeigt werden, wie wichtig die Vater-Kind-Beziehung ist und dass die jungen Väter von heute damit sehr selbstbewusst umgehen. Zum Anderen sollten damit die Mütter motiviert werden, die Kamera in die Hand zu nehmen und durch den Sucher ihre Familie in den Blick zu nehmen. Überraschend viele Suhler beteiligten sich an dem Fotowettbewerb und über 125 Bilder wurden für den Wettbewerb geschossen. Die Auswahl der prämierten Bilder fiel schwer und so entstand schließlich eine Ausstellung, die bereits im vergangenen Jahr mit großem Zuspruch in Suhl gezeigt wurde. Heute nun wurde sie gemeinsam von Sozialministerin Heike Teubert, der Gleichstellungsbeauftragten Johanna Arenhövel und dem Suhler OB Jens Triebel in der Rotunde im Regierungsviertel eingeweiht. Sozialministerin Heike Taubert betonte, wie wichtig beide Elternteile für die gesunde Entwicklung der Kinder sind. Aktive Väter sind für ihre Kinder wichtige Bezugspunkte und Vorbilder zugleich. Wenngleich viele der Bilder die typischen Vater-Sohn-Aktivitäten dokumentieren (wie z:b. beim Sport oder Kartfahren) gibt es auch Bilder die die moderne Rollenverteilung in der Familie festhalten. Der junge Vater beim Abwasch, welcher von seinem Baby aus dem benachbarten Küchenbecken beobachtet wird war zum Beispiel eines der Preisträgerbilder. Die Ausstellung will bewusst auch das Anliegen des Weltmännertages am 3. November unterstützen und so bleibt zu hoffen, dass viele der Mittags- und Tagesgäste in der Rotunde sich die Zeit zum Betrachten der Bilder nehmen. Bilder von der Ausstellungseröffnung

CDU-Stadtratsfraktion zu Gast bei der Konrad-Adenauer-Stiftung

Die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat besuchte am gestrigen Abend die Thüringer Zentrale der Konrad-Adenauer-Stiftung in ihren neuen Räumlichkeiten in der Andreasstraße 37. Das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis ist Gedenkstätte und zum Teil zu attraktiven Büroräumen umgebaut worden. Die CDU Stadtratsfraktion diskutierte intensiv mit der Leiterin der Bildungsstätte, Maja Eib, über den bedauerlichen und emotional geführten Logo-Streit zwischen der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Stiftung Ettersberg. Dazu erklärte der Fraktionsvorsitzende im Erfurter Stadtrat Michael Panse: „Ich finde es richtig, dass sich die Konrad-Adenauer-Stiftung an diesem politischen Gedenkort verankert hat und dauerhaft dort engagiert. Die KAS ist als einzige politische Stiftung an diesem Ort als Mieter in der Verantwortung, Bildungs- und Erinnerungsarbeit zu verbinden. Ich sehe das Logo als Quellenangabe für den Schriftzug und gleichzeitig als Bekenntnis der Konrad-Adenauer-Stiftung für Freiheit und Demokratie.” Die vom Bauträger gestaltete Wand vor dem Fenster des Beratungsraumes der Stiftung mit dem Schriftzug “Ort der Unterdrückung und der Freiheit” Befreiung der Stasi-Zentrale 4.12.1989 und dem darunter gesetzten Logo der Konrad-Adenauer-Stiftung, ist Anlass der Differenzen. Aus der Broschüre der Konrad-Adenauer-Stiftung “ORTE DER FREIHEIT UND DER DEMOKRATIE IN DEUTSCHLAND” stammt der Duktus. Dabei zeigt sich die Mauer mit dem Schriftzug und dem Logo von außen parallel zum Beratungsraum der Konrad-Adenauer-Stiftung , dass heißt, die leere Rückwand zeigt zum Innenhof und der Schriftzug ist lediglich von den Bürofenstern aus einsehbar. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind die Leitprinzipien der Arbeit der KAS. Sie leistet damit Beiträge zur Förderung von Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Sozialer Marktwirtschaft. Bundesweit ist die Stiftung in zwei Bildungszentren und 16 Bildungswerken aktiv. Jeder Bürger kann sich über die Angebote und Veranstaltungen der Konrad-Adenauer-Stiftung vor Ort persönlich oder unter www.kas.de/erfurt informieren.